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Beiträge von gemi-b
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Rezensionen verfasst von gemi-b "gemihaus, berlin" (berlin)
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3.0 von 5 Sternen
wagners >tristan< unter kleiber-niveau, 25. Mai 2013
zum 200er-wagner-jahr als nachtrag zu kleibers dresdner >tristan<: ein leider kulturpolitisch-gesamtdeutsches, zumal klangtechnisches unterfangen, das allenfalls instrumental, soweit dynamisch noch reproduzierbar, grossenteils überzeugt - keinesfalls vocal, mit ausnahme der jugendlich prof.agierenden isolde der virtuos-singenden price als begehrte isolde. kollo als tristan ist ein vocal-konsonant-akrobat, ohne sanguinische einfühlung, fassbänders brangäne zu theatralisch, moll defizient, usf. zuletzt: ein tristan-debakel auf kleiber-niveau und keine alternative zu furtwängler - sorry carlos, you know. Wagner - Tristan und Isolde (GA)
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5.0 von 5 Sternen
furtwänglers studio->walküre< als referenz, 24. Mai 2013
keine frage, furtwänglers einzige emi-studio-produktionen von wagners >tristan< und >walküre< haben noch heute, zum 200er-wagner-jubiläum, einen referenz-status, der durch keine neuaufnahme ernsthaft infrage gestellt resp. übertroffen wird - jenseits aller mono-klang-erwägungen. durchaus erstaunlich, bei all dem technischen und musikantischen fortschritt - und allenfalls, bezüglich >walküre<, durch andre emi-oldies wie walter und karajan z.t. relativiert. durchaus bedenklich, in zeiten der multi-media-hightec seligkeit und zunehmender verarmung von differenziert-sensibilisierter wahrnehmung der qualität tradierter klang-valeurs. als eigner der originalen, alten schallplatten-pressungen und durchaus klangverwöhnt, kann ich den klangexperten der naxos-comp. nur danksagen, wie sie die alten emi-aufnahmen so vorzüglich transferriert haben - auch ev. als ansporn für die alte >emi<, furtwänglers >walküre< und >tristan< endlich und nur ein mal als sacd-master zu veröffentlichen, wie so wie manch andres zuvor - ein marketing-rätsel, unverständlich-!
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3.0 von 5 Sternen
wagner-wahn, 15. Mai 2013
wagner - >genie und wahnsinn< (es gab mal einen gleichlautenden titel zu tchaikovsky vom kult-filmer ken russell) ist genau die passende sammlung aus allen diversen sony-wagner- aufnahmen für leute, die einfach mal einen überblick zu wagners 200ten, nicht im detail und zu speziell-genau haben wollen: wagner als schnupper-box und mit auch für den nicht-wagnerianer doch irgendwie geläufig-bekannten, prominenten namen, allemal star-kulturträchtig eben. wer vieles bietet, wird manchen etwas bieten, dachte schon ein grosser kultureller, und so geht mit dieser wagner-box auch wenig daneben: allenfalls wagner als ganzes, als gesamtkunstwerk seiner selbst und seiner musik, die alle- mal komplexer ist als ein sampling. im zeitalter des multi-media-hypes, besonders audio-visuell animierter verseuchung, ist die verführung aller unbedarfter doch gross, ihnen nur die oberfläche und stückwerk als inhalt des ganzen zu präsentieren, ohne die chance, alle details ermessen und auch als ganzes verstehen zu können. wer ein gefälliges mittelmass, wie z.b. den akzeptablen, preiswerten, alten böhm-ring-mitschnitt, als bestes propagiert und besseres, auch im einzelnen, ignoriert, darf sich nicht wundern, wenn techno-hype-visualisierungen des rings neuerer produktionen die essenz des ring-werks dominieren, missverstanden und im kontext nicht kapiert werden. insofern ist der aktuell-produzierte wagner-wahn nur eine variante allgemein defizitär-sensibler rezeption, jedoch, zu diesem preis, allemal keine fehlinvestition. wagner 200-? - kaufen-!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
brendels musik a-z, 14. Mai 2013
vergleichsweise zu brendels grossen lit. musikbeiträgen Über Musik: Sämtliche Essays und RedenAlfred Brendel: Nachdenken über Musikein kleines, inhaltlich eher bescheideneres, durchaus bibliophil-schönes, wertiges büchlein des pianisten brendel mit seinen anmerkungen von a bis z, sein pianisten destillat: a-anfang: >der pianist betritt das podium ... fast immer ... teilt der anfang des werkes oder satzes dessen grundcharakter mit. in der aufführung soll er sofort da sein. es ist eine wichtige aufgabe des interpreten, sich diese sicherheit zu erwerben. z-zusammenhang: > ... denken wir an ein gewächs ..., das zu atmen und pulsieren beginnt, ein geschöpf, dessen puls kontinuität vermittelt und dessen atem,..., das ganze werk in einem grossen bogen zusammenhält. diesen bogen herzustellen ist unsere schönste aufgabe<, die brendel m.e. meistens erfüllt hat. seine anmerkungen zu den komponisten sind höchst subjektiv und z.t. auch fragwürdig: z.b. chopin: > >ganz dem klavier hingegebener herrscher im bereich der etude, mazurka und polonaise, ..., insbesondere jedoch der 24 preludes, einem gipfelwerk der klaviermusik überhaupt<. nur, warum hat brendel sie - und chopin überhaupt - nicht eingespielt-? z.b. schumann: >einer der grossmeister der romantischen klavierkomposition ... das orchestrale klavier kommt zu seinem recht ...(er) hat etude, variation und die macht des orchesters zusam- mengezwungen.... bei aller phantastik und turbulenz ist schumann ein deutscher komponist. - (ja doch, deutsche romantik) - romantisieren auf französische oder russische art geht an der musik vorbei< (!).und wenn dabei nicht auch der über allen verehrte edwin fischer wäre ... und, verehrter herr brendel, da sie nunmehr rein pianistisch (öffentlich) schweigen: >listen< ist nicht gleich >silent< - we >listen< (silent) to< the >silence< : wir >hören< still der >stille< zu.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
daniil trifonovs debuts, 9. Mai 2013
als hyper-preis-träger gab der junge daniil trifonov eben sein berlin-debut mit schuberts letzter sonate und den chopin-preludes, bejubelt im kammermusiksaal der philharmonie. man sollte nicht ungerecht sein, solch ein vorab preisgekröntes konzertereignis wirft die schatten voraus, denen die meisten zuhörer nur unterlegen sein können. rein pianistisch, wie allemal bei vielen jungen newcomern, eine beeindruckende performance subtiler klanggestaltung, jedoch ohne den speziell-individuell-gewagten, dem der komposition eigenen gestalt-horiziont. schuberts sonaten opus-summum war eine fragmentierte darstellung eines unbewältigten ganzen - schlichtweg eine emotional-intellektuelle überforderung. zu chopin - ein horowitz, auch der ältere rubinstein wie der michelangeli, allemal chopin- kenner, haben nie eine sog. definitive einspielung der gesamten preludes gewagt, und es gibt wenige, die chopins zyklus in seinem differenzierten ton-psychogramm als ganzes bewältigten: allemal cortot, auch anda, arrau, pollini, die junge argerich, der weise moravec - als ein ganzes. einzelnes, stückwerk, gelingt ihm durchaus als beleg pianistisch überragenden könnens. trifonovs konzert- wie cd-debuts zeigen allemal sein pianistisch-hochkarätiges potential - jedoch in zeiten allgemein-zugänglicher reproduzierbarkeit sollten wir uns entsprechend ver- gleichend informiert nicht irritieren lassen: wait and see - looking forward.
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3.0 von 5 Sternen
alt-deutsches mahler-bild, 26. April 2013
klaus tennstedt, nach ehem.ost-deutscher provinz-karriere bis zur komischen oper in ost-berlin, erlangte nach seiner westflucht und spät-berufenen gastspiel beim ndr-sinfonieorchester in hamburg sein musikalisches ansehen später vor allem in england, wo er 1983 die leitung des london philharmonic vom weltberühmten dirigenten-star georg solti übernahm. diese position in london bei einem der ersten englischen orchester und seine dt.kapellmeister- vita haben ihn als qualifizierten interpreten der späten dt.musik bruckners, wagners und auch mahlers vor allem im londoner musikleben bekannt gemacht. die engl. musikkritik war noch lange zeit eine neu-westdeutschen feindliche. das engl. emi-label, zu zeiten des klassik-cd-booms, machte tennstedt als ost-dt. flücht- ling dann auch in west-deutschland populär, sogar zum >verkannten< geheimtip. die prof. musikkritik sah diesen popularitäts-schub durchaus anders und vergleichsweise eher nüchtern qualifizierend. im lauf der zeit sind die gemüter, zumal im vergleich zu andren interpreten ähnlicher musik längst beruhigt, und es gibt auch keine erregung mehr über den (unerkannten) propheten im eigenen land, der tennstedt nie war, auch wenn manche wie engländer ihn dazu stilisierten. tennstedt war ein z.t. sehr guter dirigent eines schmalen spät-romantischen repertoires, was auch seine div. mahler-einspielungen belegen. hohe musikalische sensibilität für harmonische gestalten, empfinden für den verlauf, weniger die struktur, die formale architektur der musik. insofern eine einseitig mehr auf klanglichen ausdrucks intensivierte, grossbögige darstellung der sinfonischen architektur, die das kleinteilig-akribische prinzip mahlerscher komposition von mikro-strukturen vernachlässigt, sie, womöglich rein klangsinnlich orientiert, ignoriert. insgesamt doch wenig überragende mahler-ereignisse und sog. unvergleichliche studio- wie live-einspielungen, die auch längst bekannt sind für den mahler-kenner, jedoch für mahler- einsteiger, zumal zum günstigen preis, auch klangtechisch noch eindrucksvolle aufnahmen, die zudem klanglich allemal stimulierend sind. Symphonies Nos.1-10 & Kindertotenlieder (Jubiläumsedition)
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3.0 von 5 Sternen
wiener philharmoniker edition - limited., 25. April 2013
wieder ein wiener jubiläum, möchte man meinen, doch nichts da, nur ein universal-dgg- marketing produkt, eine edel aufgemotzte music-box.- demnächst folgen die berliner, wetten-? also, in analogie zur literatur: >bekannte gesichter, gemischte gefühle< (im goldfarbenen print des wiener musikvereins und seiner gesellschaft): nichts gegen die exzellenz der wiener musiker, sie spielen, wie's der dirigent will. und dabei denkt man an das nette alte bonmot älterer musik-sammler: die richtigen platten (heute ! cds), leider die falschen interpreten - wie hier: muss durchweg soviel bernstein sein, haydn mit böhm und, besonders, amade mozart wirklich mit james levine -? zum auch durchaus positiven: die paar kleiber-aufnahmen halten ihre position als höchst musikalische wie eigenwillige interpretationen fast ausser konkurrenz, und karajans späte wiener aufnahmen krönen seinen rang als bruckner-dirigent. gardiners mendelssohn-einsichten kommen schon >klassischen< entdeckungen nah und - last but not at least - abbados mahler, besonders die dritte, mahlers grosse welt- deutungs-sinfonie. eine singulär-kongeniale interpretation aller beteiligten, der wiener musiker und chöre und der grossartigen jessye norman. sodenn, keine edition für gestandene musik-kenner, die vieles davon längst als einzel- ausgabe haben. eher für frisch-etablierte musik-parvenüs, die was vorzeigen wollen, jüngere interessenten streamen sich sowas doch längst per itunes.
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4.0 von 5 Sternen
beethoven-experience, 24. April 2013
wenn man von den historisch fundierten neuen einspielungen der neun beethoven sinfonien, z.b paavo järvi mit seinen bremer musikanten, einmal ganz absieht, dann ist diese konventionelle aufnahme der wiener philharmoniker unter sir simon rattle, zumal als mitschnitt div. aufführungen, eine durchweg akzeptable, sehr lebendig und gestaltenreich klingende, vor allem detailfreudige wiedergabe, und allemal durchaus erfreulich und umsomehr akzeptabel zu diesem cassettenpreis. verglichen mit rattles aufführungen als chef der berliner philharmoniker (ich habe einige live erlebt) klingt hier doch manches im detail entdeckungsfreudig-pointierter als die inzwischen pauschal anmutende b-philharmonische draufsicht. keine frage der tempi, sondern der thematischen phrasierung, und durchweg gelingen die schnelleren sätze, die scherzi besser (ala rhythm is it-!), auch wenn beethovens strenges formales gerüst z.t. aufgeweicht, der stringente sinfonische zug über die sätze zum finale als spannungsbogen kaum vollzogen, von detailverliebtheit gebremst wirkt. dabei kann man viele stellen neu entdecken, auch wenn sie nur als akzent des ganzen wirklich eindrucksvoll sind. die beiden ersten klavierkonzerte beethovens, mit dem noch jugendlichen pianisten lars voigt, wurden damals in england mit rattles birmingham symphony orch. nach erfolgreichen konzerten spontan eingespielt, und so klingen sie auch noch heute. gould-nah, aber moderater, ohne tempo- und non-legato-eigenheiten, ohne geschmäckle, schön forsch haydnesque. es gab sogar mal eine bonus-ausgabe des c-dur konzerts mit der gouldschen 1954er kadenz. und fidelio-? die berlin-salzburger aufzeichnung hat mich (zumal kein fidelio-fan) so wenig überzeugt wie andre, kompetentere kenner. deshalb dazu kein kommentar. dennoch, eine empfehlens-preiswerte beethoven-cassette. - Sämtliche Sinfonien 1-9 (Ga)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
klassik zum kochen, 23. April 2013
beim überfliegen div. neuer sog. klassik-alben-zusammen- stellungen blieb bei mir ein >klassik zum kotzen< als de-ja-vu-titel zum >kochen< hängen, erstaunt, dass es wirklich leute gibt, die durch solche media-produkte ernsthaft animiert speisen bereiten und sich dazu auch noch (kritisch) äussern. convenient food, convenient classics, hi-super.
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4.0 von 5 Sternen
vitale chopin etudes, 23. April 2013
profilierte chopin-etudes, gestaltvoll, jugendlich-forsch - immerhin. wenn man bedenkt, dass die von ihm geschätzten chopin-grössen wie rubinstein, argerich oder ein zimerman (immer noch) keine gesamteinspielung einspielten, kann man dem newcomer lisiecki nur zur mutigen passion bei seinem pianistischen hochseilakt gratulieren. sicherlich tun sich hier und da differenzen zu andren subtileren einsichten einzelner interpretationen auf, gibt es profundere akzentuierungen. allerdings, so in sich stimmig und so mit verve gespielt, habe ich die etudes noch nicht so lebendig gehört. und ein pollini hat gewartet bis er, längst 'studiert', die etudes einmal wagte - auch altersbedingt-erfahrungshalber kein vergleich. nach seinem moderaten mozart-debut mit klavierkonzerten, durchaus schön stimmig und mit wenig gestalt-profil, ist dieses auch aufnahmetechnisch sehr überzeugende album ein chopin-akzent mit aplomb. bin gespannt auf sein berlin-debut im mai.
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