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Rezensionen verfasst von
Andreas Wittenburg (Hamburg, Hamburg Deutschland)
(REAL NAME)   

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Splatoon Standard Edition - [Wii U]
Splatoon Standard Edition - [Wii U]
Preis: EUR 34,57

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nintendo zeigt mal wieder, wer Kreativitätsmeister ist, 10. August 2015
Mit jedem außergewöhnlichen Spiel, dass für die Wii U erscheint, könnte man traurig darüber werden, dass diese Konsole offenbar schon totgesagt wurde. Mit Splatoon hat Nintendo mal wieder gezeigt, dass sie außergewöhnliche Spiele realisieren können, die ohne Gewaltorgien auskommen. Hier ist es eine abgedrehte Interpretation des Team-Shooter-Konzepts. In diesem Fall eine knallbunte Splatter-Orgie (im wahrsten Sinne des Wortes), bei der zwei Mannschaften versuchen müssen, die Arenen in drei Minuten Gotcha-artig mit Farbpistolen in ihrer Farbe einzufärben.

Wieder macht Nintendo aus der Not eine Tugend und verlagert sich statt Fotorealismus auf eine abgedrehte Comicoptik, die ein bisschen an Jet Set Radio Future erinnert. Kids mit ADHS werden sich hier sofort zuhause fühlen. In den Partien führt die knallbunte Optik und das schnelle Spieltempo allerdings dazu, dass man die Orientierung verlieren kann.

Schade ist, dass Nintendo es wieder nicht schafft, den Controller sinnvoll einzubinden. Die Bewegungssteuerung, bei der man parallel zu den zwei Analogsticks durch Neigung des Controllers hoch- und runtersieht, ist sehr gewöhnungsbedürftig. Außerhalb der Arenen wird die Navigation gedoppelt, im Spiel sieht man eine kleine Karte der Map, auf der die Spieler-Icons winzig klein sind und man einen Überblick über die eingefärbte Fläche bekommt. Da das Spiel sehr hektisch ist der Blick auf den kleinen Screen eher ablenkend. Die Steuerung ist relativ komplex (Primär- und Sekundärwaffen plus Extra-Angriff), dazu springen und der Fortbewegungsmodus als Tintenfisch. Bis einem das Schema in der Hektik in Fleisch und Blut übergeht vergehen einige Stunden.

Auch wenn man zu Beginn durch ein kurzes Tutorial geführt wird, ist der Einstieg ziemlich chaotisch. Das liegt auch daran, dass die Teamstärken häufig sehr unausgeglichen sind. So wird man zu Beginn häufiger von überlegenen Gegnerwaffen schneller abgeschossen als einem lieb ist. Ein weiteres Problem ist die Balance der Waffen – einige wirken übermächtig. Bei den schnellen Partien stört (häufig als Kritikpunkt geäußert) der fehlende Voicechat nicht. Wer einen Taktikshooter a la Counterstrike erwartet, hat hier vermutlich eine falsche Erwartungshaltung. Hilfreich wären allerdings kleine Icons oder schnelle Befehle, die man einblenden kann, um dem Team Hinweise zu geben. Positiv ist, das ein (unterlegenes) Team die Partie bis zum Schluss drehen kann und das auch Spieler mit niedrigem Level ihren Beitrag leisten können.

Etwas frustrierend ist der geringe Umfang. Das Spiel wurde seitdem Launch schon einmal erweitert, aber die Auswahl an Maps und Spielmodi ist immer noch arg begrenzt. Einzig die unterschiedliche Zusammensetzung der Teams und die sehr unterschiedlichen Waffen sorgen für Abwechslung. Hier kann man nur hoffen, das Nintendo sein Versprechen hält und das Spiel regelmäßig erweitert. Leider kann man die Auswahl der Map nicht wie in Super Mario Kart mitbestimmen.

Trotz der kleinen Schwächen ist Splatoon ein hölleschnelles anarchistisches Vergnügen, das trotz fehlendem Tiefgang und eingeschränkten taktischen Möglichkeiten extrem viel Spaß macht. Alleine die Gehässigkeit, einen gegnerischen Gegner von hinten auszuschalten sorgt für das "Nur noch eine Partie"-Gefühl, das bis spätnachts anhält, wenn man nicht aufpasst.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 22, 2015 11:55 AM CET


The Witcher 3: Wild Hunt - Standard - [Playstation 4]
The Witcher 3: Wild Hunt - Standard - [Playstation 4]
Wird angeboten von MEDIMOPS
Preis: EUR 53,99

9 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen State-of-the-art Rollenspiel - trotzdem Geschmackssache, 12. Juni 2015
Für mich gibt es bei Spielen nur ein Qualitätsmerkmal: ob ein Sog entsteht der mich in das Spiel hineinzieht. Von den großartigen Bewertungen angezogen habe ich "The Witcher 3" voller Vorfreude gekauft und wurde eher enttäuscht. Ich spiele es ab und zu eine Weile, aber es fesselt mich nicht wirklich.

Ich bin bei Rollenspielen eher altmodisch und erarbeite mir mein Spielerlebnis lieber selbst. Dem modernen Trend, Handlung bombastisch vorzuinszenieren und in Cut-Scenes zu erzählen, kann ich wenig abzugewinnen, weil sie das Spielerlebnis unterbrechen - ein Stilmittel, das hier ausufernd verwendet wird. In diesen Szenen kann ich zwar den Verlauf der Gespräche beeinflussen, aber ohne echtes Moralsystem hat das wenig Auswirkungen. Hier lasse ich die Geschichte nicht entstehen, ich spiele sie nach.

Doch diese Geschichte ist eine der großen Stärken des Spiels. Selten habe ich so abwechslungsreiche, komplexe Quests gesehen. Auch kleine Nebenquests erzählen spannende und in sich geschlossene Geschichten mit überraschenden Wendungen. Am besten haben mir die Aufgaben gefallen, in denen ich mit der Hexersicht Detektiv spielen kann - ähnlich wie in den Batman-Spielen. Die Hauptgeschichte gewinnt vor allem, wenn man die Vorgänger gespielt hat oder die Bücher kennt. Wer in diesem Spiel einsteigt hat oft das Gefühl, dass er die Hintergründe nicht versteht, weil viele Personen, Städtenamen und frühere Ereignisse genannt werden. Der "erwachsene" Anstrich wirkt für mich durch derbe Wortwahl in den Dialogen, unmotiviert entkleideten Frauen und übertriebenen Finishing-Moves (diagonal zerteilte Oberkörper: Mortal combat anybody?) eher aufgesetzt.

Leider entfällt einer meiner liebsten Aufgaben komplett - die Charakterserstellung mit Berufswahl und Aussehen - weil Geralt eine durch die Bücher vorgegebene Person ist. Beim Aufleveln kann ich zwar etwas Einfluss auf die Fertigkeiten nehmen, aber die Grenzen sind sehr eng. Dadurch empfinde ich keine enge Bindung zur Hauptfigur.

Auch die vielen Komfortfunktionen nehmen mir ein Stück Freiraum. Das Spiel möchte Open World sein, aber die Areale sind begrenzt, und das Spiel zeigt mir mit Zielpunkten, einer Navigationslinie und häufigen Hinweisen, was als nächstes zu tun ist und wo. Da die Stärke der Gegner nicht mit meinen Fähigkeiten skaliert, empfiehlt das Spiel bei allen Quests die empfohlene Stufe. So empfinde ich niemals die grenzenlose Freiheit, wie in Skyrim endlos durch eine offene Welt zu reiten. Auch wenn ich die Informationen im Interface einschränke, fühle ich mich immer an die Hand genommen.

Das Kampfsystem wirkt zu Beginn etwas überladen, ermöglicht aber dynamische Kämpfe und verschiedene Kampfstile. Leider sind die Angriffsmuster der Gegner nicht sehr abwechslungsreich und Kämpfe arten häufig in stumpfes Gekloppe aus. Vor allem die aufwändig inszenierten Bosskämpfe überzeugen aber, weil ich hier ohne Strategie kaum vorankomme. Überragend ist die Komplexität der Fertigkeiten: Alchemie, das Erstellen und Modifizieren von Waffen, Kartenspiele - die Welt bietet eine unüberschaubare Fülle an Möglichkeiten, die man sich in entsprechend komplexen Menüs erarbeiten muss.

Was die Grafik angeht, bin ich gespalten. Die PS4 zeigt eine detaillierte und abwechslungsreiche Welt, aber zu vieles scheint dem Motto "Schaut her, was unsere geile Engine alles kann" zu folgen. Übertriebene Lichtstimmungen mit ständig durch die Bäume brechendem Sonnenlicht, Wetterwechsel und übertriebene Effekte lassen für mich keine realistische Welt entstehen. Auf mich wirkt das eher wie eine bonbonbunter 'Hobbit'-Version des Mittelalters. Hier bevorzuge ich den realistischen, eher kargen Look von Skyrim. Die Personen leiden etwas unter dem "Uncanny valley"-Effekt. Sehr realistisch, wirken sie trotzdem künstlich und ein wenig unheimlich und zeigen wenig mimische Vielfalt. Dafür ist die Vertonung der Personen hervorragend und nuanciert gelungen.

Es bleibt ein hochglanzpoliertes Spiel mit einer hervorragenden Story, dem für meinen Geschmack etwas die Authentizität und echtes "Open World"-Gefühl fehlt. Für Rollenspielfans ist es ein muss, altmodische Spieler wie mich, die gerne eine Party aus Kämpfer, Dieb und Zauberer anführen, sind bei anderen Spielen wohlmöglich besser aufgehoben.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 20, 2015 5:34 PM MEST


Donkey Magnetische Fahrradlicht, LED-Front- und Rückleuchte, Lucetta Schwarz, 300012
Donkey Magnetische Fahrradlicht, LED-Front- und Rückleuchte, Lucetta Schwarz, 300012
Wird angeboten von found4you
Preis: EUR 28,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Smartes Produkt, 5. März 2015
Das ist mal eine kleine feine Idee. Ein zweiteiliges Fahrradlicht, das von Magneten zusammengehalten wird. Zum Benutzen werden die Lampen einfach voneinander getrennt und halten mit Magnetkraft an den Fahrradstangen (wenn diese magnetisch sind, also nicht bei Alurädern). Dabei werden die Lampen automatisch aktiviert. Es gibt mehere Modi (Blinken/Dauerhaft leuchten). Entgegen den negativen Rezensionen sind die Lampen bei mir nie abgefallen und immer an ihrem Platz geblieben – trotz Kopfsteinpflaster und Kantsteinen. Auch haben sie sich zuverlässig an- und ausgeschaltet. Da die Lampen jeweils nur eine kleine LED haben sind sie nicht besonders hell, aber immer noch besser als keine Beleuchtung.


New Nintendo 3DS weiß
New Nintendo 3DS weiß
Wird angeboten von Rotfunk GmbH
Preis: EUR 149,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen An allen Ecken sinnvoll aufgebohrt, 1. März 2015
Rezension bezieht sich auf: New Nintendo 3DS weiß (Konsole)
Ich habe den Eindruck, Nintendo hat seinen Kunden vor der Überarbeitung des 3DS sehr genau zugehört. Auf den ersten Blick kaum verändert, wurden dem Gerät alle großen Kritikpunkte ausgetrieben. Natürlich kann man argumentieren, heute hätte jedes Mittelklassehandy deutlich bessere Hardware, aber einerseits hat Nintendo immer wert auf Abwärtskompatibilität gelegt, und andererseits bezahlt man bei Nintendo für das gesamte Ökosystem.

Am offensichtlichsten ist die Verbesserung des 3D-Effekts. Wo man den Kopf vorher sehr ruhig halten musste, passt jetzt eine Gesichtserkennung den Effekt an die Kopf-Position an. Der Effekt selbst ist unverändert, inklusive der gelegentlichen Doppelbilder und Unschärfen bei schnellen Schwenks in den Spielen.

Zweite große Verbesserung ist ein zweiter Analogstick in Form eines kleinen Gummiknubbels, der an den Mausersatz früherer IBM-Notebooks erinnert. Er reagiert relativ feinfühlig und funktioniert nach kurzer Zeit erstaunlich gut. Mit den vier Schultertasten (von denen die beiden inneren ziemlich fummelig zu bedienen sind), können endlich auch komplexe Spiele ohne Zusatzhardware bedient werden. Ansonsten wurden die Bedienelemente ein wenig hin- und her geschoben. Etwas blöd zu bedienen ist jetzt der Powerknopf an der Vorderseite.

Die Displays sind in der Auflösung gleich geblieben – das wirkt in Zeiten von hochaufgelösten Displays inzwischen arg rückständig. Dafür wurde der Kontrast ein wenig verbessert – dadurch wirkt das Bild knackiger. Die Prozessorleistung wurde etwas erhöht, was die Ladezeiten teilweise merklich verkürzt. Auch die Bedienoberfläche reagiert dadurch etwas schneller.

Als magische Geldvermehrung setzt Nintendo wieder mehr auf die Geldbörse von Kindern, in Form von unverschämt teuren Kunstoffblenden, mit denen sich die Konsole personalisieren lässt, und den Amiibos, die in einigen Spielen Extras freischalten.

Man mag sich fragen, wie lange es in Zeiten leistungsfähiger Handys überhaupt noch mobile Spielekonsolen braucht, vor allem wenn diese hardwaretechnisch so sehr hinterher hängen wie das 3DS. Solange Nintendo und Drittanbieter herausragende Spiele produzieren, hat Nintendo ein Ass im Ärmel. Wer unterwegs Mario und Link will, kommt um das 3DS nicht herum.


Der beste Roman des Jahres
Der beste Roman des Jahres
Preis: EUR 9,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nette Idee - leider verschenkt, 20. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der beste Roman des Jahres (Kindle Edition)
Ein Roman über den Literaturbetrieb ist sicherlich eine spitzfindige Idee – wenn er gut gemacht wäre. Dieser scheitert leider auf mehreren Ebenen. Die Handlung dreht sich um die Vergabe des Elysia-Preis unter dem neu berufenen Vorsitzenden der Jury, Malcolm Craig. Unterschiedliche Interessen innerhalb der Jury, die Befindlichkeiten der Autoren und diverse Widrigkeiten würden genug Zündstoff für eine spannende Handlung bieten, aber hier entsteht daraus keine fesselnde Handlung oder auch nur ein interessanter Blick hinter die Kulissen.

Zunächst ist es schwer, einen Protagonisten zu erkennen. Der zu Beginn eingeführte Vorsitzende der Jury kommt im weiteren Verlauf des Buches selten vor. Auch die Konflikte innerhalb der Jury bei der Auswahl und Bewertung der ausgewählten Bücher wird nur in kurzen Sätzen angerissen und danach kaum weiter verfolgt. Stattdessen konzentriert sich die Handlung auf Katherine, eine der Autorinnen, und deren promiskes Liebesleben. Das wirkt, als hätte der Autor nach einigen Seiten das Interesse an seinem eigenen Thema verloren.

Von allem, was die Geschichte vorantreiben könnte, gibt es wenig: richtige Handlung, Spannungsbögen, knackige, kontroverse Monologe, länger wirkenden Konflikte. Stattdessen liest man seitenlange innere Monologe der verschiedenen Personen – ihre Gedanken und Gefühle zu den Dingen. Dadurch scheint die Geschichte auf der Stelle zu treten. Ich habe mich dabei ertappt, wie ich häufig abgeschweift bin - die Handlung reißt einfach nicht mit. Interessant ist nur die Idee des Autors, Textbeispiele der für den Preis eingereichten Romane zu entwickeln, und so verschiedene Genres auf die Schippe zu nehmen. Von diesen Passagen gibt es aber nur wenige.

Der satirische Ton des Buches wirkt meistens eher aufgesetzt und hat nicht genug Biss, um richtig bösartig zu sein. Dadurch wirkt die Handlung insgesamt banal und ich hatte Mühe, die Probleme der handelnden Figuren ernst zu nehmen, weil der Autor sie nicht ernst zu nehmen scheint. Auch wirken die Personen eher wie Karikaturen, wie stereotype Klischees, anstatt wie echte Menschen. Das Buch ist bevölkert von weichen weinerlichen Männern und harten Frauen – alle Figuren sind irgendwie unsympathisch und entwickeln sich nicht weiter.

Seltsam ist schließlich, das ein Roman, der letztlich von der Qualität von Romantexten handelt, so einen mittelmäßigen Stil hat (ob das an der Übersetzung liegt vermag ich nicht zu sagen): Bandwurmsätze, holperiger Satzbau, uneinheitliche Tonalität, unelegante Formulierungen. Dazu trüben, wie in letzter Zeit häufig beobachtet, Fehler im Text das Lesevergnügen – Hinweis auf ein nachlässiges Lektorat.

Das eigene Medium auf der Metaebene zu betrachten (z.B. wie der Film "Hugo Cabret" über das Filmemachen) ist eine interessante Idee und hätte für den Leser einen spannenden Blick hinter die Kulissen des Literaturbetriebs sein können – hier wurde sie leider verschenkt.


Rendezvous mit einem Mörder: Roman (Reihenfolge der Eve Dallas-Krimis 1)
Rendezvous mit einem Mörder: Roman (Reihenfolge der Eve Dallas-Krimis 1)
Preis: EUR 8,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Science-Fiction-Erotik-Trash, 28. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eine Polizistin, die in der Zukunft Kriminalfälle löst, klingt zunächst nach einer unterhaltsamen Prämisse, bis nach diesem ersten Roman einer langen Serie (16 Teile) ein intellektueller Kater wie nach einem ganz billigen Fusel einsetzt. Eingebettet in ein dürftig ausgestaltetes Szenrio, dass sich mit üblichen Zukunftsklischees abmüht und bereits veratet wirkt (der Roman ist von 1995), versucht sich die Autorin an einer modernen Agatha Christie-Variante mit mehreren Morden, der Einführung einiger Verdächtiger und einigen launigen Wendungen, bis der Täter schließlich gefasst wird.

Was mir die Freude an der zum Teil spannenden Handlung verdorben hat war die platte, uninspirierte Sprache des Romans, die sogar als leichte Lektüre für einen Urlaub zu flach ist und wirkt, wie von einer hormonvernebelten Viertklässlerin geschrieben. Dagegen liest sich "50 Shades of Grey" wie Thomas Mann. Gekrönt wird das Buch von sprachlichen Fehlern, die auf eine unfähige Übersetzung und ein miserables Lektorat schließen lassen.

Noch schlimmer ist der wahllos und unmotiviert eingeflochtene Sex. Hier überrascht die Autorin mit einem Frauenbild von vorgestern: die zunächst als willenstark und spröde eingeführte Protagonistin wird in den Armen des gutaussehenden, reichen und mysteriösen Verdächtigen weich und gibt sich ihm mehrere Male hin - natürlich nach großem inneren Ringen. Das ist so seifig und prüde beschrieben, dass es vermutlich nur als dampfende Phantasie für vertrocknete Rentnerinnen taugt. Wem es Vergnügen bereitet, sich von diesem intellektuellen Schnellkochtopf die Birne weich kochen zu lassen, der kann erleichtert aufatmen: es erscheinen regelmäßig Fortsetzungen. Klingt nach Soap Opera? Schlimmer, den dort sind die Folgen nach 45 Minuten vorbei.


Auslöschung: Buch 1 der Southern-Reach-Trilogie
Auslöschung: Buch 1 der Southern-Reach-Trilogie
Preis: EUR 13,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein mysteriöses Lesevergnügen, 28. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich kann ohne Übertreibung sagen, dass ich noch Buch wie dieses gelesen habe. Eine abstrakte und mysteriöse Geschichte, die sich allen Kategorisierungen entzieht und mich bis zum letzen Wort gefesselt hat. Vier Frauen, die nur mit ihrer Berufsbezeichnung benannt sind, brechen als zwölfte Expedition in die "Area X" auf, ein Areal, dass durch einen nicht benannten Vorfall verändert wurde und nach außen abgeriegelt ist. Aus der Perspektive der "Biologin" als Expeditionstagebuch aufgeschrieben, hat der Leser immer den Kenntnisstand der Protagonistin, was den Roman ungemein spannend macht. Mit jedem Tag entdecken die Frauen größere Mysterien, bis die ersten grausamen Zwischenfälle geschehen und die Handlung nach einem sehr zögerlichen Start an Fahrt gewinnt.

Außergewöhnlich ist der fast wissenschaftliche, beschreibende Ton, durch den die verworrende Handlung einen klaren Rahmen erhält. Von der Angst besessen, ihre Objektivität zu verlieren, bemüht sich die Hauptfigur um eine möglichst sachliche Schilderung der immer surrealer werdenden Ereignisse.

Manchmal enzieht sich der Autor etwas zu sehr einer möglichen Auflösung und lässt zu vieles im Unklaren. Es bleibt bis zum Schluss dem Leser überlassen, aus den Fragmenten eine Erklärung zusammen zu setzen. Das überwiegend irrationale Verhalten der vier Frauen, vor allem der spröden Hauptfigur, macht es zudem schwer, sich in die Figuren hinein zu versetzen. Erst gegen Ende öffnet sich eine emotionale Ebene, die mich dann aber umso intensiver mitgerissen hat. Am Ende bleiben mehr Fragen als Antworten und eine ganz große Vorfreude auf Teil 2 und 3 der Geschichte.


Anleitung zur Schwerelosigkeit: Was wir im All fürs Leben lernen können
Anleitung zur Schwerelosigkeit: Was wir im All fürs Leben lernen können
Preis: EUR 15,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen ein Perspektivwechsel aus erster Hand, 28. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Chris Hadfield ist sicher einer der "Popstars" der Raumfahrt. In Zeiten, in denen die immensen Ausgaben in Frage gestellt werden, ist, neben der Forschung, die Vermarktung des Weltraumprogramms eine der wichtigen Aufgaben der Astronauten. Hadfield gelingt es mit diesem Buch, wie schon mit seinem Youtube-Video, die Faszination des Themas greifbar zu machen, und lässt den Leser an seiner außergewöhnlichen Lebensgeschichte teilhaben. Vom Beginn seines Traumes, über die harte Ausbildung bis zu seinen Einsätzen schildert er seinen Weg spannend und abwechslungsreich. Am interessantesten ist es, wenn er die Ereignisse beschreibt: die Vorbereitung, das harte Training und als Krönung der Aufenthalt auf der ISS. Vor allem in den Details zeigt sich seine Beobachtungsgabe. Leider lässt er sich auch zu ausschweifenden philosophischen Betrachtungen über Demut, Durchhaltevermögen und Führungsfähigkeiten hinreißen, die sich ein bisschen wie ein Ratgeber zu "So werde ich ein besserer Mensch" lesen. Das wirkt manchmal sehr abstrakt und ein wenig eingebildet. Leider wiederholt er sich hier häufig und verfällt teilweise in einen platten Patriotismus. Das schwierige Thema Familie streift er hingegen nur am Rand. Insgesamt irritieren die thematischen Sprünge - dadurch fehlt es dem Buch ein wenig an rotem Faden.

Eine Tiefpunkt und auch Anlass der Wertung ist die Qualität des eBooks. Andauernd harte Trennungen mitten im Text, ungenau positionerte Initalien, schlecht gesetzte Headlines, noch holperigerer Blocksatz als sonst, und auch die Übersetzung ist nicht frei von Fehlern (ein Indiz für ein schluderiges Lektorat). Wenn ich fast den Preis des gedruckten Werks bezahle erwarte ich einen bestmöglichen Satz. In diesem Fall wurde mein Lesevergnügen stark getrübt.


channel ORANGE
channel ORANGE
Preis: EUR 7,99

27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Weckt mich wenn der Soul zurück ist, 20. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: channel ORANGE (Audio CD)
Es ist bedauerlich, was aus dem Stil geworden ist, der wie kein anderer in der amerikanischen DNS verwurzelt ist - der R&B/Soul. Seele war weit und breit seit Jahren nicht mehr zu spüren, es sei denn in den möglichst originalgetreuen Nachbildungen von Sharon Jones oder Raphael Saadiq. Die Stars des Genres wie Beyonce, Kelis oder Usher haben sich größtenteils auf maschinenhaft rasselnden Elektropop oder Eurotrash a la David Guetta verlegt, der wie eine Marketing-Kalkulation wirkt.

Doch Hoffnung naht. Das unfassbare '"Mirrorwriting'" von Jamie Woon im letzten Jahr und Drakes '"Take Care"' waren bereits Lichtstreifen am Horizont, und nun legt Frank Ocean nach. Nach Lana Del Ray ist man etwas vorsichtig mit Hypes, aber "Channel Orange" ist unglaublich gut und braucht die aufgeblasene Diskussion um sein Schwulsein im Grunde nicht.

Das erste Stück '"Thinkin Bout You"' eröffnet ähnlich wie Drakes '"Over My Dead Body'" und legt mit minimalistischem Elektrobeat und feinem Crooning den Rahme für das Album fest. Im Mittelpunkt steht Oceans warme und wandlungsfähige Stimme, die an große Vorbilder erinnert; '"Sweet Life'" atmet Stevie Wonder, während er auf '"Fertilizer"' ein wenig wie Lenny Kravitz klingt. Der überwiegende Teil der Stücke bleibt ruhig, aber auch die schnelleren Titel wie '"Lost"' oder "'Monks"' behalten ihren lässigen Flow.

Die Produktion bedient sich aus dem gesamten Kaleidoskop des Genres: elegante Bläsersätze und Backgroundvocals lassen die seligen 60er durchschimmern aber auch moderne Elektrobeats und Hip-Hop-Versatzstücke fügen sich harmonisch ein. Die kurzen Soundschnipsel zwischen den Stücken fügen dem Album einen weiteren ungeschliffenen Aspekt hinzu.

Seit langem schon hat kein Künstler mehr ein derart vielfältiges und frisches Album veröffentlicht und die Zwänge eines Genres so lässig gesprengt. Man will dem jungen Mann nicht zu viel aufladen, aber er könnte ein ganzes Genre befreien.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 19, 2012 12:18 PM CET


Sony NEX-7B Systemkamera (24 Megapixel, 7,5 cm (3 Zoll) Display, Full HD Video) Gehäuse
Sony NEX-7B Systemkamera (24 Megapixel, 7,5 cm (3 Zoll) Display, Full HD Video) Gehäuse

26 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein großer Schritt nach vorne - trotz zwei Fragezeichen, 16. Februar 2012
Nach den Apple-Produkten haben nun offenbar auch Kameras eine religiöse Ebene erreicht. Schon Monate vorher in Foren und auf Gerüchteseiten angekündigt, wird das Begehren durch exklusiv an Fotografen und Blogs ausgegebene Exemplare dermaßen angeheizt, dass man ausrufen möchte: "Es ist nur ein Fotoapparat". Nach der Fujifilm X100 nahm das besonders bei der NEX 7 groteske Züge an.

Nun, da sich der Staub der Lobpreisungen und Verrisse gelegt hat und die NEX 7 in der Realität ankommt bleiben viele Ausrufe- und wenig Fragezeichen. Man hat den Eindruck, Sony hat den Kunden genau zugehört und das Konzept der NEX-Kameras in Richtung fortgeschrittener Benutzer weiterentwickelt. Die Kamera bietet ein stabiles Magnesiumgehäuse, dessen Größe die Kopflastigkeit der NEX 5 abmildert, ein flexibles Display, den bislang besten elektronischen Sucher und das hervorragende Bedienkonzept "Tri-Navi". Statt Konzepte der analogen Fotografie wiederzukäuen wurde hier ein wirklich innovativer neuer Ansatz entwickelt. Die Bedienelemente sorgen auch dafür, dass man selten in die Menüstruktur abtauchen muss, die in der gesamten NEX-Familie eher ein Schwachpunkt ist.

Zwei viel diskutierte Kritikpunkte trüben für mich den Eindruck: Die Bildqualität ist aufgrund der höheren Sensorauflösung schlechter als bei der deutlich günstigeren NEX 5. Das zeigt sich zwar nur bei höheren ISO-Zahlen und bei großen Abzügen, bleibt aber fragwürdig. Die größeren Dateien lassen allerdings mehr Spielraum in der RAW-Bearbeitung, was diesen Aspekt stark abmildert.
Das gravierendere Problem sind die fehlenden Objektive. Wie eine hochwertige Stereoanlage mit schlechten Boxen verschenkt Sony hier viel Potenzial. Ständige Hinweise auf die zukünftige Roadmap täuschen nicht darüber hinweg, dass die Konkurrenz hier mehr am Start hat. Die angebotenen Lösungen sind alle eher unbefriedigend: Das Zeiss-Objektiv ist verflucht teuer, der E-mountadapter macht die Kompaktheit zunichte und nicht jeder hat Lust darauf, mit Adapterringen und alten Objektiven zu hantieren. Eine weitere kleine Schwäche ist die kurze Akkulaufzeit - wahrscheinlich durch das große Display und den Sucher. Ein Ersatzakku sollte immer mit an Bord sein. Auch an den elektronischen Sucher musste ich mich erst gewöhnen. Egal wie gut die Auflösung ist - Spiegelreflexfeeling kommt nicht auf. Hier gefällt mir das hybride Konzept der X100 besser.

In den zwei Wochen mit der Kamera habe ich den Eindruck, dass die NEX 7 als erste Kamera hält, was das spiegellose Konzept versprochen hat: eine kompakte Alternative zu Spiegelreflexkameras, ohne größere Kompromisse bei Bedienung und Bildqualität. Wenn nun zügig angemessene Objektive kommen könnte das eine Freundschaft für Jahre werden.

Die krakeelenden Jünger orakeln sowieso schon über den Nachfolger - und ich habe meine Ruhe.


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