ARRAY(0xad0b3e88)
 
Profil für 'Buchwelten' > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von 'Buchwelten'
Top-Rezensenten Rang: 4.350
Hilfreiche Bewertungen: 367

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
'Buchwelten' "Literaturblogbetreiberin" (NRW)
(VINE®-PRODUKTTESTER)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Roter Mond: Roman
Roter Mond: Roman
von Benjamin Percy
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Ein guter Roman, der am Schluss ein wenig nachlässt, 9. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Roter Mond: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die jugendliche Claire Forrester erlebt ein ganz normales Teenager-Dasein mit “langweiligen Eltern”. Zumindest lebte sie in diesem Glauben, bis zu jenem Abend, an dem Agenten der Regierung die Türe ihres Hauses eintreten und ihre Eltern umbringen. Claire ergreift die Flucht und sie kann sich den Übergriff nur damit erklären, dass sie eine Lykanerin ist, ein Mensch, der außerdem das Wesen eines Wolfes in sich trägt. Die meisten Lykaner leben ein ruhiges, normales Leben, gehen ihren Jobs nach und unterdrücken das Virus durch Medikamente. Allerdings gibt es auch jene mit Beziehungen, die das Medikament nicht nehmen, dennoch “gute” Blutproen vorweisen können und aber weiterhin einen “klaren” Kopf haben, denn Volpexx macht u.a. träge und dösig.

Für Patrick Gamble steht ein Wandel an. Seit frühester Kindheit beim Vater aufgewachsen, muss er nun zu seiner Mutter umziehen, die er kaum kennt. In seiner frühesten Kindheit hat sie ihre Familie verlassen und Patrick hat keinerlei Beziehung zu ihr. Dennoch, der Umzug ist unausweichlich, sein Vater muss beruflich in die Republik. Ein Stück Land in dem die Lykaner leben und das durch die Regierung überwacht wird, weil es dort außerdem ein reiches Uranvorkommen gibt. Patrick, ein schüchterner junger Mann, steht urplötzlich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Der Flug, der ihn zu seiner Mutter bringen soll, wird Opfer eines grausamen Terroraktes. Und Patrick ist der einzige Überlebende in diesem, von einem Lykaner überfallenen, Flugzeug.

Chase Williams, Gouverneur und Frauenheld, will politisch weiter hoch hinaus. Die Gefahr durch die Lykaner, den Widerständlern in deren Reihen, nutzt er geschickt aus, um seinen steilen Weg nach oben bis auf die oberste Stufe zu erklimmen. Dummerweise wird er plötzlich selbst infiziert und Chase Williams setzt alles daran, sein dunkles Geheimnis zu hüten …

***

Die Inhaltsangabe sowie die Worte zweier meiner Lieblingsautoren Stephen King und John Irving zu diesem Roman, haben mich auf dieses Buch neugierig gemacht. Es schien sich außerdem nicht um eine typische Werwolf-Story zu handeln, daher war ich mehr als gespannt.

Die erdachte Story und der Schreibstil von Benjamin Percy gefielen mir sehr gut und haben mich angesprochen. Die Grundidee der Handlung ist gut und die Protagonisten sind völlig unterschiedliche Personen, deren Charaktere gut ausgearbeitet sind. Nach und nach kommen immer mehr Zusammenhänge heraus, die Handlungsstränge verknüpfen und kreuzen sich. Im Laufe der Erzählung werden Claire und Patrick auf Grund ihrer Erlebnisse um einiges reifer, was mir gut gefiel. An dieser Stelle ein kleiner Hinweis für vielleicht etwas zartbesaitete Leser: Es geht oft hefitg, brutal und blutig zur Sache. Wer kein Blut lesen kann, sollte dies berücksichtigen. Für mich passen diese Szenen aber sehr gut in die Handlung und müssen auch sein, um die Dramatik rüberzubringen.

Dass die Protagonisten junge Erwachsene (Young Adults) sind, die teilweise heftig ums Überleben kämpfen und auf der Suche nach etwas extrem Wichtigem sind (was, mag ich nicht verraten), hat mich oftmals an “Partials” von Dan Wells erinnert, auch wenn die Handlung an sich eine völlig andere ist. Aber auch die innere Zerissenheit der Hauptfiguren hier hat mich diesen Vergleich ziehen lassen

Jedoch empfand ich den letzten Teil des Romans, das Ende, leider als zu schnell. Die Auflösung der verschiedenen Handungsstränge, die über Kapitel hinweg dramatisch, wichtig und fesselnd waren, wurden plötzlich innerhalb von einigen Absätzen aufgelöst und abgehakt. Das finde ich persönlich schade.

Der Verlag präsentiert den Roman in einer gebundenen Ausgabe mit Leseband, mit einem (natürlich) roten Cover. Es spricht mich an und passt natürlich perfekt zum Titel des Romans. Die Kapitel sind nicht zu lang, so dass ich als Leserin flott durch die Seiten gelesen habe.

Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für einen spannenden, packenden Werwolf Roman. Der Autor liefert eine gute Handlung in einer fesselnden Stimmung. Teilweise recht heftig beschrieben, was aber gut zur Story passt. Lediglich das – mir – zu schnell abgehandelte Ende lassen mich einen Punktabzug vornehmen.

© Buchwelten 2014


Frauen hassen
Frauen hassen
von Michael Herzig
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3.0 von 5 Sternen Di Napoli als Rockerbraut in Deutschland, 23. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Frauen hassen (Gebundene Ausgabe)
Johanna di Napoli, Züricher Stadtpolizistin, vollzieht gerade einen extremen Lebenswandel. Sie versucht ernsthaft die Zigaretten sein zu lassen, klebt stattdessen Nikotinpflaster und sie trinkt keinen Alkohol mehr. “Schuld” ist Max, eine Bekanntschaft, die zunächst nichts weiter war als ein One-Night-Stand, sich jedoch so langsam aber sicher in eine ernsthafte Beziehung zu entwickeln scheint. Soweit zur privaten Seite der bereits bekannten Polizistin, die ihre eigenen Ecken, Kanten und Macken hat.

Beruflich bekommt Johanna, kurz: Jo, einen Einsatz der ausgefalleneren Art. Sie wird als verdeckte Ermittlerin nach Deutschland geschickt, wo sie eine Rockerbraut mimen soll, um die Glaubwürdigkeit eines deutschen Kollegen innerhalb einer Rockerbande zu untermauern.

Leider geht der Einsatz gründlich daneben, er endet in einem dramatischen Chaos und Jo wird beschuldigt ein Verhältnis mit einem der Verbrecher zu haben. Sie versucht diese Vorwürfe zu widerlegen, spielt immer mit offenen Karten und stösst bei ihren weiteren Nachforschungen auf eine Spur, die zurück in die Schweiz führt. Jo würde ihrem Ruf als Quotenfrau nicht gerecht werden, würde sie nicht alles versuchen, den vertrackten und extrem brutalen Fall zu lösen …

***

Frauen hassen, lautet der Titel, der gleich etwas zweideutig zu verstehen ist. Geht es um Frauen, die hassen oder um Männer (die Rocker vielleicht?), die Frauen hassen? Eine geschickte Wahl des Titels, wie ich zugeben muss, im Laufe der Handlung erklärt sich auch die Bedeutung dessen.

Ich muss gestehen, dass ich mich mit diesem Folgeroman von “Töte deinen Nächsten” (die Rezension ist hier bei Interesse gerne nachzulesen) zunächst recht schwer getan habe. Ich habe keinen Einstieg in die Handlung gefunden, die Handlungsstränge, die neben dem um Johanna di Napoli begonnen wurden, habe ich zunächst nicht wirklich kapiert. Ich wusste nicht, welche Figuren zu wem gehören, welcher Strang nun in Deutschland und welcher vllt. in der Schweiz spielt. Ein weiterer Strang wurde in der Gegenwart und aus der Ich-Perspektive geschrieben und auch hier wusste ich zunächst nichts mit anzufangen. Ich habe mir dann gedacht: lies einfach, die Handlung wird sich sicherlich selbst erklären. Und so war es dann auch. Circa ab Seite 100 hatte ich mich in die Handlung eingelesen, habe die Zusammenhänge begriffen und wusste nun auch die Figuren und Charaktere zuzuordnen.

Auch mit der Sprache hatte ich zunächst meine Probleme. Der Ausdruck war mir zu umgangssprachlich, zu prollig, was sicherlich mit den Figuren zu tun hatte, mir gefiel es dennoch nicht. Im Laufe der Handlung hatte ich mich jedoch eingewöhnt und der Schreibstil wurde auch besser, der Handlungsstrang um Johanna war ausserdem in dem bekannten, flotten aber guten Stil geschrieben.

Richtig gefallen hat mir die Handlung so ab Seite 160, da wurde es für mich endlich richtig interessant und ich habe ab dem Zeitpunkt auch mit mehr Spass und Neugier gelesen. Die Spannung stieg, die Bogen wurde straffer gespannt. Das Ende gefiel mir gut, hat mich nicht enttäuscht, wobei eine “Enthüllung” im Finale für mich alles andere als überraschend war, ich hatte dieses “Highlight” auf Grund vieler kleiner Hinweise schon lange durchschaut. Gut war es trotzdem. :-)

Mein Fazit: 3 von 5 Sternen für diesen neuen Thriller von Michael Herzig, in den ich mit etwas Mühe eingestiegen bin und der für mich erst relativ spät wirklich fesselnd wurde. Die Idee und Umsetzung ist gut, mir persönlich war der erste Teil jedoch etwas zu wirr und flapsig. In der zweiten Häflte habe ich mich wohler gefühlt.

© Buchwelten 2014


Fragmente: Partials 2
Fragmente: Partials 2
von Dan Wells
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Fortsetzung mit Längen, die dennoch Spaß macht, 19. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Fragmente: Partials 2 (Gebundene Ausgabe)
Die Gemeinschaft der ca 35.ooo überlebenden Menschen auf Long Island kämpft immer noch gegen das Supervirus, dass die Menschheit im Isolationskrieg gegen die Partials nahezu ausgelöscht hat. Kira Walker hat es zwar geschafft, dass ein neugeborenes Baby überlebt, jedoch sind die Ärzte und Wissenschaftler nicht in der Lage, dass von Kira entdeckte Heilmittel synthetisch herzustellen. Somit ist die Menschheit nach wie vor vom Aussterben bedroht, da die Kinder nicht überleben.

Kira, die mittlerweile über ihre eigene Herkunft Dinge erfahren hat, von denen sie nichts wusste, besitzt nach wie vor ihren Kampfgeist und sie will alles daran setzen, endlich ein Heilmittel zu finden. Sie will aber nicht nur die Menschheit retten. Ihr Ziel ist es, die Menschen und die Partials zu einen und aus dem Grunde will sie auch einen Weg finden, das Verfallsdatum der Partials aufzuheben.

Gemeinsam mit Samm und Heron (beide sind Partials) macht sich Kira auf den Weg durch das zerstörte und mitunter schwer vergiftete Land. Ihr erstes Ziel ist Chicago, dort hofft sie im Firmensitz der Firma ParaGen Antworten auf ihre Fragen zu finden. Die Reise ist lebensgefährlich, doch Kira lässt sich nicht beirren …

***

Diese Fortsetzung zu “Aufbruch” knüpft nahtlos an den ersten Teil der Partial-Reihe an, der Leser trifft auf die bereits bekannten Figuren und Charaktere, die Handlung wird aber im Verlauf um einige weitere neue Figuren ergänzt. Ich habe mich mit Kira und ihren Begleitern auf eine Reise durch ein zerstörtes Land begeben und der Autor hat einige interessante Highlights und Wendungen innerhalb des Romans verbaut.

Der Schreibstil ist wieder sehr gut und gehoben. Auch wenn ich eine Geschichte über junge Leute gelesen habe, so war die Sprache nicht locker oder umgangssprachlich, sondern anspruchsvoll und gut formuliert. Die zerstörten Gegenden und Städte sind sehr bildhaft beschrieben, ich konnte mir die Schauplätze sehr gut vorstellen. Oftmals haben mich die Bilder an “The Stand” von Stephen King erinnert.

Im Gegensatz zum ersten Teil hatte die Handlung für mich jedoch einige Längen. Nicht so, dass ich mich zu Tode gelangweilt habe, dennoch hätte ich mir einige Passagen ein wenig kürzer oder rasanter gewünscht. Sehr gut gefiel mir die Entwicklung der Freundschaft zwischen Samm und Kira, auch die Nebenfiguren Heron und Afa haben mich sehr angesprochen. Die Richtung, in die sich der Verlauf der Geschichte entwickelt ist sicher nicht die neueste Idee und ein wenig absehbar, dennoch empfinde ich ihn als passend.

Der Verlag präsentiert den Roman wieder als gebundene Ausgabe, dass Cover ist dem des ersten Teils sehr ähnlich (Kira Walker ist auf der Front von hinten zu sehen), lediglich der Hintergrund und die Farben sind verändert. War der erste Band in Rottönen gehalten, so ist dieser in Blautönen ebenfalls optisch gut gelungen.

Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für den zweiten Teil von Partials, der mir wieder Spaß gemacht hat. Dan Wells schreibt in einem guten und gehobenen Schreibstil, der mir einfach gefällt. Auch wenn der Roman für mich ab und an Längen aufweist, eine gut gelungene Fortsetzung.

© Buchwelten 2014


Department 19 - Die Wiederkehr: Roman
Department 19 - Die Wiederkehr: Roman
von Will Hill
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Eine Wahnsinns-Fortsetzung!, 16. Januar 2014
Nachdem Jamie Carpenter auf der Insel Lindisfarne sehr erfolgreich einen der ältesten Vampire der Welt ausgelöscht hat, sollte er sich als gefeierter Held eigentlich wohl fühlen. Doch er trauert um den Verlust seines Freundes Frankenstein, den er bei diesem Einsatz verloren hat. Kate Randall, eine junge Frau die auf der Insel extremen Mut und Kampfeinsatz gegen die Vampire bewiesen hat, stößt zu Schwarzlicht und gehört nunmehr zu Jamies Team.

Er genießt großes Vertrauen und eine beinahe väterliche Freundschaft zum Leiter von Schwarzlicht Commander Seward und wird somit in einige geheime Informationen eingeweiht, die die Wiederauferstehung von Dracula betreffen. Einer der ältesten Vampire (der Bruder des ausgelöschten Alexandru Rusmanov) hat die sterblichen Überreste des ältesten Vampirs der Welt an sich gebracht und dem Department 19 bleiben exakt 91 Tage. Dies ist die geringe Zeitspanne die Dracula benötigt, um zu seiner alten Kraft und Stärke zurückzufinden und somit zur größten Bedrohung der Menschheit zu werden.

***

Im ersten Roman um das Department 19 – Die Mission haben wir Jamie Carpenter bereits kennengelernt, seine Ausbildung begleitet und einige heftige Einsätze miterlebt. Jamie ist nun 17 Jahre alt, wirkt aber sehr viel reifer und erfahrener. Er wird auch von seinen älteren Kollegen und Vorgesetzten sehr geschätzt und nicht annähernd wie ein Teenager behandelt. Mir gefällt diese Entwicklung des Charakters sehr und ich war vom Anfang bis zum Ende dieser Fortsetzung sehr gefesselt.

Der Schreibstil ist wieder gut, der Spannungsbogen extrem gespannt. In diesem Roman spielt nicht nur die Wiederkehr Draculas (auf die ja bereits im Titel hingewiesen wird) eine Rolle, sondern es gibt noch zwei bis drei weitere wichtige Elemente der Handlung, die ich nicht vorhergesehen hatte und die mich nicht nur überrascht, sondern mir auch richtig gut gefallen haben. Ich werde hier nicht annähernd Andeutungen machen, denn sonst verrate ich sofort spannende Dinge.

Auch hier nochmal der Hinweis, dass der Autor keine weichgespülte Vampir Lovestory bietet, sondern heftige Agenten Action, in der nicht nur jede Menge Blut fließt, sondern Körper explodieren, platzen, verbrennen o.a.. Leser die kein Blut „lesen“ können, sollten gewarnt sein. Will Hill greift die alte Bram Stoker Story auf und puscht sie mit Hightech Elementen. Mich spricht diese Mischung unbedingt an. Der Verlag gibt die Leseempfehlung zwischen 14 und 17 Jahren, die meiner Meinung nach angebracht ist.

Auch optisch ist das Buch wieder sehr gelungen. Das Hardcover ist direkt bedruckt, wird also nicht von einem Schutzumschlag umschlossen. Der Einband ist optisch dem ersten Roman angeglichen und auch im inneren des Buches gibt es wieder die „alten“ Seiten, in denen Will Hill weit zurück in die Vergangenheit springt. Hier wird zum Beispiel erzählt, wie aus dem Fürsten Vlad Tepes der Vampir Dracula wurde.

Der Roman ist um beinahe 200 Seiten stärker als der erste Teil und der Preis von 16,99 € somit für mich mehr als akzeptabel.

Der dritte Band “Das Gefecht” wird voraussichtlich am 18.07.2014 erscheinen!

Mein Fazit: Wieder 5 von 5 Sternen für diese sehr gute Fortsetzung von „Die Mission“, die für mich noch besser ist, als der erste Teil. Eine spannende Handlung, die mehrere überraschende und tolle Wendungen aufweist, geschrieben in einem guten Schreibstil und bestückt mit Charakteren, die gut ausgearbeitet sind. Seien es die guten oder die bösen.

© Buchwelten 2014


Das Lachen und der Tod
Das Lachen und der Tod
von Pieter Webeling
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Eine Gratwanderung zwischen Grausamkeit und Komik, 13. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Lachen und der Tod (Gebundene Ausgabe)
Der niederländische Komiker Ernst Hoffmann ist Halbjude und wird in ein in Polen liegendes Vernichtungslager deportiert. Doch er ist und bleibt Komiker und so kann er sich weder auf dem Bahnsteig vor der Abfahrt in einem Viehwaggon beherrschen (Frage an einen SS-Offizier, ob es sich denn hier um den 1. Klasse Viehwaggon handelt), noch im Verlauf der „Reise“ (um ein aufkommendes Gerangel innerhalb des Waggons zu unterbinden, steigt Hoffmann auf zwei Koffer und improvisiert eine Vorstellung) und später innerhalb des Lagers.

Während der Fahrt trifft Ernst auf die schöne Helena, in die er sich auf den ersten Blick verliebt, auch wenn sie sich nie zuvor gesehen haben. Sie versprechen sich gegenseitig, einander nie zu vergessen.

Nach der Ankunft im KZ beginnt sofort die Selektion von Frauen, Kindern, Männern. Ernst wird einem Arbeitskommando zugeteilt, hat also insofern Glück, dass er nicht sofort „duschen“ muss.

Der Lageralltag ist grausam, brutal und der Tod ist allgegenwärtig. Die Gedanken an die schöne Helena sind der einzige Hoffnungsschimmer, der Ernst bleibt. Über den Barackenältesten Schlomo erfährt er, dass seine Helena noch lebt und um sporadischen, schriftlichen Kontakt zu ihr halten zu können, trifft er eine Abmachung mit Schlomo: Jeden Tag einen Lacher. Er tritt abends als Komiker in der Baracke auf, bringt seine Mitinsassen zum Lachen, damit sie nicht dem Wahnsinn verfallen oder in Hoffnungslosigkeit ertrinken.

Als der Lagerkommandant davon erfährt, schlägt er Hoffmann vor, vor der SS als Komiker aufzutreten. Nicht nur er selber soll dadurch bevorzugt behandelt werden, auch seiner Helena soll der Alltag im Lager erleichtert und angenehmer gestaltet werden. Ernst Hoffmann weigert sich, wird sogar dem Todeskommando zugewiesen, der Gruppe Lagerinsassen, die für die Vergasung der Neuankömmlinge zuständig ist. Hoffmann soll die Menschen durch seine Komik beruhigen, zum lachen bringen, im Klartext: in die Irre führen.

***

Der Autor Pieter Webeling hat hier eine Geschichte zu Papier gebracht, die sich liest, wie eine Autobiographie und nicht wie ein Roman. Er hat so genau recherchiert dass der Leser meint, der Autor selbst sei der Ich-Erzähler, der seine Geschichte wiedergibt. Die Gratwanderung zwischen Humor, Komik, Grausamkeit, Elend und Tod ist Webeling sehr gut gelungen. Dieses Thema ist eine schwere Kost und auch nach so vielen Jahrzehnten verliert es nichts von seiner Heftigkeit und seinen Gräueln.

Der Roman beschreibt das Überleben und den Tod innerhalb des KZs, die Leiden, Qualen durch Prügel, Hunger, Krankheit, jedoch ebenso den Hauch von Hoffnung und Freundschaft und ja, auch den Humor, der die Menschen vor dem Durchdrehen und Aufgeben bewahrt. Ich war absolut gefesselt von dieser Geschichte und habe während des Lesens die verschiedensten Gefühle durchlebt.

Webeling beginnt seinen Roman nach dem Krieg, mit dem ersten Auftritt seines Protagonisten in seinem Amsterdamer Theater. Somit weiß der Leser gleich zu Beginn, dass zumindest der Komiker es geschafft hat. Dann springt er zurück und erzählt die Ereignisse, die zwischen dem letzten und ersten Auftritt auf der Bühne liegen. Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund, schönt nichts und niemanden, beschreibt das Leben der Lagerinsassen so detailliert, dass es dem Leser erschreckend klar vor Augen steht.

Der Roman wird als gebundene Ausgabe präsentiert und von einem schlichten Cover geziert, dass treffender nicht sein kann und auch der Handlung entspricht: ein Mann in einer KZ-Pyjamahose, kombiniert mit einem Frack, Zylinder und Stock, wie Charlie Chaplin es trug. Auch der Titel könnte nicht passender sein: Das Lachen und der Tod trifft es haargenau. Der Titel wurde übrigens wörtlich aus dem niederländischen übernommen.

Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für ein fantastisch, schreckliches Buch, dass die Gratwanderung zwischen Grausamkeit und Komik eindeutig geschafft hat. Es schockiert, macht traurig, bringt zum weinen, jedoch auch zum schmunzeln und lässt es sogar zu, dass sich der Leser während der Lektüre freuen kann.

© Buchwelten 2014


Lost Land 02: Der Aufbruch
Lost Land 02: Der Aufbruch
von Jonathan Maberry
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

5.0 von 5 Sternen Eine gelungene Fortsetzung zu "Die Erste Nacht", 12. Januar 2014
Benny Imura ist bei seinem großen Bruder Tom in die Lehre gegangen und bekommt alles beigebracht, um ein guter Zombiejäger/Zombiebefrieder zu werden. Die Brüder sind sich näher gekommen, Benny hat seinen Hass Tom gegenüber abgelegt und gemeinsam mit Nix und Lilah (DEM verlorenen Mädchen) bereiten sie sich gemeinsam auf den Aufbruch vor.

Sie werden die Sicherheit des Ortes Mountainside hinter sich lassen und durch das Leichenland wandern, um sich auf die Suche nach dem Jet zu begeben, den sie alle am Himmel gesehen haben. Sie werden nicht nur besagte Sicherheit hinter sich lassen, sondern auch ihre Freunde. Nix kann es kaum erwarten, sie hält nichts mehr in der Stadt, in der sie zuletzt ihre geliebte Mutter verloren hat.

Doch bereits kurz nach dem Aufbruch wird die Gruppe auf harte Proben gestellt. Benny, Nix und Chong, Bennys bester Freund, der eigentlich nur für eine Nacht mitgeht, um sich den Abschied zu erleichtern, werden von den grausamen Kopfgeldjägern gefangen genommen, die ein neues Gameland im Leichenland errichtet haben. Dort sollen die Jugendlichen in Zombiegruben wie Gladiatoren gegen die Untoten kämpfen.

Alte Weggefährten, auf die Tom und seine Begleiter im Leichenland gebaut haben, sind verschwunden, fielen den Untoten zum Opfer und die Gruppe muss all ihr erlerntes Kriegerpotential anwenden, um mit dem Leben davon zu kommen ….

***

Jonathan Maberry knüpft in seiner Handlung nahtlos an den ersten Teil seiner Lost Land Reihe an. Sofort fühlte ich mich in der Handlung wieder zu Hause, waren mir die bekannten Charaktere vertraut. Benny und seine Freunde sind innerhalb der letzten Monate gereift, wirken erwachsener, überlegter, auch wenn sie sich natürlich immer noch wie Teenager benehmen können, wenn sie „dürfen“. Trotz aller Gefahren und Kämpfe lachen und albern sie gemeinsam herum, machen sich Gedanken über die Gefühle einer ersten Liebe, mit allen Höhen und Tiefen.

Auch hier in diesem zweiten Teil geht es wieder um die Menschlichkeit, die Handlung beschreibt nicht nur ein wildes Untotengemetzel, sondern zeigt immer wieder auf, dass es sich bei den umherwandernden Wesen einst um Menschen aus Fleisch und Blut gehandelt hat. Die Gruppe empfindet oft Mitleid mit den Wesen, die sie endgültig ausschalten müssen, um ihr eigenes Leben zu retten.

Die Gespräche der Jugendlichen untereinander oder zwischen Tom und seinem Bruder sind sehr tiefgründig. Der Schreibstil ist erneut sehr gehoben und hat mich angesprochen. Ich habe die Landschaften vor meinem geistigen Auge gesehen, war bei der Geschichte dabei. Der Autor beschreibt zum Beispiel einen Blick von Benny und Nix auf ein abgebranntes Feld voller Zombieleichen und schafft es dennoch, diesem Anblick etwas schönes abzugewinnen, den schrecklichen Anblick des Schauplatzes weichen zu lassen.

Der Spannungsbogen ist gut gespannt und hat mich durch die Handlung fliegen lassen, Langeweile und zähe Momente kamen nicht auf. Dennoch lässt der Autor den Leser bei allem Chaos und zwischen den gefährlichen Momenten auch zur Ruhe kommen.

Ich würde mir nach wie vor keinen Zombiefilm anschauen, weil es mich da zu sehr gruselt, gelesen gefällt mir die Story allerdings sehr gut, auch wenn der Autor gerne ausführlich und genau beschreibt, wie diese Wesen aussehen. Romero Fans werden auf Ihre Kosten kommen!

Der Verlag präsentiert diesen zweiten Teil wieder als gebundene Ausgabe, hat allerdings bei diesem Buch daran gespart, dass das Cover unter dem Schutzumschlag wieder farblich bedruckt ist. Schade eigentlich, denn es gibt sicherlich viele Leser, die die Bücher gerne ohne die schützende Hülle ins Regal stellen. Hier hat der erste Teil eindeutig optisch mehr her gemacht.

Innerhalb der Buchdeckel sind die Kapitel in einer guten Länge aufgeteilt, zu Beginn eines jeden Kapitels ist Stacheldraht zu sehen. Diese kleine Spielerei wurde übernommen.

Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für diese gelungene Fortsetzung eines Jugendbuches mit Anspruch, dass sicherlich erneut vielen Erwachsene gefällt. Geschrieben in einem guten, fesselnden Schreibstil, bestückt mit charakterstarken Figuren, liefert die Handlung einen sehr menschlichen, kritischen Blick auf das Verhalten von Menschen, sei es im positiven oder auch negativen Sinne. Und ja, es gibt jede Menge untoter Wesen, die mich aber auch nicht abschrecken, wobei ich Zombies eigentlich gar nicht mag :-) Ich freue mich schon jetzt auf den Folgeroman.

© Buchwelten 2014


Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert: Roman
Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert: Roman
von Joël Dicker
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, dass absolut lesenswert ist!, 6. Januar 2014
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Marcus Goldman, ein junger Schriftsteller, der mit seinem Romandebüt blitzartig die Bestsellerlisten erobert hat, lebt auf großem Fuß und genießt seinen Ruhm.

Als sein Verlag ihn jedoch immer mehr drängt, den vertraglich festgelegten nächsten Roman vorzulegen, kann Goldman es nicht mehr ignorieren. Er hat eine Schreibblockade. Er kann nichts mehr schreiben, ihm fällt nichts ein, er ist der Verzweiflung nahe.

Marcus Goldman sieht nur noch einen Ausweg: Er ruft seinen alten Professor und Mentor Harry Quebert an. Seit seinem Erfolg hat er sich nicht mehr bei ihm gemeldet, doch sein väterlicher Freund ist alles andere als nachtragend. Harry, selber ein hochgelobter und berühmter Schriftsteller, lädt Marcus ein, ihn nach langer Zeit wieder in seinem Strandhaus in Aurora zu besuchen. Zu Studienzeiten war dies Marcus’ zweites zu Hause und er nimmt die Einladung erleichtert an.

Doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse: In Harrys Garten wird die skelettierte Leiche der vor 33 Jahren im Alter von 15 Jahren verschwundenen Nola gefunden. Neben ihr findet sich eine Ledertasche, in der das Originalmanuskript von genau dem Roman auftaucht, der Harry Quebert berühmt und erfolgreich gemacht hat.

Harry bestreitet etwas mit dem Tod der jungen Frau zu tun zu haben, gibt aber zu, dass sich die beiden geliebt haben, sie sogar eine heimliche Beziehung zueinander gepflegt haben. Harry Quebert gerät unter Mordverdacht, wird in Untersuchungshaft gebracht und die Bewohner des Örtchens Aurora wollen nichts mehr von ihm wissen.

Einzig Marcus Goldman ist von der Unschuld seines alten und einzigen Freundes überzeugt. Er ist sich sicher, dass der damals 34-jährige, die 15-jährige Nola niemals getötet haben kann. Und so beginnt er auf eigene Faust Ermittlungen anzustellen und rührt damit urplötzlich die so beschaulich anscheinende Gemeinde Aurora heftig auf.

Durch Drohbriefe und Anschläge wird versucht, Marcus an seinen Nachforschungen zu hindern, doch der lässt sich nicht schrecken. Er bohrt, fragt, forscht und ermittelt weiter. Und nicht nur das. Er beschließt genau dies zum Thema seines neuen Romans zu machen: Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert …

***

Dies ist der zweite Roman des Autors Joël Dicker und ich habe ihn mir einfach nur ausgesucht, weil mich die Inhaltsangabe neugierig gemacht hat. Dass der Roman schon mehr oder weniger in aller Munde war, war mir neu. Mit ca. 730 Seiten, die zumal recht klein beschrieben sind, ist der Roman aber nicht annähernd langatmig, sondern fesselnd von der ersten bis zur letzten Zeile.

Der Autor schreibt in einem sehr hochwertigen, angenehmen, gut lesbaren Schreibstil, der den Leser in der Geschichte verweilen und teilhaben lässt.

Die Figuren, und hier meine ich nicht nur die Hauptprotagonisten, sind sehr charakterstark und greifbar ausgearbeitet. Nicht nur Harry und Marcus sind mir im Laufe der Handlung sehr ans Herz gewachsen, sondern z.B. auch der Polizist Gahalowood, der Marcus Goldman zunächst mehr als abwertend mit Schriftsteller tituliert hat, jedoch nach und nach sogar ein freundschaftliches Verhältnis zu ihm aufbaut, auch wenn dessen Ermittlungen auf eigene Faust, den Polizisten in Bedrängnisse bringen.

Der Autor arbeitet mit Zeitsprüngen, erzählt mal die Geschichte der Jetztzeit (2009), dann erzählt er Harrys und Nolas Geschichte im Jahre 1975. Und zwischendurch springt er dann noch in die Zeit, in der Marcus und Harry sich kennengelernt haben. Diese Erzählform trägt mit Sicherheit zusätzlich zur Kurzweiligkeit des Romans bei.

Dicker liefert hier einen Krimi, der das Leben einer Kleinstadt und die Verschworenheit derer Bewohner hervorragend darstellt und verbindet dies mit einer wunderschönen, zarten Liebesgeschichte zweier Personen, die sich nicht lieben dürfen.

Bis zum Ende der Geschichte liefert der Autor immer wieder neue Erkenntnisse und Wendungen, die mich als Leserin überrascht haben. Bis zur letzten Seite bleibt die Klärung des Falles spannend.

Gut gefielen mir auch die zwischen den Kapiteln gedruckten kurzen (Lehr)gespräche zwischen dem Erfolgsautor und seinem Zögling, in denen ich viele schöne Aussagen und Leitsätze gefunden habe. Und warum mich gerade die – ziemlich kurze – Danksagung sehr angesprochen, kann jeder nachvollziehen, der die Geschichte gelesen hat.

Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für diesen Krimi, der außerdem eine Liebesgeschichte und auch viel Gesellschaftskritisches beinhaltet. Ein fesselnder Roman, toll geschrieben und voller Wendungen und geschickt gesponnener Fäden, die dennoch nicht verwirrend sind.

„Harry Quebert“ kommt neben „Der Anschlag“ und „Doctor Sleep“ auf jeden Fall in meine Lesehighlights des letzten Jahres.

© Buchwelten 2014


Megapolis
Megapolis
von Thomas Elbel
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Asylon, Elysion ... MEGAPOLIS, 8. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Megapolis (Taschenbuch)
Ursprünglich wurden die Novaten von einem Spezialingenieur geschaffen, um für die Menschen eine gigantische Stadt auf dem Mars in einem Vulkankrater zu errichten, damit diese dorthin übersiedeln und leben konnten.

Die Novaten sehen aus wie Menschen, sie benehmen sich auch so. Und Ende des 21. Jahrhundert sind sie es leid, den Menschen als Sklaven zu dienen und durch einen Aufstand gelingt es ihnen, dem Joch ihrer menschlichen Schöpfer zu entfliehen.

Nun haben sich die Verhältnisse gewandelt. Die Regierung bilden nun die Novaten und die wenigen Menschen, die noch auf dem Mars verweilen leben als terroristische Vereinigung in der Unterwelt.

Seth, der beste unter den novatischen Jägern, hat die Aufgabe, die Menschen aufzuspüren und auszulöschen. Plötzlich kreuzt Tessa, die Anführerin der Terrorzelle, Seths Weg und urplötzlich wandelt sich sein bisheriges Leben. Denn Tessa ist überzeugt, in Seth niemand anderen als Finn, den Sohn des Schöpfers der Novaten wiederzuerkennen, der in Tessas Leben eine nicht unerhebliche Rolle spielte. Seth weiß nicht, was er glauben soll und woran er ist. Schlimmer noch, er weiß nicht einmal mehr, wer er ist …

***

Megapolis ist der dritte Roman von Thomas Elbel, der eigentlich sein erster ist. Als er ihn seinerzeit bei Piper eingeschickt hat, war der Verlag zwar von seinem Schreibstil angetan, jedoch der Meinung, dass der Stoff zu sehr in den Bereich SciFi fließt und somit nicht ins Verlagskonzept passte. So entstand zunächst Asylon, der dann auch bei Piper veröffentlicht wurde. Danach kam der Nachfolger Elysion und nun sollte also auch endlich Megapolis das Licht der Welt erblicken.

Der Verlag war nach wie vor der Meinung, dass der Roman in ein Genre fällt, dass nicht in die Bandbreite des Verlages passt und so ist Thomas Elbel den Weg, der Selbstpublikation gegangen. Der Roman wurde bei Amazon Distribution verlegt und ist sowohl als Ebook, als auch (was mich sehr freut) als Print erhältlich.

Und was das Erscheinungsbild des Taschenbuches angeht, bin ich positiv überrascht. Das Cover ist – mit ausdrücklicher Erlaubnis des Verlages – an die beiden ersten Romane angeglichen und der Einband unterscheidet sich lediglich dadurch, dass er nun glänzend ist und nicht matt, wie die Vorgänger. Auch ist das Buch ein wenig größer, dennoch machen sich die drei nebeneinander im Bücherregal sehr gut. Das cremefarbige Papier ist angenehm griffig und auch die für mich wichtigen Einrückungen zu Beginn der Absätze sind vorhanden. Das einzige, was mich optisch ein klein wenig stört, ist der recht schmale Rand an den äußeren Buchseiten. Aber dies ist eigentlich eine Kleinigkeit und fällt gewiss auch nicht jedem Leser auf.

Die Handlung hat mir gut gefallen und mich auch gefesselt. Die Hommage des Autors an Philip K. Dick ist mir auf Anhieb aufgefallen, da ich selber ein Fan von „Träumen Androiden von elektrischen Schafen“ bin. Bei manchen Stellen des Romans sah ich auch Szenen des Filmes „Blade Runner“ vor mir. Dies wirkte aber überhaupt nicht nachgemacht. Denn dafür hat Thomas Elbel nun wieder viel zu viel eigene Elemente in die Handlung verbaut, die offensichtlich seiner Fantasie entsprungen sind.

So hat er in seine riesige Marsstadt viele der großen Metropolen unserer Erde als Stadtteile einfließen lassen. Es gibt u.a.das Berliner-, Wiener-, New Yorker-, Pariser- und Tokioter Viertel, diese mit ihren jeweiligen Bauwerken und Plätzen. Allerdings erreicht man bei Elbel diese „Städte“, indem man eine Brücke überquert oder einige Stationen mit der Untergrundbahn fährt. Mir hat das sehr gut gefallen, genauso wie er einige sehr bekannte Figuren eingeflochten hat, die uns aus dem Wilden Westen bekannt sind.

Alles in allem hat Thomas Elbel eine gute Idee in eine fesselnde, gut lesbare Handlung verknüpft und diese an einem sehr eindrucksvollen Schauplatz spielen lassen. Der Schreibstil gefiel mir, bis auf einige, wenige sehr umgangssprachliche Aussagen gut. Das professionelle Lektorat und auch Korrektorat macht sich positiv bemerkbar. Ich habe, glaube ich, nur zwei oder drei kleine Tipp-/Trennungsfehler entdeckt.

Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für Megapolis, Science Ficiton, die mir Spaß gemacht hat und die spüren lässt, dass der Autor selbst ein großer Fan des Genre ist. Mir persönlich gefällt dieser dritte Roman wieder viel besser als Elysion.

P.S. Als großer Nachwortfan hat mich das sehr ausführliche des Autors sehr angesprochen.

© Buchwelten 2013


Doctor Sleep: Roman
Doctor Sleep: Roman
von Stephen King
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was wurde eigentlich aus Danny Torrance ...., 7. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Doctor Sleep: Roman (Gebundene Ausgabe)
Daniel Torrance, früher genannt Danny, hat das Grauen, welches er im Overlook Hotel in Colorado erlebt hat, überlebt. Er ist zwischenzeitlich erwachsen geworden und er ist ein Trinker, alkoholkrank wie sein Vater. Zum einen hat er das „Säufer-Gen“ wohl offensichtlich von Jack Torrance geerbt, zum anderen trinkt er um sein Shining ruhig zu stellen, es quasi zu ersäufen.

Aber Dan will nicht mehr trinken, ein für ihn einschneidendes Erlebnis bringt ihn endlich zur Vernunft. Und er will endlich zur Ruhe kommen. Nach Jahren der ruhelosen Wanderschaft kommt er an einen Ort, an dem er sich wohl fühlt. Er beginnt an den Treffen der Anonymen Alkoholiker teilzunehmen, gewinnt Freunde und arbeitet in einem Hospiz, wo seine Anwesenheit sehr geschätzt wird. Dort nennt man ihn Doctor Sleep, denn Dan Torrance hat irgendetwas an sich, dass den Sterbenden hilft, ihre letzte Reise anzutreten. Dieses “etwas” hat mit seinem Shining zu tun, dass nun, wo er nicht mehr trinkt, wieder aktiver wird.

Auf den amerikanischen Highways reist die Sekte „Der Wahre Knoten“ durch die Lande. Sie sind stets auf der Suche nach dem, was sie ihr Lebenselixier nennen. Dem Steam. Dieser Steam wird gewonnen aus dem letzten Lebenshauch von Kindern, die das Shining besitzen. Die Mitglieder der Sekte sehen aus wie Rentner, die mit ihren Mobilheimen auf Reisen sind, sie erwecken keinerlei Aufsehen. Das macht sie so gefährlich. Und, sie sind nahezu unsterblich.

Das kleine Mädchen Abra Stone wird mit einem übermäßigen Shining geboren, bereits als Säugling und Kleinkind hat es Kräfte, die ihre Eltern oft beunruhigen. Natürlich wird „Der Wahre Knoten“ auf das Mädchen aufmerksam. Sie müssen dieses Kind mit der unendlichen Menge an Steam haben. Eine gnadenlose Jagd beginnt. Doch erstens ist Abra sehr mutig und stark und zweitens ist sie nicht allein. Sie verbündet sich mit Dan Torrance, mit dem sie bereits im Alter von zwei Monaten Kontakt aufgenommen hat. Gemeinsam versuchen sie Abra zu retten und außerdem den „wahren Knoten“ auszurotten …

***

Ich hatte das Buch begonnen und nach knappen 20 Seiten wieder zur Seite gelegt um noch einmal Shining zu lesen. Ich hatte es zwar Ende der 80er gelesen, doch ich hatte zuviel vergessen. Und ich habe mich richtig entschieden. Denn Doctor Sleep knüpft eigentlich nahtlos an Shining an und zu Beginn ist der Protagonist sogar noch ein Junge. Auch während der Handlung kommt Shining immer wieder ins Spiel, seien es Personen, Wesen oder Orte, bzw. bestimmte Situationen. Vorab noch einmal Shining zu lesen, kann ich jedem nur empfehlen. Hierzu möchte ich ein kleines Zitat von Stephen King aus dem Nachwort bringen:

„Falls ihr den (Kubrik)-Film gesehen, den Roman jedoch nicht gelesen habt, denkt bitte daran, dass Doctor Sleep auf Letzterem fußt, der meiner Meinung nach die wahre Geschichte der Familie Torrance erzählt.“

Und aus dem Grund war ich bereits sehr kritisch, als ich auch nur den ersten Satz des inneren Klappentextes gelesen habe. Da steht „Nur mühevoll kann Dan Torrance die Schrecken verarbeiten, die er als Dreirad fahrendes Kleinkind im Hotel Overlook erlitten hat“. Denn: im Roman ist Danny nicht ein einziges Mal auf einem Dreirad gefahren. Das war einzig und allein eine filmische Umsetzung von Stanley Kubrik (sicher eine sehr gute) hat mit dem Roman aber nichts zu tun. Ich habe mir nach Shining die dreiteilige Fernsehverfilmung von Shining angesehen, bei der Stephen King selber das Drehbuch geschrieben hat. Bei weitem weniger superlative Effekte, doch sehr viel näher an der Romanvorlage. Doch das nur nebenbei :) .

Ebenso hat mich die Gewinnung des Steam von sterbenden Kindern im ersten Moment sehr an die Dementoren der Potter-Romane erinnert. Dann war ich nicht sicher, ob Stephen King es schafft, diese besondere Stimmung, die im Overlook Hotel geherrscht hat, wieder aufleben zu lassen.

Ich habe recht schnell gemerkt, dass all diese Punkte nicht relevant sind. Die Geschichte, mit der Stephen King hier die Fortsetzung von Shining geschaffen hat, ist absolut fesselnd, in einem sehr guten Schreibstil geschrieben und steht Shining in nichts nach. Es sind viele Jahre vergangen und der Mann, der die Fortsetzung geschrieben hat, ist ein anderer als der, der Shining schrieb. King hat damals selber noch getrunken. Für mich hat das Buch Suchtfaktor und ich konnte es sehr schwer aus der Hand legen. Er verknüpft sehr viele Dinge in der Handlung: z.B. den Zusammenhalt/das Zusammenspiel zwischen Alt und Jung, Mut, Kraft, Übersinnliches und auch sehr viel Gefühl. Dramatische Momente werden immer wieder von ruhigen Phasen abgewechselt, es gibt Momente, da hatte ich einen dicken Kloß im Hals.

Es passiert nicht oft, dass ich ein Buch, wenn ich am Ende angelangt bin, gleich noch einmal von vorne beginnen könnte. Doch hier war es so. Der erwachsene Dan(ny) ist mir sehr ans Herz gewachsen. Auch die Figur der Abra ist sehr gut und charakterstark ausgearbeitet. Und ebenso die Nebenfiguren, die allesamt eine wichtige Rolle spielen, sind einfach tolle Menschen.

Sogar das Ende, die bei Stephen King für mich immer so eine Sache sind, hat mir gut gefallen. Es war stimmig und hat nicht das „was-war- das-jetzt-Gefühl“ ausgelöst, wie ich es beispielsweise bei ES oder WAHN empfunden habe.

Das Cover zeigt eine rote Metallflasche, aus der Steam austritt. Es ist dem Original Cover sehr ähnlich, wobei mir das noch viel besser gefällt, weil man hier auf den zweiten Blick noch etwas sieht, dass zur Handlung gehört.

Hier war ich dann gleich zu Besuch auf Stephen Kings Website, denn ein Blick auf die Original Cover sind bei ihm immer lohnenswert.

Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für die Fortsetzung von Shining, die absolut gelungen ist, wieder eine klasse Stimmung erzeugt und absolut fesselnd ist. Der Autor ist mit „Bangigkeit“ an die Arbeit gegangen, denn der Maßstab war sehr hoch. Es ist ihm gelungen, diesen zu erfüllen. Vom Anfang bis zum Ende. Unbedingt lesen! Am besten lest vorher noch einmal Shining, auch ein klasse Buch! Hatte ich beinahe vergessen.

© Buchwelten 2013


Sündenflut: Ein Merrily-Watkins-Mystery
Sündenflut: Ein Merrily-Watkins-Mystery
von Phil Rickman
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Krimi / Mystery made in England ... grossartig, 26. Oktober 2013
Weihnachten steht vor der Tür und in Ledwardine steigt der Fluss stetig weiter an. Immer mehr Straßen werden gesperrt und bald wird der Ort eine Insel sein.

Nach wie vor brennt der Streit um die archäologische Grabung, die den geplanten Neubau von Luxusvillen auf einem historischen Hügel gefährden könnte.

In Hereford gibt es einen prominenten Todesfall und Hinweise dafür, dass der Mord in Zusammenhang mit weiteren historischen Funden der Umgebung zu tun hat.

Derweil hat ein Schriftsteller gemeinsam mit seiner Frau in Ledwardine eine Scheune gemietet, denn er hält es für sicherer nach Erscheinen seines Romans zunächst einmal unter anderem Namen in dem kleinen Ort unterzutauchen. Als der Schriftsteller, der überzeugter Atheist ist, feststellen muss, dass etwas Übersinnliches offensichtlich gegen seinen Aufenthalt in Ledwardine ist, wäre dies eigentich ein klassischer Fall, der nach Merrily Watkins ruft. Nur, dass dieser nichts mit Pfarrern zu tun haben will. Wieder einmal überschlagen sich die Ereignisse und Merrily, die immer allem und allen gerecht werden möchte, steckt natürlich mittendrin …

***

Alle Leser, die die Merrily Watkins Mystery Reihe kennen, können eigentlich direkt nach unten, bis zu meinem „Fazit“ scrollen. Allen anderen möchte ich an dieser Stelle eine kleine Zusammenfassung (Spoilerfrei) der 10 Bände liefern, die mich sehr begeistert haben.

Ich bin nur durch Zufall auf diese Reihe gestoßen. Den ersten Teil „Frucht der Sünde“ habe ich auf einem Büchermarkt von einer Verkäuferin geschenkt bekommen, mit den Worten „ich habe es als Leseexemplar bekommen, war ganz gut“. Als ich dann vor geraumer Zeit mein Buchregal nach Lesestoff durchstöbert habe, griff ich nach dem Roman, weil ich derzeit die krassen Thriller nicht lesen mag und ich die Mischung Krimi/Mystery sehr ansprechend fand. Mir hat dann dieser erste Band so gut gefallen, dass ich mir nach und nach alle bisher erhältlichen deutschen Veröffentlichungen besorgen musste.

Bereits im ersten Roman lernt der Leser Charaktere kennen, die ihn die gesamten Bücher lang begleiten.

Merrily Watkins, weibliche Pfarrerin der englischen Kirche, kommt mit 34 Jahren in den kleinen Ort Ledwardine, das Dorf der Apfelgärten. Sie bringt ihre – damals noch 15-jährige – Tochter Jane mit, mit der sie das viel zu große Pfarrhaus bezieht. Merrily ist Witwe. Ihr Ehemann, ein korrupter Anwalt, ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen, mit im Auto seine Sekretärin/Geliebte. Merrily ist aber nicht „nur“ eine weibliche Pfarrerin, sondern auch die Diözesanexorzistin, modern genannt: Beraterin für spirituelle Grenzfragen! Außerdem hat sie das leidige Laster zu rauchen und völlig unchristilich zu fluchen.

Jane, Merrilys Tochter, ein pubertierender Teenager, dem der Job ihrer Mum mehr als peinlich ist. Sie ist schlau, neugierig und allem spirituellem gegenüber offen. Sie ist ein besonderer, nicht einfacher aber herzensguter, Helfercharakter, der sich im Laufe der folgenden Romane weiterentwickelt.

Dann sind da unter anderem noch der Musiker Laurence (Lol) Robinson, der als junger Mann fälschlich der Vergewaltigung an einer Minderjährigen beschuldigt wurde, eine Weile in der Psychiatrie war und nach und nach seinen Weg zurück ins Leben findet.

Gomer Parry, der raue „Alte“, der ohne seine Bagger, denen er Namen gegeben hat, nicht leben kann. Gomer Parrys Landwirtschaftsdienste: Das ist sein Leben. Ein Mann, der herzensgut ist, immer gerade heraus und trotz seines Alters im Leben nicht ans Altwerden oder den Ruhestand denkt.

Francis (Frannie) Bliss, Detective. Immer wieder kreuzen sich seine und Merrilys Wege. Der eine nimmt immer wieder die Hilfe des anderen in Anspruch, es entwickelt sich beinahe so etwas wie eine Freundschaft

Dann kommen mit jedem Band neue Figuren hinzu, die uns dann wiederum in den Folgebänden wiederholt begegnen. z.B. Der Roma-Charmeur Al Bosswell, der göttliche Gitarren baut. Oder Prof Levin, der Musikproduzent aus Knights Frome, der grossen Anteil daran hat, dass Lol wieder Songs schreibt und sogar Livegigs spielt. Dann ist da noch die Nebenrolle der Athena White. Eine alte, sehr wache, absolut belesene und schräge Lady, die im Altenheim „The Glades“ lebt. Sie tut, als wäre sie eine senile alte Damen, hat aber hinter ihren Türen Unmengen an interessanter Lektüre gebunkert, die sich mit der Geisterweilt, spirituellen Dingen und Hexerei befassen. Sie ist immer mal wieder eine große und sehr amüsante Unterstützung bei der Auflösung gewisser Rätsel.

Neben den Charakteren macht diese Reihe die wunderbare, mystische, landschaftlich sehr geheimnissvolle Umgebung Herefordshires aus. Die Stimmung, die Phil Rickman immer wieder erschafft, fesselt von Anfang an. Er vermischt übersinnliche Elemente mit einer kriminalistischen Handlung, die eher schleichend daher kommt und dann verknüpfen sich, ohne dass der Leser es eigentlich merkt, plötzlich alle losen Enden. Er erschafft Gruselmomente, verbaut immer viel wahres historisches und vermischt all dies sehr geschickt. Edward Elgar, Thomas Traherne, Sir Arthur Connan Doyle und Alfred Watkins: Dies sind einige der realen historischen Figuren, die in der Reihe aufgegriffen werden.

Für mich ist diese Reihe absolut lesenswert und daher musste ich mir in diesem Fall ein wenig mehr von der Seele schreiben, als bei einer einfachen Rezension.

Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für den 10. Merrily Watkins Mystery. Der Roman hat mich wieder gefesselt, binnen zwei Tagen durch die Handlung fliegen lassen und in einer Szene sogar zum Heulen gebracht. Mir sind die Figuren und die Umgebung so sehr ans Herz gewachsen, dass ich die 10 Bände hintereinander weggelesen habe und nun ungeduldig auf April 2014 warte. Denn dann wird der nächste Band im Rowohlt/rororo Verlag erscheinen!

© Buchwelten 2013


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20