Fashion Sale Hier klicken Strandspielzeug reduziertemalbuecher Cloud Drive Photos yuneec Learn More sommer2016 HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16
Profil für Andreas Wittenburg > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Andreas Wittenburg
Top-Rezensenten Rang: 15.204
Hilfreiche Bewertungen: 4106

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Andreas Wittenburg (Hamburg, Hamburg Deutschland)
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Just a Little Lovin'
Just a Little Lovin'
Preis: EUR 10,67

46 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das perfekte Tribut - respektvoll und Grenzen erweiternd, 16. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Just a Little Lovin' (Audio CD)
Shelby Lynne, seit vielen Jahren Jahren eine feste, aber nicht immer kommerziell erfolgreiche Größe, hat von Beginn ihrer Karriere an versucht, die Grenzen des Country zu erweitern.
Erst mit dem Singer/Songwriter-Rock in der Tradition von Bonnie Raitt, hat sie auf den letzten Alben jeglichen Country-Gloss abgestreift und Ihren eigenen Ausdruck gefunden. Dass sie aber ausgerechnet bei einem Tribute-Album mit Dusty Springfield-Songs so glanzvoll gewinnt, ist ein wunderbares Mysterium.

Sich überhaupt an solch eine Künstlerin heranzutrauen verdient Respekt, und das Experiment funktioniert vor allem, weil sie nicht imitiert, sondern in den Stücken ihre eigene Stimme findet.
Gleich "Just A Little Lovin' lässt den Atem stocken. Minimalistisch und klar, ohne einen überflüssigen Ton, hört man jeden Kubikzentimeter Luft zwischen den Noten. Während Dusty Springfields Timbre eher den Soul der Stücke betonte, sind die Arrangements hier dem Jazz näher, was den Songs faszinierende neue Blickwinkel gibt.
"Anyone Who Had A Heart" ist weniger dramatisch, dafür verletzlicher und mit gewischter Snare und einer schwingenden Gitarre von großer Intimität, und auch "I Only Want To Be With You" lässt den forschen Pop zugunsten einer ernsthaften Ruhe hinter sich.

Aber das Album geht noch weiter. Besonders spannend wird es dort, wo sich die Welten mischen. So hat "Willie And Lauramae Jones" einen erdigen und handfesten Ton, ohne das Original zu verleugnen, und auch "Breakfast In Bed" gewinnt durch die feine Prise Country.
Da die Originale ihrer Zeit entsprechend häufig mit Streichern und Chören aufgeplustert waren, ist es eine Wohltat, hier die Essenz zu hören.

Vor allem die letzten beiden Stücke zeigen, wie wenig es für einen großartigen Song braucht. "How Can I Be Sure" gewinnt alleine aus einer Melodie und einer gezupften Gitarre anrührende Intensität. Dass sich das von Lynne geschrieben "Pretend" nahtlos einreiht, zeigt, dass sie mit ihrer eigenen Kunst mühelos neben dem großen Original bestehen kann.

Das größte Kompliment muss man dem Song machen, der nicht auf dem Album ist. Das unerreichte "Son Of A Preacherman" ist so unlöslich mit Dusty verbunden, dass sich Lynne dem Vergleich nicht ausgesetzt hat.

Spätestens dieses Album macht eine Künstlerin hörbar, die bei sich angekommen ist. So viel Aufrichtigkeit gibt es selten.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 29, 2015 3:34 AM MEST


E=MC²
E=MC²
Preis: EUR 11,23

3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mariah: mit modernem Appeal, aber etwas austauschbar, 15. April 2008
Rezension bezieht sich auf: E=MC² (Audio CD)
"Emancipation Of Mimi" war ein wenig zu hip gebürstet, metalliclackiert, und hat der Stimme mit einer arg kühlen Hightechproduktion keinen großen Gefallen getan - aber es war ein Schritt weg von den pinkfarbenen Bubblegum-Alben davor. Blieb die Frage, ob sie den eingeschlagenen Weg hin zu mehr Modernität beibehält.

Aufatmen, "e=mc2" ist ein rundes Album - modern, aber nicht zwanghaft hip, auf der Höhe der Zeit, aber trotzdem nicht kalt, bereitet die Produktion der Sängerin ein schimmerndes und glamouröses akustisches Bett, um sich daran zu räkeln.

Schon das erste Stück "Migrate" hat diesen gedimmten Sexappeal, schichtet die Stimme zu dutzendfachem Hauchen übereinander und legt einen schnippende Beats und vibrierende Synthis darunter. Auch "Cruise Control" und "Love Story" folgen diesem Ideal.
Leider folgen zu viele Songs dem Schema. Spätestens bei "For The Record" überprüft man irritiert, ob man versehentlich Repeat gedrückt hat. Seltsamerweise wurde von diesen gerade das lahme und ideenarme "Touch My Body" als Single ausgewählt.

So sind es vor allem die Ausreißer, die Positiv herausstechen: das treibende "I'm That Chick" mit coolem Discobeat und "I'll Be Lovin' U Long Time" mit glamourösen Streichern. Auch "O.O.C." sticht mit seinem kantigen Beat und verschachteltem Refrain heraus.

Die Produktion hat dankenswerter Weise die Überzuckerung und jeden Hang zu Kleinmädchenpop früherer Alben entfernt - allerdings ist dabei auch ihr Markenzeichen, die Monster-Pianoballade, über Bord gegangen, was vielleicht nicht alle Fans freuen wird. Auch stimmlich verzichtet sie auf verbale Angeberei und ordnet sich öfter als früher den Stimmungen der Songs unter.

Ein zweites Mal aufatmen: Kurz bevor sich der Vorhang senkt, legt sie mit "I Wish You Well" doch noch die ultrabreite Ballade hin, ballert sämtliche ihrer 27 Oktaven heraus, und wir wissen: es ist alles gut.

Mit diesem Album gewinnt sie sicher keinen Preis für Originalität, und der moderne Sound nimmt ihr ein gutes Stück Persönlichkeit, aber es überwindet Sünden wie "Butterfly" und "Glitter", und alleine das verdient Applaus.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 3, 2008 5:09 PM MEST


How Will I Know If I'm Awake (Digipak)
How Will I Know If I'm Awake (Digipak)
Wird angeboten von Hausmusik
Preis: EUR 15,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Großes Zitat, 13. April 2008
Erst haben einige junge Männerbands den rumpeligen Rock der Kinks und Stones wiederbelebt, dann haben die Sechziger mit Amy Winehouse wie ein Anachronismus zaghaft an die Tür geklopft, und schließlich wurde mit Duffy und Adele ein handfester Trend daraus.
Hier kommt nun das nächste Album, allerdings aus einer völlig anderen Ecke. Brent Cash vereint auf seinem erstaunlichen Debüt den sonnendurchfluteten Klang der Beach Boys mit der Eleganz von Burt Bacharach, ohne ein bloßes Plagiat zu liefern.
Ohne Hemmungen schichtet er Harmonien übereinander und scheut auch vor etwas Kitsch nicht zurück. Das ganze wird von seiner wehmütigen Stimme gekrönt, die sich ohne die heute üblichen Mätzchen ganz den Melodien hingibt. So gelingt ihm ein Album ohne einen einzigen schwachen Song.

Schon der erste Titel lockt mit Flöten, Orgel und Beatles-Klavier, und spätestens bei "I Think I'm Falling In Love" ist man in einer Umlaufbahn aus Glücksgefühlen angekommen.
Das nachfolgende "Only Time" scheint aus einem Austin Powers-Soundtrack zu stammen und zeigt, dass er auch bei schnellerem Tempo die Lässigkeit beibehält.
Die Balladen entwickeln eine delikate Melancholie, und scheuen auch vor großen Gefühlen mit Geigenschmelz nicht zurück (When The World Stops Turning, Love Is Burning Down Tonight). Höhepunkt des Albums ist "And Had We Ever" - hier schimmert sogar etwas Simon & Garfunkel durch - und der sanfte Bossa "This Sea, These Waves".

Einziger Kritikpunkt mag der fehlende Bezug zu heutiger Musik sein, der z.B. auch Lenny Kravitz manchmal vorgeworfen wird. Hätte Cash etwas gegenwärtigen Sound über das Album gesprenkelt, oder den Wohlklang an einigen Stellen etwas aufgebrochen - vielleicht wäre noch mehr Spannung entstanden. So bewegt er sich, sehr gekonnt, in den Grenzen des damaligen Musikverständnisses.

In einer Zeit, in der allerorten die Produktion über gutes Songwriting gestellt wird, wo Musik entweder zynisch, weinerlich, laut oder berechnend klingt, scheint dieses Album wie eine akustische REHA-Maßnahme in die Ohren und macht dem Hörer ein seltenes Geschenk - Glücksgefühl.


Sennheiser MX 75 Sport Kopfhörer
Sennheiser MX 75 Sport Kopfhörer

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Idee - nicht perfekt umgesetzt, 13. April 2008
Die Idee des MX 75 aus der Sport-Serie von Sennheiser ist gut; mit zwei zusätzlichen Gummipolstern wird der Kopfhörer mit einer Drehbewegung in der Ohrmuschel fixiert, was vor allem beim Sport zu mehr Halt führen soll. Drei unterschiedlich große Aufsätze helfen, den optimalen Sitz zu finden. Das ergibt auch beim Joggen einen sicheren Sitz, ohne dass es übermäßig drückt. Der abgeknickte Stecker wirkt sehr robust.

Leider ist die Idee im Detail nicht ohne Schwächen. Der Sitz im Ohr ist sehr von der Anatomie des Trägers abhängig. Um den optimale Klang zu erreichen, ist einiges Ruckeln und Probieren nötig, und selbst dann sind nicht immer beide Seiten gleich laut, weil die meisten Ohrmuscheln nicht symmetrisch sind. Es liegt also vermutlich sehr stark an den jeweiligen Ohren, wie gut der MX 75 sitzt - und klingt.
Da das linke Kabelstück zum Ohr deutlich kürzer ist, zieht das gesamte Gewicht des Kabels stärker an dieser Seite, und die andere Seite baumelt schnell vor dem Mund - ein mittig geführtes Kabel wäre besser gewesen. Dazu ist das Kabel ziemlich steif und verdreht sich schnell.
Auch bei einem Sportkopfhörer zählt der Klang, und hier gefällt der MX 75 mit einem differenzierten, weit aufgefächerten Klangbild und fein aufgelösten Höhen. Die Bässe haben Wumms, könnten aber knackiger sein. Auch Klassik und Jazz kommt der Kopfhörer mit seinem warmen entspannten Klang entgegen.
Ein weiteres Minus ist jedoch die insgesamt geringe Lautstärke des Kopfhörers.

Wem das Grün aufs Gemüt schlägt, der findet dieselbe Bauform in andere Farben in der Sport- und der Hifi-Serie des Herstellers. Alle anderen finden ein pfiffiges Konzept, das etwas Ausprobieren erfordert, und vermutlich nicht für alle Ohren gleichgut ist. Es lebe der Sport.


Unheil!
Unheil!
Wird angeboten von realpink - Preise inkl. MwSt
Preis: EUR 9,99

12 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Bombast-Soundtrack - angeblich mit Ironie, 9. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Unheil! (Audio CD)
Nach den Jahren im Verborgenen mag sich Luci van Org überlegt haben, mit welchem Musikstil sie das maximale Medienecho erzeugen kann. Das Ergebnis ist eine seltsame Chimäre aus Rammstein und Nina Hagen - und klingt vor allem sehr gestrig.
Unbedarft mixt sie aus Metal, Gothic, Elektro und 80er-Hardrock einen bunten Potpourie der Schauerlichkeit. Das erinnert an Siouxie and The Banshees, Sisters Of Mercy, H.I.M und etwas Smashing Pumpkins, ohne jemals deren Qualität zu erreichen.
Dramatugisch folgt sie dem erprobten Rezept von Tokyo-Hotel; die meisten Songs beginnen mit einer dräuenden Eletrostrophe, bis im Refrain die Gitarren sägen und die Sängerin vom Bombast getragen über die Ohren herfällt. Stimmlich versucht sie sich an Nina Hagen, doch es reicht mangels Stimmumfang und Ausdruckskraft nur zur Drittbesetzung.

Größtes Problem ist nicht die musikalische Bedeutungslosigkeit, sondern die zweifelhaften Inhalte. So oft und gerne sie in Interviews den ironischen Unterton herausstellt, so übel stossen die Spielereien mit den Idealen des dritten Reichs auf.
Vom Titel "Unheil", über das fragwürdige Frauenbild in den Texten, bis hin zum martialischen Cover - mit diesem Ton wird sie vermutlich viele falsche Fans anlocken, und vor allem politischen Randgruppen und verirrten Jugendlichen einen willkommenen Soundtrack liefern.
Wenn das in Kauf genommen wird, um die Verkaufszahlen anzukurbeln, dann ist diese CD nicht nur eine Marketingblase, sondern dumm.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 7, 2010 7:55 PM MEST


19
19
Preis: EUR 10,99

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Großer Karrierebeginn, 8. April 2008
Rezension bezieht sich auf: 19 (Audio CD)
Nachdem in den letzter Jahren die Männer rumpeln durften und man allerorten über Bands wie Arctic Monkeys, Kaiser Chiefs oder Arcade Fire las und hörte, kommen jetzt die Frauen mit einer Wucht zurück, die es zuletzt Anfang der Neunziger gab. Das ist vor allem ein schönes Signal an die Beyonces, Rihannas, Mariahs und all die anderen Püppchen.

Auch Adele wurde durch diese Welle, insbesondere durch den Vergleich mit Amy Winehouse, hochgespült, auch wenn die Übereinstimmung nur oberflächlich zutrifft. Mit einer ähnlichen Reife gesegnet, kommt bei Adele eine fast jazzige Phrasierung und eine gehörige Portion Blues dazu.

Die Single "Chasing Pavements" ist sicher der schönste Zugang in dieses außergewöhnliche Album. Nach einer schlichten Strophe steigert sich der Song zu einem der schönsten Refrains der letzten Jahre. Doch solch Opulenz bleibt die Ausnahme. Die meisten Songs umgeben die Stimme nur mit dem Nötigsten. Das lässt "Daydream" fast an Joni Mitchell erinnern, und gibt "Best For Last" eine rauhe Jazzigkeit.
Bevor es zu introvertiert wird bricht "Cold Shoulder" das Schema mit einem kongenialen Hip-Hop-Beat und fordernden Geigen, und "My Same" federt über einem lässigen Beat dahin.
Nur sehr selten scheint sie etwas zu sehr in die eigene Stimme verliebt zu sein (Crazy For You), und zu deutliche Anleihen an Amy Winehouse scheinen eher von der Marketingabteilung diktiert zu sein (Right As Rain).

Spätestens, wenn sie mit der großen Ballade "Hometown Glory" schliesst, sind die kleinen Kritikpunkte vergessen, und man bleibt aufgewühlt zurück. Wenn diese Frau keine große Karriere hinlegt, wer dann?


Learn to Fly
Learn to Fly
Wird angeboten von GMFT
Preis: EUR 7,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Weniger als der Hype - mehr als die Häme, 4. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Learn to Fly (Audio CD)
Mina ist sicher ein doppelter Hauptgewinn; so jung und mit dieser Vorgeschichte ist ihr das Medienecho sicher - sozusagen ein vom Volk gepushter demokratischer Star. Das mag als Gegenimpuls zu den Castingkandidaten begonnen haben, doch spätestens jetzt ist sie in den Händen der Industrie, und der Indiecharme ist weg (ruft da Jemand Kate Nash?).

Das Album zum Hype ist sogar OK. Unumwunden schielt das Album in Richtung von Norah Jones und Katie Melua - das Schlüsselwort ist "Wohlklang". Alle Stücke sind um Ihre klare, wenig wandlungsfähige Stimme herum gebaut, deren warmem Timbre es vor allem an emotionaler Tiefe fehlt. Auch die Songstrukturen stellen Mina vor keine großen Herausforderungen.

Einige weniger bekannte Stücke verschleiern, dass es sich um ein reines Cover-Album handelt. Da alle Stücke stilistisch sehr ähnlich produziert sind, klingt alles wie aus einem Guss - und oft beliebig
"Read My Mind" setzt einen Elektrobeat gegen verträumtes Klavier und bleibt trotzdem lahm, "It Can Only Be Better" hat keinen Spannungsbogen, und bei "Love Hurts" langweilt schon das Original.

Schön gelingen "I Will Not Let You Down" mit seinem hymnischen Refrain, das romantische "How The Angels Fly" und "Every You, Every Me", dass in dieser Zartheit überraschend neu klingt. Vor allem, wenn die Stücke nachdrücklicher werden, gewinnt die Künstlerin deutlich an Profil (I Don't Care) Seltsam bleibt, dass viele rockige Songs ausgewählt wurden, denen für die Neuinterpreation sämtliche Zähne gezogen wurden.

Es bleibt die Frage, warum man so eine junge Sängerin in solch ein betuliches und ernstes Korsett zwängt. Pfifiiger Pop a la Sugababes oder Lily Allan würde ihr so viel besser stehen. Aber das bleibt wohl ein Geheimnis der Marketingabteilung.


The Bottom Line
The Bottom Line
Wird angeboten von GMFT
Preis: EUR 9,99

8 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Von allem etwas zu viel - von guten Songs zu wenig, 31. März 2008
Rezension bezieht sich auf: The Bottom Line (Audio CD)
Wenn alle Fernseh- und Frauenzeitschriften darüber berichten, muss das doch gute Musik sein ...
Mit einem hakeligen Namen und einem ungewöhnlichen Timbre ausgerüstet, hat Zasha Moktan schnell sehr viel Medienecho erzeugt. Das dazugehörige Album hat viele hoffnungsvolle Ansätze, ist aber letzlich ein etwas überwürzter Eintopf - viele gute Zutaten, doch im Ergebnis etwas überreizt.

Bei den Songs mag sie sich gar nicht auf eine Richtung festlegen. Sixties-Girlpop (Like You Do), borstiger Funk, der an "Nikka Costa" und "Wendy & Lisa" erinnert (Gimme Luv), dünnflüssiger Radiopop (Ouch, Whatever Comes), dazu viele Balladen, bei dem sie in souliges Knödeln verfällt. Vor allem dort wo es intim werden soll bleibt vieles Belanglos.
Bei ihr ist Lässigkeit der Schlüssel zum guten Song. Je entspannter die Attitüde, desto besser wird die Musik (Danny Don't Cry, My Way). Leider sind diese Momente rar.

Markenzeichen und gleichzeitig schwierig ist die Stimme. Mit Ihrem etwas verzickten Timbre erinnert Sie an Marcella Detroit von den "Shakespears Sister"; Ihre seltsame Art, Vokale abzuhacken und das flimmerige Tremolo wirken aber schon ab dem zweiten Song zu gewollt und stören vor allem die zarten Stücke.

Lieber zu viel als zu wenig, und lieber eine Sängerin mit Eigenheiten als eine weitere Yvonne Catterfeld, aber für das zweite Album darf es stilistisch etwas konzentrierter und gesanglich etwas ehrlicher sein - dann klappts auch mit dem Nachbarn.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 3, 2008 1:29 PM MEST


Rockferry
Rockferry
Preis: EUR 5,99

11 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Großes Talent - in der Sechziger-Mottenkiste erstickt, 27. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Rockferry (Audio CD)
Wie leicht macht es einem die Presse, neue Künstler in die bekannten Schubladen zu sortieren. Noch bevor man die Neueuntdeckung Duffy als das sieht, was sie ist - oder werden könnte - wird nicht nur die Trumpfkarte Amy Winehouse gezogen (ohne die Drogen allerdings), sondern gleich auf das Hyperidol Dusty Springfield verwiesen.

Zugegeben, die Künstlerin hat ein inbrünstiges Timbre voller Soul und ist vermutlich in dem Faux-Sechziger-Sound gut aufgehoben, der hier bis ins kleinste Detail reproduziert wird.
Leider fehlt jede Brechung dieses Stils. Die Musik klingt, als würde man durch eine verstaubte Scheibe in einen Antiquitätenladen blicken. Wo das Debüt von Amy Winehouse mit Hip-Hop-Beats und leichter Elektronik würzt, oder die Puppini-Sisters moderne Popsongs in Ihr Retro-Sounduniversum integegrieren, bleibt die Musik von Duffy wie ein fernes Echo einer anderen Zeit.
Dadurch wirkt die junge Künstlerin übertrieben elegisch und trahnig.

Dazu fehlt es einigen Stücken an gutem Songwriting. Songs wie "Rockferry" oder "Mercy" (das frech "Rehab" nachahmt) langweilen mit eintönigen Melodien, und "Stepping Stone" ist ein frecher Abklatsch von Dionne Warwicks "Walk On By".
Das es besser geht zeigt "Warwick Avenue" mit seinen wehmütigen Geigen oder das einfache "Syrup And Honey".

Nicht gegen alte Tugenden und mit den 60ern ein Jahrzehnt, dass zu den lebendigsten der Musikgeschichte gehört, doch wer damit heute noch etwas reißen will, muss diese Musik in der Gegenwart verankern, sonst bleibt es ein musikalisches Kostümfest ohne wirkliche Substanz.


Sick of Sick? Ein Streifzug durch die Sprache als Antwort auf den »Zwiebelfisch«
Sick of Sick? Ein Streifzug durch die Sprache als Antwort auf den »Zwiebelfisch«
von André Meinunger
  Broschiert

35 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Spannender Gegenentwurf als kleine Provokation, 25. März 2008
Ja, Bastian Sick hat dem deutschen Volk ihm seine Sprache gerettet. Doch nachdem er sich in Büchern, Hörspielen und Leseevents zu Papst Bastian dem 16. hochstilisiert hat und seine zu Beginn witzigen Reflektionen inzwischen eher nerven, kommt jetzt ein kleines feines Gegenbuch. Zum Glück ist es mehr als ein Versuch, noch etwas Geld aus dem Trend zu schlagen.
Hier kommt einer, der ebenfalls einen ernthaften und differenzierten Blick auf die (Un)tiefen der deutschen Sprache wirft, nur nicht so selbstverliebt und sauertöpfisch, wie es Herr Sick zu pflegen tut. Beispiele, Anekdoten und sprachliche Spitzfindigkeiten gibt es auch, doch vor allem die Erkenntnis, dass die Sprache vor allem dann spannend ist, wenn sie sich verändert, entwickelt und eben auch mal eine Regel bricht.

Dass dieses Buch als kleiner Seitenhieb besser taugt denn als weitere Deutschfiebel, mag daran liegen, wie erschöpfend das Thema "Deutsche Sprache" in den letzten Jahren bereits zerpflückt wurde. Aber immerhin, man spricht wieder darüber, wie wir schreiben und sprechen - und das kann nur wünschenswert sein.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 6, 2014 9:03 AM CET


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20