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Frachtheini

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Remixes
Remixes
Preis: EUR 27,11

2.0 von 5 Sternen Überflüssig, 19. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Remixes (Audio CD)
In einer Phase, da Yes etwas zu feiern hatte (ihr 35jähriges Bestehen), gab es zwar eine Tour, jedoch keine neue Platte. Es ist vermutlich verzweifelten Marketingstrategen zu verdanken, daß man auf den Gedanken gekommen ist, ein Remix Album zu veröffentlichen.

Wer sich mit der Musik von Yes auskennt weiß, daß diese nicht selten polyrhthmisch ist, meist sperrig und vielschichtig. Die oft fein gewobenen Klangstrukturen sind fragil und drohen häufig ins chaotische zu kippen, was den ganz besonderen Reiz und Zauber dieser Band ausmacht. Daherzugehen, eben diese Strukturen aufzubrechen und in ein tanzbares Format zu pressen, ist von vorne herein eine schreckliche Idee und selbstverständlich zum Scheitern verurteilt.

Um die Fans milde zu stimmen hat man "The Verge" ans mixen gelassen. Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich Virgil Howe, einer der Söhne Steve Howes - man glaubte wohl, so bleibt's in der Familie. Man gewährte ihm Zugang zu diversen Samples, die hinten und vorne nicht zusammenpassen und zwar weder tonal, noch rhythmisch und ließ ihn machen.

Herausgekommen ist ein ungenießbarer Brei von Versatzstücken aus der Yes Geschichte, die, nun so zusammencollagiert, cool klingen sollen. Das gelingt hier und da ein bißchen (besonders entsetzlich: "No Clowns"), ist vor allem aber gradezu anachronistisch. Denn "The Verge" bedient sich im Übermaß einer einfallslosen Sampletechnik, die rhythmische Holprigkeiten einfach "überstottert". Das sind die längst überholten Remixmethoden der achtziger Jahre, als man einfach Mini-Loops herstellte und in die das eine oder andere wiedererkennbare Soundgranulat einstreute. Da waren Trevor Horn's 1983er Remixe von "Owner of a lonely Heart" und "Leave it" ungleich viel interessanter (obgleich auch die nicht eben originell zu nennen sind).

Fazit: für den Yes-Fan, der alles braucht natürlich unumgänglich, für den musikalischen Feigeist und Yes-Kenner aber wertlos. Immerhin hat das Produkt ein schönes Cover, gestaltet auf mattem Transparentpapier (man könnte auch sagen "Butterbrotpapier"), auf dem die Titel der Songs nur schwach zu erkennen sind, wenn man das Booklet gegen das Licht hält. Die zu entziffern ist ebenso mühsam, wie diesen Remixversuch in einem Rutsch durchzuhören.


After Eight
After Eight
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neon Crooner, 5. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: After Eight (MP3-Download)
Standards aus den "Goldenen Jahren" Hollywoods zu covern ist nicht eben selten. Diese in ein elektronisches Gewand zu kleiden, schon eher (und das ist auch ebenso selten gelungen). Ein Beispiel für eine außerordentlich stimmige Aufbereitung, veröffentliche die Band 'Blondie' 1980 mit Lerner/Loewe's "Follow Me" auf ihrem Album "Autoamerican". Ob das eine Inspiration für Taco's Album "After Eight" war, ist mir nicht bekannt. Mit einem ähnlichen Apspruch jedenfalls machte sich 1982 das Produzententeam Werner Lang & David Parker mit dem niederländischen Sänger Taco Ockerse daran, "Puttin' On The Ritz", "Cheek To Cheek" und "Singin' In The Rain" zu modernisieren. Mit den für diese Zeit typschen (und modernen) Klangerzeugern, stellten sie einen sehr sorgfältigen und ansprechenden Sound auf die Beine, der den alten Sngs gerecht wird und dennoch die kühle 80er-Jahre Kopfnicker-Jugend jener Tage ansprach.

"After Eight" präsentiert einen gut aufgelegten Taco, der sich sowohl in den Coverversionen, als auch in den Pastiche-Neukompositionen ("Encore (Sweet Gipsy Rose)") zuhause fühlt.

Diese 2008er Download-Version des Albums scheint einfach eine Überspielung von der CD zu sein, inklusive leichtem Rauschen. Das ist aber immernoch besser als die damaligen unsäglichen DMM Vinyl Pressungen, auf denen etwa "Thanks A Million" schlimmer kratzte, als auf Schellack.

Die Ausstattung dieses MP3 Albums ist wie üblich dürr. Die Autoren der Titel sind wiedereinmal nur zum Teil genannt (da ist "La Vie En Rose" plötzlich nicht mehr von Edith Piaf geschrieben und Taco Ockerses Autoren-Mitarbeit an immerhin 4 Titeln wird gänzlich verschwiegen). Das angehängte Coverbild ist anscheinend ein noch in der Hülle abfotografiertes CD-Cover inklusive Preisschildschliere und störenden RCA Logos (wobei RCA für diese Veröffentlichung gar nicht mehr zuständig ist). Nichteinmal der Albumtitel ist komplett zu sehen... unfaßbar lieblos! Also im Netz ordentliche Abbildung suchen und selber anhängen....

Davon abgesehen ist das Album selbst heute noch wundervoll leicht, versprüht den Überschwang (amerikanischer) Musicalseligkeit und ist neben seiner angedeuteten Neonkühle, seelenvoll und schmissig. Und daß wenigstens EIN Taco Album so in das digitale Zeitalter gerettet ist, mag den chronisch unterversorgten Fans ein Trost sein.

Auf seine Art ein Klassiker.


Es könnt' romantisch sein (1983) / Vinyl record [Vinyl-LP]
Es könnt' romantisch sein (1983) / Vinyl record [Vinyl-LP]

5.0 von 5 Sternen Mit einem Lächeln in der Stimme..., 11. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
...hat Markus zu seinen besten Zeiten Lebensfreude und Unbeschwertheit präsentiert. Das war auf seinem Debut-Album "Kugelblitze und Rakleten" der Fall (auf dem sich das berüchtigte "Ich will Spaß" findet) und das ist auch auf diesem, seinem zweiten Album so. Die melodieverliebten, reich mit elektronischen Harmonien angedickten Popsongs, sprühen vor Energie und sind zugleich auf eine liebenswerte Art naiv. Dieser Platte ist seinerzeit eigentlich ein größeres Publikum zu wünschen gewesen, aber...

Nach diesem Album hat Markus den angefangenen Kurs verlassen und es zunächst mit exzellent produziertem, englischsprachigem Pop versucht ("T.X.T.") und dann, wegen ausbleibenden Erfolgs, mit Schlagern. Was anfänglich wie ein Ausrutscher anmutet ("Irgendwann, Irgendwo") wird seit 2008 mit Ballermann-Stampfern fortgesetzt, und das ist, bei aller Sympathie für den freundlichen Sänger, einfach zu flach.

Mit "Die Macht der kleinen Hände" unter der Führung des selben Produzenten der Anfangszeit, Axel Klopprogge, hat Markus 1993 noch ein drittes Album herausgebracht, das durchaus ebensoviel Spaß vermittelt ("So wie ein Stern", "Yo-Toni! - Rucki Zucki Is Der Kühlschrank Wieder Leer", "Ich bin der Modezar"), wie die ersten beiden LPs. Das Album "Kopfüber" von 2000 ist schließlich die Schnittstelle zwischen Markus' "guten" Alben und den "bösen", die seit 2008 erschienen sind.

"es könnt' romantisch sein..." hat einige definitive Markus-Klassiker, die irrisierend pendeln zwischen Pop, Elektro und NDW, wie etwa "Casablanca", "Tiger" und "Ab und los". Es versprüht noch etwas von dem Geist der NDW, hat aber auch verhaltene Liedermacherattitüden im Programm ("Knallhart im Schlaraffenland"). Jugendlich ungestüm wird hier die Hürde, in Schlager abzudriften, souverän übersprungen. Bislang ist dieses Album nicht auf CD erschienen. Nur auf der ebenfalls inzwischen vergriffenen "Definitve Collection" finden sich alle Titel dieses Albums mit Ausnahme von "Tiger".

Weit besser als sein Ruf!


Bite...Plus
Bite...Plus
Wird angeboten von Mo's Music & Media
Preis: EUR 26,82

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Daneben gebissen, 5. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bite...Plus (Audio CD)
20 Jahre hat's gedauert, bis die dritte und letzte LP der fröhlichen Schottenpopper "Altered Images" endlich auf CD erschienen ist und dann gleich noch mit einigen zusätzlichen Single-und Cassetten Tracks.

Das scheint erstmal ganz zufriedenstellend zu sein, das Album ist da, die Bonus Tracks, ein umfangreiches Booklet mit bandhistorischem Abriß und Fotos...aber dann: stellt man fest, daß es sich NICHT um das original Album handelt!

Drei der LP Tracks ("Don't Talk To Me About Love", "Love To Stay" und "Change Of Heart") sind durch die teils erheblich kürzeren Single Versionen ersetzt und ein Titel ("Another Lost Look") ist tatsächlich die Live Version der B-Seite von "Love To Stay" und wird im Booklet falsch als von Mike Chapman produziert beschrieben. Jene Original-Version fehlt ganz.

Das ist nicht bloß lieblos, das ist quasi eine Fälschung. Was es doppelt ärgerlich macht ist die Tatsache, daß die CD mit knapp 61 Minuten Laufzeit, weitere 19 Minuten Platz gehabt hätte, um ALLE Versionen unterzubringen (auch die zeitgleich erschienene japanische EPIC Ausgabe ist nicht komplett und enthält nur die Single Version von "Don't Talk To Me About Love" und, ungewöhnlich für Japan-Ausgaben, keine Bonus Tracks).

Positiv zu vermerken ist die gute Klangqualität, verglichen mit früheren (Kompilationen / Vinyl-) Ausgaben.

Der Truppe, die sich mit diesem letzten Streich vom quietschbunten Spaßpunk der frühen Tage, zu einem fast eleganten Brit-Pop mauserte, wurde ab "Bite" die Gefolgschaft der zahlenden Fans gekündigt. Claire Grogans Wandlung vom Kastenteufelchen mit Micky Maus Stimme zur Audrey Hepburn Kopie (mit Micky Maus Stimme), ist durchaus ein Zeichen für Weiterentwicklung. Daß die Band darüber hinaus Potential gehabt hätte, scheint klar. Vielleicht ist es aber auch gut, daß den Fans ein langsamer Niedergang erspart blieb. So behält man "Altered Images" als eine Band in Erinnerung, die mit jedem Album besser wurde.


Flow With the Go
Flow With the Go
Preis: EUR 1,29

5.0 von 5 Sternen Kaum zu glauben, aber..., 5. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Flow With the Go (MP3-Download)
Martika ist zurück. Naja zurück ist bei einem einzigen Titel ein wenig überschwänglich formuliert.

Wer sich laaange an das verblichene letzte Jahrhundert entsinnen kann, wird sich an Pop Perlen wie "Love... Thy Will Be Done" und "Toy Soldiers" erinnern, die Martika, mit ihrer musical-geschulten Stimme beherrschte. Leider war ihr das Glück dauerhaften Erfolgs nicht gegönnt und schon nach zwei Solo Alben war Schluß. Der Versuch mit der Rock-Formation "Oppera" zu punkten schlug ebenso fehl, wenn man in Verkaufzahlen denkt.

"Flow With The Go" ist eine Rückbesinnung auf ihre rhythmusorientierten (kubanischen) Wurzeln. Ein Funkknaller mit einer anscheinend alterlosen Martika in alter Frische.

¡caramba!


Feuer
Feuer
Preis: EUR 9,99

1.0 von 5 Sternen Alarm auf der Resterampe, 26. Februar 2014
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Rezension bezieht sich auf: Feuer (MP3-Download)
Hier möchte man am liebsten gleich den Alarmknopf drücken und um Hilfe rufen. Die Übriggebliebenen der erstklassigen 80er Jahre Kombo "1. Futurulogischer Congress" haben sich anscheinend erflogreich von den wichtigsten musikaischen Könnern in ihren eigenen Reihen befreit (z.B. ist U.W.A. Heyder nur noch als "Superviser" dabei) und gemeint, sie könnens auch alleine.

"1. Futurologischer Congreß" war eine wenig beachtete, außerordentlich elastische, einfallsreiche und spielfreudige Band, die es verstand, das seinerzeit noch neue, digitale Instrumentarium, seelenvoll und für deutsche Verhältnisse außerordentlich professionell, in schmissige Popmusik zu integrieren (und die war zudem mit aussagekräftigen Texten garniert).

Nach Auseinanderdriften der ursprünglichen Mitglieder formierten sich die "Futurologen", die auf diesem (einzigen) Album einige anständige Eigenkompositionen versammeln, aber auch drei Klassiker vergewaltigen, daß es einen graust. "Feuer" ist natürlich "Fire" von Arthur Brown: ein Titel der heilig ist und nicht angetatstet werden darf (auch "Die Krupps" haben das später einmal versucht und sind schlimm damit abgestunken). Weitere musikalische Verbrechen sind Gershwins "Summertime" und Deep Purple's "Smoke on the Water". Allein die Idee letzteres zu nutzen, gehört angezeigt und bestraft.

Wer sich von den kantig gereimten und schrecklich gesungenen Texten nicht abhalten läßt, wird eine letztlich ganz ordentliche Produktionen belauschen können. Empfehlen würde ich aber eher "Schützt die Verliebten" und "Wer spricht?" vom 1. FC. (Wer sogar richtig Interesse hat, mag vielleicht auch an "Patchwork" Gefallen finden, einer Kompilation von Demos und nicht verwendeten "1. FC" Songs)


162/und der schreiende Nebel
162/und der schreiende Nebel
Preis: EUR 4,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schlimme Stimme, 26. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 162/und der schreiende Nebel (MP3-Download)
Hören diese Erwachsenen-Versionen der Kinderreihe tatsächlich noch Kinder? Ist es da überhaupt angemessen, diese "Kinder"-Hörspiele auch an kindlichen (Hör-) Maßstäben zu messen? Kult hin / Kult her, die Geschichten selbst entziehen sich eigentlich einer möglichen Kritik (denn alles was Kindern gefällt ist ersteinmal gut!). Darum möchte ich hier etwas ansprechen, das die meisten Fans wohl verärgern wird:

Immer wieder kommt es bei den routiniert/lieblos umgesetzten Hörspieladaptionen der "drei ???" von "EUROPA" dazu, daß Hörspieler eingesetzt werden, deren wichtigstes und einziges Instrument verbraucht ist. In diesem Hörspiel gibt es gleich vier sehr alte Hörspieler von denen nur einer (Christian Rode) noch eine kraftvolle Stimme sein eigen nennt. Horst Naumann, Edgar Hoppe und Eckart Dux gurgeln und röcheln sich kraft-und resonanzlos durch ihre von jeglicher Regie unberührten Sprechrollen, daß man als Hörer ständigen Schleimreiz im eigenen Hals verspürt und sich fremd-räuspern möchte.

Schon in vielen frühen Folgen sind Hörspieler bis zum bitteren Ende vor das Mikrophon gezerrt worden, obwohl man ihnen anhört, daß sie eigentlich nicht mehr können. Das war bei dem wunderbaren Henning Schlüter der Fall, bei dem tragischen Matthias Fuchs, dem charismatischen Peter Pasetti, der zuletzt beim vorlesen seiner Texte kaum mehr mit der Luft auskam. Auch der umwerfende Wolfgang Völz, der potente Harald Dietl oder der unsägliche "Hans Meinhardt" sorgen dafür, daß sich vor allem HNO Ärzte an den Hörspielen erfreuen dürften.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 28, 2014 10:31 AM CET


Sex Tonight
Sex Tonight
Preis: EUR 6,45

5.0 von 5 Sternen Anzüglich..., 13. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sex Tonight (MP3-Download)
Gillette hat unter den Produzenten "20 Fingers" schon einige anzügliche Titel in den Hitparaden platziert ("Short Dick Man", "Mr. Personality", "Do Fries Go With That Shake"), die für das enervierende Format-Radio textlich entschärft werden mußten. Bei dieser Single ist das nicht anders: aus "Sex Tonight" wird "Fun Tonight", ist in dieser abgemilderten Form aber ebenso amüsant ("Do you have a ... Job?").

Gillette "spielt" eine angetrunkene (und aufgeheizte) Schlampe ("Slut"), die sich in einem Club umhört, ob nicht irgendjemand diese Nacht Spaß mit ihr haben möchte. Das tut sie in ihrer unnachahmlichen, gleichermaßen frivolen und erheiternden Art, für die ihre mitunter verletzend motzig/zeternde Stimme gradezu prädestiniert ist. Und das macht vor allem in der Originalversion Spaß, wobei die Remixe nicht übel sind, das musikalisch verwöhnte Ohr mit ihrem anti-Klimax-Eurobeat allerdings fix ermüden.

Originell.


Secrets of Synthesis
Secrets of Synthesis
Wird angeboten von Rock Pop
Preis: EUR 21,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen KEIN Musikalbum!, 4. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Secrets of Synthesis (Audio CD)
Wendy Carlos, "The Original Synth", wie sie auch gerne beworben wird, ist eine Pionierin der elektronischen Musik. Viele werden sie (noch als Walter Carlos) von Ihren "Switched-On Bach" Platten oder ihren Soundtracks zu "A Clockwork Orange", "The Shining" und "Tron" kennen.

In ihrer Arbeit geht sie stets vom akademischen Standpunkt aus. Ihre Werke sind durchzogen von viel Wissen über Kompositionstechnik und elektronisches Handwerk und insofern selten einfach nur so zu konsumieren. Wie diese Klänge entstehen, welche Schwierigkeiten es bereitet, in Zeiten der monophonen Synthesizer, ganze Orchester zu emulieren, davon handelt diese Platte. Es gibt zwar einige Musikbeispiele, im wesentlichen ist dies aber ein Vortrag.

Immer wieder hat Wendy Carlos Vorträge für Spezialisten gehalten und sich schließlich entschlossen, essentielles aus diesen Informationsveranstaltungen, in einen Audiokurs umzuwandeln. Das ist durchaus lehrreich, allerdings auch unspannend und vor allem: schlecht gemixt! (Die Sprache ist gegenüber den Musikbeispielen zu leise.) In jedem Fall gehört diese Platte in die Sammlung der Fans, aber auch in jene von Musiklehrern und Elektronikinteressierten.


Tales of Heaven+Hell
Tales of Heaven+Hell
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 42,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein auraler Hieronymus Bosch, 22. November 2013
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Rezension bezieht sich auf: Tales of Heaven+Hell (Audio CD)
Wendy Carlos läßt sich als "The Original Synth" bewerben. Nun gut, sie hat (noch als Walter Carlos) früh die Möglichkeiten des in den 1960er Jahren noch revolutionären Moog Synthesizers erforscht und, um Akzeptanz ringend, erstmal mit den "Switched-On Bach" Alben, Elektronik hoffähig gemacht.

Neben den Klassik-Adaptionen, sind insbesondere ihre Soundtracks zu "A Clockwork Orange", "The Shining" und "Tron" legendär. Zwischendurch aber hat Wendy Carlos auch einige wenige Alben mit eigener Musik veröffentlicht, wie etwa "Sonic Seasonings" (1972) und "Digital Moonscapes" (1984). Mit ihrem akademischen Anspruch, den sie in ausufernden Produktionsnotizen auf ihren Plattenhüllen und ihrer Webseite ausbreitet, kreiert sie Musik, die Menschen mit Musikstudium wahrscheinlich "verstehen" werden. Die Frage aber, die sie im Booklet dieser CD stellt ist: "Will man sie solche Musik öfter anhören?"

Das ist mit einem entschlossenen Jein zu beantworten. Ich gehe einmal davon aus, daß der Leser kein Musikwissenschaftler ist und schlichtweg wissen will, WAS IST DAS HIER EIGENTLICH....

Inspiriert durch den Gedanken, daß es im Menschen einen Wunsch gibt, sich gelegentlich zu gruseln, forschte Mrs. Carlos nach und fand, daß es kaum tatsächlich "gruselige" Musik gibt... (Ich frage mich wo sie da forschte, denn 1998, als dieses Album erschien, gab es Tonnen gruseliger Musik). Wie auch immer - sie kombinierte Inspirationen aus ihrem "A Clockwork Orange" Soundtrack mit den Assoziationen, die kirchliche Musik bei allen wachen Menschen an Grauen und Schrecken hervorruft. Da tönen mönchsgesangähnliche Choräle, da flüstern "dämonische" Stimmen, da wird geschriehen, geweint und (vornehmlich in Latein) rezitiert. So entsteht streckenweise ein wenig der Eindruck man lausche der Untermalung einer "schwarzen Messe".

Das ist bestenfalls für zarte, (also sehr zarte Gemüter) gruselig. Es ist eher ein Wechselbad von friedlichen Passagen ("HeavenScent"), dramatischen, geradezu eruptiven kleinen Bösartigkeiten ("A Clockwork Black") und einem Schuß esoterichen Wunderglaubens ("Seraphim").

Das ist, wie stets bei Wendy Carlos, exzellent eingegespielt, zitatenreich und mit unzähligen (technischen) Details versehen, derer sich bewußt zu werden, den Hörer nur verwirren würde. In den süßlichen Passagen ist das elektronischer Morricone, in den wuchtig/sakralen Segmenten ist das nahe an Diamanda Galas, Laibach und anderem Gothic/Industrial.

Kostbar.


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