5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Viele nervige Kleinigkeiten, 22. Mai 2011
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen
[EDIT: Korrektur/Entschärfung beim Punkt IN-Game-Menü, Gesamtbewertung angehoben da ich ursprünglich
den Zusatzinhalt der CE außen vor gelassen hatte und mich nur auf das Spiel beschränkte]
Als Fan des ersten Witcher-Spiels habe ich mich seit der Ankündigung auf den Nachfolger gefreut
und diesen in der CE vorbestellt, da ich einen Hersteller unterstützen möchte der eine halbwegs
realistische Einstellung zu DRM hat und (nach damaligen Angaben) eine auf den PC zugeschnittene
Version anstelle einer Konsolenportierung - pardon, Parallelentwicklung - ausliefern wollte.
Vorab: Grafik, Musik und Sprecher (ich nutze die englische Version) sind gut, und die Story will ich
auf jeden Fall bis zum Ende miterleben. Technisch habe ich bisher nur ein Problem erlebt: der Ton in
einer Sequenz, in der vergangene Ereignisse erzählt werden während gezeichnete Bilder die Erzählung
veranschaulichen, stockt furchtbar.
Im Gegensatz zum Vorgänger sehe ich jedoch nicht daß ich Teil 2 mehrmals anspielen werde um
unterschiedliche Verzweigungen der Story zu probieren, und das liegt ganz einfach daran, daß
Witcher 2 eine auf Konsolen zugeschnittene Steuerung sowie diverse unnötige Einschränkungen
und nervige "Minispielchen" enthält:
Das In-Game-Menü
Per Tastendruck wird ein Menü aufgerufen, das optisch ansprechend ist, vom Design her aber so gestaltet
daß es mit einem Stick schneller zu bedienen ist als mit Tastatur und Maus. Die Auswahl der Magie-
Zeichen geschieht über dieses Menü ("Schnellzugriff" genannt - Tastendruck, mit der Maus den Unter-
punkt anfahren, das Zeichen anfahren und klicken - früher hat ein Tastendruck gereicht). Die Alternative
ist das Drücken der Taste "3", die nacheinander durch die 5 Zeichen wechselt.
Alles toll wenn die Eingabemöglichkeiten sich auf wenige Tasten beschränken, auf den üblichen
Tastaturen mit 100+ Tasten ist es einfach nur Schwachsinn.
[EDIT: Es gibt Tasten zum direkten Auslösen der Zeichen, diese liegen aber ungünstig weit rechts -
wenn man diese auf 1-5 verlegt muss man das Ziehen der Schwerter wieder umlegen etc.
Die Standardbelegung ist unpraktisch]
Die Richtungstasten
Wie heute üblich wird Geralt mit den W/A/S/D-Tasten gesteuert, wobei W und S in Spielen mit 1st Person
oder Schulterkamera-Perspektive mit "vorwärts" und "rückwärts" assoziiert werden. Bereits während der
einführenden Missionen gibt es jedoch ein Minispiel das an eine geskriptete Sequenz anschließt, und
in dem W "Oben" und S "Unten" bedeutet. Aufgrund der Kameraperspektive drückt man also auf die
"Rückwärts"-Taste, um auf dem Bildschirm "vorwärts" auf den unteren Bildschirmrand zuzulaufen.
W bedeutet an dieser Stelle übrigens den sofortigen Tod, zum Glück wird kurz vorher automatisch
gespeichert.
Das Kampfsystem
Taktischer soll es sein, aber die Planung aus dem Vorgänger ist einem actionlastigen Geklicke gewichen.
Zur Vorbereitung auf einen Kampf einen Trank nutzen? Geht nicht so ohne Weiteres!
Trinken kann man nur über den Menüpunkt "Meditation", und meditieren kann man nicht immer und überall.
In einigen Foren loben andere Spieler das neue System, für mich ersetzt man aber das stimmige Vorgehen
aus dem Vorgänger (Geralt ist ein Meisterkämpfer, dem man Ziele und Kampftaktik vorgibt) durch
einen Arcade-Modus.
Mehr Klicks
An verschiedenen Stellen muss Geralt stupide körperliche Arbeit verrichten, z.B. das Spannen und
Ausrichten einer Ballista, das Öffnen eines Tores etc. Dies geschieht durch schnelles und häufiges
Klicken der linken Maustaste innerhalb eines Zeitlimits - wer Finger und Maus genug malträtiert
(erkennbar an einem kleinen Balken, der sich mit Farbe füllt) hat die Aktion erfolgreich beendet.
Spielspaß geht anders.
Quick-Time-Events
Auffällig war hier insbesondere der erste Kampf, denn Geralt bestreiten muss wenn er aus dem
Kerker flieht. Zwei Wächter kommen in die Zelle, den ersten schlägt man mit der normalen Kampf-
technik nieder (linke Maustaste = schnelle, schwache Schläge, rechte = langsame aber starke),
für den zweiten Gegner startet aber ein QTE in dem man zu den richtigen Zeiten per W/A/S/D
Schläge und Tritte austeilen muss. Der Übergang von einem Kampf zum anderen ist fließend und
hat zumindet mich beim ersten Mal deshalb auch unvorbereitet getroffen. Warum hier überhaupt
mit QTEs gearbeitet wird erschließt sich mir nicht.
Ich bedauere diese Änderungen, denn sie treten immer wieder störend in den Vordergrund und reißen
mich aus der eigentlichen Story heraus. Wie bereits geschrieben werde ich das Spiel durchspielen,
weitere Durchläufe sind zweifelhaft, und ein Witcher 3 wird sicher nicht automatisch vorbestellt.