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Beiträge von Carla
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Rezensionen verfasst von
Carla

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Anna und der Schwalbenmann
Anna und der Schwalbenmann
von Gavriel Savit
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

2.0 von 5 Sternen unzusammenhängend, 17. Juni 2016
In der Buchhandlung entdeckte ich dieses Buch und begann zu schmökern. Als ich wieder aufsah, hatte ich 50 Seiten gelesen. Der Beginn hatte mich neugierig gemacht, gefesselt, in das Geschehen hineingezogen. Ich kaufte das Buch. Als ich mich zuhause wieder vertiefte, empfand ich die folgenden Passagen zunehmend als abflachend und langwierig. Die Geschichte begann sich zu ziehen, in Details zu verlieren. Auch immer unzusammenhängender wurden die Inhalte, sodass ich mir die Frage stellen musste, ob der Autor sein Vorhaben aus den Augen verloren habe. Mir schien, dem jungen Schriftsteller, der seiner Profession nach Sänger und Schauspieler ist und nun zum Schreiben gefunden hat, gelänge es in diesem, seinem ersten Roman nicht, den Spannungsbogen, der anfangs gut gesetzt war, durchzuhalten. So flaut die Sache sprachlich, inhaltlich und dramaturgisch ab. Es bleibt ungeklärt, was die Erzählung eigentlich sein möchte: ein Stück Fantasy oder Märchen, ein realitätsnaher Blick auf Szenen des 2. Weltkriegs, ein Lehrstück zutiefst menschlicher Einsichten. Alle Aspekte scheinen durcheinanderzupurzeln und kein schlüssiges Gesamtbild zu ergeben. Ich denke, der Autor wollte zu viel. Er konnte sich nicht entscheiden oder einen Stil konsequent durchhalten. Vermutlich fehlte ihm dazu die Erfahrung. Letztlich war ich also von dem Buch, das so gut begann, enttäuscht. Begriffe wie emotionslos oder sinnfremd stiegen in mir auf, obwohl die eingeführte Thematik spannend entwickelt werden, ja betroffen machen und berühren könnte. Schade. Ich kann das Buch nicht weiterempfehlen.


Dame zu Fuchs
Dame zu Fuchs
von David Garnett
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein Geschenk, 26. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Dame zu Fuchs (Gebundene Ausgabe)
Eine adlige Dame verwandelt sich in einen Fuchs. So viel wird schon im Vorwort verraten. Und obwohl das Eigentümlichste nun schon beschrieben ist, entwickelt sich die Erzählung überraschend, voller Wendungen, sie bleibt lebendig. Der Ehemann, und das ist wahr, wie der Erzähler immer wieder zu beteuern weiß, überwindet seine anfängliche Betroffenheit. Liebevoll begleitet er seine Frau, trotz deren zunehmender Wildheit, weiß mit ihr umzugehen, mit ihr zu leben, sie in ihren Freuden und Nöten ernst zu nehmen. Berührend ist dieses Buch, in einer Weise auch still, weil man sich als Leserin oder Leser dem Ehegatten so nahe fühlt. Zudem erfreut es durch seine wunderbare, poetische Sprache. Für mich war dieses Büchlein, das angenehm in der Hand liegt und schön gestaltet ist, ein Geschenk. Als solches möchte ich es gerne an andere weitergeben.


Plastische Übungen in der künstlerischen Lehre
Plastische Übungen in der künstlerischen Lehre
von Ulrich Klieber
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

4.0 von 5 Sternen Lust auf Entdeckungen, 28. April 2016
Es ist eine Freude, in diesem Buch zu blättern. Ich kann es nur allen Kunstpädagogen wie Kunstfreunden wärmstens empfehlen. Die Bilder sind über die Maßen anregend. Sie machen Lust darauf, mit den verschiedensten Materialien zu experimentieren. Das Wunderbare ist, zu erkennen, dass wir keinen Kurs belegen, Werkzeuge besorgen oder teure Anschaffungen machen müssen, um kreativ zu werden. Seife, ein paar Reste Draht, Bierdeckel, ja sogar Eier oder alt gewordene Schokoladennikoläuse können Ausgangspunkt für künstlerische Erfahrungen sein. In einer knappen Erläuterung zu jedem Kapitel erklärt Klieber, wie er seine Studierenden in das jeweilige Material oder Thema einführt, um dann zahlreiche Ergebnisse in groß angelegten Fotos darzustellen. „Antiplastiker“ möchte er aus den Studierenden machen, Leute, die sich nicht um Konventionen kümmern, sondern die Eigenart des jeweiligen Materials ausloten, sehen, was geht, um unverhofft Entdeckungen zu machen.

Vielleicht bedarf diese Methode keiner weiteren Erläuterung. Vielleicht genügt allein die Pfiffigkeit der Ideen, die in Form von Arbeitsergebnissen dargestellt werden, um Nachahmer zu finden. Dennoch hätte ich mir gewünscht, von Klieber genauere Hintergründe zu seiner Vorgehensweise zu erfahren. Wie lautet sein pädagogischer Ansatz? Worauf will er hinaus? Wozu will er seine Studenten befähigen? Wie können sie ihre Erfahrungen weiter vorantreiben…? Es gäbe hier vieles zu erklären, was für die zahlreichen Betrachter auch spannend zu lesen wäre. Was also geht in Kliebers Kopf vor, wenn er experimentelle Prozesse initiiert, beobachtet, rekapituliert? Gerne würde ich an seinen wertvollen Gedanken teilhaben.


Der achtsame Weg zum Selbstmitgefühl: Wie man sich von destruktiven Gedanken und Gefühlen befreit
Der achtsame Weg zum Selbstmitgefühl: Wie man sich von destruktiven Gedanken und Gefühlen befreit
von Christopher Germer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einführung in die Meditation, 27. April 2016
Germer legt hier eine wirklich gute Einführung in die Meditation vor. In klarer Sprache beschreibt er zwei Möglichkeiten, zu sich zu finden: die Konzentration auf den Körper und Übungen zur liebevollen Güte.

Ich persönlich komme mit der ersten Möglichkeit besonders gut klar. Es liegt mir, mich auf hervortretende körperliche Gefühle zu konzentrieren, bei ihnen zu bleiben und zu sehen wie sie sich allmählich verändern. So wird spürbar, dass nichts bleibt wie es ist und dass Unangenehmes kommt und geht. Obwohl ich schon lange zu meditieren versuchte, begriff ich anhand Germers Beschreibungen zum ersten Mal, worum es eigentlich geht. Er legt offen, dass wir beim stillen Sitzen in der Regel sogar überwiegend mit negativen Gefühlen konfrontiert sind, dass dies aber nichts Schlechtes ist oder gar ein Zeichen dafür, dass Meditation für uns nicht geeignet sei. Vielmehr geht es darum, durch das Beobachten und Zulassen des Negativen eine Akzeptanz dafür zu entwickeln. Wir können damit leben, denn im stillen Sitzen kann ja nichts passieren. Indem wir also endlich unseren harten Widerstand gegen Ängste, Nöte, Schmerzen, die wir ja schon lange mit uns tragen, aufgeben, verlieren diese ihre Kraft. Das wird in der Meditation tagtäglich spürbar.

Der zweite Mediationsvorschlag Germers beinhaltet Sätze, die wir uns wie ein Mantra immer wieder vorsagen können. Über Tage, Wochen, Jahre empfiehlt er die immer gleichen Sätze, vielleicht in kleinen Abwandlungen. Wie er an Fallbeispielen aus seiner Praxis belegt, entfalten sie eine ungeahnte Kraft und stärken unsere positive Selbsteinschätzung. Auch wenn ich bislang noch keine Erfahrungen sammeln konnte, scheint auch diese Methode plausibel. Sie wird mein nächstes Selbsterfahrungsprojekt sein.

Alles in allem finde ich dieses Buch empfehlenswert, insbesondere, weil es auch die Schwierigkeiten vorstellt, denen wir bei der Meditation unweigerlich begegnen. Germer benennt sie, um zugleich aufzuzeigen, wie wir damit umgehen können. Zum ersten Mal fühle ich mich mit diesem Buch in der Hand verstanden und nicht weiter mit meinen Gedanken und Unsicherheiten beim Meditieren allein gelassen. Mir ist das Buch eine große Hilfe. Immer wieder blättere ich darin, lese bestimmte Passagen von neuem, um sie zu verinnerlichen, umzusetzen, ja schließlich mich selbst besser zu verstehen.


Papillon
Papillon
von Grégoire Reizac
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 15,00

5.0 von 5 Sternen reduzierte und doch so eindringliche Aussage, 29. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Papillon (Gebundene Ausgabe)
Der Flügelschlag eines Schmetterlings lässt ein Samenkorn auf den Wüstenboden gleiten. Der zarte Luftzug erhebt sich zu Wind und Sturm, der Wolken herantreibt. Sie bringen Regen und lassen das Samenkorn keimen. Die Wüste erblüht, zunächst zaghaft, dann wie ein Feuerwerk.

Die wunderbare Möglichkeit, dass eine kleine Geste so Großes bewegt, ist zauberhaft illustriert. Zahllose kleine Bleistiftstriche reihen sich aneinander und zeigen eine weite karge Landschaft. Je näher wir dem Schmetterling kommen, umso farbiger wird sie und verwandelt sich in lichtes Gelb. Passend dazu in strahlendem Gold fliegt der Schmetterling auf und sorgt für einen zarten Luftzug, der sich vom Grafitgrau ins Bläuliche wandelt. Tiefer wird das Blau nun, der Bleistiftstrich ausladender und geschwinder. Wolken in Ultramarin und Türkis türmen sich über dem Meer und ziehen vom Sturm gepeitscht übers Land. Graue, goldgelbe und weiß schillernde Regentropfen prasseln hernieder. Das Samenkorn keimt. Die Wüste bekommt einen grünen Schimmer. Da plötzlich eine Explosion in Grün, Blau Rot und Gelb. Ein überbordendes Biotop ist auf dem einstmals trockenen Boden entstanden. Früchte gedeihen, Vögel zwitschern, Affen turnen. Über dem paradiesischen Dickicht schweben Schmetterlinge in allen Farben der Sonne entgegen.

Die Dynamik der Geschichte wird durch Zeichenstrich, Farb- und Formensprache brillant inszeniert. Immer facettenreicher werden die Linien. Die Farbigkeit entwickelt sich bis zu höchster Intensität. Jede Seite bringt Überraschung, lässt staunen, wirkt im Ganzen und bietet zugleich eine Vielzahl von Einzelheiten, die zum Genießen einladen. Ich bin begeistert von diesem Buch mit seiner reduzierten und doch so eindringlichen Aussage.


Eric
Eric
von Shaun Tan
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebevoll und einfühlsam, 9. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Eric (Taschenbuch)
Voll Leichtigkeit und Poesie sind diese Bilder, wie auch die Texte. Sie haben mich für sich eingenommen. Eine kleine fremdartige Figur führt durchs Buch, ein kleiner Wicht mit laubblattartigem Gesicht, nicht viel größer als eine Nuss. Als Austauschüler ist er bei einer nicht näher benannten Familie eingezogen. Er irritiert die Gastgeber durch ungewöhnliche Vorlieben, eigenartige Fragen, eine ganz andere Lebensart. Das muss etwas Kulturelles sein, versucht die Mutter immer wieder zu erklären. Doch eines Tages ist der kleine Mitbewohner verschwunden. Haben wir etwas falsch gemacht, fragen sich die Familienmitglieder. Haben wir den Gast verärgert? Da machen sie eine erstaunliche Entdeckung.

Berührend ist Shaun Tans sensible Art, an die Themen Fremdartigkeit und Toleranz heranzuführen. Vorsichtig zeigt er, welches Glück es bedeuten kann, einfach einmal abzuwarten und sich auf den anderen einzulassen, ihn bei aller Sonderlichkeit zu akzeptieren.

Die Grafiken sind fein und zart. Sie ergänzen den Text. Ja eigentlich sind sie es, die einen Großteil der Story erzählen. Sensibel und differenziert mit dünnem Bleistift gezeichnet machen sie den kleinen Kerl zu einer sympathischen Figur, die man lieb gewinnen wird. Obwohl die Darstellungen in schwarz-weiß gehalten sind, haben sie doch eine positive Ausstrahlung und darüber hinaus… lassen Sie sich überraschen.

Ich möchte das postkartengroße Büchlein für Kinder und Erwachsene weiterempfehlen. Es trifft auf liebevolle Weise den Nerv unserer Zeit.


Es war finster und merkwürdig still: Eine Küstengeschichte
Es war finster und merkwürdig still: Eine Küstengeschichte
von Einar Turkowski
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

5.0 von 5 Sternen skurril und doch so aktuell, 8. September 2015
Außerordentlich finde ich dieses Buch. Es begeistert mich unter anderem durch seine Zeichnungen. Es handelt sich hier wohl um Bleistiftzeichnungen, wobei ich kaum glauben kann, dass es in dieser Technik möglich ist, derart präzise, detailgenau, vielseitig und fantasievoll zu arbeiten. Teilweise sind die Grafiken seitenfüllend vor schwarzem Hintergrund aufgebaut, teilweise umspielen sie den Text oder reihen sich in Art einer Schautafel aneinander. Auch hinsichtlich der Anordnung und Größe ist also Abwechslung geboten. Das ausschließliche Arbeiten in Schwarz-Weiß, also das Fehlen von Farbe empfinde ich nicht als Mangel. Vielmehr ist es eine Einladung, sich zu konzentrieren und genau hinzuschauen, was die Formen und Einzelelemente alles zu bieten haben. Gerade die genaue, andauernde Betrachtung macht mir große Freude.

Inhaltlich geht es um einen Eigenbrötler, der in einer ihm unbekannten Gegend anlandet und ein altes Häuschen am Strand bezieht. Er scheint eine Vorliebe für Seile und Schnüre zu haben. Alles womit er zu tun hat, sein Schiff, sein Haus, seine Apparaturen, die Tiere des Landstrichs werden miteinander verwoben und verknüpft. Sogleich stellt sich die Frage, was es mit diesen Netzwerken auf sich hat. Die Bewohner des Landstrichs beäugen den Neuling argwöhnisch. Von Hochständen und Balkonen aus beobachten sie ihn. Kameras kommen zum Einsatz, Fernrohre, Teleskope. Nichts entgeht ihnen, sie rücken ihm zu Leibe. Beklemmend, bedrängend ist diese Art der Verfolgung. Und schließlich lüften die Anwohner das Geheimnis des Neuankömmlings, erkennen die Funktion der Seile, was erheblich Folgen für sie hat.

Aber hier erzähle ich nicht weiter. Lassen Sie sich überraschen. Fortgang und Ausgang der Geschichte sind ebenso skurril wie die Art der Darstellungen insgesamt. So bilden Zeichnungen und Texte eine gelungene Einheit. Worte unterstützen die Bilder und die Zeichnung erweitern das was geschrieben steht. Ich bin begeistert.

Ob das Buch für Kinder geeignet ist, kann ich nicht beurteilen. Ich habe im Moment keine Gelegenheit, das Buch mit Kindern zu betrachten und ihre Reaktionen zu erleben. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass ein Vorlesen und gemeinsames Erschließen, insbesondere ein genaues Betrachten der Einzelheiten mit begleitendem Gespräch sehr bereichernd sein kann und auch die Kleinen zum Nachdenken einlädt: Müssen wir so mit Fremden umgehen? Wäre es nicht spannend, sich auf das Unbekannte einzulassen und auf den Neuankömmling freundlich zuzugehen? Ein unbedingt aktuelles Thema, wie ich finde.


Nachts
Nachts
von Wolf Erlbruch
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,90

5.0 von 5 Sternen Faszinierend, 20. August 2015
Rezension bezieht sich auf: Nachts (Gebundene Ausgabe)
Aufgezeichnet, ausgeschnitten, zusammengefügt, geklebt. Mit schwungvollen Farbstrichen darüber gemalt. Packpapiere, Zeitungsausschnitte, Reste von Landkarten oder Formelsammlungen. Und alles auf schwarzem Hintergrund, denn es ist Nacht. Von Seite zu Seite warten Überraschungen, inhaltlich wie gestalterisch. Unendlich vieles gibt es zu entdecken: Realistisches, Faszinierendes, Unwirkliches, ja Unglaubliches. Wer ist je über einen langgestreckten Hund balanciert? Wer kann von sich behaupten, eine Rollschuh fahrende Tulpe beobachtet zu haben?

Doch Vater trottet verschlafen durch die Dunkelheit und erklärt, dass Opa und Oma schlafen, auch die Indianer und Cowboys, die Apotheke geschlossen hat und doch auch sonst nichts los ist in der Stadt. Fons sieht das anders. Er hat Vater aus dem Bett gelockt, um nachts nach draußen zu gehen. Er ist hellwach, hat offene Augen, guckt und schaut, ist, während Vater nur trottet und murrt, empfänglich für die Andersartigkeit der Welt, für Verborgenes, Rätselhaftes, Untergründiges. Er sieht den Hasen in der Blumenvase, den Vater nicht sieht. Er wundert sich über den Fisch, der einen Einkaufswagen schiebt, aber zweifelt nicht an seiner Existenz.

Es hat mich berührt, zu spüren, wie lebendig ein Kinderblick sein kann, wie wenig wir Erwachsene von der kindlichen Art zu erleben auch nur erahnen. Etlicher Humor ist dabei, den Vater so eintönig wirken und ins Nichts starren zu lassen, während die fliegende Alice aus dem Wunderland Fons einen Ball zuwirft. Es ist ein Buch, das uns Erwachsene aufrütteln kann. Ich denke aber, dass auch Kinder den Kontrast zwischen Müdigkeit, Langeweile, Desinteresse und wacher Erlebnisfähigkeit genießen, ja darüber lachen können. Ich denke, dass sie sich mit Fons identifizieren und stolz sind, so gewitzt und fantasiebegabt zu sein wie er. Das Buch macht Erwachsene nachdenklich. Kinder lässt es staunen. Ich bin rundum fasziniert.


Hannas Nacht
Hannas Nacht
von Komako Sakai
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

5.0 von 5 Sternen Zufriedenheit mit dem was ist, 20. August 2015
Rezension bezieht sich auf: Hannas Nacht (Gebundene Ausgabe)
Die erzählte Geschichte ist still, zart, leise. Es geschieht nicht viel. Ein kleines Mädchen, das nicht schlafen kann, macht Streifzüge durchs Haus. Es geht aufs Klo, füttert seine Katze, isst Kirschen, schaut aus dem Fenster. Die Szenen sind in nachtblauen Farben einfühlsam dargestellt. Da berührt Hanna liebevoll ihre Schwester, die nicht aufwachen will. Mit ihrer Katze schleicht sie die Treppe hinunter. Dann wirft sie einen kurzen Blick ins Schlafzimmer ihrer Eltern.

Künstlerisch hochwertig sind die Darstellungen. Großzügige, schwungvolle Malerei trifft sich mit gezielter Detailgenauigkeit. Es ist ein Genuss, die Pinsel- und Strichführungen anzusehen und die Ruhe zu spüren, die sie ausstrahlen. Wie etwa die Künste des Blumensteckens oder Papierfaltens kommt auch diese japanische Kunst der Malerin Komako Sakai mit wenigen Mitteln aus, verströmt Innigkeit und eine freudvolle Hinwendung zu dem was ist. Hanna ist zufrieden. Sie versteht es, sich selbst zu beschäftigen. Mit Gelassenheit nimmt sie ihre Schlaflosigkeit hin, ohne die anderen in ihrer Ruhe stören zu wollen. Nachdem sie schließlich auch noch im Bett gespielt und am Fenster den herannahenden Tag beobachtet hat, kuschelt sie sich zu ihrer Schwester und schläft glücklich ein.


Mein Hund ist rot!
Mein Hund ist rot!
von Maria Vohn
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen zu den eigenen Vorlieben stehen, 19. August 2015
Rezension bezieht sich auf: Mein Hund ist rot! (Gebundene Ausgabe)
Ein kleines Buch, das uns zeigt, wie wichtig es ist, zu dem zu stehen, was man hat und was man liebt, auch wenn es anderes ist als das, was die meisten haben und lieben. Ja dieser Mut kann die anderen sogar überzeugen, selbst einmal etwas zu wagen.

Mir gefällt das Buch auf aufgrund seiner klaren Bildsprache. Die Bilder sind in Linolschnitt-Technik erstellt, wirken retro, was ich anheimelnd finde, vielleicht aufgrund meines Alters, vielleicht aber auch, weil sich der Stil so angenehm vom Überbordenden, Überbunten oder allzu Kindlich-Naiven der gängigen Bilderbücher abhebt.

Bislang findet das Buch wenig Beachtung, zu Unrecht wie ich finde.


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