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Rezensionen verfasst von
Galarina (Woerth)

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Think BALLA, Damen Geschlossene Ballerinas, Schwarz (SZ/KOMBI 09), 43 EU
Think BALLA, Damen Geschlossene Ballerinas, Schwarz (SZ/KOMBI 09), 43 EU

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bequemer, einlagengeeigneter Ballerina mit ungewöhnlichem Design, 24. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mit meinen Einlagen habe ich bei Ballerinas häufig das Problem, daß sie hinten zu lose sitzen und ich daher bei fast jedem Schritt aus dem Fersenteil herausschlüpfe. Durch das höher geschnittene Fersenteil des Think BALLA, sitzen die Schuhe perfekt. Daß der Schuh im Vorfußbereich breiter geschnitten ist, fällt durch das ungewöhnliche Design gar nicht auf; optisch sehen die Füße in diesen Schuhen eher schlanker aus. Der gemusterte Einsatz im vorderen Fußteil fällt bei jedem Schuh etwas unterschiedlich aus, bei meinen Schuhen ist z. B. deutlich mehr orange und pink enthalten, als in dem hier im Bild abgebildeten Modell. Farblich paßt der Schuh durch den bunten Einsatz aber zu allen möglichen Kleidungsstücken.
Ich finde den Think BALLA so bequem, daß ich weitere Modelle in anderen Farben und Designs ausprobieren werde.


Kein Titel verfügbar

5.0 von 5 Sternen Modisches Design und Funktion - endlich schicke Sandalen mit Wechselfußbett!, 15. Mai 2015
Wer wie ich Einlagen trägt, kennt die oftmals vergebliche Suche nach Sandalen, die für Einlagen geeignet, bequem und auch schick, modisch und feminin sind. Sportliche Sandalenmodelle für Einlagenträger gibt es nun seit einigen Jahren, aber die modischen Modelle muß man leider immer noch mühsam suchen, insbesondere in Übergrößen. Umso begeisterter war ich, diese Sandale mit Wechselfußbett von Gabor gefunden zu haben. Das Oberleder ist fein und weich, die Sandale sitzt perfekt am Fuß und falls der Fuß bei Hitze etwas dicker wird, gibt ein Gummiband am dritten Querriemen und am Knöchelriemen noch etwas nach. Die Schließe ist mit einem Druckknopf versehen, die ein schnelles Ein- und Aussteigen ermöglicht.

Mit diesen Sandalen zeigt Gabor, daß Funktion, Bequemlichkeit und modisches Design sich nicht gegenseitig ausschließen. Ich hoffe sehr, daß Gabor auch im nächsten Jahr wieder so schöne Sandalenmodelle mit Wechselfußbett herausbringt.


JETZT! Gemüse
JETZT! Gemüse
Preis: EUR 15,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessante einfallsreiche Rezeptvariationen mit saisonalen Gemüsen, ideal zum Kombinieren, 2. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: JETZT! Gemüse (Kindle Edition)
Ohne die Teilnahme an einer Leserunde zu Sebastian Dickhauts „Jetzt! Gemüse“ hätte ich dieses vielseitige, alltagstaugliche Kochbuch sicher nicht entdeckt. Das in pink und grün gehaltene Cover, das wohl jung und modern erscheinen soll, hätte bei einem Besuch in der Buchhandlung, trotz regelmäßigen Durchforstens des Kochbuchrubrik bei mir nicht den Reiz geweckt, das Buch überhaupt in die Hand zu nehmen.

Was für ein interessantes und ungewöhnliches Kochbuch man da in der Hand hält, stellt man auch nicht so einfach beim schnellen Durchblättern fest. Zumindest ich musste mich da schon ein wenig hineinvertiefen, um festzustellen, wie viel Wissenswertes enthalten ist, das meine durchaus umfangreiche Kochbuchsammlung noch nicht enthält, und welche ideen- und variantenreichen Rezepte hier versammelt sind. Den Einsatz unterschiedlicher Schriftarten, den teilweise collageartigen Seitenaufbau (S. 14ff) empfand ich als wenig ansprechend, unstrukturiert wirkend und vom Inhalt ablenkend. Erfreulich ist, dass fast alle Rezepte mit wenigen Zutaten, die man abgesehen vom frischen Gemüse, auch durchaus im Vorrat haben kann, auskommen, und schnell zubereitet sind. Ganz wichtig ist für mich, dass ein Großteil der Rezepte ohne weitere Beilagen genossen werden kann, da ich mich kohlenhydratreduziert ernähre. Ein Großteil der Rezepte ist als vegan gekennzeichnet, wer sie aber um Fleisch- oder Fischbeilagen ergänzen möchte, kann dies problemlos tun. Die Rezepte sind saisonal ausgerichtet, d.h. im Gegensatz zu vielen anderen Kochbüchern werden hier nicht Winter- und Sommergemüse in einem Rezept gemischt. Alle Anleitungen sind gut strukturiert und leicht verständlich, lediglich die Ideensammlungen fallen da manchmal optisch als auch strukturell etwas vom Rest des Buches ab (z. B. S. 100f.).

Obwohl ich Sebastian Dickhauts „Jetzt! Gemüse“ sehr schätzen gelernt habe, sehe ich noch ein paar Optimierungsansätze für dieses gelungene Kochbuch. Die Mengenangaben sind nicht stimmig, wenn man die Rezepte ohne Beilagen isst, weil dann die Menge für vier Personen auch durchaus von zwei Personen gegessen werden kann. Ein paar Tipps wie man die Gerichte durch Beilagen für Gäste einsetzen kann, wären hilfreich. Nicht alle Rezepte im Buch sind mit einem Foto versehen, was meines Erachtens die Lust zum Ausprobieren frei nach dem Motto „das Auge ist mit“ noch erhöhen würde. Die Aufteilung des Buches in die Rubriken Gemüse auf die Hand, Gemüse pur, Gemüse bunt, Gemüse satt, Gemüse für immer und Speisekammer ist wenig hilfreich für den schnellen Einsatz im Alltag und für die schnelle Planung einer Kochwoche. Eine Strukturierung nach Saison, Gemüsesorten oder Gangfolge fände ich sinnvoller.

Ausprobiert habe ich bisher das provencalische Ratatouille (das Beste Ratatouille-Rezept, das ich bisher gekocht habe!), die gratinierten Avocados, Sahnekohlrabi mit Rucola und Mandeln, und den Kürbis vom Blech, der sofort zu einem neuen Lieblingsgericht avancierte. Das ist noch nicht allzu viel, da aber jedes probierte Rezept meine Erwartungen erfüllt oder sogar übertroffen hat, freue ich mich jetzt schon auf das Ausprobieren weiterer Rezepte.


Manduchai - Die letzte Kriegerkönigin: Roman
Manduchai - Die letzte Kriegerkönigin: Roman
von Tanja Kinkel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine interessante, lehrreiche und unterhaltende Reise ins Reich der Mitte mit ungewöhnlichen Charakteren, 30. Dezember 2014
Mit ihrem historischen Roman „Manduchai, die letzte Kriegerkönigin“ führt Tanja Kinkel ihre LeserInnen ins Asien des 15. Jahrhunderts und verfolgt das Leben von zwei ungewöhnlichen und im Verlauf ihres Lebens sehr einflussreichen Frauen: Manduchai, die den zerstrittenen mongolischen Stämmen Einheit zurückbringt und Wan, die als kaiserliche Konkubine über Jahrzehnte als wahre Herrscherin Chinas agiert, und die wohl eine entscheidende Rolle beim Auftrag für den Bau der chinesischen Mauer hatte.

Auch wenn der Schwerpunkt des Romans auf der Lebensgeschichte Manduchais liegt, ist die parallele Darstellung des Schicksals der beiden Frauen, die trotz ihrer unterschiedlichen Lebenswege, Herkunft, gesellschaftlicher Positionen und Kulturen sehr viel gemeinsam haben, das eigentlich Besondere an Tanja Kinkels Roman. Sowohl Manduchai als auch Wan sind in Machtlosigkeit geboren, sie müssen ihre Ziele gegen erhebliche Widerstände erreichen, Klugheit, Wagemut und diplomatisches Geschick beweisen, vorausschauend agieren, beide müssen aber auch Entscheidungen treffen, die in ihren Kulturen moralisch fragwürdig sind, und beide geben für ihre Lebensziele sehr viel auf. Die Charaktere der beiden Protagonistinnen erhalten durch die Erzählweise von Tanja Kinkel noch mehr Tiefe wie dies durch eine Einzeldarstellung erreichbar wäre, insbesondere die Ambivalenz der beiden Figuren wird von der Autorin hervorragend ausgearbeitet. Auch die Nebenfiguren gestaltet Tanja Kinkel mit der notwendigen Aufmerksamkeit und viel Einfühlungsvermögen, so dass die wesentlichen Nebenfiguren, ob es Sympathieträger sind oder nicht, vor den Augen der LeserInnen lebendig werden, allen voran Ma Jing, Manduchais Erzieher und Vertrauter. Natürlich bedeutet dies für die Leser auch gelegentlich mit den Figuren leiden zu müssen. „Manduchai“ ist also nicht nur aufgrund der ungewöhnlichen Figuren und Handlungsorte, sondern vor allem wegen seiner Charakterzeichnungen ein außergewöhnliches Leseerlebnis.

Tanja Kinkel erzählt die Geschichte von Manduchai und Wan routiniert, in einer flüssigen, leicht lesbaren, gewählten Sprache, die niemals sperrig ist, und in der in den Dialogen auch Weisheit, Feinsinnigkeit, Humor und Ironie ihren Platz findet. Ihre Recherchen beziehen sich nicht nur auf Biographie und politische Verhältnisse der damaligen Zeit, sondern auch auf das Alltagsleben, Gebräuche und Kultur der Mongolen und Chinesen, die sie ausführlich, aber nicht ausschweifend beschreibt, ohne belehrend zu wirken. Die Geschichte selbst bietet mit Ränken, Intrigen, Verwicklungen und Wendungen des Schicksals Spannung und Dramatik, deren Spannungsbogen die Autorin geschickt bis zum Ende hoch hält.

Der Verlag hat den historischen Roman „Manduchai, die letzte Kriegerkönigin“ mit einem Nachwort der Autorin, in dem sie zwischen Fakten und Fiktion differenziert, einem Personenverzeichnis und einer Bibliographie herausgegeben.

Den ungewöhnlichen historischen Roman „Manduchai, die letzte Kriegerkönigin“ von Tanja Kinkel kann ich jedem weiterempfehlen, der spannende und informative historische Romane oder auch einfach gute Geschichten mit fesselnden Figuren gerne liest, und bereit ist, diese in ihren Facetten mit Aufmerksamkeit zu verfolgen. Ich warte gespannt auf Tanja Kinkels nächstes Projekt, und werde mich sicher darauf einlassen, egal wohin die Reise führt.


Das Rosenholzzimmer: Roman
Das Rosenholzzimmer: Roman
von Anna Romer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Genremix mit unausgeschöptem Potential - weniger wäre mehr gewesen, 28. Dezember 2014
Mit ihrem Debütroman „Das Rosenholzzimmer“ hat Anna Romer einen Roman vorgelegt, der nicht einfach einem Genre zuzuordnen ist. Die Mischung aus Familiengeschichte, –geheimnis und -drama, Krimi, „Love and Landscape“ und Mystery birgt viel Potential, das Anna Romer leider nicht ausgeschöpft hat.

Überraschend erbt Audrey Kepler von ihrem früheren Partner Tony ein verlassenes Anwesen im ländlichen Queensland. Ihre elfjährige Tochter Bronwyn überredet sie, anstatt das Haus zu verkaufen, dorthin zu ziehen, und so geben die beiden ihr Stadtleben in Melbourne auf und gehen nach Thornwood House bei der Gemeinde Magpie Creek in Queensland. Audrey findet dort ein altes Bild von Tonys Großvater, Samuel Riordan. Schnell stellen sich bei Audrey Träume von ihm, dem vorigen Besitzer von Thornwood House, ein. Audrey ist fasziniert von Tonys Großvater, und da ihr Tony nie viel von seiner Familie erzählt hatte, fängt sie an zu recherchieren. Samuel stand nach dem Ende des zweiten Weltkriegs in Verdacht, seine Verlobte ermordet zu haben. Mit Hilfe von alten Tagebüchern, aber auch Zeitzeugen recherchiert Audrey immer weiter, und findet heraus, dass es immer wieder unheimliche Todesfälle um Thornwood House gab, darunter auch Tonys Schwester Glenda. Audreys Träume intensivieren sich und sie fühlt sich zunehmend unwohl in Thornwood House, zumal in ihr der Gedanke reift, dass der Mörder von damals noch am Leben ist. Dennoch lässt sie nicht von der Aufklärung der Vergangenheit ab, und gerät so ins Visier des Mörders…

Mit Audrey Kepler und ihrer Tochter Bronwyn hat Anna Romer zwei Sympathieträger geschaffen, denen LeserInnen gerne folgen. Leider ist die Charakterzeichnung dieser Figuren eindimensional gehalten, was aber aufgrund der interessanten, auf drei Zeitebenen in flüssigem, einfachem Stil erzählten Geschichte durchaus vernachlässigbar ist. Dem Lesevergnügen deutlich abträglicher war für mich, dass die Charakterzeichnung auch wichtiger Nebenfiguren sehr oberflächlich gestaltet ist. Dies fiel für mich vor allem ins Gewicht, weil die Geschichte zwar spannend erzählt, aber sehr vorhersehbar ist, und noch dazu einige logische Brüche enthält. Insbesondere die enthaltene Liebesgeschichte ist sehr klischeebeladen. Mit dem Mystery-Teil des Romans konnte ich zunehmend weniger anfangen. Hat mich diese Facette des Romans im ersten Drittel kaum gestört, nahm dieser Anteil der Geschichte im Weiteren zu viel Raum ein, und wirkte trotz der beklemmenden Atmosphäre, die Anna Romer hervorrufen wollte, nicht glaubwürdig auf mich. Das Setting des Romans im australischen Outback ist ungewöhnlich und interessant, und wird von Anna Romer intensiv und liebevoll, manchmal etwas zu ausschweifend, beschrieben. Das temporeiche Finale des Romans enthält Actionszenen, die auf mich unrealistisch und damit unglaubwürdig wirkten.

Anna Romers Debütroman „Das Rosenholzzimmer“ ist ein genreübergreifender Roman mit Schmökerqualitäten, der im Kern eine interessante Geschichte enthält, die mich aber aufgrund der vielen erzählerischen Schwächen nicht überzeugen konnte. Anna Romer wollte mit ihrem Roman viel – vielleicht wäre weniger mehr gewesen.


Die Unbekannte: Thriller
Die Unbekannte: Thriller
von Peter Swanson
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Temporeicher "Noir"-Krimi mit Witz und überraschenden Wendungen, Story am seidenen Faden, 22. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Unbekannte: Thriller (Broschiert)
Auch wenn die Lektüre des Thrillers „Die Unbekannte“ von Peter Swanson schon eine Weile zurück liegt, habe ich sie noch in guter Erinnerung. In zwei Zeitebenen, die von Kapitel zu Kapitel wechselnd erzählt werden, enthüllt sich die Geschichte von George Foss und Liana Decter, seiner ersten Liebe. Liana, die Georges Hilfe sucht, weil sie von dubiosen Männern verfolgt wird, denen sie Geld entwendet hat, war schon in ihrer Jugend eine rätselhafte Person, die sogar von der Polizei gesucht wurde. Der Titel des amerikanischen Originals „A Girl with a Clock For a Heart“ deutet bereits darauf hin, dass die Femme fatale, Liana Decter, George immer nur Schwierigkeiten gebracht hat. Dennoch kann sich George erneut Lianas Wirkung auf ihn nicht entziehen und verstrickt sich in ein Netz aus doppelbödigen kriminellen Machenschaften.

Peter Swanson deckt in seinem Debütroman das Rätsel um Liana Decter sukzessive mit stetig steigender Spannung bis hin zu einem furiosen Finale auf. Leider hängt das logische Konstrukt der Geschichte an einem seidenen Faden. Als Leser fragt man sich immer wieder, weshalb sich George Foss trotz der Ereignisse der Vergangenheit und des Wissens, dass er sich besser von ihr fern halten sollte, erneut auf Liana Decter einlässt, was logisch nicht nachvollziehbar bzw. erklärbar ist. Gelingt es, dies zu vernachlässigen, wird man von einem flüssig und temporeich erzählten, raffinierten und spannenden „Film noir“ mit Doppelbödigkeiten, Rätseln, Intrigen, Witz und plötzlichen Wendungen überrascht, der in einem actionreichen Finale gipfelt, in dem sich dem Leser erst das gesamte Bild zeigt. Mir hat Peter Swansons Krimi „Die Unbekannte“ trotz seines Mangels so gut gefallen, dass ich einen weiteren Roman des Autors sicher lesen werde, und den Roman den Lesern empfehlen kann, die an der schrittweisen Enthüllung eines Rätsels Freude haben. Ich bewerte "Die Unbekannte" mit 3,5 Amazon-Sternen.


Der Garten über dem Meer: Roman
Der Garten über dem Meer: Roman
von Jane Corry
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

2.0 von 5 Sternen Unterhaltsames Familiendrama auf zwei Zeitebenen mit leider eindimensionaler Charakterzeichnung und vielen Klischees, 16. November 2014
Auf der Suche nach leichter Entspannungslektüre las ich den Roman „Der Garten über dem Meer“ von Jane Corry, den ich vor einiger Zeit geschenkt bekommen hatte. Die Geschichte um ein Familiengeheimnis vor der Kulisse Devons versprach unangestrengte, aber dennoch spannende Unterhaltung. In der Tat ist die Geschichte um Mary Rose Marchmont, die im 19. Jahrhundert aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände unschuldig verurteilt wird, dramatisch, tragisch und nicht allzu sehr vorhersehbar und gibt Einblick in verschiedene Facetten der viktorianischen Gesellschaft, auch in Mißstände der damaligen Zeit.

Was mir die Lektüre allerdings schwer machte, ist die Eindimensionalität sämtlicher Charaktere. Ob in der Vergangenheit oder in der Gegenwart sind alle männlichen Protagonisten schwache Charaktere, denen es nicht gelingt, familiäre Konflikte aufzulösen, und denen es an emotionaler Intelligenz und Durchsetzungsvermögen mangelt. So steht Mary Roses Vater nicht hinter seiner Tochter, mit der er über Jahre ein enges, vertrauensvolles Verhältnis aufgebaut hat, und Charles, Lauras Ehemann, gebietet seinen Töchtern keinen Einhalt bei ihren Versuchen, seine neue Beziehung zu Laura zu sabotieren. Die weiblichen Charaktere sind zwar durchweg starke Persönlichkeiten, bleiben aber dennoch eindimensional, weil sie entweder gut oder böse ausgestaltet sind. Leider überspitzt die Autorin zudem teilweise die Ausgestaltung ihrer Charaktere. Laura erscheint mir in ihrer Hysterie in einigen Sequenzen vollkommen unglaubwürdig.

Abgesehen von der Einfachheit der Charakterzeichnung spart Jane Corry nicht in der Verwendung von Klischees und kitschigen Elementen. Der angenehm flüssige Erzählstil und der gut aufgebaute Spannungsbogen mit nur wenigen Längen konnten für mich die Defizite des Romans, den ich aber immerhin fertig gelesen habe, nicht aufwiegen.

Wer eine unterhaltsame, dramatische Familiensaga mit Familiengeheimnissen auf zwei Zeitebenen sucht, und kein Problem mit eindimensionalen Charakterzeichnungen und klischeehaften Szenen hat, wird mit Jane Corrys Roman „Der Garten über dem Meer“ einige schöne Stunden verleben können.


Die stille Frau: Roman
Die stille Frau: Roman
Preis: EUR 11,99

4.0 von 5 Sternen Elegant geschriebener Psychothriller mit Mängeln, 31. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Die stille Frau: Roman (Kindle Edition)
Jodi Brett und Todd Gilbert führen nach klassischem Rollenmodell eine nach außen hin perfekte Beziehung: er, der erfolgreiche Bauträger, sie, die gut aussehende, Teilzeit arbeitende Psychotherapeutin, die ihren Partner perfekt umsorgt. Gemeinsam mit ihrem Golden Retriever Freud führen sie ein ruhiges, angenehmes Leben in einer luxuriösen Stadtwohnung in Chicago und gönnen sich exklusive Kleidung und Nahrung. Hinter der Fassade sieht es anders aus. Todd ist ein notorischer Fremdgänger und Jodi gibt vor, nichts davon zu merken, rächt sich aber mit kleinen Racheakten, die von Todd jedoch nicht ihr zugeschrieben werden. So könnte es noch Jahre weiter gehen. Bis Todd nach einer depressiven Phase eine Affäre mit der Tochter seines Freundes beginnt, die nach kurzer Zeit ein Kind von ihm erwartet…

A. S. A. Harrison erzählt die aus zwei Teilen bestehende Geschichte von Jodi und Todd aus beider Sicht, daher ist jedes Kapitel jeweils einer Perspektive gewidmet. Bereits im ersten Kapitel, das Jodis Perspektive beleuchtet, eröffnet die Autorin, wohin sich die Geschichte von Jodi und Todd entwickeln wird und weshalb: „Mit fünfundvierzig Jahren sieht Jodi sich immer noch als junge Frau. Ihr Blick ist nicht so sehr auf die Zukunft gerichtet, sie lebt vielmehr im Moment und konzentriert sich auf ihren Alltag. Ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, geht sie davon aus, dass das Leben einfach auf unbestimmte Zeit so weiterlaufen wird: nicht perfekt, aber völlig akzeptabel. Mit anderen Worten, sie ist sich absolut nicht der Tatsache bewusst, dass sie sich gerade auf dem Höhepunkt befindet und ihre jugendliche Unverwüstlichkeit – die ihre zwanzigjährige Ehe mit Todd Gilbert langsam erschöpft hat – dem endgültigen Verfall entgegensteuert und dass ihre Vorstellung davon, wer sie ist und wie sie sich zu verhalten hat, sehr viel instabiler ist, als sie es bisher vermutet hat. Denn es wird nur noch wenige Monate dauern, bis sie zur Mörderin wird.“

Nach diesem Auftakt entwickelt sich die Geschichte stetig, aber langsam, da A. S. A. Harrison bzw. ihr allwissender Erzähler sich intensiv mit den handelnden Personen, ihren Motivationen, Gedanken und Gefühlen beschäftigt. Trotz des nüchternen, distanzierten Erzählstils entfaltet die Geschichte von Jodi und Todd eine Sogwirkung, die man sich allerdings nicht wie bei einem Psychothriller vorstellen darf. Ich würde den Roman eher als psychologischen Krimi bezeichnen, da die Stärke des Romans für mich in der Ausgestaltung der Charaktere liegt, die beide ihre Abgründe und ihre emotionalen Probleme haben, aber nicht in der Lage sind, diese in kohärente Gedanken zu bringen, ganz zu schweigen davon, sie zu thematisieren und miteinander zu kommunizieren. Neben der Ausgestaltung der Charaktere faszinierte mich, wie sich die Geschichte zu ihrem Höhepunkt entwickeln würde, und so habe ich den Roman „Die stille Frau“ nahezu in einem Zug gelesen.

Im Nachhinein gibt es dennoch einige Punkte zu bemängeln. Trotz der vorstehend zitierten Haltung Jodis, ist es für mich nicht nachvollziehbar, dass einer intelligenten Frau mit akademischer Bildung nicht klar ist, welche Risiken sie eingeht, unverheiratet ihr Leben vollständig auf den Partner abzustellen. Des Weiteren erscheint der Vorschlag von Jodis Freundin Alison, wie die Probleme aus dem Weg geräumt werden könnten, als sehr unglaubwürdig, und Jodis Zustimmung im Vergleich zu ihrer sonstigen Darstellung als vollkommen unreflektiert. Trotz seiner Mängel hat mich der elegant geschriebene psychologische Roman „Die stille Frau“ von A. S. A. Harrison sehr gut unterhalten, daher bewerte ich den Roman mit 3,5 Amazon-Sternen.


Sturmvogel: Die Rosenkriege 1 - Roman
Sturmvogel: Die Rosenkriege 1 - Roman
von Conn Iggulden
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Trotz einiger Schwächen ein unterhaltender historischer Roman mit Schwerpunkt auf militärischen Auseinandersetzungen, 31. August 2014
Mit seinem historischen Roman „Die Rosenkriege – Sturmvogel“ legt Conn Iggulden den ersten Band einer Serie um die Rosenkriege vor und zeigt dabei, dass seine Liebe nicht nur lesend sondern auch erzählend den historischen Kriegsromanen gilt. In „Sturmvogel“ stellt der Autor die wesentlichen Ereignisse im Vorfeld der Rosenkriege dar. Bereits im Prolog, in dem der sterbende König Edward seine noch lebenden Söhne um sich versammelt, zeigt sich, welche schwierige Konstellation für die spätere Thronfolge besteht, die in der Folge zu den dreißig Jahre währenden Rosenkriegen führt.

Der 1421 gekrönte Henry VI., das Lamm genannt, verfügt nicht über die Fähigkeiten seines Vaters, der mit seinen militärischen Erfolgen die englischen Besitzungen wieder deutlich ausdehnen konnte. Henry VI. muss sich mit französischem Widerstand und dem Verlust von wichtigen Bündnispartnern auseinandersetzen. Seine Heirat mit Margaret von Anjou geht einher mit dem Frieden von Tours, in dem ein Waffenstillstand im Gegenzug zum Verzicht auf die Gebiete Anjou und Maine abgesichert wird. Diese Klausel wird nicht nur vom englischen Hof sondern auch vom Volk schlecht aufgenommen. Militärische Misserfolge und ein Bauernaufstand sind die Folge.

Conn Iggulden stellt die militärischen Ereignisse in den Gebieten Maine und Normandie und den Bauernaufstand um Jack Cade in den Vordergrund des ersten Bands um die Rosenkriege. Dabei wird das auf seiner Homepage von ihm geäußerte Faible für Autoren wie Patrick O’Brien, Bernard Cornwell, C. S. Forester etc. sehr deutlich, so werden mit der Figur des Bogenschützen Thomas Woodchurch Erinnerungen an die Bogenschützen-Trilogie von Bernard Cornwell wach, Derry Brewer, Günstling und Berater des Königs, weckt teilweise Gedanken an Abenteuerhelden. Der Fokus auf die militärischen Ereignisse bedingt, dass Cornwell mehrere Handlungsstränge in seinem Roman verfolgen muss, und demzufolge etliche fiktive Charaktere einführt, die für diese Handlungsstränge wichtig sind. Daher gibt es keinen Helden, dem man durchgängig folgen kann. Die diversen Handlungsstränge ermöglichen es jedoch den Lesern, Einblicke in unterschiedliche Regionen, Ereignisse und Lebenssituationen zu erhalten. Bei fiktiven wie historisch verbürgten Charakteren versteht es Iggulden, Motive differenziert darzustellen, Sympathien zu schaffen und sie gelegentlich mit Humor auszustatten. Zusammen mit einer flüssigen, leicht lesbaren, leider etwas zu modernen Sprache führt dies zu einem hohen Unterhaltungswert.

Meinen Anspruch an historische Genauigkeit erfüllt Conn Iggulden leider nicht. In einem ausführlichen Nachwort differenziert Conn Iggulden zwar zwischen Fakten und Fiktion und erläutert, weshalb er sich einige schriftstellerische Freiheiten erlaubt hat, allerdings sind diese meines Erachtens für Handlung und Aussage so nicht erforderlich. So begegnen sich z. B. zwei Personen, die sich in Realität nie zu diesem Zeitpunkt begegnen konnten, weil einer davon bereits Jahre zuvor verstorben war.

Der historische Roman „Die Rosenkriege – Sturmvogel“ ist mit umfangreichem Zusatzmaterial ausgestattet: mehrere Karten, Stammbäume, Personenverzeichnis und das Nachwort des Autors erleichtern es den Lesern, in das Geschehen einzutauchen. Lediglich zeitliche Zuordnungen habe ich bei der Lektüre vermisst.
Trotz seiner Schwächen hat mich die Lektüre des historischen Romans „Die Rosenkriege – Sturmvogel“ von Conn Iggulden sehr gut unterhalten und mir neue Facetten rund um die Rosenkriege beleuchtet. Daher werde ich sicher auch den nächsten Band lesen, der im Herbst 2014 mit dem Untertitel „Trinity“ im englischen Original erscheint.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 1, 2014 11:27 PM MEST


Das Tiefland
Das Tiefland
von Jhumpa Lahiri
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckender, nachhaltiger literarischer historischer Roman und Familiendrama, 29. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Tiefland (Gebundene Ausgabe)
Ende der vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts wachsen die Brüder Subhash und Udayan Mitra in einem Vorort von Kalkutta am Rande eines von Wasserhyazinthen bewachsenen, zur Monsunzeit überschwemmten Tieflands auf. Trotz ihrer Unterschiedlichkeit haben die Brüder eine sehr enge Beziehung, die auch nach ihrer Jugend anhält. Gemeinsam haben sie einen starken Wissensdrang, der sich später insbesondere auf die Gebiete der Technik, der Naturwissenschaft und der Politik fokussiert. Der eher pflicht- und verantwortungsbewusste Subhash entscheidet sich mittels eines Stipendiums seine Studien in den USA, Rhode Islands, fortzusetzen, und entzieht sich damit den politischen Unruhen im Westbengalen der sechziger Jahre, aber auch dem Traditionsdenken seiner indischen Familie. Sein Bruder Udayan engagiert sich für seine Überzeugungen und das Ziel, Westbengalen zu verändern. Er schließt sich einer Gruppe der marxistisch-leninistischen Rebellen, den Naxaliten, an, und risikiert für seine politischen Träume sein Leben. Als Subhash von seinen Eltern dringlich nach Kalkuatta zurückgerufen wird, erfährt er, was seinem Bruder im Tiefland widerfahren ist, und zu welchen seelischen Verletzungen dies bei seinen Eltern und bei Udayans junger, schwangerer Frau geführt hat. Subhash trifft eine Entscheidung, die das Leben aller Familienmitglieder dramatisch verändert und auf Generationen hinaus prägen wird, unabhängig davon, auf welchem Kontinent diese Leben.

Der Klappentext des Romans „Das Tiefland“ von Jumpha Lahiri besagt, daß es sich um ein mitreißendes familiäres Drama über Kontinente und Generationen handelt. Trotz der dramatischen Ereignisse im Leben von Udayan und Subhash Mitra habe ich den Roman eher als bittersüße, melancholische Ballade empfunden, was zum Einen am Verlauf der Geschichte nach den dramatischen Ereignissen und deren Einfluss auf die diversen Familienmitgliedern liegt, zum Anderen am Erzählstil der Autorin.

Jhumpa Lahiri erzählt die Geschichte von Udayan und Subash Mitra und ihren Familienangehörigen in einer präzisen, nuancierten, aber stets etwas distanziert wirkenden, nüchternen Sprache. Dies bewirkte bei mir, daß die Bilder, die in meinem Kopf entstanden, nie in Hochglanz sondern stets matt wahrnehmbar waren, obwohl die Charaktere klar umrissen, plastisch und lebhaft wurden. Dennoch habe ich „Das Tiefland“ mit großer Faszination nahezu in einem Zug gelesen. Jumpha Lahiri gelingt mit ihrem Erzählstil das Kunststück, mit der Naxalitenbewegung ein historisches mir bisher nicht bekanntes Ereignis mit den Themen Generationenkonflikt, Migrationsschwierigkeiten und persönlichen, intimen Fragestellungen zu Verlust, Liebe und Tod so geschickt miteinander zu verweben, daß der Roman trotz der Themenvielfalt nicht überfrachtet wirkt. Die Autorin läßt die Motive und Auslöser der Handlungen ihrer Hauptfiguren bei deren Suche nach neuen Lebensentwürfen in den USA transparent, manchmal fast schmerzlich klar werden.

„Das Tiefland“ von Jhumpa Lahiri, Geschichte einer bengalischen Familie und ihrer in die USA ausgewanderten Nachfahren über vier Generationen, war für mich ein beeindruckendes, nachhaltiges, literarisches Leseerlebnis, das ich sowohl Lesern von historischen Romanen, Familiendramen, als auch Indieninteressierten und Lesern zeitgenössischer Literatur empfehlen kann. Für mich kein Wunder, dass es zur Shortlist des Man Booker Prize 2013 gehört.


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