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Beiträge von nightingale
Top-Rezensenten Rang: 3.259
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Rezensionen verfasst von nightingale
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5.0 von 5 Sternen
Ein fulminantes, unterhaltsames Disaster, 20. März 2013
Der Plot… Die neue Abby Abernathy ist ein gutes Mädchen. Sie trinkt oder flucht nicht und hat gute Noten. Die neue Abby trägt mit Vorliebe Perlenohrringe und hat eine entsprechende Anzahl von Strickjacken in ihrem Kleiderschrank. Sie glaubt, dass sie mit dem Neubeginn an der Eastern University weit genug weg ist von ihrer dunklen Vergangenheit. Doch dann trifft sie auf ihn, Travis ‘Mad Dog’ Maddox. Er ist Sex auf zwei Beinen, tätowiert, traumhaft gebaut und hat einen entsprechenden Ruf. Jeder weiß, dass Travis sie alle kriegt…und das er legendäre Fausthiebe verteilt. Er verbringt seine Nächte damit Geld im Kampfring zu verdienen, und seine Tage als der ultimative Abschlepper. Entgegen Travis kleinen Avancen Abby gegenüber, bleibt sie stark und entwickelt so etwas wie Pseudohass. Doch das hält nicht lang. Daher versuchen sie es zur Abwechslung mit Freundschaft. Denn Travis ist fasziniert von diesem Mädchen, dass allem Anschein nach komplett gegen ihn imun ist. Doch eines Tages wendet sich mit einer Wette das Blatt. Gewinnt Travis den Kampf gegen einen starken Gegner, muss Abby einen Monat lang zu ihm ziehen. Verliert er, muss er gänzlich auf Sex verzichten. Die Frage hier ist demnach nicht nur, wer am Ende als Sieger aus dem Ring steigt. Abby und Travis entfachen ein irres Disaster. Meiner Ansicht nach… Mich verfolgte das Cover zu “Beautiful Disaster” in den letzten Monaten oft, habe mir jedoch nie die Mühe gemacht die Kurzbeschreibung zum Buch zu lesen. Während ich vor kurzem merkte, dass mich ein anderes Buch stimmungstechnisch nicht so sehr für sich gewinnen konnte, wurde mir wieder Jamie McGuires Buch empfohlen. Spontan lud ich es auf meinen Kindle und begann zu lesen. Das Gefühl für eine Contemporary Romance Geschichte war da und ich hatte richtig Lust drauf. In meinem Leseverhalten spielte sich das auch wieder. Noch nicht mal zwei Tage später las ich den letzten Satz. Mit einer niedrigen Erwaltungshaltung dieses Buch zu lesen, ist wohl das Beste was man tun kann. Der Überraschungseffekt haut einen nämlich buchstäblich aus den Socken. Ja, “Beautiful Disaster” setzt Süchte frei. Es ist kaum möglich aufzuhören. Aber was ist dran an der Geschichte um das zunächst unscheinbar wirkende Mädchen Abby und dem Adones Travis? Der Titel ist Program, passt wie Travis’ Faust auf sein gegnerisches Auge. Zu Beginn dachte ich noch, dass nur einer Person der Buchtitel zuzuschreiben ist. Nämlich Travis und seinem Hang zu brutalen Kämpfen und hemmungslosen One-Night-Stands. Doch schon bald zeigt sich, dass Abbys Strickjacken und verklemmtes Verhalten falsche Maskerade sind. Diese Frau ist nur minimal weniger beschränkt wie ihr kämpferisches Gegenüber. Beginnen tut alles damit, dass er ihre Strickjacke mit dem Blut seines k.o. geschlagenen Gegners vollsaut. Am nächsten Tag treffen sie sich auf neutralem Uni-Gelände wieder und Abby beschließt, Travis nicht zu mögen. Wie laaaangweilig…DENKSTE! Es folgen Wortgefechte zwischen Travis und seinem auserwählten ‘Pigeon’ (Täubchen). Sie bringen die örtliche Gerüchteküche nicht nur zum brodeln, sondern lassen – laut dem gesamten Uni-Campus – angeblich nichts anbrennen. Doch eine Wette bringt die zwei Kampfhähne zunächst freundschaftlich zusammen. Die Karten werden neu gemischt. Während Travis sich zum ersten Mal bei einer Frau wohl fühlen kann ohne deren BH-Verschluss zu öffnen, merkt Abby das mehr in Travis steckt. Doch diese beiden sind Naturgewalten, die sich nicht unter Kontrolle kriegen lassen. Und wenn Gefühle dazwischen kommen, ist die Katastrophe ganz groß. Es ist in Bezug auf dieses Buch wahrlich keine Übertreibung. Mit Abby und Travis hat man seinen eigenen Kampf auszutragen. Sie können nicht miteinander und ohne einander schon mal erst recht nicht. Der Leser bekommt das auf jeder Seite aufs Schärfste um die Ohren geschlagen. Aber was für ein Genuss es für mich war, diese Geschichte zu lesen. Ich mochte den Erzählstil – trotz des ruppigen Jargons – unglaublich gern. Dabei war daran noch nichts mal außergewöhnliches. Die Geschichte ist furchtbar einfach gestrickt, aber Jamie McGuires Figuren gingen mir unter die Haut. Sie setzten mein Herz in Flammen. Gut, das Ende war doch ‘over the top’, aber es passte perfekt zu diesen Figuren. In manchen Fällen kann es halt auch nach hinten losgehen. Jamie McGuire hat es oftmals mit Travis und Abby überspannt, aber es war bemerkenswert glaubhaft und ich konnte trotzdem nicht genug kriegen. Entsprechend neugierig bin ich auf das zweite Buch “Walking Disaster”, welches im April erscheint und aus Travis’ Sicht geschrieben ist. Fazit… Von Seite 1 bis zum Ende des Epilogs ist dieses Buch eine Achterbahn der Gefühle. Umwerfend, zum Haare raufen, mit vielen ‘Wtf’-Momenten im Kopf. Kurzum: ein fulminales Disaster! Die Charaktere trieben mich ÜBER den Rand des Wahnsinns und haben mich ausgesaugt. Toll! Wer Bad-Boy Geschichten mit einigen abgeschmakten Sprüchen mag, wird “Beautiful Disaster” verschlingen. Guarenteed, Pidge!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Zwei die sich gegenseitig in den Wahnsinn treiben! Amüsant!, 23. Januar 2013
Der Plot… Michael Lee ist der Star der Schule, Schülersprecher, Vorsitzender des Debattierclubs, Streber vom Dienst, zu allen nett sowie der perfekte Sohn. Und Michael sieht in seinen Markenklamotten stets gut aus…verdammt gut. Jeane Smith hingegen lebt auf der dorkigen Seite. Als Freak wie er im Buche steht, liebt sie ihre Omaklamotten vom Flohmarkt, die bunten Strumpfhosen, die immer wechselnden Haarfarben und ernährt sich von Haribos. Sie ist der Außenseiter an ihrer Schule. Jeane ist der Loser, der es genießt jeden runter zu putzen (sogar die Lehrer). Alle sind unter ihrem Niveau. Und was das Bemerkenswerteste ist? Sie setzt Trends. Allerdings nicht in ihrer Schule. Ihr Blog ‘Adorkable’ ist der Hit im Worldwide Web. Auf Twitter folgen ihr eine halbe Million Menschen, sie schreibt als ‘Stimme der Dorks’ Artikel für die etabliertesten Zeitungen und Magazine, und hält Vorträge von London bis Asien. Du willst deinen inneren Freak rauslassen? Jeane Smith und ‘Adorkable’ sind dein Tourguide. Diese beiden Teenager sind ganz klar wie Tag und Nacht, Feuer und Wasser, wie Hund und Katze. Und wie Letztere bekriegen sie sich auch, FALLS sie sich mal begegnen. Doch was Jeane nicht weiß ist, dass Michael sich mehr wünscht als eine oberflächliche blonde Freundin mit der er über nichts reden kann. Sie weiß nichts von den Träumen des arroganten Schönlings, die so garnichts mit den Plänen seiner Eltern für ihn zutun haben. Bis es eines Tages, nach dem Ende ihrer jeweiligen Beziehungen, zum Eklat kommt: sie küssen sich…und können nicht mehr aufhören! Michael und Jeane sind sich zum ersten Mal einig, dass niemand davon erfahren darf. Weil die beiden sich hassen obwohl sie es lieben sich zu küssen. Der Anfang einer ‘adorkable’ Liebe? Meiner Ansicht nach… Eigentlich interessieren mich Geschichten a la Außenseiter-trifft-auf-den-Star-der-Schule-und-sie-verlieben-sich nicht besonders. Es sind in der Regel eh immer die gleichen Kamellen ohne viel Pfiff. Warum also nahm ich mir so ein Buch wie “Adorkable” vor? Der Plot las sich zeitgemäß und ich war neugierig auf die Persönlichkeit von Protagonistin Jeane Smith. Zum Charakter von Jeane könnte ich weit ausholen, sehr weit. Autorin Sarra Manning hat sich bei der Ausarbeitung jedenfalls sehr ins Zeug gelegt. Sie war darauf bedacht, den Leser von “Adorkable” in Rage zu versetzen und Tränen vor Lachen in die Augen zu zaubern. Doch ist ihr das gelungen? Das Wort >anspruchsvoll< ist in Bezug auf Blogging Queen Jeane Smith noch die Untertreibung des Jahrtausend. Alles an ihr ist zu viel. Ihr Aussehen und Auftreten stressen jeden an ihrer Schule. Was ihr entsprechend wenig Freunde dort einbringt. Doch das stört Jeane nicht im geringsten. Ganz im Gegenteil. Ihre Mitschüler sind ihr alle Zuwider mit ihren Leben vollgestopft von Kommerz und Oberflächlichkeit. Jeane führt einen Krieg gegen diese ‘Spezies’. Ihre Waffe trägt den Titel ‘Adorkable’ und heimst ihr - glaubt es oder nicht - Ruhm und Bewunderung ein. Sie scharrt eine ganze Nation von Freaks und Dorks um sich. Obwohl sie viele Menschen gerne würgen möchten und sie gleichzeitig im www geliebt wird, hat Jeane tatsächlich sowas wie einen Freund. Sein Name ist Barney und nun ja…er ist eigentlich scharf auf Michaels Freundin Scarlett. Da bekam ich fast Mitleid. Doch zu 95% war Jeane für mich einfach eine Warze am A…uge. Ich wollte dieses besserwisserische, schlechtangezogene Mädchen oft schlagen….sehr oft. Nun denkt ihr, warum ich so wenig Verständnis habe. Glaubt mir, ich ließ mich oft milde stimmen. Doch dann war sie wieder so unverschämt, dass mir die Kinnlade auf den Kindle plumste. Unterhaltung pur! Und Michael? Nun, der ist die Arroganz in Person. Es wird ihm aber verziehen, weil er einfach zu schön anzusehen ist. Überhaupt ist alles in seinem Leben schön und perfekt. Das Paradebeispiel eines Strebers mit Sexappeal. Perfekte Noten, perfekte Eltern und kleine süße Zwillingsschwestern. Und natürlich hat er noch seine blonde, wortkarge Freundin Scarlett. Die steht aber neuerdings eher darauf sich von Jeane’s Freund Barney Nachhilfe geben zu lassen. Und ehe sich Michael versieht, ist Scarlett weg. Schuld daran ist natürlich Jeane. Es folgen Hasstiraden, erdolchende Wortgefechte und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, wilde Knutschereien zwischen den beiden. Also vollkommen unrealistisch, überdreht und sehr witzig. Ja, so liest sich “Adorkable” auf jeder einzelnen Buchseite. Beide Protagonisten treiben sich und den Leser an den Rand des Wahnsinns. Man will nicht weiterlesen, kann aber nicht aufhören weil Jeane und Michael pures Entertainment bescheren. Diese beiden passen einfach nicht zusammen. Da gibt es kein Wenn und kein Aber. Doch ihre Streitereien sind ein Genuss. Möchte man “Adorkable” lesen, so sollte man ganz viel Verständnis für Michael und vor allem Jeane aufbringen. In wechselnden Kapitel gewährt die Autorin Einblicke in die Leben der beiden. Es gab Momente in denen ich mich fragte, ob ich sie noch aushalten könnte. Doch im nächsten Absatz wurde ich vor Lachen so geschüttelt, dass ich einfach weiterlesen MUSSTE. Und wenn man wirklich dranbleibt, findet man heraus wieso Jeane so ist wie sie ist. Man findet nicht nur großmäulige Frotzeleien sondern eine gewisse Tiefe. Fazit… Dräma, Dräma, Dräma!! Vorhang auf für “Adorkable”! Diese (Liebes-)Geschichte ist herrlich kompliziert und alles andere als 08/15. Mit dem speziellen Humor läßt Sarra Manning ihre Charaktere äußerst lebendig erscheinen. “Adorkable” ist bestimmt nicht jedermanns Geschmack, aber ein vergnügliches Lesevernügen ist es für mich – trotz der reichlich nervigen Protagonisten – gewesen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Zwischen Ruhm und Schatten, 21. Dezember 2012
Der Plot... Parker Cale ist Hollywoods größter Jungstar, das Gesicht des Magiers Phoenix aus den »Glamour«-Filmen. Er hat alles, was sich jemand nur erträumen kann. Doch am Premierentag seines neuen Films bricht Parker vor den Augen der Öffentlichkeit zusammen. Sein Leben im Fokus der Medien und unter der Fuchtel seines erfolgsgierigen Vaters, ist Parker zuwider geworden. Ash hingegen hat nichts. Sie ist eine »Unsichtbare«, getrieben von der Angst und ohne Wohnsitz, immer unterwegs. Ihr Plan: sich als Angestellte eines Londoner Luxushotels in die Suite von Parker einzuschleichen und ihn um ein paar Scheinchen zu erleichtern. Doch das Glück ist an diesem Tag nicht auf ihrer Seite, denn Parker erwischt Ash. Aus ihrer Not nicht von ihm an die Polizei verpfiffen zu werden, zieht Parker seinen Nutzen. Er will mit ihrem Know-how durch eine Hintertür und so den Fans und Paparazzi entwischen. Doch es ist nicht nur Parkers psyschische Abhängigkeit von Ruhm und Aufmerksamkeit, die Ash stutzig werden lässt. Ihre gemeinsame Flucht führt sie durch Frankreich an die Côte d'Azur. Gnadenlos gejagt von einer dämonischen Macht. Meiner Ansicht nach... Bereits nachdem ich mein letztes Jugendbuch von Kai Meyer beendet hatte (es war "Arkadien fällt"), wollte ich zu einer neuen Geschichte des Autors greifen. Doch wenn man Geschichten erzählt, wie Kai Meyer es tut, dann müssen sich die Leser nun einmal in Geduld üben. Und sooo lange mussten wir auf "Asche und Phönix" - einem Einzelband - garnicht warten. Viel konnte ich mir beim ersten Lesen des Klappentextes nicht vorstellen. Da wurde die Stirn gerunzelt und das Wort "kryptisch" spukte mir durch den Kopf. Sicher war das auch so geplant vom Autor und Verlag. Und ganz sicher hat dieser kryptische Klappentext sowie der wirklich tolle Buchtrailer seine Wirkung nicht verfehlt. Nach einiger Warterei - aus meinem Twitter Umfeld hatten derweil viele "Asche und Phönix" gelesen - wurde auch im Nest das Buch aufgeschlagen. Bereits der Prolog peitschte mir Schauer über den Rücken. Es folgte der >Erste Akt< (von insgesamt drei) und somit die Vorstellung der beiden Hauptfiguren des Stückes; Ash und Parker. Eine Kleinkriminelle trifft auf den größten Jungschauspieler der Welt. Da ist Ärger vorprogrammiert. Doch es ist weniger Ash, die Angst haben muss hinter schwedischen Gardinen zu landen, weil sie von Parker beim klauen erwischt wurde. Nein, Parker bittet die Heimatlose sogar um Hilfe, der Presse, Groupies und dem Vater zu entkommen. Alltägliche Probleme eines vom Ruhm verwöhnten Typen, der plötzlich aus dem goldenen Käfig ausbrechen will? Ash muss schon bald ihre Vorurteile zurückstellen und sehen, dass Parker mächtig in der Klemme steckt. So flüchtet sie mit ihm überstürzt von London nach Frankreich. Parkers innere und äußere Dämonen jedoch lassen sich nicht so einfach abschütteln. Es beginnt eine Jagd, die keine Erlösung zu bringen scheint. Kai Meyer schuf mit Ash und Parker zwei gegensätzliche Persönlichkeiten. Ash wurde in ihrer Kindheit fortwährend von einer zur nächsten Pflegefamilie geschoben und ist seit vielen Jahren auf sich selbst gestellt ist. Sie gibt sich unsichtbar für ihre Umwelt, was sich für Diebstähle und Hausbesetzungen bisher ausbezahlte. Parker hingegen wuchs in großem Reichtum bei seinem erfolgsbessenen Vater Royden Cale auf. Seither schwebt Parker zwischen dem eigenen Geltungsdrang und gleichzeitig Hass auf die Maschinerie Hollywoods, und was sein Vater von ihm abverlangt. Dieser hat vor vielen Jahren aus Habgier einen Handel abgeschlossen. Der >Handelsmann< lässt sich und seinen Diener jedoch so leicht nicht ausboten. Obwohl Ash und Parker auf den ersten und zweiten Blick nicht zusammen gehören sollten, tun sie es in vielerei Hinsicht dennoch. Es war für mich faszinierend zu sehen, wie schnell sie nicht nur in den extremen Situationen miteinander funktionierten. Auch wie wenig sie nach einiger Zeit ohne einander auszukommen schienen. Obwohl sie sich erst so kurz kennen, können sie die Stimmungen des Anderen anhand von Gesten bemerkenswert gut erkennen und nachvollziehen. Der Schreibstil Kai Meyers ist in kurze Kapitel gewohnt fesselnd und reich an bildlichen Schilderungen gefasst. Der phantastische Aspekt ist verwoben mit der Realität. Die Geschichte wurde aufgrund des Auftretens einiger skuriller, gefährlicher Figuren mit einer Stimmung erzählt, die zum zerreißen war. Das Ende ließ mich hingegen mit der Stirn runzeln, denn hierbei hatte ich auf einmal das Gefühl, einige Szenen zuvor übersprungen zu haben. Im nachhinein glaube ich jedoch, dass der Autor das Ende vorsätzlich mit einem >Fragezeichen-auf-der-Stirn-Moment< gewählt hat. Fazit... Kai Meyers neues Jugendbuch "Asche und Phönix" bietet gewohnt detailverliebte Schilderungen, die den Leser nach Frankreich entführen. Neben der fiktionalen, fantastischen Einflüsse ist dem Buch vor allem auch eine sehr realistische Message zu entnehmen. Jeder Pakt, mit wem oder was auch immer, zieht einen Preis mit sich der früher oder später gezahlt werden muss. Die Geschichte wirft seine Spotlights nicht nur auf Parker Cole und Ash sondern auch auf skrupellose Journalisten, Paparazzi, fanatische Groupies und schattenhafte Figuren. Man begegnet Charakteren, berühmt und unbekannt, die sich zwischen Blitzlicht und Dunkelheit bewegen. Figuren, die sich ihren ganz eigenen (krankhaften) Süchten hingeben wollen egal woher sie diese beziehen.
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Every Day
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von David Levithan Gebundene Ausgabe |
| Preis: EUR 11,95 |
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Ein anderer, guter Levithan Roman. Merken!, 21. Dezember 2012
Der Plot... >A< ist nicht wie du und ich. Unsere Seele gehört zu unserem Körper. Ein ganzes Leben lang. Doch für >A< gab es das nie. Seit dem Tag seiner/ihrer Geburt, wechselte die Seele immer wieder den Körper. Sei es einen weiblichen oder männlichen Körper. An jedem einzelnen von A's Tagen leiht sich seine Seele einen x-beliebigen Menschen. >A< hat daher keine eigenen Freunde. Keine eigenen Eltern. Keine eigene Familie. Keine Besitztümer. Noch nicht einmal ein Zuhause. >A< ist in der Lage, die Erinnerung jeder Person aufzugreifen. >A< ist in der Lage, durch den Tag zu kommen ohne das Eltern, Freunde und Lehrer realisieren, dass A nicht ihr Kind, nicht ihr Freund, nicht ihr Schüler ist. >A< sieht die Welt durch ihre Augen. Denkt mit ihrem Gehirn. Ist im Gespräch mit ihren Stimmen. Darf jedoch niemals in die Leben dieser Menschen durch unüberlegtes Handeln oder Auffallen eingreifen. Und niemals kann >A< die gleiche Person zweimal sein. An einem ganz normalen Tag wacht >A< im Körper von Justin auf. Durch ihn trifft >A< auf Rhiannon, dessen Freundin. Von einem Moment auf den nächsten gerät dieses einsame Leben, dass >A< fristet außer Kontrolle. Ein perfekter Tag mit Rhiannon geht rasch vorbei. Doch die Erinnerung an sie bleibt. Rhiannon wird eine der Gründe zum Weiterbestehen. Und DER Grund, weshalb >A< beginnt leichtsinniger zu werden. Durch den Drang dieses Mädchen wiederzusehen, begibt >A< sich mit zukünftig geliehenen Körpern immer wieder in ihre Nähe. Doch wie lange kann das wirklich gut gehen? Bleibt er unerkannt? Und hat diese Liebe überhaupt eine Chance? Meiner Ansicht nach... Unglaublich gespannt war ich auf den neuesten Solo-Streich von David Levithan. Es war mein erstes Solo mit ihm. Zwei seiner Kooperationen mit Rachel Cohn kenne ich ja schon. Autor David Levithan wird für seine humorvollen, romantischen Geschichten von den YA-Lesern sehr geschätzt. Doch mit "Every Day" schlägt der Amerikaner einen neuen Weg ein. Die Leichtigkeit aus seinen Contemporary Romance Büchern weicht hier vor allem wegen der übersinnlichen Note, einer etwas düsteren und sehr rätselhaften Stimmung. Um dem Leser die Intensivität und die täglichen Situationen des Protagonisten näher zu bringen, wählte Levithan den Schreibstil aus der Ich-Perspektive. >A<, den körperlosen Protagonisten dieses Buches kennenzulernen, war verwirrend, berührend und verstörend zugleich. >A's< Seele ist weder weiblich noch männlich. Er/sie/es agiert stets sehr subtil und versucht jegliche intensivere Gefühle des Umfelds seiner geliehenen Körper nicht an sich rankommen zu lassen. Bis zu dem Tag, an dem >A< im Körper von Justin aufwacht. Durch diesen jungen Mann begegnet er Rhiannon. Sie ist an sich unscheinbar, aber regt durch ihre Verletztlichkeit einen sehr großen Beschützerinstikt in >A<. Aus diesem Instikt entwickeln sich Gefühle. "...there's something about her - the cities on her shoes, the flash of bravery, the unnecessary sadness - that makes me want to know what the word will be when it stops being a sound..." ~ A, Page 6 Dieser eine Tag, der ihm/ihr vergönnt ist, verändert alles. Die Gedanken kreisen fortan stets um das Mädchen. Diese Gefühle werden nicht nur problematisch zwischen den beiden, sondern auch >A's< Alltag in den zukünftigen Körper bzw. Leben der anderen Menschen wird immer stärker beeinflusst. Die Idee von Levithan diesem Protagonisten an keinem einzigen Tag einen eigenen Körper, ein eigenes Dasein zu gönnen, ist schon recht brutal. Immer wieder dachte ich mir wie es möglich sein soll, da nicht wirklich seine Seele/den Verstand zu verlieren. Denn Levithan lässt seinen Protagonisten in komplexe, teils zerstörerische Körper aufwachen. Es ist in diesen vielen Leben ganz sicher nicht alles eitel Sonnenschein. Er schildert die Empfindungen >A's< währenddessen sehr realistisch. Die Reise dieser körperlosen Seele dauert seit der Geburt an. >A< hatte dieses Schicksal, dieses Dasein für sich schon längst angenommen. Doch sich dann in eine Seele zu verlieben, die ihrem eigenen Körper gehört und nicht jeden Tag woanders aufwachen muss, bringt ihn/sie vollkommmen aus der Fassung. Was kann dagegen getan werden? Die Gefühle >A's< sprudeln immer mehr hoch und er wird regelrecht besessen von Rhiannons Nähe. Das hat mir manchmal Angst gemacht. "....I want to be here with her. I want to be the one who lives up to her hopes, if only for the time I'm given..." ~ A, Page 15 Vor allem in der ersten Hälfte des Buches habe ich sehr viele Post-its verbraucht. Auch wenn David Levithan mit "Every Day" ein anderes Genre aufgegriffen hat, wird man in dieser Geschichte ganz viele gefühlvolle, verträumte Sätze finden. Also, ist ein Levithan definitiv herauszulesen. Gibt es eine Lösung? Nun...es gibt ein Ende. *grins* Und dieses Ende hat mich persönlich mit vielen Fragen, vielen wenn's und wie's zurückgelassen. Dieses Ende wird nicht jedem Leser gefallen bzw. zufriedenstellen. Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb ist "Every Day" ein wirklich tolles Buch. Klingt sehr einfach und hingeballert, oder?! Garnicht wie Levithan sich ausdrücken würde. Das Cover und die gesamte Gestaltung des Buches bedarf eigentlich keiner weiteren Erklärung. Stimmig, wunderschön und doch sehr simple. Fazit... "Every Day" ist in vielerei Hinsicht anders. Neben vielen romantischen und bezaubernden Szenen, vor allem zwischen >A< und Rhiannon, ist die Geschichte auch etwas düster und erschreckend. Wie weit gehen Menschen für Liebe? Was opfern sie von sich selbst? Welche Definition hat für uns die Liebe? Die neue Novelle von David Levithan wird vielleicht nicht jeden seiner treuen Leser in altbewährte Verzückung versetzen. Aber es ist definitv eine tolle Idee, die gut umgesetzt wurde. Andere Einzelromane des Autors werden ganz sicher den Weg auf meine Schmuserolle finden.
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Die Verratenen
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von Ursula Poznanski Gebundene Ausgabe |
| Preis: EUR 18,95 |
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4.0 von 5 Sternen
Ein äußerst gelungener Auftakt, 21. Dezember 2012
Der Plot und meine Ansicht... Die Sphäre(n): eine Welt auf unserer zukünftigen Erde. Nach den Wasserkriegen, entstanden große Kuppeln aus Stahl und Glas - genannt Sphären - in Teilen Deutschlands. Die Welt draußen versank im ewigen Eis. In einer der Sphären lebt die 18-jährige Eleria (alias Ria). Sie gehört zu den Priviligierten, der obersten Elite die eine ebensolche Ausbildung genießen und von der eisigen, armen Außenwelt durch die Sentinel geschützt sind. Dieses Leben beinhaltet auch, hinter meterdicken Wänden bewacht zu werden. Doch es gibt noch die Außerwelt, in der die >Prims< ums Überleben kämpfen, weil ihnen durch ihre Fehlbarkeit der Zugang zu den Sphären verwehrt ist. Es tobt neben der Kälte ein eisiger Krieg zwischen den Sphärenbewohnern und den Prims. Ein Forschungsteam wurde angegriffen und brutal ermordet. Darunter auch eine gute Freundin Rias, die Protagonistin dieses Trilogieauftaktes. Mit diesem Übergriff schlägt Betroffenheit und Trauer zu, und Ria wird zum ersten Mal die Gefahr bewusst, in der sich die Sphärenbewohner befinden. Es ist für sie klar, dass nur die Prims hinter dem tödlichen Angriff stecken können. Kurz nach der Gedenkfeier für die Opfer, belauscht Ria durch Zufall ein Gespräch zwischen den Sentineln. So sollen ausgerechnet sie und weitere, vorbildliche Studenten der Borwin-Akademie Drahtzieher eines Verrats sein. Unverständlich und ein furchtbarer Irrtum, denkt sich Ria. Doch schon bald bewahrheitet sich dieser Irrtum, durch eine vermeintliche Einladung der Regierungsspitze, als der wahrgewordene Albtraum. Beim Sitz des Präsidenten kommen Ria und der Rest der Gruppe nie an. Es folgt eine Jagd durch die eisige Außenwelt mit vielen Gefahren. Und wie sich kurz darauf zeigt, sind hungrige Wölfe das kleinste Problem >Der Verratenen<. Denn neben den Prims bewegt sich unter den sechs Verstoßenen ein Verräter, ein Maulwurf... Die Jugendbuchwelt erlebt nach wie vor eine wahre Flut an Dystopien. Ursula Poznanski hat sich bereits mit "Erebos" und "Saeculum" nicht nur bei den jüngeren Lesern einen Namen gemacht. Das sie sich vor neuen Gewässern nicht scheut, beweist die gebürtige Wienerin mit "Die Verratenen" bemerkenswert gut. Nach "Erebos" ist der Trilogieauftakt um die 18-jährige Ria mein zweites Poznanski'sches Erlebnis. Die Autorin hält sich nicht mit großen Einführungen auf, sondern steigt mitten im Geschehen ein. Mit der Entstehung der Sphären und dem ausgeklügelten System, sowie der gegensätzlichen Welt der Prims hat sich die Autorin viel Mühe gegeben. Da mir durch dystopische Trilogien wie Cassia & Ky, Panem und Divergent das allbewährte Kontrollsystem nicht unbekannt ist, befand ich mich in fast vertrauter Umgebung. Dennoch macht die Autorin durch den Fokus auf ihre Figuren noch einen Unterschied. Denn diese sind, trotz ihrer Einstufung, garnicht so einfach zu durchschauen. Das muss sich selbst Ria eingestehen. Als Meisterin des Thrills versteht sich Ursula Poznanski in spannenden Verfolgungsjagden, kleinen Grausamkeiten und Verschwörungstherorien auch in >Die Verratenen< ganz ausgezeichnet. Es bereitete mir unglaublich viel Freude die Gruppe zu begleiten, den Verräter in der Mitte zu erknobeln (ich war am Ende doch auf dem Holzweg) und mich mit der Welt und dem mühsam aufgebauten Zuhause eines Prim-Stammes vertraut zu machen. Große Leerläufe blieben für mich zum Glück durch den dichten Erzähstil Poznanskis aus. Der Schutzumschlag ist in den Tönen Schwarz und Weiss gehalten. Der Buchtitel hingegen in einem satten Blauton. So zieren den Schutzumschlag ein großes Blatt in der Frontansicht, Buchrücken und Rückenansicht sind in einem Wabenmuster gesetzt. Zugegeben, an die Aufmachung musste ich mich zunächst gewöhnen. Nachdem ich das Buch jedoch gelesen habe, hat sich meine Meinung geändert. Das Blatt zum Beispiel simbolisiert für mich die Außenwelt der >Prims<, das Wabenmuster hingegen das Genkonstrukt der >Elite<. Wirklich mal anders. Ich bin gespannt, ob und wie sich bei den Folgebänden etwas an den Mustern ändern wird. Fazit... Das Ursula Poznanski den Thrill raushat, ist kein Geheimnis. Mit ihrem Trilogieauftakt "Die Verratenen" stellt sie das aufs Neueste unter Beweis. Gespickt mit den Themen Endzeit und Dystopie hat sie ein neues Feld betreten, und ich frage mich weshalb sie eigentlich so lange damit gewartet hat. Szenenwechsel vom wohlbehüteten, überwachten Leben unter der Glaskuppel auf eine höllische Jagd durch die eisig kalte, gefährliche Wildnis wurden ohne in die Länge gezogenen Handlungen fantastisch umschrieben. Protagonistin Eleria sowie die restliche Gruppe der Verratenen konnten mich mit ihren Stärken und Schwächen rundum zufrieden stellen. Dieser Auftakt ist heißkalt und läßt mich voller Freude die Fortsetzung erwarten.
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4.0 von 5 Sternen
Ein magischer Ort, eine schwerkranke Protagonistin. Diese Mischung macht die Geschichte anders., 21. Dezember 2012
Der Plot.... Das junge Mädchen Cam Cooper ging in den letzten sieben Jahren ein und aus in diversen Krankenhäusern. Der letzte Arztbesuch bescheinigt ihr, dass es keine Heilung, kein Wunder mehr für sie gibt. Der Krebs hat ihren Körper besiegt. Für die reichlich sarkastische Cam ist diese Nachricht der Nagel zu ihrem Sarg. Ihr Schicksal nimmt sie mit einer bitteren Gelassenheit in. Für Cams Mutter ist der Kampf aber noch nicht vorbei. Von ihr veranstaltete esothärische Experimente und heilende Worte selbsternannter Schimanen helfen nicht. Cam will in Ruhe in Florida sterben, aber nicht mit ihrer Mutter. Die entschließt: wir ziehen nach Promise, Maine. Ein Ort bekannt für wunderbare Ereignisse und Magie. Also sitzt Cam kurzer Zeit später gegen ihren Willen mit der Mutter, Schwester Perry und Vogel Tweety im Auto. Für Cam steht fest, dies ist ihre letzte Reise. Kurze Zeit nach der Ankunft in Promise ist sie unweigerlich fasziniert von den ewig andauernden Sonnenuntergängen, lilanen Löwenzahn wachsen zu sehen, Schnee im Sommer und Flamingoschwärme fernab ihrer Heimat Florida zu bestaunen. Auch der gutaussehende Asher spukt ihr durch den Kopf. Doch als Wunder oder Zeichen sieht sie all das nicht. Bis Cam eines Tages seltsame Post mit einer To-do Liste erhält. Diese Liste soll sie abarbeiten, bevor sie stirbt. Und während Cam immer mehr Punkte von ihrer >Flamingo-Liste< wegstreicht, beginnt sie zu glauben, dass es für sie vielleicht doch noch Liebe und Wunder geben kann. "She'd trained herself for so long not to want or to hope or to wish, that she had a hard time pinning down something to ask for." Meiner Ansicht nach... Wer sich den >Plot< Teil durchgelesen hat, ahnt es bereits. Wendy Wunder behandelt in ihrem Debüt, wie bereits John Green mit seinem Buch The Fault in our Stars" (dt. Titel: Das Schicksal ist ein mieser Verräter"), die Krankheit Krebs. Auch Wendy Wunders Novelle ist dem Jugendbuch Genre zu zuordnen. Doch bis auf diese Komponenten, haben die beiden Geschichten kaum etwas gemein. Clever und wortgewandt ja, überraschend witzig auch. Doch The Probability of Miracles"-Protagonistin Cam Cooper übertrifft Hazel Grace Lancaster mit ihrem Sarkasmus um Längen und ist überhaupt ganz anders. Auch der Schauplatz Promise ist nicht von dieser Welt. Die letzten sieben Jahre haben ihre Spuren bei der mittlerweile 16-jährigen Cam Cooper hinterlassen. Zynisch, sarkastisch, extrem launisch und äußerst witzig sind nur ein paar der Eigenschaften die das Mädchen umschreiben. Sie lebt mit ihrer Mutter und der kleinen Schwester Perry in Florida und bewegt sich vor allem durch ihre Mutter im Kreis der Künstler- und Animateurbesetzung von Disneyworld. Von einer zur nächsten Therapie geschoben weiß Cam jedoch, dass ihr nur ein kurzes Leben gegönnt ist. Folglich beginnt die Geschichte mit einem weiteren Arztbesuch bei Dr. Handsome (ja, das ist sein Name), der jedoch schlechte Neuigkeiten überbringen muss. Keine Behandlungsmethode schlägt mehr an um den Krebs in Cams Körper zu bekämpfen. So muss Cam warten, bis es vorbei. Warten auf ihr Ableben möchte sie am liebsten in Florida. Doch da spielt Cams Mutter nicht mit und schleift die Familie im Auto quer durchs Land an einen Ort namens Promise. Promise liegt in Maine und ist berühmt berüchtigt für stundenlange Sonnenuntergänge, Regenbogen bei Nacht, Flamingos bei nicht gerade tropischen Temperaturen und die Menschen dort leben ein langes glückliches Leben. DER Hoffnungsschimmer überhaupt. Nur glaubt jeder mehr an ein Wunder als Cam selbst. Für sie sind all diese Phänomene Humbug und Verschwendung ihres ohnehin kurzen Lebens. Daher lässt Cam nichts unversucht dieses wundervolle Fleckchen Erde und die besten Absichten ihrer Mitmenschen ins Lächerliche zu ziehen, noch während sie sich dort wirklich umgeschaut hat. Manches Mal hätte ich Cam deshalb am liebsten mächtig in den Hintern getreten. Denn während sie all das als Zeitverschwendung sieht, ist Promise die große Hoffnung für ihre Mutter und Perry, die Tochter bzw. Schwester nicht zu verlieren. Sie versuchen Cam immer wieder begreiflich zu machen, dass der Krebs - trotz allem Unrecht - keine permanente Rechtfertigung dafür sein sollte, den Glauben an Liebe, Freundschaft und vor allem das Leben zu verlieren. Ein nur allzu verständlicher Grund. Dennoch schwang immer wieder der Gedanke beim Lesen mit, wie viel Glauben an das Leben möglich ist und wie viele Rückschläge man verkraften kann wenn Krankheit/Tod sich nicht abschütteln lässt. Ich bin auch sehr dankbar, dass die Autorin sehr viel Liebe in ihre Nebenfiguren gesteckt hat. So wuchsen mir neben Cams Schwester Perry und der leidenschaftlichen Mama, auch Nana und natürlich Asher (the Slasher) sehr ans Herz. Asher bringt mit seiner Präsenz den romantischen Teil in die Geschichte. Unglaublich sexy und romantisch ist diese Verbindung zwischen den Beiden. Auf das Beste und natürlich auch Traurigste musste ich eine Weile warten. Aber lässt man sich auf die Charaktere und die Atmosphäre von Promise beim Lesen ein, wird man nicht enttäuscht. "If Cam finally learned one lesson before she died, it would be that being kind was sometimes more important than being right." Das Buchcover als engl. Hardcover Ausgabe ist wieder so ein Augenschmaus für mich. In einem kräftigen Pink gehalten, sind auf dem Buch Flamingofedern abgebildet. Auf der Frontseite sieht man in einer großer Feder das Bild eines dunkelhaarigen Mädchens. Man kann das Mädchen wirklich als Ebenbild zu Wendy Wunders Beschreibungen von Cam Cooper sehen. Im März 2013 erscheint das Buch beim Goldmann Verlag für die deutschen Leser. Natürlich spielen Flamingos eine Rolle im Buch, aber sowohl der Buchtitel als auch das Cover konnte mich irgendwie trotzdem nicht so begeistern. Beim klicken auf das dt. Cover gelangt man auf den Buchlink zur Verlagsseite (inkl. Leseprobe). Fazit... Autorin Wendy Wunder hat mit ihrer Geschichte ein magisches Debüt geschrieben. Obwohl mich Protagonistin Cam oftmals durch ihre Schwarzmalerei und Negativität frustriert hat, sah ich den Zauber in der Geschichte und wurde nicht enttäuscht. Cams Schicksal ist besiegelt. Dennoch wünscht man ihr und allen anderen bis zum Schluss, dass Promise Cams großes Wunder ist. Schlussendlich muss man sich aber darüber im klaren sein, dass "The Probability of Miracles" keine unbekümmerte Spätsommer Novelle, sondern die Geschichte eines schwerkranken Mädchens ist. Neben viel Gelächter, kullerten daher auch hier erbarmungslos die Tränen.
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4.0 von 5 Sternen
Düster, mit Steampunk-Einflüssen überraschte mich dieses Debüt positiv, 21. Dezember 2012
Der Plot... Alles liegt in Trümmern. Die Stadt ist umhüllt von Hoffnungslosigkeit. Eine verheerende Seuche hat bereits vor Jahren die Bevölkerungszahl drastisch reduziert. Diejenigen, die bisher verschont wurden, leben in täglicher Angst um ihr Leben. Wann trifft es sie? Denn nur die gehobene Klasse kann sich die puppenähnlichen Gesichtsmasken leisten, die deren Träger davor bewahren sich durch die Luft mit der Seuche anzustecken und irgendwann qualvoll zu sterben. Die junge Frau Araby Worth gehört zu diesen Menschen. Sie trug die allererste Maske, denn ihr Vater - ein Wissenschaftler - hat die Masken entwickelt. Doch Araby Worths Welt ist, trotz ihrer schönen Kleider, dem glitzernden Make-up und unzähligen Masken, düster und für sie kaum zu ertragen. Ihre Verzweiflung und Schuldgefühle führen sie fast täglich in den Debauchery Club. Dort locken wilde Parties und Vergessenheit durch den faszinierenden und anziehenden jungen Mann William, sowie den Clubinhaber und Aristokraten Elliot. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein. Sowohl Will als auch Elliot bieten ihr Möglichkeiten und geben längst vergessene Hoffnung. Doch beide haben Geheimnisse, genau wie Araby...wie jeder. In der Finsternis der Stadt werden Lügen und Täuschung zur Wahrheit gemacht. Araby möchte auf einmal kämpfen. Koste es, was es wolle. Meiner Ansicht nach... Zunächst muss ich hervorheben, dass ich die Originalvorlage von Edgar Allan Poe nicht gelesen habe und daher auch nicht beurteilen kann, ob sich die Autorin an die Vorlage des Schriftstellers gehalten hat. Um ehrlich zu sein, interessiert es mich auch nicht wirklich. Der Gedanke trotzdem das Werk von Poe zu lesen, ist NACHDEM ich das Buch von Bethany Griffin gelesen habe, jedoch aufgekommen. Vielleicht irgendwann einmal, wenn mein Sub kleiner ist. Wie sollte ich nun umleiten zum Buch Griffins? Vielleicht in etwa so... Worte die mir während des Lesens von Masque of the red Death" und die sehr atmosphärischen Eindrücke eingefallen sind: grau, düster, Tod, Verzweiflung, Melancholie, Selbstzerstörung, Leben, Blut, Liebe, Hoffnung, Trauer, Wahnsinn. Eine gewisse Note Steampunk ist hierbei nicht zu vergessen. Die atmosphärische Stimmung überraschte mich nicht weniger als Araby Worth selbst, die Protagonistin der Geschichte. Innerlich zerrissen schreitet sie durch eine von der Seuche zertrümmerte Stadt. Während Menschen - denen wirklich keine Zukunft mehr gegönnt ist - um ihr Stückchen Leben kämpfen, zerfloss Araby in ihrem eigenen Leid. So lässt sie sich, gekleidet in teuren Kleidern und geschützt durch ihre schöne Maske, in einen Drogenrausch nach dem nächsten gleiten um ihre inneren Dämonen und den Selbsthass zu betäuben. Ich benötigte etwas Zeit um mit Araby ,warm zu werden`. Es war gar ein holpriger Start. Doch je länger ich mich durch die Seiten blätterte, desto tiefer ging mir nicht nur Arabys Schicksal. Mir gefiel es, dass ich einen Charakter vor mir hatte der einmal nicht sorglos in sein Unglück stürzte sondern den Tod und das Elend schon kennt. Arabys Veränderung ist ein langsamer, glaubwürdiger Prozess. Nebenfiguren, wie William und seine kleine Familie schloss ich genauso schnell in mein Herz wie die Protagonistin. Und auch Arabys gemischte Gefühle gegenüber Elliot waren für mich absolut nachvollziehbar. Beide Figuren sind unterschiedlich wie Tag und Nacht. Und doch umgibt sie etwas, dass mich unruhig sein ließ. Natürlich könnten andere diese Dreiecksbeziehung mit einem fahlen Beigeschmack sehen. Seltsamerweise störte ich mich daran nicht. Den Grund dafür nenne ich nicht, da ich sonst zu sehr ausschweifen würde. Bethany Griffins Masque oft the red Death" als eine Dystopie zu bezeichnen, wäre meiner Ansicht nach vollkommen verkehrt. Die Geschichte um Araby Worth könnte genauso gut in der jetzigen Zeit spielen, denn eine Jahresangabe ist nicht zu finden. Bethanys Schreibstil ist nicht außergewöhnlich, aber dennoch kettete er mich an die Buchseiten. Was ich an diesem Buch liebe ist, dass es einige Überraschungen gibt. Und ich habe absolut keine Vorstellung, in welche Richtung Araby und Co. in der Fortsetzung gehen könnten. Alles kann passieren. Es bleibt einiges offen. Fazit... Die atmosphärische Düsternis wird zum einen erzeugt durch die Seuche und das Leid der Menschen in der zerstörten Stadt. Zum anderen bekommt der Leser ein Bild von ausschweifender Dekadenz, dem Drogenrausch und Machtbesessenheit. Was von beidem beängstigender wirkt, bleibt im Auge des Betrachters. Doch diese Mischung, sowie geheimnissvolle Charaktere und das Steampunk Gefühl lässt "Masque of the red Death" für mich aus der aktuellen Büchermasse hervorstechen. Ein Buch, vielleicht nicht für jedermann etwas. Mir gefiel es nach einem holprigen Start jedoch äußerst gut.
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5.0 von 5 Sternen
Spannend, emotional, atmosphärisch...einfach Maggie Stiefvater!, 21. Dezember 2012
Der Plot... Rau, schön und wild ist das Meer vor der kleinen, irischen Insel Thisby. Die Wesen, die diesem Meer im November eines jeden Jahres entsteigen, übertreffen jedoch jegliche Beschreibungen. Die Capaill Uisce sind Wasserpferde so wunderschön und schneller als der Wind. Doch kommt man ihnen bzw. dem Meer zu nahe, riskiert man nicht nur seinen Kopf. Denn diese wunderschönen Pferde sind heimtückische Fleischfresser. Sie zu zähmen scheint unmöglich. Sean Kendrick, ein junger Pferdenarr und Angestellter der reichsten Familie der Insel, weiß wie man mit Capaill Uisce umzugehen hat. Er kann jedem sagen, welches dieser Pferde es wert ist zu bändigen und von welchem man schnell Abstand gewinnen sollte. Sean muss es wissen, denn er gewann bereits 4 Mal das berühmte Skorpio-Rennen auf dem roten Capaill Uisce namens Corr. Doch in diesem Jahr soll sich etwas ändern. Denn plötzlich meldet sich das Mädchen Kate Conolly alias Puck" mit ihrem Inselpony Dove beim Rennen an. Die Insel ist erschüttert und fasziniert zugleich. Ist Puck naiv, unwissend oder einfach nur verrückt? Was `reitet' sie zu dieser lebensgefährlichen Entscheidung? Niemals hat eine Frau das blutige Rennen bestritten und schon gar nicht mit einem normalen Pferd. Doch Puck lässt sich nicht von ihrem Plan abbringen. Es steht zu viel für sie auf dem Spiel. Das Preisgeld ist ein großer Köder für jedermann, aber für das Mädchen und ihre Familie ist es die einzige Rettung. Und Sean Kendrick muss sich nach einiger Zeit leider eingestehen, dass ihm nicht nur die Hartnäckigkeit Pucks äußerst gefällt. Die >Spielführer<.... Zwei starke Figuren entstanden aus Maggie Stiefvaters Feder. Sean Kendrick ist der Pferdepflüsterer der Insel. Nicht nur normale Pferde sind ihm hörig. Er kennt die Capaill Uisce wie kein anderer. Sean kennt jede Geste dieser Wasserpferde und kann daher die Gefahr riechen, wenn andere es nicht merken. Er ist ein Eigenbrödler, der kaum jemanden an sich ranlässt. Bis auf Corr - ein rotfarbenes Capaill Uisce - mit dem er schon viermal das Skorpio-Rennen gewann, erweicht sein raues Herz. Sein raues Wesen ist geheimnisvoll und in gewisser Sicht attraktiv. Kate "Puck" Conolly ist ein Mädchen, das auf dem Rücken ihres Inselponys Dove groß geworden ist. Nach dem tragischen Tod der Eltern, steht sie mit ihren Brüdern vor dem Nichts. Doch Gabe, der Älteste, will sich auf das Festland verdrücken...ohne seine Geschwister. Puck möchte mit ihrer Teilnahme am Skorpio-Rennen ihren Bruder umstimmen und den Conolly-Hof retten. Ein Ritt auf einem Capaill Uisce kommt für das störrische Mädchen nicht in Frage. Doch eine Teilnahme am Rennen mit ihrem kleinen Pferd Dove ist für die Insulaner reiner Selbstmord und Wahnsinn. Puck lässt sich dadurch nicht einschüchtern. Meiner Ansicht nach... Es fühlt sich an, wie gestern als ich das erste Mal ein Buch von Maggie Stiefvater las. Unsicher und - zugegeben - etwas voreingenommen war ich ob mir wirklich Nach dem Sommer", dem ersten Teil der Mercy Falls-Trilogie, zusagen würde. Das ist nun ganze zwei Jahre her. Seither habe ich die Folgebände der Trilogie sowie eine Kurzgeschichten Sammlung von Maggie verschlungen. Ja, inhaliert. Rot wie das Meer" ist Maggie Stiefvaters aktueller Streich auf dem deutschen Literaturmarkt. Und obwohl ich das Buch sofort lesen wollte, schwang wieder diese Unsicherheit mit. Pferde sind halt nicht wirklich ,meine Welt`. Genauso wenig wie es Wölfe waren. Doch ich spürte bereits, während ich den Prolog zu Rot wie das Meer" las, dass meine mangelnde Pferdeliebe hier keine Rolle spielen wird. In ihrem neuen Buch schickt Maggie Stiefvater ihre Leser auf eine kleine, irische Insel namens Thisby. Eine Insel wie jede andere? Weit gefehlt. Das Meer, welches von Thisby umschlossen wird, ist rau, düster und spukt jedes Jahr ab Ende Oktober die Capaill Uisce aus. Dies sind wilde Wasserpferde. Bekannt und gefürchtet sind sie auf der Insel für ihre Unzähmbarkeit und ihren Hunger auf Fleisch. Dennoch beginnt mit dem Winter die Jagd auf die Capaill Uisce, denn sie sind die Spielfiguren im weltberühmten Skorpio-Rennen. Mit Maggies unverwechselbaren, spannenden, poetischen Schreibstil wurde ich für einige Lesestunden zu einer Touristin auf Thisby. So ließen mich aus wechselnden Perspektiven die Protagonisten Sean Kendrick und Puck Conolly an ihrer Geschichte und an ihrem Schicksal teilhaben. Was mich während des Lesens insbesondere reizte, waren die Haupt- und Nebenfiguren. Weder Puck Conolly noch Sean Kendrick passen in irgendein Klischee. Beide sind etwas seltsam und ecken mit ihrer Art an. So fragt man sich zu Beginn, wie diese beiden Menschen zusammenpassen sollen. Denn während Puck sich berechtigterweise vor den heimtückischen Wasserpferden fürchtet, lodert in Sean eine Liebe, Leidenschaft und auch Verständnis für diese Geschöpfe. Je mehr Zeit Puck und Sean miteinander verbrachten umso besser verstanden sie einander. Auch ich als Leser hatte nach einiger Zeit einen besseren Bezug zu Sean und Puck, und ihren Entscheidungen. Nebenfiguren, wie Pucks Bruder Finn mit seinen Ticks, empfand ich auf ihre ganz eigene Art als liebenswert. Und ihr Bruder Gabe brachte mich oftmals zur Weißglut. Diverse Inselbewohner sind wohl am besten mit dem Wort >schrullig< zu bezeichnen. Auch weniger nette Figuren - und ich meine nicht die Capaill Uisce - erzeugen in den Handlungssträngen eine gewisse Bedrohung. Dove und Corr verdienen hier auch mal eine Erwähnung. Wunderbar lebendig hat Maggie diese Tiere werden lassen. Ich bibberte stets mit beiden Pferden mit. Die Kulisse Thisby tat hier ihr Letztes. Ich spürte die teils eisige Seeluft auf meiner Haut, genoss den Ausblick von den Klippen, bekam den Gestank von Pferdemist in die Nase und bekam beim Geruch von Blut welcher vom Strand rüberwehte, Gänsehaut. Gerne hätte ich auch ein Stück vom beliebten Novemberkuchen probiert. Aber vielleicht werde ich mir den noch selber backen (das Rezept ist übrigens dort nachzulesen --> Novemberkuchen ). Mal schauen, ob ich das schaffe... Rot wie das Meer" hat mich in jeder Hinsicht fantastisch unterhalten und überzeugt. Maggie Stiefvaters Bücher sind aus meinem Regal nicht mehr wegzudenken. Fazit... Das die Mercy Falls-Trilogie keine Alltagsfliege war und Maggie mehr zu bieten hat, wurde mir mit "Rot wie das Meer" von der ersten bis zur letzten Silbe des Buches wieder bewusst. Wunderbare, interessante Haupt- und Nebenfiguren umgeben von einer rauen Landschaft und wilden Wasserpferden, haben mir sagenhaft spannende Lesestunden bescherrt. Der Erzählstil ist wieder einmal ein Traum. "Rot wie das Meer" zog mich in einen wilden, blutigen und romantischen Strudel. Eine Geschichte, welche ich gerne auf der Leinwand sehen würde, weil: einfach Filmreif!
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4.0 von 5 Sternen
Russischer Zarentum und fantastisch, magische und dunkle Fantasy prallen aufeinander, 17. September 2012
Der Plot... Seit ihrer Kindheit sind Alina und Maljen eng miteinander verbunden. Als Waisen verbrachten sie viel Zeit miteinander im Hause eines Herzoges. Circa zehn Jahre später dienen sie der Ersten Armee (nicht-magische Armee) des Zaren. Alina ist wegen ihrer Zeichenkünste in der Lehre als Kartografin, bekommt jedoch von anderen aufgrund ihres unscheinbaren Wesens nur wenig Beachtung. Währenddessen genießt Maljen großes Ansehen als bester Fährtensucher, den die Armee je hervorgebracht hat. Auch die Frauen liegen ihm zu Füßen. Heimliche Schwärmereien von Alina werden bald ihr kleinstes Problem sein. Der Tag an dem das Schiff der ersten Armee die dunkle Schattenflur überqueren soll, überschattet alles. Kreaturen namens Volkra, welche dort hausen, greifen die Flotte an. Ein grausames Blutbad droht die ganze Besetzung, inklusive Alina und Maljen, in die tiefen Fluten der Schattenflure zu ziehen. Doch plötzlich erscheint ein grelles Licht, welches die Volkra in die Flucht schlagen und die Besetzung rettet. Als Alina aufwacht wird sie dem Dunklen, dem zweitmächtigsten Mann des Landes, vorgeführt. Augenzeugen sagen aus, dass es Alina war die mit Fähigkeiten die Menschen retten konnte. Niemand ist mehr überrascht und fest davon überzeugt, dass alles ein Missverständnis ist als Alina. Doch ihre Einwände und Bitten, sie gehen zu lassen werden überhört. Sie wird weit weggebracht. Fortgerissen von Maljen, an einem Ort an dem Menschen wie Ihresgleichen sind. Dort werden die besten Grischas des Landes ausgebildet. Aber kann und möchte Alina ihre Gabe wirklich annehmen? Und was will der Dunkle wirklich von ihr? Meiner Ansicht nach... Normalerweise bewegt sich Leigh Bardugo in ihrem Job als Kostüm- und Maskenbildnerin eher hinter den Kulissen eines Filmsets in Hollywood. Für ihr Debüt Grischa - Goldene Flammen" verschlug es sie jedoch hinter den heimeligen PC. Entstanden ist dabei eine Geschichte, die sich in einer komplett fiktionalen Welt abspielt, sich jedoch einigen Einflüssen der russischen Kultur bedient. Das Resultat entführte mich in eine wirklich faszinierende Welt voller Magie und russischem Flair. Das Land Rawka wird durch die Schattenflur (auch Ödsee genannt; eine Sandwüste in Finsternis gehüllt) in zwei Teile getrennt. Diese Wüste wurde von einem bösen Grischa (Magier) erschaffen und gilt seither durch die Volkra als Todesgebiet. Nur wenige haben es jemals geschafft, die Schattenflur unbeschadet zu überqueren. Seit Gedenken wird das Land Rawka vom Zaren regiert. Der >Dunkle< dient ihm seit vielen Jahren und trägt somit die zweitwichtigste Position im Land. Doch er wird von den Menschen Rawkas nicht nur geehrt sondern vor allem gefürchtet. Es sind die Kräfte, die in diesem Mann brodeln, welche Gerüchte zufolge vielen schon zum grausamen Verhängnis wurden. Und ausgerechnet dem >Dunklen< fällt Alina vor die Füße. Er und seine Leibgarde nehmen Alina gegen ihren Willen mit, nachdem sie unbewusst ihr unbekannte Fähigkeiten offenbarte um ihren Freund Maljen zu retten. Für den Dunklen ist Alina von unschätzbarem Wert. Sie soll nicht nur vor Mordanschlägen geschützt, sondern auch geformt und ausgebildet werden. Alina versteht die Welt nicht mehr. Eine vergleichbare Geschichte wie Grischa - Goldene Flammen" habe ich persönlich noch nicht lesen dürfen. Es gibt sicherlich, was die Charaktere anbelangt, auch hier ein gewisses Schema. Dennoch schuf Leigh Bardugo sehr interessante und komplexe Figuren. Alina zum Beispiel nimmt die Rolle des hässlichen Entleins" welches von allen übersehen wird, ein. Aber klein und schwach? Weit gefehlt, denn in Alina schlummern Fähigkeiten für die sie bald jeder, selbst die besten Grischas (Magier) des Landes, beneiden werden. Doch sie trägt nicht nur eine Gabe in sich, sondern noch weitaus menschlichere Züge wie Mut, Lebenswillen und Kampfbereitschaft. Dann gibt es da noch den attraktiven Maljen. Er ist Alinas Freund seit Kindestagen und der Mann, der ganz heimlich ihr Herz zum pochen bringt. Durch seinen unvergleichlichen Spürsinn hat er sich einen Namen gemacht in der Ersten Armee. Auf mich wirkte er zunächst etwas zu arrogant und sehr von sich überzeugt. Der Einstieg war zunächst holprig, weil mich einige Begriffe oftmals verwirrten. Irgendwann stieß ich das Gefühl der Verwirrung von mir und lies mich komplett in die Geschichte gleiten. So faszinierte mich diese unbekannte Welt, ihre grausamen Wesen, Mythen und mächtigen Zauberer. Es fühlte sich an, als ob man durch das verschneite Russland zur Zarenzeit und gleichzeitig einer magischen Zauberwelt wandert. Sowohl die Protagonistin als auch Nebenfiguren nehmen den Leser schnell für sich ein. Der Erzählstil entspringt der Ich-Perspektive Alinas, ist dicht, spannend und reich an bildlichen Einflüssen. Die Gestaltung des Covers ist durch den außergewöhnlichen Aquarelldruck der jungen Alina, Wäldern und einem Hirsch (welcher eine wichtige Rolle im Buch spielt) ein fantastischer i-Tupfen. Schlägt der Leser das Buch auf, kann man einen eindrucksvollen Blick auf die Karte des Landes werfen. Ein Lesebändchen in dunklem Grün ist auch integriert. Eine rundum gelungene Aufmachung verleiht dem Buch somit den Feinschlief. Tacheles... Leigh Bardugo hat in dem Trilogie-Auftakt "Grischa - Goldene Flammen" eine Welt geschaffen, welche den Leser kurzweilige Lesestunden schenken wird. Ein Mädchen hin- und hergerissen zwischen ihrer Gabe, Versuchung und Liebe. Begeisterte Jugendbuchleser können dieser zauberhaften, düsteren, spannenden Geschichte mit Fantasy Elementen aus gutem Grund nicht entkommen. Ich zumindest sah mich im Zarenpalast einen Kwass probieren und eine Kefta (Grischa Robe) anprobieren.
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4.0 von 5 Sternen
Eine Geschichte mit viel Gefühl, Musik und Herz, 27. August 2012
Der Plot... Die lebensfrohe fast 16-jährige Brie ist vernarrt in ihren Freund Jacob. Und er ihn sie. Zumindest dachte sie das immer. Doch ausgerechnet während eines romantischen Dates sagt er ihr plötzlich die vier harten Worte: Ich liebe dich nicht". Worte, die einem den Boden unter den Füßen wegziehen können. Oder in Bries Fall, bricht Jacobs Geständnis ihr das Herz. Buchstäblich. So richtig. Ganz ehrlich. Es. Bricht. In zwei Teile. Und so stirbt Brie vor den Augen ihres Freundes. Sie kann das alles nicht begreifen. Auch nicht als sie als Geist bei der eigenen Gedenkfeier den herzzerreißenden Worten ihrer Familie und besten Freundinnen lauscht. Das gibt's nicht. Sie wacht ganz sicher gleich wieder auf aus einem Traum. Wie dieser Albtraum in dem sie immer wieder während eines Motorradunfalls stirbt. Doch anstelle aufzuwachen, nimmt Brie den Bus...ins Jenseits. Dort trifft sie in einem Dinner auf Patrick. Der coole, gewitzte, mysteriöse Patrick stets mit Pilotenbrille und Lederjacke ausstafiert. Etwas an ihm zieht Brie an. Ihm beichtet sie, dass sie noch eine Rechnung mit ihrem Exfreund offen hat. Patrick ist ganz Ohr und bietet ihr an, sie noch einmal zurück zu bringen um Jacob eine Lektion zu erteilen. Er bietet ihr an, sie durch die fünf Phasen des Trauerns zu begleiten. Doch als sie zurückkehren nach Half Moon Bay, begreift Brie, dass dort einiges im Argen ist. Ihr Exfreund scheint sie schon länger hintergangen und betrogen zu haben. Menschen, denen sie blind vertraut hat, hatten Geheimnisse vor ihr. Ihre Familie scheint an ihrem Tod zu zerbrechen. Diese fünf Phasen durchzustehen, scheint da ein viel längerer Weg. Vor allem für jemanden, dessen Herz sich noch nicht erholt hat. Meiner Ansicht nach... Wer von uns kennt das nicht? Herzweh. Haben wir nicht alle schon mal Worte wie, " Du Schuft, du hast mir das Herz gebrochen! Wieso? Bin ich dir vollkommen schnuppe??", dem Typen der uns gerade abgesägt hat, an den Kopf ballern wollen oder ihm die Nummer mit seinem nächsten Opfer verderben wollen? Vielleicht hat man es auch wirklich getan. Doch das wurde mit belustigtem Gesicht und einem Schulterzucken quittiert. Autsch! Wenn die Liebe für ihn vergeht, dann bricht etwas in uns entzwei. Etwas, das wir vergeben haben, ist unwiderruflich weg. Es ist ein emotionales Geschenk. Ein Geschenk welches vom Umtausch ausgeschlossen ist. Man will es auch gar nicht mehr haben, weil es von ihm abgenutzt wurde und es ohnehin zu sehr wehtut. Solange das verschenkte Gefühl geschätzt und gehütet wird, ist auch alles fein. Man sitzt gemeinsam auf flauschigen Wolken, die rosarote Brille immer schön auf der Nase, das warme Gefühl umhüllt das so schwache Herz. So fest, dass es einen überwältigt. Doch wehe es ist vorbei... In Anbetracht des Geschichtskerns und natürlich des Buchtitels, könnte man von einer gänzlich tragischen Herzschmerz Story ausgehen. Dem ist aber nicht so. Neben dem Contemporary Genre kann Weisst du eigentlich, dass du mir das Herz gebrochen hast?" auch dem Fantasy Genre zugeteilt werden. Die Geschichte beginnt nämlich, nachdem Brie das Herz gebrochen ist (buchstäblich) und sie dem Jenseits entgegen treten muss. Dort trifft sie auf Patrick - ebenfalls tot - der es sich zur Aufgabe macht, dem Mädchen die fünf Phasen des Trauerns näher zu bringen. Das trifft bei Brie lange Zeit auf genervtes Augenrollen und taube Ohren. Zwischen den beiden entsteht eine Chemie, die dem Buch neben dem bitteren und dramatischen, etwas ganz süßes gibt. So amüsierte ich mich während Brie und Patrick sich mit wortgeballten Neckereien duellierten. An Schlagfertigkeit sparen die zwei wirklich nicht. Allein schon die variierenden Käsenamen, mit denen Patrick zu der zierlichen Brie spricht, sind zum schießen und ließen mich herzhaft lachen. Auch Bries bisweilen sehr trockener, naiver Humor - schließlich wird sie erst 16 im Laufe der Geschichte - hat mich umgehauen. Das Mädchen hat Köpfchen, setzt dieses aber vor allem in ihrem Rachefeldzug nicht wirklich ein. Denn obwohl ihr Herz nicht mehr schlägt, fühlt sie noch sehr viel. Und das macht Brie so authentisch. Patrick macht um sein eigenes ,Leben` ein Geheimnis. Fragen von Brie weicht er gekonnt aus. Dennoch ist diese Figur warmherzig, treu, sensibel und ihm liegt schon sehr früh viel an Bries Wohlergehen. Auch die Personen in Bries Leben sind so liebevoll umschrieben. Die Eltern von Brie, ihr Bruder und ihre drei besten Freundinnen. Durch Bries Erinnerungen an besondere Momente, die sie in ihrem alten Leben mit ihrem Exfreund, der Familie und ihren Freunden geteilt hat, wuchs mir diese Figur so ans Herz. Mir standen oftmals Tränen in den Augen. Ich verstand, warum Brie nicht loslassen wollte. Was dieses Buch neben den Charakteren zu einem Schatz macht, ist die Musik. Jeder Kapitelbeginn ist detailverliebt mit einer Songzeile dargestellt. Der dazugehörige Song hat eine Bedeutung für Brie und man erfährt in den jeweiligen Kapiteln warum dieser Song - so blöd oder albern er auch sein mag - dem Mädchen so viel bedeutet. So summte ich Melodien von Roxette, Cyndie Lauper, Pat Benatar, Tom Petty, Bon Jovi etc., im Kopf während ich las. Man macht quasi eine wundervoll musikalische Reise durch die 80er bis in das 21. Jahrhundert hinein. Sicher klingt diese Geschichte etwas vorhersehbar und kitschig, aber Jess Rothenberg schlägt auch Wege für die Figuren ein, die man selbst nicht wirklich in Betracht gezogen hätte. Es sind düstere Wege die Brie nach ihrem Ableben entlang schreiten muss. Wege, die zu den fünf Phasen des Trauern dazu gehören. So bekommt der Leser noch überraschende Plots und Wendungen geboten, welche auch den Fantasy Teil des Buches hervorheben. "Ich ließ den Kopf auf meine Brust sinken, tat einen ängstlichen, einsamen Atemzug und spürte, wie mein Herz - nein, die Erinnerung an mein Herz - erneut entzweibrach." ~ Brie, S. 280 Das deutsche Cover unterscheidet sich grundlegend vom Originalcover (Titel: "The Catastrophic History of you and me"). Das Cover zum US-Titel zeigt ein junges Mädchen schwebend, umgeben von Wolken und im Hintergrund die Golden Gate Bridge von San Francisco. Diese Brücke spielt in der Geschichte eine wichtige Rolle. Auf dem deutschen Cover hingegen ist ein kaputter Herzballon zu sehen. Der Ballon fällt im Buch einem Vergleich Bries zum Opfer, der zudem noch recht amüsant ist. Tacheles... Jess Rothenberg vereint in ihrem Debüt viele Emotionen. Gefühle mit denen wir uns alle auseinander setzen im Leben. Die Geschichte spiegelt Gefühle wie Liebe, Rache, Enttäuschung, Verzweiflung, Angst, Verwirrung und Vergebung wider. Es geht darum auch über das Leben hinaus noch zu erkennen, was richtig und falsch, was Lüge und Wahrheit ist. Es fiel mir als Beobachter mindestens genauso schwer wie Protagonistin Brie, ihrem Leben und ihren Lieben Lebewohl zu sagen. "Weisst du eigentlich, dass du mir das Herz gebrochen hast?" beschreibt den Weg aller zur Selbstfindung. Das Leben für sich, auch wenn es noch so schön war, loszulassen. Ein wirklich wunderbares Debüt mit viel Herz.
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