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Rezensionen verfasst von
Andreas Wittenburg (Hamburg, Hamburg Deutschland)
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Strictly Physical
Strictly Physical
Wird angeboten von GMFT
Preis: EUR 14,04

9 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Moderner aber austauschbarer Nachfolger mit Chartappeal, 24. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Strictly Physical (Audio CD)
Mit diesem Album beginnt vermutlich der Seiltanz der Band Monrose. Können sie jetzt mit ihrer Musik überzeugen, wo längst die nächsten Casting-Staffeln laufen und der erste Hype vorbei ist?
Das neue Album schafft dafür gute Voraussetzungen. Eine topmoderne Produktion, dieses Mal statt sattem R&B eher drahtiger Pop, wie er auch in den USA angesagt ist.

Der Opener "Dangerous" würde auch Kylie Minogue gut zu Gesicht stehen, "Hot Summer" wurde geschickt als Sommerhit platziert und überzeugt mit Killer-Refrain, und auch die minimalistische zweite Single "Strictly Physical" mit Filterbleeps über einem schweren Hiphop-Beat bleibt im Ohr.

Leider halten nicht alle Songs das hohe Niveau. "Rebound" scheint mit seinen Technosynthies direkt aus Mallorca zu kommen, "Leading Me On" wiederholt frech das Schema von "Strictly Physical", und "Yesterday's Gone" ist zu simpel gestrickt.
An der Balladenfront geht es deutlich klassischer zu. Gezupfte Gitarren und Streicherflächen garantieren einen sicheren Platz auf Kuschelrock-CDs. Leider kommen Songs wie "Golden" etwas lahm und zahnlos daher.

Zwar zeigt sich erneut, dass man in Deutschland internationale Trends reproduzieren kann, aber nach wie vor lässt die hochmoderne Produktion kaum Raum für die Stimmen. Dieses Mal wurde noch mehr Effektsoße über die Vocals gekippt, so dass man die Stimmen kaum unterscheiden kann.

Es bleibt der Wunsch nach einem Album, der den Charakter die Künstlerinnen stärker hervorhebt, so wie es bei den "No Angels" gelungen ist. Wo sind die mehrstimmigen Gesänge, anspruchsvolle Balladen und herausfordernde Gesangslinien?
Für diese Art von Musik, auch wenn sie tanzbar und auf dem Punkt modern ist, braucht man keine Castingshow. Zu diesen Songs könnte jede mittelgute Discomaus singen.


Born Again
Born Again
Wird angeboten von mivendo UG
Preis: EUR 4,99

42 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wieder ein Talent auf dem Chartgrill verheizt, 18. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Born Again (Audio CD)
Grundgütiger, bei Lisa Bund wäre doch nun wirklich Zeit gewesen, in Ruhe ein Album heranreifen zu lassen, dass ihrer Stimme und Ausstrahlung angemessen ist.
Stattdessen bekommt sie ein Album von der Stange, bei dem jeder Ton pure Berechnung ist. Offenbar lag die Schublade "Kelly Clarkson" am nächsten zum vorbereiteten Image, also bekommt sie soften amerikanischen Radiorock mit glatten Gitarren und Refrains aus der Klonfabrik.
Es bleibt ein pelziger Geschmack von angestaubtem Achtziger-Rock a la Bonnie Tailer, Heart oder Cher, zumeist bräsig aufgemotzt und mit schlaffen Drums umterlegt.
Das ganze zieht dermaßen lustlos an einem vorbei, dass man in Gedanken schon die Alben von Pink oder Avril Lavigne in der Hand hat (denn beide werden ausgiebig nachgeäfft.)
Wie schon bei Monrose bleibt zwischen all dem Produktionsbling kaum Platz für die Stimme, die hier langweilige Melodien für Millionen zu Gehör bringt.

Also ist der erste Stern für Ihre Stimme, der zweite dafür, "Flugzeuge im Bauch" mit auf das Album zu nehmen.
Bleibt zu hoffen, dass sie mit dem Album soviel Geld verdient, dass sie beim nächsten Mal die rauhe, ehrliche und verletzliche Platte macht, die uns ihre Stimme längst versprochen hat.
Bis dahin schüttelt man den Kopf, wie die Musikindustrie ihre mühsam ausgesiebten Talente mit nichtssagender Dutzendware verheizt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 18, 2009 12:44 PM CET


Fashion Babylon
Fashion Babylon
von Imogen Edwards-Jones
  Taschenbuch

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Dünne pseudoskandalöse Soße, 17. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Fashion Babylon (Taschenbuch)
Die Autorin, notorisch bekannt für Ihre "Enthüllungsromane", knöpft sich dieses Mal die Modebranche vor. Wieder benutzt sie geschickt den Namen "Babylon" im Titel, um an das Legendäre Enthüllungsbuch "Hollywood Babylon" zu erinnern, doch sie fühlt sich zu größerem Berufen.
Statt die recherchierten Informationen als Sachbuch zu verkaufen (sie könnte der englischsprachige Günther Wallraff werden) strickt sie eine vorhersehbare und äußerst dünne Geschichte um eine Modedesignerin, die nach eine Karrieredelle die neue Kollektion vorbereitet.
Mit Charakterbeschreibungen hält sich Edwards-Jones gar nicht erst auf. Stattdessen legt sie ihren Protagonisten künstliche Dialoge in den Mund, die statt zynisch zu sein nur langweilen. Echte Konflikte oder Menschlichkeit - Fehlanzeige.

Und die skandalösen Erkenntnisse? Das Models wenig essen, Designer schwul sind, Ideen klauen und ständig koksen? Zum Gähnen langweilig.
Bei einigen kleinen Aufsätzen über die Mechanik der Modebranche vergisst sie den Plot gleich ganz und zählt nüchtern Fakten auf die man vielleicht noch nicht kannte. Dafür quält man sich durch ein Buch ohne Spannungsbogen und eine Entwicklung.

Ärgerlich, dass solch ein liebloses Buch veröffentlicht wird. Die Modebranche mag oberflächlich, überreizt und zickig sein. Muss ein Buch darüber ebenso dumm und dünn sein? So entlarvt die Autorin weniger eine Branche, als ihr eigenes Untalent.


All the Lost Souls
All the Lost Souls
Preis: EUR 5,10

11 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Blunt zwischen Anspruch und Radiotauglichkeit, 17. September 2007
Rezension bezieht sich auf: All the Lost Souls (Audio CD)
Es muss ihn hart betroffen haben, dass seine Musik zwar millionenfach gekauft - von der Kritik aber eher geschmäht wurde. Dann wurde sein "You're beautiful" auch noch als nervigste Ballade gewählt und vermutlich auf der Hälfte aller Hochzeiten und Wellensittich-Beerdigungen gespielt.
Also schnell die Marketingabteilung befragt, wie er als Künstler mehr Biss bekommt ohne die Friseusen zu verschrecken, und dann das hoffnungsvolle zweite Album auf den Markt geschoben, an dem so viele Künstler verzweifeln, weil die Erwartungen hoch sind.
Die erste Single "1973" zeigt den neuen Ansatz. Zu Gehör kommt ein amerikanischer Midtempo-Popsong von der Stange, unterlegt mit etwas Orgel und einer allzu berechenbaren Songstruktur, der sich gut ins Mainstreamradio fügt.
Danach folgt ein Irrweg zwischen Kommerz und künstlerischen Ausdruck, der vermuten lässt, dass der Erfolg ihn ziemlich überrollt - und orientierungslos zurückgelassen hat.
So versucht er sich an Beatles-artigen Balladen (One Of The Brightest Stars), die leider Sean Lennon und Chris Garneau in letzter Zeit besser gebracht haben, dazu sentimentalen Countryballaden mit wehleidigem Geknödel. (Same Mistake)
Die Siebziger scheint er besonders gern zu haben, wie sich an der steifen Sweet-Kopie "Give Me Some Love" hören lässt. Rührselige Balladen, seine Kernkompetenz, sind natürlich auch wieder mit an Bord, und leiden unter der selben dünnflüssigen Weinerlichkeit wie zuvor (Shine On, Annie) Hier wiederholt er das simple Schema introvertierte Strophe/Stadiontauglicher Refrain.
Auch das nervöse und leicht gesungene "I Really Want You" fängt nur vielversprechend an, verfällt dann aber in den Refrain seines übermächtigen Superhits.

Stimmlich ist er ein Chamäleon im negativen Sinne. Er klingt wahlweise wie Cat Stevens, Gary Barlow, oder ein wenig rauh wie Chris Rea, und wenn es besonders emotional wird kippt seine Stimme über wie bei den Cranberries. Das verstärkt den zerrissenen Eindruck des Albums.

Die Produktion versucht die Balance zwischen Wohlklang und ehrlicher Songwriter-Rauhheit. Dadurch erscheint das Album zunächst weniger weichgespült als der Vorgänger, doch schon beim zweiten hören offenbart sich die typische geschliffene und von jeglicher Schrägheit befreite Mainstreamsoße.

Um so erstaunlicher steht das grandiose "I'll Take Everything" heraus, wo er über einem lässigen Hip-Hop-Beat geradeheraus singt und ein wenig klingt wie Jeff Buckley.

Insgesamt entsteht ein uneinheitliches Album von einem Künstler, der anscheinend auf der Suche ist. Solange er dabei auf ausgetretenen Pfaden bleibt, wird er dafür nur Beifall von Radiosendern und solchen Zuhörern bekommen, die von Musik nicht gerne unterbrochen werden. Die kaufen die CD sowieso, weil er so "gefühlvoll" rüberkommt, und sortieren ihn zwischen den "Corrs" und "Katie Melua" ein.


Graduation
Graduation
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 33,22

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Höhenflug ohne Ermüdungserscheinungen, 13. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Graduation (Audio CD)
In einer Zeit, wo Rap-Künstler mehr Geld mit ihren Modelabels und Parfums verdienen als mit ihrer Musik, ist die Ghettoattitüde endgültig hinfällig.
Trotzdem halten einige Künstler am Image des verärgerten Bandenjungen mit Drogenvergangenheit fest.
Umso frischer wirkt Kanye West; jung, intelligent, gut angezogen erfindet er sich und das Genre auf seinem dritten Album neu wie vorher nur "De La Soul" und übernimmt die Fackel von Missy Elliott, um die es ein wenig ruhig geworden ist.
Das neue Album zeigt dieselbe sprühende Kreativität und flirtet erneut mit Pop, R&B und Soul. Auch West hat die Achtziger entdeckt und würzt mit bräsigen VanHalen-Synthiriffs und Handclaps nach.
Vor allem zeigt er erneut, dass Rap mehr ist als nur monotoner Sprechgesang über einem gesampelten Drumloop. Er schafft eine faszinierende Vielfalt zwischen atmosphärischem Dreivierteltakt (Drunk And Hot Girls), dem vertrackten "Barry Bond", und glitzerndem Disco-Rap (Stronger, Flashing Lights).
Der überdrehte Party-Hiphop des Debüts ist einer atmosphärischen Tiefe gewichen, die dieses Album vermutlich wiederstandsfähiger gegen das Altern macht.

Medienwirksam als Wettkampf inszeniert, ist sein neues Album zeitgleich mit dem von 50 Cent erschienen. Während Fiddy mit seiner aggressiven Attitüde wie ein Relikt wirkt, pumpt Kanye West wieder einmal frische Energie in das Genre. Das ist kein Rap mehr für die Straße, aber ganz sicher für die Zukunft.


Get the Party Started
Get the Party Started
Preis: EUR 18,18

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Netter Versuch, alte songs neu zu verkaufen, 16. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Get the Party Started (Audio CD)
Je länger die Karrieren andauern, desto üppiger schießen die "Best Of"-Alben aus dem Boden. Das scheint die Regel für alle Streisands, Minellis und Ross's zu gelten.
Shirley Bassey, wenn auch Opfer dieser Zweit-Vermarktung, aktualisiert nun schon zum zweiten Mal nach 2000 ihr Material in Form eines Remix-Albums. Auch wenn man sich freuen mag, dass ihr altbekanntes Material wenigstens aufgepoppt wird, kommt doch der Verdacht auf, hier könnte auf Kosten einer großen Stimme noch ein wenig Geld herausgewrungen werden, ohne dass sich die Diva erneut hinter das Mikrophon bewegen muss.
Andererseits hat Bassey mit "The Rhythm Divine" und "History Repeating" bewiesen, dass sich ihre Grandezza aufs Feinste mit zeitgemäßer Musik verbinden lässt, und so ist auch das neue Album überwiegend eine Freude.
Immer für eine Überraschung gut, eröffnet sie mit "Get The Party Started" im Stile eines Bond-Titelsongs, und auch ihr "I will survive" kommt großspurig-elegant daher.
Dazwischen gibt es gern gehörte Klassiker, überwiegend mit großer Verbeugung vor ihrer Monumentalstimme inszeniert. Nach dem ersten Remix-Album, das eher dem Big-Beat fröhnte, sind dieses Mal "Cafe del Mar"-artige Downbeats mit etwas Sixties-Space-Retro dran. Vieles, was im Original sehr geigendickflüssig daher kam, ist nun, entschlackt und verjüngt, deutlich besser zu hören. Andere Versuche, z.B. "Kiss me Honey", klingen jetzt zu sehr nach Easy-Listening-Parodie. Dann doch lieber den leichten Bossa-Touch von "You Only Live Twice", wo wieder die alte Bond-Atmosphäre hervorblitzt.
Am Ende bleibt ein etwas gemischter Eindruck. Die Künstlerin ist zweifelsfrei grandios, die Remixe sind stilsicher und kundig, aber es bleibt der Beigeschmack eines Ausverkaufs. Wenn sie nur aktuelle Popsongs gecovert hätte, oder sich gar von angesagten Künstlern neues Material auf die Stimme schneidern lassen würde - was könnte das werden können.


Palm Treo 750 UMTS / HSDPA Smartphone Handy
Palm Treo 750 UMTS / HSDPA Smartphone Handy

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Überzeugender Alleskönner, 12. Juli 2007
Es sind hohe Ansprüche an eine kleine Kiste, MP3-Player, Telefon, PDA und Fotoapparat und Navigationsgerät in einem Gerät zu vereinen. Erst seit kurzem scheinen die All-In-One Geräte die unterschiedlichen Anforderungen ohne größere Kompromisse an die Einzelfunktionen möglich zu machen.
Bestes Beispiel ist der Palm Treo 750, der hier zum ersten Mal die Ehe mit Windows eingeht, und damit ein Stückchen Individualität einbüßt. Trotzdem gelingt es dem Hersteller, durch Erweiterungen und ein sauber konzipiertes Gerät, eigene Akzente zu setzen.

Das Gerät liegt mit seiner gerundeten Form und der wertigen Anmutung gut in der Hand, beult aber die Hosentasche mehr aus als ein Handy. Dafür erhält der Nutzer eine vollständige QWERTZ-Tastatur, die sich trotz ihrer Größe gut bedienen lässt. In Verbindung mit weiteren Funktionstasten lässt sich das Gerät ohne Benutzung des Toucscreens einhändig bedienen.
Die matte, fast gummiartige Oberfläche ist resistent gegen Kratzer und Fingerabdrücke.

Auch die inneren Werte überzeugen. Ein schneller Prozessor garantiert zügiges Arbeiten, und wer Windows von zuhause kennt, wird sich schnell zurecht finden.
Angesichts dieser Leistungsfähigkeit verwundert es nicht, dass die Akkulaufzeit bei reger Benutzung schnell nachlässt. Wer im normalen Maße telefoniert kommt aber ein paar Tage über die Runden. Leider lässt sich das Gerät nicht über den USB-Anschluss aufladen, und auch die Kopfhörerbuchse benötigt einen Adapter für 3,5 Klinkenbuchsen.

Die Telefonfunktionen sind trotz einiger Eingabehilfen wie Kurzwahltasten nicht so intuitiv zu bedienen wie bei einem Handy. Klang und Empfangsstärke sind nicht ganz optimal, aber im Alltag ausreichend.

Einige Probleme sind dem Betriebssystem anzulasten. Viele Funktionen verbergen sich unnötig tief verschachtelt in diversen Einstellungsmenüs (z.B. das Einstellen von MP3-Klingeltönen).
Dazu bleiben Programme häufig unbemerkt geöffnet, bis man sie manuell schließt.
Aber das Mobile Windows hat auch Vorteile: das Betriebssystem lässt sich weitreichend an die eigenen Bedürfnisse anpassen, arbeitet sauber mit einem Windwos-PC, speziell mit Outlook, zusammen und lässt sich mit Tools und Programmen, viele davon Freeware, unendlich erweitern.
Abstürze sind, angesichts der komplexen Funktionen, und trotz Microsoft-Genen, erstaunlich selten. Dafür erhält man deutlich umfangreichere Multimediafähigkeiten als bei Palm-OS.

Besonders hervorzuheben sind die Handbücher, die Website und das Zubehör. Hier zeigt sich, dass Palm sich viele Gedanken um die Servicefreundlichkeit macht.
Ein zusätzliches Bonbon ist ein angekündigtes Update auf Windows Mobile 6 - was einige Probleme bezüglich der Stabilität und Ergonomie beseitigen dürfte.

Alles in allem kenne ich kein Gerät, dass die unterschiedlichen Aufgaben so überzeugend vereint und dabei so kompakt bleibt. Wer mobiles Büro und Multimediamaschine in einem sucht, sollte einen Blick risikieren.


Holding Back the Years
Holding Back the Years

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Stimme, die einen gläubig machen könnte, 11. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Holding Back the Years (Audio CD)
Es gehört zum Getrommel bei der Vermarktung von Musik, dass Stimmen über den Klee gelobt werden, wenn Jemand gerade mal die Töne halten kann.
Doch wenn all die Sternchen und Eintagsfliegen verglüht sind, wie viele Stimmen bleiben dann, die wirklich außergewöhnlich sind?

Jimmy Scott ist einer dieser Menschen, gesegnet mit einer Stimme, die einen nicht mehr verläßt, wenn man sie einmal hört. Eine seltsame Karriere hat er hinter sich, mit seinem seltsamen Frauentimbre groß geworden in den Sechtzigern, gepusht von Ray Charles, und dann einige Jahrzehnte weg vom Fenster, wurde er, ähnlich den alten Herren aus Argentinien, erst im hohen Alter wiederentdeckt.
Auf diesem Album von 1998, aufgenommen mit 73 Jahren, interpretiert er bekannte Popsongs und offenbart sein erstaunliches Talent:
Reduziert auf die Essenz, von jeglichen Ausschmückungen befreit bleiben nur die Melodien, und selbst die werden durch seine eigenartige Phrasierung verändert, bis man glaubt, er selbst hätte die Stücke erfunden. So sehr scheint er in den Stimmungen aufzugehen, dass man die Originale glatt vergisst.
Die Musiker halten sich dabei mit zart getupftem Jazz im Hintergrund und lassen Scott den maximalen Raum.
Beim Zuhören sollte man darauf gefasst sein, tief im Inneren berührt zu werden, wenn er flüstert, klagt, die Stimme mühelos erhebt und im brüchigen Tremolo endet. Das ist so anrührend, so ehrlich und wahrhaftig, dass man atemlos jeder Nuance, jedem Ton folgt.

Welch großes Glück, dass dieser Künstler im oberflächlichen Musikbusiness wieder gefunden wurde - dass diese Stimme wieder hörbar ist. Diese CD ist ein Geschenk, vor dem man sich erfurchtsvoll verbeugen sollte.


Chefa
Chefa
Preis: EUR 6,99

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Amerikanisches Bling-Bling und europäische Schwermut - ein Killerrezept, 4. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Chefa (Audio CD)
Man ist ja daran gewöhnt, dass die großen Musikimpulse aus Nordamerika oder aus England kommen.
Umso erstaunter reibt man sich die Ohren, wenn eine gar nicht magersüchtige Miss Platnum die ersten Töne Ihres Albums "Chefa" anstimmt. So international und gleichzeitig eigenständig klang lange nichts mehr aus hiesigen Landen.
Natürlich könnte man ihr vorwerfen, sie kopiert amerikanische R&B- und HipHop-strukturen. Fette Beats, pumpende Bässe, schneidende Synthies erinnern zunächst an die Standards von Timbaland, Pharell oder Missy Elliott. Doch bevor dieser Gedanke zu seinem Ende kommt zieht Miss Platnum ihren größten Trumpf aus dem Ärmel, ihre rumänischen Wurzeln, und lädt die Songs mit einem verdrehten Folklore-Touch auf.
Plötzlich bekommt "Butter" einen fast orientalischen Ton, und "Come Marry Me" wird lustvoll mit schrägen Trompetensamples und augenzwinkerndem Machorap gespickt.
Dann entsteht im todernsten, auf Charts und Vermarktung gebürsteten Musikbusiness plötzlich eine ungewöhnliche und humorvolle Leichtigkeit, die von Miss Platnums traurigem osteuropäischen Akzent gekrönt wird.
Höhepunkt auf einem Album voller Höhepunkte sind das verschleppte "Life" mit seinen schwermütigen Chören, dass ein wenig an Amy Winehouse erinnert, und dass hochexplosive "Chefa", dass sich mit Geigensample ins Ohr beisst wie dieses Jahr sonst nur "Sexy Back".

So wagemutig und ungebremst kann vermutlich nur ein Debütalbum gelingen, trotzdem bleibt ihr zu wünschen, dass ihr Rezept aus amerikanischer Stromlinie und europäischer Schwermut noch viele Alben wie dieses hervorbringt.


Mr. Lonely
Mr. Lonely
Wird angeboten von GMFT
Preis: EUR 9,99

22 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schau mal an, was Dieter kann, 28. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Mr. Lonely (Audio CD)
Etwas beruhigendes vorweg: Das Album ist, trotz Dieter Bohlen, nicht so schlimm. Der Produzent ist zu clever, seinen neuen Ziehsohn mit dem soften Synthi-Schmu aus den Achtzigern zu übergießen. Bohlen hat durchaus ein Ohr an aktuellen Trends, und so klingt einiges auf "Mr. Lonely" ganz nett nach R. Kelly, z.B "Just Like Heaven", dass mit einem netten geschnipsten Beat unterlegt ist. Bohlen hinkt aktuellen Sounds zwar immer noch um mindestens zehn Jahre hinterher, aber immerhin überfällt einen kein neues "Cherie cherie Lady".

Angetrieben von Medlocks großartiger Stimme holt Bohlen sogar einen richtigen Phillysound inklusive Orgel und Bläsern aus der Schublade ("Relax You Baby"). Das Ergebnis ist über weite Strecken leicht konsumierbarer weißer Soul a la Simply Red oder Lionel Ritchie.

Vieles ist dem Charisma des Sängers zuzuschreiben. Wie man ihn auch als Person einschätzen mag, als Sänger hat er ein angenehmes schwarzes Timbre, und da er während der Show schon auf Streichel-Soul gebürstet wurde lag es nah, auch das Album in diese Richtung zu trimmen.

Wenn man die Stimme und die einigermaßen zeitgemäße Produktion abzieht kommen trotzdem die drei großen Bohlen-Probleme durch. Da wären zunächst die dämlichen Texte; als würde ein Fünftklässler Texte mithilfe eines Übersetzungscomputers schreiben.

Das zweite Problem sind die banalen Songstrukturen zwischen Kinder- und Weihnachtslied, die vor allem die Balladen verzuckern und dafür sorgen, dass man sich die Stücke zu schnell überhört.

Als drittes wäre dieser grauselige Gitarrensound, den er schon in den Siebzigern in die Songs gedrückt hat.

Trotz allem: Möglich, dass Medlock der erste "Superstar" wird, der auch ältere Zielgruppen anspricht. Das würde das Schicksal seiner Eintagsfliegen-Vorgänger möglicherweise vermeiden helfen. Seine Stimme in Verbindung mit richtig guten Songs - man könnte ins Träumen kommen.


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