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Beiträge von Typemagazine
Top-Rezensenten Rang: 37.095
Hilfreiche Bewertungen: 447
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Rezensionen verfasst von Typemagazine
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Nicht nur die Elite wird dieses Buch lesen, 1. Juli 2007
Dieses kompakte Buch bietet nicht nur eine Übersicht über den Begriff "Elite" sondern auch noch einen Lösungsansatz zur Schaffung einer "neuen Elite". All diejenigen die sich jetzt fragen ob man denn eine neue Elite brauche sein beruhigt, auch dieser Punkt wird geklärt. Das Buch läßt sich gut und verständlich lesen, nicht üblich bei Solziologen, und ist dennoch fundiert und bietet dank dem großen Quellenverzeichnis auch die Möglichkeit das Thema zu vertiefen. Dadurch das man sich dem Begriff der Elite von mehreren Seiten nähert - aus deutscher Sicht, internationaler, historischer - hat man eine gute Basis um sich in den verschiedenen Bereichen noch weiter zu vertiefen. Es werden verschieden Arten der Elite beschriebe, welche Funktion sie haben, wodurch sie sich unterscheiden, wozu sie gebraucht werden. Ebenso erfährt man was Eliten benötigen um zu funktionieren. So erhält man einen Einblick in die Symbiose aus Herrschenden und Beherrschten. Zusammnfassend kann man sagen das dieses Buch, für all diejenigen etwas ist, die ein kleines Nachschlagewerk über Eliten suchen, eine Basis für Weiteres. Ebenso werden diejenigen zufrieden sein, die sich mit der aktuellen politschen und gesellschaftlichen Lage auseinandersetzen und sie von einer Soziologischen Sicht aus beurteilen möchten.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Vom Forschungsprojekt zum Musterbuch der Führung, 5. Mai 2007
Das Buch Musterbrecher - Führung neu leben" von Hans A. Wüthrich, Dirk Osmetz und Stefan Kaduk in der zweiten Auflage bietet einen sehr eigen-artigen Zugang zu dem Thema Management-Führung". In sich wird ein logischer und durch die vielen Praxisbeispiele sehr anschaulicher nachvollziehbarer Gegenentwurf zu einem alternatives Führungsverständnis entwickelt. Das Buch ist als Forschungsprojekt am Lehrstuhl für Internationales Management an der Fakultät für Wirtschafts- und Organisationswissenschaften der Universität der Bundeswehr in München entstanden. In dem Buch werden über die sieben glorreichen Führungsmuster" die jeweils korrespondierenden Gegenmuster" abgeleitet. Daraus werden in einem weiteren Schritt Paradoxien entwickelt, die durch eine Vielzahl von Praxisbeispielen angereichert, klar machen sollen, dass es nicht das richtige Führungsmodell gibt. Vielmehr geht es den Autoren darum aufzuzeigen, dass der Umgang mit komplexen Systemen das Aushalten von Paradoxien erforderlich macht. Aber das Buch macht nicht bei den Gegenmustern halt und stellt dem klassischen Führungsverständnis einen neuen Gegenentwurf gegenüber. Nein, die Autoren gehen weiter. Wie Knut Bleicher es ausdrückt hier wird versucht, einen qualifizierten Musterbruch zu entdecken". Es geht quasi um das Muster des Musterbruchs". Dieser wird im Hauptteil des Buches sehr spannend entwickelt und hergeleitet. Insgesamt kommen 40 Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Gesellschaft in dem Buch zu Wort und dürfen ihre Geschichten des Musterbruchs in Führung von Menschen / Organisationen erzählen. Das Buch überrascht, getreu dem Titel, mit einem musterbrechenden Layout. Rand- und Zwischenbemerkungen sind wortwörtlich als solche am Rand bzw. zwischen den Zeilen platziert. Das macht selbst das Lesen zu einem Abenteuer. Nach den ersten zehn Seiten hat man sich an das unkonventionelle Lesebild gewöhnt und vermag die Vorteile schätzen zu lernen. Das Buch ist reichlich illustriert, wirkt dabei aber nicht überladen, sondern vielmehr dezent aufgelockert, was die Lesefreundlichkeit erhöht. Die Lektüre richtet sich an alle, die im Rahmen ihrer Führungstätigkeit ungute Gefühle erleben und nicht länger bereit sind, als Marionetten ihrer Führungsreflexe zu funktionieren. In diesem Sinne ist es weit über die Disziplin Wirtschaft hinaus interessant für jeden, der in Organisationen mit Menschen zu tun hat. Allerdings kann das Buch nur als eine Initialirritation dienen, die den Leser dazu veranlassen kann, sich mit seinem eigenen Führungsstil und den darunter liegenden Prämissen auseinanderzusetzen. Ein neues Führungsverständnis oder gar eine neue Führungspersönlichkeit kann und will das Lesen des Buches selbstverständlich nicht garantieren.
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4.0 von 5 Sternen
Realistisches Jugenddrama, 15. April 2007
Schottland heute. Das Leben heute. Speziell das Leben von Liam (Martin Compston). Er ist gerade 15, hat Schulprobleme und lebt von kleinen Deals. Dabei ist er so erfolgreich, dass er in die Fänge des Glagower Paten gerät. Seine Freundschaft zu seinen Kumpanen Pinball (William Ruane) wird dadurch auf die Probe gestellt. Seine Beziehungen zu Freunden und Familie sind sehr kompliziert: Inhaftierte Mutter. Bald kommt sie frei. Der Junge will ihr ein neues Heim besorgen - mit Drogendeals. Gleichzeitig soll nicht erneut zu ihrem Ex ziehen. Doch die Mutter ist schwach. Seinen Freund scheint er auch zu verlieren. Denn der ist stark. Stärker als Liam. Denn Liam treibt es in die größeren Dealerringe. Und seine Schwester? Die stößt er vor den Kopf, obwohl, die sich um ihn sorgt. Stets seine Verwundungen auf dem Schlachtfeld der Straße behandelt. Aber das größte Problem hat er mit sich selbst. Eigentlich typisch für sein Alter. Denn er sucht einerseits Anerkennung und Bestätigung: von der Mutter, vom Kumpanen, von der Drogenclique. Der Zuschauer wird mit in das Geschehen gezogen und weiß nicht so recht, ob er sich auf die Seite des Protagonisten stellen sollte oder nicht. Nicht umsonst hat das Werk von Regisseur Ken Loach verschiedene Auszeichnungen bekommen. Bester Film (British Independent Film Award 2002), Bestes Drehbuch (Internationale Filmpreise Cannes 2002), Preis der Filmkritik (Europäischer Filmpreis) sowie Bester Newcomer (British Independent Film Award 2002). Der Film ist eindeutig kein Action - oder Schockermovie, sondern authentisch realistisch. Das ist seine große Stärke. Zuschauer, denen Trainspotting" zu schnell war, die werden diesen Film mögen. Junge Menschen, die sich noch auf der Suche befinden, werden diesen Film verstehen. Das Ende des Streifens ist so offen wie das Leben. Er hat die Entscheidung. So wie jeder von uns. --- Die DVD bietet sowohl Deutsch als auch Englisch. Dazu diverse Kino-Trailer, Beiträge über die Filmproduktion sowie eine Epix-Trailer Show.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Entspannend fürs Gemüt, 14. April 2007
Dies ist ein Roman, der nicht festgeschrieben ist für bestimmte Personengruppen (wie Roman für Männer, Frauen, Jugendliche). Wer Lust und Freude am Lesen eines Buches hat, ist gepackt von Anfang an. Nicht oft gibt es Romane, die einen sofort fesseln. Hier vereint sich Historisches sowie Unterhaltendes. Jedoch sollte man nicht zu große Erwartungen in der Geschichtstreue legen. Historiker würden eher dazu neigen, die sich mit dieser Materie Richard III. befassen, die Hände über den Kopf zusammen zu schlagen, da hier eher eine Verherrlichung und Begeisterung für ihn zum Ausdruck kommt, obwohl er wohl keine positive Figur zu seiner Zeit abgab. Der normale Leser kann es spannend und unterhaltend finden und lässt ein die alltäglichen Sorgen vergessen und liest man diesen Roman in einer ruhigen Minute, kann der Alltagsstress von einem abfallen. Es lohnt sich allemal ein gutes Buch zu lesen und dieses gehört u. a. auch dazu.
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13 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Film gibt ethisch-moralische Denkanstöße, 14. April 2007
Der Bremer Professor für Genozidforschung Gunnar Heinersohn legt sein Buch Söhne und Weltmacht- Terror im Aufstieg und Fall der Nationen" im 2003 erstmals vor. Zunächst unter dem Eindruck der Operation `Desert Storm` der USA im Irak, bleibt er auch im Vorwort der neunten Ausgabe im Jahr 2006 stellt er die These auf vom Zusammenhang von Bevölkerungswachstum, Migration, Bildung und Terror: [...] dass es bei überzähligen jungen Männern so gut wie immer zu blutigen Expansionen sowie zur Schaffung und Zerstörung von Reichen kommt." Der Leser erfährt, dass diese Masse junger Männer seit der Regierungszeit Bill Clintons `youth bulge` (frei übersetzt: Jugendboom) genannt wird. In den folgenden Kapiteln geht es dem Autor darum, dar zu legen wie sich diese Gruppierungen rekrutieren, welchen Einflüssen sie unterliegen, welche Ziele sie verfolgen könnten und wie sich die westlichen Mächte, allen voran die USA, auf diese postkommunistische Globalherausforderung vorbereiten. Nach einem ersten Blick in das Inhaltsverzeichnis mutet Heinersohns Buch wie eine wissenschaftliche Abhandlung an: kurze Kapitel, prägnante Überschriften, inhaltsvolle Titel. Beim tieferen Einlesen fallen viele Fußnoten, Querverweise und Quellenangaben auf. Somit vermutet der interessierte Leser ein wissenschaftlich adäquates Werk aus der Feder eines akademischen Spezialisten. Ein Laie oder Zufallsleser wird sich eher nicht in den Zeilen des Leiters des ersten Europäischen Instituts für Völkermordforschung verirren. Der wissenschaftliche Schreibstil impliziert einen genaues lesen und nachdenken, manchmal über einzelne Satzfragmente. Beim Jonglieren mit Zahlen und Statistiken wird Heinsohn schnell mal sehr eifrig und der Text kann den nicht stark genug interessierten Leser abschrecken. Allerdings bedingt eine wissenschaftlich exakte Vorgehensweise auch diese Zahlen, zumal es sich ,gerade von der Hauptthese ausgehend, um ein numerisches Problem handelt. Der Autor unterscheidet in seinen Folgerungen stetig zwischen den Analysen der USA und Europas. Gerade hier zeigt sich für den Leser die unterschiedlichen Ansätze wie mit dem Problem `Youth Buldge` umgegangen wird. Es präsentieren sich interessante Aspekte, globale Thematiken wie Hunger, Terror und präventive Kriegsführung unter denen man in Europa noch nicht öffentlich diskutiert hat. Vor dem Hintergrund, dass Heinsohn die Analysen US- amerikanischer Sicherheitsdienste, zitiert, kommt der Leser ins grübeln über Sicherheitsthematiken und man fragt sich, ob man in Europa nicht einiges versäumt hat. Zusammenfassend ist das Buch Söhne und Weltmacht- Terror im Aufstieg und Fall der Nationen" vom Bremer Professor Heinersohn zu empfehlen. Eine nue Perspektive wird gezeigt und somit gibt es dem Leser Denkanstöße Sicherheitsthematiken auch mal numerisch zu betrachten und nicht nur ethisch oder moralisch.
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7 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Hätte lustiger sein können, 14. April 2007
Es ist einer dieser Filme, über die schon vor dem eigentlichen Kinostart so viel diskutiert wird, dass man meint man habe ihn schon gesehen, bevor man überhaupt seinen Platz in Loge oder Parkett eingenommen hat. Mein Führer- die einzig wahre Wahrheit über Adolph Hitler". Der mit dem Film Alles auf Zucker" berühmt gewordene Regisseur Dany Levy hat sich an ein Thema herangewagt, dass lange als Tabu galt - das Naziregime. Als Tabu galt- genau, denn blickt man zurück, so scheint sich in den Fernsehstudios der Republik ein Trend abzuzeichnen, ob es Bruno Gans als Führer in der Untergang", oder der stilisierte Hitler als Realtone mit Video auf dem Handy ist, Hitler ist in. Nun werden viele sagen, dass hätte die Bevölkerung, die bei Wahlen gerne ihr Kreuz bei Parteien wie NPD und DVU macht auch ohne die letzt erschienen Filme bestätigen können, nur eben ideologisch untermauert. Die anderen, die sich der Demokratie und Mitte verschrieben haben, werden entsetzt aufschreien und auch ein Dany Levy, selbst qua jüdischen Glaubens quasi dazu verpflichtet, wird brüskiert alle Anschuldigungen von sich weisen, lediglich einem Trend zu folgen, am Ende gar aus kommerziellem Interesse. Filmkunst soll es sein, Unterhaltung oder gar Aufklärung bringen. Und genau das tut dieser Film, allerdings auf eine unkonzentriert geschriebene und schludrig inszenierte" Art und Weise. (vgl. Claudius Seidl, FAZ vom 07.01.2007) Was bleibt denn hängen von einem Film wie Mein Führer"? Bei denen, von denen es einige gibt, die das dritte Reich vielleicht schon einmal in der Schule besprochen haben, oder jenen, die nie verstanden haben, warum Opa ein Holzbein hatte und Oma Silvester immer in den Keller ging, da wird es die Erkenntnis sein, dass es ja gar nicht so schlimm gewesen sein kann und mit Glück noch Unverständnis hervorrufen, warum ein Volk sich von einem bettnässenden, impotenten und komplexgeplagten Mann unterjochen lassen konnte. Es wird die Frage aus dem Film gestellt werden, warum denn die Juden sich nicht gewährt hätten und dass die Endlösung ja gar nicht, so der Film- Goebbels, persönlich gegen Einzelne gedacht gewesen sei. Und unweigerlich stellt sich auch die Frage, warum denn das Deutsche Volk sich nicht aufgelehnt hat. Der Film übersieht die Hintergründe, lässt die Empathie für jene, die an das glaubten wofür sie starben, vermissen. Sie glaubten an das Falsche, keine Frage, aber konnten sie es in Anbetracht der Umstände und der massenhaften, jubelnden Mitstreiter ahnen? Birgt der Film also die Gefahr der Herunterspielung? Hat er gar das Potential, dass unentschlossene, junge Wähler, diese Erkenntnisse auf ihr Stimmverhalten, auf Parteiwerbung und Warnung projizieren. Warum sollen wir denn nicht die NPD wählen, weil die Nazis sind? Ja und!? Der Film will lustig sein, will eine Erklärung liefern, will das Unbegreifliche begreiflich machen- kapriziert die Verbrechen der Jahre 1933 bis Ž45 auf die schwierige Kindheit des Despoten. Die Darstellung einer Zeit, die noch heute belastet und deren Wunden noch immer klaffen, die diese, vielleicht auch ungewollt, der Lächerlichkeit preisgibt, ist absurd und gefährlich. Mein Führer" erscheint mehr als hilfloses Nachtreten, nicht als gekonnte Parodie. Aber wie soll das auch gehen? In einer Zeit, als Charlie Chaplin sich als Diktator verkleidete, diente der Stoff- Hitler die Witzfigur - rein propagandistischen Zwecken. Heute gilt dies nicht mehr- Hitler war nicht, ist nicht und wird nie witzig sein, Millionen von Toten, Verwundeten und gebrochenen Menschen lassen sich nicht wegdiskutieren, ein solcher Film greift diese Menschen an und jene, die sich im Angesicht des Todes zum Widerstand aufrafften, die sich gegen die Massen stellten und die damit erfolglos blieben und dies mit Sicherheit nicht, nach Levys Film obwohl, der Führer" doch so eine Lusche war. Und er greift auch die Menschen an, die für Führer, Volk und Vaterland" lachend in den Krieg zogen, in Rüstungsfabriken arbeiteten oder in Jungvolk oder Hitlerjugend bei jeder Gelegenheit den rechten Arm zum Gruß erhoben. Es war die Zeit, die ein Terrorregime an die Zeit brachte, es war die Herrschaft von Wirtschaftskrise auf der einen, Gewalt und Einschüchterung auf der anderen Seite. Und so werden die einschlägigen Wissenschaftler noch zahlreiche weitere Gründe nennen können, die dem Zusammenhang entsprechen. Wir Menschen sind eben leicht zu beeinflussen- es müssen nur genügend andere für eine Sache einstehen, zum Beispiel: geh doch mal ins Kino, sieh dir den Film an!"
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Recht gehaltvoll, 14. April 2007
Drei Jahre vor dem 11.September wird hier ein Szenario geschildert, in dem radikale Moslems als Reaktion auf die Kaltstellung ihres Terrorführers (Scheich Irgendwas) New York mit Bombenattentaten überziehen und damit das Militär auf den Plan rufen. Dieses begeht im urbanen Zielgebiet ein paar `Verfehlungen' und wird schlußendlich vom tapferen FBI-Ortsgruppenleiter gestoppt. Soweit zum Plott, interessant sind die Kleinigkeiten, denn die machen den Film recht gehaltvoll. Es wird der Ausnahmezustand, also das Kriegsrecht erklärt, auf den berufend sich das Militär um die öffentliche Sicherheit sorgt. Da werden in Rasterfahndung Häuser durchsucht, Zivilisten geschlagen, willkürlich Menschen mitgenommen und unter Terrorverdacht in Freiluftkäfigen interniert. Kolateralschäden werden für die gerechte Sache in Kauf genommen. Ein Araber wird nackt gefesselt von einer Frau verhört, gefoltert und getötet (Abu Ghuraib läßt grüßen). Der ganze Mist, der seit Jahren im Irak und Afghanistan läuft, mit durch Überforderung zur Hemmungslosigkeit degenerierten Soldaten, geheimniskrämerischen und selbstverliebten Entscheidungsträgern, unkontrollierten Sondergefängnissen, ausgehebelten Menschenrechten, das ganze Paket wird hier bereits vorgestellt. Der General (alias Bruce Willis) sagt es selbst: Die Armee ist ein Breitschwert, kein Skalpel. Wer den Einsatz fordet, muß sich der Konsequenzen bewußt sein. Aber auch die Unterstützer des Terrors werden benannt, jene die sie permanent mit Geld, Waffen und taktischer Ausbildung versorgt haben, nämlich die Geheimdienste. Sie waren es auch, die den Groll auf den Westen schürten, indem sie immer wieder einzelnen Gruppen und Personen Beistand zusagten und sie gemäß den tagespolitischen Erfordernissen dann im Stich ließen. Irgendwann war das Maß voll und sie begannen sich gegen den Westen zu wenden. Und auch diese oft gehörte Phrase taucht auf, wonach die Terroristen gewonnen haben, wenn sie uns dazu bringen, daß wir uns unsere Freiheit selbst nehmen. Dabei geht es neben der Freiheit als solcher vor allem um die Widersprüche, die sich daraus in unserem Selbstverständnis ergeben und wegen denen wir uns letztendlich selbst aufreiben werden. Nachdem die Exekutive sich der Mehrheitsmeinung gebeugt hatte und damit dem Militär erlaubte, die anderen Gewalten auszuhebeln, blieb im Film als letztes Regulativ dieser aufrechte FBI-Agent, der den General wegen Mordes an einem US-Bürger auf US-Territorium festnahm, allerdings erst als dessen Untergebene die Widerrechtlichkeit ihrer Handlungen einsahen und ihn gewähren ließen. Diese hanebüchene Wendung rettete dem Film das Happy End, aber sie gab mir keine Hoffnung, daß sich auf dem internationalen Parkett wieder ein Rechtsbewußtsein durchsetzt. Für den Irak ist das FBI nunmal nicht zuständig.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Analytisch gut, 14. April 2007
Der Autor Uwe Mueller legt in diesem Buch die Fehler die in der deutschen Wiedervereinigung begangen wurden offen. In drei Teilen analysiert er die Maengel des Zusammenwachsens der beiden deutschen Staaten. Im ersten Teil legt Uwe Mueller die geschichtliche Situation der beiden deutschen Gesellschaften und die wirtschaftliche und finanzielle Situation der DDR offen. Im zweiten Teil geht der Autor auf den schleichenden Abstieg Ostdeutschlands seit der Wiedervereinigung, die demographische Entwicklung der beiden Teilstaaten, die Politik der Verschuldung und die privatwirtschaftliche und Unternehmenssituation im Osten ein. Der dritte handelt schliesslich vom Vergleich der Entwicklung Ostdeutschlands und der osteuropaeischen Staaten. Abschliessend resuemiert er das Beschriebene und stellt Verbesserungsvorschlaege vor. Durch die dreigeteilte Analyse wird deutlich, dass die Lage in den neuen Laendern katastrophal ist. Er beleuchtet dabei nicht nur die Fehler die ostseitig begangen wurden, sondern bringt auchdie Fehler der westdeutschen Politik auf den Tisch. Politik macht keine keine Wrtschaft. Dieses ist die zentrale These des Buches. Speziell die politischen Entscheidungen waehrend zur Wiedervereinigung sind zumeist kontraproduktiv fuer die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Der Autor erinnert dabei an den CDU-Wahlslogan Gleiches Geld fuer gleiche Arbeit!". Dieser oekonomische Unsinn mag zwar Stimmen im Osten gewonnen haben fuehrte aber zu zu hohen Lohnstueckkosten in den neuen Laendern. Kein Unternehmen der Welt kann sich diese ueberhoehten Kosten der Arbeit leisten. Kein Wunder ist, dass die Konzerne nicht nur nicht den Sprung nach Ostdeutschland wagten, sondern vielmehr darueber hinwegsprangen, um sich im billigen Osteuropa anzusiedeln. Diese Laender reuessieren, weil die Politik in der Wendezeit auf wirtschaftliche Prosperitaet konzentrierte. Hierin kumuliert das Versagen der Politiker im Westen wie im Osten. Die ostdeutschen Laendesfuersten labten sich vielmehr an an den Wohltaten des Westens um eine Gleichstellung der Lebensverhaeltnisse zu erreichen. Der unglaubliche Subventionsfluss in drei Akten umfasst inzwischen annaehrend - je nach Wirtschaftsinstitut - eintausenfuenfhundertmilliarden (!) Euro. Dieses Geld wurde jedoch nicht in wirtschaftliche sinnvolle Inverstionen gesteckt, vielmehr wurden unter der Zielsetzung Angleichung der Lebensverhaeltnisse in West und Ost" Spassbaeder, Sporthallen und teure Verwaltungen errichtet. Die Verwaltungen sind im Verhaeltnis zum Westen ueberdimensioniert. Allein hier waere ein Einsparpotential von mehreren Millionen moeglich gewesen. Diese teuren Infrastrukturmassnahmen machen vor dem Hintergrund des demographischen Wandels im Osten wenig Sinn. Die Landflucht" in den Westen laesst die Bevoelkerung im Osten schrumpfen. Viele Einrichtungen Baeder oder Kanalisationen lassen sich nicht mehr finanziell rechtfertigen, dienen sie doch nur noch als soziale Statussymbole der Staedte im Osten. Sie sollen zeigen, dass der Osten lebt. Dies ist jedoch nicht mehr der Fall. Der Osten stirbt. Dabei driftet er in eine gesellschaftliche und politische Zone, die die deutsche Geschichte nur allzugut kennt: Das Ende der Weimarer Republik. Deren Stadtvaeter hatten waehrend der Goldenen Jahre die kurzfristifen billigen Kredite aus dem Ausland auch in Schwimmbaeder und Freizeiteinrichtungen investiert anstatt in einer venuenftige nachhaltige Wirtschaftspolitik. Diese Rechnung ging nicht auf. Nach dem Schwarzen Freitag 1929 brach dieses System zusammen, da das Geld der Kredite abfloss in den Westen, in die Vereinigten Staaten. Die zunehmende Arbeitslosigkeit gipfelte in der Radikalisierunfg des Volkes, Deutschland schlitterte unter der Fuehrung Adolf Hitlers in den 2. Weltkrieg. Heute stehen wir vor dem gleichen Problem. Westdeutschland ist kaum noch in der Lage die Zeche fuer den Osten zu bezahlen, der Solodarpakt II wird zunehmend weniger Gelder zur Verfuegung stellen, eine Radikalisierung der Politik wird die Folge sein. Im Osten waechst der Einfluss de radikalen Parteien, die Demokratie wird instabil werden, zusammenbrechen und Westdeutschland sowie das eng verwebte Europa mit sich hinabziehen. Wie ist dieser Supergau aufzuhalten? Uwe Mueller schlaegt vor, der wirtschaftlichen Prosperitaet den Vorrang vor jedlichen Gleichstellungszielen zwischen den Laendern zu geben. Sonderwirtschaftszonen mit einem geringeren Steueraufkommen fuer Unternehmen sowie eingeschraenkte Nebenkosten der Arbeit waeren die Loesung. Eine strengere Kontrolle der Subventionsmittel aus dem Westen waere ein wichtiger Teil des ganzen. Und zu allerletzt die Zusammenlegung der Miniostlaender. Falscher Stolz sollte bei derartigen Ueberlegungen keine Rolle spielen. Die Laender im Osten sind allein nicht lebensfaehig, eine Zusammenlegung Thueringens mit Hessen waere ein Beispiel fuer eine vernuenftige Reorganisation des Bundes. Dieses wird allerdings mit sozialen Haerten verbunden sein. Die Frage lautet, welche Politiker wird den Mut haben, den ostdeutschen Menschen die Wahrheit zu sagen? Deren Anspruchsedenken muss zurueckgeschraubt werden. Anderseits waere die Wiedervereingung das Ende des Wirtschaftstandortes Deutschland.
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5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Regt zum Nachdenken an, 14. April 2007
Oftmals lobe ich Filme, die im Grunde grottenschlecht sind, mich aber trotzdem zum Nachdenken bringen. Im Falle vielsagenden Titel "Der Freie Wille", will ich mir gar nicht erlauben, eine das Handwerkliche bewertende Meinung zu äußern. Trotzdem muss gesagt werden, dass der Film nichts für sanfte Gemüter ist. Die ersten zehn Minuten konnte ich mir auch nur mit Bauchschmerzen ansehen und in mir keimte die Frage auf, ob ich mir das wirklich antun muss. Aber irgendwann gewöhnt man sich auch an die Vergewaltigungsszenen. Und der eine oder andere Schauspieler/in tut auch sein/ihr Bestes, damit man sich nicht zu sehr von einer authentischen Atmosphäre mitreißen lässt, obwohl ich den Antihelden recht überzeugend fand. Das Ganze wird einem in der typisch deutschen Tristesse serviert, mit verranzten 70er Jahre-Möbeln und schrillem Plaste-Geschirr. Herrlich widerlich. Doch zur eigentlichen Kernfrage des Films: Was tut man, wenn man bemerkt, dass man eine ,Verhaltensauffälligkeit' hat, unter der man zu einer massiven Gefahr für seine Mitmenschen wird? Einfach weitermachen? Soll man sich freiwillig wegsperren lassen? Sich selbst richten? Man ahnt worauf es hinausläuft, doch finde ich die Lösung zu einseitig und drastisch. Wie auch immer, hinterher muss man darüber nachdenken, sonst kann man mit den Bildern im Kopf nicht einschlafen. Dafür gibt's schon mal einen Riesen-Pluspunkt!
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Nichts Neues, aber sehr unterhaltsam!, 14. April 2007
Darüber, dass es den Historikern schwer fallen würde, ihn ganz aus der Geschichte verschwinden zu lassen, war sich Napoleon bereits am Ende seines Lebens im Klaren. Das er darin Recht behalten hat, beweist heute auch der Berg von geschätzten 80.000 Publikation die seine Person zum Thema haben. Einem an der Person des korsischen Eroberers Interessierten steht also ausreichend Material zur Verfügung, seinen Wissensdurst zu stillen. Angesichts dieser ganze Bibliotheken füllenden Menge von Büchern und der Tatsache, dass die Zusammenhänge um Napoleon und die wesentlich von ihm geprägte Epoche der europäischen Geschichte jedem historisch Interessierten sowieso mehr oder weniger geläufig sind, stellt sich wohl bei jeder Neuerscheinung zu diesem Thema wieder die Frage: Braucht die Welt dieses Buch nun auch noch? Wo selbst Untersuchungen zu einzelnen speziellen Aspekten seiner Zeit kaum noch wirklich Neues anzubieten haben, erschließt sich der Sinn einer x-ten Erzählung seines Lebens nur schwer. Lässt man sich jedoch auf das voluminöse Produkt aus dem C.H.Beck-Verlag ein, vergisst man diese Fragen bereits nach ein paar Seiten. Bereitwillig folgt man dem Autor Johannes Willms auf seiner rasanten Fahrt durch Napoleons Leben. In kurzen pointierten Schritten folgt er seinem" Napoleon von Korsika über die Kriegsschauplätze in Italien und Ägypten, auf denen der junge General der Revolution das Fundament für seine Karriere im Heimatland legt. Begleitet ihn durch die Wirren seiner Machtergreifung und auf den nicht enden wollenden Kriegszügen durch Europa, auf denen sein Held" das Gesicht des Kontinents nach seinem Gusto zu ändern suchte. Er folgt dem vermeintlich vom Schicksal Getriebenen in sein erstes Exil und bei seiner kurzen Rückkehr auf die politische Weltbühne, um ihm dann dabei zu beobachten wie er auf St. Helena an der eigenen Legende strickt, wohl ahnend, dass sich Generationen von Autoren an seiner Person abarbeiten werden. Willms gelingt es dabei, aus einer Unmenge von Quellen einen anschaulichen und fesselnden Erzählstrom herauszudestillieren. Leider stellt er dabei der von Napoleon initiierten Verklärung seiner Person lediglich ausgesuchte Briefquellen und Erinnerungen entgegen, ohne sich jedoch je die Frage nach deren Zuverlässigkeit zu stellen. Diesen Mangel an Quellenkritik versucht er auszugleichen indem er die Person und deren Handeln selbst ständig kritisiert. Kaum eine Leistung lässt Wilms seinem" Napoleon durchgehen. Politisches Geschick und militärisches Talent werden ihm so oft abgesprochen, dass man sich bereits zur Hälfte des Buches fragt wie der kleine Korse" seine Zeit so nachhaltig prägen konnte. Ein zweiter Wermutstropfen ist die Eindimensionalität des Buches. So wunderbar süffig man dieses Buch am Stück weglesen kann, stellt sich doch einige Male das Gefühl ein, dass man über bestimmte (heute durch die Forschung hinreichend erschlossene) Themenbereiche am Rande gern noch mehr erfahren hätte. Willms beschränkt sich jedoch zugunsten des Leseflusses weitestgehend auf die militärischen und politischen Großtaten seines Helden. Wer sich ernsthaft mit Geschichte und besonders der des französischen Imperators auseinandersetzen will, muss weiter auf die vielen anderen (modernen) Werke vor allem französischer Historiker zurückgreifen (oder sich doch besser gleich zu den heute weitestgehend erschlossenen Quellen begeben). Der historisch Interessierte jedoch, der sich ohne Magisterabschluss und Kenntnissen in Quellenkritik und Theoriediskussion einfach nur über die Person Napoleons informieren will ohne sich dabei zu langweilen, sollte ohne Zögern zu diesem Buch greifen. Denn nach der Lektüre dieses Wälzers kann man abschließend zufrieden feststellen: Willms erzählt uns hier nichts Neues, dass aber auf sehr unterhaltsame Weise.
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