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Rezensionen verfasst von
Achim Reis
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The Dogs Are Parading-the Very Best of
The Dogs Are Parading-the Very Best of

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen meine persönliche cd des jahres 2010, 8. Januar 2012
ich kaufte die cd eigentlich mit der erwartung, ähnlich grooviges material wie in den oceans 11, 12, 13 filmen zu hören. beim ersten anhören dann war ich erstmal sehr überrascht, da ich nicht wirklich einen mir bekannten david-holmes-stil erkennen konnte. kaum der erwartete g-funkige, witzige gangstergroove. im gegenteil: eher ein ungewohnt hoher anteil elektronischer sounds, auf der zweiten CD sogar weitgehend gesangsfreie elektonikmusik. erstmal enttäuschung, da die CD beim anhören in geselliger runde eben nicht die stimmung verbreitet hat, die ich mir von der musikalischen david-homes-untermalung gewünscht hätte.

einige tage später hörte ich allein in einer völlig anderen situation auf einer längeren autofahrt mal ganz entspannt und ohne erwartung die cd an. die setzte sich dann mit einer derartig melodiösen musikalischen dichte und intensität äußerst angenehm sofort in meinem ohr fest, dass sie mein fahrzeug mehrere wochen nicht mehr verlassen hat. david homes groovt auch auf dieser cd ganz unglaublich, aber auf eine völlig neue art. die CD ist wie ein guter wein mit viel charakter: man braucht eine weile, um ihn zu ergründen, hat aber dann ein ungleich tieferes und langanhaltenderes vergnügen . sie wird auch genau wie ein guter wein nicht jedem gefallen, aber manchen umso besser.

den musikstil kann ich nicht näher eingrenzen, zum einen wegen der vielfältigkeit der arrangements, zum anderen wegen ihrer originellen eigenständigkeit. die zweite, elektronischer betonte CD des doppelalbums gefällt mir bis heute nicht. für die erste Cd alleine lohnt jedoch allein der versuch jederzeit die anschaffung.


Shake your Life: Der richtige Mix aus Karriere, Liebe, Lebensart
Shake your Life: Der richtige Mix aus Karriere, Liebe, Lebensart
von Ralph Goldschmidt
  Audio CD
Preis: EUR 39,90

5.0 von 5 Sternen Grandios unterhaltsam !, 14. November 2011
Von diesem Hörbuch war ich in erster Linie überrascht. Inhaltlich und formal. Man findet keine verkrampft zurechtgebogenen Parabeln, in die der Autor dann seine Lehrinhalte presst. In erster Linie ist dieses Hörbuch unterhaltsam. Und sogar spannend. Es lebt von tollem Wort- und Dialogwitz. Die Sprechstimmen sind alle sehr lebensecht eingesprochen. Die Gespräche entwickeln sich natürlich und lassen sich entspannt verfolgen. Vor allem die Stimme der Hauptperson Bruno, dem Barkeeper, ist kernig-markant und sehr angenehm. Die Produktion ist von hoher Klangqualität und sehr ausgewogen abgemischt. Es wird ein eleganter Rhythmus gewoben zwischen den eher betont unterhaltsamen Passagen in Brunos Bar und den philosophisch-lebenspraktischen Gedanken des Barkeepers.

Der Barkeeper, ein leicht altkluger, witziger und geistig sportlicher Typ beobachtet gern verschiedene interessante Gäste in seiner sehr stilvollen Cocktailbar. Er beginnt gezielt Gespräche und lernt einige Leute und deren Lebenssituationen kennen. Diese Gespräche behandeln Lebensbereiche, welche die meisten von uns mehr oder weniger gut aus ihrem eigenen Leben kennen. Das Anhören der Gespräche in Brunos Bar führt unweigerlich zur Selbstreflexion über das eigene Leben. Ebenso unweigerlich wird Bruno die nicht immer glatt und erfolgreich verlaufenden Gespräche mit einem Monolog krönen, in dem er seine Meinung über Ursache und Behebung des jeweiligen Problems kundtut. Diese Meinung enthält oft konkrete Handreichungen und praktische Tips, erhebt aber keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit. Auch der erhobene Zeigefinger ist nicht zu finden.

Die Entwicklung der Gespräche und Charaktäre ist so spannend gemacht, dass man die beratenden und "lebenshelfenenden" Aspekte des Buches/Hörspiels im positiven Sinne kaum wahrnimmt. Die unweigerlich stattfindende Selbstreflexion beim Verfolgen der Geschichten lässt die Lerninhalte des Buches ganz ohne eigenes Zutun automatisch wirken. Und das, finde ich, ist große Autorenkunst.


Anathem: Roman
Anathem: Roman
von Neal Stephenson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein typischer Stephenson !, 10. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Anathem: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mit diesem Roman ist es wie mit vielen Dingen: man braucht eine Weile, um sich daran zu gewöhnen. Hat man einmal gelernt, damit umzugehen, kann man kaum verstehen, wie man vorher ohne zurecht kam.

Zu Anfang des Romans braucht man ein oder zwei Stunden, um sich die eigens für diese Utopie geschaffene Terminologie anzueignen und muss des öfteren im Glossar nachschlagen. Hat man diese Einarbeitungsphase gemeistert, übt die Geschichte wie die anderen Werke von Stephenson eine subtile Faszination aus, die einzigartig ist. Die Stärke des Buches ist nicht nur die fantastische Geschichte, die detailliert erzählt wird, sondern die präzise, pointierte Art, mit der Stephenson die humoristischen und dramatischen Akzente setzt. Es stellt sich kaum die Frage, ob der Handlungsrahmen gerade mehr oder weniger Spannung erzeugt. Vielmehr findet der Autor mit seinem Gespür für Pointen an jeder beliebigen Stelle Mittel, um den Leser blendend zu unterhalten und bei der Stange zu halten. Auch wenn die Handlung gegen Ende des Buches recht martialisch voranschreitet und der Autor auch große erzählerische Gewalt im Sinne klassischer Space Opera einbringt, so steht doch niemals die Action im Vordergrund des Lesevergnügens. Stephenson greift hier und da auf klassische Motive der SF zurück, entwickelt sie aber unnachahmlich neu und vermeidet jedes Klischee.

Eine kleine Schwäche des Romans könnte man darin sehen, dass an einigen wenigen Passagen die fiktiven (natur-)philosophischen Dialoge etwas geschwätzig und unschlüssig dahinplätschern. Das wird von der Selbstironie, mit der immer wieder damit umgegangen, größtenteils ausgeglichen. Außerdem: wo gehobelt wird, da fallen Späne.

Vorsicht: ich bin tatsächlich großer Fan des Autors. Deswegen ist meine Kritik sicher ein wenig rosa gefärbt. Schon Snowcrash, Diamond Age oder Cryptonomicon fand ich bahnbrechend. Falls jemand zum ersten mal Stephenson liest, würde ich eines von den ersten drei Werken empfehlen, die genauso gut sind wie Anathem, aber wesentlich zugänglicher. Wer einigermaßen anspruchsvolle utopische Literatur zur Unterhaltung schätzt, der hat mit Stephenson einen Schatz ausgegraben. Und das vorliegende Buch war vielleicht mein größter Lesespaß in diesem Jahr. Dabei ist erst März !


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