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Lenski_01 (Pirmasens)

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Semiramide - La Signora Regale
Semiramide - La Signora Regale
Preis: EUR 16,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandioses Album - beglückend und bereichernd, 12. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Semiramide - La Signora Regale (Audio CD)
Man muss schon ins Jahr 2009 zurückgehen, zu Cecilia Bartolis "Sacrificium", um ein vergleichbares Album wie "La Signora Regale" von Anna Bonitatibus zu finden. Und zwar sowohl bezüglich der opulenten und liebevollen Ausstattung, wie auch wegen der klugen und wohl überlegten Konzeption. Kaum zu glauben, dass noch niemand zuvor auf die Idee gekommen ist, sich mit der antiken Herrscherin Semiramis zu beschäftigen und mit den vielen Opernstoffen, deren Heldin sie ist. Die italienische Mezzosopranistin Anna Bonitatibus hat hier eine offensichtliche musikalische Lücke geschlossen - und wie sie das getan hat! Endlich erleben wir wieder einmal eine Sängerin mit einem ganz und gar unverwechselbaren Timbre und nicht eine der heute leider oftmals üblichen "Einheitsstimmen", von denen eine klingt wie die andere. Ich kann Johannes Saltzwedel im "Spiegel" nur zustimmen, wenn er entzückt vom "leichten Flackern raffinierten Vibratos" spricht. Ich würde sogar noch weiter gehen und eine unüberhörbar erotische Komponente in dieser Prachtstimme entdecken - prädestiniert für die verschiedensten "Semiramide"-Vertonungen von Porpora bis zu Rossini. Man weiß gar nicht, welche Arie man herausheben soll - alle sind sie wunderbar gelungen. Eines der Highlights für mich: ein wunderschönes Gebet aus der Semiramis-Vertonung von Manuel García. Der Spanier war sowohl Sänger (er war der erste Graf in Rossinis "Il Barbiere di Siviglia" und außerdem der Vater der später berühmten Sängerinnen Maria Malibran und Pauline Viardot-García) wie auch ein begabter Komponist. Das besagte Gebet überrascht durch eine ungewohnte, nur den Bläsern zugewiesene Begleitung und den wunderbar getroffenen Tonfall berührender Schlichtheit. Eine Entdeckung! Ansonsten wird auf dem Album geweint und gejubelt, das Blut kommt mehr als einmal in Wallung. Jeder Stimmung kann Bonitatibus klug entsprechen. Und als intelligente Sängerin weiß sie: Zu Kunst gewordene Emotionen entstehen im Kopf, nicht im Bauch. Absolute Kaufempfehlung!


Die Schöne Magelone
Die Schöne Magelone
Preis: EUR 14,36

4.0 von 5 Sternen Gelungene Interpretation, 6. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Schöne Magelone (Audio CD)
Bei der Geschichte um die „schöne Magelone“ geht es um den provenzalischen Ritter Peter und seine Liebe zur schönen, zunächst nicht erreichbaren Magelone. 1869 vollendet, beruht der Liedzyklus von Johannes Brahms auf Romanzen, die Ludwig Tiecks mittelaltertümelnder Romanbearbeitung des alten Stoffes entnommen sind. Einfallsreich präsentiert sich die Aufnahme des jungen deutschen Tenors Daniel Behle mit dem Pianisten Sveinung Bjelland, indem sie nämlich gleich zwei Versionen von Brahms‘ Liederzyklus präsentiert: die erste entspricht einem Brahms-Recital wie wir es in einem heutigen Konzertsaal erwarten würden. Da sich jedoch die Handlung aus den Liedern allein nicht ganz verstehen lässt, bettet die zweite Version den Gesang in weitere Texte Tiecks ein, gelesen vom Schauspieler Hans-Jürgen Schatz. Die Mischung aus veredelter Leidenschaft und draufgängerischem Heroismus macht den Zyklus für viele Sänger zu einem schwierigen Unterfangen. Nicht so für Daniel Behle: die Leichtigkeit seines Tenors, kombiniert mit der kristallinen Klarheit von Sveinung Bjellands Klavierspiel bewahrt die Lieder perfekt vor jenem Eindruck der Schwerfälligkeit, der sich manchmal in einer weniger gelungenen Interpretation einstellen kann.


Sinfonie 2 Lobgesang
Sinfonie 2 Lobgesang
Preis: EUR 22,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle Einspielung, 6. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Sinfonie 2 Lobgesang (Audio CD)
In einem Interview hat der spanische Dirigent Pablo Heras-Casado einmal sinngemäß gesagt: "Heute ist es daher für mich so, als wenn jemand eine französische Mutter und einen deutschen Vater hat: Man bewegt sich in zwei Kulturen, ohne dies bewusst zu machen." Also das beste von zwei Kulturkreisen, in iesem Falle dem iberischen und dem deutschen. Ein Ansatz, wie er gerade der 2. Sinfonie von Mendelssohn (selbst einer der ersten Europäer und musikalischer Kosmopolit) wunderbar bekommt. Eine inspirierte, intelligente, sinnliche Interpretation. Hervorragend unterstützt von erstklassigen Solisten. Kaufempfehlung!


Great Symphonies
Great Symphonies
Preis: EUR 89,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut lohnenswerte Anschaffung, 6. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Great Symphonies (Audio CD)
Fast 20 Jahre lang war der amerikanische Dirigent David Zinman beim Tonhalle-Orchester in Zürich musikalischer Leiter. In dieser Zeit konnte er das Schweizer Orchester zu einer europäischen Top-Formation heranziehen - zum Teil unbemerkt von den großen Medien, die ihre Aufmerksamkeit lieber den bekannten Orchestern in Berlin, Los Angeles oder Wien schenkten. Erstaunlich: über 50 CD-Alben sind in der Zeit zwischen 1995 und 2014 entstanden, allesamt von hervorragender Qualität. Das hängt nicht zuletzt mit dem Aufnahmeteam Chris Hazell und Simon Eadon zusammen, die fast alle Aufnahmen aus Zürich betreut haben. Zwei ehemalige DECCA-Mitarbeiter, die von der englischen Firma den bekannten DECCA-Sound mitgebracht haben. Der Zyklus der Beethoven-Sinfonien (Ende der 90er Jahre zurecht mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet) frappiert und überwältigt immer noch durch eine unglaubliche Frische und das ungestüme Vorwärtsdrängen der Interpretation. Hervorragend auch die kompletten Zyklen der Mahler-, Brahms und Schumann-Sinfonien. Einzig bei Schubert (auch hier sämtliche Sinfonien plus einige unbekanntere Randwerke) wird nicht ganz das Niveau der frühen Beethoven-Bilderstürmerei erreicht; dennoch sind auch die diese Einspielungen auf höchstem Niveau. Aber mein absoluter Favorit: Sämtliche Orchesterwerke von Richard Strauss. Orchesterbrillanz, Spielfreude, souveräne Gestaltung und optimistische Grundeinstellung werden hier aufs Schönste kombiniert. Ein absoluter Aufsteller! Wie die ganze Box (jedes Exemplar ist einzeln nummeriert): ein Schnäppchen und absolut lohnenswert.


Sinfonien 3 & 4
Sinfonien 3 & 4
Preis: EUR 21,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beglückender Schubert, 14. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Sinfonien 3 & 4 (Audio CD)
Eine aufregende Aufnahme zweier unterbewerteter Schubert-Sinfonien. Das Freiburger Barockorchester hat sich auf staunenswerte Weise die Klangsprache der Frühromantik zu eigen gemacht. Den Musikern gelingt es vortrefflich, diese wunderbare Musik mit Leben zu erfüllen. Das liegt natürlich zu einem bedeutenden Teil am Dirigenten Pablo Heras-Casado. Der junge Orchesterchef aus Spanien wird zu Recht als einer der besten und inspirierendsten Dirigenten seiner Generation gehandelt. Wäre schön, wenn es zu einer Fortsetzung des Schubert-Zyklus' käme. Gerne würde man in der gleichen Besetzung die "Unvollendete" oder die große C-Dur-Sinfonie hören.


Die Brücke am Kwai [Blu-ray]
Die Brücke am Kwai [Blu-ray]
DVD ~ William Holden
Preis: EUR 9,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die alten sind oftmals die besten, 14. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Brücke am Kwai [Blu-ray] (Blu-ray)
Ein weiterer Beweis für die Erkenntnis: Bei Übertragungen auf Blu-ray, sind oftmals ältere Filme die besten.

"Die Brücke am Kwai" kam 1957 in die Kinos. Manchmal liest man in HD-Blu-ray-Foren, ein Film sähe billig oder körnig aus, nur weil er aus Zeiten vor HD stamme. Man schaue sich nun die Blu-ray von "the Bridge on River Kwai" an, um sofort zu erkennen, dass eine solche Aussage blanker Unsinn ist. David Leans Film kommt in einer grandiosen Auflösung daher, dank einem originalen Master in perfekter Qualität. Ja, man kann sogar sagen, dass die Blu-ray - dank modernster Restaurierungs-Techniken - bisweilen das Original noch übertrifft. Oder anders gesagt: der damalige Kinogänger hatte nur bei wirklich hervorragender Projektionsqualität in einem Kino den optischen Genuss, den die Blu-ray-Disc vermittelt.

Einzig in den Anfangssequenzen konnte offenbar nicht auf optimales Ausgangsmaterial zurückgegriffen werden. Hier erscheint das Bild manchmal etwas körniger als bei späteren Szenen. Aber man lasse sich davon nicht abhalten. Sobald die Truppe im Lager einmarschiert ist, gibt es nichts mehr zu kritisieren: man kann nur noch staunen.

Auch der Ton wurde hervorragend restauriert. Surround-Effekte werden geschmackvoll und sparsam eingesetzt und nur dort, wo sie auch wirklich passen.
Kaufempfehlung!


Rivals - Arias for Farinelli & Co.
Rivals - Arias for Farinelli & Co.
Wird angeboten von musikdrehscheibe
Preis: EUR 16,89

6 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klug durchdachtes Konzeptalbum, 3. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Rivals - Arias for Farinelli & Co. (Audio CD)
Der australisch-norwegische Countertenor David Hansen hat sich Zeit gelassen. Nach einer sorgfältigen Ausbildung beginnt er sich gegenwärtig stetig und zielstrebig internationales Profil zu verschaffen. Sorgfältig und durchdacht wie die Karriereplanung stellt sich nun auch das Debüt-Album "Rivals" dar. Im schön und aufwändig gestalteten Beiheft werden zu jeder Arie originelle Information zur spezifischen "Kastraten-Konstellation" der Uraufführung der betreffenden Werke geliefert. Das Programm selbst ist abwechslungsreich und überlegt zusammengestellt, die Qualität der überwiegend als Weltersteinspielung vorgelegten Arien ist überragend. Eigentlich sollte man meinen, es seien mittlerweile alle unbekannten, musikalisch wertvollen Schätze der Opera seria gehoben, aber wieder einmal wird man eines Besseren belehrt. Ein Stück wie das verhalten-innige "Cara sposa" von Bononcini etwa, mit seinem wundervollen kontrapunktischen Streichersatz (fantastisch nicht nur hier: die Konzertmeisterin Olivia Centurioni), ist alleine schon der Erwerb des Albums wert. Überhaupt die Musiker: Nicht nur Pier Luigi Fabretti, Solo-Oboist in "Sento in due fiamme", einem fast 13 Minuten langen "Duett" zwischen Oboe und Singstimme, dürfte momentan zu den absoluten Koryphäen seines Faches gehören. Doch nun zum Solisten. Die Stimme von David Hansen ist heller und insgesamt enger geführt als zum Beispiel die Stimme von Franco Fagioli, seine Technik aber ist makellos. Man höre nur, wie er in "Son qual nave", dem Kernstück des Albums (hier erstmals in einer speziellen "Farinelli-Version" zu hören, mit geändertem Mittelteil, neuer Instrumentation und mit Farinellis originalen Verzierungen), eine ausgedehnte Passage mit überbordender Ornamentik (ab 4'38) über nahezu eine halbe Minuten auf nur EINEM Atem singt - das ist schon ganz große Kunst und macht ihm so schnell niemand nach. Einzig ein Punkt gibt es für mich zu bemängeln (und dafür auch nur vier statt der sonst fraglos verdienten Höchstwertung von fünf Sternen): obwohl von der Tontechnik akustisch hervorragend "vergrößert", hätte man dem Künstler doch zumindest doppelt (wenn nicht sogar vierfach) besetzte Streicher gewünscht. Mit einem größer dimensionierten Orchester à la Cecilia Bartoli wäre der "Countertenor-Traum" perfekt gewesen. Aber es gibt ja hoffentlich ein "nächstes Mal"...


Beethoven: Die Streichquartette Vol.1
Beethoven: Die Streichquartette Vol.1
Preis: EUR 34,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erstaunlicher Beethoven, 25. August 2013
Es ist doch immer wieder erstaunlich, welch fantastisches Niveau viele der zur Zeit aktiven jungen Streichquartette haben. Dies steht in diametralem Gegensatz zum Interesse, auf das die Gattung "Streichquartett", ja Kammermusik allgemein, im öffentlichen Konzertleben stößt. Nichtsdestotrotz - die Freunde und Liebhaber von Kammermusik dürfen sich freuen. Auch über den Zyklus der kompletten Beethoven-Quartette mit dem multinationalen Belcea-Quartett. Ein Diskutieren und Debatieren von vier gleichwertigen Diskutanten auf allerhöchstem Niveau. Hier wird originell und intelligent musiziert, dass es eine Freude ist. Gerne nimmt man in Kauf, dass manchesmal der Eindruck eines "too much" aufkommt und man sich quasi in einem musikalischen Jahrmarkts-Spiegelkabinett wähnt mit ständig neuen, entweder riesenhaften-vergrösserten oder grotesk minimierten Hörtableaus. Ein intellektuelles Vergnügen ist es allemal. Ein Vergnügen für die Zuhörer; aber sicherlich ist es auch ein Vergnügen gewesen, diese Musik live aufzunehmen. Höchste Wertung und unverhohlene Spannung auf sämtliche der Discs.


Dramma
Dramma
Wird angeboten von alphamusic-shop
Preis: EUR 17,99

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sich freuen und genießen, 18. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dramma (Audio CD)
Wie heisst es so schön in Wagners "Meistersingern": "Der Merker werde so bestellt, dass weder Hass noch Lieben das Urteil trübe, das er fällt". Selbstredend, dass jeder professionelle Kritiker sich diesen Leitsatz auf die Fahne schreiben sollte. Aber es sollte selbstverständlich sein, dass diese Maxime auch von "Laienkritikern" berücksichtigt wird. Es ist sehr schade, dass die Möglichkeit von Kundenrezensionen auf amazon.de offensichtlich von einigen Sänger-Fans benutzt wird, um die Leistungen von anderen Künstlern (unverdientermaßen) schlecht zu machen. Sieht man sich etwa die Rezensionen des Herrn mit dem floralen Namen weiter unten (oder weiter oben) genauer an, so wird man feststellen, dass mehr als die Hälfte seiner insgesamt etwa 25 Besprechungen geradezu hymnische Elogen auf die CDs des Countertenors Philippe Jaroussky sind. Und so wird man den Verdacht nicht los, dass die sich fachmännisch gebenden Attacken auf Simone Kermes im Grunde genommen nur verfasst wurden, um eine unliebsame Konkurrentin von Herrn Jaroussky zu diffamieren. Man fragt sich nur: Hat Philippe Jaroussky, ein wunderbarer und sehr sympathischer Sänger, eine solche "Unterstützung" denn wirklich nötig? Ganz sicherlich nicht... Nun zu den in der genannten Rezension vorgebrachten Kritikpunkten: Mangelhaftes "Messa di voce"? Ich nehme an, gemeint ist der Beginn der Singstimme in Track 2 ("Alto Giove" - das hat nämlich Philippe Jaroussky auch gesungen...). Ich kann nur jedem empfehlen, sich die über fast zehn Sekunden (!) ausgeführte "Messa di voce" bei Simone Kermes ab 0:45 selber anzuhören und sich ein eigenes Urteil zu bilden. Dann erübrigt sich nämlich ein weiteres Eingehen auf diese Missbilligung. War die Stelle, auf die sich wohl dieser gesangstechnische Einwand bezog, noch vergleichsweise einfach zu eruieren, sind bei den anderen Bemängelungen Repliken leider sehr schwierig, da die Kritik perfiderweise ohne genaue Angaben der kritisierten Passage, also mehr oder weniger ins "Blaue" hinein formuliert wurde. Unterschreiben kann ich die Aussage, dass die tiefen Register bei Simone Kermes nicht sehr ausgeprägt sind und einigermaßen schwach daher kommen. Sicher, Mezzosoprane sind hier im Vorteil und auch eine Julia Lezhneva lässt - obwohl Sopran - in dieser Lage aufhorchen. Aber: so what? Die perfekte Stimme, die/den perfekten Sänger/in gibt es leider nicht. Und Simone Kermes macht ihre vermeintliche Lagen-Schwäche durch etliche andere Punkte mehr als wett: Durch ihre mitreißenden und von spürbar innerem Feuer getragenen Interpretationen. Durch eine großartige Musikalität und vor allem durch eine sagenhafte Virtuosität. Wo in den rasend schnell ausgeführten Koloraturen Unregelmäßigkeiten und Intonationstrübungen (!) feststellbar sein sollen, da muss man mir erst einmal Ross und Reiter nennen - respektive eine genaue Track- und Zeitangabe machen. Und immer wieder aufs Neue frappierend ist die stupende Höhe der Sängerin: wer ob des interpolierten dreigestrichenen Cs (!) in "Empi, se mai disciolgo" (Track 5) nicht einen innerlichen Freudenjauchzer verspürt, an dem würde wahrscheinlich auch das Saitenspiel eines Orpheus wirkungslos abprallen. Also, geneigte Musikfreunde. Lassen Sie sich diese wunderbare CD nicht vermiesen. Ich kann nur raten: Selber anhören, sich freuen und genießen.


Händel: Violin Sonatas
Händel: Violin Sonatas
Wird angeboten von Meganet France
Preis: EUR 11,10

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überbordende Expressivität, 26. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Händel: Violin Sonatas (Audio CD)
In letzter Zeit sind einige hervorragende Einspielungen der Violinsonaten von Händel erschienen, erinnert sei etwa nur an die sehr gute Aufnahme von Julia Schröder, der Konzertmeisterin des Kammerorchesters Basel. Während Schröder durch allerlei improvisatorische Zusätze immer wieder verblüffende Hörerlebnisse hervorrufen kann, konzentriert sich Riccardo Minasi vor allem auf die melodische Expressivität, vor allem der langsamen Sätze. Oder wie Carsten Niemann in RONDO schreibt: "Noch nie hat ein Geiger der Alte-Musik-Szene die Italianità dieser Sätze so überzeugend herausgearbeitet, ihre Nähe zur expressiven, reich verzierten Opernarie so deutlich werden lassen ' wobei er Schönheit und Fülle des Tons mit einem asketischen Vibratogebrauch zu erzielen weiß." Doch anders als Carsten Niemann, der sich die schnellen Sätze - als Kontrast - etwas weniger extrovertiert gewünscht hätte, gefällt mir persönlich Minasis Ansatz auch hier. Händels lange Zeit als "gehobene Unterhaltungsmusik" gesehenen Violinsonaten werden mit dieser Interpretationshaltung in die Nähe barocker Opernarien gebracht. Die Grenzen zwischen vokaler und instrumentaler Musik scheinen sich zeitweise zu verwischen, in den gelungensten Momenten sogar gänzlich aufzulösen. Ein Erlebnis der besonderen Art!


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