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Rezensionen verfasst von
Randolph Rüba
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Bardbarian - Golden Lute Edition
Bardbarian - Golden Lute Edition
Preis: EUR 1,44

4.0 von 5 Sternen Spassiger spielesnack, 22. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bardbarian - Golden Lute Edition (App)
Bardbarian ist ein launiger Mix aus tower defense und shoot em up. Der Clou ist jedoch, dass der Spieler nicht selber schiesst, sondern seine Truppen durch Musik inspiriert. Das erinnert mit dem Metal-lastigen Soundtrack zwangslaeufig an Brutal Legend, doch: besser gut geklaut als.. spielt sich auf jeden Fall sehr fluessig, und hat einen angenehmen Schwierigkeitsgrad. Upgrades und neue Gegnertypen sorgen fuer stetige Motivation. Empfehlenswert!


The Innkeepers - Hotel des Schreckens
The Innkeepers - Hotel des Schreckens
DVD ~ Sara Paxton
Wird angeboten von jp-top-dvd
Preis: EUR 12,45

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Old-School Horror für Genre-Liebhaber, 27. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: The Innkeepers - Hotel des Schreckens (DVD)
The Innkeepers ist ein sehr klassischer, ruhiger Horrorfilm, der sich viel Zeit nimmt, um Atmosphäre und Charaktere aufzubauen und wirken zu lassen. Er enthält wenige wirkliche Schockmomente, weiss diese aber gekonnt in Szene zu setzen. Überhaupt ist der Film ganz wunderbar fotografiert, mit viel Gespür für Einstellungen, Licht-und-Dunkel und Rhythmus. Von der Machart her eher ein Kammperspiel, konzentriert er sich auf wenige Charaktere, und mit denen steht und fällt das Ganze natürlich. Ich habe persönlich sehr viel Sympathie für die Hauptcharaktere entwickeln können - die Langeweile und Routine ihres Kleinstadtdaseins, die Sehnsucht nach etwas Besonderem, und die anrührende Tollpatschigkeit von Hauptdarstellering Sara Paxton, die leider viel zu oft als blonder Kassenmagnet benutzt wird und hier endlich mal ganz uneitel zeigen darf, was sie kann.
Hier kommt jetzt die Crux: In den wirklichen Genuss des Films kommen wahrscheinlich nur Connoisseure, diejenigen, die Filme wie "The Haunting" (Original) und "The Others" zu schätzen wissen. Wer 20 Schnitte pro Minute, blutige Gemetzel und 100 Schockmomente erwartet, wird unweigerlich enttäuscht werden. Er wird sicherlich auch von dem unverständlichen "ab 18" Label bewusst in die Irre geführt. Ich kann also jedem echten Horrorfreund nur raten, die vielen negativen Rezensionen unter "Aufmerksamkeitsdefizitsbedingt" abzuheften und "The Innkeepers" eine Chance zu geben. Eine feine, kleine Perle des Gruselfilms.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 7, 2013 12:49 AM MEST


Pudding Monsters HD
Pudding Monsters HD
Preis: EUR 0,79

5.0 von 5 Sternen a cute n fun headscratcher, 7. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Pudding Monsters HD (App)
Nicht zu schwer, nicht zu leicht, ein sanft ansteigender Schwierigkeitsgrad, Knuddelgrafik und Charme ohne Ende... was will man mehr? Die Zugfahrt ist gerettet!


Watershed
Watershed
Wird angeboten von dutchtoni
Preis: EUR 39,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...wächst mit jedem Hören, 10. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Watershed (Audio CD)
Ich bin erst vor kurzem auf den Opeth-Trichter gekommen, und habe tatsächlich Watershed als erstes Album gehört. Ich musste mir daher erst im Nachhinein ein Bild von der Entwicklung dieser sagenhaften Band machen, konnte dafür aber völlig unvoreingenommen an das neue Werk herangehen.
Opeth wird ja gerne mal in die Prog-Ecke, oder in die Death-Metal-Ecke gestellt. Für mich sind das widersinnige Versuche der Kategorisierung, die alle ziemlich treffsicher am Eigentlichen vorbeigehen: Opeth existieren in ihrer eigenen Kategorie, wie alle großen Bands.
Allein schon der zarte, melancholische Opener "Coil" zeigt das: Akerfeldts Vorliebe für ungewöhnliche Harmonik, sein absolutes Unvermögen, eine kitschige Melodie zu schreiben, das Gefühl für eine sich langsam aufbauende Spannung - unverwechselbar, und nicht nur im Metal-Genre.
Ist "Heir Apparent" weitestgehend noch das, was man von früheren Opeth-Alben her kennt, strebt "Lotus Eater" in ganz andere Gefilde. Die Brüche, die abenteuerlichen Wechsel, und die verschiedenen Stimmungen fügen sich organisch zu einem großen, beeindruckenden Ganzen zusammen. Und bei "Burden" müssen alle, die bei Genesis' "Afterglow" feuchte Augen kriegen, einfach hingerissen sein. Im Outro wechseln sich Akerfeldt und sein neuer Gitarrist Fredrik Akesson mit ihren Soli ab, bis sie in eine wunderschöne, fast schon unverschämt nostalgische twin-guitar-Figur taumeln. Doch damit ist das Album längst nicht erschlossen. Opeth loten auf den weiteren Songs noch mehr Extreme aus; die Musik verflüchtigt sich manchmal fast, um dann wieder mit umso heftigerer Aggressivität geerdet zu werden. Ein ganzer Kosmos an Musik existiert auf diesem Album.
Ich habe Watershed bisher bestimmt um die 50 Mal gehört, und werde seiner nicht müde - es gibt immer neues zu entdecken. Da ich mittlerweile alle Opeth Alben gut kenne, kann ich umso mehr die Entwicklung der Band würdigen. Der Verlust von Martin Lopez wird durch den genialisch-autistischen Martin Axenrot gut aufgewogen, auch wenn Lopez erdiger und funkiger gespielt hat. Es wird, gerade durch den Verlust zweier wichtiger Mitglieder, umso deutlicher, wie wichtig die künstlerische Vision und die so rare Bereitschaft für Veränderungen von Mikael Akerfeldt sind. Ein fast schon schmerzlich bescheidener Ausnahmemusiker und Komponist in jeder Hinsicht - ich bin sehr gespannt darauf, was er als nächstes aus seinem Hut zaubert. Kann es besser als "Watershed" werden? Nun, wenn ich Opeth von Anfang an verfolgt hätte, hätte ich bei fast jedem neuen Album erstmal "nein, das geht nicht besser" gedacht... the sky is NOT the limit, apparently.

Zu der Special Edition: ich fand vor allem die beigefügte Dokumentation hoch interessant, da sie sehr viele Einblicke in die Arbeitsweise der Band bietet. Die Qualität des 5.1-Mixes kann ich leider nicht beurteilen. "Den Staendiga Resan" ist eine sehr nette Dreingabe - ein Song von Marie Fredriksson, der ehemaligen Roxette-Sängerin. Und wer jetzt "huch" denkt oder sagt, sollte schon allein damit verstanden haben, dass Opeth Genre-Grenzen weder kennt noch respektiert.


Burn After Reading
Burn After Reading
DVD ~ George Clooney
Preis: EUR 7,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der tiefschürfendste Flachsinn aller Zeiten, 28. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Burn After Reading (DVD)
Wenn die Coens einen Film machen, lohnt sich grundsätzlich immer das Hinschauen. Selbst wenn sie auf Sparflamme köcheln, wie im überflüssigen Remake der "Ladykilllers", so ist doch immer auf ihren unvergleichlichen Sinn für absurde, hinterhältige Komik Verlass.
Burn after Reading erzählt eine komplexe Geschichte, die konsequent ins Leere läuft. Das ganze Trara um geklaute, hochsensible Daten, Affären, Beschattungen, Konferenzen bis in die höheren Etagen der CIA - es bedeutet am Ende gar nichts, sieht man mal von der geballten persönlichen Tragik der Entwicklung ab. Denn genau darum geht es in diesem Film: er liefert eine hochpräzise Analyse darüber ab, warum Amerika sich selbst so tief in den Dreck gezogen hat und zeigt, wie einzelne Menschen, teilweise natürlich selbstverschuldet, dabei unter die Räder kommen. Eigennutz, Dummheit, Gier, Oberflächlichkeit, das Fehlen jeglicher moralischer Verantwortlichkeit - und alles in einem rasenden Tempo, der die Einzelpersonen immer hinter sich selbst herlaufen lässt (so wie ein - mal wieder glänzend aufgelegter - George Clooney permanent joggen geht, und doch nie da ankommt, wo es am meisten zählt: bei sich selbst).
Und das beste daran: der Film kommt ohne erhobenen Zeigefinger aus, sondern trippelt als leichtfüßige, teilweise brüllend komische Komödie daher. Man muss die tieferen Ebenen nicht erkennen, man kann sich einfach erfreuen, an den pointierten Dialogen, den ausnahmslos tollen Darstellern (eine eiskalte Tilda Swinton, und ein unglaublich stupider aber irgendwie liebenswerter Brad Pitt allen voran), und an den vielen liebevoll entworfenen Details. Und sich den Hintern weglachen, wenn man denn eine Affinität zu absurdem und überzeichnetem Humor hat. Híerin sind die Coens ungeschlagen.

War "The Big Lebowski" ein sorgfältig inszenierter Abgesang auf den Kapitalismus, so ist Burn after Reading eine tragikomische Verdammung von Imperialismus und Größenwahn. Beide Filme nutzen ähnliche Mittel, und beide gehören zu den subversivsten unserer Zeit.


Scream
Scream
Preis: EUR 5,99

12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ganz und gar wunderbar, 25. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Scream (Audio CD)
Eines vorweg: ich bin schlicht und ergreifend begeistert von dieser CD. Endlich mal wieder Musik, bei der man weder Verstand, noch ein gut entwickeltes musikalisches Gehör, noch ästhetisches Empfinden benötigt. Statt dessen gibt es unaufgeregte, gleichförmige Kleinode, zu denen man prima mit den Pobacken wackeln kann, wahlweise aber auch den Abwasch machen oder mal eben zwanzig Minuten den Raum verlassen kann, ohne Angst zu haben, etwas wichtiges zu verpassen. Cornell hätte ja durchaus eine spannende Hip-Hop oder Electro-Platte (oder einfach nur: Pop) machen können, doch dieser Versuchung ist er nicht erlegen - ein Glück, denn sonst könnte man diese entspannend langweilige Musik nicht so schön unbeachtet im Hintergrund laufen lassen. So würzig wie Magerquark, so aufregend wie ein Kaffeeklatsch bei Großtante Klothilde, und so herausfordernd wie eine Solo-Mensch-ärgere-dich-nicht Partie. Ich habe Chris Cornell an anderer Stelle mal einen "Künstler" genannt. Von diesem schwerfälligen, nach Anspruch und Können miefendem Label hat er sich erfolgreich getrennt. Ab heute darf er sich "Timbalands krähender Wichtel #33" nennen und sich in dessen Vorgarten neben all den anderen eifrigen und planlosen Wichteln einreihen. Bleibt nur noch zu hoffen, dass Chris Cornell uns auch in den kommenden Jahren mit Platten von dieser gewöhnlichen und austauschbaren Güte beschenkt - das entlastet den Geldbeutel ungemein.

Ach ja, das Cover ist ganz nett. 'nen Stern dafür.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 22, 2009 10:50 PM MEST


Awake
Awake
Preis: EUR 6,99

10 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Viel Lärm um Nichts, 25. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Awake (Audio CD)
Wer sich als Genrefremder in diesen Seiten tummelt, wird ob der vielen ekstatischen Rezensionen leicht dem Glauben verfallen, dass es sich bei "Awake" um den Höhepunkt der abendländischen Kultur handelt. Um dem gegenüber einen Kontrapunkt zu setzen, möchte ich Folgendes anmerken:
das instrumentale Können der Musiker steht außer Zweifel, ebenso wie die Sorgfalt, die für Komposition und Arrangement aufgewendet wurde. Die Qualität von Musik misst sich jedoch nicht nach "Noten pro Sekunde" oder "Tonart- und Taktwechsel pro Song". Zieht man die barocken Ornamente, mit denen Dream Theater ihre Songs verzieren, ab, dann bleibt oft nicht viel mehr als ein schlechter Toto-Song mit einem schlechten Michael Bolton-Refrain übrig. Addiere ich dann noch LaBries exaltierten Opern-Gesang dazu, dann schlägt bei mir das Kitsch-Meter bedrohlich hoch aus. Wenn der technisch gute Sänger seinen Zuckerguss auf Salzgebäck träufelt, wie im Falle des mitreissenden Openers "6:00", dann geht das noch gerade so gut. Bei anderen Stücken kann ich nur sagen: Diabetiker-Trauma. Leider ist das im Prog-Metal-Genre so üblich: vor lauter Kunstanstrengung kommt meist nur Wullst heraus. Wer damit kein Problem hat, darf zugreifen, denn er findet hier kaum etwas Besseres als Dream Theater. Allen anderen prog-durstigen Kitsch-Allergikern sei Porcupine Tree und Fates Warning (und hier beileibe auch nicht alles!) ans Herz gelegt. Und wer die Black- und Death Metal-Einflüsse akzeptieren kann, sollte am besten gleich zu den famosen Opeth übergehen.
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 26, 2013 2:34 PM CET


Part of Me
Part of Me
Wird angeboten von Sonic-Sound (Preise inkl. MwSt.)
Preis: EUR 19,59

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Hearing is disbelieving..., 19. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Part of Me (Audio CD)
Mal sehen... alle Erwartungen herunterschrauben, nicht an vergangene Alben denken, offen bleiben... was höre ich?
Simple 80er plipp-plopp Sounds, einen Beat, den jeder billige Drum-Computer als Preset hat, einen Refrain, den auch ein 12-Jähriger nach 1 Monat Gitarrenunterricht hinbekommt, einen Text, der unserem alternden Rockstar, der super gerne mal eine coole Hip-Hop-Sau wäre, böse entgleist ist, und... darf man vor dem Hören von der albernen, aalglatten und seelenlosen Pose auf dem Single-Cover auf das alberne, aalglatte, seelenlose Pop-Geblubber im Inneren schließen? Ja, ganz offensichtlich. Wer Timbalands Produktionskünste hier lobt, hat, offen gesagt, keine Ahnung von dem, was eine gute Musikproduktion ausmacht. Ich höre lieber, in Anlehnung an John Cages wunderbare Einsicht, eine leere Dose die Straße herunterrollen als diese unerträgliche und peinliche Midlife-Crisis-Vertonung. Und die Frage bleibt: wo hat dieser freche Betrüger mit dem schlecht angeklebten Bart die Leiche von Chris Cornell vergraben?


The Life Pursuit
The Life Pursuit
Wird angeboten von rockpile19
Preis: EUR 15,80

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Musik zuhören, und nicht den eigenen Erwartungen!, 21. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: The Life Pursuit (Audio CD)
Belle and Sebastian sind endgültig erwachsen geworden. Ist das schlecht? Nein, wenn die Songs nicht in Professionalität und Routine ersticken. Und das tun sie hier keineswegs. So sehr ich das Unvollkommene anfangs mochte - die leicht windschiefen Gesänge, die verstimmten Blockflöten, die Unbedarftheit und den schüchternen Gestus - so sehr schätze ich auch mittlerweile, dass B&S endlich auch die Fähigkeit haben, ihre nach wie vor umwerfenden Songs ebenso umwerfend zu spielen. Lyrisch ist Stuart Murdoch auf der Höhe seiner Kunst ("ghost figures of past, present, future haunting the heart", "little miss plucky, pluck your eyebrows for the crowd"), musikalisch macht die Band einen virtuosen Rundumschlag, der die Stilmittel der Popmusik der 60er lückenlos und erfolgreich ins Jetzt transportiert, und die Sorgfalt der Arrangements ist in einem sehr schönen Sinne altmodisch und deswegen höchst willkommen (hier sollte man nach wie vor keine glattgebügelte, keimfreie Klangwelt erwarten - zum Glück).
Muss man jetzt den "alten" B&S hinterher weinen? Kann man, natürlich. Ich erfreue mich lieber an dieser wunderschönen Platte, denn solch eine bewegende, freundliche Popmusik ist sehr rar, während unbeholfene Schülerbands in jeder Turnhalle dieses Landes zu besichtigen sind.


Into the Wild - Die Geschichte eines Aussteigers
Into the Wild - Die Geschichte eines Aussteigers
Preis: EUR 6,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein perfektes, kleines Album, 21. Dezember 2008
Als ich hörte, dass Eddie den Soundtrack zum neuen Film von Sean Penn macht, war mir ohnehin klar, dass ich ihn blind kaufe. Trotzdem - oder gerade deswegen - habe ich überhaupt nichts erwartet. Wie schön war die Überraschung dann: lauter Kleinode, auf den Punkt gespielt, ohne Schnörkel, "nur" tolle Songs, die auf die nötigsten Instrumente reduziert eingespielt wurden. So kommt hier besonders gut zur Geltung, was man meist nur bei Pearl Jams Liveauftritten gut zu hören bekommt: Eddie Vedders wandlungsfähige, manchmal schmerzlich expressive Stimme. Um einen besseren Rocksänger zu finden, muss man schon weit reisen.
Setting Forth ist ein herrlicher Einstieg, evoziert dringlich weites Land und einen Neuanfang. No Ceiling ist ein legerer Spaziergang begleitet von einem stolpernden Banjo, Far Behind zeigt Eddies Liebe zu The Who, Rise ist wunderbarster Folk. Bei Long Nights kann man fast das Knistern des Lagerfeuers hören und die seltsamen, ängstigenden Formen in den umgebenden Schatten sehen, Tuolumne ist dann wieder folkiges, sonniges, wenn auch leicht wehmütiges Westerngitarrenpicking. Hard Sun bietet eine gelungene Coverversion, ebenso wie Society, das durch Eddies zitterndes Timbre unglaublich eindringlich wirkt. The Wolf ist dann ein einsames Heulen in der Nacht, End of the Road ein Ankommen im Bewusstsein, dass die Straße morgen weitergehen wird. Tja, und dann kommt Guaranteed, das für mich schwächste Lied der Platte - ausgerechnet dieses ist Grammy-prämiert, was mehr über die Grammies als über Eddie Vedder sagt. Aber selbst schwacher Eddie Vedder ist meilenweit besser als das, was sonst auf die Grammy-Bühne gelassen wird.
Ein kurzes, kleines Meisterwerk, dass einen wegen seiner Knappheit hungrig zurücklässt.


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