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Rezensionen verfasst von
Ralf Saupe "ralfsaupe" (Bremen)
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D9E - Die neunte Expansion: Eine Reise alter Helden
D9E - Die neunte Expansion: Eine Reise alter Helden
von Dirk van den Boom
  Broschiert
Preis: EUR 12,95

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht übel!, 6. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Kennt ihr das? Ihr schaut euch gemütlich eine Folge Star Trek (oder Vergleichbares) an. Weder die Inzenierung noch die Schauspieler sind natürlich oskarverdächtig. Trotzdem habt ihr euch für eine kurze Zeit gut unterhalten gefühlt und euch in die SciFi-Welt mehr oder weniger entführen lassen.
Genauso geht es mir diesem Buch. Weder ist der Autor ein begnadeter Schriftsteller (Verzeihung!), noch ist der Plot besonders neu oder einfallsreich. Aber es liest sich locker weg und die Geschichte bleibt spannend und nachvollziebar, ohne je ins Tiefsinnige abzudriften. Als wohlgemeinte Kritik muss ich jedoch anführen, dass manche Satzstellungen, sagen wir, unvorteilhaft sind ("Am Ende begleiteten drei Polizeiboote sie"), was aber auch dem Lektorat hätte auffallen können. Was mich aber nachhaltiger stört, ist die Tatsache, dass der Autor viel zu selten eine Pause von seiner Story macht und sich zu wenig Zeit nimmt, mal den "Blick schweifen zu lassen", um somit Atmosphäre aufzubauen. Ein Beispiel, wo das mal gelungen ist: "Thrax nickte und schaute aus dem Fenster auf die Straße. Es regnete in Strömen und der Himmel war düster und wolkenverhangen. Man sah nur wenige Passanten...". Diese Passage ist fast die einzige, in der mal Luft geholt wird und nicht die Geschichte voran getrieben wird. Dabei sind solche Beschreibungen wichtig, um beim Leser Immersion zu erzeugen. Hiervon in Zukunft also gerne mehr.

Sei es drum, mir hat das Buch Spaß gemacht und ich erwäge, mir auch die nächsten D9E-Bücher anzuschauen. Zu erwähnen ist noch, dass dem kleinen Wurdack-Verlag ein ganz hervorragender Druck und ein tolles, stimmungsvolles Cover gelungen ist. Zudem stellen sich die Autoren dieser Serie in diversen Internetforen den Fragen und Anmerkungen der Leser, was auch nicht selbstverständlich ist, allemal sympathisch rüber kommt, und die vier (Hegemonie-)Sterne auf jeden Fall rechtfertigt.


Holon : Anamnesis
Holon : Anamnesis
Preis: EUR 18,99

5.0 von 5 Sternen Meine Fresse..., 15. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Holon : Anamnesis (Audio CD)
...ist das ein tolles Zweitlingswerk. Ich bin ja nicht so verwegen zu behaupten, die Truppe hätte sich meine Kritik am ersten Output zu Herzen genommen. Aber es ist schon erstaunlich, dass genau die darin genannten (kleinen) Mängel gnadenlos ausgemerzt wurden. Die Songstrukturen haben nun Hand und Fuß, jedes Stück hat seinen eigenen Charakter und auch Nils Wittrock hat ordentlich an Charisma am Mikro hinzu gewonnen...

...und so kann ein Feuerwerk beginnen, was ich in der Art lange lange nicht mehr gehört habe. Wirklich tonnenweise musikalischer Ideen wurden hier zusammen gefügt, echte Könner an ihren Instrumenten (hört euch mal die völlig entfesselten Drumparts an, was da abgeht) sind hier am Werk. Verschiedenste Stilelemente, derbe Abfahrten, wunderschöne Melodien werden zu einem Großen Ganzen zusammengefügt, dass es einfach nur Spaß macht, aber auch berührt.

Einen einzelnen Song hervor zu heben macht hier wenig Sinn, aber ein extra Wort zu "Mara". Mara. Was für ein Song. Eine kompromisslose Abrissbirne, ein Zerstörung, eine kosmische Dissonanz, aus der wieder Neues entsteht. Einfach geil. Danke Jungs, es war mir ein Fest.

Somit haben es The Hirsch Effect tatsächlich geschafft, nicht nur "den nächsten Schritt zu machen" oder sowas. Vielmehr sind sie von gutem Regionalliganiveau direkt in die Championsleague aufgestiegen. Respekt.


Unsere Welt
Unsere Welt
Preis: EUR 10,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Rezension ist nicht gleich Rezension..., 13. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Unsere Welt (Audio CD)
Das ist leider übelster Schrammelrock aus der Garage ohne Fenster und ohne Lüftung. Die Onkelz-Anleihen sind eher peinlich als eine Hommage. Das Songwriting...nein, ich will nicht darüber sprechen.

Noch ein Wort zu den anderen Rezensionen: die klingen...irgendwie.......merkwürdig...........unecht?................
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 28, 2013 6:23 PM CET


Inception
Inception
Wird angeboten von ImLaden
Preis: EUR 6,89

17 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mehr Schein als Sein, 25. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Inception (DVD)
Mit den Chris Nolan-Filmen ist es immer das gleiche: gehe ich aus dem Kino, bin ich ziemlich beeindruckt von der Wucht der Bilder. `Toller Film mit kleinen Schwächen` ist dann das Fazit. Je länger ich schließlich im Nachhinein über das Gesehene nachdenke, desto mehr geht von der Kraft der Inszenierung verloren, bis hin zu einem korrigierten Fazit: `Mittelmäßiger Film mit einigen guten Momenten`. So auch bei Inception. Woran liegt das? Weil insgesamt mehr Schein als Sein zu sehen ist. Die Story? Eine absurde Traumebenen-Nummer, die noch so vielschichtig daher kommen mag, aber bei genauem Hinsehen ist es eben doch völlig verschwurbelter Nonsens. Nicht falsch verstehen, ich mag durchgedrehten Stoff, z.B. den eines Philip K. Dick oder Stanislaw Lem, aber es sollte in sich stimmig sein und Basis haben. Bei Inception jedoch wird dem Zuschauer die Gesetzmäßigkeiten der sich gegenseitig beeinflussenden Traumebenen in Hochgeschwindigkeit einfach vor den Latz geknallt, so dass Fragen hinsichtlich deren Ursprungs nicht nur nicht beantwortet werden, sondern gar nicht erst gestellt werden. Oder die Frage, warum es die Menschen mit besonderen Fähigkeiten gibt, woher sie kommen, was sie vor den Ereignissen gemacht haben. So bleiben die Hauptakteure allesamt merkwürdig blass. Ihre Einführung in die Handlung ist schwach. Bei einigen fragt man sich, warum sie eigentlich den ganzen Zinober mitmachen. Aus lauter Menschlichkeit?

Wie schon bei The Dark Knight wirken die Schauspieler allesamt wie aus einem Hochglanzmagazin. Man wagt es nicht, mal auf Figuren zurückzugreifen, die nicht zufällig blendend aussehen, irre selbstbewusst oder zumindest schön schrullig sind. Filme, die auf ein ähnliches Publikum abzielen, wie `District 9` oder `Wächter der Nacht`, machen es vor, wie aus abgehalfterten, öden Typen langsam Helden wider Willen werden, aber eine solche Entwicklung darzustellen, ist Nolan`s Sache nicht. So will es einfach nichts werden mit der Immersion beim Zuschauer, also dem Eintauchen in die Handlung. Da auch die Szenen, die beim Zuseher für Emotionen sorgen sollen (diCabrio mit Ehefrau), eher dem Drücken auf die Tränendrüse gleichen, anstatt sorgfältig inszeniert zu sein, bleibt man merkwürdig unbeteiligt. Außerdem, wer sich als Paar in der gemeinsamen Traumzeit eine derartig kalte und öde Megacity bastelt, die das New York aus `I am legend` wie ein quirliges, gallisches Dorf erscheinen lässt, ist eher durchgeknallt als bemitleidenswert. Total unlogisch, aber Hauptsache der Effekt ist gut. Letzter Kritikpunkt: wiederum vergleichbar mit The Dark Knight wird der Stoff mit derartiger Ernsthaftigkeit vorgetragen, dass kein Platz für einen Funken Ironie bleibt, kein Augenzwinkern, das den ganzen Plot mal etwas auflockert, wo der Film sich mal von sich selbst ein klein wenig distanziert und dadurch zugänglicher wird.

Was bleibt? Der Film ist zuweilen grandios inszeniert, keine Frage. Manche Bilder sind einfach toll. Immer wieder gibt es Szenen, bei denen man denkt: `Wow, so etwas hat man noch nicht gesehen.` Einige Ideen sind auch spannend umgesetzt, z.B. der verunfallte Wagen, dessen Sturz ins Wasser und die sich davon ableitenden Auswirkungen auf die Story. Und dafür gibt es auch verdiente drei Sternchen. Ansonsten will der Film mehr sein, als er ist. Zusammen mit den oben genannten Gründen kommt es daher zur Abwertung.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 4, 2014 9:13 PM CET


The Golden Bough
The Golden Bough
Preis: EUR 17,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wächst und wächst und..., 4. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: The Golden Bough (Audio CD)
Da hätte ich doch nach zwei- dreimaligen Hören glatt und mit einem Achselzucken drei Sterne vergeben, mit dem Hinweis: "und was soll daran besonderes sein?". Zunächst wollte nichts so richtig hängenbleiben, es plätscherte etwas langweilig so vor sich hin. Mithin etwas vorhersehbar, was da als nächstes kommt (dieser Kritikpunkt gilt auch jetzt bei 5 vergebenen Sternen noch-spielt aber nicht mehr eine so große Rolle). Und klar, die Parallelen zu alten (und damals noch würdigen) Heroen wie Manowar und Bathory sind mir auch gleich aufgefallen. Aber die sofort ins Ohr gehenden Melodeien einer "Into Glory Ride" oder einer "Hail to England" sind hier wohl nicht zu finden. Oder etwa doch? Nach nunmehr unzähligen weiteren Durchläufen, mittlerweile ist das Ding in heavy rotation, wird klar, dass genau das Fehlen vordergründiger Gimmicks, Spielereien und der zurückhaltende Einsatz von Samples die Atmosphäre und die Tiefe dieser Musik ausmacht. Erst langsam, aber dann wie ein grollend heranrauschender Sturm entfaltet sich der Sound. Es ist ein kaum spürbarer, aber unwiderstehlicher Sog, der den Hörer erfasst, der sich darauf einlässt, das rettende Ufer so schnell nicht wieder zu erreichen. Ja, es ist episch und immer wieder schleppend doomig, aber nie über ein bestimmtes Maß hinaus, welches zu kitschiger Überladung führen würde. Dazu scheint es den Bayern mit ihren Songs zu ernst zu sein. Hervorzuheben ist eigentlich keiner der Stücke. Es handelt sich um eine der Veröffentlichungen, die man sich auf jeden Fall in Gänze anhören sollte.Für die Zukunft würde ich mir noch den ein oder anderen Überraschungsmoment (natürlich passend und in Maßen) wünschen.

Neben den bisher genannten Verweisen auf andere Bands sind hier im übrigen auch die alten Fates Warning zu "Awaken the Guardian"-Zeiten zu nennen. Zwar fehlt Atlanten Kodex die Progessivität, aber der Gitarrensound, das leicht verschleppte Drumming und hin und wieder sogar die Vocallines ("Pilgrim") erinnern an alte Glanztaten der Amis. Die Stimme von Markus Becker könnte tatsächlich noch etwas kräftiger sein, ist andererseits sehr angenehm. Sie ist weniger als ein herausstechendes Merkmal der Band als vielmehr als ein Instrument von fünfen zu verstehen.

Bleibt noch, auf das großartige Cover (ein Gemälde von Arnold Böcklin, der z.B. auch einen H.R. Giger inspirierte) hinzuweisen, welches es schafft, ohne Blind Guardian-artige Fantasy-Attitüde ("wo passt noch ein Gnom hin?"), einen ziemlich genauen Hinweis auf die zu erwartende Musik zu geben.


Holon : Hiberno
Holon : Hiberno
Preis: EUR 18,47

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Noch nicht ganz trocken hinter den Ohren, 30. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Holon : Hiberno (Audio CD)
Die freudige Erregung war groß in deutschen (Internet-)Gazetten, als die Hirsch-Jungs mit Hiberno unter Beweis stellten, dass auch deutsche Band mit ziemlich rigorosen Core-Attacken arbeiten können. Man muss nur wollen. Diese berechtigte Freude hat dann aber ein wenig den Blick dafür getrübt, dass hier noch nicht alles in trockenen Tüchern ist. Die Songs weisen eine gewisse Strukturlosigkeit auf, was dazu führt, dass irgendeine Form von Spannungsbogen nicht zu hören ist. Soll ja auch so sein, könnte man entgegenhalten, aber mich beschleicht der Eindruck der Beliebigkeit, was das Aneinanderreihen von den ruhigen und den Noise-Parts angeht. Was mir zudem auf den Zwirn geht, ist diese pseudo-intellektuelle Attitüde der Texte. Eine Kaskade sinnleerer Fragmente, die nur den Schluss zulassen: "die ham nich viel zu sagen". Das wäre auch überhaupt nicht schlimm, echt nicht, wenn nur nicht so krampfhaft, siehe allein die Songtitel, versucht würde, dem Ganzen den Anstrich von Tiefsinnigkeit zu verpassen. "Das Nicht-funktionieren des Pulsmessers, das viel zu stumpf ist" Meiner Treu, das ist sowas von geschwurbelt und dann diese Doppeldeutigkeit um jeden Preis...da macht sich der Eindruck pennälerhafter Überheblichkeit breit.

Nun aber auch genug gemeckert. Die Jungs sind auf jeden Fall sehr sehr gut an ihren Instrumenten, die können richtig was. Und das zeigen sie auch in einigen sehr schönen Momenten. Die Dillinger-Escape-artigen Core-Attacken sind so richtig kompromisslos, find ich auch super. Allerdings dürfte die Stimme des Sängers dabei noch eine Ecke kräftiger rüberkommen. Insgesamt bekommt der geneigte Hörer so einiges um die Löffel gehauen, was bisher selten, zumindest von deutschen Bands, zu hören war. Das alleine ist ein Kaufgrund plus die Tatsache, dass an allen Ecken dieses Werks zu erkennen ist: eine Menge Potential und noch viel Luft nach oben.


After
After
Preis: EUR 13,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen AAA+, 15. März 2010
Rezension bezieht sich auf: After (Audio CD)
Seit der Emperor-Prometheus-Offenbarung lege ich mir die neuen Veröffentlichungen des Masterminds blind zu, soll heißen, ohne vorher reinzuhören. Eine gewisse gemeinsame Idee von guter Musik scheint uns hier zu einigen-obwohl ich nicht viel mit BlackMetal anzufangen weiß, fühle ich mich doch eher in der progressiven Richtung zu Hause. Womit man bei Ihsahn jedoch überaus gute Chancen hat, gefallen an den Veröffentlichungen zu finden, wenn "progressiv" im Wortsinne verstanden wird.

Und so waren The Adversary und AngL auch gute Scheiben, ohne Frage, aber qualitativ nicht immer ganz homogen. Echte Highlights ("Monolith"!) wechselten mit weniger starken Stücken. Dies hat sich mit "After" nun klar geändert. Geht es mit dem starken Opener "The Barren Lands" noch Ihsahn-typisch los, so wird schon in "A Grave Inversed" derart die Gegend verwüstet, dass es nur so eine Art hat. Nicht zuletzt trägt besonders das sich immer wieder vergaloppierende Saxophon in dieser pfeilschnellen Granate dazu bei, dass ein Grinsen in mein Gesicht gemeißelt wird, wie bei Batman's Joker. Aber erst danach wird mit dem titelgebenden Stück die Grundausrichtung deutlich: eine eher melancholische Stimmung, deren tief hängende Wolken immer wieder durch die wütenden, vocalen Ausbrüche aufgerissen werden. Und immer wieder dieses Saxophon, welches glücklicherweise nicht als Gimmick eingesetzt wird, sondern sich voll integriert. Und so kommt beispielsweise in "Heavens Black Sea" echte Blade Runner-Stimmung auf, ein sehr abgefahrenes Hörerlebnis. An dieser Stelle muss ich der geschätzten Meinung des Vorrezensenten widersprechen: aus meiner Sicht geht es insgesamt kaum emotionaler. Verzweiflung, Wut, Trauer, Hoffnung scheinen mir hier die Zutaten für das achtgängige Menü zu sein, mit echtem Herzblut eingespielt, so intensiv wie seit "Prometheus" nicht mehr. Die innovativen Melodien würden bei anderen Bands sicher für drei Alben reichen.

Ihsahn ist hier echt ein ziemlich großer Wurf gelungen: ungemein abwechslungsreich, dennoch aus einem Guss und das fast wichtigste: die Mucke kann wohl niemanden wirklich kalt lassen, wer ein Ohr für diese Art Musik hat (oder zwei). Zudem ist's keine One-Man-Show, denn neben Saxophon kann man mit den alten Spiral Architect-Virtuosen als Rythmussektion ja gar nichts falsch machen.


Kleine Weltgeschichte der Philosophie
Kleine Weltgeschichte der Philosophie
von Hans Joachim Störig
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Lies doch den Störig", 24. Oktober 2009
...könnte man sagen bei der Frage, worauf man denn zurückgreifen sollte, wenn man sich für Philosophie und seine Geschichte interessiert. Im Grunde perfekt: nicht zu kurz und nicht zu lang, immer verständlich, aber nie trivial. Stets an den Leser denkend wird auf Einschränkungen, die dieses Format mit sich bringt, offen hingewiesen. Beispielsweise wird an mancher Stelle deutlich gemacht, dass das Konzept eines Philosophen aufgrund dessen Umfangs nur angerissen werden kann. So weiß der Rezipient bescheid und kann sich bei Interesse weitere Literatur hinzuziehen.

Besonders weise ich auf die Sprache des Autors hin: die ist mit soviel Liebe und Wissen zur Materie verfasst, so klug und streckenweise fast literarisch, dass niemand Sorge haben muss, es hier mit einem trockenem Fachbuch zu tun haben zu müssen. Im Gegenteil, spannender als mancher Roman ist es, den Gedanken der Weisen (und derer, die sich dafür gehalten haben) zu folgen, die Querverweise nachzuvollziehen und die beschriebenen historischen Umstände mit einzubeziehen. Und wenn es zu Komplex wird, oder sich der Denker in allzu abgehobener Sprachgestaltung übt, ist auf Störig Verlass, der es versteht, komplexe Zusammenhänge verständlich zu "übersetzen". Also echtes Lesevergnügen inklusive.

Wie es Störig gelingt, den Leser mitzunehmen ins Reich der Philosophie, ihm immer die Möglichkeit offen hält, selbst über das soeben Gelesene nachzudenken und Zusammenhänge und Widersprüche offenzulegen, ist schon richtig gut. Auch klasse: los gehts im alten Indien und nicht etwa erst bei den alten Griechen (Ehre, wem Ehre gebührt).

Kleiner Kritikpunkt: einige Denker, die den Bereich der Philosophie für sich nicht als Hauptmetier verstanden haben (z.B. Erich Fromm), hätte ich dennoch gerne erwähnt gesehen. Das wäre etwas für die nächste Auflage, die langsam mal fällig wird!

Well done, Hans!


Transcendence
Transcendence
Preis: EUR 13,99

5.0 von 5 Sternen Flames reflecting in my eyes, 29. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Transcendence (Audio CD)
Und dabei bin ich gar kein großer Balladen-Fan, aber "Burning Bridges" ist so ungeheuer ergreifend, so perfekt, so -ähem, hust- verdammt schön! Das muss man gehört haben! Und zum Rest dieses Klassikers ist bereits alles gesagt. Messerscharfe Songs, die man fast als Speed-HardRock bezeichnen könnte, wechseln sich mit ruhigen, immer stimmigen Stücken ab. Jeder Song hat seine eigene Struktur, da ist alles durchdacht und durch echte Emotionen entstanden. Über allem thront die dramatische Stimme Midnights. Genial abgerundet wird dieses Furiosum mit dem sphärischen Schlussakkord "Transcendence".

Auch nach über 20 Jahren ist hier nichts angestaubt, ein Klassiker eben.


The Wrestler
The Wrestler
DVD ~ Mickey Rourke
Preis: EUR 6,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mickey Rourke in Höchstform, 21. September 2009
Rezension bezieht sich auf: The Wrestler (DVD)
und dennoch nur drei Sterne. Warum? Nun, die Story ist schlichtweg zu flach. Was das Leben mit einem abgehalfterten Wrestler, der den Absprung in ein neues Leben nicht geschafft hat, so anstellt, erfahren wir bereits in den ersten zehn Minuten des Films. Und daran ändert sich im Verlaufs der Handlung letztlich nichts. Die Moral namens "Ruhm ist Vergänglich" ist allgegenwärtig, bis zu dem Punkt wo man als Zuschauer denkt: ok, ok, ich hab es ja verstanden...Die Handlungsstränge (Spoiler!), sei es die verloren geglaubte Tochter, die es wiederzugewinnen gilt (mit dem unvermeidlichen "Wo warst du, als ich dich brauchte?", um dem Rezipienten Tiefgründigkeit vorzutäuschen), oder die Geliebte, die -natürlich- als Stripperin ihr Geld verdient: alles schon hundert Mal gesehen. (Spoiler Ende)

Trotz sorgfältiger Inszenierung wird das ab ca. der Hälfte des Films alles etwas öde und langweilig, wenn da nicht dieser Hauptdarsteller wäre, der wirklich alle anderen an die Wand spielt. Eine solche Rolle passt aber natürlich wie die Faust aufs Auge, da Rourke selbst auf ein bewegtes und nicht gerade einfaches Leben zurück blicken kann.

Interessant sind einige Einblicke in das Wrestling-Geschäft, was aus meiner Sicht hätte ausgebaut werden können. Wer sind die Geschäftemacher in dem Buisness, wer ersinnt die Scripts für die Fehden, wie wird das Image eines Wrestlers aufgebaut. Die filmische Beantwortung dieser Fragen wäre spannend gewesen, um zu zeigen, wie sehr die "Theaterstücke im Ring" namens Kampf durchgeplant sind.

"The Wrestler" hat einen anderen Schwerpunkt, okay, kann mich damit aber nicht restlos überzeugen.


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