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Beiträge von Franz Gans
Top-Rezensenten Rang: 112.025
Hilfreiche Bewertungen: 60

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Rezensionen verfasst von
Franz Gans

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Die Vergiftung: Roman
Die Vergiftung: Roman
von Johann Sonnleitner
  Broschiert
Preis: EUR 17,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen bin begeistert, 28. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Die Vergiftung: Roman (Broschiert)
ein tolles Buch, aber warum? Generationenkonflikt, Rebellion, Weglosigkeit, soziale Missstände, Pubertät, ein Portrait der Zeit etc. etc., alles da, in einer fast berauschenden außerordentlich modernen Sprache, die unbedingt in unsere gegenwärtige Zeit passt und keineswegs erahnen lässt, dass das Werk einer Zwanzigjährigen (!) schon 1920 erschienen ist. Ich stimme den Kommentaren der Vorrezensenten voll zu und empfehle diesen Band sehr. Das gilt übrigens auch für Lazars ebenfalls wieder aufgelegtes Werk "Die Eingeborenen von Maria Blut". Das Nachwort von Johann Sonnleitner ist gut informativ. Die Neueditionen sollten helfen, diese Autorin wieder in unserem literarischen Bewusstsein solide zu verankern.


Paul Gauguin
Paul Gauguin
von Raphael Bouvier
  Broschiert
Preis: EUR 9,80

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Bildqualität, 16. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Paul Gauguin (Broschiert)
Leider ist die Farbqualität der Abbildungen dieses Begleitbandes zur Ausstellung in der Fondation Beyeler recht unbefriedigend, die Bilder sind im Vergleich zum Orginal viel zu hell und verlieren an Tiefe. Die Essays sind insgesamt informativ und gut geschrieben. Da die meisten "Leser" des Bandes aber vorwiegend an den Bildern interessiert sein werden, ist das erwähnte Manko bedeutsam.


Das nackte Leben: Bacon, Freud, Hockney und andere. Malerei in London 1950-80
Das nackte Leben: Bacon, Freud, Hockney und andere. Malerei in London 1950-80
von Hermann Arnhold
  Broschiert
Preis: EUR 39,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen London ahoi, 28. Februar 2015
Ausgezeichneter und umfassender Katalog zu genau dem Thema des Titels, nämlich der Kunst der 50iger und der folgenden Jahre in London und darüber hinaus. Neben weltbekannten Künstlern wie Francis Bacon und Lucian Freud werden unter anderen auch hierzulande noch weniger bekannte wie David Bomberg und Leon Kossoff vorgestellt. Sehr gute Essays mit zahlreichen farbgetreuen Abbildungen. Ein zusätzlicher Bonus sind die Künstlerbiografien am Ende des Bandes.


Petersburger Tagebücher 1914-1919 (Die Andere Bibliothek, Band 358)
Petersburger Tagebücher 1914-1919 (Die Andere Bibliothek, Band 358)
von Sinaida Hippius
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 38,00

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen unbedingt lesen, 1. Februar 2015
Nach den ersten Teilausgaben im Aufbau Verlag der DDR und beim eingestellten Oberbaum Verlag jetzt endlich eine schöne Gesamtausgabe der Tagebücher, geschrieben von einer Insiderin, die als eigenständige Dichterin und Salonière in Petersburg Politik, Kunst und Intellektuelle jeder Provenienz empfing. Der anfängliche Enthusiasmus für die Oktoberrevolution wandelt sich zu einer sehr kritischen Stellungnahme für die bolschewistische Machtergreifung. Die unmittelbare Nähe zum politischen Tagesgeschehen und der hellwache kritische Geist machen die Tagebücher zu einer spannenden und lohnenden Lektüre. Wer ein großartiges Bild der damaligen Zeit sucht und in die grundlegenden Ereignisse Einblick nehmen will, die in der Folge weite Strecken der Politik des 20. Jahrhunderts bestimmt haben, der möge sich dieser eindrucksvollen Zeitzeugin anvertrauen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 24, 2015 9:51 PM CET


Thomas Bernhard und seine Verleger
Thomas Bernhard und seine Verleger
von Manuela Dressel
  Broschiert
Preis: EUR 29,00

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bernhard und seine Kämpfe mit den Verlegern, 29. August 2014
Manuela Dressels Diplomarbeit ist allemal lesenswert und für die Persönlichkeit von Thomas Bernhard aufschlussreich, da sein Interesse an der Leistung seiner Verlage für ihn gut herauskommt. Besonders aufschlussreich sein literarischer Beginn und seine ersten Verlage, in denen ihm der Durchbruch (naturgemäß) nicht gelang. Erst mit Frost im Insel-Verlag setzt ein Höhenflug ein und der Suhrkamp Verlag wird seine Heimat. Abgesehen natürlich von den autobiographischen Werken im Salzburger Residenz Verlag, die die zugänglichsten Werke seines Oeuvre wurden und um die sich Unseld vergeblich bemühte. War es die Beziehung zum kongenialen Verleger, war es - trotz allem - die enge Beziehung zum Heimatland, die diese Publikationen in Österreich erhielt, die endgültige Antwort steht aus. Interessant auch das Interview mit dem Verleger Schaffler von Residenz, das wenig bekannte Einblicke erlaubt. Ein gut strukturiertes Buch, informativ, spannend zu lesen. Gute Ergänzung zum Bernhardschen Briefwechsel mit Unseld.


Der gleiche Weg an jedem Tag
Der gleiche Weg an jedem Tag
von Gabriela Adamesteanu
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

5.0 von 5 Sternen Die Zukunft von gestern, 20. August 2014
Lesenswerter wenn auch langer Roman über die Tristesse des kommunistischen Rumänien am Beispiel des Schicksals eines Mädchens von der Kindheit bis zum Studentendasein. Sippenhaftung, materielle Nöte, Provinz in geistiger und realer Dimension, Duckmäusertum, politische Repression, alles vorhanden und gut erzählt, so dass das Interesse der Leser wach bleiben sollte. Die Sprache vermittelt die Alltagsödnis sehr gut, wirkt dicht, nicht unbedingt kunstvoll, aber durchwegs eindringlich. Dieser Entwicklungsroman einer jungen Frau ist zugleich das Bildnis einer verachtenswerten und heute historisch interessant gewordenen Gesellschaft. Erstaunlich, dass das Werk vor 40 Jahren im damaligen System veröffentlicht werden durfte, erstaunlich auch, dass es 40 Jahre gedauert hat bis es uns jetzt erreicht. Leseempfehlung für ein eindringliches Zeitbild!


Alle Toten fliegen hoch Teil 1: Amerika. Roman (KiWi)
Alle Toten fliegen hoch Teil 1: Amerika. Roman (KiWi)
von Joachim Meyerhoff
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

6 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen schade, 19. März 2014
ich habe das Buch aufgrund des Lobes in den Medien und da ich Meyerhoff als Schauspieler wirklich überaus schätze mit hohen Erwartungen gelesen und bin recht enttäuscht. Die Geschichte eines deutschen Jugendlichen bei Gasteltern in einer ländlichen Gegend in den USA, im Bundesstaat Wyoming, gibt schrecklich wenig her und ist sprachlich völlig durchschnittlich bis trivial. Von Spannung oder gar Poesie keine Rede. Wer Alltagsgeschichten mag, kann daran schon seinen Gefallen finden, aber darüber hinaus ?? Selbst als Pubertätsgeschichte ist das ganz ungenügend. Leider ist das Ganze auch nicht lustig oder zumindest amüsant. Also, als Empfehlung, den "echten" Meyerhoff lieber im Theater erleben.


Schwäne spiegeln Elefanten: Meine frühen Jahre
Schwäne spiegeln Elefanten: Meine frühen Jahre
von George Melly
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,80

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen zu viel, zu wenig, 20. Januar 2013
Edward James war reich, sehr reich, und verkehrte in der Welt der Schönen und Reichen Großbritanniens, Kontinentaleuropas und Amerikas. Er beschreibt diese Welt und vor allem ihre Menschen in einer endlosen Geschichte von Rendezvous, gesellschaftlichen Veranstaltungen und privaten Fehden in atemberaubender Vielfalt mit überbordendem Namedropping bekannter und vor allem hierorts weniger bekannter Namen. Eigene Leistungen sind spärlich, die Universität verläßt er ohne Abschluß, eigene literarische Versuche sind wenig erfolgreich. Seine Ehe mit der Wiener Tänzerin Tilly Losch erweist sich als instabil und endet 1934 nach vier Jahren in einer unerquicklichen Scheidung. Damit enden auch diese Aufzeichnungen, also vor der Zeit, in der James zum großzügigen Mäzen surrealistischer Maler wie Dali oder Magritte wird. Prima vista könnte dies ein außerordentlich interessantes Buch sein, berichtet es doch aus einer Gesellschaftsschicht, zu der die wenigsten Leser Zugang haben. Leider wird aber die fortdauernde Aufzählung immer neuer Personen und Gesellschaftsereignisse mit der Zeit recht ermüdend und gelinde gesagt uninteressant. Ein Bezug zum Berichteten stellt sich nicht ein. So interessant die Einblicke anfangs erscheinen mögen, so wenig bleiben sie von Dauer. Selbst die Ehe mit der erwähnten Tilly Losch verkommt zu einer Historie der Anschuldigungen und der Habgier wie tausende andere auch. Auch James' Finanzierung von Ballet erweckt nicht den Eindruck einer künstlerischen Involviertheit oder eines profunden Interesses. Eher den einer Spielerei einer Person mit zu viel Geld. Von den sicher wesentlich informativeren späteren Begegnungen mit Künstlern, von deren Welt und ihrem Schaffen erfährt man nichts mehr. Sehr gut ist das Nachwort, das James in seiner Zeit darstellt und das gesamte Leben umfasst. Ein Index zu den meisten der vom Autor angesprochenen Personen rundet das Buch ab. Schade, dass James nicht auch seine späteren Lebensjahre zu Papier gebracht hat, die sicher von wesentlich größerem Allgemeininteresse gewesen wären.


Huturm: Nachrichten aus der Tiefe der Provinz (Transfer Bibliothek)
Huturm: Nachrichten aus der Tiefe der Provinz (Transfer Bibliothek)
von Herbert Rosendorfer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dichtung, aber viel Wahrheit, 29. Oktober 2012
den lobenden Stimmen ist nichts hinzuzufügen. Die Frage für den nach Verkleidungen suchenden Leser ist, ob sich hinter dem völkischen "Dichter" Wolfgang Johannes Oschatz des Buches etwa ein am Wolfgangsee angesiedelt gewesener Autor oder hinter dem falschen Bergfreund Otto Kulterer ein früher bekannter Südtiroler Autor und Filmemacher verbirgt ? Ja ansonsten ein Buch, das dem Leben vermutlich sehr sehr nahe kommt und das sich in dieser Form auch wiederholen könnte, wenn es um Gesinnung und Menschenwürde ginge.


Die vielsprachige Seele Kakaniens
Die vielsprachige Seele Kakaniens
von Michaela Wolf
  Broschiert
Preis: EUR 39,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen bahnbrechend, 1. August 2012
ein kultur- und sprachwissenschaftlich außerordentlich eindrucksvolles Buch, das die Translationspraxis in der Donaumonarchie ausleuchtet. Blendend geschrieben werden die kulturellen Interaktionen von Staat und Gesellschaft im Vielsprachenstaat der Habsburger dargestellt und gezeigt, dass die nicht immer geglückte Kommunikationsebene einen wesentlichen Anteil an zahlreichen Spannungen hatte. Die Thematik wird durch Einbeziehung der Bourdieuschen Feld- und Kapitaltheorie unterfüttert, sehr zum Vorteil des Lesers, der dadurch einen soziologischen Unterbau erhält. Ein großes Kapitel ist den italienischen Übersetzungen gewidmet. Das Literaturverzeichnis ist auf dem aktuellsten Stand. Meines Erachtens der Goldstandard zu einem wesentlichen kulturhistorischen Thema.


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