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Rezensionen verfasst von
Jörg R. "jorge_196"

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Crosley Cruiser Turntable Tragbarer Schallplattenspieler mit eingebauten Stereo-Lautsprechern im "Aktenkoffer"-Design mit EU Netzstecker - Pink
Crosley Cruiser Turntable Tragbarer Schallplattenspieler mit eingebauten Stereo-Lautsprechern im "Aktenkoffer"-Design mit EU Netzstecker - Pink
Preis: EUR 83,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bin zufrieden, 5. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Habe diesen Schallplattenspieler zu Weihnachten bekommen und hatte aufgrund der ganzen schlechten Rezensionen die Befürchtung dass er auch nicht bei mir funktionieren würde. Dem war allerdings nicht so.
Er funktioniert Einwand frei! Da es mein aller erster Schallplattenspieler überhaupt ist kann ich keinen Vergleich ziehen bezüglich der Sound Qualität.. Ich kann bloß sagen dass ich zufrieden mit der Leistung bin!
Ebenfalls sehr gut hat mir die große des Plattenspielers gefallen da er nicht viel Platz benötigt - ich kann ihn nur weiter empfehlen und hoffe dass er mir lange gute Dienste leisten wird.


Inside Llewyn Davis
Inside Llewyn Davis
DVD ~ Oscar Isaac
Preis: EUR 7,97

5.0 von 5 Sternen Grandios, 1. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Inside Llewyn Davis (DVD)
Zu Beginn wird Llewyn Davis nach seinem Auftritt nach draußen gerufen, in eine Gasse hinter dem Club. Ein Mann erwartet ihn dort im Dunkeln, beschimpft und verprügelt ihn. Davis weiß nicht, warum, und der Zuschauer natürlich erst recht nicht. In einer langen Rückblende wird nun die Geschichte bis zu diesem Punkt erzählt.

Die Coen-Brüder nahmen eine Episode aus den Memoiren des Folkmusikers Dave van Ronk als Ausgangspunkt für ihren Film, der lose auf diesen Memoiren beruht. Llewyn Davis ist ein junger Singer/Songwriter der hauptsächlich in der Folkmusikszene von Greenwich Village durch die Clubs tourt. Früher hatte er einen Partner, doch der nahm sich das Leben. So tritt er seither mit äußerst mäßigem Erfolg solo auf, erschnorrt sich mal hier, mal da einen Platz zum Schlafen und lebt von dem Inhalt des Hutes, der nach einem Auftritt im Publikum herumgereicht wird. Im Laufe des Films erfährt man mehr über Llewyn, über seine Herkunft, sein Verhältnis zu anderen Menschen. Er ist kein einfacher Charakter, ein wenig schlitzohrig, manchmal ein wenig manipulativ und permanent schwermütig (In einer Szene schlägt ihm ein Produzent vor, sich doch wieder mit seinem Partner zusammenzutun, in Unkenntnis von dessen Freitod. "Ein guter Rat.“ ist Davis' Antwort), doch er bleibt für den Zuschauer trotzdem sympathisch. Dass die Figur trotz ihrer ganzen Fehler noch sympathisch rüberkommt, liegt zum Großteil sicher auch Hauptdarsteller Oscar Issac (den ich hier zum ersten Mal bewusst sehe). Carey Mulligan liefert nach "Shame" erneut eine ausgesprochen überzeugende Leistung ab und Justin Timberlake überrascht sehr positiv als sanfter, beinahe etwas langweiliger Folksänger. Ethan Phillips (Neelix aus StarTrek Voyager), Coen-Dauergast John Goodman und Oscar-Preisträger F. Murray Abraham spielen weitere kleine Rollen, in denen sie allesamt brillieren dürfen. Neben den durchwegs guten bis sehr guten Schauspielern und den wunderbaren, melancholischen, beinahe farblosen Bildern ist für mich jedoch die Musik der Star des Films. Alles zusammen ergibt für mich ein Bild einer ziemlich hermetischen Gesellschaft im New York (und für kurze Zeit auch Chicago) der Sechzigerjahre des vorigen Jahrhunderts, einer Gesellschaft und einer Zeit, die so vielleicht gar nicht waren.

Am Ende schließt sich der Kreis zur Szene am Beginn der Geschichte. Llewyn geht auf die Straße hinter dem Club, während er aus dem Augenwinkel gerade noch mitbekommt, wie ein damals noch unbekannter Musiker die Open-Mic-Bühne betritt: Bob Dylan. Der Zuschauer erfährt nun, was es mit dem Mann auf sich hat, der Llewyn zusammenschlägt. Llewyn allerdings, ist immer noch ahnungslos. Selbstkritik und Selbsterkenntnis sind seine Sache immer noch nicht.

Wenn jemand auf Bluegrass, Country, Folk, Blues etc. ohne elektrisch verstärkte Instrumente steht, kann ich ihm die Deluxe-Version der DVD nur empfehlen, denn darauf befindet sich die Aufzeichnung eines Konzerts mit Musik aus dem Film. Neben Hauptdarsteller Oscar Isaac, der ganz offensichtlich bei seinen Auftritten im Film auch selbst singt und Gitarre spielt, sind dort u.a. Joan Baez und Jack White zu sehen.


Velvet Goldmine ( Rock & Roll Cinema )
Velvet Goldmine ( Rock & Roll Cinema )
DVD ~ Ewan McGregor
Wird angeboten von ZUMM
Preis: EUR 9,98

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Grell, laut und oberfächlich, 13. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Velvet Goldmine ( Rock & Roll Cinema ) (DVD)
Der Film kommt daher wie ein knapp zwei Stunden langer Videoclip. Viele Figuren basieren unmissverständlich auf realen Personen der Glam-Rock-Szene der frühen Siebziger, zeigen jedoch nur eine vollkommen überzeichnete, grelle, bunte, schrille und laute Oberfläche. Ganz schlaue Zeitgenossen werden jetzt vielleicht sagen, dass es damals ja auch nicht viel mehr als Oberfläche war, doch selbst von dieser Oberfläche werden nur ausgesuchte Ausschnitte dargeboten. So verkommt der Film zu einer reinen Sammlung von bekannten Anekdoten, die auch noch wild gemischt werden. Besonders die Konzentration auf das damalige androgyne Image vieler Musiker und ihr Spiel mit den Geschlechterrollen, Bi- und Homosexualität, nervt irgendwann extrem. Da der Film z.B. dem Zuschauer auch keine Pause von diesem grellbunten Bild gönnt und die soziale Realität im Großbritannien dieser Zeit bis auf einige wenige sehr kurze Szenen ausblendet, verschenkt er viel Potenzial. Was mich richtig geärgert hat, war, dass Musik nur als Dauerberieslung, als akustische Dekoration stattfindet, von der tatsächlichen Entstehung dieses Musikstils erfährt man in Wahrheit wenig und schon gar nichts substanzielles. Die von (dem vollkommen überschätzten) Jonathan Rhys-Myers gespielte und offensichtlich an den Bowie der Ziggy-Stardust-Zeit angelehnte Hauptfigur erscheint als egoistischer, narzisstischer, opportunistischer und manipulativer Unsympath. Dagegen ist Ewan McGregor als Iggy-Pop-Klon grandios und verleiht dem Film einen Stern, die anderen Darsteller (u.a. Christian Bale) bleiben trotz greller Aufmachung (oder gerade deshalb?) seltsam blass. Für die Musik (zumindest teilweise), den gelungenen nicht-chronologischen Aufbau mit eindeutigen Reminiszenzen an den Filmklassiker Citizen Kane gibt's den zweiten Stern.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 31, 2013 12:04 PM MEST


Monster Allergy - Die monstermäßige Gesamtausgabe 1: Episoden 1 - 4
Monster Allergy - Die monstermäßige Gesamtausgabe 1: Episoden 1 - 4
von Katja Centomo
  Broschiert
Preis: EUR 14,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen SUPER, 30. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich war auf anhieb begeistert! Und freue mich schon auf den nächsten Band! Ich kann diesen Comic nur empfehlen - für Groß und Klein!


Vom Ende einer Geschichte: Roman
Vom Ende einer Geschichte: Roman
von Julian Barnes
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erinnerung und Wahrheit, 11. Mai 2012
Tony Webster, Anfang Sechzig, geschieden, pensioniert, Großvater, erhält eines Tages ein Schreiben von einer Anwältin, in dem ihm mitgeteilt wird, er sei der Erbe von 500 Pfund und zwei 'Dokumenten', die ihm eine Frau, die er vor 40 Jahren flüchtig kennengelernt hatte, vermacht habe. Dies ist für ihn Anlass, sich zu erinnern und Kontakt zu einer ehemaligen Freundin, der Tochter der Erblasserin, aufzunehmen. Dabei stellt er bald fest, dass Erinnerung und Wahrheit oft nicht deckungsgleich sind.

Im ersten Teil beschreibt Tony, der Ich-Erzähler, die Geschichte so wie sie sich in seiner Erinnerung zugetragen hat. Er berichtet von sich und seinen beiden Schulfreunden Alex und Colin zu denen später Adrian hinzustößt, der sich als der ernsthafteste, gebildetste und vielleicht intelligenteste des Quartetts entpuppt. Als ein Mitschüler Selbstmord begeht, zitiert er aus Camus' "Der Mythos des Sisyphos" (an den ich mich später im Roman nochmal erinnert fühlte ') und im Unterricht entwickelt er sich zum intellektuellen Sparringspartner des Geschichtslehrers.

Nach der Schule schlägt jeder der Freunde einen anderen Weg ein, die Verbindungen lockern sich und Tony hat seine erste ernsthafte Beziehung zu der selbstbewussten jedoch auch etwas herablassenden, bestimmenden und seltsam unnahbaren Veronica. Schlüsselerlebnis wird für ihn dabei ein peinliches Wochenende in Veronicas Elternhaus. Die Beziehung scheitert später in einer bitteren Szene. In seinem letzten Studienjahr erhält Tony einen Brief von Adrian, in dem dieser ihm mitteilt, dass er nun mit Veronica zusammen sei und erbittet Tonys Einverständnis dafür. Tony schreibt - laut seiner subjektiven Erinnerung - zurück, dass ihn dies nichts mehr angehe und wünscht ihnen viel Glück. Dieser erste Teil der Geschichte endet mit dem Selbstmord Adrians (der in seinem Abschiedsbrief philosophische Gründe für seinen Freitod anführt) nur wenige Monate später.

Im zweiten Teil des Romans versucht Tony den Grund für das überraschende Erbe zu ergründen und dabei die 40 Jahre zurückliegenden Ereignisse aufzuarbeiten. Wofür die 500 Pfund? Bei den beiden Dokumenten handelt es sich um einen Brief, den er damals an Adrian und Veronica geschickt hatte und um das Tagebuch seines alten Freundes, beides nun in Veronicas Besitz. Bald entdeckt er, das seine Erinnerung sich nicht wirklich mit den Tatsachen deckt und das er sich seine eigene Rolle in der Geschichte im Laufe der Jahre schöngefärbt hat. Von Adrians Tagebuch erhält er nur die Kopie einer Seite auf der Adrian in einer stark an Wittgensteins "Tractatus logico-philosophicus" gemahnenden Art und Weise versucht, die Natur zwischenmenschlicher Beziehungen zu erörtern (wobei ich umgehend dachte, wie intelligent kann jemand sein, der versucht menschliche Beziehungen anhand logisch-mathematischer Formeln zu ergründen?). Tony versteht nichts und nimmt wieder Kontakt zu Veronica auf. Was dann folgt ist beinahe so spannend wie ein Kriminalroman und im Laufe der Geschichte sagt die verbitterte Veronica mehr als einmal zu ihm "Du kapierst nichts. Hast du nie und wirst du auch nie."

Tatsächlich liegt Tony mit seinen Mutmaßungen erstaunlich oft daneben, so dass ich, als er sich am Schluss dann sicher ist, das Rätsel gelöst zu haben, zunächst skeptisch war und mir Adrians Tagebuchseite nochmal angeschaut habe, auch weil die Auflösung so abrupt kam und so einfach erschien.

Insgesamt ein ebenso tiefgründiger wie unterhaltsamer, ja spannender Roman.


Singlespeed: Die Welt der Fixies und Eingangräder
Singlespeed: Die Welt der Fixies und Eingangräder
von Matteo Cossu
  Taschenbuch
Preis: EUR 24,90

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für Themen-Einsteiger perfekt ..., 29. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
... für alle anderen immer noch sehr lesenswert. Wunderbares Buch über die puristischste Form des Fahrradfahrens. Gelungenes Layout, schöne Bilder und Grafiken. Gerade der Selbst(auf)bau macht für viele Fixie- und Singlespeedfahrer einen Großteil des Reizes aus, deshalb empfinde ich die Tatsache, dass das Buch hier seinen Schwerpunkt legt, nicht als Nachteil sondern sehe dies als großen Pluspunkt. Tatsächlich sind viele der Tipps ausgesprochen nützlich, wie ich ich mittlerweile aus eigener Erfahrung weiß. Zwar erschien das Buch für mich zu spät auf dem Markt, doch für denjenigen der den Auf- oder Umbau eines eigenen Rades plant, kann es durchaus eine Hilfe sein. Wenn man allerdings ein Bilderbuch mit interessanten Geschichten und amüsanten Anekdoten zum "Lifestyle" sucht, wird man woanders glücklicher. Zum Beispiel bei dem Band von Andrew Edwards und Max Leonard.


I'm With You
I'm With You
Preis: EUR 6,66

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Generation Peppers, 3. September 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: I'm With You (Audio CD)
Als ich mir in der Woche nach ihrem erinnerungswürdigen Rockpalast-Auftritt, 1985 an der Loreley, 'Freaky Styley' kaufte, fragte mich der Verkäufer an der Kasse beim Anblick des Covers, "was für eine Musik die denn machen würden". Diese Frage stellt einem heute wahrscheinlich kaum noch jemand. Auch wenn der Stil der Band sich seit jener Zeit sukzessive geändert hat, fällt es mir doch immer noch nicht wirklich leicht, ihre Musik in wenigen Worten zu beschreiben. Wenn es denn eine Kategorie sein soll, dann habe sie die selbst geschaffen. Aber über Schubladen und Karteireiter sollen andere sich Gedanken machen ...

Vollkommen neu ist auch an dieser CD nichts. Fleas Bass ist vielleicht wieder etwas präsenter als noch zuletzt auf "Stadium Arcadium". Man meint vielleicht, den fehlenden Einfluss John Frusciantes zu spüren, seine Tendenz zu ungewöhnlichen Effekten und Klangflächen, doch das kann auch pure Einbildung sein. Josh Klingenhoffer macht seinen Job gut, doch er fügt sich auch so harmonisch in das Bandgefüge ein, dass den meisten Hörern wahrscheinlich nicht auffällt, dass hier ein neuer Gitarrist am Werk ist. Ich hatte auch sofort ein, zwei Favoriten ("Factory Of Faith", "Brendan's Death Song") und ein, zwei Tracks die mir weniger gefallen ("The Adventures Of Rain Dance Maggie", "Dance, Dance, Dance"), aber das kann sich schon nächste Woche wieder ändern, weil ich die CD bis dahin schon ein Dutzend mal mehr gehört habe.

Die Chili Peppers haben ein Kunststück vollbracht, dass nur ganz wenigen Bands gelingt: Sie haben sich ständig weiterentwickelt und sind sich trotzdem treu geblieben. Und so ganz nebenher haben sie den Soundtrack einer ganzen Generation entscheidend mitgeprägt.


Black Hole
Black Hole
von Charles Burns
  Taschenbuch

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schwarz!, 13. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Black Hole (Taschenbuch)
Erwachsenwerden, erste Liebe/erster Sex, Drogen, Mystery, Horror, Science Fiction, AIDS-Metapher - das sind im Groben die Elemente aus denen sich diese Geschichte zusammensetzt. Eine Handvoll Teenager in einer amerikanischen Kleinstadt in den Siebzigern sind dabei die "Helden". Sie machen erste Erfahrungen auf mehreren Gebieten (wie man das als Jugendlicher halt so macht...) und am Ende finden sie Liebe, Einsamkeit oder den Tod und zwei von ihnen werden sogar zu Mördern. Mehr sollte man nicht verraten ...

Was ich aber außer der Geschichte noch faszinierend finde, ist die graphische Umsetzung. Harte, äußerst präzise Pinselzeichnungen und -schraffierungen in Schwarz/Weiß (mit der Betonung auf Schwarz) illustrieren die düstere Geschichte vollkommen ebenbürtig.

Übrigens: Wenn jemand der Name des Autors und Zeichners irgendwie bekannt vorkommt, mag das daran liegen, dass Charles Burns ein alter Schulfreund von Matt Groening ist. Und dieser hat ja bekanntlich die Neigung, seine Figuren nach realen Person aus seinem Leben zu benennen ...


Tutu Revisited-Live (Feat. Christian Scott)
Tutu Revisited-Live (Feat. Christian Scott)
Preis: EUR 20,57

34 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit neuem Leben erfüllt, 22. Mai 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Tutu war eigentlich immer schon ebenso ein Album von Marcus Miller wie von Miles Davis. Miller schrieb die meisten Stücke, spielte etliche Instrmente und war Co-Producer. Nicht nur legitim sondern auch konsequent und logisch, wenn er mit seiner Band das Album in leicht aktualisierter Form auf die Bühne bringt.

Beim Erscheinen des ursprünglichen Albums hatte ich so meine Probleme damit. Mir war es irgendwie zu steril, elektronisch überfrachtet mit dem Einsatz von Synthesizern, Sequencern und Drum Machines und jeder Menge Overdubs. Im Laufe der Jahre gefiel es mir dann immer besser, ein gutes Zeichen. Möglicherweise habe ich auch einfach dazugelernt, wurde toleranter, offener.

Das was Marcus Miller und seine Band bei diesem Konzert von 2009 in Lyon daraus gemacht ist auf jeden Fall schlichtweg der Hammer. Miller zieht förmlich alle Register. Fingerstyle, Slapping, Flageoletttöne, Akkorde, Arpeggios, beinahe Kontrabass-ähnliche Walking Bass-Linien. Mal lässt er seinen Bass wie eine Gitarre klingen (inkl. Distortion), mal nutzt er ihn als Percussion-Instrument. Er entlockt seinem Fender Signature-Jazz-Bass mit Hilfe seines Pedalboards Dub-Sounds, greift für weiche, singende Klänge zwischendurch mal zum Fretless-Bass und spielt hin und wieder die Bassklarinette (von der ich bislang überhaupt nicht wusste, was für ein gewaltiges Instrument das ist). Seinen Mitmusikern, die ihm in punkto Virtuosität und Spielfreude nicht nachstehen, lässt er dabei genügend Freiraum, jeder bekommt die Möglichkeit sich bei einem ausgedehnten Solo auszutoben. Vor allem dem damals erst 21-jährigen Alex Han an Alt- und Sopransaxophon und dem Trompeter Christian Scott wird Raum zur Entfaltung gegeben. Trotzdem ist dies keine Ansammlung von egozentrischen Selbstdarstellern sondern eine homogene Band, die Miller auf nonchalante, leichtfüßige, 'spielerische' und uneitle Art leitet. Man spürt förmlich, wie viel Spaß die Band bei diesem Auftritt hat. Für diese Leute ist Musik nicht Arbeit, sondern ebenso essentiell wie Atmen, Essen und Trinken.

Gespielt wurden das gesamte Tutu-Album, dazu noch jeweils ein Stück von "The Man With The Horn", "Amandla", "You're Under Arrest" (die Michel-Jackson-Nummer 'Human Nature') und der Miles Davis-Klassiker "So What" (von "Kind Of Blue"). Die Ton-Qualität der zusammen mehr als 130 Minuten CD-Spielzeit ist für eine Live-Aufnahme mehr als ordentlich. Die DVD bietet die Gelegenheit das Konzert auch optisch nochmal zu genießen und enthält zudem eine Dokumentation in der Miller über sein Verhältnis zu und seine Arbeit mit Miles Davis erzählt. Das Einzige, was ich mir noch gewünscht hätte, wäre ein etwas weniger formeller Ort und ein dementsprechend etwas ausgelasseneres Publikum gewesen. Doch das hätte die Ton-Qualität sicherlich negativ beeinflusst. Man kann halt nicht alles haben.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 13, 2013 3:30 PM MEST


Die Geschichte der Liebe
Die Geschichte der Liebe
von Nicole Krauss
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 10,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschön und weise, 29. April 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Geschichte der Liebe (Gebundene Ausgabe)
Was für ein wunderbares Buch! Die Geschichte von Leo Gursky und seiner Liebe zu Alma ist eine der berührendsten und schönsten Geschichten, die ich je gelesen habe. Der kunstvolle Aufbau, die Mischung aus Melancholie und leisem Humor in der Sprache der beiden Ich-Erzähler und die poetisch-phantasievolle Sprache in den Auszügen aus dem Buch-im Buch sind schlicht wunderschön und ergreifend ohne die geringste Spur von Schmalz und Kitsch. Das Ende ist ... ... unbeschreiblich. Wie die fünfzehnjährige Alma (nicht Leos Liebe ...) und der achtzigjährige Leo sich im New York von heute finden, sich fast ohne Worte verstehen und Leo schließlich stirbt, das muss man selbst lesen.

Nicole Krauss war erst 31 Jahre alt, als dieses Buch veröffentlicht wurde. Ich kann kaum glauben, das ein solch weises, beinahe vollkommenes Buch von einer solch jungen Autorin stammt. Was mag da noch kommen?

Leider kann man nur maximal 5 Sterne vergeben ...


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