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Rezensionen verfasst von
K. Nagel (Erlangen)

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Strauss: Der Rosenkavalier (Gesamtaufnahme)
Strauss: Der Rosenkavalier (Gesamtaufnahme)

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurzweilig, 13. September 2005
Zunächst zu den Sängerleistungen: Regine Crespin ist von der Ausgestaltung der Rolle eine der feinsten Marschallinnen auf Platte, die Stimme an sich ist allerdings nicht jedermanns Geschmack (Kesting nennt es "Essig in der Stimme"). Yvonne Minton ist ein sehr dramatischer Octavian, die mit ihrer für schon in den Sopranbereich hineinreichenden, vollen Stimme fast schon zu viel des Guten im Kontrast zu Crespin ist. Helen Donath als Sophie ist eine perfekte Besetzung. Jungwirth bringt den Ochs sehr derb und läßt das Buffo-Element (vorzüglich bei Kurt Moll) etwas zu kurz kommen. Unter den Nebenrollen finden sich zwei Altstars gegen Ende ihrer Karriere (Otto Wiener als Faninal und Anton Dermota als Wirt) sowie ein damals noch recht junger Luciano Pavarotti mit einer der besten Darbietungen der italienischen Arie in einer Gesamtaufnahme.
Den endgültigen Ausschlag für einen großartigen Rosenkavalier gibt aber Georg Solti, der niemals auch nur den Ansatz von Zuckerbäckerei aufkommen läßt, aber dennoch mit den vorzüglichen Wiener Philharmonikern die Feinheiten der Partitur nirgends übersieht. Jeder Akt ist ein kurzweiliger Sturm der Handlung, ohne jedoch irgendwo gehetzt zu wirken.
Die Aufnahme ist ohne die für Bühnenaufführungen vorgesehenen möglichen Kürzungen, was viele Hörer zwar begrüßen werden, jedoch hier und da eine gewisse Länge hervorruft (die Schilderungen der diversen Frauentypen durch den Baron im 1. Akt z.B.).
Klanglich ist dieser Rosenkavalier ebenfalls tadellos, besser als man es nach dem Aufnahmedatum 1969 erwarten könnte.
Fazit: einer der besten Rosenkavaliere, den man bei nur geringen Einschränkungen bedenkenlos kaufen kann.


Die schönsten Bahnstrecken Deutschlands 2: Heidekrautbahn [VHS]
Die schönsten Bahnstrecken Deutschlands 2: Heidekrautbahn [VHS]

3.0 von 5 Sternen Sehr kurz und sehr langsam, 28. Dezember 2004
Die Strecke an sich ist eine reizvolle Heidelandschaft. Die Bahn fährt allerdings nahezu durchgängig sehr langsam, wohl auch bedingt durch die alle km kreuzenden unbeschrankten Bahnübergänge (bei denen es sich mehr um Feldwege handelt). Entsprechend wird auch mindestens einmal pro Minute gepfiffen. Dazu steht praktisch jedes Signal auf Halt und dazwischen geht's auch nicht schneller, weil dann schon wieder ein Bahnhof kommt. Die Videospielzeit ist für die Serie außerordentlich kurz (andere Strecken sind knapp 3 mal so lang), insofern ist diese Ausgabe nur hartgesottenen Fans zu empfehlen.


Sinfonie 9
Sinfonie 9
Preis: EUR 11,11

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zur Problematik des Finales und der Vervollständigungen, 14. Dezember 2004
Rezension bezieht sich auf: Sinfonie 9 (Audio CD)
Vorneweg: ich nehme an, keiner kauft diese Aufnahme als einzige der ersten 3 Sätze, denn da ist die Konkurrenz nun wirklich groß, darunter famose Aufnahmen wie die von van Beinum oder Furtwängler. Deshalb zur Final-Problematik folgendes:
Nur die Exposition klingt halbwegs ausgearbeitet. Vor allem das 3. Thema ist aber schon den Eintritt in den Final-Torso wert, ein so wahrhaft kaiserliches Thema findet sich nicht mal in der 8. Symphonie. Die Durchführung wird schon sehr dünn, noch dünner die Reprise und eine originale Coda fehlt völlig (zumindest in dieser Aufnahme; es soll wohl geringe Skizzen geben) .
Bisher ist keine der vervollständigten Versionen ein Satz von echt Brucknerscher Inspiration. Das ist auch kein Wunder, wenn man bedenkt, wie langsam Bruckner gearbeitet hat, durch jahrelanges Überarbeiten des Materials. Aus den vorliegenden Frühskizzen läßt sich allerdings zumindest eine aufführungsfähige Fassung konstruieren, die die halbwegs fertigen und aussagekräftigen Teile verbindet. Dies ist Samale und Mazzucca in ihrer hier dargebotenen ersten Fassung recht gut gelungen. Der Satz hat also nur einige wenige geniale Original-Momente, ist aber ansonsten Bruckner-ähnlich und die völlig neu geschriebene Coda überzeugt sogar in ihrer gelungenen Zusammenstellung der Themen des Finales und aus dem ersten Satz und es kommt fast schon etwas Ekstase auf. Gewarnt sei nebenbei vor Carragan, dessen Vervollständigungsversuch nahezu nirgends idiomatisch ist. Ganz anders Samale/Mazzucca, denen Satz und Harmonik außerordentlich typisch sogar für späten Bruckner gelungen sind.
Man kann nur hoffen, daß sich nach der Begeisterung um Harnoncourts Fragment-Vorlesung (die Fragmente alleine sind völlig unaufführbar, insofern ist die Aufnahme an sich wertlos) doch noch dieses vervollständigte Finale (bzw. dessen aktualisierte Version) durchsetzt. Nicht weil es ein vollständig inspirierter Brucknersatz ist, sondern weil die Symphonie ohne den Satz noch mehr ein Torso ist wie mit.
4 Sterne für die Finalversion nach Samale/Mazucca, 5 Sterne für die Aufnahme mit den sehr gut spielenden Frankfurtern unter Inbal, der engagiert und energisch die Untiefen der Vervollständigung verschleiert.


Klavierquartette
Klavierquartette

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Superlatives Kammermusikspiel, 14. September 2004
Rezension bezieht sich auf: Klavierquartette (Audio CD)
Ich habe nahezu alle großen Kammermusiktruppen in Aufnahmen und live gehört, aber was diese 4 Musiker im Alter von (zum Zeitpunkt der Einspielung) gerade mal 23, 24, 32 und 36 an Gestaltungskraft, Werkdurchdringung, Ensemblespiel und Farbigkeit im 3. Quartett abliefern, sucht seinesgleichen! Jede Phrase ist ideal geformt, die Balance der Streicher untereinander und mit dem Klavier zusammen perfekt. Die Streicher spielen auch im Gegensatz zu vielen, v.a. amerikanischen Ensembles wesentlich feiner, so daß sich mal nicht ständig die Stege biegen und dafür mehr Zwischentöne anzutreffen sind. Gerade das für Brahms so wichtige sotto-voce Spiel ist maßstabsetzend. Dieser Brahms wird abwechselnd außerordentlich kontemplativ (fast schon wie ein fin-de-siecle Werk) und äußerst forsch, also mit großen Gegensätzen gespielt.
Das 2. Quartett ist (außer im Trio) in der Darbietung nicht so überlegen wie das 3., aber dennoch sehr gut (wenngleich Richter und das Borodin-Quartett maßstabsetzend bleiben).
Unverständlich, daß diese Truppe offenbar nur zeitweise zusammenspielt und die einzelnen Mitglieder noch solistischen Lehrtätigkeiten nachgehen. Den Reiseensembles mit großen Namen, v.a. aus Amerika, können sie locker das Wasser reichen.
Zusammen mit dem lächerlichen Preis, 78 min. Spielzeit und der hervorragenden Klanqualität ist diese CD ein ganz seltenes Schnäppchen.


G.F. Händel: Wassermusik, Feuerwerksmusik, Concerti Grossi [UK-Import]
G.F. Händel: Wassermusik, Feuerwerksmusik, Concerti Grossi [UK-Import]
Wird angeboten von Music-Shop
Preis: EUR 37,88

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schönes Vermächtnis, 10. August 2004
Dieses CD-Set besteht aus Einspielungen der Wassermusik und der Feuerwerksmusik unter Neville Marriner und allen Concerti grossi op 3 und op 6 unter Iona Brown.
Es ist ein Jammer, daß Hänssler, von denen die Aufnahmen stammen, nicht auch die Wasser- und Feuerwerksmusik durch Iona Brown dirigieren ließ. Denn Marriners Interpretation ist die schlechteste der 3, die er bisher vorgelegt hat, flott und oberflächlich, geradezu lustlos. Ganz anders die Concerti grossi unter (Frau) Brown. Hier wird mit einer Rasanz und rasiermesserscharfen Phrasierung musiziert, die in der Händel-Discographie auf modernen Instrumenten ihresgleichen sucht (Hogwood kann mithalten, verwendet aber historische Instrumente). Die Academy spielt in historisch idiomatischer Spielweise, aber auf modernen Instrumenten. Eine blendende Kombination, die einen von seltsamen Lauten von Originalinstrumenten verschont und dennoch das barocke Klangideal nicht entscheidend verfälscht. Man höre nur den ersten Satz aus op 3/1 oder den aus op 3/6, um zu erkennen, was für fantastische Interpretationen hier tlw. gelungen sind, viele Sätze sind das beste, was in der Barockmusik auf modernen Instrumenten jemals eingespielt wurde.
Der Klang ist etwas zu direkt, was manche Instrumente (insb. Flöten, Oboen) tlw. überlebensgroß erscheinen läßt und außerdem den Gesamtsatz etwas zerteilt und Melodien die Dominanz nimmt. Insgesamt entspricht er aber völlig heutigem Standard.
Die Marriner-CD also weglegen (oder verschenken ;-) ) und sich an den Spitzenaufnahmen der Concerti grossi zum Discountpreis freuen. Ein schönes Vermächtnis der im Juni 2004 im Alter von nur 63 Jahren an Krebs gestorbenen Iona Brown.


Smetana: Má Vlast
Smetana: Má Vlast
Preis: EUR 13,99

5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Völlig überbewertet, 2. April 2004
Rezension bezieht sich auf: Smetana: Má Vlast (Audio CD)
Diese Aufnahme gilt als eine der besten dieses Zyklus', ein Verdikt, daß man nur mit der Vorliebe der Kritik für Aufnahmen bei besonderen Anlässen erklären kann. Sicher war es ein großer Moment, als Kubelik nach 41 Jahren, in fortgeschrittenem Alter und zur Eröffnung des Prager Frühlings wieder in Tschechien dirigierte, zumal die Tschechische Philharmonie, der er 5 Jahrzehnte vorher noch als Chefdirigent vorstand.
Die Aufführung spiegelt jedoch diese Rahmendaten nicht wieder. Die Tempi schleppen fast durchweg und das Spiel ist ständig leicht verkrampft, so als ob das Orchester sich der Bedeutung des Ereignisses bewußt war, das aber als Belastung empfand. Soll diese Stählernheit etwa Nationalismus darstellen ? Nur die "Moldau" und "Sarka" sind wirklich befriedigend, die letzten 3 Stücke "Aus Böhmens Hain und Flur, Tabor und Blanik" entbehren jedoch jedes Höhepunktes, ein Umstand, der für ca. 40 Minuten Musik am Stück sehr ungünstig ist.
Es gibt eine ganze Reihe anderer Aufnahmen der Tschech. Philharmonie von diesem Werk, die erheblich besser sind. An erster Stelle würde ich den unterbewerteten Vaclav Smetacek empfehlen, dessen 1980 ebenfalls im vorgerückten Alter eingespielte Aufnahme ich bei der CD ebenfalls rezensiert habe.


Mein Vaterland
Mein Vaterland
Preis: EUR 13,85

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Famos, 14. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Mein Vaterland (Audio CD)
Smetaceks Aufnahme hat es nie zu der Bekanntheit der berühmtesten dieses Werkes, allen voran der 5 Stück mit Kubelik, gebracht. Zu Unrecht, wie diese Veröffentlichung zeigt. Smetacek findet den Charakter jedes einzelnen Teils der Dichtungen mit herausragender Sicherheit, von lyrischer Schönheit zu Beginn von Vysehrad über große Dramatik in den Stromschnellen der Moldau oder in Sarka, großartiger Mondscheinstimmung in der Moldau ebenso wie dem flirrenden Sommer in Böhmens Hain und Flur, bis hin zu feurig böhmischer Spielfreude in den Polkastellen und dem Schluß von Blanik. Das alles findet man z.B. in Kubeliks übertrieben hochgelobter 1990'er Aufnahme nicht ansatzweise. Smetaceks Aufnahme ist eine der besten des Kataloges, zumal die Tschechische Philharmonie hier mit außerordentlicher Virtuosität spielt.
Leider verlangt der Klang nach Toleranz. Die Aufnahme entstand im klangtechnisch sehr problematischen Rudolfinum und dessen Charakteristik ist hier deutlich zu bemerken. Der Klang ist etwas glanzlos, undifferenziert verwaschen, entfernt, und die Pauken dröhnen unerbittlich. Am ehesten läßt sich das ganze mit einer mittelprächtigen Aufnahme aus den 60'ern vergleichen, nur mit weniger Rauschen und weicherem Bass.
Wer aber aufgrund der interpretatorischen Bedeutung gewisse klangliche Kompromisse eingehen kann (unerträglich ist's nun auch nicht), erhält ein "Mein Vaterland", wie es sich Smetana gewünscht haben muß, echte symphonische Dichtungen voll von Schönheiten, Abwechslungsreichtum und Lebendigkeit, und ohne eine ständige Stählernheit, die in vielen anderen Aufnahmen den Nationalismus darstellen soll.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 21, 2012 11:07 PM MEST


Orchestersuiten 1-4, BWV1066-69
Orchestersuiten 1-4, BWV1066-69
Preis: EUR 13,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Solide Empfehlung, 28. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Orchestersuiten 1-4, BWV1066-69 (Audio CD)
Marriners Ouvertüren sind in den gemäßigten Teilen tatsächlich etwas zu flüssig, das typisch pompöse fehlt völlig. Die schnellen Mittelteile und praktisch alle Tanzsätze haben jedoch enorme Vitalität, die Tempi sind dabei auch nicht schneller als es heute die Norm ist.
Der Klang könnte etwas satter sein, aber die an authentische Intrumente gewöhnte Fraktion findet ihn wahrscheinlich völlig im Rahmen (diese Aufnahme ist natürlich auf modernen Instrumenten).
Alles in allem eine sehr gute Aufnahme mit nur geringen Mängeln, die man bedenkenlos kaufen kann, zumal alle Suiten auf eine CD passen.


Furtwängler - Sinfonie Nr. 2
Furtwängler - Sinfonie Nr. 2
Preis: EUR 13,57

5 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen 80 min. Grauen, 5. Dezember 2003
Rezension bezieht sich auf: Furtwängler - Sinfonie Nr. 2 (Audio CD)
Furtwängler mag ein guter Dirigent gewesen sein; als Komponist war er jedoch (bis vor kurzem) zu Recht vergessen. Diese Symphonie weist so ziemlich alle Schwächen auf, die man sich vorstellen kann:
-kaum gute Themen
-abgeschmackte Weiterentwicklungen derselben
-formell kaum greifbar (ein ständiges auf und ab im Moderato-Tempo)
-viel zu lang
-nicht sonderlich gut instrumentiert
-grauenhafte moderate Dissonanzführungen a la Hindemith.
Furtwängler als Komponist wird ja gerne mit Bruckner verglichen. Das ist nicht nur ziemlich daneben (klingt eher wie "Brahms meets Hindemith"), sondern es hätte wahrscheinlich auch der Inhalt des Papierkorbs von Bruckner, von oben nach unten runtergespielt, ein besseres Ergebnis gebracht als diese Symphonie ;-)
Warnen kann man auch gleich vor Furtwänglers "Symphonischem Konzert", das nur geringfügig kürzer aber ähnlich unerträglich ist.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 25, 2013 3:50 AM CET


Sinfonien (Gesamtaufnahme) / Orchesterwerke
Sinfonien (Gesamtaufnahme) / Orchesterwerke

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über große Strecken sehr gut, 13. November 2003
1+2.: Werke, bei denen Inhalt und Länge in krassem Mißverhältnis stehen, eher Studiensinfonien. Die Tonaufnahme der 2. klingt dazu wie aus einer Telefonleitung, alle Frequenzen über 5000 Hz abgeschnitten.
3.: (Werk: ***) Interpretation **** sehr schöner 1. Satz, sehr gut gespielt; der 2. Satz ist dagegen wieder reichlich langatmig (komponiert), der 3. arg leichtgewichtig.
4. **** ein sehr schönes Werk - bis auf den unmöglichen langsamen Satz, der einer endlosen Tannhäuser-Fantasie gleicht. Pesek und die wunderbar weich klingende Tschech. Philharmonie gelingen aber die restl. Sätze ausgezeichnet.
5. ***** Neben der 8. die schönste Dvorak- Sinfonie, unberechtigerweise aber nicht sehr bekannt. Erneut bringt Pesek mit der Tschech. Philh. den Spagat zwischen lyrischer Kantabilität und klassischem Brio perfekt. Die beste Aufnahme der Sinfonie im Katalog.
6. **** Der 1. Satz ist zu langsam. Allegron non tanto Viertel=132, Pesek nimmt 120. Un poco piu animato 132 statt 144 usw. Dadurch ist der Satz fast durchgängig schleppend. Die immer etwas schlecht hörbaren Hörner verschwinden stellenweise völlig. Auch der 2. Satz ist langsam, das wunderbare Spiel der Tschech. Philharmonie hält ihn aber gut zusammen. Das Scherzo ist etwas zu mechanisch. Das Finale hat dann unerhörtes Brio, genau was man im 1. Satz vermißt hat. Leider wird hier der Klang sehr scharf.
7. ***** Wunderbar tschechisch schönklingende Interpretation (das engl. Orchester klingt wie die Tschech. Philharmonie!), eine Wohltat für alle, die das Werk nur scharf und dramatisch runtergespielt kennen.
8. ***** Wohl die beste Einspielung im Katalog, mit einer außerordentlichen Bandbreite des Ausdrucks zwischen feinster Lyrik und großer Feurigkeit. Orchestral wiederum herausragend.
9. *** ziemlich hölzern, aber eine gute weitere 9. wird wohl jeder noch im Schrank haben.
Tschech. Suite: (Werk: ***) Interpretation: ***** Anfangs eher Brahmsisch, aber ganz nett. Der Mittelteil der Polka ist als Trailer von "3sat Musik" bekannt. Die Tschech. Philharmonie macht das beste aus diesem Werk.
Mein Heim-Ouvertüre: klingt stark nach Beethoven, oberflächlicher Bombast; mit auf der CD, die nach Telefonleitung klingt.
Scherzo capriccioso:** viel zu wohlerzogen gespielt, der Charakter als orchestrales Schaustück geht vollkommen verloren
In der Natur-Ouvertüre: im Stil von Beethovens Pastorale, aber endlos langweilig
Karneval-Ouvertüre: ***** Einer der größten Reißer der Orchestermusik, in einer Liga z.B. mit Glinkas Ruslan und Ludmilla-Ouvertüre; hier herausragend gespielt, genau mit der richtigen Mischung aus Rasanz, Bombast und Verinnerlichung.
Othello-Ouvertüre: sehr gesichtsloses Werk
Amerik. Suite: Bearbeitung einer Klaviersuite, ganz unterhaltsam, aber doch eher leichtgewichtig, tlw. mit dem altväterlichen Charme von Salonmusik.
Berücksichtigt man den niedrigen Preis, die empfehlenswerteste Gesamteinspielung der Sinfonien mit nur wenigen Schwächen und meist ganz gutem Digitalklang.


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