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Rezensionen verfasst von
wildeflowers (Berlin)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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Halt den Mund, hör auf zu heulen und lebe endlich!: Der Tritt in den Hintern für alle, die mehr wollen
Halt den Mund, hör auf zu heulen und lebe endlich!: Der Tritt in den Hintern für alle, die mehr wollen
von Larry Winget
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Sehr schlichtes Weltbild, 5. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Autor dieses Buches hat nur eine einzige Message und die lautet: reiss Dich gefälligst zuammen. Leider hat er es nicht bei diesem einen Satz belassen, sondern sich dazu entschlossen, ein 336seitiges Buch zu verfassen, welches dem Leser diese eine Message immer wieder um die Ohren haut.

Das als 'provokativer Tritt in den Hintern' angepriesene Machwerk bewegt sich psychologisch und auch sprachlich auf ausgesprochen schlichtem Niveau.
Du hast schlechte Angewohnheiten - lass es sein, das ist S*******. Du bist zu fett - hör auf zu fressen, fett sein ist S*******. Du bist erfolglos - dann arbeite gefälligst härter. Du bist Alkoholiker - dann hör endlich auf mit der Sauferei, damit machst Du Dich und Deine Familie nur unglücklich.

Da es ja einiges an positiven Rezensionen zu diesem Buch gibt, gehe ich davon aus, dass es anscheinend wirklich Menschen gibt, denen diese Buch irgendwie weiterhilft. Für mich ist da nur sehr schwer nachvollziehbar, mich hat sowohl der Inhalt, als auch der Schreibstil extremst genervt.

Wenn ich mir das sehr gestylte Foto des Autors betrachte (Glatze, modisches Bärtchen, Sonnenbrille, hypercooler finsterer Gesichtsausdruck) drängt sich mir der Verdacht auf, dass hier jemand mit aller Gewalt versucht, sich auf dem ziemlich gesättigten Markt der Coaching- und Lebenshilfeliteratur zu einer 'Marke' zu machen, und auf diese Art und Weise mit den ziemlich platten und schon xmal woanders veröffentlichten 'Weisheiten' doch noch eine Nische zu finden, wo sich Geld verdienen lässt.


MARCO POLO Reiseführer Ibiza, Formentera
MARCO POLO Reiseführer Ibiza, Formentera
von Andreas Drouve
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nützlich, 27. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich mag die MARCO POLO Reiseführer grundsätzlich sehr gerne. Sie sind klein, handlich, leicht und enthalten immer genügend grundlegende Informationen über ein Reiseziel, sodass man erstmal ausreichende Orientierung hat. Dazu kommt immernoch ausführliches Kartenmaterial.

'Ibiza/ Formentera' ist genauso aufgemacht, wie die anderen Bücher dieser Reihe. Zunächst gibt es eine kurze allgemeine Einführung über das Reiseziel, dann wird auf die einzelnen Orte und Sehenswürdigkeiten genauer eingegangen und es gibt immer Tipps in allen Preislagen zu Hotels, Restaurants und Shopping.
Den Abschluss bildet ein Infoteil mit praktischen Hinweisen aller Art, sowie zwei Seiten mit Links, Blogs und Apps und ein paar Seiten katalanischer Sprachführer.

Ich bin immer wieder sehr davon angetan, wie umfassend MARCO POLO Reiseführer sind, auch wenn die jeweiligen Texte zu den einzelnen Orte selten länger als zwei oder drei Sätze sind. Mehr lässt sich in so ein Format allerdings auch nicht reinpacken, wer tiefgreifende Informationen sucht, ist mit anderen Reiseführern definitiv besser bedient.

Ich mag an diesen Büchern, dass ich aufgrund des kompakten Formats alle wichtigen Infos und auch Karten problemlos den ganzen Tag in der Tasche mit mir rumtragen kann, ohne mich unnötig abzuschleppen.

Speziell an der 'Ibiza/ Formentera'-Ausgabe hat mir jedoch missfallen, dass es zwar einen Stadtplan von Ibiza-Stadt gibt, aber keinen der beiden anderen grossen Orte Santa Eularia und San Antoni - dafür aber die gesamte Strassenkarte von Ibiza in mehrfacher Ausführung.
Und da ich Ibiza ein bisschen kenne habe ich mich bei der Auswahl der als Tipp aufgeführten Hotels und Restaurants mehrfach gefragt, nach welchen Kriterien sie der Autor ausgewählt hat - das erschien mir doch alles ziemlich beliebig.

Trotzdem durchaus eine Kaufempfehlung, vor allem für Leute, die Ibiza noch nicht kennen. Ausführlichere Informationen bietet der wirklich hervorragende Reiseführer 'Ibiza und Formentera' von Thomas Schröder.


Kim und Struppi: Ferien in Nordkorea
Kim und Struppi: Ferien in Nordkorea
von Christian Eisert
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Naja, ganz nett, 11. Juni 2014
Immer wenn ich etwas über oder aus Nordkorea lese, höre oder sehe, bin ich auf eine sehr negative Weise fasziniert.Nordkorea interessiert mich, weil mich die Informationen, die ich über dieses Land bekomme, oft einfach nur sprachlos machen. Das Regime wirkt auf mich dermassen absurd, bizarr und menschenverachtend, dass ich oft das Gefühl habe, das Land kann es doch eigentlich gar nicht geben, sondern das muss reine Fiktion sein.

Natürlich weiss ich, dass es keine Fiktion ist und dementsprechend habe ich mir schon oft gewünscht, einen direkteren Einblick in dieses Land zu bekommen, aber möglichst ohne selber dahin reisen zu müssen.
Das Buch schien mir sehr vielversprechend und genau das zu sein, was ich gesucht hatte. Insgesamt war ich dann aber doch ziemlich enttäuscht. Das Geplänkel zwischen dem Autor und seiner Mitreisenden kann man ganz gut lesen, aber mich hat das Buch weder gepackt noch sonderlich berührt. Woran das liegt kann ich nicht wirklich benennen, vielleicht liegt mir einfach der Humor bzw der Schreibstil des Autors nicht.
Durch seinen heiteren, leichtfüssigen Ton wird zwar die Absurdität der Erlebnisse ganz gut deutlich, aber alles bleibt irgendwie flach.
Wenn in unseren Fernsehnachrichten manchmal kleine Ausschnitte aus den nordkoreanischen Nachrichten zu sehen sind, die von den roboterhaft und wie ferngesteuert wirkenden Sprechern und Sprecherinnen vorgetragen werden, sagt mir das mehr, als drei Kapitel dieses Buches.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 19, 2014 5:22 PM MEST


Arbeit ist nicht unser Leben: Anleitung zur Karriereverweigerung
Arbeit ist nicht unser Leben: Anleitung zur Karriereverweigerung
von Alix Faßmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Frau Faßmann erklärt die Welt, 10. Juni 2014
Die Autorin dieses Buches ist eine gelernte Journalistin, Jahrgang 1983 und somit Angehörige der ‚Generation Y’.
Nach einer Kindheit in materiell gesicherten Verhältnissen, Studium und erfolgreichem Einstieg in eine Journalistenkarriere, sowie einer unbefriedigenden Tätigkeit als Politikberaterin erträgt sie die Arbeit im ‚Hamsterrad’ nicht mehr, schmeißt hin, kauft sich ein Wohnmobil und fährt damit nach Süditalien.
Auf ihrem Weg trifft sie viele Menschen, die ihren eigenen Weg gehen, abseits vom Zwang zum maximalen Konsum und zur bedingungslosen Karriere. Ausserdem ergeben sich kleinere Stippvisiten bei Gemeinschaften, die ‚anders’ zusammenleben und arbeiten und sie macht dort ein bisschen mit. Das ist immer irgendwie alles prima, aber sie zieht dann doch lieber weiter.
Ein typisches Fazit ihrer Erfahrungen findet sich zB auf Seite 236: ‚Ein Leben und Werken an einem Ort, gleichberechtigt mit anderen und wenig luxuriös. Trotzdem hat es Freude gemacht. Mein Leben könnte ich mir so auf Dauer nicht vorstellen, aber die Erfahrung einer solchen Lebensweise möchte ich nicht missen. Ich denke, dass es viel mehr solcher Orte geben sollte.’

Parallel zu der Erzählung ihrer eigenen Erlebnisse schwadroniert und schimpft sie heftig über die Situation in der heutigen Arbeitswelt und kommt immer wieder zu dem Ergebnis, dass die Leute alles anders machen sollten – und sie weiss auch wie.

Und das ist genau der Punkt: Frau Faßmann weiss zwar genau, was hier alles falsch läuft und auch, wie es geht, aber machen sollen das bitte schön vor allem die anderen. Sie selber kehrt am Ende dieser Selbsterfahrungstour wieder zurück in ihre alte Wohnung und findet wieder einen Job als Journalistin, betont aber, dass jetzt alles gaaaaaaaaaanz anders ist, weil ihr Bewusstsein geradezu einen Quantensprung gemacht hat auf der Reise und sie halt noch ein bisschen Zeit braucht, um ‚das andere Leben’ umzusetzen. Dann führt sie Beispiele an von Leuten, die das auch irgendwie so machen – vom ‚bösen System’ das mitnehmen, was geht, aber gleichzeitig inneren Abstand dazu haben und ‚irgendwann mal’ was ganz grossartiges Neues schaffen. Und dabei sehr viel Hochachtung vor ‚Totalaussteigern’ haben – aber für Frau Faßmann selber wäre so was halt nichts. Genauso wenig wie das weiter oben erwähnte ‚gleichberechtigte, aber wenig luxuriöse’ Leben mit anderen.

Stattdessen möchte sie lieber einen ‚geistigen Ort’ erschaffen, eine ‚Kooperative der stilvollen Kapitulation’. (S.270)

Das kann ich mir sehr gut vorstellen, denn der Aufenthalt an ‚stilvollen geistigen Orten’, während man gleichzeitig durch seinen Journalistenjob materiell abgesichert ist, ist bestimmt erheblich weniger anstrengend als die Olivenernte in einer Kooperative in Süditalien.

Ich finde das Buch und die Haltung der Autorin unglaublich ärgerlich, auch wenn ich grundlegend mit all den von ihr angesprochenen Kritikpunkten übereinstimme. Es findet sich sehr viel Wahres in ihren Beobachtungen, aber hapern tut es dann immer wieder bei den Schlussfolgerungen, weil sie mit allem konsequent an der Oberfläche bleibt und sich alles so hinbiegt, wie es ihr in den Kram passt und wie sie es sehen möchte.
Neben dem hanebüchenen Epilog, in dem sie sich schon mal vorab selbst in Schutz nimmt für etwaige Kritik an ihrer Rückkehr in gesicherte Verhältnisse, ist auch ihre Beschreibung des Berliner Speditionsunternehmers Klaus Zapf auf S. 195 ein gutes Beispiel dafür.
Zapf ist ein ehemals linker Aktivist, der mit seinem Unternehmen Millionär geworden ist, selber aber absolut keinen Wert auf Materielles legt, sondern lieber weiter ein vergnügtes Querulantendasein führt. Hierzu die Autorin: ‚Zapf muss sich um Geld keine Sorgen machen, deswegen scheint der Besitz von Dingen für ihn keinen Reiz mehr auszustrahlen. Mit seinem Besitz scheint er sich auch seiner Angst entledigt zu haben.’
Meines Wissens hat Klaus Zapf immernoch seine Millionen auf dem Konto, auch wenn er keinen materiellen Besitz in Form von Häusern, Wertgegenständen und sonstigem hat.
Und mit ordentlich Kohle auf dem Konto lebt es sich für die meisten Menschen sicherlich angstfreier als ohne. Sofern Herr Zapf seine Millionen nicht mittlerweile komplett gespendet haben sollte, ist es ja wohl eine Realitätsverbiegung der Extraklasse, diesen Menschen als 'besitzlos' zu bezeichnen.

Die Autorin findet kein negatives Wort über die ganzen alternativen Lebensformen, die ihr begegnen – alles, was ‚anders’ ist , ist gut. Hauptsache anders eben, für kritische Betrachtungen fehlen ihr entweder der Wille oder die Fähigkeit.

Alix Faßmann ist Jahrgang 1983. Die ‚Generation Y’ ist in einer Zeit geboren und aufgewachsen, wo es in Deutschland für sehr viele Menschen materiell noch sehr gut lief und der Mensch und die Arbeitswelt noch nicht so beschleunigt waren wie heute.
Es schien immer weiter aufwärts zu gehen und durch Computer, EasyJet und Internet entstanden zunächst erstmal unendlich viele neue Möglichkeiten und neue Freiräume, bevor sich die ersten Schattenseiten dieser schönen neuen Welt zeigten.
Dass es so nicht mehr weitergeht, und dass das mittlerweile extrem pervertierte System gerade zusammenbricht ist nicht mehr zu übersehen. Was uns bevorsteht, ist ein Paradigmenwechsel, der auch eine radikale Änderung der Glaubenssätze und Wertvorstellungen beinhaltet, auf denen das jetzige System beruht. Das hat die Autorin ziemlich gut erkannt und deshalb gebe ich dem Buch auch 2 Sterne.
Der Rest ist aber recht pubertäres Geplärre eine typischen Generation Y-Vertreterin: Mitglieder dieser Generation haben immer alles gehabt, mussten um nichts gross kämpfen und sind häufig auch frohen Mutes in ihre Karrieren eingestiegen, weil sie nämlich genau das haben wollten, was ihen versprochen wurde: gutes Geld, Selbstverwirklichung, Karriere, Familie, Kinder, Häuser etc etc.
Nun stellt sich raus, das ist alles gar nicht so toll und das System bricht obendrein auch noch zusammen. Es wird ihnen voraussichtlich materiell schlechter gehen, als der Generation ihrer Eltern.

Und was ist die Reaktion? Die Damen und Herren sind beleidigt, empört, und wollen den Karren nicht aus dem Dreck ziehen, weil sie ihn da ja nicht reingeritten haben. Tja.
Werden sie aber wohl müssen und das Problem scheint mir (auch) zu sein, dass diese Generation nun zum ersten Mal in ihrem Leben gefordert ist, was wirkliches Neues zu erschaffen, damit es irgendwie weitergeht. Das ist äusserst spannend, wird aber sicherlich recht anstrengend und ungemütlich, zumindest zeitweise.

Es ist natürlich sehr einfach sich hinzustellen und der älteren Generation vorzuwerfen, sie hätten es verbockt und es sich auf Kosten der nachfolgenden Generationen ein angenehmes Leben gemacht.
Ich sehe das aber anders: es hat sich ja nie jemand hingestellt und gesagt, wir erschaffen jetzt mal ein System, was in ein paar Jahrzehnten zusammenbricht und wer dann davon betroffen ist soll doch sehen wo er bleibt.
Alle von Menschen erschaffenen Systeme haben bisher immer nur eine Zeitlang funktioniert und dann kam es zu Umbrüchen.
Die deutsche Generation Y kennt aber bislang nur sichere Rundum-Versorgung, was unter anderem auch daran liegt, dass es schon sehr lange Frieden in Europa gibt.
Andere Generationen mussten auch oft das aufbauen, was diejenigen vor ihnen verbockt hatten und haben sich das nicht ausgesucht.
Und man sieht ja auch heute beim Umgang mit der Dauerkrise immer wieder, dass die Menschheit dazu neigt, kurzfristige Massnahmen zu ergreifen, damit es erstmal weitergeht und ignoriert, was dann ein bisschen später auf uns alle zurollt.

Frau Faßmann hat nun also klar erkannt wie es laufen sollte. Nun bleibt abzuwarten, wie sie das umsetzt und das wird sich im Laufe der nächsten 20 – 30 Jahre zeigen. Entsprechende Webseiten stehen ja schon im Netz, auch wenn da noch nicht soooo viel los ist, aber das kann ja noch kommen.
Ich bin gespannt, da ich (Jahrgang 1965) auch viele Menschen erlebt habe, die Anfang der 80er Jahre mit ähnlichen Parolen in alternative Wohn- und Lebensprojekte gestartet und dann früher oder später grandios gescheitert in irgendeine Nische des vorher so geschmähten Systems zurückgekehrt sind….oder sogar grosse Karrieren gemacht haben, zB bei den ‚Grünen’.

Der Unterschied könnte diesmal sein, dass kein System mehr da ist, in das man zurückkehren könnte. Wie gesagt: ich bin gespannt. ;-)


Bestellungen beim Universum. Ein Handbuch zur Wunscherfüllung
Bestellungen beim Universum. Ein Handbuch zur Wunscherfüllung
von Bärbel Mohr
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 10,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein bisschen wirr, 4. April 2014
Bärbel Mohr hat diverse Bücher zum Thema Wunscherfüllung und Realitätsgestaltung geschrieben. Dies hier ist meines Wissens das erste davon und mittlerweile geradezu ein Klassiker. Alles, was danach folgte, war mehr oder weniger überflüssiger Abklatsch.

Das Buch ist ca. 10 Jahre alt, ich habe es schon lange und lese von Zeit zu Zeit immer mal wieder, da ich es durchaus motivierend finde.

Das Problem bei Bärbel Mohr ist für mein Empfinden in erster Linie ihr Schreibstil: ich finde ihre Texte sehr wirr, wuschig und unstrukturiert. Manche mögen das, aber vielen Menschen geht es mächtig auf die Nerven, was ich gut nachvollziehen kann.
Das Ganze liest sich wie ein dahingeplapperter Blog und es entsteht bei mir erstmal der Eindruck, dass sie ein recht naiver Mensch gewesen sein muss und nur sehr Oberflächliches mitzuteilen hatte. Zumindest das zweitere ist aber nicht so, das Buch enthält eigentlich die wichtigsten Punkte, die man zum Thema wissen muss, ich finde aber, dass sie ziemlich im Text untergehen,was sich wahrscheinlich negativ auf den Erfolg auswirken wird, wenn man die Sache anzuwenden versucht.

Ich finde die Bücher von Pierre Franckh sehr viel empfehlenswerter, da er auch leicht verständlich und locker schreibt, aber alles erheblich klarer formuliert.


Liebe radikal: Wie du deine Beziehungen zum Erblühen bringst
Liebe radikal: Wie du deine Beziehungen zum Erblühen bringst
von Veit Lindau
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

99 von 107 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ja holla......., 25. März 2014
…..das ist doch mal ein Buch!

Aber bevor ich auf den Inhalt eingehe erstmal dies: ich kenne Veit Lindau nicht persönlich, habe nie irgendein Seminar von ihm besucht, und in seine Bücher habe ich bisher nur sehr oberflächlich reingeschaut – was mir dann immer schon gereicht hat, sowohl sprachlich als auch inhaltlich.

Trotzdem bin ich in den letzten ca. 20 Jahren immer mal wieder über ihn bzw sein Foto gestolpert, meist bei irgendwelchen Workshop-Ankündigungen in den einschlägigen Publikationen. Was mir oft besonders aufgefallen ist, ist, dass er speziell früher auf allen Bildern häufig ganz doll gegrinst hat – so doll, dass ich das spontan eher als aggressiv, unecht und aufgesetzt empfunden habe, als als freundlich, offen und zugewandt. Das war mir intuitiv immer äusserst suspekt und ich habe deshalb all die Jahre einen weiten Bogen um ihn gemacht. Für mich war Veit Lindau in erster Linie ein eitler, narzisstischer Selbstdarsteller, den ich absolut nicht ernst nehmen konnte. Und dass speziell hier in der Berliner Selbsterfahrungs- und Psychoszene immer viel über ihn und seine Kapriolen gemunkelt wurde, hat die Sache definitiv auch nicht besser gemacht. ;-)

War mir aber eigentlich auch egal, von mir aus kann ja jeder so neurotisch sein wie er will. Problematisch wurde es erst, als ein guter Bekannter von mir zum absoluten Veit Lindau-Fan mutierte und gefühlt jeder zweite Satz mit ‚Veit Lindau hat gesagt…..’ anfing.
Jener Bekannte ist manisch-depressiv und hat sehr ausgeprägte Probleme mit einem quasi nicht vorhandenen Selbstwertgefühl. Speziell in ganz dunklen Phasen benutzt er Veit Lindau-Texte, um sich wieder künstlich emotional nach oben zu pushen, wo dann immer viel von ‚sexy Selbstdisziplin’ die Rede ist……..die dann aber leider immer nur auf sehr tönernen Füssen steht, weil das Fundament fehlt.

Für mich hat das mein negatives Bild von Veit Lindau noch mal bestätigt – alles nur Show und Gelaber, von dem sich in erster Linie sehr schwache Persönlichkeiten beeindrucken lassen. Wer soviel über sexy dies und sexy jenes redet, hat da sicherlich eine Problemlage und/ oder macht sich zunutze dass ‚Sex sells’.

Sich bestätigende Vorurteile sind ja was Feines und fühlen sich für den Vorurteils-Inhaber sehr gut an, deshalb hätte ich meine Meinung gerne einfach so stehen lassen. Allerdings fiel mir aber auch auf, dass ‚Veit Lindau’ mittlerweile ziemlich heftige Emotionen in mir auslöste und dann wird’s für mich immer so spannend, dass ich mir die Sache doch näher anschauen will, denn wenn das, was er für mich an Ärgerlichem repräsentiert, nichts mit mir zu tun hätte, würde er mich ja völlig kalt lassen und nicht weiter interessieren.

Und obwohl ich eigentlich mal beschlossen hatte, dass dieser Typ nie einen Cent an mir verdienen wird, habe ich mich schließlich doch dazu durchgerungen, mir dieses Buch von ihm zu kaufen. Die Inhaltsangabe las sich ganz interessant, und der Schreibstil erschien mir auf den ersten Blick nicht ganz so nervig, wie bei den vorherigen Büchern. Trotzdem war ich mir aber sehr sicher, dass ich mich bestimmt beim Lesen ganz doll zusammenreissen muss, um zumindest ansatzweise unvoreingenommen an den Inhalt ranzugehen.

So. Lange Vorrede, und jetzt mal die eigentliche Buchrezension.

Ich musste mich NICHT zusammenreissen beim Lesen. Das Buch ist der Hammer und obwohl es relativ dick ist, habe ich es fast in einem Rutsch durchgelesen. Es strotzt nur so von wirklich gelebten Erkenntnissen und hart erkämpften Einsichten und enthält soviel Wichtiges und Weises, dass ich sehr schnell angefangen habe, sehr viele Stellen zu unterstreichen und mit Anmerkungen zu versehen, was speziell bei mir wirklich was heissen will, da ich sonst aus Prinzip niemals in Büchern rumkritzele – aber hier musste das einfach sein.
Das Buch ist sehr unbequem und hält einem immer wieder den Spiegel vor. Für mich ist es ein Arbeitsbuch, mit dem ich mich wohl noch über einen langen Zeitraum immer wieder auseinandersetzen werde.

Der Untertitel des Buches lautet: ‚Wie du deine Beziehungen zum Erblühen bringst’ und das funktioniert laut V.L. durch absolute Hingabe und sich Einlassen, anstatt wegzurennen und sich Hintertürchen offen zu halten.

Was mir besonders gut gefällt ist, dass der Autor immer wieder sehr offen über die Kämpfe schreibt, die er mit seiner Frau Andrea ausgefochten hat. Er stellt sich nicht als jemanden dar, bei dem beziehungstechnisch nun alles glatt läuft, weil er begriffen hat wie es geht, sondern macht immer wieder klar, dass eine gute, tiefe Beziehung immer wieder neu hergestellt werden muss und dass beide immer wieder den Willen und den Mut aufbringen müssen, sich aufeinander einzulassen.

Diese radikale Einstellung ist für mich quasi das Gegengift zum herrschenden Zeitgeist, wo Partnerwahl im Rahmen der eigenen Lifestyle-Optimierung nach sehr oberflächlichen Kriterien betrieben, und wo dann bei der kleinsten Schwierigkeit der Partner gegen den nächsten, vermeintlich perfekteren ausgetauscht wird. Und wo ganz allgemein die Qualität von etwas häufig danach bemessen wird, wie glatt und leicht konsumierbar es ist – bei gleichzeitiger gähnender Langeweile und der kollektiven Sucht nach immer extremeren (Konsum-) Reizen.

Der Autor hat in dem Buch das Rad nicht neu erfunden und vieles, was er schreibt habe ich woanders auch schon gelesen.
Das ist aber in meinen Augen nichts Negatives, denn er plappert nicht einfach was nach, sondern hat vieles an Einflüssen auf seinem eigenen Weg aufgenommen, hat es gelebt, hat es verarbeitet, ist dran gescheitert, hat immer wieder damit gekämpft, hat Eigenes hinzugefügt und dann zu seinem persönlichen Gesamtwerk verschmolzen und somit auf den nächsten Level gehoben.

Ich hätte Veit Lindau so ein Buch niemals zugetraut, bin tief berührt, sehr inspiriert und er hat meine absolute Hochachtung dafür. Und er braucht auch weiterhin nicht perfekt zu sein, denn man muss nicht erst einen Zustand erleuchteter Makellosigkeit erreicht zu haben, um anderen Menschen wertvolle Impulse geben zu können.

Trotzdem möchte ich aber auch sagen, dass es auf mich einen fragwürdigen Eindruck macht, wenn Bücher am Erscheinungstag mit diversen Methoden so gepusht werden, dass sie für sehr kurze Zeit auf Platz 1 der Amazon-Bestseller-Liste landen, und von da an immer den Zusatz ‚Bestseller Nr. 1’ haben, was sicherlich den Verkauf fördert.
Marketing hin oder her, ich bin und bleibe der Auffassung, dass sich Qualität auf Dauer auch ohne grosse Manipulationen durchsetzt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 14, 2014 12:03 PM MEST


Ein Jahr auf Ibiza: Reise in den Alltag (HERDER spektrum)
Ein Jahr auf Ibiza: Reise in den Alltag (HERDER spektrum)
von Anne Funk
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nette Urlaubslektüre, 19. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In dem Buch beschreibt die 29jährige Anne ihr Jahr auf Ibiza, wo sie nicht nur lebt, sondern auch arbeitet. Dadurch bekommt sie schnell einen sehr gründlichen Eindruck davon, was hinter den glamourösen Kulissen der 'Party-Insel' abgeht und spart nicht mit kritischen Bemerkungen.
Immer wieder eingestreut sind Beschreibungen von Orten, Stränden, Clubs und Restaurants und dem dazugehörigen Publikum. Besonders gut gefallen haben mir ihre Beschreibungen der wechselnden Stimmung und Atmosphäre der Insel in den verschiedenen Jahreszeiten bzw einzelnen Monaten.

Das Buch liest sich sehr leicht und schnell, und ich würde es irgendwo zwischen (junge-)Frauen-Selbstfindungsliteratur, Frauenzeitschrift und 'Chick-Lit' ansiedeln.
Trotz des kritischen Blicks der Autorin finde ich das Werk nicht besonders tiefgründig. Man merkt ihr deutlich an, dass sie vor ihrem Insel-Aufenthalt ein wohlbehütetes Leben in der Provinz geführt hat, wo es eher übersichtlich zuging und wo der Kontakt zu ganz grossen menschlichen Dramen und Abgründen nicht stattgefunden hat.
Insgesamt kreist sie sehr viel um sich selbst und das Ganze wirkt auf mich durchgehend wie harmloses Geplänkel, auch wenn sie sich in dem Jahr auf Ibiza sicher weiterentwickelt hat.

Alles in allem ein durchaus anprechende Urlaubslektüre - kann man lesen, muss man aber nicht.


Das Gesetz der Resonanz
Das Gesetz der Resonanz
von Pierre Franckh
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ganz guter Einstieg ins Thema für Menschen mit offenem Geist, 18. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Gesetz der Resonanz (Gebundene Ausgabe)
In Pierre Franckhs Büchern dreht sich alles um das Thema Wunscherfüllung. Sein Schreibstil wirkt auf mich sehr sympathisch und positiv, und ich lese immer mal wieder gerne was von ihm, auch wenn er die Thematik auf eine relativ oberflächliche, populistische Weise behandelt, und so eher die breite konsumfreudige Masse anspricht.
Das klingt jetzt ein bisschen negativ, ist aber gar nicht so gemeint, weil ich es grundsätzlich gut und wichtig finde, möglichst vielen Menschen die Grundprinzipien von Realitätserschaffung und Resonanz nahezubringen.

In diesem Buch geht es um das Resonanzprinzip, dessen Funktion und Wirkung er mit wissenschaftlichen Erkenntnissen untermauert. Das Ganze ist wieder in dem für ihn typischen leicht verständlichen Stil geschrieben und enthält auch einige Fußnoten mit Hinweisen, wo man diese Erkenntnisse nochmal genauer nachlesen kann, sofern man das möchte.
Man merkt, dass Pierre Franckh selber sehr tief in die Materie eingedrungen ist und auch wirklich was zu sagen hat.

Dieser locker-flockige Stil hat aber eben auch eine Kehrseite, wie man auch aus vielen Rezensionen hier entnehmen kann. Hier liest man oft: 'Super Buch, jetzt weiss ich wie es geht, hat aber leider noch nicht funktioniert. Trotzdem 5 Sterne'

Tja.

Jeder Mensch möchte glücklich sein und dass seine Wünsche in Erfüllung gehen, stellt aber immer wieder fest, dass es im Leben leider häufig ganz und gar nicht so läuft.
Früher wurde das dann mit dem Willen Gottes begründet, heutzutage hört man stattdessen gerne den Satz 'Das Leben ist nunmal kein Wunschkonzert'. - und damit ist für viele die Sache abgehakt und sie geben sich mehr oder weniger resigniert mit dem zufrieden, was das Leben ihnen bietet, ohne sich genauere Gedanken zu machen, ob es tiefer liegende Gründe für das geben könnte, was einem so widerfährt.

Nichtsdestotrotz zeigt aber der große Erfolg dieser Art 'Wunscherfüllungsliteratur' ( dazu gehören zB auch 'The Secret' oder die Bücher von Bärbel Mohr), dass sehr viele Menschen doch noch nach Wegen suchen, wie sich das eigene Leben gestalten lässt.
Diese Art Bücher sind mMn alle durchaus wegweisend, aber kratzen nur ein bisschen die Oberfläche an, weil dadurch beim Leser der Eindruck entsteht, man müsse nur doll genug wünschen, und dann läufts, ohne aber darauf einzugehen, dass man ja nicht im luftleeren Raum vor sich hin wünscht, sondern in einem Umfeld, wo auch alle möglichen Gegenkräfte in Form von allgemeinen Glaubensätzen vorhanden sind, die dem Wunsch entgegen stehen und ihn evtl wieder neutralisieren.
Diese Glaubensätze befinden sich nicht nur im äusseren Umfeld, sondern auch im eigenen Unterbewusstsein, genauso wie auch alle möglichen Ängste, Blockaden etc.

Das Problem ist, dass die Wunschformulierung im Bewusstsein stattfindet, die möglichen verhindernden Faktoren sich aber in einem Bereich der Psyche befinden, auf die man nicht so ohne weiteres Zugriff hat, auch wenn es aber häufig schon sehr weiterhelfen kann, sich mal genau selbst zuzuhören und darauf zu achten, was man alles so von sich gibt.

Ein Beispiel: sehr viele Menschen wünschen sich einen grossen Lottogewinn oder möchten sonstwie zu Geld kommen, sind aber gleichzeitig der Meinung, dass Geld den Charakter verdirbt, oder dasss reiche Leute durchweg miese Typen sind. Wären sie plötzlich selber reich, würden sie ja als logische Schlussfolgerung umgehend selbst von einem guten Menschen zum miesen Typen mutieren. Wenn einem das eigene Gutmenschentum wichtig ist, wird das immer sehr effizient arbeitende Unterbewusstsein sicher dafür sorgen, dass Verbesserungen des Kontostandes ausbleiben.
Das ist jetzt ein relativ banales, eindimensionales Besipiel, denn der Mensch hat ja nicht nur einen Wunsch und einen Glaubenssatz sondern trägt ein hochkomplexes Knäuel von unzähligen davon mit sich herum, die alle miteinander verwoben und im Wechselspiel sind, und von dem, was im Aussen beobachtet wird, permanent bestärkt oder geschwächt werden.

Das alles permanent bewusst im Blick zu haben ist nicht möglich, und so kommen die meisten Menschen zu der erstmal naheliegendsten Schlußfolgerung, dass die Wunscherfüllungsmethode eben doch nicht so richtig funktioniert und dass das Gesetz der Anziehung bzw Resonanz nur manchmal funktioniert - und somit dann wohl doch kein 'Gesetz' ist, auf das man sich verlassen kann.

Menschen, die sich selber als 'rational' einschätzen werden dann kommentieren, dass das eben sowieso alles Quatsch ist und sie das ja immer schon gewusst haben, während andere eher so reagieren, dass sie eben weiter wünschen, dass es doch irgendwann irgendwie funktioniert, ohne aber tiefer nachzuforschen, ob es da vielleicht noch was gibt, was bei der ganzen Sache eine Rolle spielt.

Ich denke aber, dass es auch immer einen gewissen Prozentsatz von Leuten gibt, die dermassen inspiriert und fasziniert von der Materie sind, dass sie doch tiefer gehen und schließlich rausfinden, wie die Sache wirklich funktioniert.

Und wenn Pierre Franckhs Bücher dafür den Anstoss gegeben haben sollten, wäre das doch wunderbar....und mindestens 4 Sterne wert.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 9, 2014 5:01 PM MEST


Einmal Eivissa und zurück: zu Fuß rund um Ibiza
Einmal Eivissa und zurück: zu Fuß rund um Ibiza
von Guido Block-Künzler
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Hotels sind doof und früher war alles idyllischer, 14. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In diesem Buch schreibt Guido Block-Künzler über seine mehrwöchige vorsaisonale Reise nach Ibiza, wo er die ganze Insel zu Fuß umrundet und ausschließlich 'Outdoor' in seinem Biwaksack genächtigt hat.

Das hätte ein sehr unterhaltsames Buch sein können, ist es aber leider nicht. Grund dafür ist zum einen die äusserst engstirnige und eindimensionale Sichtweise des Autors auf Touristenorte: es gibt entweder unverbaute, idyllische Buchten, oder aber zubetonierte Küsten. Diese Einteilung wird gebetsmühlenartig das ganze Buch über in nörgeligem Ton wiederholt und mit schwarz-weiss Fotos garniert, die mehrheitlich auch entweder idyllische Buchten oder aber monumentale Hotelklötze zeigen. Immer wiederkehrender Kommentar des Autors: früher war es hier auch mal idyliischer.

Nervig ist auch der Schreibstil: was als 'viel Humor und lockere Schreibe' angekündigt wird, wirkt auf mich eher wir das mässig talentierte Geblogge eines Anfang Zwanzigjährigen, der sich selber ziemlich wichtig nimmt, mit seiner philosophischen Reiselektüre angibt und aufgrund seiner mangelnden Reife noch nicht dazu in der Lage ist, sich selbst und die Welt ein bisschen differenzierter wahrzunehmen.

Aber: der Autor ist Jahrgang 1958.

Auch inhaltlich erinnert das ganze oft an einen Blog. Zwar werden auch Fakten aus der neueren und älteren Geschichte Ibizas eingestreut, aber über weite Strecken liest man immer wieder so interessante Dinge wie: aufgewacht im Schlafsack nach kalter Nacht, einen Kaffee getrunken, zweimal den Strand entlang gelaufen, Supermarkt gesucht, Supermarkt gefunden, aber der hatte zu. Zweiter Supermarkt hatte auch zu. Der dritte hatte geöffnet und ich kam mit Lebensmitteln zurück an meinen Schlafplatz.

Was auch auffällt ist, dass der Verfasser jeden Menschen, der ihm begegnet, sarkastisch kommentiert oder beschreibt, und zwar egal, ob es sich um Einheimische handelt, oder Festlandsspanier oder Pauschaltouristen, oder Alt-Hippies, oder knutschende junge Pärchen, andere Wanderer, katalanisch sprechende englische Residenten.......vielleicht mag Guido Block-Künzler einfach keine anderen Menschen, ich weiss es nicht.

Von ihm immer wieder gerne erwähnt werden auch die 'millionenteuren Villen' die überall hingeklotzt sind. Bei Leuten, die das so oft ansprechen müssen, ist das grösste Problme erfahrungsgemäß häufig, dass das eigene Geld für den Erwerb einer solchen nicht ausreicht. Zugegeben wird sowas natürlich niemals - oft noch nichtmal vor sich selbst. ;-)

Insgesamt hat man beim Lesen den Eindruck, dass ihm Ibiza absolut nicht gefallen hat und er froh ist, dieses verschandelte, zubetonierte Eiland endlich wieder verlassen zu dürfen.
Das letzte Foto zeigt dann auch die Betonburgen der Playa d'en Bossa , fotografiert beim Abflug. Seltsamerweise kündigt (oder droht, je nachdem ;-)) er aber an, auf jeden Fall wiederkommen zu wollen und endet mit dem Schlusssatz 'Ei dit it mei wääääääih'......was zumindest für mich so klingt wie: eben sehr viel besser, origineller und wahrhaftiger als alle Anderen.
Dabei hatte ich aber auch die ganze Zeit den Eindruck, dass ihm auch im Grunde genommen das Outdoor-Leben gar nicht gefällt, weil es ja doch recht unbequem sein kann, aber das er das unbedingt weiter durchziehen muss, um ein bestimmtes Image aufrechtzuerhalten.

Ganz zum Schluss liest man unter dem Titel 'In eigener Sache' dann noch, dass er weiss, dass viele bei seinem Humor nicht mitkommen und dass Reiseberichte immer subjektiv sind und dass man diese nicht mit Lobpreisungen verwechseln sollte.

Da kann ich nur sagen: das gilt natürlich auch für Buch-Rezensionen. ;-)


Eine perfekte Woche... auf Ibiza
Eine perfekte Woche... auf Ibiza
von Ralph Amann
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ambitioniertes Insel-Mosaik, 10. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Eine perfekte Woche... auf Ibiza (Broschiert)
Ich kenne Ibiza einigermassen und bin immer auf der Suche nach interessanter Literatur über die Insel, idealerweise mit vielen Bildern, die den Ibiza-Spirit gut rüberbringen.

Dieses Buch hier ist allenfalls ganz nett. Laut Rückseitentext hat man die Chance, einmal im Leben alles richtig zu machen, wenn man denn den Hinweisen des Autors folgt.
Sein Anspruch ist, 'nicht alles und jedes' vorzustellen, sondern 'nur das wirklich Authentische und Besondere'. Diese Umschreibung trifft es eigentlich wirklich gut. Beim Lesen der kurzen Texte und Anschauen der für mein Empfinden nur mittelprächtigen Fotos hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, ein Freund erzählt mir die zufällig entdeckten ganz persönlichen Highlights seines Ibiza-Aufenthaltes und zeigt mir seine Urlaubsfotos. Eingestreut sind auch Interviews mit Hotelbesitzern und einige Kochrezepte.
Für mich als Ibiza-Fan ist das alles ganz interessant, aber es sind allenfalls Zusatzinformationen für jemanden, der sich schon ganz gut auskennt.
Sucht man einen wirklich umfassenden Überblick über die Insel, ist das definitiv das falsche Buch. Mein Favorit unter den Ibiza-Reiseführern ist das Buch 'Ibiza & Formentera' von Thomas Schröder.
Aber einen umfassenden Überblick will dieses Buch hier ja gerade nicht bieten, sondern eben nur 'das Authentische und Besondere' präsentieren.
Ich habe mich beim Lesen die ganze Zeit gefragt, wie mein Eindruck von der Insel wäre, wenn ich nur den Tipps dieses Buches folgen würde. Irgendwie hätte ich wohl das Gefühl, dass eine Menge fehlt, was Ibiza auch ausmacht, die Frage ist aber, ob mir das überhaupt bewusst sein würde, wenn ich Ibiza nicht kenne.

Gestört hat mich auch die Qualität der Fotos bzw die Auswahl der Motive. Die Bilder sind nicht wirklich schlecht, aber wirken auf mich wie eine Sammlung dessen, was einem ambitionierten Hobby-Fotografen während des Urlaubs zufällig so vor die Linse gelaufen ist. Da die Auswahl der vorgestellten Orte auf mich auch eher zufällig wirkt, passt das ganz gut zusammen.

Insgesamt überzeugt mich das Buch einfach nicht so richtig, vielleicht wäre mein Urteil aber anders ausgefallen, wenn ich nicht die 'perfekte Woche' angekündigt bekommen hätte, in der alles richtig läuft, weil ich diese ganzen tollen Spezial-Informationen habe.


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