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P-Man "acousticshock.de" (Rodgau)
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Bravo Hits Vol.86
Bravo Hits Vol.86
Preis: EUR 17,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwischen Chartstürmern und Geheimtipps, 25. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bravo Hits Vol.86 (Audio CD)
Seit nun mehr 22 Jahren versuchen die Macher der Bravo Hits die Käufer bzw. Hörer glücklich zu machen. Mit ihrer Mischung aus aktuellen und anstrebenden Chartstürmern, sowie dem ein oder anderen Geheimtipp decken sie wie kaum eine andere Samplerreihe ein breites Spektrum verschiedenster Musikgenres ab und konnten dadurch eine Vielzahl an Sammlern für sich gewinnen. Diese aber nicht nur einfache Fans, sondern zum Teil die schärfsten Kritiker, wenn eine Auswahl mal nicht überzeugt. So z.B. bei der Bravo Hits 84 geschehen. Zu Recht wurde diese in Sachen Aktualität und “Zeitgeist“ bemängelt. Nummer 85 ging auf Wiedergutmachungskurs. Diesen hält man auch mit der neuen Ausgabe der Bravo Hits.

Ganze 8 Titel der aktuellen Top 10 der Singlecharts sind darauf vertreten. Darunter der Sommerhit “Prayer in C“ (Lilly Wood & The Prick & Robin Schulz), “Love runs out“ (OneRepublic), der DnB/UK Nr. 1 Hit “Nobody to love” (Sigma) oder “Traum” (Cro). Insgesamt 14 aus den Top 20. Und wer Andreas Bouranis “Auf uns” oder Kieszas “Hideaway“ sucht – die waren bereits auf der letzten Bravo Hits.

Obendrauf bekommt man neue Clubhits aus dem Black Music (Don’t tell ‚em, Jeremih) oder House (Prachute, Otto Knows / Here for you, Gorgon City) Bereich und neues Material von namhaften Künstlern wie Marlon Roudette, Lana Del Rey, Alex Clare und Lorde.

Die aktuelle Bravo Hits bestätigt den guten eingeschlagenen Weg des Vorgängers, schließt nicht mehr allein Lücken, sondern beweist ein gutes Gespür für musikalische Früherkennung.


New Eyes
New Eyes
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Mozart’s House in the UK, 6. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: New Eyes (Audio CD)
Es gibt viele Lebensmottos und Sprichwörter, die davor warnen Berufliches und Privates zu mischen oder z.B. innerhalb einer “Firma“ anzubandeln. Manchmal ist Liebe und Freundschaft aber genau der Baustein, den es braucht, um etwas Neues bzw. Aufregendes zu schaffen. Die Kombination aus klassischer und moderner Musik ist sicherlich nicht neu, wurde aber bisher noch nicht mit dieser kommerziell tragfähigen Präsenz ausgestattet wie im Fall von “Clean Bandit“. Die britische Formation wird 2009 von Studenten des Jesus College in Cambridge gegründet. Ein Quartett bestehend aus Freunden, Brüdern und einem Liebespaar. Diese interessante Verflechtung bildet die Grundlage für die Fusion aus elektronischen, klassischen und Deep-House Elementen, zu denen man sich immer wieder neue Gastsänger einlädt. Bereits mit der ersten Single “A+E“ schnuppert man im UK erste Chartluft, bevor “Mozart’s House“ 2013 die Top 20 entert.

Spätestens “Rather be“ sorgt für den internationalen Durchbruch. Begleitet von der britischen Newcomerin Jess Glynne (mittlerweile auch mit Major Plattendeal im Gepäck) entert die Nummer weltweit vordere Chartpositionen. Eine Violine, Piano, Videospiel ähnliche Samples und eine charmante Stimme, die auf einem 90s Dancebeat in der Gangart von “Show me love“ zum Tanz einladen. Dennoch stützt man sich mit dem Debütalbum “New Eyes“ nicht auf ein einfaches Erfolgsrezept. “So you think electronic music is boring? You think it’s stupid? You think it’s repetitive? Well it is repetitive.“ Auch wenn man auf “Mozart’s House“ gewisse Wiederholungen in der elektronischen Musik einräumt, begegnen dem Hörer im Verlauf Einflüsse aus Dancehall/Reggae (Come over), Synthpop (Up again) oder UK Garage (Heart on fire, Mew eyes). Gelungen auch unter anderem die Fusion aus Trance und Klassik bei “Telephone Banking“, das sich ganz harmonisch mit den (Rap)Vocals von Love Ssega zusammenfügt. Trotz vieler Zitate klingt das Album, nicht zuletzt durch seine unterschiedlichen Albumgäste, frisch und unverbraucht und hat insbesondere im Mittelteil eine bockstarke Phase.

Anspieltipps: “Dust clears“, “A&E“ und “Come over”


Bonaparte (inkl. digitalem Bonusmaterial)
Bonaparte (inkl. digitalem Bonusmaterial)
Preis: EUR 13,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kaiserliche Party im eigenen Kopf, 5. Juni 2014
“Bonaparte“ in ein einfaches Musikgenre zu katalogisieren, kommt einer Untertreibung gleich. Die Berliner Band um den Schweizer Frontmann Tobias Jundt ist gleichermaßen optisches wie akustisches Spektakel. Trash Punk Zirkus mit Hang zum Ungewöhnlichen. Ein Gesamtkonzept, bei dem der Zuschauer/-hörer einen schmalen Grat zwischen Reizüberflutung und stimulierender Berauschtheit eingeht. Den anfangs rauen Sound hat man durch das Einbinden von “künstlichen“ Elementen herausgefordert. Phasenweise gezähmt, aber über weite Strecken noch verschrobener gestaltet. Künstler sind häufig Genußmenschen und “Bonaparte“ stellen Genußsucht zur Schau. Mit den Alben “Too much“ (2008), “My horse likes you“ (2010) und “Sorry, we’re open“ (2012) die Republik beackert. Nebenbei den RadioAward für Neue Musik, Musikexpress Style Award und den LEA-Award als “Bester Clubact“ eingesammelt.

Der musikalischen und visuellen Unberechenbarkeit stellen sie zumindest den verlässlichen Veröffentlichungsturnus - alle 2 Jahre eine neues Album - als Konstante gegenüber. Nachdem “Sorry, we’re open“ etwas stärker mit dem Rave Punk Genre geliebäugelt hat, besinnt man sich auf “Bonaparte“ wieder stärker auf roughe Handarbeit gepaart mit der bekannten Prise Wahnsinn in Tobias Jundts Stimme. Nachdem “1-800“ als rhythmischer Blues Rocker als reines Instrumental in die Tracklist einlädt, reitet “I wanna sue someone“ auf einer tanzbaren 80s Punk Welle Richtung Lustprinzip. Dem Anspruch jmd. “nähen“ zu wollen, folgt eine weitere Hymne über den herrschenden Selbstdarstellungszwang. “Me so Selfie“ dabei mit ansprechendem Hip Hop Feature in Gestalt von US Hip Hop Psychologe Tim Fite. “Two girls“ und “May the best sperm win“ irgendwo zwischen Iggy Pop und Garage/Surf Rock Zitaten. Die Single “Into the wild” oder “If we lived here” ansprechend gezähmt und auffallend melodisch bzw. relaxed vorgetragen. “Wash your thighs“ pumpt sich auf einem M. Manson-Teppich durch die Boxmembran. “Like an Umlaut in english“ wieder deutlich vom 80s New Wave/NDW Geist gezeichnet. “Bonaparte“ bleibt provokativ, genussvoll und möchte sich inhaltlich weiterhin nicht anpassen. Dennoch klingt die Platte strukturierter als sonst, pflanzt sich deutlich schneller ins Gehör – schmeichelt ihm phasenweise sogar. Vielleicht sogar das bisher stärkste “Bonaparte“ Album der Diskographie.

Anspieltipps: “Me so selfie“, “Into the wild“ und “If we lived here“
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 5, 2014 10:07 PM MEST


Bravo Hits Vol.85
Bravo Hits Vol.85
Preis: EUR 17,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hausaufgaben gemacht, 2. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bravo Hits Vol.85 (Audio CD)
Nachdem sich die vorhergehende Bravo Hits (berichtigterweise) der Kritik am Songauswahlverfahren stellen musste, da aktuelle und aufstrebende Dauerbrenner (ich erinnere an die Happy Diskussion ^^) nicht darauf enthalten waren, hat man nun nicht nur Versäumnisse nachgeholt, sondern beinahe vollständig die Lücken zu den deutschen (Trend-)Charts geschlossen.

Rather Be (Clean Bandit), Dark Horse (Katy Perry), Waves (Mr. Probz), Is it right (Elaiza), Riptide (Vance Joy), My love (Route 94), I got u (Duke Dumont), #Selfie (The Chainsmokers) - man spannt gekonnt den Bogen zwischen gängigen Club- und Radionummern und gibt sich auch bei der Auswahl nationaler Titel durchaus treffsicher. Mit St. Pauli (Jan Delay), Auf uns (Andreas Bourani) oder Isso (Mateo) absolut funktionierende Songs.

Eigentlich fehlen nur noch die WM Titel (We are one/Pitbull, La La La (Brasil 2014)/Shakira) zum auf Brasilien gekämmten Cover.

Davon abgesehen - well done!


Man on the Rocks
Man on the Rocks
Preis: EUR 12,99

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen So let it be, 7. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Man on the Rocks (Audio CD)
Mike Oldfield gehört zu der Reihe britischer Ausnahmekünstler, die mit ihren Kompositionen über Jahrzehnte hinweg Musikgeschichte geschrieben haben. Angefangen mit dem viel gefeierten, mehrfach ausgezeichneten Progressive Rock/New Age Debüt “Tublar Bells“ (1973; über 17 Millionen Mal verkauft) über unvergessene Hit Singles der 80er wie “Moonlight Shadow“, “Shadow On The Wall“ oder “To France“ bis hin zum klassisch orientierten Output “Music of the Spheres“ (2008), für das er mit Künstlern wie der neuseeländischen Sängerin Hayley Westenra, dem chinesischen Konzertpianisten Lang Lang und dem walisischen Komponisten Karl Jenkins zusammengearbeitet hat. Seine rein instrumentale Seite: Esoterisch, spirituell, atmosphärisch, experimentell und fernab von gängigen Radiomustern. Dazwischen, erfolgreiche Singleplatzierungen. Zuletzt fasst er seine über 40 Jahre andauernde Karriere mit “Two Sides: The Very Best of Mike Oldfield” und den seiner Meinung nach “besten Instrumentals und Songs meiner bisherigen Laufbahn” zusammen.

Es scheint als habe der Auftritt im Rahmen der Eröffnungszeremonie für die Olympischen Spiele in London 2012 neue Kräfte freigesetzt. Wie sonst ist es zu erklären, daß der mittlerweile 60-jährige Oldfield noch einmal den direkten Weg in die Herzen und Gehörgänge seiner Fans sucht. Gemeinsam mit Musikern wie dem legendären Bassist Leland Sklar (Phil Collins, Crosby, Stills & Nash, James Taylor) und Schlagzeuger John Robinson (Michael Jackson, Eric Clapton, Daft Punk) gibt er den “Man On The Rocks“. Songs wie “Sailing“, “Moonshine“ oder “Minutes“ zeigen sich unbeschwert, eingängig und wie für’s Radio geschaffen. Auch der gleichnamige Titeltrack lädt zum gespannten Zuhören, wirkt gleichermaßen verträumt und selbstbestimmt. Ruhepole wie “Castaway“ und “Following the angels“ stehen instrumental aufbrausenderen Stücken wie “Nuclear“, sowie rockigeren Nummern wie “Chariots“ und “Irene“ gegenüber. Zum Abschluß das atmosphärisch getragene Cover von William McDowells Gospel-Song “I Give Myself Away”. Fertig ist ein überzeugendes, songorientiertes Album, das man dem Engländer so gar nicht mehr zugetraut hätte.

Anspieltipps: “Sailing“, “Moonshine“ und “I give myself away“


Bravo Hits Vol.84
Bravo Hits Vol.84
Preis: EUR 17,99

10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Selten auf der Überholspur, 14. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bravo Hits Vol.84 (Audio CD)
Man kann der aktuellen Ausgabe der Bravo Hits Reihe eigentlich wenig vorwerfen. Kaum ein anderes Compilationformat spannt so elegant den Bogen zwischen Pop, Elektro/House, Hip Hop und (Indie) Rock. Dabei greifen sie gleichermaßen national
beachtete Acts, wie Angesagtes aus England und den USA auf. Hits und Liebhabernummern.

Mit den Singles von Lily Allen (Hard Out Here), Ed Sheeran (I see fire), Faul & Wad Ad vs. Pnau (Changes), Marteria (Kids) oder Bastille (Of the night) zeichnet man in Grundzügen die aktuellen Charts nach. Grammy Gewinner Zedd ("Stay the night" feat. Paramore Sängerin Hayley Williams), Newcomer Cris Crab, der mit "Liar Liar" Pop, Reggae und Soul ansprechend zusammenführt, ebenso alternativ gefärbte Titel von Maximo Park oder Placebo dabei.

Wenn man aber den Anspruch "die Nummer 1 auf dem Markt zu sein" verteidigen möchte, darf eine Nummer 1 wie "Happy" (Pharrell Williams) nicht fehlen. Katy Perry schlägt mit ihrer neuen Single "Dark Horse" deutlich hörere Wellen als mit dem Vorgänger "Unconditionally". Drake scheint im Einkauf auch billiger zu sein, sonst könnte man ja durchaus auch mal einen Eminem Track platzieren. Streng genommen hat Marteria auch schon die nächste Single platziert. Dazu hat man versäumt anstehende Abräumer wie Clean Bandit (Rather Be), Sam Smith (Money on my mind) oder Mr. Probz (Waves) mit aufzunehmen, die bis zur nächsten Ausgabe wohl wieder etwas überholt scheinen werden.

Ein Stilspagat ist sicher nicht einfach, doch schaffen es die Songpicker der Bravo Hits nicht gänzlich "trendy" zu sein.


Dream Machine
Dream Machine
Preis: EUR 13,30

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen “Maschinelle Kühle und menschliche Unperfektheiten“, 7. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Dream Machine (Audio CD)
“Frauen regier’n die Welt“, erkannte bereits 2007 der deutsche Jazz/Pop Musiker Roger Cicero. 7 Jahre später scheinen aufstrebende und etablierte Sängerinnen so präsent wie nie. Da greift mal eben eine 17-jährige Neuseeländerin namens Lorde den Grammy für den Song des Jahres (Royals) ab, versetzt eine unwesentlich ältere Jasmine van der Bogaerde (Birdy) mit ihrem Zwitschern die Kritiker in Verzückung oder meldet sich eine Lily Allen nach langer Pause erfolgreich mit der Single “Hard out here“ zurück. Ellie Goulding, Beyoncé, Adele – die Liste lässt sich beliebig fortsetzen und Roger Cicero scheint Recht zu behalten.

Mit MarieMarie keimt nun ein weiteres Pflänzchen auf, das mit dem von ihr als Folktronic-Pop bezeichneten Gewand zwischen verträumten Harfenmelodien, Electronicaklängen, Klassik und Kate Bush Anleihen einen Platz an der Sonne sucht. Die Sängerin und Songwriterin selbst bereits seit jungen Jahren vom “Engelsinstrument“ angetan und damit auch Teil des “Rock’n’Roll Realschule“ Ensembles, das 2002 die “Ärzte“ bei ihrem MTV Unplugged Auftritt begleitet. 2009 tourt sie durch ganz Deutschland und findet sich u. a. im Vorprogramm von Bryan Ferry wieder.

“Dream Machine“ führt die angesammelten Ideen und Soundlandschaften, die all die Jahre in der Musikerin geschlummert und Formen angenommen haben, zusammen. Eine Fusion aus organischen und digitalen Elementen, die sich schwerelos in die Atmosphäre hebt. “Maschinelle Kühle und menschliche Unperfektheiten“. Dem in der Künstlerbiografie angesprochenen “Dancefloor“ begegnet man dabei selten. “Cotton Candy Hurricane“, “Candy Jar“ und “Under the neon sky“ wären da mögliche Kandidaten. “20 steps“ schlägt als 50/50 die Brücke zwischen Beat und Chill Out Area. Vielmehr eignen sich Songs wie “Open your eyes“, “White“ oder “Tell me“, mit ihrem New Wave Charakter und der teils hypnotischen Wirkung, zum Entspannen, Abschalten und Fließen lassen. Die Harfe dabei interessantes Merkmal, das den Unterschied zu Genre verwandten Künstlerinnen machen kann. Auch die Streicher besitzen ihren bezaubernden Charme. In seiner Gesamtheit wirkt “Dream Machine“ leider zu gleichförmig, um durchgängig zu fesseln. Einzelne, gut gewählte Stücke, wie z.B. die Single “Cotton Candy Hurricane“, könnten aber durchaus die Brücke zum Hörer und damit Erfolg schlagen.

Anspieltipps: “ Cotton Candy Hurricane”, ”Candy Jar” und “Magnolia”
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 16, 2014 12:17 AM CET


Freedom (Deluxe)
Freedom (Deluxe)
Preis: EUR 16,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fokus: Künstlerin, 29. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Freedom (Deluxe) (Audio CD)
Ihre Stimme macht unsere Welt ein wenig schöner", schreibt der Guardian über Rebecca Ferguson, die 2010 das Finale der britischen Ausgabe der Talent-Show X-Factor erreicht. Die hohe Qualitätsdichte der dortigen Teilnehmer im Bezug auf konsequente Pflege eines international tragfähigen Künstlers schon in vorherigen Rezensionen wiederholt angesprochen. Und so findet sich die Sängerin aus Liverpool in einem erlesenen Kreis von Kollegen wie Olly Murs, James Arthur oder Leona Lewis wieder. Ihr Debütalbum "Heaven" (2011) entert Platz drei in ihrer Heimat Großbritannien (Doppel Platin) und kann sich auch in Deutschland und den USA um Platz 20 herum empfehlen. Soulstimme trifft Pop Arrangement und Blues Note. Vergleiche zwischen Aretha Franklin (von Ferguson selbst als eine Künstlerin mit dem größten Einfluss auf sie bezeichnet) bis Macy Grey werden herangezogen. Kritiker und Fans zeigen sich gleichermaßen angetan.

1 1/2 Jahre und auf dem Cover in elegantes Rot gehüllt, legt die zweifache Mutter und Powerfrau nach. Angeführt von der Pophymne "I hope" festigt sie den ersten Eindruck und besticht durch ihre Fähigkeit jedem Song ihren eigenen Gesangsstempel aufzudrücken. Selbst ein musikalisch gedrosselter Track wie "Fake smile" blüht durch ihre kraftvolle Stimme auf. Ganz zahm hingegen das harmonische Duett mit John Legend (Bridges), das, standesgemäß für den amerikanischen R&B Sänger, von Piano und Streichern begleitet wird. "My Best" nimmt wieder Fahrt auf und pumpt sich zurück in die Pop & Dance 80er. Egal wie kraftvoll die Instrumentalseite aufgezogen wird (All that I've got), Ferguson gewinnt immer den Raum um sich zu behaupten. So liegt der Fokus tatsächlich auf der Künstlerin, und nicht auf einem künstlich erzeugten Rahmen. Dieser Eindruck erhärtet sich durch den Titeltrack oder die Bonus CD, auf der, neben dem Song "Rollin'", 4 Livestücke hinzugefügt wurden. Nebenbei liefert sie potenzielle Radiohits wie "Hanging on" oder das Club taugliche "We'll be fine" ab, ohne dabei gewöhnlich zu wirken. Auf dem besten Weg zur Soul Diva.

Anspieltipps: "I hope", "Hanging on" und "Light on"


Wrapped in Red (Deluxe Version)
Wrapped in Red (Deluxe Version)
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Warten auf’s (Christ-)Kind, 25. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Wrapped in Red (Deluxe Version) (Audio CD)
Kelly Clarkson ist wohl eins der besten Beispiele dafür, daß sich schnelllebige Castingshows und haltbares Talent nicht zwangsläufig ausschließen müssen, sondern gegenseitig mit Erfolg befruchten können. Als Gewinnerin der ersten American Idol Staffel schlichtweg als “The Original American Idol” bezeichnet. Der bekannte britische Juror Simon Cowell vergleicht sie beim World Idol Experiment (hinsichtlich der Konkurrenz) mit einem Rennpferd, das gegen Esel antreten muß. Sie veröffentlicht zwischen 2003 und 2011 fünf Studioalben (allesamt Platin in den USA und weltweit über 20 Millionen Mal verkauft), erhält drei Grammys, vier American Music Awards und und und. Radio Pop der eingängigen Note. Ohne große Skandale oder Effekthascherei. Zuletzt gibt es mit “Greatest Hits – Chapter One“ einen ersten Karriererückblick.

Während Clarkson selbst nun in anderen Umständen und in freudiger Erwartung einer Tochter ist, schenkt sie den Fans ihr erstes Weihnachtsalbum. Neben einer Auswahl beliebter (US) Christmas Favorites wie “Have Yourself A Merry Little Christmas”, “Run Run Rudolph”, “Please Come Home For Christmas” oder das mit Countrysänger Ronnie Dunn vorgetragene “Baby, it’s cold outside“ finden sich auch einige brandneue Kompositionen in der Trackliste wieder. Die gut gelaunte Single “Underneath the tree“ dabei, ähnlich wie Mariah Careys “All I want for Christmas is you“, mit Potenzial zum saisonalen Dauerbrenner der jüngeren Zeit. “Wrapped in red“ und “Every christmas“ eher besinnlich und im Schunkelmodus, während “Winter Dreams (Brandon’s Song)“ zur winterlichen Schlittenfahrt einlädt. “4 Carats“ spannt den Bogen zwischen bisherigen Radio Pop Singles und weihnachtlichen R’n’B Blues Klängen. Die Deluxe Edition legt noch einmal 2 reduziert gehaltene Titel obendrauf, bei der Clarkson erneut ihre Stimmqualitäten unter Beweis stellen kann. Hätte es eines “Wrapped In Red“ gemusst? Nein. Die größten Weihnachtssongs scheinen geschrieben – und das schon vor langer Zeit. Viele Künstler haben sie für sich neu interpretiert, den Kern aber meist erhalten. Es spricht jedoch nichts dagegen dem Vortrag einer begabten Sängerin, dieser und eigener Stücke, ein (vor-)weihnachtliches Ohr zu schenken.

Anspieltipps: “Underneath the tree“, “Winter dreams” und ”4 Carats”


The Best of Keane
The Best of Keane
Preis: EUR 7,99

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geduld ist eine Zier, 8. November 2013
Rezension bezieht sich auf: The Best of Keane (Audio CD)
Bekannt geworden als "Band ohne Gitarren", stellen Piano und Keyboard die tragenden Säulen in ihrer Musik. Dieser Umstand unterscheidet sie von den meisten Rockgruppen, wobei ihnen gerade deswegen zu Beginn der Ruf anhaftet ein einfaches Plagiat von "Coldplay" zu sein. Der Erfolg ihrer Alben "Hopes and fears" und "Under the Iron Sea", sowie daraus resultierenden Singles wie "Is it any wonder?" oder "Somewhere only we know" verschafft ihnen ein eigenes Gesicht und lässt die Musiker aus East Sussex aus dem Schatten der Londoner Kollegen treten. Ab diesem Zeitpunkt müssen sie selbst als Vergleich für stilverwandte Bands herhalten. Im Mai 2008 wählen die Leser des Q Magazins die beiden Langspieler unter die Top 20 der besten britischen Alben aller Zeiten, was darüber hinaus in gleicher Stärke nur den "Beatles", "Oasis" und "Radiohead" gelingt. "Perfect Symmetry" (2008) und "Strangeland" (2012) öffnen sich neuen Einflüssen, weisen teils komplexere Songstrukturen auf und geben den Gitarrenklängen mehr Raum. Dabei die helle Stimme von Tom Chaplin unverkennbares Markenzeichen.

10 Jahre nach der Veröffentlichung ihrer ersten kommerziellen Single "Everybody's changing" werfen "Keane" den diskografischen Blick zurück und fassen die gesammelten Eindrücke und Werke zusammen. "Keane hatten schon immer die seltene Gabe, Songs zu schreiben, die sich so anfühlen, als ob sie uns schon das gesamte Leben lang begleitet hätten." (Peter Key). Dabei werden die beiden ersten Alben mit insgesamt 12 Songs (H&F 5/ UTIS 7) berücksichtigt. In diesem Zusammenhang von einer Best Of zu sprechen, wäre fast schon anmaßend. Vielmehr versteht sich "The Best Of Keane" als sehr ausführliche Aufstellung ihrer Singleauskopplungen und für die Band maßgeblichen Stücke - losgelöst von den jeweiligen Erfolg bzw. der Chartperformance. Die Begleitbiografie hält zu jedem Titel eine Geschichte bereit. Sie berücksichtigen mit dem zu Beginn leise gehaltenen und später in Stadion Rock Gefilde abdriftenden "My shadow" auch die 2010er EP "Night Train". Darüber hinaus enthält die CD zwei neue Songs (Higher than the sun, Won't be broken), die spätestens im Refrain wieder die bekannte "Keane" Dramatik und Dynamik erhalten. Piano, Keyboard und Gesang bleiben die Eckpfeiler einer Band, die große und kleine Hits geschaffen hat, für die eine Best Of aber, gefühlt, noch ein Album zu früh* erscheint.

*Tim Rice-Oxley sagt es selbst: "Ich glaube schon, dass man die Qualität dessen, was wir bis dato erreicht haben, nicht von der Hand weisen kann. Aber ich bin nun mal so veranlagt, dass ich eher darauf schaue, was wir noch alles erreichen könnten. Eines dieser absoluten Meilenstein-Alben aufzunehmen, die man erst schätzen lernt, wenn man schon älter ist, weil es einem vorher einfach an Erfahrung mangelt. Ich habe viele Höhen und Tiefen durchgemacht, und ich glaube, dass ich jetzt erst so langsam an den Punkt komme, an dem ich ein derartiges Album schreiben könnte. Diese Fülle an Erfahrungen, die kommt jetzt erst so langsam an die Oberfläche."

Anspieltipps: "Somewhere only we know", "Spiralling" und "My shadow"


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