Profil für Asbacher > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Asbacher
Top-Rezensenten Rang: 81.449
Hilfreiche Bewertungen: 987

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Asbacher (Co)

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
Diablo III - [PC/Mac]
Diablo III - [PC/Mac]
Preis: EUR 30,08

987 von 1.094 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Der tiefe Fall eines Klassikers..., 17. Juli 2012
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Diablo III - [PC/Mac] (Computerspiel)
Nach mehr als 2 Monaten möchte ich auch meine persönliche Rezension zu dem Spiel abgeben. Die Rezension ist leider etwas länger ausgefallen, aber wer sie nicht lesen will und/oder sich seine Meinung bereits gebildet hat muss das ja auch nicht.

Ich habe das Spiel über 150 h gespielt (auch Inferno) und denke, dass ich mir ein ganz gutes Bild von Blizzard`s neustem Machwerk gemacht habe. Ich werde das Spiel im Folgenden immer wieder mit dem Vorgänger vergleichen, da für mich Diablo 2 der Maßstab ist, an dem sich der neuste Teil der Reihe messen lassen MUSS.

I. Die Grafik:

Sie ist typisch für Blizzard und bereits ab Erscheinen nicht mehr auf dem neusten Stand. In Aktion geht die Grafik jedoch in Ordnung. Ein paar Polygone mehr hätten sicherlich nicht geschadet, aber so ist es auch kein Aufhänger und die Effekte sind teils auch schön anzusehen. Mir persönlich ist das Spiel jedoch etwas zu bunt. Der etwas düstere Stil welcher vor allem im ersten Teil klasse war, ist leider in die Richtung WOW abgedriftet, aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

II. Der Online Zwang:

Bei Diablo 3 gibt es keine Möglichkeit mehr, dass Spiel offline zu zocken. Auch ein LAN-Modus ist nicht mehr vorhanden. Auch wenn dies bereits vorab angekündigt war, ist es für mich kein Grund es gut zu finden bzw. nicht zu kritisieren. Warum?

- Ohne Internet-Zugang hat man auch als Diablo-Fan keine Chance mehr das Spiel zu 'genießen'.
Und auch in der heutigen Zeit gibt es auf dieser Welt (auch in Deutschland) noch Gegenden, in welchen keine, oder nur schlechte Internetverbindungen angeboten werden.

- Blizzard schafft es anscheinend nicht, die Serverprobleme komplett in den Griff zu bekommen. Erst vor 2 Tagen musste ich das Spielen wieder abbrechen, da die Lags so massiv waren, dass ein Zocken nicht mehr möglich war. Die vielen Fehlercodes mit denen man als Spieler zu Beginn wochenlang zu kämpfen hatte, sind zwar stark reduziert, aber es kommt immer noch vor das man mit einer kryptischen Fehlermeldung aus dem laufenden Spiel geworfen wird und die Quest von vorne beginnen darf.

Die Begründung Blizzards für die Notwendigkeit des Online-Modus um Cheater fernzuhalten ist eine Farce, da bereits Tage nach dem Release dutzende von Cheats und Hacks im Umlauf waren, welche die Spielbalance sehr zu ungunsten einzelner Spieler verschoben haben und zum Teil noch immer im Umlauf sind.

III. Das Spiel:

Es gibt 5 verschiedene Charakterklassen, welche sich auch recht unterschiedlich spielen lassen. Auch wenn die Klassen noch nicht perfekt ausbalanciert sind, hat Blizzard hier meiner Meinung nach ganz gute Arbeit geleistet. Zusätzlich hat man noch die Möglichkeit sich einen NPC-Begleiter zuzulegen. Als Neuerung gibt es zwei Handerwerkerklassen, den Schmied und den Juwelier. Der Juwelier übernimmt den Job des Horadrim Würfels aus D2, nur dass das Kombinieren zu besseren Edelsteinen jetzt Geld kostet. Allerdings ist es nun auch möglich Juwelen aus gesockelten Items wieder zu entfernen, was ich sehr gut finde. Der Schmied lohnt leider kaum, da das Craften von Items sehr teuer ist und durch die Zufallsgenerierten Eigenschaften ein Glücksspiel. Beide Handwerksklassen können in ihrem Handwerkslevel verbessert werden, um bessere Edelsteine herstellen und bessere Gegenstände schmieden zu können. Die Truhe, in welcher Gegenstände aufbewahrt werden können, wurde im Vergleich zum Vorgänger vergrößert und kann außerdem durch zusätzlichen Goldeinsatz erweitert werden. Auch das finde ich gut.

Das Spiel selbst beginnt recht flüssig und zieht einen zu Beginn auch schnell in seinen Bann. Das Monster Verhauen macht nach so langer Diablo Abstinenz einfach wieder Spaß. Das sich die Klassen nach dem MMORPG-Prinzip wie Tanks und Damage-Dealer spielen ist für ein "Hack-and-Slay" Spiel jedoch unpassend. Die Zwischensequenzen sind Blizzard-mäßig auf sehr hohem Niveau und schön anzusehen. Die Story ist nicht überwältigend und oft vorhersehbar, aber es gab schon schlechteres. Nach ca. 10-20 h hat man das Spiel je nach Spielweise auf dem ersten Schwierigkeitsgrad durchgespielt und kann den nächsten angreifen.
Quest-Belohnungen bestehen leider fast nur noch aus Erfahrungspunkten und Gold (ab und an auch Items). Attributpunkte, Punkte für den Skill-Tree oder sonstige Belohnungen wie in D2 gibt es nicht mehr zu erringen. Die Dungeons sowie die 'Oberwelt' variieren nicht mehr so stark zufallsgeneriert wie im Vorgänger. Es gibt sehr viele Passagen welche unverändert bleiben, was das Spiel bei erneutem Durchspielen langweiliger werden lässt, als das noch bei D2 der Fall war.

IV. Der Multiplayer-Part:

Der Chat im Spiel wurde auf ein Minimum heruntergefahren. Statt eines großzügigen Chats mit diversen Funktionen wie in D2 gibt es lediglich ein kleines Chatfenster, in welchem man nicht mal mehr sieht wer grad alles online ist. Die maximale Anzahl an Spielern in einem Spiel wurde von 8 (Diablo 2) auf 4 Spieler begrenzt. Für mich ein Manko, da ich in D2 oft mit Freunden zu acht unterwegs war. Des Weiteren ist es nicht mehr möglich, Spiele mit einer Beschreibung zu eröffnen. Tritt man einem Multiplayer Spiel außerhalb der Friendlist bei, wird man nach dem Zufallsprinzip in irgendein offenes Spiel der angewählten Quest geschmissen. Aufgrund der fehlenden Beschreibung sieht man nicht, welche Klassen auf welchem Level in dem Spiel bereits vorhanden sind und ob die Spieler überhaupt die gewünschte Quest spielen oder z.B. nur Gold farmen. Somit verkommt die Suche nach der passenden Party oft zu einem 'Spielgehobse'. Man kuckt rein, stell fest es passt nicht, geht raus, tritt dem nächsten Spiel bei, springt bei Nichtgefallen wieder raus usw. Das nervt denjenigen, der ein Spiel sucht und jene, welche ein Spiel eröffnet haben.

Kurz und knapp: Die bereit gestellten Multiplayerfunktionen sind für ein reines Online Spiel ein Witz. Durch den stark reduzierten Chat und die zufällige Spielzuordnung fällt es schwerer als im Vorgänger Kontakte zu knüpfen. Aus meiner Sicht im Vorgänger wesentlich besser gelöst.

V. Das Skill-System:

a.) Der aus dem zweiten Teil bekannte Skill-Tree, welcher die Charakterentwicklung in bis zu 3 verschiedene Richtungen erlaubt hat, wurde komplett entfernt. Zum Verständnis für Leute die D2 nicht kennen: Der Skill-Tree hatte für jeden Char 3 verschiedene Richtungen, bei der Zauberin zum Beispiel Frost-, Blitz- und Feuerzauber. Für jede Richtung gab es diverse Skills welche Levelabhängig freigeschalten werden mussten und anschließend mit Punkten welche man bei Levelaufstieg oder durch Quests erhielt verstärken konnte. Dadurch konnte jeder Char individuell gestaltet werden, da man die unterschiedlichsten Fertigkeiten ausbilden konnte. Einmal festgelegt, konnten die gewählten Skills nicht mehr rückgängig gemacht werden. Dies hatte zwar durchaus ein gewisses Frustpotential, da man seinen Char dadurch auch 'verskillen' konnte, führte jedoch auch dazu, dass man immer wieder motiviert war, neue Richtungen auszuprobieren und einen neuen Charakter zu beginnen.

Wie ist es bei D3? Bei jedem Levelaufstieg werden ja nach erreichter Stufe festgelegte Skills AUTOMATISCH freigeschalten. Diese können durch bis zu 5 verschiedene Runen je Skill, welche ebenfalls bei einem Levelaufstieg AUTOMATISCH freigeschalten werden verfeinert werden und dann auch munter immer wieder während dem Spiel gewechselt werden. Die von Blizzard vielen verschiedenen Möglichkeiten der Skillung stellen sich als Trugbild heraus, da es auch in D3 (ähnlich wie in D2) für jeden Char nur eine Handvoll brauchbare Skills gibt, will man auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad bestehen, bzw. seinen Char perfektionieren.
-> Charakterindividualisierung? FEHLANZEIGE!

b.) Die erhaltenen Attribut Punkte bei einem Level-Aufstieg können nicht mehr wie bei den Vorgängern nach eigenem Belieben auf Vitalität, Geschicklichkeit, Stärke und Mana verteilt werden, sondern werden je nach gewählter Klasse vom System AUTOMATISCH verteilt. Der Spieler wird dadurch weiter unnötig eingeschränkt.
-> Charakterindividualisierung? FEHLANZEIGE!

Kurz und knapp: Für mich ist dieser Punkt eine herbe Enttäuschung und einer der Gründe warum dieses Spiel absolut keine Langzeitmotivation mehr hat. Alle Charaktere einer Klasse auf demselben Level sind ABSOLUT identisch und unterscheiden sich nur noch durch die angelegte Ausrüstung. Es gibt somit auch keinen Grund mehr, z.B. 2 Barbaren hoch zu leveln, da beide sich nicht unterscheiden. Langzeitmotivation durch das Testen der verrücktesten Charakterskillungen und das Entwicklen verschiedener individueller Charaktere wie in D2? Nicht vorhanden! Dass die Höchststufe von Lvl99 auf Lvl60 gesenkt wurde, ist ebenfalls kein Zugewinn für die Langzeitmotivation, da man Lvl60 bereits nach relativ kurzer Zeit erreicht hat.

VI. Ausrüstung, Droprate und Attribute:

- Die Ausrüstung:
Wie bereits bei D2 gibt es die gewohnten Item-Kategorien: Weiße (Normale) Items ohne magische Eigenschaften, Blaue (magische) Items mit ein paar magischen Eigenschaften, Gelbe (Seltene) Items mit noch mehr magischen Eigenschaften und die aus den ersten Teilen heiß begehrten Unique Items sowie Set-Items.
Problematisch ist, dass die Eigenschaften der Items wahllos zusammen gewürfelt werden. Somit kann es sein, dass man einen schönen Bogen für die Dämonenjägerin findet, welcher plötzlich mit Stärke (absolut unbrauchbar für diese Klasse) und Charakterspezifischen Eigenschaften ausgestattet ist, welche nur andere Klassen nutzen können, welche mit einem Bogen aber wiederum nichts anfangen können. Kurz und knapp: Es ist ein reines Glücksspiel, mal ein Item zu finden, welches dann auch genau die Eigenschaften hat, welche für dieses Items wünschenswert sind. Auch die Unique Items haben jetzt fast nur noch Schrottwert, da auch sie zufällige Eigenschaften haben und keine festgelegten Grundstats mehr wie in D2.

Auf der anderen Seite ist Ausrüstung in Diablo 3 ALLES. Einen guten Char unterscheidet von einem sehr guten Char NUR die angelegte Ausrüstung. Die Wahl der genutzten Skills spielt bei der richtigen Ausrüstung überhaupt keine Rolle mehr. Wer behauptet, dass er mit einer schlechten Ausrüstung einem Spieler mit guter Ausrüstung nur über die Wahl der Skills das Wasser reichen kann der flunkert.

- Die Droprate:
Leider ein absoluter Witz, da brutal verringert. Ich habe in 150 h Spielzeit 3 (drei!) Unique Items gefunden. Durch die zufällig verteilten Eigenschaften auf die Items waren alle 3 unbrauchbar und wurden beim Schmied eingeschmolzen. Brauchbare Rare Items habe ich fast nur im Auktionshaus bekommen. Set-Items habe ich kein einziges gefunden.

- Die Attribute:
Das Attributsystem wurde vereinfacht. Es kommt in D3 eigentlich nur noch auf 3 Attribute an: Leben, Resistenzen, Schaden pro Sekunde. Hier hätte man etwas mehr draus machen können und zumindest Waffenschaden von Zauberschaden trennen können.
Ich verstehe jedenfalls nicht, warum mein Zauberer plötzlich einen wesentlich stärkeren Feuerzauber wirken kann, wenn ich ihm statt einem Schweizer Taschenmesser eine riesige Doppelschneidige Barbarenaxt in die Hand gebe.

Kurz und knapp: Die Langzeitmotivation eines D2, welches darin bestand Set-Items zu vervollständigen, sowie die besten Uniques und Rares zu finden ist hier nahezu komplett zerstört, da man oft auch nach Stundenlangem Farmen KEIN EINZIGES brauchbares Item findet und der 'Belohnungseffekt' ausbleibt. Die weitere Vereinfachung der allgemeinen Spielmechanik finde ich als Befürworter komplexerer Spiele bei eh schon unkomplizierten Spielen wie der Diablo Reihe ungünstig, aber das ist Geschmackssache.

VII. Die Schwierigkeitsgrade:

Normal: Sehr einfach, laut Blizzard aber auch nur das 'Tutorial', quasi um in das Spiel einzusteigen (Ein Tutorial über 10-20h?).
Albtraum: Immer noch einfach, sterben tut man quasi nur selten
Hölle: Ab hier wird's dann auch hin und wieder mal knifflig, aber immer noch gut zu meistern.
Inferno: Und ab hier geht's richtig ab: Ist Akt 1 noch halbwegs spielbar, wird es ab Akt 2 wirklich nicht nur schwer, sondern einfach nur noch unfair. Das Spiel weist hier absolut kein Balancing mehr auf und um bereits vorzugreifen, ohne die Nutzung des Diablo eigenen Auktionshauses ist ein flüssiges weiterspielen ab hier quasi unmöglich.
Aufgrund der (automatisch und oft unfair) zusammengestellten Eigenschaften der Champion Mobs sowie des extremen Schwierigkeitsgrads (2-3 Treffer und man ist tot) stirbt man sich meist nur noch durch um irgendwie zum nächsten Check-Point zu gelangen, oder man kitet sich durch (Gegner angreifen, wegrennen, kurz angreifen, wegrennen, usw. -oft minutenlang- bis der Gegner oder man selber tot ist). Mit Spielspaß, bzw. einem 'Hack-and-Slay' hat das ab diesem Zeitpunkt dann überhaupt nichts mehr zu tun. Die hohen Reparaturkosten für die Ausrüstung geben einem letztlich den Rest.

Für alle die jetzt sagen: 'Dann spiel halt kein Inferno wenn du es nicht schaffst!' WÜRDE ICH JA GERNE! Leider finden sich aber erst ab Inferno die wirklich brauchbaren Gegenstände um seinen Char zu verbessern. Die Items auf Normal, Albraum und Hölle kann man ab Inferno leider total vergessen. Der Spieler wird also gezwungen, wenn er denn besser werden will, Inferno zu spielen, ODER im Auktionshaus einzukaufen, worauf ich als nächstes zu sprechen komme.

VIII. Das Auktionshaus:

Zuerst mal gibt es zwei Arten des Auktionshauses:
- Das Gold-Auktionshaus. Hier können Spieler gegen im Spiel gefundenes Gold Gegenstände kaufen und verkaufen. Das klingt erstmals prima, ist es jedoch nicht. Grund hierfür sind diverse Bugs, Cheats und Hacks, welche Milliarden von Gold in Umlauf gespült haben und die kaufbaren Items immens verteuert haben. Folge? Otto-Normal-Spieler kann sich keine sehr guten Items mehr leisten, da teils aberwitzige Millionenpreise gefordert werden, für welche man wochenlang nur Gold farmen müsste. Spielspaß hierbei? Gleich null.
- Das Echtgeld-Auktionshaus:
Spieler könnten ihre Items gegen Bargeld direkt im Spiel kaufen/verkaufen. Ja Blizzard hat aus D2 und dem florierendem Ebay-Handel gelernt, und will nun auch einen Teil vom Kuchen abhaben. Deshalb zwackt es auch für jeden verkauften Gegenstand 1 Euro in den Blizzard-Eigenen Geldbeutel ab. Das führt jetzt auch zu meinem eigentlichen Kritikpunkt am Spiel, der offensichtlich wird, sobald man Inferno erreicht hat. Dieses Spiel ist kein Diablo mehr, sondern eine von Blizzard entwickelte Gelddruckmaschine, um welches schändlicherweise das Diablo Universum als Deckmantel errichtet wurde.

Ja wenn man etwas erreichen will im Spiel, muss man Inferno spielen und dort hat man nur noch wenige Möglichkeiten:
- man hat unglaubliches Glück und findet die Items welche man benötigt um durch Inferno zu wandern selbst (Ein 6er mit Zusatzzahl im Lotto ist wesentlich wahrscheinlicher)
- man gehört der Hackergilde an und ist in der Lage sich sein Gold/seine Items selber zu schaffen bzw. zu besorgen
- man ist Otto-Normal Spieler und deckt sich im Auktionshaus ein. Dabei kann man die langweilige und absolut nervige Variante, ohne jeglichen Spielspaß wählen und sich sein Gold erfarmen. So um die 100.000 Gold schafft man schon in der Stunde, macht dann also für ein 10 Mio. Item mal eben 100 Stunden stupides Goldfarmen. Und dann hat man erst EINS von vielen Gegenständen, welche der Char benötigt. Ja oder man kauft sich Gold und Gegenstände einfach gegen (viel) Bares und erfreut Blizzard. Somit mutiert D3 zu einem reinen 'Pay2Win', und es wird klar, warum wie bereits oben angesprochen Ausrüstung einfach ALLES ist in diesem Spiel. Weil Blizzard kräftig verdienen will!

Kurz und knapp: Der Grundgedanke des Autkionshauses ist eigentlich nicht verkehrt, es ist allerdings die komplette Fixierung des Spiels auf das AH was stört. Oder anders ausgedrückt: Diablo 3 hat kein Auktionshaus, sondern das Auktionshaus hat Diablo 3. Der Spieler wird bewusst und unbewusst dazu verleitet, bzw. gezwungen diese Einrichtung zu nutzen, will er denn SCHNELL Erfolg im Spiel haben.
Klar kann man theoretisch auch ohne AH auskommen, der Weg ist dann allerdings wesentlich steiniger und länger, und hat mit Spielspaß wie bereits erwähnt absolut nichts mehr zu tun. Denn dann ist nur noch stupides Stunden-/Tage-/Monatelanges Farmen angesagt.

Und wer der Meinung ist, dass die Drop-Rate ja gar nicht so schlecht sein kann, weil sich so viele super Items im AH befinden: Klaro, Blizzard stellt das Zeug ja auch selber massenhaft rein um Profit zu erwirtschaften, als Spieleentwickler dürfen sie das ja auch und müssen nicht befürchten gebannt zu werden.

Zuletzt gilt: Ein fünfjähriger ohne jegliche Erfahrung mit 'Hack and Slay' kann mit Papas goldener Kreditkarte in kürzester Zeit einen Char aufbauen, welchen ein 'Hack and Slay' Veteran ohne Bargeldeinzahlung in 5 Jahren nicht hinbekommt. Nicht das Können macht's, sondern die Größe des Geldbeutels'

IX. Fazit:

Diablo 3 hat aus meiner Sicht 2 wesentliche Probleme:
a.) Das es nur aus einem einzigen Grund entwickelt wurde: Um dem Spieler möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen und Blizzard sehr viel reicher zu machen. Das Blizzard an seinem Machwerk Geld verdienen will, ist natürlich voll und ganz legitim. Die offensichtliche Art und Weise wie es geschieht ist es allerdings, was mich massiv stört. Hätte Blizzard den Weg über den Spielspaß und die damit verbundene Langzeitmotivation gewählt, und Diablo 3 im Sinne der Spielercommunity entwickelt, wären sie aus meiner Sicht besser gefahren. So wird kurzfristig zwar gutes Geld eingenommen, allerdings brechen aufgrund des mageren Inhalts bereits 2 Monate nach Erscheinen die Spielerzahlen massiv ein. Da muss man mal bedenken, dass D2 heute noch, nach 12 Jahren von vielen gespielt wird! Aus meiner Sicht bei D3 undenkbar, aus meiner Friendlist spielt mittlerweile nämlich schon kein einziger mehr.
b.) Das es sich an seinem Vorgänger messen lassen und dem Jahrelangen Hype (welcher von Blizzard aber auch selbst gesteuert wurde) gerecht werden muss. Hier versagt Diablo 3 aus meiner Sicht jedoch kläglich in allen Disziplinen und kann Diablo 2 in keinster Weise auch nur annähernd das Wasser reichen.

Und dennoch: Bei aller Kritik die ich hier aus meiner Sicht abgebe, ist Diablo 3 sicherlich nicht das schlechteste Spiel des Computerspielzeitalters. Und ich möchte auch nicht den Eindruck entstehen lassen, dass bei den Vorgängern (speziell D2) alles perfekt war. Dies war sicherlich nicht der Fall. Aus meiner Sicht gibt es aber halt doch viele Punkte, welche die Vorgänger einfach besser gelöst haben. Meine persönlichen Gründe hierfür kann ja jeder nachlesen.

Wen also meine Kritikpunkte nicht stören, oder wer den kurzweiligen Spielspaß von 10-20 h sucht und bereit ist, dafür 50 € ausgeben, mag unter Umständen zufrieden sein. Auch wer Spaß daran hat, Stunde um Stunde monoton immer dieselben gleichen Bereiche im Spiel nach Gold und Items abzufarmen, oder einfach nur Bares Geld verdienen will, der ist hier gut bedient. Wer zusätzlich hierzu komplexe Spiele nicht leiden kann und gerne nur mit zwei Fingern und ohne nachzudenken durch ein Spiel rennt (soll hier nicht abwertend gemeint sein), hat hier eventuell sogar sein persönliches 'Spiel des Jahres' gefunden. Auch Spieler die sich abends nur hin und wieder mal hinsetzen und ein paar Monster auf den unteren Schwierigkeitsgraden schnetzeln wollen und keinen Wert auf die perfekte Ausrüstung legen werden hier unter Umständen glücklich.

Jedoch allen passionierten Diablo Spielern und Fans der Vorgänger, welche meinen mit Diablo 3 einen lang anhaltenden und würdigen Nachfolger von Diablo 2 zu erwerben, sowie allen anderen empfehle ich: FINGER WEG VON DIESEM MACHWERK! Ihr werdet mit diesem Spiel nicht glücklich!

Wer jetzt noch fragt, warum ich dem Spiel nur einen Stern in der Gesamtwertung gebe, obwohl ich es über 150 h gespielt habe:
- Weil von diesen 150 h ein Großteil mehr Krampf als Spaß war. Bereits ab dem zweiten Durchspielen flachte aufgrund ausbleibender Erfolgsmomente (keine guten Questbelohnungen, keine guten Items, miese Drop-Rate, langweiliges Skillsystem, Aufbau der Dungeons und Areale nahezu wieder identisch undundund...) die Spielspaßkurve stetig ab.
Warum ich trotzdem weiter gespielt habe? Im Nachhinein eine gute Frage. Ich denke es war die Hoffnung, dass es irgendwann noch besser wird, dass es das nicht gewesen sein kann, dass es einfach unmöglich ist, dass Blizzard es wirklich verhunzt hat.
- Weil ich von Diablo 3 eine wesentlich größere Langzeitmotivation erwartet habe. Ich denke vielen Spielern, welche die Vorgänger gespielt haben, geht es ähnlich.

Zuletzt bleibt mir nur zu sagen: Blizzard hat es also wirklich geschafft und eine beliebte Spielereihe für den kurzweiligen, maximalen Gewinn komplett kaputt gemacht. Für mich bedeutet das: In Zukunft kommt mir ohne gründliche Vorab-Recherche kein Titel mehr von diesem Spieleentwickler ins Haus.

MfG
Kommentar Kommentare (69) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 29, 2014 4:42 PM CET


Seite: 1