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Beiträge von LD
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Rezensionen verfasst von LD
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29 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Peiper war ein Mensch - weder Held, noch Dämon!, 8. Dezember 2009
Nachdem ich mir Westemeiers Biographie Joachim Peiper: A New Biography of Himmler's SS Commander zu Gemüte geführt hatte, die sehr kritisch mit Joachim Peiper abzurechnen sucht, beschaffte ich mir über den Amazon Marketplace diese 2008 erschienene Neuauflage von Patrick Agte als Ausgleich. Im Vorfeld des Kaufs ließ sich unschwer recherchieren, daß Agtes Herausgeber Druffel & Vowinckel im Ruf steht, Deutschlands größter rechtsextremer Verlag zu sein. Details lassen sich so rasch ergooglen, daß ich hier nicht weiter darauf eingehen möchte. Äußerlich ist das Buch solide gemacht, mit Schutzumschlag und festem Einband. Kartenmaterial sucht man bei Agte vergebens, aber das Fotomaterial ist hervorragend und erheblich umfangreicher als bei Westemeier. Allein dafür hat die Anschaffung sich bereits gelohnt und ich vergebe dafür 2 Startpunkte. Einen weiteren Punkt verdient Agtes Werk für die vielen, auch persönlichen Details nicht nur über Joachim Peiper, sondern auch was dessen Weggefährten betrifft, von denen sich die wichtigsten allesamt auch im Fotomaterial wiederfinden. Etliches davon war bei Westemeier nicht erwähnt und so habe ich hier in der Tat viele Ergänzungen gefunden, die die Beschaffung nachträglich rechtfertigen. Doch mehr Punkte mag ich für Agtes Buch nicht vergeben. Warum? Weil das Werk von Einseitigkeit so sehr trieft, daß man es tatsächlich in den Bereich revisionistischer Propaganda einordnen muß. Agte hat schlicht und ergreifend alles weggelassen, was nicht ins sein verblendetes Bild vom strahlenden Ritter Joachim Peiper paßt, der gemeinsam mit der idealistischen Waffen-SS auszog, die gesamte westeuropäische Hemisphäre davor zu bewahren, von stalinistischen Horden in Dschingis Khan-Manier überrollt zu werden. Ein edler, völlig missverstandener Held, eine opferbereite, in ihrer politischen Dimension völlig verkannte Waffen-SS. Die unausgesprochene Schlußfolgerung: Eigentlich sollten wir alle Herrn Peiper und der Waffen-SS heute noch dankbar sein, uns vor eben diesem Schicksal bewahrt zu haben. Ohne diese tapferen Menschen wäre Westeuropa niemals das geworden, was es heute ist - sie, die Waffen-SS und Männer wie Joachim Peiper, waren nicht nur gedanklich, sondern auch mit ihren glorreichen Taten an der Ostfront des 3. Reichs die wahren Vorreiter unseres Friedens, unserer Freiheit, unseres Wohlstands. JAWOLL! Agte verbreitet keine Lügen, das stimmt. Sein Buch täuscht den Leser viel subtiler, indem wesentliche Details einfach fehlen, während Banalitäten gezielt überbetont werden. Und das nicht nur in Bezug auf Peiper. So fällt dem Autor beispielsweise zu Heinrich Himmler nichts Tiefschürfenderes ein, als auf dessen Fähigkeit zum aufmerksamen Zuhören zu verweisen. Wie niedlich - wenn man bedenkt, daß wir hier über niemand Geringeren als den Reichsführer SS reden, also einen Hauptverantwortlichen für die Planung und Durchführung der Shoah. Agte geht sogar so weit zu behaupten, eine wissenschaftlich orientierte Biographie über die Person Himmler stehe noch aus... mir lief es kalt den Rücken runter, als ich das las - und das bereits auf Seite 27... Auch auf den Seiten 28-429 wird der Leser vergeblich nach Hinweisen zu Peipers Wissen um das ganze brutale Ausmaß der NS-Dikatur suchen. Agte unterschlägt beispielsweise, daß Peiper in einer Euthanasieeinrichtung in Poznan/Polen am 13.12.1939 die Vergasung Behinderter persönlich durch ein Sichtfenster beobachtete. Zudem war "Jochen" als Himmlers Adjutant diverse Male bei KZ-Inspektionen dabei. Doch diese "nebensächlichen" Details erwähnt Agte ebensowenig wie er Peipers Wissen um den Holocaust hinterfragt, dessen Planung doch zeitlich genau mit seiner Zeit als Himmlers Adjutant zusammenfällt. Zwar geht Agte auf SS-Verbrechen an der russischen, italienischen, belgischen Zivilbevölkerung ein. Doch sämtliche Vorfälle werden grundsätzlich mit dem Standardhinweis vom Tisch gewischt, es habe sich entweder um Partisanen gehandelt, oder um Zivilisten, die halt das Pech hatten, mit solchen verwechselt zu werden. Krieg führt nun mal zu Kollateralschäden... <<achselzuck>> Positiv aufgefallen ist mir die ehrliche Darstellung von Peipers Ende. Denn das, was man im Internet teilweise dazu findet, ist wirklich schauerlich. Auf etlichen Seiten ist von abgeschlagenen Händen und Füßen die Rede. Was natürlich eine perfide Anspielung auf tatsächliche Vorkommnisse gegenüber Wehrmachts- und SS-Angehörigen an der Ostfront ist, vgl. Prof. Franz W. Seidlers Werke Verbrechen an der Wehrmacht, Bd.1, Kriegsgreuel der Roten Armee 1941/42 und Verbrechen an der Wehrmacht, Bd.2, Die Rote Armee mordet weiter. Im WWW findet sich vielfach die entsetzliche Behauptung, daß Peiper womöglich noch gelebt habe, bevor er verstümmelt und bei lebendigem Leib verbrannt worden sei. Agte hingegen schreibt klipp und klar, es seien drei Brandsätze ins Haus geworfen worden. Die Täter seien geflüchtet, bevor sie den vierten, bereits vorbereiteten Brandsatz hinterherschleudern konnten. Mir fiel ein Stein vom Herzen, als ich das las, denn gerade Agte nehme ich DAS wirklich ab. Der Autor widerspricht auch der immer wieder erhobenen Behauptung, es habe sich um Kommunisten gehandelt. Zwar seien die geistigen Brandstifter für das Verbrechen bei L'Humanité & Co. zu suchen, aber de facto lägen bis heute keinerlei Erkenntnisse über die Identität der Täter vor. Danke, Herr Agte. Positiv sehe ich auch den Hinweis des Autors, daß Peiper keinen Kult- oder Pilgerort aus seiner Grabstätte machen lassen wollte. Agte unterlässt deren Nennung, damit "Jochen" wenigstens dort nun endlich jene Ruhe wiederfindet, die er nach dem Krieg vergebens gesucht hat. Nochmal danke, Herr Agte. Mein Gesamturteil: 3 von 5 Punkten, also Durchschnitt. Das Buch ist aufgrund des Fotomaterials auf jeden Fall, für Militär-Nerds bedingt und aus biografischer Sicht nur unter Wahrung äußerster Vorsicht empfehlenswert. Man sollte unbedingt zusätzliche Quellen zu Rate ziehen, denn Agtes Informationen sind zwar nicht falsch, aber erheblich zu einseitig, was noch höflich ausgedrückt ist. Peipers militärisches Können zu beurteilen, steht mir als Laie nicht zu. Bestimmt war er überzeugt davon, das Richtige für sich, seine Familie und für sein deutsches Vaterland zu tun. Und ich bewundere seinen Einsatz, seine Tapferkeit, sein Charisma, seine Geradlinigkeit. In den wenigen über ihn verfügbaren Filmdokumenten (z.B. DVD Über Galgen wächst kein Gras) hat mich sein Auftreten schwer beeindruckt. Joachim Peiper war eine Ausnahmeerscheinung, da gebe ich Agte völlig recht. Aber er war zugleich auch ein fanatischer Nationalsozialist; ohne Menschen wie Peiper hätte das 3. Reich nicht existieren können. Agte hat es versäumt, das deutlich herauszuarbeiten, was einen sehr, sehr schalen Eindruck hinterläßt. Spätestens nach dem Krieg hatte Peiper genug Zeit zum Reflektieren über das Wesen und die unübersehbaren Folgen der NS-Ideologie. Doch kein öffentliches Wort des Bedauerns, des Mitgefühls für die NS-Opfer kam je über seine Lippen. Geschweige denn, das er sich je öffentlich bei ihnen entschuldigt hätte. Stattdessen immer wieder die Behauptung, ein "Soldat wie jeder andere" gewesen zu sein, gepaart mit dem Versuch, die Waffen-SS vom Vorwurf der verbrecherischen Organisation reinzuwaschen. Latent verteidigt Agte diese uneinsichtige Haltung Peipers. Damit hat er bei mir 2 Punkte verspielt. Genau wie Westemeier, der - wenn auch aus völlig entgegengesetzter Perspektive - ebenfalls die notwendige Distanz zu seinem Biografie-Sujet nicht wahrt. Beide Autoren werden dem Menschen Joachim Peiper in seiner Komplexität nicht gerecht. Stattdessen versucht Agte, die Leser auf Peipers Seite hin- und Westemeier, sie von dort wegzuzerren. Das ist eines erwachsenen Lesepublikums nicht würdig, sorry.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Kritische Abrechnung / Entmystifikation von Joachim Peiper, 22. November 2009
Ich habe mich für den Kauf dieser englischsprachigen Version entschieden, weil sie laut Vorwort des Autors keine 1:1-Übersetzung der deutschsprachigen Version aus 2006 ist, sondern dieser gegenüber erneut Aktualisierungen enthält. Die äußere Aufmachung ist recht ordentlich: Schutzumschlag, stabile Seiten, schönes Bildmaterial (allerdings nicht so umfangreich wie bei Agtes Jochen Peiper: Komandeur Panzerregiment Leibstandarte, und natürlich etliche Abdrucke von Originaldokumenten wie Beförderungsschreiben, etc. Das Buch ist übersichtlich geschrieben. Schon im Vorwort stellt Autor Westemeier seine Absicht vor: Er möchte mit dem Mythos vom strahlenden Kriegshelden Jochen Peiper endgültig aufräumen, vor allem mit dessen Behauptung, ein "Soldat wie jeder andere" gewesen zu sein. In den sich anschließenden, chronologisch nach Lebens- und Militärabschnitten geordneten Kapiteln zeigt Westemeier auf, daß - Peipers Familie keineswegs zu den sozialen Verlierern der Weimarer Republik gehörte; wohl um klarzumachen, daß Peiper durchaus auch jenseits der SS problemlos Karriere hätte machen können - Peiper schon sehr früh erst in die SS und später auch in die NSDAP eintrat, also ohne Not oder Zwang - Peiper schon als Himmlers Adjutant, also zur Planungsphase des Holocaust, nicht nur grob über NS-Verbrechen orientiert war, sondern sogar selbst Augenzeuge u.a. der Vergasung eines behinderten Menschen im Rahmen des T4-Programms wurde - Peiper seine fanatische Weltanschauung auch angesichts persönlicher Rückschläge nicht hinterfragte: Seine beiden Brüder Horst und Hans-Hasso wurden auf unterschiedliche Weise Opfer der NS-Ideologie - Peiper und auch seine Frau Sigurd (geb. Hinrichsen) zum inneren Zirkel Himmlers gehörten, und dass diese politischen Beziehungen auch für sein Fortkommen bei der SS eine nicht zu unterschätzende Rolle spielten - Peipers soldatisches Können in den eigenen Reihen keineswegs unumstritten war. Offene Kritik wurde aber aufgrund seiner politischen Beziehungen kaum laut. - Peipers Wesen neben unbestrittenem Mut, Draufgängertum und Tapferkeit auch von Egozentrik und Geltungssucht geprägt war, was seine ehrgeizigen militärischen Enscheidungen beeinflusste und zu erheblichen Verlusten an Menschen und Material führte.*** - Peiper es sträflich unterließ, innerhalb seiner Einheit klarzustellen, wie mit Kriegsgefangenen zu verfahren sei und offenbar grundsätzlich nicht gegen Untergebene vorging, die sich an diesen vergriffen. Zwar ist eine eindeutige Befehlskette in Sachen "Malmédy-Massaker" nicht nachweisbar, aber Westemeier unterstellt, daß die SS-Schützen sich letztlich sicher sein konnten, daß Peiper sie für die Ermordung der gefangenen US-Amerikaner nicht belangen würde. Insofern trage Peiper eine Gesamtverantwortung für die von seiner Kampfgruppe bei Baugnez und weiteren belgischen Grenzorten begangenen Verbrechen, auch wenn er selbst gar nicht vor Ort war. - Peiper auch nach dem Krieg der NS-Ideologie verhaftet blieb, seine Kontakte nahezu ausschließlich aus SS-Veteranen bestanden, die ihm nicht zuletzt beruflich und sozial massiv weiterhalfen. Kein Wort des Bedauerns über die Opfer der NS-Diktatur, keine Entschuldigung, kein deutliches Distanzieren von der NS-Ideologie wurde jemals hör- bzw. erkennbar. - Peiper keineswegs als strahlender NS-Held bis zum letzten Atemzug sein Haus in Traves vom Dach aus mit Schüssen verteidigte, bis er von bösen Ex-Partisanen überwältigt, zu Tode gefoltert und bei lebendigem Leib verbrannt wurde. Die Angreifer waren vermutlich angesäuselte Jugendliche, die Brandsätze auf sein Haus warfen und daß er aufgrund des Qualms bereits ohnmächtig war, bevor es endgültig mit ihm niederbrannte. ***(dies ist die Sicht des Autors, nicht meine. Als Laie in Kriegsführung möchte ich das nicht näher beurteilen.) --------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Westemeier will unbedingt herausarbeiten, daß das 3. Reich ohne Menschen wie Peiper nicht möglich gewesen wäre. Das Buch ist über weite Strecken ordentlich geschrieben und enthält umfangreiche Quellen und Nachweise. Dennoch wurde ich als Leser den Eindruck nicht los, als wolle der Autor sich von irgendetwas regelrecht "reinwaschen", indem er aber auch kein einziges positives Haar mehr an Peiper läßt. Ganz besonders übel stieß mir eine Passage im Kapitel "Still a believer - after all these years" auf, wo Westemeier andeutet, Peiper habe in den 60er-Jahren Affairen mit Sekretärinnen und "Frauen allgemein" gehabt - und sich dabei auf nichts weiter beruft als bloße Gerüchte. Was soll das? Für mich grenzt das an Rufmord. Sehr mutig, angesichts der Tatsache, daß Peiper bereits seit 1976 tot ist und sich nicht mehr dagegen wehren kann; vor allem aber überaus taktlos gegenüber seinen Kindern und Enkelkindern! War das wirklich nötig? Ich habe dafür jedenfalls einen Punkt abgezogen. Einen weiteren Punktabzug habe ich vorgenommen, weil ich mir mehr Details erwartet hätte über die - neben dem "Malmédy-Massaker" - in der Dachauer Anklageschrift genannten Morde an belgischen Zivilisten und weiteren US-Kriegsgefangenen in Honsfeld, Büllingen, Ligneuville, Stavelot, Cheneux, La Gleize, Stoumont, Wanne, Lutrebois, Trois Ponts und in Petit Thier. Die Opferzahlen an diesen Orten belaufen sich laut Anklageschrift auf insgesamt 111 belgische Zivilisten und auf 267 Kriegsgefangene. Das sind mehr als viermal soviel Opfer wie an der Baugnez-Kreuzung, warum nimmt der Autor dazu kaum Stellung, z.B.: Wie lauten die Namen dieser Opfer? Gab es Augenzeugen dafür? Was geben die Dachauer Prozessakten dazu her? Es gibt leider kaum deutschsprachige Literatur dazu und das vorhandene Material stammt zumeist aus der revisionistischen Ecke, ist also mit Vorsicht zu genießen. Hier hat der Autor meines Erachtens zum dritten Mal in Folge eine echte Informationslücke verpasst, schade. Alles in allem ein lesenswertes Buch, aber wie gesagt, das krampfhaft anmutende Bemühen des Autors, Joachim Peiper an den Pranger zu stellen, wirkt unprofessionell und hat mich persönlich streckenweise nur noch genervt.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Ordentlich gemachter Anti-Kriegs-Streifen, empfehlenswert., 24. Oktober 2009
Der Film ist handwerklich ordentlich gemacht, die (mir zumindest) bisher unbekannten Darsteller spielen ihre Rollen überzeugend intensiv und es geht auch nicht so schwarz-weiß zu, wie hier teilweise dargestellt. Was das gleich zu Beginn dargestellte sogenannte "Massaker von Malmédy" betrifft, halte ich den Film sogar für recht gelungen. Denn in der Tat handelte es sich (wahrscheinlich, die genauen Abläufe sind bis heute nicht restlos geklärt) vermutlich um eine spontane Eskalation, die sich (im Film jedenfalls) aus dem Fluchtversuch eines Gefangenen heraus entwickelt. Will heißen: Bis HIERHER war der Zwischenfall an der Strassenkreuzung von Baugnez eine Kriegshandlung und eben kein kalkulierter Massenmord. Das Kriegsverbrechen beginnt (im Film), als deutsche Soldaten über die Wiese gehen und alle Verletzten durch gezielte Kopfschüsse töten. Und das ist auch tatsächlich so passiert! Es gibt Augenzeugen- und Autopsieberichte dazu, vgl. John M. Bauserman: Malmedy Massacre. Insgesamt 41, also rund die Hälfte aller Getöteten, wurden später mit Kopfwunden geborgen, die von aus nächster Nähe abgegebenen Schüssen stammten. Die weitere Handlung des Films - also rund 90% der verbleibenden Laufzeit, dreht sich nicht mehr um das Drama bei Baugnez, sondern um die Einzelschicksale einer kleinen Gruppe von Überlebenden, die sich nun wieder zu ihren Linien durchschlagen müssen. Und auch hier kommen die Deutschen durchaus nicht nur schlecht weg - wozu sonst hat der Regisseur wohl die Figur des "Rudolf" eingebaut? Ich vermag nichts gezielt Antideutsches an dem Film zu entdecken. Auch kein Pathos, was die alliierten Protagonisten betrifft. Es handelt sich ganz klar um einen Antikriegsfilm, denn Kämpfe werden hier nicht verherrlicht, der Tod kommt mitunter hinterhältig und blitzschnell, aber vor allem grausam; es ist kalt, es ist dreckig, und es geht nicht um Heldentum, sondern ums blanke Überleben. " Saints and Soldiers" ist kein Jahrhundertwerk, wie etwa " Wege zum Ruhm" (WW1) oder " Die große Illusion" (WW1). Auch im Vergleich zu deutschen Kriegsfilmen wie " Hunde, wollt ihr ewig leben?", " Stalingrad" oder US-Werken wie " Der Soldat James Ryan" erscheint seine Geschichte zu dünn konstruiert. Die dargestellten Zufälle sind schlicht zu gross, und das Plädoyer für die Menschlichkeit kommt vergleichsweise zu schwach rüber, zudem erzählt "Saints and Soldiers" nichts wirklich Neues, wofür ich einen zweiten Punkt abgezogen habe. Tontechnisch kommt man mit einer Surround-Anlage voll auf seine Kosten und auch farbtechnisch finde ich den Film gut gemacht. Insgesamt ein ordentliches Preis-Leistungs-Verhältnis, ich bin mit dem Kauf dieser DVD sehr zufrieden und empfehle sie gern weiter.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Endlich!, 28. Oktober 2005
Seit langer Zeit habe ich auf diese Box-Sets gewartet. Insgesamt lief "Miami Vice" über 5 Seasons (1984-1989), man darf also auf weitere 4 Box-Sets gespannt sein. Über die Serie muß man wohl nicht mehr viel sagen, sie ist Kult für jeden 80ies-Nostalgiker und war damals top state of the art. Für den Inhalt hätte ich also auf jeden Fall die volle Punktzahl gegeben. Ich habe die zwei Sterne lediglich aus technischen Gründen abgezogen: Ein Minusstern für den Sound - diese Serie wäre doch prädestiniert für Dolby Digital 5:1 gewesen! Wer die digital remastered version etwa von "Terminator 1" kennt, der aus dem gleichen Jahr (1984) stammt wie die Folgen der MV Season 1, der weiß, WAS hier alles möglich gewesen wäre... Ein weiterer Minusstern ist dafür, daß die englischen Untertitel nur als Gehörlosenversion einschaltbar sind. Ich habe die deutsche Synchronisation nie gemocht und leider ist mein Amerikanisch nicht mehr so gut, als daß ich der Serie ganz ohne Untertitel folgen könnte. Mit eingeblendeten Englischtiteln wäre das prima gegangen, jedoch ist es (für einen Hörfähigen jedenfalls) absolut störend, daß nicht nur die gewünschten Texte unten, sondern in der Gehörlosenversion auch die Geräusche am oberen Bildschirmrand eingeblendet werden! Dass eine Gehörlosenversion drauf ist, finde ich ja prima - aber warum nicht auch eine Spur mit "normalen" englischen Untertiteln? Zudem fand ich es dürftig, daß Passagen, in denen Spanisch oder Thai geredet wurde ("Goldenes Dreieck") überhaupt nicht übersetzt werden, da steht dann nur "speaking Spanish"... na toll, da wäre ich ja von allein nie drauf gekommen! Zur Schnittlänge kann ich leider nichts sagen, ich hatte die Serie vor 20 Jahren im kanadischen Fernsehen verfolgt und mir die deutsche Fassung nie angetan, weil mir wie gesagt die Synchronisation überhaupt nicht gefällt - es gibt einfach Dinge, die kann man nicht übersetzen, wie etwa Ricardos "cool mon", wenn wer sich im Jamaican-Acccent mit einem Dealer unterhält, oder Crockets Südstaatenakzent. Sollte auch hier gekürzt worden sein, fände ich das schade und ich kann verstehen, wenn andere Rezensoren hierfür einen weiteren Stern abziehen. Fazit: Ich bereue den Kauf keinesfalls und werde mir auch die 4 weiteren Box-Sets zulegen, so sie denn (hoffentlich) bald erscheinen. Beim Anschauen habe ich mich sofort 20 Jahre jünger gefühlt, da kommt echte Nostalgie auf! Die technischen Abstriche sind bedauerlich, aber leider nicht zu ändern. Für eingefleischte Vice-Fans ist das Box-Set sicher zu empfehlen - besser diese Version als gar keine! Das Bonusmaterial war mir persönlich weniger wichtig. Aber der Vollständigkeit halber zähle ich rasch noch die DVD-Cover-Angaben auf: THE VIBE OF VICE dokumentiert, wie MV das Fernsehen veränderte. BUILDING THE PERFECT VICE (Hinter den Kulissen) - von der Entstehung bis zur Ausstrahlung. THE STYLE OF VICE - wie MV mit seiner trendigen Mode die Popkultur beeinflußte. THE MUSIC OF VICE - wie die Musik von MV die gröten Musikstars seinerzeit zur Serie holte. MIAMI AFTER VICE - von den 80ern bis heute - wie sich Miami entwickelt hat.
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