ARRAY(0xa7610570)
 
Profil für Ophelia > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Ophelia
Top-Rezensenten Rang: 1.036
Hilfreiche Bewertungen: 1736

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Ophelia (Helsingör)
(VINE®-PRODUKTTESTER)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-17
pixel
Braun Silk-épil 7 7891 kabelloser Wet & Dry Epilierer (mit 3 Aufsätzen)
Braun Silk-épil 7 7891 kabelloser Wet & Dry Epilierer (mit 3 Aufsätzen)
Wird angeboten von die TECHNIK-PROFIS
Preis: EUR 98,49

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Epilierer für die Warmduscherin, 4. April 2011
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Epilation & Rasur in einem Aufwasch.
(Hab ich doch schon immer gesagt, dass sich die beiden Methoden bestens ergänzen!) Das führt zumindest kurzfristig zum OPTIMALEN Ergebnis: Unfassbar weiche und sanfte Haut!

Gerade jetzt im Vorfrühling, wenn von einem Tag auf den anderen plötzlich die Strumpfhosen fallen und man auf die Schnelle ausgehfeine Beine braucht, ist das Gerät ein wahrer Segen. Man kann schnell sein, ohne auf das gründliche und effektivere Epilieren ganz zu verzichten, man hat aber das Glätteisen dabei, sprich die Klinge, die einfach den Rest erledigt und ein wirklich glattes, gepeeltes Gefühl gibt. So hab ich in 10 Minuten mehr als taugliche Beine für`s Kleid, oder dünnste Strümpfe.

Danach benutze ich übrigens wieder hauptsächlich den ganz normalen Epilierkopf, ohne Klinge, denn nur der zupft wirklich gründlich und lang anhaltend, aber das braucht eben auch seine Zeit.
Zwischendurch ab und an mit einer Gilletteklinge drüber zu bügeln, mach ich eh schon immer, und bietet sich auch so oder so an, da es eben wundervoll glättet, von Hautschüppchen befreit und das so Einwachsen feiner Härchen vermindert. Nur funktionieret es eben hier auf einen Sreich!

Darüber hinaus finde ich toll:

+ Er liegt überaus gut in der Hand.;-) Auch nass.

+ Kabellos: Steckdose in der Nähe? Egal! Nicht mehr an ein Kabel gebunden ist man einfach freier. Das Gerät einfach immer aufgeladen im Täschle verstauen, so ist es immer einsatzbereit, auch auf Reisen in stromlosen Gefilden.

+ Wasserfest: Das Teil darf mit in die Badewanne oder unter die Dusche!
Haach...- das ist wirklich SEHR entspannend. :-D Mir gefällt das.. - während die Gesichtsmaske einwirkt, epiliert man sich eben mal noch schnell die Beine.
Den Epilierer nass zu verwenden ist nicht nur praktisch, sondern auch eine Wohltat. KLASSE! Läuft wie geschmiert und die Haut ist danach nicht so gereizt. Zupft mit seinen immerhin 40 Pinzetten, selbst wenn Schaum mit im Spiel ist, sehr ordentlich! Und ja, WICHTIG, er zupft die meisten Haare direkt MIT der Wurzel aus, anstatt sie lediglich abzureißen.

+ Beweglicher Kopf: Sehr flexi!

+ Smartlight: Wenn die Lichtverhältnisse nicht optimal sind, wirklich hilfreich, ich sehe welche feinen Härchen sich störrisch dem Zupfen widersetzen.

+ Zwei Geschwindigkeitstufen: Ich bevorzuge für alles die kräftigere und effektivere Stufe zwei, aber wenn frau empfindlich ist fühlt sich die langsamer Stufe bestimmt sanfter an, gerade in Richtung V-Zone.

+ Aufbewahrungssäckle ist dabei.

NEGATIV:
1. Kosten. Das ist ne Stange Geld, eine handelsüblichen Epilierer bekommt man schon für ca 30 Euro.

2. Nachfolgekosten: Den Aufsatz mit der Klinge verschleißt bei regelmäßiger Benutzung spätestens nach einem halben Jahr und dann kommen im Jahr 16 Euro für das Ersetzen der alten Aufsätze hinzu.

Fazit: Ich hätte mir das Gerät auf Verdacht nicht für so viel Geld gekauft, aber nun muss ich sagen es wäre die Investition locker wert gewesen. Es ist wie für mich gemacht!
Wunder erwarten darf man alledings keine. Es ist trotz der Vorteile lediglich ein Epilierer. Nichts weiter.
Aber 95% aller Frauen würden den Silk-épil angeblich ihrer Freundin empfehlen.
Ich auch ;-)


Die Beschissenheit der Dinge
Die Beschissenheit der Dinge
DVD ~ Kenneth Vanbaeden
Wird angeboten von Online-Versand-Grafenau GmbH
Preis: EUR 9,69

21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Drama - gekleidet in die ausgeleierte und vollgeko*zte Jogginghose einer schrecklich netten Familie, 28. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Beschissenheit der Dinge (DVD)
Dieser belgische Film "Die Beschi*senheit der Dinge" von Regisseur Felix van Groeningen, entstand 2009 nach dem gleichnamigem autobiografischen Roman von Dimitri Verhulst .
Im flämischen (niederländischsprachigen) Original heißen Film und Buch "De Helaasheid der Dingen" "Helaasheid" kann man vielleicht mit "Leiderkeit" wörtlich übersetzten, "Beschi*senheit" trifft es aber recht gut. Beschi*sen sind die Umstände, unter denen der 13-jährige Gunther Strobbe in den 80ern aufwachsen muss, fraglos. In einer miefigen Kleinstadt in Flandern, zusammen mit einem wüsten Vater und dreien, nicht minder wüsten, Onkels. Sie sind allesamt feist, faul, ungewaschen, langhaarig und gescheitert. Ihr einziger Lebensinhalt: Sich möglichst schnell und konsequent zu Tode zu saufen. Und dabei Spaß zu haben -Nacktfahrradrennen, Weltrekordversuch im Dauerbiertrinken, Tour de France-Saufen, Darts-Spielen mit Billard-Queues usw.
Die Handkamera unterstützt das direkte & distanzlose Erzählen und der Film ist wirklich sehr beweglich, er springt unlinear, mal schwarz-weiß, mal farbig, von der Gegenwart in die Vergangenheit und in die Zukunft, dabei schafft er den Riesenspagat, sowohl urkomisch, gleichzeitig aber auch wirklich extrem deprimierend zu sein. Das ist ganz klar ein Drama, was die Beschi*senheit der Dinge betrifft, aber doch ist es auch irgendwie eine Komödie, obendrein eine Sozialstudie. (Und wenn ich oben die "schrecklich nette Familie" erwähnte, bitte nicht täuschen lasen, die Bundys wirken neben den Strobbes wie gebildete Wohlstandsbürger, aber sehr gestellt wirkende.;-) Hier haben wir vier aus dem Leben gegriffene, unmanirierte Hardcore-Alkoholiker: Der Vater Celle und seine drei Brüder Petrol, Beefcake und Koen. Ihre Nichtsnutzigkeit sucht wahrlich ihresgleichen. Rülpsend suhlen sie sich wohlig im täglichen Suff, in diversen Trinkspielchen und männliche Rivalitäten münden oft in deftigem Händel. Allgegenwärtig ist der Geldmangel, die Perspektivlosigkeit, der Dreck, die Gewalt... und mitten drin ein Kind, oder angehender Jugendlicher, der 13-jährige Gunther Strobbe, dessen einziger Halt seine alte Großmutter zu sein scheint, bei der man sich fragt, wie solch eine zarte, kleine Person, wie eine zierliche Festung, dieser brutalen, entfesselten Männerwirtschaft nicht nur standhalten, sondern sie gewissermaßen sogar zusammenhalten kann. Sie, liebenswürdig, bebrillt und grau schafft es, die einzige mütterliche und versorgende Figur in Gunthers Leben zu sein. Alle anderen Frauen sind selbstverständlich längst weit, weit weg geflohen, auch Gunthers Mutter.
Dass Gunther in der Schule Probleme hat, ist klar, leider bekommt er von dort höchstens halbherzige Lösungsangebote. Dass aber die unpädagogisch motivierten und sinnlosen Strafarbeitsaufsätze, die Gunther fast täglich verpasst bekommt, letztlich unerwartet fruchten und zu geliebten Vorübungen für einen angehenden Schriftsteller mutieren, nennt man, glaube ich, Ironie des Schicksals.
Der Film zeigt wirklich Szenen, wo man zu hassen beginnt, angesichts der erbärmlichen Bedingungen, unter denen ein Junge groß werden muss, gleichzeitig, und das ist erstaunlich, lässt der Film uns in der nächsten Szene wieder das Herz aufgehen, wärmt und man mag die Strobbes mit ihrer schrägen Geselligkeit einfach irgendwie trotzdem. Man versteht, dass doch auch Liebe und eine gewisse Art von Stolz und Anstand den Strobbes innewohnt. Man versteht ihre Hilflosigkeit. Das mag ich. Mir ist diese Familie sogar auf irgendeine Weise wesentlich sympathischer, als die Bundys. Sagt das jetzt was über mich aus? ;-)) .... Jedenfalls... hier wird nicht einfach verurteilt oder hin gezeigt, "Guckt mal: Pfui!!!" (Obwohl "Pfui" es schon irgendwie trifft. ;-)) sondern der Blick auf die Strobbes ist offen. Klar, die stehen ganz weit unten, subproletarischer geht es wohl nicht. Zimperlich darf man hier als Zuschauer nicht sein. Es werden SÄMTLICHE Körperflüssigkeiten, die im Menschen vorkommen, für den Zuschauer anschaulich vergossen. Das bunte Schimpfwortsortiment erstreckt sich breitest und schonungslos, mit Zuhilfenahme aller fäk*len und se*uellen Details, und ich habe wirklich, weder im Film, geschweige denn in Echt ;-), soviel Alkohol fließen, und auf diverseste Arten wieder abfließen, sehen. Das alles ist aber irgendwie auch sehr lustvoll inszeniert. :-D
Bukowski würde blass vor Neid.
Das textliche Niveau der vorgestellten belgischen Trinklieder und die Eindrücke der Speisefolge, machten mich grinsen & staunen. Wenn der Humor dann mal wieder in den tiefsten Keller abrutschte, hielt ich mir unwillkürlich die Hand vor den Mund, da mir der Lacher gleich ganz fürchterlich fies in der Kehle festzustecken drohte- *hust * Während der Film sich dann gewissermaßen weiter ausko*zt, fing ich mich dann bald wieder, durch das unwillkürlich in mir erneut aufkeimende Entsetzen.

Die Quintessenz dieser Entwicklungsgeschichte ist die Frage, ob man als Erwachsener den "Staffelstab des Lebens" vom Vater unwillkürlich annehmen muss? Darf man selbst Vater werden?? Jedenfalls ist nach einer solchen Kindheit das Leben in vielerlei Hinsicht vorgezeichnet.
Die Schauspieler leisten allesamt Überzeugungsarbeit. Gunther kann als Kind (Kenneth Vanbaeden) das Schweigen über die Demütigungen glaubhaft machen, um dann später als Erwachsener (Valentijn Dhaenens), in den Furchen seines Gesichts, die Spuren dieser hart gewordenen Verletzungen zu zeigen.

Was ist das jetzt? Zotig oder feinsinnig? Beides!
Knallhart, lebensecht und doch grotesk. Tieftraurig, dann unerwartet heiter, bis hin zu schenkelklopfend komisch. Sehr unappetitlich, aber doch beunruhigend rührend und seltsam poetisch.
Kultige 80er Ausstattung mitsamt Vokuhilas und weißen Socken in ausgelatschten Slippern gibt's obendrauf.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 25, 2012 8:29 AM CET


Der König
Der König
von Ingrid Ganß
  Broschiert
Preis: EUR 14,00

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sollte man eine Geschichte, die zu Ende ist, weitererzählen?, 24. Februar 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der König (Broschiert)
Selten ist es mir so schwer gefallen eine Rezension zu schreiben wie hier. "Der König" von Ingrid Ganß.
Fast 10 Jahre nach ihrem Wahnsinns-Debüt "Der Spielmann", hatte ich eigentlich mit gar keinem Buch der Autorin mehr gerechnet, erst recht nicht, mit einer Fortsetzung des Spielmanns. Und die Begeisterung darüber, sowie die Vorfreude auf das Buch, waren riesengroß. Folglich auch meine Erwartungen. ...auch wenn ich mir schon gedacht hatte, dass eine Fortsetzung dem Spielmann nicht das Wasser würde reichen können.
Und nun? Ich habe den König gelesen und muss meine unwillkürliche Enttäuschung versuchen in Worte zu fassen.

Elisabeth. Damals, nach dem dem ersten Band, erschien es mir sehr nachvollziehbar, dass Elisabeth erst mal ohne Jakob ihrer Wege gegangen ist. Und ich war nun besonders neugierig was sie in der Zeit erlebt hat. Aber nur sehr langsam trudeln Informationen darüber ein, was in den immerhin einigen Jährchen geschah. Sie lebt schon länger bei ihrer an Konventionen gebundenen, prüden Cousine Eleonore: Bücher, Handarbeiten, Wohltätigkeiten... in keuscher und wohl ausgestatteter Askese zurückgezogen, unglücklich, zaudernd und frustriert, fristet Elisabeth ein liebloses Dasein. Als Ablenkung dient allein ab und an der Besuch der alten Freundinnen. Dann wird französisch parliert und es ennuierte mich manchmal, deren Gesprächen zu lauschen. (Par Dieu! - diese Dämchen am Hofe...)
Andreas taucht auf und will ihr den sturen Kopf gerade rücken, damit sie nicht vollends vertrocknen solle. Bei Jakob ist er mit dem Appell schon gescheitert. Als Elisabeth dann mit Andreas im Heu landet, ändert sich die Motivation. Dann lässt sie plötzlich doch ihre Bücher zurück, ihre Kräuterbeete, ihre Schreibfeder und begibt sich doch noch nach Reupen um Jakob zu finden, welcher, wie wir ja mittlerweile wissen, der König von Reupen, KEIN Spielmann, ist. Den Spielmann findet sie auch nicht mehr... Philipp (alias Jakob) hat den Zwängen seines Regierungsjobs, sein freies Spielmannsleben geopfert, hat die Laute abgelegt, dafür Verantwortung geschultert. Jakob ist und bleibt verschwunden und Elisabeth wird das Liebchen Philipps des Königs. Sonst nichts. Da wären wir schon auf Seite 300bla. Oh je.. kam nach der zähen Anfangshürde durch Elisabeths Begegnung mit Andreas ENDLICH die Geschichte in Schwung, stagniert sie leider 100 Seiten später schon wieder. Elisabeth verharrt, als des Königs heimliche Bettgefährtin, sehr lange in der Durchgangs-Bauernkate. Zu lange. Unschlüssig, ziellos, dümpelt das Geschehen, entsprechend der Perspektivlosigkeit der handelnden Personen, vor sich hin. Der Sog, das Mitreißende fehlte mir und ich wünschte mir die ganze Zeit das irgendjemand Philipp, oder der Geschichte, oder gar Elisabeth endlich mal kräftig in den Hintern tritt!!
Der Tritt blieb aus, folglich auch die Inspiration.
N'est-ce pas?

Der Schwachpunkt am König ist zweifelsohne die Geschichte. Das Korsett des Erstlings war das Märchen vom König Drosselbart. (DER war spannend, absolut unvorhersehbar in seiner Vorhersehbarkeit, sehr, sehr ausdetailliert und lebendig.)
Nun, hier muss man sich die ersten 200 Seiten regelrecht durchbeißen. Man kann weder nachvollziehen was Elisabeth resignieren ließ, noch was den König eigentlich abhält. Man erfährt von einem Treffen im Dorf seiner Großeltern, aber man bleibt als Leser einfach etwas zulange irritiert und unverständig.
Man kann es Ingrid Ganß aber nicht unbedingt vorwerfen, denn selbst mit Zuhilfenahme aller meiner Phantasie hätte ich keine Geschichte entspinnen können, die den Faden wirklich ergiebig und schlüssig dort weiterspinnt, wo der erste Band aufgehört hat.

Auch hier muss ich aber nachdrücklich die Sprache von Ingrid Ganß loben! Ihre Schreibe ist noch dieselbe, sie findet viele schöne Bilder und nimmt sich sehr viel Zeit für Kleinigkeiten, Dialoge, Momente. Alles blüht. Und das ist wichtig, denn es bewahrt den König davor, ein schnöder einfältiger Ableger à la "Die Wanderhure" zu sein. Barbel, Margarethe, Felizitas, der Hofmaler, Elias, Martin, der junge hübsche Fant. Ich hatte diese Leute mit samt Klamotten deutlich vor mir, mit allen Details und vielfältigen Charaktereigenschaften. Je suis entzückt, vraiment.
Dann, als das Buch von der Erzählstruktur her, wieder Fahrt gewinnt hält es erneut inne und man ist aber zumindest froh, langsam ansatzweise zu begreifen was Jakob/Philipp eigentlich vom Leben abhält.

Was im ersten Band das Herausbilden der Persönlichkeit, Erwachsenwerden und Erwachen der Sinnlichkeit war, ist hier unverblümt und fast frivol. Egal ob der Stallbursche, der eigene Cousin, oder der Müllersbursch Andreas, alle erwecken den sexuellen Appetit der Heldin. ;-)
Alors, der Liebesreigen, der sich hier entspinnt, und die erotischen Anziehungen, fand ich eigentlich sogar recht erfrischend. Jeder ist, so erschien es mir, irgendwann mal von jedem erotisch angezogen. König, Magd, Vagant, Küchenhilfe, Stallburschen, königlicher Hofmaler und jüdischer Finanzier nicht ausgeschlossen. Manchmal wurde es mir aber echt auch zuviel... Kaum zu glauben die Sexualität steht im eigentlichen Zentrum des Buches. Im Spielmann war es die persönliche Entwicklung bzw. Emanzipation und hier... Jedem sind aufgrund seiner Stellung die Hände gebunden. Dann der stets drohende Pranger für das unkeusche Weib, oder die Ehebrecherin, bzw, deren Bedrohung durch eine uneheliche Schwangerschaft: DIE Katastrophe für eine Frau in dieser Zeit. Allerdings ist das Spannungsfeld zwischen ehrbarer Frau und Hure irgendwann mal ausgereizt.
Oh, pardon, *lach* das ist KEIN erotischer Roman. Ich meine damit eher welche Stellung, oder große Bedeutung die Sexualität hier für den jeweiligen Lebensentwurf der handelnden Personen bedeutet.

War "Der Spielmann" schon schwer in ein Genre einzuordnen (Märchen, historischer Roman UND Romanze), so fällt mir das hier noch schwerer. "Der König" ist überhaupt kein Märchen mehr, er ist noch viel weniger als sein Vorgänger ein historischer Roman, obwohl er hierfür Gelegenheit gehabt hätte. Bleibt die Romanze. Das ist er auch nicht wirklich... Daran krankt der König.

Finalement: Das feine Zusammenwirken menschlicher Charaktere und Gefühle, machen das Buch alles andere als oberflächlich. Ingrid Ganß hat einen fein geknüpften, farbenfrohen, reupischen Teppich vor uns ausgebreitet. Man hat die Menschen bildlich vor sich. Plastisch und unverblümt ehrlich. Eine Stärke von Frau Ganß. Eine formidable Erzählerin.
Aber die Story will und will einfach nicht in die Puschen kommen! Ich für meinen Teil, bin deshalb nicht sehr content mit dem Buch. Hingegen erscheint mir, wenn ich die Kritiken hier lese, andere scheinen eher glücklich damit gewesen zu sein. Immerhin.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 19, 2011 12:38 PM CET


Grundig HS 6780 Ionen-Volumenhaube (600 Watt)
Grundig HS 6780 Ionen-Volumenhaube (600 Watt)
Wird angeboten von Bremer Elektrohandel
Preis: EUR 56,90

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Brautschleier für Darth Vaders Tochter, 24. Februar 2011
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Natürlich ist diese Trockenhaube hauptsächlich bei der Benutzung von Papilotten oder Lockenwicklern angesagt. Die Frau mit den schönsten und dicksten Zöpfen der Welt, Prinzessin Leia , hätte sich darüber aber bestimmt auch sehr gefreut. Lord Helmchens Tochter zog in der spacigen Verballhornung noch mit einem Riesenfön in die Wüste, heute hätte sie DEN im Gepäck.

Ästhetik & Funktion:

Auch ich habe dicke Zöpfe (Dreadlocks) und im Winter würde das Gewuschel ohne Hilfe einfach nie trocken werden. Fön geht gar nicht, denn dann würde mir, bevor mein Haar auch nur ansatzweise trocken wäre, der Arm abfallen. So benutzte ich bisher, sehr zum Amüsement evtl. anwesender Personen, nach dem Haarewaschen stets das ähnlich aufgeblasene Gebläse meiner Mutter von der Firma Braun aus den 70ern. (Also ab mit Häkelbikini, Trockenhaube und Angelique auf die dunkelbraune Breitcordcouch und ein wenig 70er Lebensstil genießen.)
Dieses hier ist auch schick: Die mit weißem Latex ummantelten Luftpolster dieser Trockenhaube werden zu einer ritterhelmartigen Form zusammengefügt und umrahmen lieblich das Gesicht.
Mit einem auf Bauchhöhe hängendem Gebläse wird nun Luft über stromdurchflossene Heizdrähte geleitet und plustert die Luftpolster prall auf. Die Wendeln sind auf isolierenden Glimmerplatten aufgewickelt. Die so erzeugte Warmluft wird durch das handtuchtrockene Haar geblasen. Es trocknet nun auf diese Art. Dabei sollte man Überhitzung des Haares vermeiden, auch die der Kopfhaut, was hier nicht so ganz einfach ist. Zumindest die Stufe 2 ist hart an der Grenze. Vosicht: Die Wassermoleküle im Innern des Haares könnten bei Überhitzung Reaktionen zeigen, die den Haarstrang zerstören.
3 HEIZSTUFEN plus ABKÜHLSTUFE. Mit 3 Heizstufen kann die Trockenhaube individuell eingestellt werden. Mit der Abkühlstufe wird deine Frisur, sofern du eine hast, fixiert. Z.B. bevor du deine Lockenwickler ausdrehst.

Das Ding dient aber einfach auch sehr zur Erheiterung evtl. anwesender Personen.
Achtung!: Der verstörende Anblick der trockenbehaubten Ophelia hat aber auch schon Menschen tief verstört. Ich warne eindringlich vor dem spontanen Einsatz während ungewarnte Personen anwesend sind!

Damit wären wir bei der Psychologischen Wirkung:

Setzt sich eine Ehefrau oder sonst eine weibliche Person unter eine Trockenhaube, wirkt sie auf andere plötzlich unheimlich unattraktiv. Zusätzlich entgleiten ihr aufgrund der wohltuend blasenden Kopfumluft umgehend alle Gesichtszüge und sie verliert vollkommen die Kontrolle über ihr Mienenspiel. Der Partner/Ehemann der weiblichen Person verliert bei diesem Anblick seinerseits jegliche Kontrolle über sein Benehmen und entwickelt umgehend eine tiefe Abneigung gegenüber seiner Partnerin/Ehefrau, die nicht selten in lautstarken Ehekrächen mündet oder den angewiderten Mann ins nächstbeste Bordell treibt.

Es gibt jedoch auch den Trockenhaubenfetischismus. Dann kann das Gerät mit seinen zahlreichen Möglichkeiten frischen Wind ins Leben blasen!

Fazit: Zusammenlegbare, flexible Trockenhaube. Schonendes Trocknen der Haare möglich. Erhebliche Geräuschentwicklung. Praktisch im würfelförmigen Täschle verstaubar. Langes Kabel, Umhängefuntion, das Gebläse baumelt am Bauch.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 3, 2011 11:22 AM CET


Black Swan
Black Swan
DVD ~ Natalie Portman
Preis: EUR 5,97

23 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In dunkle Farben getauchte Bilder von Schönheit und Tod, 22. Januar 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
GENREMIX: Das ist kein romantischer Film über Mädchen in der Welt des Balletts und doch ist es durchaus ein Film von starker, wenn auch düsterer Romantik, welche jedoch nicht unbedingt in der Handlung zu finden ist, eher in den Bildern, dem Setting, den Masken und vor allem DEM, dem, was dahinter liegt ... Natürlich ist das in erster Linie ein Psycho-Drama, ein wenig Tanzfilm, es finden sich aber auch Thriller- und Märchenmotive und zwischendrin ist Black Swan schlicht Body-Horror. Ich habe so etwas noch nie gesehen.
Die Doppelbödigkeit, Projektionen, Zerrbilder und die zahlreichen Metaphern und märchenhafte Symbole (v.a.Spiegel) laden unbedingt ein, sich von der vordergründig erzählten Geschichte zu lösen und sich im Tanz mit dem dämonischen Rotbart in viel tiefere Sphären hineinzubegeben. Allerdings widersetzt sich der Film erfolgreich einer wirklich klärenden Interpretation, was ich nicht als Makel empfinde - im Gegenteil.
Der Film balanciert / unglaublich wackelig / zwischen fast abgedroschenen Genreklischees und übersteigerter Psychodramatik und das mit einer emotionalen WUCHT, die mir schlicht den Atem raubte!
Jedenfalls, ob man sich für Ballett interessiert, oder nicht, spielt nicht im geringsten eine Rolle. Hier geht es um psychotische, albtraumartige Strukturen, Erwachsenwerden und Sexualitätsfindung. Ballett und Schwanensee ist nur die Verpackung.
The Wrestler, ebenfalls von Regisseur Darren Aronofsky, war 2009 für mich einer der Top Filme des damaligen Jahres. (Ich und Wrestling?? Pf!!) Mickey Rourke hat sich damals wider Erwarten ganz nah an mich rangeschlichen und sich tief in mich reingefressen.
Ich bin ohne vorher auch nur ein Fitzelchen über "Black Swan" zu lesen ins Kino gegangen, er wirkt erst mal ein ganz klein wenig "typisch Tanzfilm"... und dann kommt er... diesmal von hinten... und greift dich am Genick!!

Die Ballerina. Ein fast widersprüchliches Wesen, denn sie ist die wahrscheinlich HÄRTESTE und zugleich ZARTESTE weibliche Figur, die man sich vorstellen kann. Unerbittlich dem eigenen Körper gegenüber, eisern in der Disziplin, ein ungeheurerer Willen peitscht den Kampfgeist. Und dann... anmutig...scheinbar mühelos, federleicht und körperlich unendlich filigran im Tanz und auch innen drinne, in der Seele, erscheint sie uns doch fragil und verletzlich.

Zur Handlung: Die neue Saison des New York City Balletts, soll mit einer Aufführung von Tschaikowskis "Schwanensee" eröffnet werden.
Der Choreograf Thomas Leroy (Vincent Cassel) hat die in die Jahre gekommene Primaballerina Beth (Winona Ryder) abgesägt. Für die Rolle sucht er ein frisches Blut.
Die fleißige und technisch versierte Ballerina Nina (Natalie Portman) hat den ehrgeizigen Wunsch in der neuen Produktion die Doppelrolle als weißer und schwarzer Schwan zu bekommen. Dieser Kompanie-Leiter, dieser Leroy, macht ihr jedoch klar, dass sie zwar ein perfekter weißer Schwan wäre, sie sich aber für den Erhalt der begehrten Rolle ihrer dunklen Seite zu nähern habe. Verruchtheit, Hingabe und dunkle Triebe müssten nach außen treten, um auch den schwarzen Schwan überzeugend darstellen zu können. Er provoziert sie, nennt ihre tänzerische Ausstrahlung frigide und asexuell. Übt Druck, weckt Ehrgeiz und Verunsicherung, paart Demütigungen mit grenzüberschreitenden verführerischen Avancen.
SCHWANENSEE: <<<Eine Prinzessin wird in einen weißen Schwan verwandelt, nur die Liebe eines Prinzen kann sie retten und ihr ihre Freiheit zurückgeben. Doch das düstere Ebenbild der Prinzessin, der schwarze Schwan, verführt den Prinzen. Am Ende stirbt in den meisten Versionen die Prinzessin den Freitod.>>>
Ich denke es ist kein gespoilere, wenn ich "Black Swan" als eine Art doppelbödige Spielart des Schwanenseestoffes nenne, es ist mehr als offensichtlich und wird dem Zuschauer, alles andere als subtil, schon zu Beginn des Filmes klar gemacht.
Klar, Nina ist der weiße Schwan und nun soll sie auch in die Federn des schwarzen Schwans schlüpfen. Noch lebt die Mittzwanzigerin allerdings (alles ist hier stets etwas überzeichnet) in einem mit rosa Stofftieren vollgestopften Teeniezimmer, welches von der ehrgeizigen überbehütenden Mutter beherrscht wird. "Mein liebes Mädchen...!" Mutter lässt ihr keinen Raum, ihre Überpräsenz wirkt erstickend und kappt der jungen Frau sogar die Sexualität.
Und nun folgt man Nina in die Abgründe, die sich durch den ehrgeizigen Versuch die schwarz/weiße Doppelrolle auszufüllen, in ihrer Seele auftun. Was eignet sich als BILD dafür besser als die verschlungenen Räume hinter dem Vorhang eines großen Theaters. Seine Windungen, die einsamen Gänge, die Künstler-Garderoben, die Trainingsräume, man ahnt überall den Geruch/die Abdrücke von Schweiß, Blut und Tränen.

Die Erzählperspektive bleibt ganz und gar bei Natalie Portmans Nina. Die Hand-Kamera klebt förmlich an deren Nacken, so folgt ihr der Zuschauer durch die weitläufigen Gänge hinter der Bühne und man hält mir ihr Schritt, verfolgt sie gar dann und wann, bisweilen sieht man DURCH IHRE Augen, vertraut also Ninas Wahrnehmung. Man ist genauso überrascht wie sie, wenn sich eine vermeintliche Tatsache plötzlich als ganz anders herausstellt. Die Kamera-am-Nacken kennen wir aus dem Wrestler. Auch sonst scheint "Black Swan" ein ziemlich genau passendes Gegenstück zu "The Wrestler" zu sein. Dort ging es zwar um einen ausgedienten, abgetakelten Showkämpfer, der bei trashigen Gröl-Events seine Auftritte hatte, und hier im Gegensatz, um eine junge aufstrebende Tänzerin des klassischen Balletts, ein edler Ausdruck der Hochkultur. Aber beide - Mickey Rourke und Natalie Portman - verkörpern einen zutiefst einsamen Charakter, beide sind eingesperrt im eigenen Körper, dem Konkurrenzdruck ausgeliefert und beide schlussendlich sich zerstörend.
Nina ist eine Gefangene. Gefangen in ihrem Körper, den sie für den Tanz malträtiert, ihn hungern lässt ... bluten. Hier geht das aber schon über das "normale" Ballerinaschicksal hinaus. Nina lässt ihren Körper manches Mal absichtlich bluten, im Klo würgt sie aus Gewohnheit, aber der Magen ist ohnehin fast leer. Sie ist auch zu Hause in der engen Wohnung gefangen, die Übermutter hat sie unter ihrem Flügel/in ihren Klauen.

OPTIK: Kameramann Matthew Libatique experimentiert gekonnt und stilvoll mit der Kamera und erzeugt bisweilen eine fast klaustrophobische Wirkung. Mal wirkt sie wie eine Doku-Wackelkamera, in anderen Szenen kredenzt sie uns schlicht breite & prächtige Bilder, dann wirkt sie wieder lauernd und beobachtend, um im nächsten Moment direkt auf Ninas Position zu sein ...und der Zuschauer blickt durch IHRE Augen! Einmal sogar, während sie eine Pirouette dreht. Die Kamera ist ganz und gar Ninas Partner und dient eigentlich allein der Darstellung ihrer kaputten Psyche. Es geht um Nähe. Sie lässt uns fast körperlich mitleiden und zieht dem voyeuristischen Zuschauer -zunehmend wackelnd - mehr und mehr den Boden unter den Füßen weg. (Das mag nicht jeder, da muss man sich darauf einlassen, eine dynamische Handkamera ist einfach anstrengend für die Augen. Aber sie ist eben lange, lange nicht so steril und distanziert, wie eine statische, oder auf Schienen bewegte.)
Auch in Aronofskys unglaublich visuellem Requiem for a Dream agiert die Kamera eigentlich wie ein Schauspieler. SIE zeigt dort durch Splits, Raffer und immer schneller werdende Schnitte den Niedergang vierer Drogensüchtiger.
Auch hier: Jede Emotion ist extrem, ebenso die Farbe und der Stil.
Trotzdem empfand ich "Black Swan" bisweilen gleichzeitig als sehr zurückhaltend.
Die Kamera spielt eine ROLLE in diesem Film. Für mich war sie fast eine zweite Protagonistin. Sie zoomt, rückt Puzzleteile ins Bild, immer wieder Untersichten, Großaufnahmen der Gesichter, bisweilen lange verharrend ... zerbröckelnder Puder.. sie scheint in die Poren Ninas, in ihr Innerstes dringen zu wollen, versinkt in den Augen. Immer wieder rückt sie die mädchenhafte Anmut in den Fokus, dann die Verletzungen einer Ballerina. Immer wieder Füße und Hände. Die malträtierten Füße, die Knochen knackend in die glänzenden Spitzenschuhe gleiten, die blutenden Zehen, die abgefressenen Fingernägel, sich abschälende Nagelhaut, der verletzliche Nacken.
Und... in den Gängen des Theaters schließlich, das Lauernde ... Bedrohliche ... ganz hinten.

+ Vincent Cassel, als Lehrer und Choreograf, wirkt wie ein kalter Vulkan, mit seiner animalischen Schmierigkeit. Wie er aus Nina das herauslocken will, was sie als schwarzer Schwan braucht, sie zu Dingen auffordert, um endlich ihre dunkle Seite zu wecken, sie jedoch langsam in den Wahn(sinn) treibt. Er hat das perfekte Gesicht, den richtigen Akzent und diese gewisse körperbetonte Geschmeidigkeit, um diese Rolle zu spielen. Cassel hatte eine siebenjährige Tanzausbildung in klassischem Ballett.
+ Schade, dass Winona Ryder so selten zu sehen ist. Fast scheint es mir, als ob ihre Rolle als alternde Tänzerin Beth passgenau zu ihrem Schauspielerschicksal steht. Leider.
+ Mila Kunis (The Book Of Eli) verstärkt mit ihrer Rolle als Ninas Tanzkollegin Lily die Thrillerelemente. Sie IST unverkennbar der schwarze Schwan und eine würdige Gegenspielerin Portmans. Auch sie ließ sich für die Tanzszenen nicht doubeln, sondern hungerte und trainierte hart.
+ Natalie Portman, über sie brauche ich nicht viel zu schreiben. Manche sagen, der Oscar sei ihr gewiss. Mag sein, ich halte nicht viel von Oscars. Aber sie hat einen Preis verdient. Sie arbeitete jahrelang sehr hart für diesen Film. Seit 2002 bereitete sie sich auf diese Rolle vor. Nicht nur tänzerisch kann sie hier glänzen. Sie dominiert nicht nur durch ihr Schauspiel - sie IST "Black Swan" und in fast jeder Szene zu sehen, wir erleben alles durch ihre verzerrte Wahrnehmung. Es ist fesselnd, wie sie im Tanz als Schwan verzweifelt mit den Flügeln schlägt, ihr Gesicht unter Angst und Druck verzerrt.... versucht... sich ENDLICH fallen zu lassen, sich unwillkürlich an der Tanztechnik und an der Kontrolle festklammert, nicht loslassen kann. Ein Orgasmus soll ihr helfen, verordnet vom Chef: "Geh nach Haus ... mach es dir selbst." - als sie ihn schließlich hat, ihren vielleicht ersten Orgasmus, ist alles schon ganz anders ... und sowieso anders, als man denkt.

(Ich bin so angetan, dass ich sogar Lust habe, mir noch mal Aronofskys The Fountain anzugucken. Und dann womöglich sogar meinen überaus kritischen Eindruck überarbeite und das Mäntelchen der Liebe darüber breite. ;-) Aronofsky hat jedenfalls bei mir einen dicken Stein im Brett. :-D)

Das ist ein Film für die große Leinwand, also ab ins Kino, Leute, denn auch der Ton hat es in sich. Nicht nur die Musik (wunderschöne Abarten von Schwanensees bekannter Melodie) auch die GERÄUSCHE!
Kommentar Kommentare (12) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 30, 2011 11:35 AM CET


Black Swan
Black Swan
DVD ~ Natalie Portman
Preis: EUR 5,97

5.0 von 5 Sternen In dunkle Farben getauche Bilder von Schönheit und Tod, 22. Januar 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
GENREMIX: Das ist kein romantischer Film über Mädchen in der Welt des Balletts und doch ist es durchaus ein Film von starker, wenn auch düsterer Romantik, welche jedoch nicht unbedingt in der Handlung zu finden ist, eher in den Bildern, dem Setting, den Masken und vor allem DEM, dem, was dahinter liegt ... Natürlich ist das in erster Linie ein Psycho-Drama, ein wenig Tanzfilm, es finden sich aber auch Thriller- und Märchenmotive und zwischendrin ist Black Swan schlicht Body-Horror. Ich habe so etwas noch nie gesehen.
Die Doppelbödigkeit, Projektionen, Zerrbilder und die zahlreichen Metaphern und märchenhafte Symbole (v.a.Spiegel) laden unbedingt ein, sich von der vordergründig erzählten Geschichte zu lösen und sich im Tanz mit dem dämonischen Rotbart in viel tiefere Sphären hineinzubegeben. Allerdings widersetzt sich der Film erfolgreich einer wirklich klärenden Interpretation, was ich nicht als Makel empfinde - im Gegenteil.
Der Film balanciert / unglaublich wackelig / zwischen fast abgedroschenen Genreklischees und übersteigerter Psychodramatik und das mit einer emotionalen WUCHT, die mir schlicht den Atem raubte!
Jedenfalls, ob man sich für Ballett interessiert, oder nicht, spielt nicht im geringsten eine Rolle. Hier geht es um psychotische, albtraumartige Strukturen, Erwachsenwerden und Sexualitätsfindung. Ballett und Schwanensee ist nur die Verpackung.
The Wrestler, ebenfalls von Regisseur Darren Aronofsky, war 2009 für mich einer der Top Filme des damaligen Jahres. (Ich und Wrestling?? Pf!!) Mickey Rourke hat sich damals wider Erwarten ganz nah an mich rangeschlichen und sich tief in mich reingefressen.
Ich bin ohne vorher auch nur ein Fitzelchen über "Black Swan" zu lesen ins Kino gegangen, er wirkt erst mal ein ganz klein wenig "typisch Tanzfilm"... und dann kommt er... diesmal von hinten... und greift dich am Genick!!

Die Ballerina. Ein fast widersprüchliches Wesen, denn sie ist die wahrscheinlich HÄRTESTE und zugleich ZARTESTE weibliche Figur, die man sich vorstellen kann. Unerbittlich dem eigenen Körper gegenüber, eisern in der Disziplin, ein ungeheurerer Willen peitscht den Kampfgeist. Und dann... anmutig...scheinbar mühelos, federleicht und körperlich unendlich filigran im Tanz und auch innen drinne, in der Seele, erscheint sie uns doch fragil und verletzlich.

Zur Handlung: Die neue Saison des New York City Balletts, soll mit einer Aufführung von Tschaikowskis "Schwanensee" eröffnet werden.
Der Choreograf Thomas Leroy (Vincent Cassel) hat die in die Jahre gekommene Primaballerina Beth (Winona Ryder) abgesägt. Für die Rolle sucht er ein frisches Blut.
Die fleißige und technisch versierte Ballerina Nina (Natalie Portman) hat den ehrgeizigen Wunsch in der neuen Produktion die Doppelrolle als weißer und schwarzer Schwan zu bekommen. Dieser Kompanie-Leiter, dieser Leroy, macht ihr jedoch klar, dass sie zwar ein perfekter weißer Schwan wäre, sie sich aber für den Erhalt der begehrten Rolle ihrer dunklen Seite zu nähern habe. Verruchtheit, Hingabe und dunkle Triebe müssten nach außen treten, um auch den schwarzen Schwan überzeugend darstellen zu können. Er provoziert sie, nennt ihre tänzerische Ausstrahlung frigide und asexuell. Übt Druck, weckt Ehrgeiz und Verunsicherung, paart Demütigungen mit grenzüberschreitenden verführerischen Avancen.
SCHWANENSEE: <<<Eine Prinzessin wird in einen weißen Schwan verwandelt, nur die Liebe eines Prinzen kann sie retten und ihr ihre Freiheit zurückgeben. Doch das düstere Ebenbild der Prinzessin, der schwarze Schwan, verführt den Prinzen. Am Ende stirbt in den meisten Versionen die Prinzessin den Freitod.>>>
Ich denke es ist kein gespoilere, wenn ich "Black Swan" als eine Art doppelbödige Spielart des Schwanenseestoffes nenne, es ist mehr als offensichtlich und wird dem Zuschauer, alles andere als subtil, schon zu Beginn des Filmes klar gemacht.
Klar, Nina ist der weiße Schwan und nun soll sie auch in die Federn des schwarzen Schwans schlüpfen. Noch lebt die Mittzwanzigerin allerdings (alles ist hier stets etwas überzeichnet) in einem mit rosa Stofftieren vollgestopften Teeniezimmer, welches von der ehrgeizigen überbehütenden Mutter beherrscht wird. "Mein liebes Mädchen...!" Mutter lässt ihr keinen Raum, ihre Überpräsenz wirkt erstickend und kappt der jungen Frau sogar die Sexualität.
Und nun folgt man Nina in die Abgründe, die sich durch den ehrgeizigen Versuch die schwarz/weiße Doppelrolle auszufüllen, in ihrer Seele auftun. Was eignet sich als BILD dafür besser als die verschlungenen Räume hinter dem Vorhang eines großen Theaters. Seine Windungen, die einsamen Gänge, die Künstler-Garderoben, die Trainingsräume, man ahnt überall den Geruch/die Abdrücke von Schweiß, Blut und Tränen.

Die Erzählperspektive bleibt ganz und gar bei Natalie Portmans Nina. Die Hand-Kamera klebt förmlich an deren Nacken, so folgt ihr der Zuschauer durch die weitläufigen Gänge hinter der Bühne und man hält mir ihr Schritt, verfolgt sie gar dann und wann, bisweilen sieht man DURCH IHRE Augen, vertraut also Ninas Wahrnehmung. Man ist genauso überrascht wie sie, wenn sich eine vermeintliche Tatsache plötzlich als ganz anders herausstellt. Die Kamera-am-Nacken kennen wir aus dem Wrestler. Auch sonst scheint "Black Swan" ein ziemlich genau passendes Gegenstück zu "The Wrestler" zu sein. Dort ging es zwar um einen ausgedienten, abgetakelten Showkämpfer, der bei trashigen Gröl-Events seine Auftritte hatte, und hier im Gegensatz, um eine junge aufstrebende Tänzerin des klassischen Balletts, ein edler Ausdruck der Hochkultur. Aber beide - Mickey Rourke und Natalie Portman - verkörpern einen zutiefst einsamen Charakter, beide sind eingesperrt im eigenen Körper, dem Konkurrenzdruck ausgeliefert und beide schlussendlich sich zerstörend.
Nina ist eine Gefangene. Gefangen in ihrem Körper, den sie für den Tanz malträtiert, ihn hungern lässt ... bluten. Hier geht das aber schon über das "normale" Ballerinaschicksal hinaus. Nina lässt ihren Körper manches Mal absichtlich bluten, im Klo würgt sie aus Gewohnheit, aber der Magen ist ohnehin fast leer. Sie ist auch zu Hause in der engen Wohnung gefangen, die Übermutter hat sie unter ihrem Flügel/in ihren Klauen.

OPTIK: Kameramann Matthew Libatique experimentiert gekonnt und stilvoll mit der Kamera und erzeugt bisweilen eine fast klaustrophobische Wirkung. Mal wirkt sie wie eine Doku-Wackelkamera, in anderen Szenen kredenzt sie uns schlicht breite & prächtige Bilder, dann wirkt sie wieder lauernd und beobachtend, um im nächsten Moment direkt auf Ninas Position zu sein ...und der Zuschauer blickt durch IHRE Augen! Einmal sogar, während sie eine Pirouette dreht. Die Kamera ist ganz und gar Ninas Partner und dient eigentlich allein der Darstellung ihrer kaputten Psyche. Es geht um Nähe. Sie lässt uns fast körperlich mitleiden und zieht dem voyeuristischen Zuschauer -zunehmend wackelnd - mehr und mehr den Boden unter den Füßen weg. (Das mag nicht jeder, da muss man sich darauf einlassen, eine dynamische Handkamera ist einfach anstrengend für die Augen. Aber sie ist eben lange, lange nicht so steril und distanziert, wie eine statische, oder auf Schienen bewegte.)
Auch in Aronofskys unglaublich visuellem Requiem for a Dream agiert die Kamera eigentlich wie ein Schauspieler. SIE zeigt dort durch Splits, Raffer und immer schneller werdende Schnitte den Niedergang vierer Drogensüchtiger.
Auch hier: Jede Emotion ist extrem, ebenso die Farbe und der Stil.
Trotzdem empfand ich "Black Swan" bisweilen gleichzeitig als sehr zurückhaltend.
Die Kamera spielt eine ROLLE in diesem Film. Für mich war sie fast eine zweite Protagonistin. Sie zoomt, rückt Puzzleteile ins Bild, immer wieder Untersichten, Großaufnahmen der Gesichter, bisweilen lange verharrend ... zerbröckelnder Puder.. sie scheint in die Poren Ninas, in ihr Innerstes dringen zu wollen, versinkt in den Augen. Immer wieder rückt sie die mädchenhafte Anmut in den Fokus, dann die Verletzungen einer Ballerina. Immer wieder Füße und Hände. Die malträtierten Füße, die Knochen knackend in die glänzenden Spitzenschuhe gleiten, die blutenden Zehen, die abgefressenen Fingernägel, sich abschälende Nagelhaut, der verletzliche Nacken.
Und... in den Gängen des Theaters schließlich, das Lauernde ... Bedrohliche ... ganz hinten.

+ Vincent Cassel, als Lehrer und Choreograf, wirkt wie ein kalter Vulkan, mit seiner animalischen Schmierigkeit. Wie er aus Nina das herauslocken will, was sie als schwarzer Schwan braucht, sie zu Dingen auffordert, um endlich ihre dunkle Seite zu wecken, sie jedoch langsam in den Wahn(sinn) treibt. Er hat das perfekte Gesicht, den richtigen Akzent und diese gewisse körperbetonte Geschmeidigkeit, um diese Rolle zu spielen. Cassel hatte eine siebenjährige Tanzausbildung in klassischem Ballett.
+ Schade, dass Winona Ryder so selten zu sehen ist. Fast scheint es mir, als ob ihre Rolle als alternde Tänzerin Beth passgenau zu ihrem Schauspielerschicksal steht. Leider.
+ Mila Kunis (The Book Of Eli) verstärkt mit ihrer Rolle als Ninas Tanzkollegin Lily die Thrillerelemente. Sie IST unverkennbar der schwarze Schwan und eine würdige Gegenspielerin Portmans. Auch sie ließ sich für die Tanzszenen nicht doubeln, sondern hungerte und trainierte hart.
+ Natalie Portman, über sie brauche ich nicht viel zu schreiben. Manche sagen, der Oscar sei ihr gewiss. Mag sein, ich halte nicht viel von Oscars. Aber sie hat einen Preis verdient. Sie arbeitete jahrelang sehr hart für diesen Film. Seit 2002 bereitete sie sich auf diese Rolle vor. Nicht nur tänzerisch kann sie hier glänzen. Sie dominiert nicht nur durch ihr Schauspiel - sie IST "Black Swan" und in fast jeder Szene zu sehen, wir erleben alles durch ihre verzerrte Wahrnehmung. Es ist fesselnd, wie sie im Tanz als Schwan verzweifelt mit den Flügeln schlägt, ihr Gesicht unter Angst und Druck verzerrt.... versucht... sich ENDLICH fallen zu lassen, sich unwillkürlich an der Tanztechnik und an der Kontrolle festklammert, nicht loslassen kann. Ein Orgasmus soll ihr helfen, verordnet vom Chef: "Geh nach Haus ... mach es dir selbst." - als sie ihn schließlich hat, ihren vielleicht ersten Orgasmus, ist alles schon ganz anders ... und sowieso anders, als man denkt.

(Ich bin so angetan, dass ich sogar Lust habe, mir noch mal Aronofskys The Fountain anzugucken. Und dann womöglich sogar meinen überaus kritischen Eindruck überarbeite und das Mäntelchen der Liebe darüber breite. ;-) Aronofsky hat jedenfalls bei mir einen dicken Stein im Brett. :-D)

Das ist ein Film für die große Leinwand, also ab ins Kino, Leute, denn auch der Ton hat es in sich. Nicht nur die Musik (wunderschöne Abarten von Schwanensees bekannter Melodie) auch die GERÄUSCHE!


Mit nackten Händen: Roman
Mit nackten Händen: Roman
von Simonetta Greggio
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 7,31

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Natürlich war er noch ein Kind!, 4. Januar 2011
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Emmanuelle, bzw. schlicht Emma, hat sich seit Jahren als Landtierärztin außerhalb der Stadt zurückgezogen, um allein zu sein. Sie liebt die Einsamkeit, die Natur, die Stille. Als sie einmal sehr spät von einer nächtlichen Runde durch Kuhställe von kreißenden oder kranken Tieren heimkehrt, wird sie von Gio (Giovanni) überrascht. Sie kennt ihn von Geburt an, sah ihn jedoch viele Jahre nicht und plötzlich steht er vor ihr.... auf einmal an Körpergröße ihr ebenbürtig, den Schatten eines zarten Bartes um das Kinn herum, die Stimme in die Tiefe gerutscht.
Sie schlittern in eine sexuelle Beziehung.
Emma ist Mitte vierzig, Gio knapp fünfzehn Jahre alt.

Das ist natürlich ein Tabu. Die alleinstehende reife Frau, ganz ohne Mann, die nicht einmal den Hauch eines Verlobten vorzuweisen hat, und ein minderjähriges Jungchen. Sie ist kein seniler Professor, der den Reizen einer Lolita erlegen ist. Wäre das im übrigen der Fall gewesen, hätte man wohl milder über sie geurteilt, als es rauskam. Sie ist auch keine Hanna Schmitz, welche stets junge und attraktive VorleserInnen bevorzugte, die sie reizen und die eigene Unmündigkeit verdecken sollten. (Siehe Der Vorleser, ein Roman, welcher u.a. auch die Beziehung eines anfänglich 15 Jahre alten Jungen zu einer 36 Jahre alten Frau sowie deren Folgen behandelt.)
"Mit nackten Händen" befasst sich auf eine ganz eigene, sehr dezente Art und Weise mit der ungleichen Liebe zwischen einer älteren Frau und einem Jungen. Die moralischen Aspekte der auf den Laken ausgetragenen <<dunklen, frischen und glühenden>> Leidenschaft sind nicht das Zentrum des Buches. Das Zentrum des Buches ist für mich eher, dass es Gefühle auf den Punkt bringt. Emmas Gefühle. Auch alle übrigen Charakterskizzen sind sehr eindringlich und präzise, trotz der wenigen Worte. Z.B. Emmas Eltern, vor allem die Mutter, die mir ihnen verbundenen Kindheitserinnerungen. Oder ihr wesentlich älter Chef, mit dem sie beim einsamen Landleben eine eigentümliche Freundschaft verbindet. Diese Freundschaft beinhaltet übrigens auch schon das Muster des Verhältnisses von "Mentor und Schüler". Nur mit vertauschten Rollen, hier ist sie die Schülerin. Später ist es Gio.
Das ist keine Unterhaltungsroman, der eine mitreißende Erzählbogengeschichte von A-Z erzählt, sondern es sind Fetzten, Fragmente und Erinnerungsstücke, die nicht unbedingt ein geschlossenes Ganzes ergeben. Weder die Liebesgeschichte zu Gio wird plastisch, noch wird der Roman an irgendeiner Stelle voyeuristisch. Ich denke er wird eventuelle Erwartungshaltungen (Frauenroman, züngelnde Leidenschaft ) nicht im Entferntesten bedienen. Man taucht zunächst einmal mit Emma in ihre Erinnerungen ein: Sie denkt an Gios Vater, Raphaël, ein Sonntagsrevoluzzer, der früher einmal ihr Liebster war, der eigentlich immer SIE wollte, doch trotzdem die hübschere & fraulichere Micol heiratete. Ja, Gios Mutter Micol... zu dritt hausten sie damals jahrelang in Paris. Eine Art Ménage à trois, wo es eine eindeutige Verlierin gab: Emma. Gios Geburt bedeutet der endgültige Verlust ihrer großen Liebe Raphaël. Und ein zusätzlicher Stachel in der ohnehin komplizierten und durch den Konkurrenzdruck belasteten Beziehung zu ihrer Freundin Micol. Sie flüchtet sich auf die verterinärmedizinische Hochschule und dann raus auf's Land. Sie konnte sich dort relativ leicht in diesen Zustand leicht autistischen Friedens verestzen . Trotzdem fragt sie sich: Warum sie solche Entscheidungen traf? Was sie eigentlich so sehr verletzt hat? Und warum sie sich für stark hielt? Warum sie jede Hilfe ablehnte? Warum sie sich nicht trösten, ihr Herz nicht flicken konnte.....

<<Die Stunden verstreichen in einem eigentümlichen Verhältnis von Zeit und Raum, wenn man in die Vergangenheit eintaucht. >>
Sie verstreichen auch auf eigentümliche Art und Weise für den Leser, wenn Emma plötzlich dem jungen Mann gegenübersteht, den sie nur als Baby und als Kind kannte und mit dem sie sich jetzt abrupt auf Augenhöhe befindet, der sich jedoch mitten im "Katastrophenalter" befindet.
Und für den sie auf einmal andere Gefühle entwickelt....
Sie auslebt!
Es am Ende rauskommt.
Sie wird Gio nicht die Ehe antragen, um die Familienehre reinzuwaschen.

Emma ist keine Emanzen-Emma, auch wenn sie bisweilen so Sachen sagt wie: << Ich denke, wenn Frauen, genauso wie Männer, nur nach einem Orgas*us Kinder kriegen könnten, wäre die Welt deutlich weniger bevölkert. (S 34)
;-D >>

Simonetta Greggio, eine italienischstämmige Französin, kann schreiben, sie beherrscht die Kunst zu sagen, was gesagt werden muss und zu schweigen, wo man eben besser schweigt. Auch den Schlusspunkt des Romans hat sie mit Fingerspitzengefühl gefunden und wie ein I-Tüpfelchen gesetzt. Ihre Sprache ist auf eine vielleicht etwas triste Art sehr poetisch und still. Ja, ein stilles Buch.
Ein Keeper. Mich hat es ziemlich beeindruckt, ich werde es sicher ein weiteres Mal lesen. Einen Stern ziehe ich ab, da mir der Roman doch ein wenig zu fragmentarisch und somit irgendwie "unfertig" blieb. Neben Lolita von Nabokov oder Der Vorleser bleibt er klar zurück.
Ja, es stimmt: "Eine Sprache, so klar wie Quellwasser."
Ein schmales, schön gebundenes Büchlein mit gerade mal 155 Seiten.


Braun Oral-B Pulsonic inkl. 2. Handstück
Braun Oral-B Pulsonic inkl. 2. Handstück

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich bin begeistert!, 4. Januar 2011
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Was kann DIESE Zahnbürste, was die andere nicht kann?
Das fragte ich mich, die ich seit über 10 Jahren mit der rotierenden von Oral b zufrieden war.
Ich war skeptisch aber neugierig.
WOW!
Ich hatte wirklich direkt nach dem ersten Benutzen das Gefühl, die Zähne und Zahnzwischenräume sind NOCH SAUBERER geworden.
Sie macht ein ganz anderes Geräusch. Alls SUMMEN würde ich es noch am ehesten beschreiben. Und sie rotiert nicht, sondern sie VIBRIERT! Ultraschall.

Der Bürstenkopf ist breit und das stellte ich mir eher ungünstig vor, da man mit meinem bisherigen runden kreiselnden Köpfchen so schön jeden einzelnen Zahn einzeln polieren konnte. Aber für mich überraschend machte sich der breite Kopf sehr gut und er ist ein Künstler vor allem ganz hinten... da... am hintersten Backenzahn.
Weniger gut stellt er sich hinten an den Schneidezähnen an.;-) Da braucht er etwas meine Unterstützung.

4 x alle 30 Sekunden pulsiert ein stotterndes Signal, damit man sich einem anderen Zahnquadranten widmen kann.

Für die "neue" Schalltechnologie lass ich meine "alte" Zahnbürste stehen. Mal sehen ob's so bleibt, und was mein Zahnarzt spricht.


London Nights
London Nights
DVD ~ Déborah François
Preis: EUR 15,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die ungemachten Betten einer hübschen Londoner Bohemienszene, 12. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: London Nights (DVD)
"­Unmade Beds" heißt dieser britische Independent-Film "London Nights" im Original. Passt. Man sieht nur ein einziges Mal ein gemachtes Bett. Das wird im Verlauf der Handlung auch direkt fotografiert.
Er spielt in einer Szene spezieller Twens, so bohemian angehauchte Freigeister. ;-o) Man lebt in einem besetzten Haus, ist aber unpolitisch. Dafür party- und lustorientiert. Es geht um den Moment, um das was man WILL und am Rande um das was man BRAUCHT und um das sich verlieren wollen.
Ich würde sagen das ist eindeutig ein bisexuelles Romantik-Melancho-Komödien-Drama mit Indieszenefeeling.

Die beiden zentralen Figuren sind
1. AXL Ein junger Spanier. (sensibel und total natürlich: Fernando Tielve ) Jeden Morgen wacht der Bursche in einem anderen Bett auf. Mit'nem kompletten Filmriss betreffend des vorigen Abends und die/der Bettgenoss(in) ist ihm völlig fremd. *schreck* Axl ist sich dann nicht mal sicher, ob es evtl. Sex gab.. Er landete in London, weil er seinen leiblichen Vater sucht. Dieser verließ ihn und seine Mutter, als er noch ein Kleinkind war, und lebt nun als Immobilienmakler mit einer neuen Familie in London. Axl hat ihn zwar ausfindig gemacht, traut sich aber nicht näher an ihn heran. Er kommt vorerst in einem besetzten Haus unter. Musik, Partys, Alkohol und evtl. Sex. Axl stolpert von einem Tag in den anderen.
2. VERA (goldig anzusehen: Deborah François ) Von ihr weiß man noch weniger. Sie lebt ebenfalls in dem Haus, kennt Axel jedoch nicht. Sie hat wohl die Trennung von einem Lover zu verwinden und will darüber hinwegkommen. Stattdessen trifft sie den geheimnisvollen & höchst sweeten Mr. X im gestreiften Sakko. Es prickelt - und wie! Man geht aber völlig unverbindlich auseinander. Der Zufall will's, sie treffen sich tatsächlich wieder und man bleibt bei dieser spannenden gewollt diffusen Stimmung, will das ausreizen. Sprich weiterhin vage anonyme Dates, unter einer Bedingung: WEDER Name, noch Telefonnummer oder Adresse werden ausgetauscht. Ein Experiment. Irgendwann verlieren sie sich natürlich in dieser Millionenstadt.

Stattdessen treffen sich irgendwann die beiden Hauptfiguren. Axl trägt nämlich das auffällige Streifensakko des gesuchten Flirts. Vera ein Elchkostüm. Auf ner Party natürlich. Hier überschneiden sich die zwei Erzählstränge, welche sich vorher nur einige Male leicht streiften. Nach vielen Drinks dämmert den beiden, dass sie doch eigentlich vielleicht schon gefunden haben, wonach sie suchten.

Viel Party, viel Leere.
Ganz offensichtlich will Regisseur Alexis Don Santos hier keine runde Geschichte erzählen. Der Film macht keinen Hehl aus der Distanz, die er einnimmt. Er ist gar nicht daran interessiert, den Figuren mehr Profil oder Tiefe geben zu wollen und verpasst allem eine Art gezielte Unschärfe. Was Collagenartiges. Die Handkamera unterstützt die Unmittelbarkeit. (Tolle) Musik läuft eigentlich immer, auch während der Gespräche. Das alles passt auch zu der gewissen Leere des Films, der sich ganz auf die nächtliche Seite Londons stützt, auf dessen Atmosphäre, das ziellose Ausgehen, die grellen Discolichter, das sich betrinken, Musik hören, tanzen, Musik machen und mehr oder weniger erfolgreich herum liebeln. Und, um das sich verlieren. Die gewisse Langeweile. Er zeigt herrliche Szenen der Ausgelassenheit und des Ausnüchterns. Man weiß nicht mal ob oder was die Leute eigentlich studieren bzw. womit sie ihren Lebensunterhalt bestreiten. London Nights bedient kaum eine Erwartungshaltung des Zuschauers. Sympathisch eigentlich. Der Fokus des Filmes liegt nicht auf einem bestimmten Ziel, bevorzugt auch keine bestimmte Storyline, sondern er liegt immer im Moment. Der dortigen Stimmung, dem vorherrschenden Gefühl.
Für mich hatte diese scheinbare Beliebigkeit nicht den Nebeneffekt, dass mich der Film gelangweilt hätte. Wenn er auch zugegebenermaßen nicht gerade wie ein BOMBE einschlug. Ich tauchte ein in diese London Nights, hatte ein wenig Spaß am Lotterleben und der Romantik im künstlerischen Mäntelchen und komme nett & sensibel unterhalten, ohne blaues Auge und sogar ohne verrauchte Klamotten oder Katerstimmung wieder raus. :-D
Kann ich nur empfehlen!

Die im Januar 2011 erschienene deutschsprachige DVD: Es gibt also doch die deutsche Tonspur drauf, obwohl die DVD erst nur mit englischem Ton angekündigt war. Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch. NUR deutsche Untertitel
Bonus: Nur ne Galerie und ne Trailershow. Presseheft und Wendecover.
Mit Musik von Daniel Johnston, Kimya Dawson, Tindersticks, Connan Mockasins, Plaster of Paris, (We are) Performance, Black Moustache
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 27, 2010 10:18 AM CET


Ondine - Das Mädchen aus dem Meer
Ondine - Das Mädchen aus dem Meer
DVD ~ Colin Farrell
Preis: EUR 9,99

54 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Oh, was ist mir denn da ins Netz gegangen?, 1. Dezember 2010
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ondine - Das Mädchen aus dem Meer (DVD)
Reiche Filmbeute ... :-D
Kein glitzernder Tand sondern eher etwas unscheinbar, aber dicht und trotzdem zurückhaltend.
Der irische Fischer namens Syracuse war früher Alkoholiker, seine Ex-Frau ist es noch und diese hat das Sorgerecht für die kleine gemeinsamen Tochter. Syracuse tuckert täglich mit seinem kleinen Fischkutter vor der irischen Küste auf'm Meer rum und hat eines Tages plötzlich anstatt Fische, eine junge Frau in seinem Fangnetz: Zitternd, hustend, spuckend und verängstigt. Schön und scheu ... niemand dürfe sie sehen, fleht sie! Und weicht nicht mehr von seiner Seite.
Wenn man Syracuses 10-jähriger Tochter Annie glauben will, entstieg die langmähnig-langbeinige Ondine wirklich dem Meer. Annie ist das altkluge Mädchenkind im Hintergrund. Das gabs ja schon öfters und war ja auch schon öfters nervig, dessen Rolle ist im Film normalerweise ETWAS ausgelutscht. Hier sitzt es nierenkrank im Rollstuhl und nervt nicht, obwohl es genau diesen Typ bedient. Alison Barry spielt diese Annie, Tochter von Syracuse, sehr süß und glaubwürdig.
Anscheinend findet das Syracuse auch und beginnt ihre Überzeugung zu teilen.

Die junge Frau aus dem Meer....eine wirkliche, echte Undine??
Sprich... eine Mermaid, ein Wassergeist, eine Nixe?
Die sagenumrankten Wasserwesen werden uns hier irgendwie beschäftigen. Sie heißen hier auch Selkies, und sind Wesen aus der schottischen Mythologie.
Auf den Orkney-Inseln und Nordschottland erzählt man sich Geschichten von Robben, die an Land kommen und sich in Menschen verwandeln, indem sie ihr Fell ablegen. Sie verstecken ihr Fell und laufen als Menschen herum. Angeblich sind Selkie-Frauen als Menschen unbeschreiblich schön. Und sie sollen Unglück bringen.

Ich fühlte mich bei dem Thema gleich an Splash - Jungfrau am Haken erinnert, der blieb aber komödienhaft, wenn ich mich recht erinnere. (Das ist nicht unbedingt eine Guck Empfehlung.) Nein, hier bleibt der Raum zwischen Fantasie und Wirklichkeit offen, er wird ruhig und unaufgeregt ausgelotet. Klar, immer wieder romantisch und märchenhaft, aber gleichzeitig auch herb und wirklich. Im Mythos bleibend, ihn aber nicht zwanghaft lösen wollend. Auch nicht in Klischees zu versinken, gelingt diesem Film und somit hat er auch schon alle seine irischen Schäfchen im Trockenen. Der Humor ist auch eher irisch rau.
Die faszinierenden Bilder aus dem poetischen Blickwinkel der Kamera, zeigen die schroffe irische Küste und provozieren unwillkürlich Gedanken an diese Frau aus dem Meer... sie MUSS doch eine Mermaid sein... und dann knipst Regisseur Jordan wieder die Realität an: Ungnädig und hässlich. Und so balanciert der Film eigentlich stets zwischen dieser Ahnung, ob sich mit Ondine ein Mythos verknüpft und der Frage, was diese Frau ansonsten ausmachen könnte. Der Film baut sich daran aber nicht auf, er strebt nicht auf die Auflösung zu, er scheint nicht mal wirklich daran interessiert zu sein. Das ist als Lob gemeint. Klug, gekonnt, gefasst, lässt der Film sich auf den Wellen treiben.

Ja: Eine weitere Märchenadaption vom irischen Regisseur Neil Jordan. In Zeit der Wölfe spielte er auch schon so ungewöhnlich und schruppig-schön mit der allegorischen Hintergründigkeit alter Märchen: Dort lauschte die 13-jährige Rosaleen den unheimlichen Geschichten der Großmutter vom (Wer-)Wolf im Manne. Das war schon eine sehr auffallende Adaption, die das sexuelle und gruselige Motiv des Rotkäppchens bespielte.
Jordan hat wieder das Spiel gesucht, diesmal mit der Psychologie der rätselhaften Nixe: Ihrem Zauber, aber auch unserer Angst vor ihr. Ihrem schützenden, aber eben auch zerstörerischen Wesen.

AUSBEUTE:
Dunkle Geheimnisse düstere Wahrheiten, die Trostlosigkeit des Alltags und Gedanken an die Wasserwesen unten im Meer.
Typisches gekonntes farrellsches Augenbrauengewackel, diesmal in Fisherman-Manier. Alicja Bachleda frisches Gesicht, spielt die Ondine irgendwie immer zwischen mystisch und keck, und immer die langen nackten Beine vor die Kameralinse haltend.
Eine angenehme Portion Humor.
Auch Stephen Rea sorgt als Pfarrer für schmunzelnde Momente.
Ein guter, nein, doch auch ein zauberhafter Fang!

Colin Farrell - Syracuse
Alicja Bachleda - Ondine
Alison Barry - die 10 jährige Annie
Dervla Kirwan - Annies Mum bzw.Syracuses Ex
Stephen Rea - Pfarrer

Übrigens: Es wird berichtet, dass Regisseur Joe Wright (Abbitte , Stolz & Vorurteil) an einer Realverfilmung von Hans Christian Andersens "Die kleine Seejungfrau" arbeitet. Noch befindet sich der Film im Entwicklungsstadium, das heißt, ob er tatsächlich produziert wird und es auf die große Leinwand schafft, ist noch ungewiss. *mich trotzdem schon freu*

Merken soltte nan sich in dem Andersen-Zusammenhang auch Rusalka - Die Meerjungfrau. Eine aserbaidschanische melancholisch-verschrobene Kinomär, ein Hauch von Amelie weht durch die surrealen Bilder.

Deutsche DVD:
Ton: Deutsch DD und DTS je 5.1, Englisch DD 5.1
Untertitel NUR deutsch
Extras: Interviews vom Set, der Dt. und der Originaltrailer
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 20, 2013 9:23 AM CET


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-17