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Rezensionen verfasst von
manfreed

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Rubinstein Plays Brahms-Sony Classical Masters
Rubinstein Plays Brahms-Sony Classical Masters
Preis: EUR 21,99

5.0 von 5 Sternen Brahms auf höchstem Niveau, 30. Juni 2016
Der amerikanische Pianist mit polnischen Wurzeln wuchs als jüdisches Wunderkind auf, das seine pianistische Ausbildung v. a. in Deutschland erfuhr. Sein erstes wichtiges Konzert leitete Joseph Joachim, der Freund von Brahms. Wenn auch Rubinstein noch mehr als DER Chopin-Interpret geschätzt wurde, war doch seine Liebe zu Brahms fast ebenso groß.
Hier gibt es seine wichtigsten Stereo-Studioaufnahmen mit Brahms' Werken auf 9 CD's. Das 1. Klavierkonzert mit Reiner (1954) überzeugt ebenso wie das wundervoll ausbalanzierte 2. mit Krips (1958; das 2. gibt es auch von 1960 live in Polen - schneller, aber deutlich weniger differenziert -, sowie in Mono 1951 mit Munch auf ähnlichem Niveau wie 1958). - Einzelne schön interpretierte Klavierwerke vervollständigen die ersten 3 CD's. Leider aber fehlen die 5 schönen Intermezzi in Mono von 1953 (in Rubinstein Collection, Vol. 64: All Brahms: Sonatas Nos. 1 & 2 for Cello and Piano; 5 Intermezzi hinter den Cellosonaten, hinter die sie auch hier locker gepasst hätten!).
6 CD's mit Kammermusik zeigen das kultivierte Zusammenspiel mit Szeryng, Piatigorsky, Fournier und dem Guarneri-Quartett - immer auf höchstem Niveau. Glenn Gould schwärmte vom Klavierquintett, während Rubinstein ihm noch mehr die klangsatten Klavierquartette empfahl. - Das 3. erhielt übrigens Aufnahme in die Diskothek von Diapason d'Or auf 12 CD's der besten Brahms-Kammermusik La discothèque idéale de Diapason, vol. 6 / Brahms : Musique de chambre. (und noch zwei ältere Rubinstein-Aufnahmen sind dabei). Wer mit der Rubinstein-Box auf den Geschmack gekommen ist, dem sei auch jene Box emfohlen, solange sie noch zu haben ist. Deren Begleittext ist jedoch nur in Französisch.


La discothèque idéale de Diapason, vol. 6 / Brahms : Musique de chambre.
La discothèque idéale de Diapason, vol. 6 / Brahms : Musique de chambre.
Wird angeboten von Clic Musique !
Preis: EUR 26,95

5.0 von 5 Sternen Erlesene Kammermusik-Diskothek von Diapason, 24. Juni 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das französische Magazin DIAPASON D'OR hat 2016 diese Sammlung der nach Meinung ihrer Kritiker besten Kammermusikaufnahmen von Brahms herausgegeben. Der Begleittext kommt mir spanisch vor - bzw. französisch... und das verstehe ich leider nicht. Die Auswahlkriterien kann ich also nicht nachvollziehen, während die Auswahl selbst exquisit ist. Die Aufnahmen sind von 1932-1992 und alle gut hörbar (bemerkbare Störgeräusche sind am ehesten auf der 1. Cellosonate von Piatigorsky/Rubinstein von 1936). 4 Lieder sowie einige Alternativaufnahmen gibt's als Bonus. Längenangabe: 15"21'.
Die letzte CD ist 83'23 lang, läuft bei mir aber problemlos bis zum Ende; Sextett Nr. 1 wurde 1992 eingespielt von der Academy of St Martin in the Fields und ist endlich einmal durchweg gelungen; Nr. 2 wurde 1967 unübertrefflich schön in Marlboro eingespielt. Was für ein Abschluss! - Sehr zu empfehlen, solange sie noch recht günstig zu haben ist! Wer die Sprache beherrscht, möge die französischen 5*-Kritiken bei AMAZON.FR nachlesen.
Französische Inhaltsübersicht:
-Sonates pour violon et piano : 1. Suk/Hala (1956); 2. Busch/Serkin (1932), Goldberg/Balsam (1953); 3. De Vito/Fischer (1954), Szigeti/Petri (1935); Scherzo WoO 2 (sonates FAE) Milstein/Bussati (1954).
-Sonates pour violoncelle et piano: 1. Piatigorsky/Rubinstein (1936), Starker/Sebok (1959); 2. Starker/Sebok (1959).
-Sonates pour clarinette et piano 1.+2.: Kell/Horszowski (1949); Sonates pour alto [Viola] et piano : 1. Primrose/Sanroma (1939); 2. Primrose/Firkunsny (1958).
-Quintette pour clarinette: Wlach/Wiener Konzerthaus Quartett (1953).
-Trio pour clarinette, violoncelle et piano: Kell/Miller/Horszowski (1950).
-Trios pour piano et cordes: 1. Fischer/Scheiderhan/Mainardi (1954); 2. Graffman/Senofsky/Trepel (1959); 3. Stern/Istomin/Rose (1966).
-Trio pour cor, piano et violon: Serkin/Brain/Busch (1933); Serkin/Bloom/Tree (Marlboro 1960).
-Quatuors à cordes: 1. Amadeus Quartett (1959); 2. Hollywood String Quartett (1952); 3. Budapest String Quartett (1933).
-Quintette pour piano et cordes: Serkin/Busch Quartett (1938).
-Quatuors pour piano et cordes: 1. Serkin/Busch (1949), Rubinstein/Pro Arte (1932); 2. Curzon/Budapest (1952); 3. Rubinstein/Guarneri (1967).
-Quintettes à cordes: 1. Budapest SQ/Hobday (1937); 2. Budapest SQ/Mahlke (1932).
-Sextuors à cordes: 1. Ensemble de l'Academy of St Martin in the Fields (1992); 2. Ensemble de Marlboro autour de Pina Carmirelli (1967).
-4 Lieder als Bonus (E. Grümmer, L. D. Casa, L. Lehmann 1941-1959).


Oistrakh: 100th Birthday Edition
Oistrakh: 100th Birthday Edition
Wird angeboten von colibris-usa
Preis: EUR 119,03

5.0 von 5 Sternen Ungewöhnliches Repertoire in fabelhaften Interpretationen, 21. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Oistrakh: 100th Birthday Edition (Audio CD)
Alles hier ist live aufgenommen - da gibt es auch schon mal Nebengeräusche, einen im Vordergrund stehenden Solisten und ein eher nur pauschal mit zu hörendes Orchester (vor allem bei Aufnahmen vor 1950: rec. 1939-73). Also nichts für Klangfetischisten! Aber für Fans von Oistrach!
Violinkonzerte (10 CD's): Mancher mag westliche Orchester mehr als die russischen, ich aber finde den Klang bei slawischen Komponisten (oder auch aus Finnland, wie Sibelius) von letzteren angemessener. Ob es also Schostakowitsch, Tschaikowsky, Strawinsky, Prokofieff, Glasunow, Szymanowski, Dvorak, Bartok oder Sibelius ist: Oistrachs Interpretationen sind für mich nicht zu übertreffen (auch Miaskowskys, Kabalewskys oder Tanejews Werke sind sehr gut gespielt, gehören aber für mich nicht zum allerbesten Repertoire). Doch ebenso gefallen mir sein Hindemith, sein Beethoven oder Bruch: Mag es also auch manche berechtigte Kritik an Details geben, insgesamt finde ich die Interpretationen ausgezeichnet. Wer vor allem auf gute Klangqualität aus ist, mag sich westliche Boxen zulegen.
Kammermusik (10 CD's): Es gibt immer wieder den glänzend spielenden Oistrach zu hören und das Programm ist z. T. ungewöhnlich. So gibt es hier den fast unbekannten Catoire mehrfach. Ein Reiz dieses Teils ist also das rare Repertoire. Aber sowohl Brahms, Schumann, Bach, Beethoven und Dvorak sind hier mit herausragenden Aufnahmen zu hören und gefallen mir dann doch noch weitaus besser. Jedoch auch Martinus selten zu hörende Violinsonate Nr. 3 gibt es hier in glänzender Interpretation (kaum zu übertreffen). Wer kennt Locatellis Caprice ,Harmonious Labyrinth'? Fabelhaft! Man höre sich auch Hummels schönes Klaviertrio an ' hier gibt es manche Überraschung! Dem Kammermusik-Freund sehr zu empfehlen.


The Ozu Collection: Equinox Flower / There Was a Father [DVD + Blu-ray] [UK Import]
The Ozu Collection: Equinox Flower / There Was a Father [DVD + Blu-ray] [UK Import]
DVD ~ Shin Saburi
Wird angeboten von zoreno-deutschland
Preis: EUR 10,90

5.0 von 5 Sternen Erster Farbfilm von Ozu, 29. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Yasujiro Ozu ist 1903 in Tokio geboren und dort 1963 gestorben. Er ist der 'japanischste' der großen japanischen Regisseure. Ozus Filme beschäftigen sich vor allem mit Familiengeschichten - d. h. mit den Besonderheiten der japanischen Familie der Mittelschicht. Die Kameraarbeit besteht oft aus langen Einstellungen mit wenig Bewegung, und es wird fast immer aus Augenhöhe aufgenommen - oft aus der von am Boden sitzenden Akteuren. Das führt zu einer meditativen Ruhe und Schönheit, die wir im westlichen Kino kaum gewohnt sind. Es gibt auch immer wieder dieselben Schauspieler (auch hier spielt Chishu Ryu mit, vor allem aber etliche andere bekannte Ozu-Schauspieler).
-'Equinox Flower' (HIGANBANA, 1958, auf BLURAY 118 Minuten lang) ist ein weiterer Film Ozus mit dem Thema Abschied der Eltern von den Kindern. Die Tochter lebt noch in der Wohnung ihrer Eltern und ist wie in 'Banshun' mit ihrem Leben zufrieden, während sich der Vater um ihre künftige Existenz sorgt... Komödie oder Tragödie? Der Vater wird bei der Arbeit vom Liebhaber seiner Tochter aufgesucht und um die Hand seiner Tochter gebeten. Das gefällt ihm gar nicht. Er möchte lieber selbst die Entscheidung treffen, wen seine Tochter heiraten darf; aber vor allem hat er erwartet, dass er, der Vater, vorher von der Tochter um seinen Rat gefragt wird. Nur eine äußerst geschickte Vorgehensweise der Frauen seiner Umgebung kann das dickköpfige Familienoberhaupt zum Einlenken bewegen. Die mögliche Tragödie bleibt in der Komödie lange präsent. Die Tochter darf nicht mehr zur Arbeit, sondern muss zuhause bleiben, um in sich zu gehen. Da führt ein psychologischer Trick dazu, dass der Mann sich nicht weiter querstellen kann. Und zum Schluss zeigt sich, dass der Patriarch auch ganz anders kann - wenn er will. - Ein dann doch noch optimistischer Film über Generationskonflikte, der für alle Seiten Verständnis zeigt. Hervorragende Darsteller und ein exzellenter Regisseur haben auch hier einen fast vollkommenen Film zustandegebracht. In seinem ersten Farbfilm benutzt Ozu Filmmaterial von AGFA (statt des damals beliebteren KODAK), um Rot warm darstellen zu können - und in fast jeder Szene sehen wir irgendeinen roten Farbtupfer, was schon mal recht unterhaltsam ist. - Für den, der mehr über die japanische Mentalität wissen möchte, verweise ich auf die Besprechung im englischen AMAZON.CO.UK 'Ozu on the problems of fatherhood'.
-"There was a Father" (1942): Der Lehrer Horikawa lebt nach dem Tod seiner Frau allein mit seinem Sohn Ryohei in einer japanischen Provinzstadt. Bei einem Ausflug seiner Klasse nach Tokio verunglückt einer seiner Schüler bei einer unerlaubten Bootsfahrt tödlich. Er macht sich wegen seiner Aufsichtspflicht so schwere Vorwürfe, dass er seinen Beruf aufgibt ' gegen den Rat seines Vorgesetzten (Professor Hirata). Er begibt sich mit dem Jungen zum Nachdenken in seinen Heimatort Ueda. Der Vater erklärt dem Sohn zunächst, dass er entschieden hat, ihn auf ein Internat zu schicken, um ihm das anschließende Studium zu ermöglichen, dass sie sich aber weiterhin an den Wochenenden sehen werden; kurze Zeit später jedoch, dass er nach Tokio gehen wird, da er dort eine besser bezahlte Arbeit zu finden hofft. Der Sohn ist so enttäuscht, dass er weint - das wird ihm vom Vater verboten. - Zeitsprung: Ryohei ist 25 Jahre alt und wird selbst Lehrer in Akita, während der Vater nun in Tokio in einer Textilfabrik die Aufsicht führt. In der Stadt trifft er öfter seinen ehemaligen Vorgesetzten, Professor Hirata. Als Ryohei bei seinen regelmäßigen Besuchen seinem Vater vorschlägt, seinen Posten aufzugeben und nach Tokio zu seinem Vater zu ziehen, erteilt ihm dieser einen strengen Verweis, in seinem Leben vornehmlich seine berufliche Pflicht zu tun - die individuellen Wünsche des Sohnes irritieren den Vater in seinem Pflichtverständnis. Der Sohn akzeptiert den Willen des Vaters. - Nachdem der Vater seinem Sohn vorgeschlagen hat, die Tochter Hiratas zu heiraten, erleidet er bald darauf einen Herzanfall. Am Krankenhausbett vertraut der Vater seinen Sohn der Tochter Hiratas an. Der Sohn hat immer davon geträumt, mit seinem Vater zusammenzuleben. Er durfte es nur eine Woche lang und sagt: 'Es war die schönste Zeit meines Lebens. Er war ein guter Vater.' Er wird wie vom Vater gewünscht heiraten. - Der Film zeigt viel von den japanischen Umgangsformen: immer wieder Rituale der Höflichkeit und des Respektes, wobei körperliche Nähe fast tabu ist. Männer sollen nicht weinen - der Sohn jedoch vermag dies im Angesicht des verstorbenen Vaters nicht. Mitten im Krieg ist in Ozus Film keinerlei kriegerisches Pathos zu sehen, aber immer wieder Opferwillen und Pflichterfüllung. Doch auch davon hat sich der japanische Militarismus genährt. - Die Beilage belegt aber, dass diese Fassung mit dem Original nicht mehr so viel zu tun hat '- die überlebende Fassung wurde z. T. stark gekürzt von Seiten der amerikanischen Militärregierung, um die patriotisch-militaristischen Passagen des Originals zu entfernen. Der Film ist nicht so gut erhalten, auch nicht im Bild, so dass einem die BLURAY- Fassung nicht so viel nutzt. Mit deutschen Untertiteln gibt es den Film auch auf Yasujiro Ozu Edition (OmU) [7 DVDs].
-There was a Father (Chichi ariki) (1942) [1"23', auf BLURAY 1"27']. Drehbuch: Ikeda Tadao, Yanai Takao, Ozu. Musik: Saiki Kyoichi. Kamera: Atsuta Yuharu. Darsteller: Chishu Ryu (Shuhei Horikawa), Shuji Sano (Ryohei, sein Sohn), Haruhiko Tsuda (Ryohei, als Kind), Shin Saburi (Yasutaro Kurokawa), Takeshi Sakamoto (Makoto Hirata), Mitsuko Mito (Fumi Hirata), Masayoshi Otsuka (Seichi Hirata), Shinichi Himori (Minoru Uchida).


Handel: The Messiah By Hermann Scherchen (UK Import)
Handel: The Messiah By Hermann Scherchen (UK Import)

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitreißend!, 31. März 2016
Mit Abstand die mitreißendste Interpretation, die ich kenne, aber noch (von 1953) in MONO (Klemperer kann hier und da ein bischen mithalten, ist aber unvollständig). Vielleicht nicht für alle Geschmäcker, aber herausragend! - Nicht umsonst geben bei AMAZON.COM 70% der Rezensenten 5 Sterne, bei messiah-guide.com wird sie als beste Aufnahme aus den 50'ern mit 8 von 10 Sternen gefeiert!
Längere Besprechung bei nächster Gelegenheit.


Serenade for Strings/Czech Suite
Serenade for Strings/Czech Suite
Preis: EUR 11,39

5.0 von 5 Sternen Wunderbar interpretiert, 26. März 2016
Rezension bezieht sich auf: Serenade for Strings/Czech Suite (Audio CD)
Dvorak, der bekannteste tschechische Komponist, hat das musikalische Handwerkszeug des 19. Jahrhunderts souverän gehandhabt, wobei er mit zunehmenden Jahren immer mehr u. a. von seinem Vorbild und Mentor Brahms dazugelernt hat. So hat dieser über Dvorak gesagt: "Der Kerl hat mehr Ideen als wir alle. Aus seinen Abfällen könnte sich jeder die Hauptthemen zusammenklauben." Dvorak hat sich aus dem reichen melodisch-rhythmischen Fundus der tschechischen Volksmusik inspirieren lassen und bietet ein fast unerschöpliches Reservoir in vielen musikalischen Sparten. Gute musikalische Handwerker sind in den letzten Jahrzehnten viele wiederentdeckt worden, aber deren melodische Kreativität lässt vielfach zu wünschen übrig - bei Dvoraks unbekannteren Werken hingegen kann der Liebhaber anspruchsvoller melodischer Werke noch manches neu entdecken.
Es werden auf der CD nicht die bekannten Werke, aber melodisch sehr ansprechende Stücke geboten. Die reizende Serenade von 1875 wird hier vom 1951 gegründeten Prager Kammerorchester wunderbar musiziert. Auch die typisch tschechische Musik der Tschechischen Suite von 1879 hat in diesen Aufnahmen von 1976 den denkbar größten Charme. Von beiden Werken kenne ich keine besseren Darbietungen - auch ohne Dirigenten ist dies ein Klasse-Orchester!


Ugetsu monogatari - Erzählungen unter dem Regenmond (OmU)
Ugetsu monogatari - Erzählungen unter dem Regenmond (OmU)
DVD ~ Mori Masayuki
Wird angeboten von kairos-filmverleih
Preis: EUR 18,40

5.0 von 5 Sternen Packende Geisterballade, 19. März 2016
Der 1898 geborene und 1956 gestorbene japanische Meisterregisseur MIZOGUCHI wurde mit seinem Spätwerk von den französischen Regisseuren der Nouvelle Vague (besonders von Truffaut) hochgeschätzt. Seine Schwarz-Weiß-Filme sind von wohlgeordneter Schönheit, Klarheit sowie Zurückhaltung und glänzen mit einer eindrücklichen meditativen Bildführung. Häufig werden von ihm erschütternde Frauenschicksale in der japanischen Geschichte dargestellt, die dann aber auch ein sehr düsteres Licht auf die japanische Gesellschaft werfen.
Der 1953 entstandene etwa 95minütige Film nach Erzählungen von Akinari Ueda ist so etwas wie die 'Mutter Courage' Japans. Zwei Brüder möchten am Ende des 16. Jahrhunderts von einem Krieg profitieren, indem der eine (Genjuro) sich als Töpfer möglichst viel Gewinn und der andere (Tobei) Ruhm als Samurai erhofft. Die Brüder und ihre Frauen fliehen mit einem Boot über einen See - die schlimmen Vorzeichen, die ihnen auf dem Weg begegnen, ignorieren sie. Genjuro lässt seine Frau Miyagi und seinen kleinen Sohn am Ufer zurück, dann verkaufen sie ihre Töpferwaren mit großem Gewinn in der nächsten Stadt. - Tobei kauft sich eine Samurai-Ausrüstung und sucht sich Soldaten anzuschließen - während seine Frau gerade das Opfer solcher Soldaten wird. Später trifft der vermeintlich erfolgreiche Samurai sie als Prostituierte wieder. - Genjuro trägt seine Töpferwaren zum Landhaus der Prinzessin Wakasa und wird zu ihrem Geliebten - bis ihm berichtet wird, dass sie in Wirklichkeit ein böser Dämon sei (der 'Regenmond' soll die bevorzugte Zeit der Geister sein)... Er kehrt schließlich nach Hause zur Familie zurück - seine Frau und sein Sohn scheinen ihn zu erwarten...Der Film zeigt das individuelle Leid des Krieges, wobei er gerade auch das Geisterreich in eindringlicher Darstellung nützt. Beide Brüder kehren - wie Mutter Courage - mit leeren Händen aus dem Krieg zurück. Mit irgendwelchen Vorstellungen von Glück ist dieser unvereinbar. - Die meisterhafte Handschrift des Regisseurs ist vielfach zu bestaunen. Ein eindrucksvolles Meisterwerk, das in Venedig 1953 den Silbernen Löwen gewann und für den Oskar nominiert war.


The Japanese Masters Collection: The End of Summer / Floating Weeds / The Life of O-Haru / The Lady of Musashino [UK Import]
The Japanese Masters Collection: The End of Summer / Floating Weeds / The Life of O-Haru / The Lady of Musashino [UK Import]
DVD ~ Yasujiro Ozu

5.0 von 5 Sternen 3 Klassiker und eine Gegenwartstragödie, 19. März 2016
Der 1898 geborene und 1956 gestorbene japanische Meisterregisseur MIZOGUCHI wurde mit seinem Spätwerk von den französischen Regisseuren der Nouvelle Vague (besonders von Truffaut) hochgeschätzt. Seine Schwarz-Weiß-Filme sind von wohlgeordneter Schönheit, Klarheit sowie Zurückhaltung und glänzen mit einer eindrücklichen meditativen Bildführung. Häufig werden von ihm erschütternde Frauenschicksale in der japanischen Geschichte dargestellt, die dann aber auch ein sehr düsteres Licht auf die japanische Gesellschaft werfen.
'THE LIFE OF O-HARU' (5*) spielt am Ende des 17. Jahrhunderts und zeigt das schicksalhafte Leben der Frau Oharu in einer von Männern dominierten Welt. Als Frau ist sie fast nur Mittel zum Zweck und Objekt der Männer. 15 Minuten lang ist Toshiro Mifune als ihr nicht standesgemäßer Liebhaber zu sehen. Ihre kurze Glückssträhne währt dann im Film gerade 5 Minuten lang. Dann gerät das Leben der Frau immer mehr aus den Fugen, bis sie zur Prostituierten und Bettlerin herabsinkt. 130minütige nüchtern-sachliche Dramatik, die erst 6 Minuten vor dem Ende etwas Filmmusik zur Unterstützung benötigt. Ein düsteres eindrucksvolles Meisterwerk, das in Venedig 1952 den Silbernen Löwen gewann. Mir ein wenig ZU düster, aber das ist halt Geschmackssache. Trotzdem ein absolutes Meisterwerk, das 5 Sterne verdient. Einen Stern abziehen könnte man hier allenfalls für die etwas magere Untertitelung, die noch dazu nicht abschaltbar ist und auch noch fest in den Film eingebrannt.
'The Lady of Musashino' (4*) ist Michiko, die mit ihrem Mann Akiyama unglücklich verheiratet ist. Sie lebt in Musashino im Haus ihrer Eltern, die dann beide kurz nach dem Kriege sterben. Das Haus erbt Michiko, die am Grab ihres Vaters schwört, die Ehre und das Erbe seiner Familie in Ehren zu halten. Nebenan lebt ihr Cousin Ono, der ebenfalls eine unglückliche Ehe mit Tomiko führt. Dann kehrt ihr anderer geliebter junger Cousin Tsutomu aus dem Kriege zurück, mit dem sie viel Zeit in Musashino verbringt, indem die beiden ausgedehnte Spaziergänge durch das idyllische Grün unternehmen. Akiyama stellt Tomiko, Tomiko Tsutomu nach, ohne viel Erfolg. Bei einem Tages-Spaziergang geraten Michiko und ihr geliebter Cousin in ein Gewitter und müssen zusammen in einem Hotel übernachten. Ihr Cousin begehrt sie (Liebe sei Freiheit, und Freiheit Macht), sie weist ihn ab (Moralität sei die einzige Macht). Dann sagt sie ihm, noch höher als Moralität stehe das gegebene Wort. Beide kehren ins Haus zurück. Ihr Mann ist zusammen mit Tomiko verschwunden und hat die Eigentums-Urkunden für das Haus mitgenommen. Ono erklärt ihr, ihr Mann könne mit den Unterlagen das Haus verkaufen, es sei denn sie sterbe vorher und würde 2/3 an jemand anders vererben. - Ihrem Mann gelingt es nicht, die Papiere zu Geld zu machen, also kehrt er nach Hause zurück - wo Michiko im Sterben liegt... Tsutomu weist das Erbe ab und geht spazieren - am Rande des Grüns begegnet er dem heutigen, wirklichen Musashino, das ein städtischer Vorort von Tokyo geworden ist. War das idyllische, grüne Musashino nur ein Wunschtraum?!
Michiko hat ihr beschworenes Lebensziel, das Erbe der Familie in Ehren zu halten, in Gefahr gesehen und sich geopfert. Ihr gegebenes Wort ist ihr wichtiger als ihr Leben. Mizoguchi soll sich in den letzten Jahren seines Lebens dem Buddhismus zugewandt haben - hier scheint er noch weit davon entfernt zu sein. Wenige Jahre zuvor war den Deutschen ihr Schwur auf Hitler und den Japanern der auf den Kaiser wichtiger als ihr Leben - ist Mizoguchi hier nicht noch der faschistischen Ideologie ganz nahe? Tsutomu hat zuvor noch zu Recht die Frage gestellt, was am Harakiri denn ehrenhaft sei. Michiko macht aber etwas ähnliches und wird vom Regisseur dafür glorifiziert. - Ein meisterhaft arrangierter Film (1951) mit sehr schönen Bildern, der mit seiner zweifelhaften Aussage den Zuschauer etwas ratlos zurücklässt.

OZU ist 1903 in Tokio geboren und dort 1963 gestorben. Er ist der 'japanischste' der großen japanischen Regisseure. Ozus Filme beschäftigen sich vor allem mit Familiengeschichten - d. h. mit den Besonderheiten der japanischen Familie der Mittelschicht. Die Kameraarbeit besteht oft aus langen Einstellungen mit wenig Bewegung, und es wird fast immer aus Augenhöhe aufgenommen - oft aus der von am Boden sitzenden Akteuren. Das führt zu einer meditativen Ruhe und Schönheit, die wir im westlichen Kino kaum gewohnt sind.
'Floating Weeds' (Treibendes Schilf/Ukigusa) (5*): Die Story ist in der Ozu-Box stumm als 'Der Wanderschauspieler' (1934) enthalten. Ein alternder Wanderschauspieler leitet eine wenig erfolgreich durch die Gegend tingelnde Kabuki-Theatertruppe, seine Frau sieht ihn selten (hier sogar erst wieder nach 12 Jahren) und der Sohn kennt ihn nur als periodisch auftauchenden Onkel (der aber aus der Ferne für ihn gesorgt hat). Die Theatertruppe schlägt ihre Zelte in dem Ort auf, in dem Frau und Kind leben, der Vater besucht die beiden und unternimmt etwas mit dem Sohn. In der Truppe hat der Vater eine Geliebte, die von seinen Besuchen bei der Familie erfährt, ihn dort aufsucht und ihre Freundin anstiftet, den Sohn zu verführen. Als der Sohn immer seltener zuhause auftaucht, kommt es zum Streit. Der Sohn erfährt, dass es sein Vater und nicht sein Onkel ist, will es aber nicht glauben. Der Vater löst die Truppe mangels Erfolg auf und will fortan nur noch Mann und Vater sein. Der Komplikationen leid, beschließt er dann aber, eine neue Schauspieltruppe zu gründen und setzt sich mit seiner bisherigen Geliebten (mit der er sich vorher bitter gestritten hatte) gemeinsam in den Zug.
Dieselbe Story hier 1959, nur in Farbe und mit Ton. Aber welch ein Unterschied! In einem Tonfilm lassen sich doch ein Vielfaches an Handlung bzw. Information unterbringen. Intensive Beziehungsdramen, wobei jeweils beide Parteien nachvollziehbar agieren; alle machen Fehler, die nicht immer korrigierbar sind; Wiederannäherung ist möglich, wenn die entsprechende Einsicht da ist. Dies ist auch ein Film über die besonders schwierigen Beziehungen von Menschen, die ständig unterwegs sind (was permanenten Abschied bedeutet). Ein untypischer Ozu, am Anfang Komödie, im zweiten Teil sehr viel Dramatik, darum besonders aufregend. Vielleicht mein Lieblings-Ozu, aber kein so leichter Film.
Bei ARTIFICIAL EYE ist die Musik am Anfang und am Ende etwas verzerrt, die Untertitel sind nicht immer gut lesbar (ich hoffe, dass die EUREKA-Fassung noch besser ist).
'The End of Summer' (Der Herbst der Familie Kohayagawa) (5*): Der Patriarch, Besitzer einer Sake-Brauerei, ist leichtlebig und trifft sich nach dem Tode seiner Frau mit seiner früheren Flamme, die vermeintlich eine Tochter von ihm hat. Seine eine Tochter und deren Mann lassen ihm nachstellen, um dies aufzudecken und machen ihm bittere Vorwürfe. - Zwei andere Töchter sollen verheiratet werden - die eine nimmt sich dann lieber einen anderen Mann; die andere (verwitwet und mit Kind) lässt sich zwar auf ein Date ein, haut dann aber einfach ab, um letzten Endes alleine zu bleiben. - Der Patriarch hat einen Herzanfall, der die Familie alarmiert. Nach seiner Erholung gibt es dann irgendwann den zweiten, tödlichen Anfall. Auf der Trauerfeier trifft sich die Familie noch einmal. Der Verstorbene wird um die Leichtigkeit seines Lebens beneidet. - Währenddessen kann sich der kleine Betrieb der Familie wirtschaftlich gegen die Konkurrenz der Großkonzerne nicht halten und wird verkauft oder fusioniert werden müssen. Und man sieht Krähen auf den Grabsteinen sitzen.
Neonreklamen verheißen "New Japan", während ein kleiner Betrieb gegen internationale Großkonzerne aufgeben muss. Die vermeintliche Tochter des Patriarchen verabredet sich dauernd mit wechselnden Männerbekanntschaften, meist Amerikanern. Sie trauert nicht um ihren tot danebenliegenden "Vater", aber um die Nerzstola, die dieser ihr noch hätte kaufen sollen. Das traditionelle Japan geht unter, aber das Rad der Wiedergeburten läuft einfach weiter - wie uns Chishu Ryu als Bauer am Fluss beiläufig mitteilt.
Ein wahrlich vollendeter Farbfilm (1961) als Abschluss des Schaffens von Ozu! - nur dass es dann noch einen weiteren von ihm gab.

Insgesamt eine sehr interessante Box, deren Preis nur meist etwas zu hoch ist.


The End of Summer [UK Import]
The End of Summer [UK Import]
DVD ~ Reiko Dan

5.0 von 5 Sternen Die Alten sterben, die Jungen leben weiter, 19. März 2016
Rezension bezieht sich auf: The End of Summer [UK Import] (DVD)
"Der Herbst der Familie Kohayagawa": Der Patriarch, Besitzer einer Sake-Brauerei, ist leichtlebig und trifft sich nach dem Tode seiner Frau mit seiner früheren Flamme, die vermeintlich eine Tochter von ihm hat. Seine eine Tochter und deren Mann lassen ihm nachstellen, um dies aufzudecken und machen ihm bittere Vorwürfe. - Zwei andere Töchter sollen verheiratet werden - die eine nimmt sich dann lieber einen anderen Mann; die andere (verwitwet und mit Kind) läßt sich zwar auf ein Date ein, haut dann aber einfach ab, um letzten Endes alleine zu bleiben. - Der Patriarch hat einen Herzanfall, der die Familie alarmiert. Nach seiner Erholung gibt es dann irgendwann den zweiten, tödlichen Anfall. Auf der Trauerfeier trifft sich die Familie noch einmal. Der Verstorbene wird um die Leichtigkeit seines Lebens beneidet. - Währenddessen kann sich der kleine Betrieb der Familie wirtschaftlich gegen die Konkurrenz der Großkonzerne nicht halten und wird verkauft oder fusioniert werden müssen. Und man sieht Krähen auf den Grabsteinen sitzen.
Neonreklamen verheißen "New Japan", während ein kleiner Betrieb gegen internationale Großkonzerne aufgeben muss. Die vermeintliche Tochter des Patriarchen verabredet sich dauernd mit wechselnden Männerbekanntschaften, meist Amerikanern. Sie trauert nicht um ihren tot danebenliegenden "Vater", aber um die Nerzstola, die dieser ihr noch hätte kaufen sollen. Das traditionelle Japan geht unter, aber das Rad der Wiedergeburten läuft einfach weiter - wie uns Chishu Ryu als Bauer am Fluss beiläufig mitteilt.
Ein wahrlich vollendeter Farbfilm (1961) als Abschluss des Schaffens von Ozu! - nur dass es dann noch einen weiteren von ihm gab.


FLOATING WEEDS [UKIGUSA](Masters of Cinema) (DVD & BLU-RAY DUAL FORMAT) [UK Import]
FLOATING WEEDS [UKIGUSA](Masters of Cinema) (DVD & BLU-RAY DUAL FORMAT) [UK Import]
DVD ~ Ganjiro Nakamura
Wird angeboten von -uniqueplace-
Preis: EUR 12,78

5.0 von 5 Sternen Besonders aufregend!, 19. März 2016
Treibendes Schilf (Ukigusa): Die Story ist in der Ozu-Box stumm als 'Der Wanderschauspieler' (1934) enthalten. Ein alternder Wanderschauspieler leitet eine wenig erfolgreich durch die Gegend tingelnde Kabuki-Theatertruppe, seine Frau sieht ihn selten (hier sogar erst wieder nach 12 Jahren) und der Sohn kennt ihn nur als periodisch auftauchenden Onkel (der aber aus der Ferne für ihn gesorgt hat). Die Theatertruppe schlägt ihre Zelte in dem Ort auf, in dem Frau und Kind leben, der Vater besucht die beiden und unternimmt etwas mit dem Sohn. In der Truppe hat der Vater eine Geliebte, die von seinen Besuchen bei der Familie erfährt, ihn dort aufsucht und ihre Freundin anstiftet, den Sohn zu verführen. Als der Sohn immer seltener zuhause auftaucht, kommt es zum Streit. Der Sohn erfährt, dass es sein Vater und nicht sein Onkel ist, will es aber nicht glauben. Der Vater löst die Truppe mangels Erfolg auf und will fortan nur noch Mann und Vater sein. Der Komplikationen leid, beschließt er dann aber, eine neue Schauspieltruppe zu gründen und setzt sich mit seiner bisherigen Geliebten (mit der er sich vorher bitter gestritten hatte) gemeinsam in den Zug.
Dieselbe Story hier 1959, nur in Farbe und mit Ton. Aber welch ein Unterschied! In einem Tonfilm lassen sich doch ein Vielfaches an Handlung bzw. Information unterbringen. Intensive Beziehungsdramen, wobei jeweils beide Parteien nachvollziehbar agieren; alle machen Fehler, die nicht immer korrigierbar sind; Wiederannäherung ist möglich, wenn die entsprechende Einsicht da ist. Der Film zeigt die Kraft der Vergebung. Dies ist auch ein Film über die besonders schwierigen Beziehungen von Menschen, die ständig unterwegs sind (was permanenten Abschied bedeutet). Ein untypischer Ozu, am Anfang viel Komödie, im zweiten Teil sehr viel Dramatik, darum besonders aufregend. Ein sehr ergreifender Film Ozus. Zuletzt voller tiefer Emotionen - tränenselig, wenn man so will. Tief beeindruckend, auch von den Bildern her. Vielleicht mein Lieblings-Ozu, aber kein so leichter Film.
Bei ARTIFICIAL EYE ist die Musik am Anfang und am Ende etwas verzerrt, die Untertitel sind nicht immer gut lesbar. Ich hoffe, dass die EUREKA-Fassung noch besser ist.


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