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Beiträge von PearlQ19
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Rezensionen verfasst von
PearlQ19

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Wagner, Richard - Der fliegende Holländer
Wagner, Richard - Der fliegende Holländer
DVD ~ Simon Estes
Preis: EUR 19,30

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Packend und stimmig... trotz Regietheater, 12. September 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Die legendäre Bayreuther "Holländer"-Inszenierung von Harry Kupfer, nun auch auf DVD. Was für ein Erlebnis!
Ich bin nun wahrlich kein großer Fan des Regietheaters, habe aber dort hauptsächlich dann ein Problem, wenn eine Inszenierung nur um des Effekts willen ins Absurde oder Lächerliche abgleitet. Kupfer hingegen deutet den Holländer zwar um, schafft es aber dennoch, dem Libretto niemals zu widersprechen. Es ist eine stimmige, zutiefst psychologische Deutung, die in der vorliegenden Fassung meisterhaft umgesetzt wurde.
Fangen wir mit dem flexiblen Bühnenbild an, das die vielen Verwandlungen auf offener Bühne so reibungslos möglich macht, dass die Illusion niemals gebrochen wird. Dominiert wird das Ganze von dem riesenhaften Schiffsbug des Holländerschiffs, der sich V-förmig öffnet und in dessen Inneren der Holländer buchstäblich in Ketten liegt. Wie sich der Bug im ersten Akt, vom Steuermann unbemerkt, drohend hinter das dänische Schiff schiebt, ist ganz großes Kino.
Nach der Deutung, die uns Kupfer hier präsentiert, haben wir teil an Sentas Wahnvorstellungen, in denen sie obsessiv der Holländersage glaubt und Einbildung und Wirklichkeit nicht auseinanderhalten kann. Grandios dargestellt wird das von Lisbeth Balslev, die pausenlos auf der Bühne ist und das Portrait des Holländers umklammert. Ihr Gesicht spiegelt die ganze Palette an Wahn und Emotion wider, der Senta ausgesetzt wird; stimmlich ist Balslev zwar stark und überzeugend, aber sicher nicht meine erste Wahl. Manchmal eiert sie schon gewaltig, und die Allerjüngste ist sie auch nicht mehr (wenn man als Vergleich allerdings Anja Silja von der Sawallisch-Einspielung im Ohr hat, ist das Balslev gegenüber zugegebenermaßen auch nicht sehr fair). Ihre starke Präsenz und das glaubwürdige Spiel gleichen es zudem locker wieder aus, und sie hat immer wieder auch sehr schöne Momente.
Simon Estes als Holländer ist eine wahre Offenbarung. Stimmlich liegt ihm die Rolle extrem gut, er singt teilweise zum Steinerweichen schön und macht auch optisch eine ganze Menge her. Gänsehautmomente: im Duett mit Daland im ersten Akt, und "Wie aus der Ferne längst vergang'ner Zeiten".
Matti Salminen ist... Matti Salminen eben: imposant, stimmlich stark und sicher, darstellerisch sehr präsent. Ich bin ihn so sehr als Hagen gewohnt, dass mich der doch wesentlich spritzigere Daland anfangs regelrecht befremdet hat.
Eine besondere Erwähnung verdienen zudem Graham Clark als Steuermann, der seine kleine Rolle großartig ausspielt und -singt, und der extrem gute Chor. Gerade die Szene Steuermannschor/Geisterchor ist beeindruckend, auch was die kluge Personenregie angeht.
Woldemar Nelssons Dirigat schließlich ist sehr dynamisch und stimmig. Die Emotionalität, die ja bei Wagner oft im Orchester spürbarer ist als im Gesang, trifft er auf den Punkt.
Das Faszinierende an dieser Kupfer-Inszenierung ist, dass die Rechnung aufgeht. Klar hatte Wagner ursprünglich eine nordische Sagengestalt im Kopf und kein tiefenpsychologisches Kammerspiel, aber die Deutung Kupfers widerspricht weder der Musik noch dem Libretto. Wenn schon Regietheater, dann so!


Das Phantom der Oper - zum 25. Jubiläum: Live aus der Royal Albert Hall London
Das Phantom der Oper - zum 25. Jubiläum: Live aus der Royal Albert Hall London
DVD ~ Ramin Karimloo
Preis: EUR 6,97

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen On that night there was music on my mind..., 11. März 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Zum 25. Jubiläum des Erfolgsmusicals von Andrew Lloyd Webber musste natürlich eine ordentliche Feier her. Gab es bei "Les Misérables" zum 10. und kürzlich zum 25. Geburtstag je eine konzertante Aufführung, so ging man hier noch einen Schritt weiter und gestaltete die Royal Albert Hall, eigentlich eine Konzerthalle, kurzerhand zum ausgewachsenen Theater um. Das Ergebnis war diese Jubiläumsaufführung – tatsächlich eine ausgewachsene Inszenierung, die sich eng an der Originalinszenierung von Harold Prince orientiert. Das Ganze aber in einem noch bombastischeren Rahmen, mit einem mehr als doppelt so großen Ensemble und der Crème de la crème der aktuellen Westend-Stars.

Die beste Nachricht zuerst: das Konzept ist aufgegangen. Diese "Phantom"-Inszenierung lässt so gut wie keine Wünsche offen (trotz fehlendem Elefanten – Erklärung später). Sie ist bildgewaltig, originalgetreu und hervorragend besetzt. Gut, der Klang auf der DVD könnte besser sein, aber da könnte auch mein DVD-Player dran schuld sein. Das Team hat keine Mühe gescheut, dem Originalkonzept der mittlerweile verstorbenen Maria Björnson gerecht zu werden (und wie im Making-of zu sehen, trägt der Kronleuchter als Hommage ihren Namen).

Und die Darsteller? Großartig, durch die Bank, stimmlich aber vor allem auch auf der schauspielerischen Ebene. Ramin Karimloo ist ein stimmgewaltiges, wenn auch überraschend jugendlich wirkendes Phantom, der immer wieder für grandiose Gänsehautmomente sorgt (Anspieltipp: Finale erster Akt, "All I Ask Of You Reprise" – wen stört es da noch, dass der Kronleuchter, anstatt zu stürzen, nur Funken sprüht?). Sierra Boggess ist eine hinreißende Christine, deren Stimme mir persönlich zwar an manchen Stellen nicht so ganz liegt, was aber der Gesamtwirkung keinen Abbruch tut (einzig "Wishing You Were Somehow Here Again" ist mir etwas zu opernhaft geraten). Die leisen Töne wirken dafür umso besser. Und als Dritter im Bunde Hadley Fraser, der einen so präsenten Raoul gibt, wie man ihn seit Steve Barton nicht mehr erlebt hat.
Großartig auch Carlotta (Wendy Ferguson) und Piangi (Wynne Evans); beide beweisen großartiges komödiantisches Timing und Fingerspitzengefühl und meistern die schwierigen Gesangspartien mit Bravour. Und das, obwohl Wendy Ferguson stimmlich angeschlagen zu sein schien, wie man bei ihren gesprochenen Dialogen deutlich hören kann. Beim Gesang ist davon nichts zu merken.
Komödiantisches Timing beweisen auch André und Firmin (Gareth Snook und Barry James), und Liz Robertson ist eine auf der ganzen Linie überzeugende Madame Giry.

Ein (unerwarteter) Augenschmaus ist die Tatsache, dass der damalige Erste Tänzer des Royal Ballet, Sergei Polunin, mit von der Partie ist. Ihm zuliebe wurde die Ballettszene aus "Hannibal" umchoreographiert (weshalb auch der Elefant fehlt), und was dort geboten wird, ist von allerhöchster Qualität (wie auch die sichtlich aufgeregte Gillian Lynne im Making-of bestätigt).

Ein großes Lob verdient hier aber auch der Regisseur, der seine Darsteller immer wieder so kleine Details tun lässt, die das Ganze noch besser machen (wobei es natürlich auch sein kann, dass der Input hier von den Darstellern selbst kam): Ramin Karimloo ist das erste Phantom, das ich kenne, das sich bei "The Point of No Return" tatsächlich Mühe gibt, Piangi zu imitieren, damit der Schwindel nicht gleich auffällt, und das sich weiter hinten im Song dadurch verrät, dass seine Hände bei Christines Berührung unkontrolliert zu zittern anfangen. Christine hingegen kann am Ende von "The Phantom of the Opera" selbst kaum glauben, was sie unter der Anleitung des Phantoms gerade für Töne von sich gegeben hat, und Firmin ertränkt seinen Frust über die Primadonnen in "Notes" in Alkohol. Und das sind nur einige Beispiele.

Natürlich darf bei einem Jubiläum auch nicht das Danach fehlen, aber dazu möchte ich hier nicht zuviel verraten. Es sei nur so viel gesagt: Andrew Lloyd Webber ist sichtlich zu Tränen gerührt, und die Originaldarsteller werden gebührend gewürdigt.

Fazit: So muss das! Kaufen!


Infernal: Thriller
Infernal: Thriller
von Greg Iles
  Taschenbuch

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig!, 5. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Infernal: Thriller (Taschenbuch)
Mein erster Roman von Greg Iles, und gleich ein Volltreffer.
Der Aufhänger der Story ist genial, der Aufbau spannend, die Charaktere glaubwürdig und die Auflösung abgerundet und umfassend. Kurz gesagt: der perfekte Thriller für verregnete Wochenenden, Strandurlaub, Zugfahrten oder was auch immer. Aber Vorsicht: es liest sich sehr flüssig, und man ist eher damit durch als man denkt...


In the Woods
In the Woods
von Tana French
  Gebundene Ausgabe

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "in two minds about it...", 5. August 2007
Rezension bezieht sich auf: In the Woods (Gebundene Ausgabe)
"The murderer was in two minds about it" ist Cassies Beurteilung des Mordes an Katy Devlin, und so ähnlich geht es mir mit der Bewertung dieses Buches. Ich habe anderthalb Tage dafür gebraucht; Tana Frenchs Stil ist fesselnd und originell von Anfang an, der Einstieg in den Roman macht Lust auf mehr, und ihre Charaktere sind lebendig und detailliert gezeichnet. Rein von der schriftstellerischen Qualität her sind 5 Sterne absolut verdient, besonders für einen Debütroman.
Die Geschichte selber ist packend und mysteriös; der rätselhafte Fall von damals, der von heute, dazu die mögliche Verbindung und die persönliche Beteiligung von Rob/Adam Ryan. Ich persönlich hatte zwar relativ früh den richtigen Verdacht, was den Mord an Katy anging, aber das tat der Spannung absolut keinen Abbruch. Wunderschön auch die Passagen, die die persönlichen Beziehungen zwischen den Detectives und ihrer Arbeit beschreiben.
Was einen wirklich nachdenken lässt, ist das Ende.

-------------- ACHTUNG, SPOILER ------------------------------------------

Der Fall Katy wird gelöst, aber aufgrund der Rechtslage kommt der eigentliche Mörder mehr oder weniger ungeschoren davon.
Der Vorfall von damals bleibt ungelöst; hatte Rob im Laufe des Romans noch einige Erinnerngsfetzen, so bleibt ihm am Schluss nur noch eine einzige Erinnerung, und was genau mit seinem Freunden geschah wird wohl nie ans Licht kommen.
Die Freundschaft zwischen Rob und Cassie zerbricht, und das ist das wirklich Schlimme an diesem Ende. Ja, es ist zynisch und realistisch und sehr konsequent, aber hier hat man das Gefühl, dass Rob und Cassie die diversen Schwierigkeiten eigentlich hätten durchstehen müssen. Alles andere funktioniert: Der ungelöste Fall von damals hinterlässt einen Beigeschmack des Unerklärlichen, Mysteriösen, was ich auf Originalität und nicht Lustlosigkeit seitens der Autorin zurückführe (es würde mich nicht wundern, wenn Tana French eine genaue Vorstellung davon hätte, was damals passiert ist); die Situation um Katys Mörder kommt wahrscheinlich häufiger vor als man denkt und zeigt Schlupflöcher in jedem noch so guten Rechtssystem auf; die persönliche Situation jedoch kann ich nicht mehr nachvollziehen.

---------------------- SPOILER ENDE --------------------------------------

Trotzdem gebe ich diesem Roman glatte 5 Sterne - für ein exzellent geschriebenes, spannendes Abenteuer, das gerade gegen Ende unerwartete Wendungen einführt und - auf welche Art auch immer - dem Leser noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Kein Buch, das man leicht verdaut und sofort wieder vergisst, aber eines, das einen über Stunden hinweg fesselt.


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