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Rezensionen verfasst von
Doris (Hessen, Deutschland)

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Anna Karenina
Anna Karenina
DVD ~ Keira Knightley
Wird angeboten von cdgirl666
Preis: EUR 4,85

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Künstlerisch wertvoll, 29. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina (DVD)
Doch reicht das allein, um einen erfolgreichen Film zu machen? Es ist in diesem Fall echt schwer zu beantworten, weil jeder Mensch, jeder Zuschauer, jeder Regisseur seine Prioritäten anders setzt. Hier wurden sie ganz klar gegen einen gefälligen Kostümfilm und für eine bisweilen hochtrabende, kunstvolle Umsetzung gesetzt.

Und selbst Erfolg definiert sich für jeden anders. Joe Wright hat auf alle Fälle erreicht, dass man über diesen Film spricht. Ob er nun genügend Kohle eingespielt hat, scheint fast zweitrangig. Joe Wright liefert hier einen beeindruckenden Film ab, so viel ist klar. Der artistische Ansatz ist ebenso ungewöhnlich wie anspruchsvoll.

Doch dann begeht JW den Fehler, dass er nicht konsequent, stringent und vehement genug sein eigenes Konzept verfolgt. Bis auf die Sequenzen rund um Levin und sein Landleben hätte man eigentlich alles durchgängig in die Theaterkulisse verlegen sollen. Wozu noch extra Locations wie ein Irrgarten und sonstige Herrenhäuser? Unnötig und irritierend! Wer in der Lage ist, ein Pferderennen im Theater stattfinden zu lassen oder eine Eisbahn dorthinein verlegt, für den wäre es ein Leichtes gewesen, auch noch einen Irrgarten, usw., in dieser Kulisse zu erstellen. Schade, das hat für mich einiges vom ansonsten überzeugenden Konzept kaputtgemacht.

Was mir sonst noch negativ aufgestoßen ist: Dass JW seine beiden Protagonisten wieder allein tanzen hat lassen. Das steht völlig konträr zu seinem ungewöhnlichen Ansatz für diese Verfilmung, denn er hat damit eine Sache wiederholt, die meiner Meinung nach hätte einmalig bleiben sollen, nämlich Lizzies und Darcys Tanz in seiner P&P Verfilmung. Durch diese blöde, unnötige Wiederholung hat er es leider versäumt, beiden Filmen ein Alleinstellungsmerkmal zu verpassen. Diese Anna Karenina Verfilmung ist vom Ansatz her so außergewöhnlich, dass der Pas des Deux hier wie ein müder Abklatsch wirkt. Etwas wirklich Neues, Ungewöhnliches wäre da willkommener und passender gewesen. Seufz.

Okay – und ich mag die Choreografie des Balls nicht! Tut mir leid. Es sieht mir viel zu sehr nach Bollywood aus. Es mag sein, dass dieses Gekünstelte, das übermäßige Gestikulieren und merkwürdige Umgreifen mit Armen und Händen gewollt ist, eben weil es so furchtbar gestelzt aussieht, aber in dem Fall ist es echt so übertrieben, dass ich kaum noch hinsehen konnte. Damit hat JW einfach zu viel des Ungewöhnlichen gewagt, das er mehr an anderen Stellen des Films gebraucht hätte.

Ansonsten fand ich das Ballettartige, das Durchchoreografierte in den Bewegungen ja nicht schlecht und es war an vielen Stellen durchaus passend.

Vom Soundtrack Dario Marianellis bleibt leider nur das schwebende, gleichzeitig mit einem Hauch Schwermut versehen Motiv des Hauptwalzers im Ohr hängen. Alles Weitere geht unter oder wird nur marginal wahrgenommen, was schade ist.

Wozu man Namen wie Susanne Lothar (†) oder Shirley Henderson für eine einzige Szene hat rekrutieren müssen, ist mir auch ein Rätsel.

Und das unselige Blondchen, das man aus Ruth Wilson gemacht hat! Aaaah! Ich verstehe, dass noch eine Brünette einfach untergegangen wäre, aber dieses Make-up und die Perücke waren nur lächerlich, sorry.

Die Leistung von Keira Knightley hat mich nicht vom Hocker gerissen. Sie war einfach zu… zu… zu wenig dramatisch. Klingt blöd, ist aber so. Allein mit tollen Kostümen, Schleierhütchen und erlesenem Schmuck kann man diese Rolle nicht bewältigen. Ich sage nicht, dass sie emotional nicht genug involviert war, aber bisweilen wirkte sie ein klein wenig zu distanziert. Ich vermag nicht zu beurteilen, ob das von JW gewollt war oder ob es dieses Problem mehr bei KK lag.

Die guten Sachen: Das Drehbuch war von fast allem Ballast befreit und konzentrierte sich auf das Wesentliche. Eine bewundernswerte Arbeit von Tom Stoppard, der Tolstois Vorlage hier entkernt hat, ohne dass man schmerzlich Dies, Das oder Jenes vermisste.

Jude Law als Karenin. Sehenswert. Er drückte diesem Mann einen tollen Stempel auf und war als einer der wenigen in der Lage, Emotionen bis ins Publikum zu transportieren.

Aaron Taylor-Johnson (mit kleinen Abstrichen). Ich hätte im Vorfeld nicht gedacht, dass er zu meiner Positiv-Liste zählen würde, aber so ist es, wenn auch überraschenderweise. Dieses überstylte, künstliche Umfeld passte zu ihm und er halt ebenso im Gegenzug zu dieser Art der Inszenierung.

Die gesamte Kitty-Levin Geschichte, die ich im Buch stets verabscheute und immer großzügig weitergeblättert habe. Die beiden hier waren entzückend und ich denke, dass wir von beiden zukünftig noch hören werden. Es war ein Verdienst des Drehbuchs, das die Dinge bezüglich Levin hervorragend auf den Punkt gebracht hat.

Matthew Macfadyen, natürlich! Ein herrlich jovialer, genüsslicher, lärmender Stiva Oblonsky, der die Oberflächlichkeit des Charakters exzellent porträtiert und einfach einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Ich kannte die meisten seiner Szenen bereits und wurde von einer Szene (Jagd im Birkenhain) dann doch überrascht, weil sie für mich völlig unverhofft kam. Man kann sich jedoch darüber streiten, ob humorvolle Szenen in dieser Verfilmung nicht sogar fehl am Platz sind und das gezeichnete Bild verfälschen. Stivas Momente im Film sind eigentlich die einzigen, die einem zum Schmunzeln, gelegentlich zum breiten Lächeln bringen.

Vernachlässigt hat JW leider – und ich erwähnte es eingangs schon einmal – die dramatischen Aspekte des Stoffes. Ich konnte viele Reaktionen von Knightleys Anna nicht nachvollziehen, weil sie unvollständig erzählt waren oder uns wichtige Dinge vorenthalten wurden. Dass es letztendlich zum Freitod der Protagonistin kam, ist in dieser Erzähl- und Betrachtungsweise kaum nachvollziehbar. Da fehlen wichtige Zwischenschritte, wie gesagt – die Dramen. Es lag allerdings weniger am Drehbuch, denke ich. Etwas mehr Gewicht auf diese Dinge wäre wünschenswert gewesen. Dafür hätte man völlig unnötige Szenen wie die Eisbahn oder dass man am Moskauer Bahnhof u.a. auf das österreichische Thronfolgerpaar auf Hochzeitsreise wartet (beides völlig Handlungs-unrelevant), getrost weglassen können. Kleine Fehler, die bei einem artistischen Konzept wie diesem enorm auffallen.

JW gerät zuweilen von der Ungewöhnlichkeit in die Eigentümlichkeit, die Verschrobenheit, und das ist leider kontraproduktiv.

Weiterhin ist mir oftmals nicht mehr klar gewesen, wo wir uns – ortsmäßig betrachtet – gerade befinden. Das war anfangs noch transparent und klar, späterhin nicht mehr und man konnte es teils nur noch erahnen.

Die Kameraarbeit ist bisweilen genial, bestes Beispiel ist die Transformation der Büroszene in die Restaurantszene, die ohne Schnitt (und ich meine nicht nur erkennbaren Schnitt, sondern tatsächlich gänzlich ohne, also in einem langen Take) auskommt. Das ist atemberaubend gut und lässt einen staunen.

Ich weiß, dass JW herausarbeiten wollte, dass jeder nur eine Marionette ist, die an Fäden hängt, die jemand anderer zieht bzw. bespielt und dass Liebe, egal in welcher Form und aus welchem Beweggrund entstanden, das zentrale Thema sein soll. Das in das Bewusstsein des Zuschauers zu versenken, gelingt beim einmaligen Besuch des Kinos nicht. Ich denke, es wird erst klarer, bewusster, wenn man den Film öfter sieht und mehr darüber reflektieren kann.

Selbst als Vronsky Frou-Frou, sein Pferd, präsentiert, ist die Liebe zu diesem Tier beinahe deutlicher zu spüren als in jeglicher Szene gemeinsam mit Anna… nun gut. Wie gerade gesagt, die emotionalen Momente haben nicht Anna und Vronsky, wie man erwartet hätte, sondern Levin, Kitty, oder auch zum Schluss hin Serjoscha und Anja, die Geschwisterliebe demonstrieren, ja sogar Alexei Karenin, für den Vaterliebe eine völlig andere Dimension erhält. Das sind die eigentlichen rührenden Momente.

Fazit: Ein wundervoller, kunstvoller Film, mit opulenter, ungewöhnlicher Ausstattung, einem genialen Konzept - wenn auch nicht total durchgängig durchgezogen - guten, bisweilen sehr guten schauspielerischen Leistungen und einer neuen, wenn auch gewöhnungsbedürftigen, Erzählweise. Wer Authentizität oder akribische literarische Treue in dieser Adaption sucht, wird enttäuscht sein. Wer sich nicht auf das künstlerische Konzept einlassen mag und kann, ebenfalls. Dieser Film ist eine Kunstform für sich und kein naturalistisches Period-Drama. Nicht mehr und nicht weniger.


Pidax-Historien-Klassiker: Der Salzbaron - Die komplette 7-teilige Serie (3 DVDs)
Pidax-Historien-Klassiker: Der Salzbaron - Die komplette 7-teilige Serie (3 DVDs)
DVD ~ Christoph Moosbrugger

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nahezu perfekt, 27. November 2012
Man hält es kaum für möglich, dass es in der deutschen bzw. österreichischen TV-Landschaft ein solches Kleinod gab. Solche Kracher bringt ansonsten meist nur die BBC hervor. Die Erstausstrahlung ist schon lange her und zum Glück kann man nun auf die DVDs zurückgreifen.
Ein irre gutes Drehbuch sorgt für eine solide Ausgangsbasis und dann kommen die Dinge obendrauf, die es zu einem perfekten Mehrteiler machen: Gut ausgewählte Darsteller, denen die jeweilige Rolle bis hin zum kleinsten Nebendarsteller auf den Leib geschrieben zu sein scheint, herrliche Drehorte (allen voran ein Bad Ischl, das im Sommer der Nabel der k-u-k-Welt damals war) und ein Regisseur, der die Sache mit Eleganz umzusetzen weiß. Die perfekt abgestimmte Handlung bietet dank des genialen Drehbuchs für jeden Geschmack etwas. So mischt man hier gekonnt Herz-Schmerz-Geschichten mit spannender Kriegsspionage, es werden Familien-Dynastien zerstört und andere Beziehungen daraus resultierend aufgebaut, ein bisschen Heimatroman-Feeling und Walzerseligkeit ist mit dabei und wie schmutzig (oder einträglich, je nach Sichtweise) das Rüstungshandwerk ist/war, wird einem auch deutlich gemacht. Diese Themen alle unter einen Hut zu bekommen, ist die große Kunst, und diese ist hier mehr als gelungen.
Ich habe selten etwas besseres gesehen, es sei denn, es kam - wie eingangs erwähnt - über den Ärmelkanal von der BBC zu uns. Und auch da muss man sich gewaltig anstregen, denn der "Salzbaron" hat die Messlatte sehr hoch gehängt!
Auf der DVD sind im Übrigen in den einzelnen Episoden mehrere kleine Szenen, die bei der Originalausstrahlung im Fernsehen nicht zu sehen gewesen sind. Gefällt mir!


Die drei Musketiere
Die drei Musketiere
DVD ~ Luke Evans
Preis: EUR 5,55

16 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein rasanter, anachronistischer Spaß, 17. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Die drei Musketiere (DVD)
Rezension bezieht sich auf Filminhalt/-handlung allein!
Glücklicherweise stellt sich hier der Unterhaltungswert deutlich über die Schwachpunkte und deswegen kann ich sagen, dass ich den Film mag, da ich mich außerordentlich gut unterhalten gefühlt habe. Auch gab es trotz vieler Preview-Clips, die einiges vorweggenommen haben, durchaus überraschenden Momente, was ich sehr schön fand.

Gut waren: - Die doch überraschend große Screentime von MM als Athos.
- Ebenfalls eine nette und überraschende Dreingabe war, dass Athos in der Eröffnungs-Szene Milady zweimal küsste.
- Die Handlung war doch in weiten Teilen enger an Dumas' Story angelehnt als zunächst gedacht. Nur dass man diesmal mit vielen "Spielzeugen" und Gadgets aufgefüllt hat.
- Die große Duellszene (vier gegen vierzig), wo man in den Vorschauen nur etwa 25 % der gesamten Sache gesehen hat. Athos geht großartig mit dem Degen um und er hat die einzige, wunderbar gewählte Zeitlupen-Einstellung in der gesamten Szene! Toll anzuschauen.
- Die großartigen Drehorte! Als jemand, der selbst einige davon besucht hat, fühlt man da ganz stark mit. Und obwohl ich das große Privileg hatte, für einen Tag in Würzburg dabei sein zu dürfen, konnte ich erst jetzt im fertigen Film so einige der Puzzleteilchen endgültig zusammensetzen und kombinieren, da ich dort natürlich nur Fragmente beim Dreh zu sehen bekam.
- Die Luftschiffe und weitere Anachronismen haben mich wenig gestört. Ausnahme: Zweites Luftschiff, dazu mehr unter den negativen Punkten.
- MM war bestechend als Athos und ich habe in einigen Szenen mit ihm sehr mitgelitten. Vor allem bei den Vorgängen, die auf Schloss Weissenstein gedreht wurden und dann auf dem Luftschiff, als er am Abzug der Pistole war...
- Fast genauso eine Offenbarung war RS als Porthos!
- CW als Richelieu, klassisch gut und gewohnt stark.

Negatives: - Leider war der 3D Effekt nicht durchgängig gleichmäßig. Mal war er sehr gut vorhanden und dann wieder fast gar nicht, bzw. verschwand nahezu gänzlich.
- Charaktere wie Cagliostro (Til Schweiger), und auch Planchet hätte man von mir aus gerne weglassen können, sie waren kaum von Nutzen und nur dazu da, eine Art gekünstelten Humor einzubauen, der nicht echt und nicht aufrichtig rüberkam. Da Cagliostro aber direkt mit Porthos interagierte, drücke ich da mal beide Augen zu....
- MJ war einfach nur anstrengend. Sie ist keine gute Schauspielerin, auch wenn sie sich hier redlich Mühe gab, wirkte sie stets wie ein steifes Püppchen, das man krampfhaft versuchte, gut in Szene zu setzen. Einer der Fehler von Anderson, was aber zu erwarten war.
- Zu meiner Überraschung blieb LE als Aramis ein gutes Stück hinter seinen Musketier-Kollegen zurück. Er konnte dem Charakter kaum seinen Stempel aufdrücken, was ich aber teils auf Dinge zurückführe, auf die ich noch zu sprechen komme.
- Alle Actionszenen mit MJ drin waren für mich ein klares No go. Ob es sich um die Szene mit den fliegenden Projektilen in den venzianischen Gewölben ("Indiana Jones" lässt grüßen), der Kampf auf dem Palastdach mit den Wachen (Zeitlupe Korsage-Kostümrock-Sprung) oder den Sprung vom Dach hinunter auf den Balkon der Königin handelte, um dort dann die Juwelen aus deren Schatzkammer zu stehlen ("Verlockende Falle" mit Sean Connery und Catherine Zeta-Jones), es ging Paul W.S. Anderson nur darum, billig die genannten Filme zu kopieren und seine Frau ins rechte Licht zu rücken und damit dem Zuschauer die Wichtigkeit ihrer Rolle zu suggerieren.
- Das zweite, große Luftschiff ("Pirates of the Caribbean", Black Pearl Stil), das war dann doch recht übertrieben, vor allem was die Größe betrifft.
- Die meisten CGI's haben mMn nicht gepasst. Paris hat jedes Mal irgendwie anders ausgeschaut, es war keine klare Linie, kein Konzept ersichtlich. Lediglich ein Sammelsurium von Bildern, die man einfach so reingeschustert hat. Ziemlich merkwürdig, das Ganze. Vor allem mochte ich die Zusätze zur Rathausbrücke von Bamberg nicht, diese Gebäude sahen fürchterlich unpassend aus.
- Leider haben sowohl Anderson als auch Glen MacPherson (DoP) beim Kampf zwischen D'Artagnan und Rochefort auf dem Dach von NotreDame in meinen Augen keine gute Arbeit abgeliefert. Die Perspektiven war schlecht dargestellt, das 3D sah teils ziemlich stümperhaft aus und ich hatte den Eindruck, dass man da mit dem Greenscreen nicht ganz klar gekommen war.
- Anderson hat sich wacker geschlagen, da es sein Erstlingswerk in diesem Genre ist, bin ich zu Kompromissen bereit und verzeihe ihm einige Schnitzer. Dennoch merkt man sehr schnell, dass er ein bisschen überfordert war, er ließ viele Figuren eher in Videospiel-Manier agieren, er verlieh den Sachen kaum Tiefe und Plastizität, und hätte er nicht Darsteller wie Waltz, Bloom und Macfadyen gehabt, die selbst für eine gewisse Charakter-Entwicklung und -präsenz gesorgt hätten, wäre die Sache übel ausgegangen. Deswegen war man auch von Seiten Constantin Film so bemüht, Charakter-Poster und Background-Infos herauszugeben, um über dieses Manko hinwegzutäuschen. Das ist ein nobler Zug und ich erkenne es an, doch erreichen diese Infos (z.B. über Presse, die diese Inhalte kaum in aller Breite weitergibt) nur selten den durchschnittlichen Zuschauer im Kino oder später auf DVD. Der wird dumm gelassen und wundert sich.

Anderson kann alles bei einer Fortsetzung besser machen und darauf baut sich meine Hoffnung!

Natürlich empfehle ich, sich diesen Film anzusehen, weil er ganz einfach unterhaltsam und kurzweilig ist. Man spürt überdies, dass MM (und andere) ihren Spaß beim Dreh hatten, dass sie gerne mit dabei gewesen sind und sich mal durch einen actionreichen Mantel-und-Degen-Film fechten konnten. In diesem Sinne - en garde!

Abkürzungen: MM - Matthew Macfadyen, RS - Ray Stevenson, MJ - Milla Jovovich, LE - Luke Evans, CW - Christoph Waltz. DoP - Director of Photography (Kamera)!


Any Human Heart - Season 1 [2 DVDs] [UK Import]
Any Human Heart - Season 1 [2 DVDs] [UK Import]
DVD ~ Jim Broadbent
Wird angeboten von comedyfactory
Preis: EUR 14,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mal wieder solide Arbeit der Briten, 5. August 2011
Im Verfilmen solcher Vorlagen sind die Briten beinahe unschlagbar. Hier liegt das gleichnamige Buch von William Boyd zugrunde, das durchaus autobiografische Züge enthält.

Der Lebensweg eines Mannes durch das 20. Jahrhundert - und kaum etwas wird ausgelassen. So bunt, so reich bebildert und so erlebnisreich, dass es einem oftmals ein klein wenig zu viel wird.
Darüber schwebt latent das Thema "Sex und Frauen" wie ein roter Faden, vor allem die Frauen, die der Protagonist Logan Mountstuart in einem Rückblick auf eben sein eigenes Leben katalogisiert (dieser Begriff ist hier in einem eher positiven Kontext zu sehen) und die Episoden mit ihnen Revue passieren lässt.

Von den revolutionären 20ern, wo die Röcke kürzer und die Damen deutlich frivoler wurden, über die vielfältigen Abenteuer im Zweiten Weltkrieg und im Spanischen Bürgerkrieg, bis hin zu Begegnungen mit historisch real existierenden Persönlichkeiten wie Ernest Hemingway oder dem Herzog und der Herzogin von Windsor, bis zur sexuellen Revolution Ende der 60er und den Machenschaften der RAF im Deutschland der 70er Jahre wird ein Riesenbogen gespannt.

Dabei bedient man sich dreier Herren (plus ein Kind), um Logan Mountstuart in allen Epochen authentisch darzustellen, nämlich Sam Claflin in seiner Jugend bis zu seiner ersten Ehe, danach kommt Matthew Macfadyen absolut glaubhaft und mit Herzensbrecher-Qualitäten und der alternde Logan wird in einer ebenso großartigen Leistung von Jim Broadbent gespielt.

Macfadyen hat dabei die meiste Screentime und belebt die beiden mittleren Teile mit seiner starken Darstellung, die vor allem in der Handlung rund um die Liebe seines Lebens, Freya (super: Hayley Atwell!), kaum zu toppen ist.
Sam Claflin hat es zu Anfang schwer, in Tritt zu kommen und Mountstuart zu zeichnen, zu charakterisieren. Seine Leistung schmälert das aber nur wenig.
Broadbent mimt den alternden, am Leben fast zerbrochenen Mann ganz hervorragend, ihm kommt dabei die schwere Aufgabe zu, die Rückblicke lebendig zu gestalten und das, was ihm im Alter noch widerfährt, mit Glaubwürdigkeit rüberzubringen.
Gelungen ist ihm das, er wurde dafür auch mit einem RTS-Award und einer BAFTA-Nominierung bedacht.
Leider ist der "deutsche" Teil, in dem es um die Verwicklung Mountstuarts in die Belange der RAF geht, der am wenigsten gelungene. Hier wirkt alles sehr hölzern, aufgesetzt und konstruiert und Broadbent kommt dagegen leider nicht an. Zudem offenbaren sich vor allem zum Schluss hin einige Längen in der Konzeption und im Drehbuch.

BAFTA für das Beste Drama Serial und Beste Original Television Music, bei insgesamt acht Nominierungen. Ebenso für sechs Emmys nominiert.
Absolut sehenswert, wenn man eine Zeitreise durch das vergangene Jahrhundert machen möchte und Fan von handwerklich exzellent gemachtem Brit-TV ist. Manche Kameraeinstellungen sind mehr als superb! Die Riege der Schauspieler ist gleichfalls hochkarätig, also Daumen hoch!
Derzeit keine deutsche Fassung erhältlich. Rezension bezieht sich mehr auf Inhalt und Aussage der Verfilmung, nicht auf die Features der angebotenen DVDs.


Enid New [UK Import]
Enid New [UK Import]
DVD ~ Helena Bonham-Carter
Wird angeboten von nagiry
Preis: EUR 5,35

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Glanzvolles Biopic, 24. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Enid New [UK Import] (DVD)
Das Leben der Kinderbuch-Autorin Enid Blyton verfilmt... mit teils unerwarteten Enthüllungen über die Schriftstellerin, die auch in Deutschland eine Art Kultstatus innehatte.
Der Film zeigt, wie fanatisch, ja fast besessen Enid Blyton von der Schreiberei war, allein die Tatsache, dass sie damals die eigene Zielsetzung von ca. 7000 geschriebenen Wörtern pro Tag hatte (und das auf einer mechanischen Schreibmaschine!), spricht Bände.
Über ihren enormen Ehrgeiz vergaß sie ihre Ehe zu pflegen und ihren Kindern eine Mutter zu sein. Dies nahm zum Teil unvorstellbare Formen an, die nicht nur in einer schmutzigen Scheidung mündeten, sondern generell zeigen, dass Enid Blyton sicherlich an einer massiven Persönlichkeitsstörung litt.
Helena Bonham-Carter hat hier sogar größtenteils Kostüme aus ihren privaten Beständen an und gewann auch den Emmy für ihre Darstellung. Für einen BAFTA war sie nominiert.
Die Ehemänner werden wirklich ausgezeichnet von Matthew Macfadyen (Hugh Pollock) und Denis Lawson (Kenneth Waters) dargestellt, vor allem bekommt man regelrecht Mitleid mit Pollock, den seine Frau augenscheinlich in den Suff getrieben und ihm seine beiden Töchter jahre- wenn nicht gar jahrzehntelang vorenthalten hat.
Großartig die kurze Sequenz, in der man Macfadyen alias Hugh Pollock den während des 2. WK populären Song "Run Rabbit, run" singen hört, bei der Stimme des Mannes einfach umwerfend!
Regisseur James Hawes gelingt die Zeichung der Ära, der Umstände (2. WK) und der Figuren soweit gut, jedoch hetzt man durch die knapp 90 Minuten durch, die Zeit ist für so ein biografisches Werk, ein komplexes Leben wie dieses, einfach viel zu wenig. Wenn man es auf zwei Teile a 90 Minuten oder zumindest aber auf zwei Stunden Film gebracht hätte, wäre der Sache wesentlich mehr gedient. So jedoch bleibt ein ungutes, unvollständiges Gefühl beim Zuschauer.
Natürlich erklärt man viele Dinge mit Freud'schen Hintergründen, mit psychologischer Betrachtungsweise. Was daran wahrheitsgemäß und was fiktiv ist, bleibt allerdings weitgehend ungeklärt.
Der Film ist keine ganz leichte Kost, aber dennoch ansprechend gemacht und anzusehen. Englischkenntnisse vorausgesetzt, natürlich.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 28, 2013 10:47 AM MEST


The Way We Live Now [2 DVDs] [UK Import]
The Way We Live Now [2 DVDs] [UK Import]
DVD ~ David Suchet
Wird angeboten von gameshop_fuerth - Alle Preise inkl. MwSt
Preis: EUR 13,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unterhaltung vom Feinsten, 24. Januar 2011
Man kann den teils ausführlichen anderen Rezensionen kaum noch etwas hinzufügen. Der Mehrteiler ist auf alle Fälle absolut empfehlenswert und ich denke, ein Muss für alle Fans von Kostüm- und Perioddramen.
Alle Begebenheiten spielen zwar im viktorianischen England (allein die Kostüme sind eine wahre Pracht), könnten aber genausogut ins Heute und Hier eins zu eins übertragen werden.
Liebe, Machtstreben, Intrigen, technischer Fortschritt, soziale und gesellschaftliche Zwänge, finanzielle Nöte, Betrug und sonstige Skandale - fast scheint das Füllhorn ein bisschen voll der Klischees, aber zum Glück kommt dies in dieser Verfilmung gar nicht mal so geballt rüber.
Nachdenklich stimmt die Verfilmung trotzdem, auch wenn der Unterhaltungwert schon recht groß ist, so vernimmt man durchaus die sozial-kritischen Untertöne. Regisseur Yates ist ein hervorragendes Werk gelungen, ebenso dem Drehbuch-Schreiber, der das Original von Trollope entsprechend umgearbeitet hat.
Schauspielerisch glänzt vor allem natürlich David Suchet als Auguste Melmotte, ihm stehen Shirley Henderson als seine naive, blind verliebte Tochter und der hinreißende Matthew Macfadyen in der Rolle des verwöhnten und reichlich blasierten Sir Felix in nichts nach.
Gewöhnungsbedürftig ist allerdings der "amerikanische" Akzent von Miranda Otto als Mrs. Hurtle, das klingt einfach zu gekünstelt und falsch.
Ab und zu hat die Verfilmung Längen, die nicht hätten sein müssen, die aber kaum ins Gewicht fallen, weil man sich fast durchgängig gut unterhalten fühlt.


Emily Brontë's Sturmhöhe - Wuthering Heights (1998)
Emily Brontë's Sturmhöhe - Wuthering Heights (1998)
DVD ~ Robert Cavanah
Preis: EUR 6,97

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Düster und depressiv, 13. Dezember 2010
... aber das liegt ja durchaus in der Absicht der literarischen Vorlage.

So wurde es hier sogar geschafft, den Roman in den allermeisten Handlungszügen umzusetzen, eine Kunst bei einer Laufzeit von etwas unter zwei Stunden.
Regisseur Skinner gelingt es gut, die passende Atmosphäre zu erzeugen, auch die wenigen "hellen" Szenen (z.B. zwischen Catherine und Hareton) lässt er sehr gegensätzlich zu allem anderen teils in gleißendem Sonnenlicht spielen.

Die Darsteller sind durchdacht besetzt, auch wenn ich persönlich Robert Cavanagh nicht als die Idealbesetzung des Heathcliff halte.
Die Erzählweise war mir manchmal etwas zu abgehackt und schwer nachvollziehbar, vor allem vielleicht für Leute, die das Buch nicht kennen.

Besonders hervor tut sich der junge Matthew Macfadyen in seiner ersten Rolle in einer historischen Literaturverfilmung, knapp 24 Jahre alt, mit der Darstellung des Hareton Earnshaw. Eine Nebenrolle, die irgendwie auffällt.

Wenn man also ein wenig auf Werktreue hält und es dennoch auf den Punkt gebracht haben möchte, ist diese Verfilmung durchaus okay. Mir ist es halt - wie erwähnt - etwas zu wenig "mit Verbindung" erzählt und umgesetzt.


Robin Hood [Director's Cut]
Robin Hood [Director's Cut]
DVD ~ Cate Blanchett
Preis: EUR 4,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Indifferent, 6. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Robin Hood [Director's Cut] (DVD)
Im Prinzip ist der Ansatz, mal die Geschichte von Robin Hood im Vorlauf der sonst üblichen Geschichte zu erzählen ja nicht schlecht.
Und dieser Ansatz ist hier auch teilweise gelungen. Historische Korrektheiten und/oder unglaubwürdige Szenen mal ausgenommen, gelingt fürs Erste ein sehr ansprechendes Bild. König Richard ist hier mal nicht der ständig strahlende Gutmensch und dies trifft die reale Person wohl in der Tat besser als jede andere Robin Hood Verfilmung davor.
Auch dass damals das Kriegshandwerk Schwerstarbeit und ein überaus dreckiges Handwerk war und mitnichten mit dem allseits lustigen Pfeil- und Bogenschießen vergangener Filme zu tun hat, wird gut rausgearbeitet.
Viele Charaktere und Figuren aus der uns bekannten Robin Hood Geschichte werden jedoch hier entweder stark vernachlässigt oder nur kurz angerissen, so z.B. Guy of Gisborne (den es in der Version gar nicht gibt) oder aber der Sheriff of Nottingham, den man hier nur durch die starke Präsenz seines Darstellers Matthew Macfadyen wahrnimmt und der ansonsten komplett untergegangen wäre. Von ihm gibt es aber mehr in den Deleted Scenes zu sehen, zum Glück.
Unglaubwürdig - leider - wirkt die Liebegeschichte zwischen Robin und Marian, Russell Crowe agiert hierbei viel zu hölzern und es gelingt ihm kein bisschen die nötige Stimmung zu erzeugen.
Cate Blanchett ist eine sehr starke Marian, die selbst die Dinge recht gut im Griff hat.
Ganz wundervoll finde ich Max von Sydow als Sir Walter Loxley, eine unglaublich intensive und hervorragende Darstellung.
Es gibt teils tolle Kamerafahrten und schöne Landschaftsaufnahmen, das macht aber andere Schwächen kaum wett. Die Story wirkt halt arg konstruiert und einiges ist historisch völlig unhaltbar.
Bei den Massenszenen erweist sich Ridley Scott dann wieder als sehr souverän, das ist wirklich sein Ding.
Ich bin mit sehr geringen Erwartungen in den Film gegangen und war insofern dann nicht sonderlich enttäuscht, in einigen Aspekten sogar positiv überrascht. Crowe jedoch finde ich einfach nicht passend, so leid es mir tut. Für diese Rolle ist er zu alt, zu wenig pfiffig, zu wenig romantisch (wenn es drauf ankommt). Er muss hier höllisch aufpassen, dass ihn nicht Leute wie Mark Strong - und eben Altmeister Max von Sydow sowieso - mit Leichtigkeit überstrahlen, was wie gesagt fast sogar einem Macfadyen in einer Acht-von-hundertvierzig-Minuten-Rolle gelungen ist.
Ich gebe dennoch drei Sterne, der Film hat definitiv Unterhaltungswert und mit etwas Goodwill übersieht man die weniger schönen Dinge daran.
Director's Cut mit um einiges längeren Szenen (was schon in der Normalversion sich oftmals unnötig zieht), die DVD dann auch mit den bereits erwähnten Deleted Scenes, die wiederum teilweise schon sehenswert sind.


Die Säulen der Erde (Special Edition, 5 Discs)
Die Säulen der Erde (Special Edition, 5 Discs)
DVD ~ Matthew Macfadyen
Wird angeboten von glaskunst-bastick
Preis: EUR 9,89

52 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Man kann es kaum besser machen, 27. Oktober 2010
Gleich eines voraus: Ich bin kein Mitarbeiter der ProSieben/SAT1-Gruppe! Und trotzdem gefällt mir dieser TV-Mehrteiler. Eine internationale Co-Produktion unter Federführung der deutschen Tandem Communications, die man so lange nicht gesehen hat. Wünschenswert wären mehr Produktionen dieser Art und Qualität, dann würde die deutsche TV-Landschaft wieder an Niveau gewinnen.

Das Buch von Ken Follett wurde sehr gut bearbeitet und umgesetzt, auch wenn einige Änderungen notwendig waren, aber das ist ja bei jeder Literaturverfilmung so. Hier stimmt so ziemlich alles, der Cast, das Drehbuch, der Regisseur, die Art der Umsetzung. Unvermeidlich natürlich etliches an CGIs, aber das gehört mittlerweile halt zum Standard und man kann sich Filme ohne wohl auch nicht mehr vorstellen.

Die Rollen sind äußerst durchdacht bis nahezu perfekt besetzt, allerdings hätte ich mir Regan Hamleigh noch hässlicher gewünscht und nicht nur ein hübsches Gesicht mit einem moderaten Feuermal versehen. Die Beziehung zu ihrem Sohn gestaltet sich hier als sehr interessant und der psychologische Effekt ist nachvollziehbar.

Wunderbar Haley Atwell als Aliena of Shiring, Rufus Sewell als Tom Builder, David Oakes als William Hamleigh (sehr vielversprechender Newcomer), Natalia Wörner als Ellen und ein herausragender Matthew Macfadyen als Prior Philip, hin und her gerissen zwischen seinem Dienst an Gott und der Kirche und seinem Ehrgeiz, eine große Kathedralen bauen lassen zu wollen, um welchen Preis auch immer. Auch alle weiteren Rollen - teils mit großen Namen wie Donald Sutherland besetzt - sind stimmig und passen in das von Follett vorgezeichnete Bild.

Die Special Edition bietet natürlich weitere Extras, die dem Fernsehzuschauer im November auf SAT1 entgehen. Sehr schöne und ausführliche Darsteller-Interviews und halt die Originalstimmen auf der englischen Tonspur, die leider bei so manchem Darsteller in der Synchronisation arg verfälscht wurden.

Ich kann diese Verfilmung nur jedem ans Herz legen - das ist mal Fernsehunterhaltung vom Feinsten und absolut nachahmenswert!
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 13, 2010 10:32 PM CET


Incendiary [UK Import]
Incendiary [UK Import]
Wird angeboten von nagiry
Preis: EUR 7,10

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eher mittelmäßig... leider, 20. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Incendiary [UK Import] (DVD)
Ich habe das Originalbuch von Chris Cleave gelesen. Und ich habe mich auf die Verfilmung von Sharon Maguire gefreut. Ewan McGregor, Michelle Williams und Matthew Macfadyen in den Hauptrollen - tolle Aussichten!
Doch dann kam alles ein wenig anders. Das Buch wurde sehr stark verändert, so dass es mich fast schon enttäuscht hat. Es sind schwere Lücken in der Handlung, es sind logische Fehler im Film, und das Meiste wird sich dem Zuschauer nur schwer erschließen.
Dennoch hat der Film Potential, vor allem in den leisen Szenen zwischen M. Williams und M. Macfadyen, die teils sehr anrührend sind. Ewan McGregor bleibt in seiner Darstellung eher blass und hintergründig, was ein wenig bedauerlich ist.
Ganz niedlich ist Sidney Johnston als Junge (Sohn der Frau, die namenlos bleibt).
Mir haben etliche Schlüsselszenen und -orte gefehlt, sehe aber da mal großzügig drüber hinweg. Der Film hätte nur zwei Sterne verdient, bekommt aber wegen zwei der drei Hauptdarsteller noch einen Bonusstern hinzu. Mit einem Auge zugedrückt!


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