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Rezensionen verfasst von
Sonja Buddensiek

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Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte
Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte
von Jessica Park
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

3.0 von 5 Sternen Nette Geschichte mit einer Protagonistin, die nicht weiß, was sie will, 26. Juli 2014
Matt stellte seine Umhängetasche auf den Barhocker neben sich und setzte sich an die Küchentheke. Er starrte den Teller vor sich an. "Was ist das?"
"Das ist eine gastronomische Darstellung von Die Katze auf dem heißen Blechdach." Julie stemmte die Hände in die Seiten. "Siehst du's denn nicht? Es geht um die Suche nach der sexuellen Identität, wofür die beiden phallischen Formen eindeutig ein Beleg sind."
Matt sah sie verständnislos an. "Wovon redest du?"
"Wovon redest du? Das sind Cannelloni, du Blindgänger. Wofür hältst du es denn?"
--

INHALT:
Julie ist frisch nach ihrem Auszug von zuhause in Boston angekommen, wo sie studieren möchte, und macht gleich Bekanntschaft mit ihrem ersten Problem: Die Wohnung, die sie beziehen wollte, gibt es gar nicht! Rettung naht durch eine befreundete Familie ihrer Mutter, bei der sie vorübergehend einquartiert wird. Kost und Logis sind frei, wenn sie dafür auf Celeste aufpasst - Celeste, ein dreizehnjähriges Mädchen, das eine Pappfigur seines Bruders Finn mit sich herum trägt. Julie findet das zwar seltsam, aber nicht seltsam genug, um das Angebot auszuschlagen. Außerdem sieht Finn gar nicht mal schlecht aus. Und als er beginnt, ihr Mails zu schreiben, spielen ihre Gefühle verrückt...

MEINE MEINUNG:
"Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte" wird, entgegen der aufkommenden Vermutung aufgrund des Titels, aus der 3. Person von Julie erzählt und nicht aus der Ich-Perspektive. Das ist ungewöhnlich für Contemporary-Romane, passt zu der Figur jedoch sehr gut. Der Stil ist leicht und auch an den ernsteren Stellen flüssig zu lesen. Es wird schnell klar, warum der Roman im Original ein ebook-Bestseller wurde, denn Humor und nette Szenen sind vorhanden - mir fehlte hier jedoch etwas.

Julie ist eigentlich eine sympathische und zum Identifizieren geeignete Protagonistin - insbesondere ihr Sarkasmus und ihre schlagfertigen Antworten gefallen sehr. Sie ist hilfsbereit und setzt sich für die Menschen ein, die ihr am Herzen liegen, ist aber gleichzeitig auch recht oberflächlich. Gutes Aussehen ist ihr wichtig, ebenso ihrer Meinung nach angemessene Kleidung, weshalb sie Menschen, die ihrem Bild nicht entsprechend, gerne in Schubladen steckt. Das macht sie zum Beispiel mit Matt, Finns Bruder. Dieser ist ein freundlicher, liebevoller Zeitgenosse mit einigen nerdigen Eigenschaften, die sie ihm pausenlos unter die Nase reibt, obwohl ich für meinen Teil sie zum Beispiel wenig schlimm fand. Besonders im Anbetracht der Tatsache, dass Julie von sich selbst erzählt, dass sie gerne lernt...Celeste ist, so viel ist klar, die spannendste Persönlichkeit des Romans. Sie hat ihre Marotten, spricht zum Beispiel sehr gehoben, und ist nicht ganz einfach, aber mit ihrer ehrlichen Art und ihrer Menschenkenntnis schleicht sie sich schnell ins Herz des Lesers.

An manchen Stellen geht der Roman auch abgesehen von dem schrulligen Mädchen durchaus in die Tiefe - es geht um Freundschaft und Familie, Freude und Verlust. Julie gelingt es auf langsame, aber wirksame Weise, nicht nur Celeste sondern auch den anderen mit ihrer eigenwilligen Art zu helfen. Das Ganze hätte jedoch weitaus mehr sein können, hätte die Autorin nicht auf so klischeehafte Weise einen Plot-Twist verarbeiten wollen, der in keinster Weise überraschen kann. Und auch der Mail-Austausch zwischen zwei Personen, die sich nicht kennen, konnte mich weniger begeistern, weil ich persönlich einfach kein Fan dieses Stilmittels bin, genauso wenig wie von Chat-Nachrichten. Und die oft Kapitel einleitenden Postings der Hauptfiguren auf Facebook sind zwar sehr witzig, haben jedoch leider keinen Bezug zum Inhalt.

Schade ist auch, dass sich die Liebesgeschichte für mich nicht ganz nachvollziehbar entwickelt. Julie weiß lange Zeit nicht, was sie eigentlich will und daher kommt ihre Wandlung sowie das Eingestehen ihrer Gefühle dann doch recht plötzlich. Ansonsten jedoch gibt es immer wieder äußerst unterhaltsame Streitgespräche und urkomische Situationen, genauso wie ernste Szenen, die durchaus zu berühren wissen - vor allem, wenn es um einzelne Schicksale geht, die einem so bisher noch gar nicht klar waren. Die letzten 80 Seiten des Buches haben mich mehr überzeugen können als der gesamte Roman zuvor, weil hier endlich die versprochene Originalität durchkommt. Schade, dass das nicht schon früher passiert ist.

FAZIT:
"Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte" besitzt einige äußerst spannende Charaktere, die zu begeistern wissen - leider ist die Protagonistin selbst einigermaßen oberflächlich, wodurch auch die Geschichte ein wenig in Stereotypen versackt. Erst der Schluss wird wieder richtig gut. Dafür gibt es sehr knappe 3,5 Punkte von mir, hier abgerundet auf 3.


Stigmata: Nichts bleibt verborgen
Stigmata: Nichts bleibt verborgen
von Beatrix Gurian
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Originelle Ideen nicht gut und überraschend genug umgesetzt, 20. Juli 2014
"Das ist aber komisch", sagt Tom. "Unglaubwürdig, irgendwie."
Philipp zuckt mit den Schultern. "Leute, hier ist doch alles verrückt."
Er hat recht, es ist unfassbar, dass ich nichts davon gemerkt habe, wie mein Bett hierher getragen worden ist.
Dieses schwarze Loch in meinem Kopf, dort wo meine Erinnerung sein sollte, breitet sich aus und stülpt sich über mein Inneres.
Und irgendwie denke ich zum ersten Mal, dass ich nichts dagegen hätte, wenn es mich einfach verschlingen würde und alles vorbei wäre.
--

INHALT:
Nachdem ihre Mutter bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, versinkt die junge Emma in tiefer Trauer. Bis sie einen Brief erhält - mit der Einladung in ein Jugendcamp, wo sie angeblich Antworten auf ihre Fragen erhalten soll. Dort angekommen erwarten sie nicht nur ein heruntergekommenes Schloss, seltsam agierende Leiter und gruselige Fotos, die unter ihrem Kopfkissen auftauchen, auch scheinen mit den vier Jugendlichen, einschließlich ihr, gruselige Psychospiele getrieben zu werden. Emma versucht herauszufinden, was vor sich geht und entdeckt dabei einiges, das sie daran zweifeln lässt, ob ihre Mutter überhaupt tot ist...

MEINE MEINUNG:
Ein Mystery-Thriller namens "Stigmata" - nicht selten, aber doch immer wieder ein spannendes Thema. Autorin Beatrix Gurian verbindet in ihrem Roman Grusel, Fiktion und Realität einigermaßen geschickt miteinander - wozu aber sicherlich auch die in die Handlung eingebundenen und thematisch passenden Bilder beitragen, die immer wieder zu finden sind. Der Schreibstil ist jugendgerecht, die Protagonistin erzählt aus der Ich-Perspektive und zwischenzeitlich geben auch Briefe bzw. Tagebucheinträge aus früheren Jahren einen Einblick in die Gedankenwelt anderer Personen. Schade ist, dass der Buchtitel im Gesamten eigentlich recht wenig mit dem Inhalt zu tun hat und mehr oder weniger Aufmerksamkeit heischend wirkt.

Protagonistin Emma hat nach dem Tod ihrer Mutter eine Phase der Trauer, aus der sie erst erwacht, als sie erfährt, dass es vielleicht kein Unfall war - ja, ihre Mutter vielleicht sogar noch lebt. Sie ist durchaus eine starke Person, die sich nicht alles gefallen lässt, gleichzeitig erschien sie mir manchmal jedoch etwas egoistisch, etwa indem sie alle anderen die Arbeit machen lässt, damit sie sich auf die Suche nach Antworten machen kann. Die anderen Charaktere bleiben leider einigermaßen blass und scheinen nur der Spannung halber zwischenzeitlich Misstrauen erweckende Züge zu entwickeln. Besonders die Leiter des Camps entwickeln kaum eigenes Leben und viele Fragen bleiben offen.

Spannend ist der Roman dafür überwiegend. Schließlich möchte der Leser genauso sehr wie Emma wissen, was nun genau mit ihrer Mutter geschehen ist, was es mit dem verfallenen Schloss auf sich hat und mit den gruseligen Dingen, die dort geschehen. Die Atmosphäre wird dabei nur noch geheimnisvoller durch die Fotos, die in ihrem düsteren Grün sehr schaurig wirken. Schade ist allerdings, dass an anscheinend wahllosen Stellen Erinnerungen einer bestimmten Person eingeschoben werden, durch die man Emma mehrere Schritte voraus ist. Kommt diese dann schließlich auch an diesen Punkt, werden ihre Erkenntnisse dennoch endlos wiedergekäut, was zumindest für mich ermüdend war.

Außerdem sind die Ereignisse im Schloss, Emmas schaurige Erfahrungen und das Arrangieren der vier unterschiedlichen Teenager untereinander viel spannender als die Geschichte einer ungewollten Schwangerschaft in der Vergangenheit, die mir viel zu ausführlich erzählt wurde. Darauf ist es möglicherweise auch zurückzuführen, dass am Ende alles gehetzt und viel zu kurz wirkt - die übliche komplette Offenlegung des Plans durch den Täter, der mich leider gar nicht überraschen konnte, und ein zu kurz wirkender Abschluss wirkten auf mich, als hätte Beatrix Gurian keine Zeit mehr gehabt. Nach dem guten Anfang hat mir hier etwas Spektakuläres eindeutig gefehlt.

FAZIT:
Beatrix Gurians "Stigmata" besitzt eine spannende und gruselige Grundidee, die mir jedoch zu wenig originell und streckenweise auch zu langweilig erzählt wurde. Die stimmungsvollen Bilder machen die fehlenden wirklich originellen Ideen und den viel zu kurz geratenen Schluss leider nicht wett. Von mir gibt es dafür nur gute 2,5 Punkte, hier aufgerundet auf 3.


Dein eines, wildes, kostbares Leben
Dein eines, wildes, kostbares Leben
von Jessi Kirby
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen 3,5 Punkte für einen leichten Roman mit leider etwas unausgereiften Figuren, 12. Juli 2014
"Lass uns Kaffee trinken gehen."
Sie neigt den Kopf. "Ernsthaft? Dir ist schon klar, dass es gleich klingeln wird, oder?"
"Ja." Ich zucke mit den Schultern, als wäre es nicht das erste Mal, dass ich mit ihr die Schule schwänze. "Aber danach muss ich noch wohin. Und du darfst keine Fragen stellen, okay?"
"Wohin du willst, P." Sie lächelt. "Gefällt mir, dein neues Ich. Wer auch immer sie ist."
--

INHALT:
Parker weiß genau, was sie möchte: Das hoch dotierte Stipendium ihrer Stadt erhalten und dann an ihrer Wunsch-Universität studieren. Während sie also lernt, auf ihre Mutter hört und den Spaß zurückstellt, bemerkt sie kaum, welche Chancen sie im Leben verpasst. Doch dann fällt ihr eines Tages ein Tagebuch in die Hand - und zwar das von Julianna, fast schon eine Legende, die als perfekt galt und ein Jahrzehnt zuvor bei einem Unfall ums Leben kam. Doch was in ihren Aufzeichnungen steht, zeichnet nicht das Bild einer perfekten Frau, sondern eines Mädchens mit Wünschen und Träumen. Und zum ersten Mal überlegt auch Parker, ob ihr Leben wirklich so ist wie sie das gern hätte...

MEINE MEINUNG:
"Dein eines, wildes, kostbares Leben", dessen Titel auf einer Zeile aus einem Gedicht von Robert Frost basiert [die auch Einfluss auf den Verlauf der Geschichte nimmt], handelt von dem Aufbrechen der üblichen Strukturen, vom Rebellieren und sich selbst finden. Die 17-jährige Parker macht genau dies im Roman durch und lernt sich selbst im Laufe dessen besser kennen. Jessi Kirbys Schreibstil ist manchmal jugendlich-leicht, dann wieder poetisch-nachdenklich - oft gelingt die Balance, nur selten driftet das Ganze etwas ins Pathetische ab.

Parker ist eine recht sympathische Protagonistin, deren Hang zur Einfachheit des Gehorchens man oftmals durchaus nachvollziehen kann - ihre Mutter schreibt ihr vieles vor, und anstatt sich durchzusetzen, nimmt sie dies hin. Ihre Entwicklung zu einer unabhängigeren jungen Frau ist glaubwürdig, sie trifft jedoch auch viele sehr naive und unreife Entscheidungen, die doch recht klischeehaft wirken. Ihre beste Freundin Kat ist im Gegensatz zu ihr eher der impulsive Typ und versucht sie immer wieder zu kleineren Missetaten zu überreden, akzeptiert jedoch auch Parkers Korrektheit, was sie zu einem schönen Charakter macht. Am wenigsten erfährt man leider von Parkers Schwarm Trevor - dieser sieht gut aus, ist durchaus charmant und hilft ihr bei ihrer Suche nach Antworten, ansonsten bleibt er allerdings sehr blass.

Das Problem des Buches ist leider, dass es so kurz ist - in knapp 300 Seiten kann einfach keine großartige Entwicklung stattfinden. Dabei ist die Geschichte eigentlich so interessant - Parkers Suche nach der Wahrheit um Julianna sowie deren Tagebucheinträge, die von einem Leben voller Sehnsucht, aber auch Schmerz handeln, sind wunderbare Grundsteine für eine fesselnde Geschichte. Auch der kleine Roadtrip, zu dem es auf den letzten 100 Seiten kommt, hätte, mehr ausgebaut, super überzeugen können mit der Mission, die verfolgt wird. Da das alles jedoch in so wenige Seiten gequetscht wird, erscheint es einem doch sehr unrealistisch, dass sich Parker, nachdem sie immer ein behütetes und bestimmtes Leben geführt hat, nur wegen eines Tagebuchs so drastisch verändern würde.

Denn für ihre Art wird sie tatsächlich regelrecht draufgängerisch. Dass das alles wegen einer fremden Frau geschehen soll, die so gar nichts mit ihr zu tun hatte, erschien mir reichlich unwahrscheinlich. Dennoch: Der Roman ist schön zu lesen, schnell und flüssig, und weiß insbesondere in den Dialogen zu überzeugen. Auch ist es wunderbar, mal wieder eine Geschichte vor sich zu haben, in der die Freundschaft eher im Vordergrund steht, und die Liebesgeschichte nur einen kleinen Teil einnimmt. Bis zum Ende bleibt das Ganze so sehr mitreißend, auch wenn die Enthüllungen hier doch ein wenig aus der Luft gegriffen scheinen, weil sie auf recht vielen Zufällen basieren. Die Botschaft wird aber trotzdem klar: Fang etwas an mit deinem einen, wilden, kostbaren Leben. Das sollten wir alle tun.

FAZIT:
Jessi Kirbys "Dein eines, wildes, kostbares Leben" besitzt eine Grundidee, die von dem Wert der eigenen Entscheidungen und dem Auskosten des Lebens handelt, und das vermittelt ein schönes Gefühl. Auf den nur 300 Seiten kommen die Charaktere und Entwicklungen jedoch zu kurz, ebenso wie die Story zum Ende hin etwas abstrus wirkt. Für nette Schmökerstunden aber das Richtige! Knappe 3,5 Punkte.


Steelheart
Steelheart
von Brandon Sanderson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Machthungrige Superhelden und rachsüchtige Rebellen - packend erzählt!, 17. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Steelheart (Gebundene Ausgabe)
So erwachte in mir die Ahnung, dass man auch Steelheart töten konnte. Irgendetwas an der Bank, an der Situation, an der Waffe oder an meinem Vater selbst hatte seine Unverletzlichkeit aufgehoben. Es war allgemein bekannt, dass Steelheart eine Narbe auf der Wange hatte. Ich war allerdings der einzige lebende Mensch, der wusste, wie sie entstanden war.
Ich hatte Steelheart bluten sehen.
Ich werde ihn wieder bluten sehen.
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INHALT:
Zehn Jahre zuvor ist Davids Vater getötet worden - von einem Mann mit Superkräften, Steelheart. Von diesen besonderen Menschen gibt es seit einer seltsamen Erscheinung am Himmel so einige und sie alle verbindet eines, auch wenn sich ihre jeweiligen Kräfte unterscheiden: Sie sind böse. Und Steelheart ist einer der Schlimmsten. Daher ist alles, was David antreibt, die Rache; der Wunsch, ihn leiden zu sehen. Er schließt sich den sogenannten Rächern an, um seine Pläne in die Tat umzusetzen, doch das ist viel schwieriger als gedacht...

MEINE MEINUNG:
Superhelden sind für uns ein Phänomen, etwas, das wir vielleicht gern sein würden, auf jeden Fall jedoch ein Ausdruck der Faszination für das Unbekannte ebenso wie der Hoffnung auf Rettung. Was aber nun, wenn Menschen mit Superkräften diese eben nicht für das Gute einsetzen, sondern für das Böse - und es niemanden gibt, der sie bekämpfen kann? Brandon Sandersons "Steelheart" setzt genau da an und schafft so ein furioses Szenario, das vollkommen gefangen nimmt.

Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von David. Dieser ist getrieben von seinem Hass auf Steelheart und lebt eigentlich nur für seine Rache, nimmt sogar seinen eigenen Tod in Kauf, um diese zu erreichen. Dies liegt zum Teil jedoch auch an seiner Abschottung von der Außenwelt, was sich ändert, als er auf die Rächer trifft. Er öffnet sich - und wird so auch für den Leser zugänglicher. Seine Kumpanen bei der Umsetzung des Planes tragen dazu vor allem mit ihren unterschiedlichen und gut ausgearbeiteten Persönlichkeiten bei. Cody hat beispielsweise immer etwas zu sagen und erzählt die verrücktesten Geschichten; Megan wirkt immer sehr abweisend und geheimniskrämerisch, hat aber auch sanfte Momente und der Prof sorgt für sein Team wie ein Vater, verbirgt jedoch eine dunkle Seite. Keine Frage, die Charaktere überzeugen, und zwar durchweg.

Die Geschichte an sich weiß besonders durch ihre Vielschichtigkeit zu begeistern. Dadurch, dass die immer als Retter der Welt gesehenen und erwarteten Superhelden - hier übrigens Epics genannt - tatsächlich machthungrig, egoistisch und grausam sind, herrscht im Grunde eine pessimistische Stimmung. Denn gute Epics scheint es nicht zu geben, und wer sollte die Menschen dann von ihrem Elend befreien? Tatsächlich ist jedoch nicht alles so schwarz-weiß wie es zuerst scheint, und genau das macht den Roman so besonders. Charaktere entpuppen sich als völlig anders als erwartet, überraschende Entscheidungen lassen einen an dem zweifeln, was völlig sicher erschien, und immer wieder fürchtet man um die Personen, die einem wirklich ans Herz gewachsen sind.

Denn zimperlich geht der Autor nicht vor - und die Action kommt nicht zu kurz. Um ihren Plan, Steelheart zu stürzen, in die Tat umzusetzen, müssen die Rächer einiges an Zerstörung in Kauf nehmen. Und nicht immer funktioniert das, was sie sich vorgenommen haben, auch auf genau dem Wege, der eigentlich vorgesehen war. Eben das macht den Roman auch so wendungsreich und spannend, weil man nie vorhersehen kann, was als Nächstes geschieht. So verhält es sich auch mit dem Ende, das einige überraschende Entwicklungen für den Leser bereithält, die sich noch auf die folgenden Bände erstrecken werden. Einzig und allein die [allerdings wirklich kleine] Liebesgeschichte fand ich etwas unnötig und hätte für mich gut weggelassen werden können; dieser Kritikpunkt hat jedoch nie schwer genug gewogen, um mich davon abzuhalten, die Lektüre zu genießen.

FAZIT:
Brandon Sandersons "Steelheart" ist ein Fantasy-Roman wie man ihn sich nur wünschen kann: Spannend, ausgeklügelt, voller Action und Überraschungen. Ich war durchweg gefesselt und bin schon gespannt, mit welchen Enthüllungen in den Nachfolgern aufgewartet wird. 4,5 Punkte, hier aufgerundet auf 5.


Stranwyne Castle - Das trügerische Flüstern des Windes
Stranwyne Castle - Das trügerische Flüstern des Windes
von Sharon Cameron
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neuartiger, lesenswerter Steampunk-Roman, 28. Mai 2014
"Nein!", schrie mein Onkel. Er zitterte und sein rotes Gesicht sah beinahe dämonisch aus. "Nein, nein, nein!"
Lane sprang vor und streckte die Hand aus. "Hinlegen!", schrie er über die Schulter.
Ich ließ die Zeichnung des Pfaus fallen, als wäre sie glühend heiß, doch Onkel Tulman war bereits mit ausgestreckten Armen auf mich losgestürzt. Dabei stieß er eine Werkzeugkiste an, deren Inhalt sich auf dem Boden verteilte und mit den Glasscherben vermischte. Lane konnte den alten Mann gerade noch festhalten, bevor er mich erreichte.
"Gehen Sie!", brüllte er. "Um Gottes Willen, gehen Sie!"
--

INHALT:
Die junge Katharine lebt bei ihrer zänkischen und verhassten Tante Alice, weil ihre Eltern tot sind und niemand anderes ihren Lebensunterhalt sichern kann. Als diese sie beauftragt, ihren Onkel aufzusuchen und für unzurechnungsfähig erklären zu lassen, macht sie sich daher ohne Umschweife auf den Weg. Im Wohnsitz ihres Verwandten angekommen, hat sie zuerst absolut vor, den Plan in die Tat umzusetzen - bis sie mit den Erfindungen ihres sehr exzentrischen Onkels in Berührung kommt und augenblicklich fasziniert ist. Schon bald weiß sie nicht mehr, was sie tun soll. Und als wäre das nicht genug, scheint ihr auch noch jemand nach dem Leben zu trachten...

MEINE MEINUNG:
"Das trügerische Flüstern des Windes" ist, was man dem Cover nicht wirklich ansieht, Steampunk - wovon ich erst einmal ein wenig überrascht wurde. Aufgrund der kryptischen Inhaltsangabe erwartete ich eher phantastische Aspekte, stattdessen bekommt man ein leicht technisiert angehauchtes vergangenes Zeitalter geboten, versetzt ist die Geschichte außerdem noch mit einigen Krimi-Elementen. Und das ist gerade das Spannende, denn man weiß nie, was einen als Nächstes erwartet. Erzählt wird das alles aus der Ich-Perspektive der Protagonistin; der Stil ist dabei flüssig zu lesen und trotz des historischen Hintergrunds sehr gut zu verstehen.

Katharine ist anfangs kein unbedingt sympathischer Charakter, weil ihre Art doch recht arrogant und unfreundlich ist - da sie jedoch nie eine andere Gesellschaft hatte als ihre schreckliche Tante, ist ihr dies zu verzeihen. Außerdem entwickelt sie sich im Laufe der Handlung zu einer starken und sanften jungen Frau, ohne ihre Fehler jedoch ganz auszubügeln, was sie sehr menschlich macht. Ihr Onkel ist jedoch mindestens ebenso spannend. Er hat eine sehr besondere Art, braucht bestimmte Rituale und immer die gleichen Menschen um sich, um sich wohl zu fühlen. Beim Bauen seiner Gerätschaften ist er aber absolut genial und fasziniert einen als Leser so ungemein. Lane, sein "Dienstbote", der Katharine anfangs wenig leiden kann, zeigt ebenso wie sie nach und nach andere Seiten und wird einem so sympathisch. Einige Nebenfiguren bleiben ein wenig blass, andere wiederum, wie die Haushälterin Mrs Jeffries oder der kleine stumme Davy, lassen das Ganze äußerst lebendig werden und wissen einen völlig für sich einzunehmen.

Sharon Cameron gelingt es auf bemerkenswerte Weise, einen sehr schnell in die Welt von Stranwyne Castle hineinzuziehen. Die Handlung spielt sich fast ausschließlich dort ab, was jedoch nicht schlimm ist, denn zum Schloss gehören zwei Dörfer, und so gibt es eindeutig genug zu erkunden und zu erfahren. Da Katharine auch nach ihrer Ankunft den Plan verfolgt, ihren Onkel für verrückt erklären zu lassen, ist sie selbstverständlich nicht die beliebteste Person im Umkreis, was für einige Spannungen sorgt. Diese halten den Roman auch dann noch fesselnd, wenn sich die Protagonistin einmal wieder in ihren Gedankengängen verstrickt, ob sie ihrer Faszination für die Erfindungen nun nachgeben oder lieber an ihre Zukunft denken sollte. Eigentlich gäbe es für ihr Dilemma einige äußerst einfache Auswege, daher ist das ein bisschen anstrengend - aber auch nicht so störend, dass man ungern weiterlesen würde.

Denn immer wieder gibt es auch leicht unheimlich angehauchte Szenen, in denen Katharine das Heulen des Windes auf besondere Weise wahrnimmt oder ihre Schuhe plötzlich dreckverkrustet an einem anderen Ort wiederfindet - das alles lässt einen immer wieder rätseln. Zugegeben, die Erkenntnis, wer hinter all dem steckt, lässt nicht lange auf sich warten, dennoch ist es interessant, die Motive zu ergründen. Schön ist übrigens auch, dass hier nur wenig Wert auf die Liebesgeschichte gelegt wird, diese insgesamt durchaus berührt, aber nie auch nur ansatzweise in den Vordergrund gestellt wird. Wirklich besonders macht das Buch jedoch sein Schluss, der eindeutig zeigt, dass nicht immer alles gut ausgeht und manchmal auch außergewöhnliche und lieb gewonnene Menschen leiden müssen. Hier wird das Ganze konsequent durchgezogen, was mir persönlich sehr gefiel.

FAZIT:
"Stranwyne Castle: Das trügerische Flüstern des Windes", ist ein spannender und neuartiger Steampunk-Roman, der als Einzelband gelesen werden kann und als solcher auch überzeugt. Im Original ist ein 2. Teil allerdings trotzdem grade erschienen und ich bin gespannt, ob dies auch auf Deutsch geschehen wird. So oder so: Eine empfehlenswerte Lektüre! 4 Punkte.


Es duftet nach Sommer
Es duftet nach Sommer
von Huntley Fitzpatrick
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sommerliches Wohlfühl-Buch mit Tiefgang, 26. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Es duftet nach Sommer (Gebundene Ausgabe)
"Na, mach schon", blafft Mrs Partridge. "Sag's ihm. Wie es gemacht wird. Du bist schließlich schon lange genug dabei. Du weißt, wie ich meinen Rasen haben will. Erklär José hier, dass er nicht einfach so planlos kreuz und quer durch die Gegend mähen kann."
Die scharfe Spitze einer Hummerschere zwickt mich unter dem Arm und ich lasse Grandpa Bens Netz hinter mir auf den Boden gleiten. Das hier ist schon ohne Hummer im Handgepäck schlimm genug.
"Also José", sage ich energisch. "Mrs Partridge möchte ihren Rasen gern sehr gleichmäßig gemäht haben. Und horizontal."
--

INHALT:
Schon ihr ganzes Leben wohnt Gwen auf der Insel Seashell - und weiß: Es ist schön, jeden zu kennen, aber manchmal kennt man auch Leute, die man gar nicht kennen will. So geht es ihr mit Cassidy Somers. Mit ihm verbindet sie eine Nacht, die sie gern vergessen würde. Doch diesen Sommer muss der reiche Junge zur Strafe für ein paar Vergehen den Gartenboy auf der Insel geben. Und da Gwen arbeitet und im Zuge dessen immer unterwegs ist, begegnet sie ihm pausenlos und wird immerzu an das Geschehnis erinnert - was sie in ein absolutes Gefühlschaos stürzt...

MEINE MEINUNG:
Huntley Fitzpatrick hat sich mit ihrer locker-leichten und doch tief gehenden Schreibweise mit "Mein Sommer nebenan" letztes Jahr in mein Herz geschrieben - keine Frage also, "Es duftet nach Sommer" war da ein Muss. Die Ausgangslage ist eine andere, einige Dinge sind jedoch gleich geblieben: Wieder spielt sich die Handlung nur in der warmen Jahreszeit ab und wieder reißt einen der Stil sofort mit, lässt einen gemeinsam mit der Protagonistin ein paar Wochen voller Glück, aber auch Probleme erleben. Perfekte Lektüre für das Sonnenbaden also.

Gwen hat es nicht so wirklich einfach: Ihre Familie ist eher arm als reich und so muss sie in ihrer Freizeit viel arbeiten, um mit dem Geld ihre Mutter zu unterstützen. Sie hat früh erwachsen werden müssen, auch, um sich um ihren Bruder zu kümmern, und daher ist es verständlich, dass sie richtig manchmal nicht von falsch unterscheiden kann. Kein einziges Mal kommt sie daher wie eine "Schlampe" rüber, sondern nur wie ein Mädchen, das seine Macken hat - und darum ist sie so sympathisch. Cass ist mehr oder weniger das Gegenteil von ihr: Er entstammt einer reichen Familie und ist nahezu fehlerlos, so scheint es. Dass der Schein trügt, wird bald klar. Das heißt aber nicht, dass er keine liebenswerte Person ist, sondern im Gegenteil, genau das macht ihn so menschlich. Seine Art ist absolut süß und man kann gar nicht anders, als ihn bereits nach wenigen Seiten ins Herz zu schließen. Genauso geht es einem auch mit den anderen Figuren - ob nun die fidele und gut gelaunte Mrs Ellington; der kleine, unschuldige Emory mit viel Herzensgüte oder Gwens beste Freunde Nic und Viv, ein Paar, das kaum die Finger voneinander lassen kann. Bei Letzteren gibt es zum Ende hin allerdings eine einigermaßen plötzliche Entwicklung, die ruhig noch etwas besser hätte ausgearbeitet werden können.

"Es duftet nach Sommer" ist vor allem wieder eines: Eine Lektüre zum absoluten Wohlfühlen. Und gleichzeitig gelingt es Huntley Fitzpatrick dabei, auf berührende Art in die Tiefe zu gehen und einen mit ihrer durchdachten Geschichte zu beeindrucken. Es geht eben nicht nur um Gwen und Cass, sondern auch um Freundschaft, Zukunftsängste, Familie und das Leben selbst. Schon allein Gwens Besuche bei Mrs Ellington, um die sie sich ein wenig kümmern soll, sind nicht nur unheimlich witzig aufgrund der frechen Art der Frau, sie zeigen auch den Wert des Lebens. Das ist vor allem wichtig für die Entwicklung der Protagonistin, denn an ihren Aktionen in der Vergangenheit bemerkt man ihre Unsicherheit. Das heißt aber nicht, dass nicht auch sie des Öfteren einen guten Spruch auf Lager hat - und durchaus auch weiß, was sie will. Sowieso gibt es einige Szenen, die so eine lebensechte Komik besitzen, dass man sich wie mittendrin fühlt.

Das einzige Problem des Buches ist nur, dass versucht wird, sehr, sehr viele Aspekte gleichzeitig zu verarbeiten, obwohl man sich einige vielleicht lieber für ein anderes Werk aufgespart hätte. So kommen ein paar der Handlungsstränge etwas zu kurz und wirken nicht komplett ausgereift - wie zum Beispiel der, der sich um Gwens beste Freunde Nic und Vivie dreht. Ansonsten jedoch wird die Spannung durchgehend hochgehalten, die Gefühle reißen einen mit und die Liebesgeschichte entwickelt sich langsam, stetig und unendlich süß, ohne je auch nur ansatzweise kitschig zu werden. Romantische Leser kommen hier also sicherlich besonders auf ihre Kosten - allen anderen sei dieser Roman aufgrund der wunderbaren Charaktere aber mindestens genauso sehr ans Herz gelegt.

FAZIT:
"Es duftet nach Sommer" ist Huntley Fitzpatricks neuer Sommer-Roman und weiß wieder genauso wie ihr Erstlingswerk mit der schönen Atmosphäre, den tollen Figuren und der rundum gelungenen Liebesgeschichte zu begeistern. Der Plot ist allerdings etwas zu voll gepackt und wird so zwischenzeitlich etwas zäh bis unübersichtlich. Dennoch: Eine absolute Empfehlung! Sehr gute 4 Punkte.


X-Men Zukunft ist Vergangenheit
X-Men Zukunft ist Vergangenheit
DVD ~ Jennifer Lawrence
Preis: EUR 14,99

4 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehenswerte Zusammenführung von Vergangenheit und Zukunft, 26. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: X-Men Zukunft ist Vergangenheit (DVD)
"Ich will deine Zukunft nicht! Ich will deinen Schmerz nicht!"
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STORY:
In der Zukunft werden die Mutanten von in den 60er-Jahren entwickelten sogenannten Sentineln gejagt und nacheinander getötet. Die einzige Chance, der vollständigen Auslöschung der Superhelden entgegen zu wirken, ist, in die Vergangenheit zu reisen und den Bau zu verhindern. Also schickt Shadowcat Wolverine einige Jahrzehnte zurück, wo er es irgendwie schaffen muss, nicht nur Professor X, zu jener Zeit psychisch sehr angeschlagen, sondern auch dessen Erzfeind Magneto von seinem Plan zu überzeugen. Und die Feinde kommen in der Zukunft derweil immer näher...

MEINE MEINUNG:
Ich bin ja zugegebenermaßen kein großer Fan der alten X-Men-Filme, die mir irgendwie immer albern vorkamen, aber seit der etwas neueren Orientierung, die mit "Letzte Entscheidung", einem Prequel, begann, kann auch mich das Franchise begeistern. In "Zukunft ist Vergangenheit" werden nun auch die älteren Ichs der Superhelden wieder eingeführt, wobei der Film ebenso ein Sequel zu den alten Filmen darstellt als auch zu "Wolverine" von letztem Jahr. Und obwohl Zeitreise nicht meine bevorzugte Thematik ist, ist genau dieser Aspekt hier durchaus sehr interessant gelungen.

Hauptdarsteller ist wieder einmal Hugh Jackman, der erneut den etwas mürrischen und sehr toughen Wolverine gibt. Langsam wird das ewige Augenmerk auf diese Figur zwar langweilig - aber ansonsten ist seine Darstellung mal wieder phänomenal. James McAvoy spielt wieder den jungen Charles Xavier und zeigt besonders in den schmerzvollen Szenen sein gesamtes Talent, und Michael Fassbender brilliert ebenso als in seinen eigenen Vorstellungen gefangener Magneto. Ellen Page ist als Kitty Pryde wieder im Team und, da muss ich wohl nicht viel mehr sagen, beweist, weshalb sie eine der vielversprechendsten Jungschauspielerinnen ist. Überraschen kann besonders Evan Peters als frecher und lässiger Quicksilver und grandios ist selbstverständlich auch Peter Dinklage als Trask, der einerseits fasziniert ist von den Mutanten, sie gleichzeitig jedoch auch fürchtet. Insgesamt gibt es im Cast keinen einzigen Ausfall - ein grandioses Ensemble, das vor allem in den gemeinsamen Szenen spitzenmäßig zu funktionieren weiß.

Die Story basiert auf dem zweiteiligen Comic "Days of Future Past" und hält sich bis auf einige Aspekte recht nah an diese Vorlage. Dennoch muss ich anmerken, dass das Ganze nichts wirklich Neues ist - nicht selten ist es schließlich die Aufgabe der Zeitreisenden, in der Vergangenheit etwas zu verhindern, das Jahre oder Jahrzehnte später katastrophale Folgen haben wird. Abgesehen davon kann die Geschichte jedoch insbesondere dadurch überzeugen, dass es nicht nur einen alleinigen oder übermächtigen Bösewicht gibt, sondern dass viele Aspekte zusammenwirken - Magnetos Wille, die Menschen zu unterwerfen; Mystiques Alleingänge; der Hass zwischen Charles und Eric, der eine Lenkung der Geschehnisse in positivere Bahnen immer wieder zu verhindern droht.

Die Spannung lässt auf diese Weise kaum je nach und so weiß der Streifen vom Anfang bis zum Ende zu fesseln. Hinzu kommen da natürlich auch die gut gestalteten Kulissen wie auch die überzeugenden und richtig realistisch wirkenden Effekte. Im Gegensatz dazu steht dann leider das 3D, das nur an einer einzigen Stelle wenigstens ansatzweise zu erkennen ist - ansonsten wurde hier nur einmal wieder ein Aufschlag erhoben für eine Leistung, die mehr schlecht als recht geboten wird. Ebenso konnte mich das Ende leider nicht komplett überzeugen - es gibt zwar eine gute Auflösung des anfänglichen Problems, dafür ist die Schlussszene dadurch auch relativ kitschig geraten. Immerhin kann hier die kurze Sequenz nach dem Abspann entschädigen, die bereits einen phänomenalen Ausblick auf "X-Men: Apocalypse" 2016 gibt. Ich bin jedenfalls wieder dabei!

FAZIT:
"Zukunft ist Vergangenheit" vereint dieses Mal sowohl das Cast der alten Filme als auch das der neuen - und schafft so zwei jeweils auf ihre eigene Weise sehr interessante Ebenen. Nicht alles sitzt perfekt, aber es ist ein spannender und gut gelungener Superhelden-Film, der auch einen Kinobesuch wert ist. Sehr gute 4 Punkte.


Phantasmen
Phantasmen
von Kai Meyer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der etwas andere Geisterroman, 24. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Phantasmen (Gebundene Ausgabe)
Überall um uns tat sich etwas, aber die Veränderung ging fast in all dem Gleißen und Glühen unter. Ganz deutlich erkannte ich es nur bei den allernächsten Erscheinungen. Bei dem Mann gerade eben - und nun auch bei Mum und Dad.
Es war keine optische Täuschung des Totenlichts. Erst recht keine Einbildung.
Mum und Dad lächelten.
Alle Geister lächelten.
Und es war das bösartigste Lächeln, das ich in meinem ganzen Leben gesehen hatte.
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INHALT:
Irgendwann sind sie einfach da: Geister. Se tauchen an den Orten auf, an denen sie gestorben sind und verharren dort; ihre einzige Bewegung ist, sich mit der Sonne zu drehen. Die junge Rain beschließt, mit ihrer Schwester dorthin zu fahren, wo ihre Eltern gestorben sind, und sich von den harmlosen Geistern zu verabschieden. Doch als sie ankommen, verändert sich etwas - denn die Geister lächeln. Und damit geht der Schrecken erst richtig los...

MEINE MEINUNG:
Geister sind kein neues Thema in der Fiktion und schon gar nicht in der Hinsicht, dass sie für Angst bei den Menschen sorgen. Kai Meyer geht das Ganze in "Phantasmen" aber deutlich anders an - denn hier sind es nicht einige wenige Personen, die mit den Toten konfrontiert werden, sondern sie erscheinen überall. Und wirken anfangs auch recht friedlich. Erzählt wird diese Geschichte aus der Ich-Perspektive von Rain, deren taffe und entschlossene Art durch den geradlinigen Schreibstil und die präzisen Beschreibungen unterstrichen wird.

Auch ansonsten ist Rain eine Protagonistin, mit der man sich trotz ihrer anfangs sehr unfreundlich scheinenden Art identifizieren kann - unter anderem aufgrund ihres ausgeprägten Beschützerinstinkts und ihrer innigen Liebe zu ihrer Schwester. Diese ist etwas anders, nimmt wenig Rücksicht auf Gefühle und hält mit ihren Ansichten nicht hinter dem Berg, und grade diese Offenheit macht sie so interessant. Sie ist kein üblicher Charakter und deswegen so besonders. Und Tyler, den die beiden auf ihrer Reise kennenlernen, zeichnet anfangs vor allem seine fast schon manische Suche nach seiner Liebe Flavie aus, aber bald wird klar, dass er ein gutes Herz besitzt. Selbst die Bösewichte sind so gut wie nie nur schwarz-weiß gezeichnet, sondern haben oftmals auch andere Seiten, die einen gut zu beeindrucken wissen. Außer der letztendliche Strippenzieher, der meiner Meinung nach eine deutlichere Ausarbeitung verdient gehabt hätte.

Ansonsten weiß die Story, die hinter dem ganzen Roman steht, einen mitzureißen: Insbesondere zu Anfang, als die Geister sich zu verändern beginnen und Schrecken und Tod über die Welt hinein brechen lassen, läuft einem des Öfteren ein kalter Schauer den Rücken herunter. Die geschaffene neue Umgebung ist nicht nur gut ausgearbeitet, sie wirkt trotz der phantastischen Elemente auch äußerst realistisch. Dabei werden natürlich nicht wenige Fragen aufgeworfen - woher kommen die Geister und was ist ihre Aufgabe? Was bedeutet das Lächeln? Und vor allem, wie sind sie zu stoppen? Die Figuren des Romans werden unfreiwillig in die Suche nach einer Lösung hineingeworfen, und die Schlinge zieht sich immer enger zu.

Die Spannung wird auf diese Weise die gesamte Zeit über sehr hoch gehalten. Jedes Kapitel endet mit einem Cliffhanger, sodass man gar nicht anders kann, als sofort weiterzulesen, und wilde Verfolgungsjagden sowie schockierende Enthüllungen lassen einen kaum zu Atem kommen. Zum Glück wird aufgrund der vielen Ereignisse auch die kleine Liebesgeschichte nicht ausgewalzt, sondern ist eher ein Neben-Strang, der mir so gut gefiel. Zugegeben, nicht jedem wird die letztendliche Auflösung gefallen und auch mir kamen ein paar kleinere Aspekte etwas suspekt vor, aber im Gesamten kann die Lösung für alles durch die Ausarbeitung und die glaubwürdige Umsetzung auf zufriedenstellende Weise überzeugen.

FAZIT:
Kai Meyer hat mit "Phantasmen" den etwas anderen Geister-Roman geschaffen, der in einer apokalyptisch angehauchten Welt spielt und so einige schockierende Geschehnisse für den Leser bereithält. Ein gelungener Einzelband, der sich vom Rest abhebt. 4,5 Punkte von mir, hier abgerundet auf 4.


Für immer Ella und Micha: Ella und Micha 2 - Roman
Für immer Ella und Micha: Ella und Micha 2 - Roman
von Jessica Sorensen
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wunderbarer Herzschmerz, aber keine neue Story - 3,5 Punkte, 10. April 2014
"Hey." Er streichelt meinen Innenschenkel mit dem Daumen, während die Ampel auf Grün springt. "Ich weiß, was du denkst. Entspann dich. Ich würde nie irgendwas tun, das dich verletzt."
Ich lächele, aber es fühlt sich unecht an. Die Leute machen fast nie absichtlich Dinge, mit denen sie andere verletzen, und trotzdem passieren sie eben, weil ein Moment besonders intensiv wird, weil man nicht nachdenkt oder weil man schlicht Worte ausspricht, die besser im Kopf geblieben wären.
Oder indem man einfach für eine Sekunde aufgibt.
Menschen tun sich laufend gegenseitig weh.
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INHALT:
Kurz nachdem Ella und Micha endlich ein Paar geworden sind, fangen die Probleme schon wieder an: Sie geht zurück ans College, und er macht seine erste Tour mit seiner Band. Für Ella, die noch immer mit ihren Problemen und Ängsten zu kämpfen hat, sind diese Zeiten der Trennung schwer, wodurch Micha sich immer größere Sorgen macht und sich kaum noch auf seine Arbeit konzentrieren kann. Schließlich müssen die beiden eine Lösung finden - ansonsten steht ihre Beziehung vor dem Aus...

MEINE MEINUNG:
Jessica Sorensens Reihe geht in "Für immer Ella & Micha" in die zweite Runde und ist damit, jedenfalls für die beiden Figuren, auch schon abgeschlossen. Als dritter Band folgt dann ein Spin-Off rund um die Freunde der beiden, Lila und Ethan. Hier jedoch bekommt der Leser noch einmal die geballte Dramatik zwischen der vom Schicksal tief getroffenen Ella und dem freigiebigen, fröhlichen Micha zu spüren. Das ist auf der einen Seite manchmal zum Haare raufen - und auf der anderen dann wieder so spannend, dass man den Roman kaum noch aus der Hand legen möchte.

Nachdem Ella im letzten Band einigermaßen zu sich gefunden zu haben schien, ist sie hier nun zumindest am Anfang wieder ziemlich weit unten angelangt. Sie kann es einfach nicht lassen, die Probleme größer aufzubauschen als sie sind beziehungsweise, sind sie es doch, sie so lange in sich hineinzufressen, bis es zu spät ist. Im Laufe der Handlung macht sie jedoch endlich die lang ersehnte Wandlung durch und ist danach auch wieder ertragbar - und cool. Micha ist noch immer der gutmütige, liebevolle Kerl mit dem Bad Boy-Image, aber einem ganz weichen Kern. Zwischenzeitlich macht auch er das Drama ein wenig zu groß, bei ihm hält sich das jedoch noch stark in Grenzen. Die Freunde Lila und Ethan sorgen wieder für ein wenig Entspannung zwischen den beiden und dürfen sich erneut von ihren besten Seiten zeigen, haben meiner Meinung nach jedoch zu wenig Auftritte. Ebenso wie viele der Nebencharaktere, auch wenn diese in ihrer spärlichen Zeit dennoch größere und bessere Sprünge hinlegen als Ella in der gesamten ersten Hälfte des Buches.

Denn eines ist sicher: Die Gefühle spielen hier wieder einmal verrückt und eine Achterbahn ist nichts dagegen. Mal sind die Charaktere überglücklich, dann kurz darauf schon wieder am Boden zerstört - manchmal kommt man kaum mit, so schnell wie das geht. Gleichzeitig ist aber auch grade diese Dosis Herzschmerz das, was den Roman so fesselnd macht - denn Jessica Sorensen gelingt es wunderbar, einen die Gefühle von Ella und Micha völlig miterleben zu lassen. Herzklopfen inklusive! Die Spannung wird kontinuierlich gehalten, schließlich erfolgt auch eine Aufarbeitung ihrer Vergangenheit seitens Ella und sorgt so für einige interessante Situationen, ebenso wie Michas erneute Treffen mit seinem Vater. Die Seiten fliegen nur so dahin; Atempausen gibt es selten, und das ist auch gut so.

Denn so kann man während der Lektüre weniger darüber nachdenken, dass man vieles doch irgendwie schon gelesen hat. Auf jeden Fall dieses Hin und Her zwischen den beiden Protagonisten, wo vor allem Ella immer und immer wieder sehr unsicher wird. Oder auch ihre psychischen Probleme. Oder die Lügen, um den anderen vermeintlich zu beschützen. Viel Neues erwartet einen von der Storyline eben nicht, was schade ist, weil da eigentlich so viel Potenzial gewesen wäre. Stattdessen wird sich viel auf die [zugegeben wunderbar leidenschaftliche] Sehnsucht der Figuren verlassen, ebenso wie ihre oftmals wenig nachvollziehbaren Handlungen aus dem Affekt. Dennoch, zum Ende hin gelingt hier die Kurve zu einem glaubwürdigen, schönen Abschluss, der durchaus Lust macht, diese wilde Fahrt der Gefühle auch noch einmal mit Lila und Ethan durchzustehen.

FAZIT:
"Für immer Ella & Micha" besitzt zwar mehr Seiten als der Vorgänger, hat dafür aber nicht mehr Story. Eher wirkt alles in vielerlei Hinsicht wie ein Aufguss. Das hält aber nicht davon ab, zu bemerken, wie gut es Autorin Jessica Sorensen gelingt, einen mit dem geballten Herzschmerz und der großen Gefühle der Figuren zu bannen - so sehr, dass ein Weglegen des Buches kaum möglich ist. Nur weil ich mich so gut unterhalten fühlte, vergebe ich sehr knappe 3,5 Punkte [hier abgerundet auf 3]. Wer jedoch Band 1 schon nicht mochte, sollte vom Nachfolger die Finger lassen.


Auge um Auge
Auge um Auge
von Jenny Han
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

4.0 von 5 Sternen Nicht nur von außen ein echter Hingucker, 6. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Auge um Auge (Broschiert)
Wie ich vorhergesagt hatte, gewinnt das Team von Rennie und Reeve. Rennie schafft den einzigen Touchdown und rennt fast Teresa über den Haufen, um in die Endzone zu gelangen. Am Ende des Spiels wirft Reeve sie sich über die Schulter und trägt sie vom Feld, dabei brüllt er, bis er heiser ist. Als hätten sie die Goldmedaille bei der Olympiade gewonnen.
Sollen sie sich freuen, solange sie noch können. Denn bald werden sie verlieren, und zwar dramatisch.
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INHALT:
Mary, Kat und Lillia kommen aus völlig verschiedenen Kreisen und Freundesgruppen, im Grunde verbindet sie nichts außer der gemeinsame Wohnort Jar Island. Und ein gemeinsamer Wunsch: Rache zu üben. An den Personen, die ihnen oder ihren Lieben etwas angetan hat. An Alex, der Lillias kleine Schwester verführt hat; an Reeve, der Mary gemobbt hat und an Renne, die Kat hintergangen hat. Doch die anfängliche Euphorie über ihre gemeinsamen Pläne wird getrübt, als alles aus dem Ruder zu laufen droht...

MEINE MEINUNG:
Jenny Hans und Siobhan Vivians gemeinsames Projekt, das drei Bände umfassen wird, beschäftigt sich mit einem altbekannten wie auch spannenden Thema - dem der Rache. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Ich-Perspektive der drei Protagonistinnen, wobei man diese auch ohne Namen über den einzelnen Abschnitten durch die verschiedenen Stile erkennen würde. Der Schreibstil ist dabei immer jugendlich, passt sich jedoch an die Art des jeweiligen Mädchens an.

Denn die drei könnten unterschiedlicher kaum sein. Kat und Lillia waren einmal Freundinnen, diese Zeit ist jedoch schon lange vorbei. Erstere ist aufmüpfig, laut und wütend mit einer Ausdrucksweise voller Schimpfworte. Es ist jedoch klar, dass sie sich durchaus um die Menschen, die ihr wichtig sind, kümmert. Lillia dagegen stammt aus sehr gutem Hause, hat wunderbare Manieren und ist hoch angesehen, aber besonders in ihrem Freundeskreis läuft nicht alles so wie es nach außen hin scheint und ihre Verantwortung für so vieles beginnt sie zu erdrücken. Mary, die Letzte im Bunde, ist nach Jahren der Abwesenheit zurück nach Jar Island gezogen und kennt die beiden anderen anfangs noch nicht. Sie ist recht naiv und schüchtern, hat jedoch auch eine dunkle Seite. Die anderen Figuren wirken zwischenzeitlich wie aus einem Handbuch für Highschool-Stereotypen gegriffen [der Quarterback, die Prom-Queen, der Kiffer etc.], können aber durchaus auch überraschen.

Nachdem das Zusammenfinden der Mädchen etwas schnell und relativ überstürzt vonstatten geht, weiß die Geschichte jedoch in einigen Belangen äußerst gut zu überzeugen: Insbesondere die Gründe für die Rache-Akte sind nachvollziehbar und die verschiedenen Aktionen originell - sie machen einem als Leser auf fiese Weise ebenso viel Spaß wie Kat, Lillia und Mary. Gleichzeitig bemerkt man jedoch auch immer wieder ihre Bedenken, wodurch das Szenario noch einmal realistischer wird. Dadurch, dass die Situation sich immer weiter zuspitzt und einige unerwartete Erkenntnisse ans Licht gelangen, wird die Spannung immer weiter ihrem Höhepunkt entgegen getrieben.

Dabei ist es besonders interessant zu sehen, dass lange nicht alles so ist wie es scheint. Die Personen, die die Mädchen sich für ihre Rache aussuchen, scheinen alle etwas Schlechtes getan zu haben - aber die einseitige Sichtweise darauf fordert bald ihren Tribut. Denn es wird klar, dass manchmal mehr dahinter steckt. Zum Schluss erwartet einen dann eine Art Cliffhanger, der für einiges an Herzklopfen sorgt, weil die Ereignisse sich kurz zuvor geradezu überschlagen haben. Einzig und allein die plötzlich eingeführten leicht übernatürlichen Elemente passen meiner Meinung nach nicht in die Geschichte und versetzten dem Ganzen einen Dämpfer. Hier hoffe ich jedoch, dass die beiden Autorinnen noch mit einer umwerfenden Erklärung aufwarten können.

FAZIT:
Jenny Hans und Siobhan Vivians Trilogie-Auftakt "Auge um Auge" handelt von Freundschaft, Verrat und Rache - und nicht selten verliert man aus dem Blick, wo es sich um was handelt. Denn was nach außen hin schlecht erscheint, muss es noch lange nicht immer sein. Elegant wird hier mit den Erwartungen des Lesers gespielt, sodass dieser Band 2 am Ende auf jeden Fall kaum noch erwarten können wird. Aufgrund von ein paar Kritikpunkten 4 Punkte - aber auf jeden Fall eine Empfehlung!


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