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Rezensionen verfasst von
Lev Zturep "cartaphilus" (Rheinhessen)

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Metals (Digipack)
Metals (Digipack)
Wird angeboten von uGado
Preis: EUR 12,47

33 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Deluxe-Edition???, 30. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Metals (Digipack) (Audio CD)
Habe heute nach Vorbestellung die Deluxe Edition von Metals erhalten und auch gleich voller Freude angehört. Die Musik ist echt ein Volltreffer! Einfach nur schön. Aber die Enttäuschung kam dann als sich herausstellte, dass diese Scheibe nichts, aber auch gar nichts enthält, das auch nicht auf der normalen CD wäre. Nix Bonus, nix Digi oder sonstwas, ein Faltblatt als Textheft und ein 08/15-Pappcover. Einzig der Aufkleber "Limited-Edition" auf der Vorderseite lässt erkennen, dass es sich um eine Sonderedition handeln soll. Habe die CD umgehend zurückgeschickt in der Hoffnung, dass es sich vielleicht um einen Packfehler handelt (falsche CD im Cover oder Aufkleber falsch geklebt). Aber wenn dies tatsächlich die "Deluxe Edition" mit "schöner Digipack Ausstattung" (so die Amazon-Beschreibung) sein sollte, dann halte ich das gelinde gesagt für eine Sauerei und die Beschreibung von Amazon für mindestens irreführend (dies schreibe ich wie gesagt als großer Fan von Feists Musik der im Oktober auch zu ihrem Konzert nach Amsterdam reisen wird).

Sollte sich herausstellen, dass tatsächlich ein Fehler bei der Lieferung gemacht wurde, werde ich diese Rezension richtigstellen, aber einstweilen gilt für mich: Fantastische Musik einer fantastischen Künstlerin - aber FINGER WEG von der "Deluxe Edition", denn die ist ein Witz. Ein schlechter!

KORREKTUR: Der Kommentator unten hat natürlich Recht. Habe mich jetzt schlau gemacht und Digipak meint tatsächlich nur die Pappverpackung und kein digitales Bonus-Material. Die Beschreibung bei Amazon ist also korrekt. Mein Fehler. Umso enttäuschter bin ich allerdings von dem Produkt an sich. Meines Erachtens bietet diese "Limited Edition" dem Fan absolut nichts was er nicht auch beim Erwerb der "normalen" CD hätte. Noch nicht mal Bilder, Photos oder sonstige Infos auf den Innenseiten des "Digipak", sondern schlicht graue Dreiecke auf neongelbem Grund. Ich erwarte ja nicht notwendigerweise gleich dieselbe Üppigkeit, mit der Wilco ihr neuestes Werk als "Deluxe" herausgebracht haben. Es reicht schon zu sehen, um wie Vieles aufwendiger andere, vergleichbare Künstler ihre normalen[!] Editionen auf den Markt bringen - sei es in Digipaks oder in was weiß ich wie kunstvoll gestalteten Verpackungen - um DAS hier für Nepp und einer so aufrichtigen wie kreativen Künstlerin, wie Feist es erwiesenermaßen ist, unwürdig zu erachten.

NACHTRAG: Mittlerweile hat Amazon reagiert und die Produktbezeichnung von "Deluxe Edt." auf "Digipack" geändert. Wenn jetzt noch in der Produktbeschreibung der Satz "Deluxe Edition kommt in einer schönen Digipack Ausstattung" korrigiert würde, dann könnte sich keiner mehr beschweren.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 28, 2012 10:46 AM MEST


Cryptograms
Cryptograms
Preis: EUR 21,04

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Musik als Lebenselixier, 4. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Cryptograms (Audio CD)
Nachdem nun bereits der Nachfolger "Microcastles" (VÖ: 28. Oktober 2008) seine - gar nicht so "mickrigen" - Schatten vorauswirft, ist es dringend geboten, endlich auch an dieser Stelle einem der herausragenden Releases der letzten Jahre eine Rezension zu widmen. Mit dieser Einleitung dürfte auch schon geklärt sein: dies wird sicher kein Verriss.

Einer der wesentlichen Züge von Deerhunters Musik ist ihre Offenheit. Sie läßt dem Hörer Freiraum, führt ihn - wenn überhaupt - an der ganz langen Leine und läßt zu, dass er für sich selbst seinen Platz in ihr findet. Das mag u.a. an den Ambient-Anteilen liegen, doch auch in den "stringenteren" Songs klingen stets Aspekte dieser Offenheit durch und erreichen damit Qualitäten der - von Cox ausdrücklich als solche erwähnten - Vorbilder Eno, Bowie (insbes. "Berliner-Phase") und My Bloody Valentine.
Überhaupt fällt die Ähnlichkeit im Aufbau zu "Low" oder "Heroes" ins Auge, beides ihrerseits zweigeteilte Alben, nur mit dem Unterschied, dass bei Bowie/Eno der Teil mit eher klassischen Songs am Anfang steht, während Deerhunter mit dem vordergründig abgedrehteren/psychedelischeren Teil beginnen, aus dem dann die (vielleicht etwas eingängigeren) Songs des zweiten Teils quasi emportauchen. Hintergrund dessen ist wohl die Aufnahmesituation, bei der an jeweils einem Tag die beiden Teile des Albums eingespielt wurden. Man könnte also meinen, dass es nur eine große improvisierte Jam-Session ist, die man hier zu hören bekommt. Doch das Resultat ist (vermutlich nicht zuletzt durch die Nachbereitung am Rechner) definitiv eine 'Runde Sache' und braucht den Vergleich mit den großen Vorbildern (zu denen - neben den bereits genannten - sicher auch noch Can, Neu! oder Sonic Youth zu zählen wären) nicht zu scheuen. Überdeutlich wird der Bezug insbes. zu "Heroes" m.E. dann beim sechsten Track "Octet", dessen Anfangssequenz diejenige von "V2-Schneider"(ebenfalls Track #6 auf "Heroes") wiederspiegelt.

Man mag von Bradford Cox' extrovertierter Persönlichkeit (ausgedrückt nicht nur in Kleidergeschmack und Bühnenperformance, sondern vor allem auch in seinem Blog) halten was man will, aber der Mann ist ein besessener Musiker. Bei ihm spürt man in allem was er tut, dass die Musik sein Lebensinhalt ist. Ohne sie, hat man das Gefühl, gäbe es ihn womöglich schon nicht mehr (NB.: Cox leidet seit früher Jugend am Marfan-Syndrom, dessen Behandlung verschiedene, sehr aufwendige und äußerst belastende Eingriffe erforderlich machte). Entsprechend ungehemmt ist sein Output (u.a. auch mit seinem anderen Projekt: Atlas Sound). Man darf gespannt sein, wie lange dieser Elan vorhält.

Fazit: Dies ist ganz sicher keine Platte für Zwischendurch oder zum oberflächlichen Drüberweghören (ein häufig gemachter Fehler ggü. Musik mit großem Ambient-Anteil). Man muss sich darauf einlassen, in die Stimmung eintauchen und sich der Musik öffnen (gute Kopfhörer sind dabei sicherlich hilfreich). Dann wird man auch belohnt mit einem regelrechten Trip, der - trotz bzw. gerade aufgrund der wiederkehrenden dunklen Thematiken von Krankheit, Tod und Isolation (= nicht zuletzt Reflexe auf Cox' Lebens-/Krankheitsgeschichte) - insgesamt Lebensfreude, ja Lebensgier atmet und so den Hörer durchaus positiv auflädt.

P.S.: Eine wichtige Ergänzung des Albums stellt die EP "Fluorescent Grey" dar, die folgerichtig auf Vinyl auch im Paket mit "Cryptograms" veröffentlicht wurde.


Strawberry Jam
Strawberry Jam
Preis: EUR 12,98

29 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein Blindkauf!, 26. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Strawberry Jam (Audio CD)
Zunächst einmal: es ist natürlich absolut legitim, diese Platte nicht zu mögen. Und eine begründete Ablehnung (wie die meines Vorschreibers nathan) ist allemal interessanter und informativer als anpasserische Lobhudelei, wie sie bei einer Band, die wie Animal Collective derzeit auf einer Welle des Erfolges durch die Feullietons schwimmt, gerne vorkommt. Wenn also geschrieben wird, dass "Strawberry Jam" von Pere Ubu, Mars Volta oder GY!BE genährte Erwartungen enttäuschen würde, dann stimmt das wohl auch, denn gerade hinsichtlich der beiden letzteren sind die musikalischen Berührungspunkte allenfalls rudimentärer Art. Das ist schlicht eine andere Baustelle, mit teilweise ganz anderen, und in mancherlei Hinsicht deutlich weiter gestreuten musikalischen Quellen, als denjenigen der hier genannten (und von mir ebenfalls geschätzten!) Vertreter des New-ProgRock. Die (von mir verehrten) Flaming Lips und besonders Brian Eno sind da schon näher dran, aber bei weitem nicht ausreichend, will man Animal Collectives musikalischen Hintergrund erfassen. Dazu wären nämlich mindestens mal noch die Beach Boys, sowie David Byrne und die Talking Heads zu nennen. Doch insgesamt hilft das übliche "namedropping" hier angesichts der Fülle der Einflüsse (electronic, folk, shoegaze, noise, new-prog, ambient und eine Vielzahl anderer, i.Gr. sinnfreier, Kategorisierungen mehr) sowieso nur bedingt weiter (wer möchte, kann dazu ja mal die Referenzlisten für "Strawberry Jam" und seinen Vorgänger "Feels" bei plattentests.de vergleichen).

Mit Animal Collective ist es letztendlich wie mit den meisten (um das hochtrabende "avantgardistisch" zu vermeiden:) "experimentierfreudigen" Bands: entweder man hat direkt einen Zugang dazu, oder man wird erst einmal abgestoßen. Ich kann mir sogar sehr gut vorstellen, dass einem im zweiten Fall die Musik ziemlich auf den Geist gehen kann (Stichwort: "Kinderlieder", "Jahrmarktsmusik" und "monotones Getrommel"). Daher die (angesichts der anvisierten Zielgruppe doch eigentlich überflüssige) Empfehlung, sich vor dem Kauf besser mal die Zeit zu nehmen und etwas ausführlicher reinzuhören, als sich blind auf die vielen positiven Besprechungen in diversen Magazinen etc. zu verlassen.

Ich persönlich halte "Strawberry Jam" jedenfalls für eine der herausragenden Platten des vergangenen Jahres, mit reichlich Inspirations-, Charme- und Esprit-Potential... wenngleich nicht notwendigerweise für jeden Hörer.


Die Blumen des Bösen (insel taschenbuch)
Die Blumen des Bösen (insel taschenbuch)
von Charles Baudelaire
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,00

42 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hinweis, 1. Juli 2007
Zu den Qualitäten von Baudelaires Werk wurde bereits von meinen Vorgängern und in unzähligen anderen Publikationen ausreichend Stellung genommen. Sie dürften außer Frage stehen. Ich möchte an dieser Stelle nur darauf hinweisen, dass es sich bei der Insel-Taschenbuch-Ausgabe mit der ISBN 3-458-318208, um die Übersetzung von CARLO SCHMID (fertiggestellt 1941) handelt. Die oben angegebene Perlentaucher-Notiz mit der darin enthaltenen Kritik betrifft dagegen die Kalkreuth'sche Übersetzung, also mithin ein anderes Buch. Bislang konnte ich zwar nur bei einer Handvoll der Gedichte eingehend Original und (drei mir vorliegende) Übersetzungen vergleichen. Doch immerhin schnitt dabei - in meinen Augen - diese Übertragung von Herrn Schmid, indem sie sich inhaltlich dicht am Original hält, ohne zu sehr an Fluss und Lesbarkeit einzubüßen, stets am besten ab. Der Wert dieser Ausgabe wäre nur noch durch Beifügung des französischen Originals und ggf. eines fachlichen Kommentars o.ä. zu steigern. Doch auch so verdienen Baudelaire und Schmid an sich schon die volle Anzahl Sterne.

>>Nachtrag: Inzwischen habe ich nochmal nachgeschaut und festgestellt, dass es vom Insel-Verlag noch eine ganze Reihe weiterer Ausgaben der "Blumen des Bösen" gibt: u.a. eine sehr aufwendige, in zwei Bänden inklusive der "Der Spleen von Paris" (ISBN 3-458-161724) mit Übertragungen durch Sigmar Löffler, Fernand Nohr und Dieter Tauchmann, sowie eine Hardcover- (von 1986 ISBN 3-458-145362, ebenfalls Carlo Schmid) und eine Jubiläumsausgabe (ISBN 3-458-342710) - letztere offenbar mit besagter (und kritisierter) Übertragung durch Wolf von Kalckreuth. Leider wird bei Amazon nicht zwischen den einzelnen Büchern differenziert. Die verschiedenen Ausgaben aus dem Hause Insel werden schlicht über einen Kamm geschoren und erscheinen hier also mit denselben offiziellen und Kundenrezensionen. Nicht eben sehr hilfreich für den suchenden Laien. Wer sich daher verläßlich informieren will, sollte dazu lieber die Internet-Seiten der Deutschen Nationalbibliothek aufsuchen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 29, 2011 5:10 PM CET


Some Loud Thunder
Some Loud Thunder
Preis: EUR 9,63

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hinterhältig..., 22. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Some Loud Thunder (Audio CD)
... so würde ich die Wirkung dieser neuen Platte von *CLAP*Yeah! beschreiben. Hatten die Jungs um Herrn Ounsworth mit ihrem selbstbetitelten Debut eine DER Überplatten des Jahres 2006 herausgebracht (m.E. nur übertroffen von "Bitter Tea" von den Fiery Furnaces - aber die hört ja wohl ohnehin kaum jemand :-( ), so war ich in meinen Erwartungen für das neue Album entsprechend vorsichtig, ja skeptisch. Zu strahlend leuchtete der Vorgänger, als dass jetzt ein vergleichbarer Geniestreich möglich sein sollte - geschweige denn eine Steigerung. Beim ersten Durchhören im Laden schienen sich denn auch meine Befürchtungen zu bestätigen. Trotzdem schlug ich zu - und wurde belohnt! Mit jedem Durchlauf, mit jedem Mal, dass einer der Songs auf meiner MP3-Playlist auftauchte, rückte "Some Loud Thunder" fast unmerklich dichter an die Stelle heran, die bei mir das Debut einnahm. Und plötzlich waren es vor allem die Melodien, Stimmungen und Effekte von DIESER Platte, die in meinem Kopf rumschwirrten, wenn ich an *CLAP*Yeah! dachte. Was mir zunächst an der Oberfläche lediglich düster und repetitiv vorkam, offenbarte nun eine Schönheit im Detail, die dafür umso nachhaltiger wirksam ist. Man höre sich nur einmal die im Netz vorveröffentlichte Single "Love Song No.7" an, und achte dabei darauf, was sich da alles über einer simplen Klavier-Figur im Verlauf des Songs entwickelt. Da gleicht kein Moment dem anderen. Immer ist irgendetwas in Bewegung und sorgt für eine veränderte Stimmung.

Ein Wort zur Produktion: Es hat schon seinen Grund, warum die Band derart auf ihre Unabhängigkeit bedacht ist. Auf diese Weise kann man es sich beispielsweise leisten mit dem Titeltrack ein klassisches "F**k-off" an den Anfang zu stellen. Ein Stück wie der Einstieg zu einem alpinen Klettersteig, gestaltet nach dem Motto: Wenn Dich DAS schon überfordert, dann bleib besser mit Deinen Turnschuhen auf weniger gefährlichen Wegen. Klingt eingebildet und elitär? Ist es zu einem gewissen Grade auch, aber das Recht dazu haben *CLAP*Yeah! sich erarbeitet. Nicht auszudenken, was das Resultat gewesen wäre, wenn hier die Sound-Gleichmacher eines großen Labels die Finger am Regler gehabt hätten (siehe als abschreckendes Beispiel die mehrjährige Leidensgeschichte mit dem letzten Album "Extraordinary Machine" von Fiona Apple).

"Some Loud Thunder" ist Musik, die nicht jedem gefallen muss, und das auch gar nicht will. Aber egal wie man dazu steht, sie ist in jedem Fall eines: authentisch. Daraus bezieht sie ihre Kraft und "Soseinsberechtigung". Fazit: "Some Loud Thunder" hat seinen Vorgänger zwar nicht übertroffen (was wie gesagt auch kaum vorstellbar gewesen wäre), es aber gerade aufgrund seiner Andersartigkeit doch geschafft, einen eigenen, gleichberechtigten Platz daneben einzunehmen. Und das ist schon mal 'ne ganze Menge.


Bitter Tea
Bitter Tea
Wird angeboten von TwoRedSevens
Preis: EUR 8,66

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unter dem Radar, 19. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Bitter Tea (Audio CD)
Es wundert mich schon wie diese Platte scheinbar unterhalb des Wahrnehmungsradars nicht nur des allgemein in die Alternative-Richtung tendierenden Hörers, sondern auch der Fans und "Raritätensammler" verblieben ist. Die Tatsache, dass es zu jedem der Vorgängeralben ("Gallowsbird's Bark", "Blueberryboat", "EP", "Rehearsing My Choir") bei Amazon.de mindestens eine (z.T. sehr lesenswerte) Besprechung gibt, "Bitter Tea" aber bislang quasi "nackt" dasteht, ist für mich in diesem Zusammenhang nur ein weiteres Indiz für diese etwas stiefmütterliche Behandlung. Denkbare Gründe hierfür mag es einige geben: die (leider!!!) sehr geringe Präsenz der Band auf europäischen, insbes. kontinentalen Bühnen (EDIT: Im November 2007 touren sie durch Deutschland, mit Auftritten u.a. in München, Köln und Berlin!!! :-] ), oder vielleicht auch eine gewisse "Erschöpfung" der Fanbasis bei der Auseinandersetzung mit solchen Herausforderungen wie "Blueberryboat" und "Rehearsing My Choir". Doch so richtig überzeugend erscheint mir keiner.

Dass nun ausgerechnet ich die erste Rezension zu "Bitter Tea" einstelle ist insofern besonders, als ich erst im vergangenen Jahr 2006 wirklich in Kontakt mit den Furnaces gekommen, und ein entschiedener Fan ihrer Musik geworden bin. "EP" war mein Einstieg (nachdem ich mich an "Blueberryboat" zunächst nicht herangewagt hatte), und als ich mir durch intensive Beschäftigung mit Text und Musik die Schönheiten von besagter "Blueberryboat" erschlossen hatte, war klar, dass ich so schnell nicht mehr von diesem Trip runterkommen würde. Doch wo "EP" mit einigen der schönsten Melodien der Geschwister mein musikalisches Bauchgefühl, und "Blueberryboat" den ästhetischen Kopfmenschen in mir ansprach, schaffte "Bitter Tea" das Kunststück, genau in die Mitte dazwischen zu treffen: in mein Herz. Schon beim ersten Hören offenbarte diese CD eine unglaubliche Fülle melodischer Highlights. Es gibt tatsächlich nicht einen Song, der nicht mit einer - im wahrsten Sinne des Wortes - HOOK-Line aufwartet (selbst das musikalisch vielleicht "anstrengendste" Stück "The Vietnamese Telephone Ministry" bietet mit seinem seltsam-schönen, mysteriös glimmernden "Epilog" ein Zuckerl). Wenn also von Seiten der Kritiker zuweilen darauf hingewiesen wird, dass die Furnaces ihrer Musik durch allzu viele, abrupte Wechsel Gewalt antun würden, dann hat das m.E. eben auch damit zu tun, dass die Melodien teilweise von solcher Schönheit sind, dass man nicht aufhören möchte sie zu hören. Doch statt sich den Hörgewohnheiten anzupassen und diese Elemente entsprechend auszuwalzen, werden sie immer wieder von eher musikalisch-narrativen Passagen unterbrochen. Dabei sind es wohl gerade diese harten Schnitte, diese extremen Kontraste in Stimmung und Ausdruck, die dafür sorgen, dass mir diese Musik noch beim 100sten Durchlauf nicht ausgelaugt und abgelutscht vorkommt.
Auffällig ist, wie die Friedberger-Geschwister diesmal mit den Genres spielen. So enthält beispielsweise der Titeltrack in seinem Hauptteil genuine Hard-Rock-Elemente, während "Oh Sweet Woods" im Dancefloor-Gewande daherkommt (mit einem Kurzauftritt von Michael Jacksons "Billy Jean").

Textlich bleibt man bei dem bewährten Rezept, autobiographisch angehauchte Episoden (vor allem wohl von Eleanors Reisen) mit einem "absurdistischen" Anstrich zu versehen, wobei diesmal der Anteil von "Nonsense-Reimen" u.ä vergleichsweise gering ist. Dafür gibt es reichlich rückwärtsgespielte und gesungene Passagen, die aber - soweit ich erkennen kann - inhaltlich nicht wesentlich zum Verständnis beitragen. Fans von "Blueberryboat" werden z.B. in Nr. 9 ("Borneo": wie in "Chris Michaels" ermöglicht eine geklaute Geldkarte eine Reise bzw. Flucht) einige Leitmotive wiedererkennen. Oft sind es aber wohl auch einfach nur einzelne Sätze oder auch Worte, die Eleanor oder Matt irgendwo aufgefallen sind, und um die herum sie dann einen Song spinnen, wobei diversen Interviews zufolge das songwriting zuletzt wohl ganz überwiegend von ihm übernommen wurde.

Auch wenn es sich bei "Bitter Tea" im Gegensatz zu "Blueberryboat" und "Rehearsing My Choir" nicht um ein Konzeptalbum im eigentlichen Sinne handelt, fällt es mir doch schwer, es nicht als ein Ganzes zu betrachten. Entsprechend Bauchschmerzen habe ich mit der Angabe von Anspieltips... doch wenn man mich festnagelte so würde ich wohl die Nummern 5 ("Teach Me Sweetheart"), 6 ("I'm Waiting To Know"), 9 ("Police Sweater Blood Vow") 10/13 ("Nevers", 2 Versionen) und 11/14 ("Benton Harbor Blues", 2 Versionen und erste Single-Auskopplung) nennen. Aber Achtung: die 30-Sekunden-Schnipsel bei Amazon bieten in diesem Fall einen noch schlechteren Einblick als ohnehin schon. Besser mal auf der Homepage der Furnaces, oder auch ihrer MySpace-Seite nachschauen bzw. -hören.
Neben "Gallowsbird's Bark" und "EP" ist "Bitter Tea" sicher ihr eingängigstes Album. Doch während ersteres noch der Stilfindung diente und "EP" (trotz aller Qualitäten) eine relativ lose Zusammenstellung einzelner Stücke von diversen Maxi-CDs ist, bietet "Bitter Tea" einen - auch abenteuerlustigen Neueinsteigern sehr gut zugänglichen - repräsentativen Einblick in die Musik der New Yorker (bzw. "Jetzt-Wieder-Chicagoer").
Was mich persönlich betrifft, so kann ich nur sagen, dass "Bitter Tea" meine 1. Wahl für die "einsame Insel" wäre.


Ys
Ys
Preis: EUR 14,99

15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Hin und Her..., 13. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Ys (Audio CD)
... das ist meine persönliche Erfahrung mit dieser Platte. Von zahlreichen positiven Besprechungen neugierig gemacht näherte ich mich ihr entsprechend erwartungsvoll - und wurde erst mal zurückgestoßen. Gar zu überkandidelt und prätentiös dahergekiekst kam mich der Gesang von Joanna Newsom an. Nun bin ich durchaus ein Fan von Frauenstimmen, die sich in den Dienst der Musik stellen und auch mal was zu machen trauen, das im ersten Moment NICHT ins Hörschema passt (Kate Bush, Roisin Murphy, Beth Gibbons, Feist, auch Frau Hagen und, vor allen anderen natürlich, Björk). Also versuchte ich es wieder, wobei ich mein Hauptaugenmerk auf die Musik gerichtet hielt. Und tatsächlich: Auf einmal öffnete sich, was mir bei Betrachtung der Oberfläche zunächst verschlossen geblieben war. Ein ganz eigenständiger musikalischer Ausdruck in dessen Zusammenhang die Art der gesanglichen Darbietung absolut Sinn macht. Gar zu süß wäre wohl sonst das Ergebnis ausgefallen. Warum ich trotzdem nur 4 Sterne gebe? Nun, nach bald zwei Monaten mit "Ys" im Plattenschrank wird immer augenfälliger, dass die einzelnen Kompositionen in der Mehrzahl eben doch nicht genügend Gehalt haben um ihre Länge zu rechtfertigen. Die Melodien tragen - aber nicht über 10 Minuten hinweg. Und diese Längen können auch über den Text nicht aufgefangen werden. Nichts gegen repetitive und reflexive Elemente, aber ich habe den Eindruck, dass man sich, wenn man nicht gut aufpasst, sehr schnell an dieser CD überhören kann - was schade wäre, denn in der richtigen Stimmung genossen ist sie ganz wunderbar. Man mag dies alles (inkl. Goldschnitt am Booklet und "Music is back"-Attitüde) wie Karl Bruckmaier in der Süddeutschen Zeitung (und durchaus nachvollziehbar) als "Rotweintrinkermusik" verspotten. Nichtsdestotrotz ist mir eben manchmal mehr nach einem guten Roten als nach Bier, Wodka, Whiskey oder wasweißichnochwas. "Ys" ist also weniger etwas für die "Heavy-Rotation" im heimischen CD-Spieler als vielmehr ein "guter Tropfen" für passende Momente.


A Fever You Can't Sweat Out
A Fever You Can't Sweat Out
Preis: EUR 4,99

7 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Langeweile auf hohem Produktionsniveau, 19. September 2006
Rezension bezieht sich auf: A Fever You Can't Sweat Out (Audio CD)
Ich kann mich denjenigen Rezensionen, die eine gewisse "Eintönigkeit" bei dieser CD beklagen, nur anschließen. Meines Erachtens fehlt es dieser Musik schlicht am Biss. Allenthalben merkt man, dass reichlich Geld und Arbeit in die Produktion geflossen sind. Das muss an sich ja kein Schade sein, sorgt hier jedoch dafür, dass, was diese Jungs an Ecken und Kanten haben, konsequent "abgerundet" und "begradigt" wird. Da nützen auch die regelmäßig eingeschobenen Klangspielereien nichts, da auch sie denselben Korrekturen unterliegen und außerdem häufig reichlich unmotiviert und zusammenhanglos daherkommen. Die Stimme des Sängers ist ausdrucksstark - nur leider in stets nahezu identischer Ton- und Stimmlage. Doch was mich wirklich geärgert hat, und in meinen Augen mindestens einen weiteren Stern kostet, ist die Art, in der hier auf Pathos gemacht wird. Wohlgemerkt: Es geht um die "Art" und nicht die Tatsache an sich, denn dagegen gäbe es natürlich absolut nichts zu einzuwenden. Allerdings erschöpft sich bei den Jungs hier der Appell an des Hörers Bauchgefühl allzuoft darin, die Lautstärke hochzufahren und das Schlagzeug noch etwas stampfiger spielen zu lassen. Natürlich sind das "geeignete", und daher auch legitime Mittel. Doch es sind nicht die einzigen und spätestens ab der Hälfte der Platte verkommt diese Vorgehensweise zum Taschenspielertrick, der zwar nach wie vor irgendwie funktioniert, aber (mangels entsprechendem musikalischen Materials) jegliche "Magie" vermissen läßt. Ich jedenfalls verspürte nach zwei konzentrierten Durchläufen von "A Fever You Can't Sweat Out" erstmals seit Monaten wieder das dringende Bedürfnis nach etwas "ehrlichem" Bombast in Form von Muse' "Origin of Symmetry".


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