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sommerklang

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Das Große Leuchten
Das Große Leuchten
Preis: EUR 13,99

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ungeschminkt, 30. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Große Leuchten (Audio CD)
Die umtriebige Berlinerin DOTA KEHR begann als Straßenmusikerin unter dem Namen KLEINGELDPRINZESSIN und nahm sowohl mit ihrer Begleitband DIE STADTPIRATEN als auch solo neun Alben auf, die sie stets ausgiebig live vorstellte. Die aktuelle Veröffentlichung bietet "Das große Leuchten" in Form von zahlreichen alten und neuen Songs, die im Tonstudio live vor Publikum aufgenommen wurden.

Die sympathische Multiinstrumentalistin, Songschreiberin und Sängerin DOTA wird unterstützt von den Musikern Jan Rohrbach (Gitarre u. a.), Nicolai Ziel (Schlagzeug) und Leon Schurz (Bass). Ihre Songs hüpfen in Schubladen hinein und wieder heraus, die Texte sind nicht verkopft und dennoch hintergründig, getragen von einer Stimme, die nicht zu niedlich und nicht zu schrill ist, sondern gradlinig. Die optische und akustische Gesamterscheinung ist wunderbar ungeschminkt, oder wie es in einem Lied heißt: "ich bin nicht cool aber ich leuchte bei Nacht".

Auf dem Album, das beim eigenen Label erscheint, sind 16 Tracks, darunter sieben bislang unveröffentlichte und zwei instrumentale Stücke. "Das große Leuchten" beginnt mit einem locker-flockigen Jazz-Happen "als gäb's kein Morgen", um danach weiterzuziehen durch die Pop-Welten, vorbei an Reggae, Chanson und Ska.

"Warten auf Wind" bezaubert musikalisch mit unkonventionellen Beats und Gitarrenlicks, während "Astronaut" mit erzählerischem Folk überzeugt. Mal liefert sich DOTA mit dem Publikum ein "oh-oh-oh"-Duell, mal piekt sie lakonisch ins Ego-Fleisch, wenn die Finger auf "Immer die Andern" zeigen. Zwischendurch gibt es zärtliche Balladen über Befindlichkeiten und Alltagsbeschreibungen.

DOTA & DIE STADTPIRATEN sind unprätentiöse Tausendsassa mit enormer Live-Intensität. Eine echte Entdeckung für alle, die deutschsprachigen Songwriter-Pop abseits breitgetretener Pfade suchen.

Besser zu Zweit
Besser zu Zweit
Preis: EUR 16,86

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Innerlichkeiten nach außen gewuchtet, 29. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Besser zu Zweit (Audio CD)
Die Brüder Kai und Thorsten Wingenfelder waren die Macher der erfolgreichen Band FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE. Nach der Auflösung 2008 stiegen beide in Solo-Projekte abseits der Musikbranche ein und fanden nun für ein neues deutschsprachiges Album wieder zusammen. Unter dem Projektnamen WINGENFELDER:WINGENFELDER erschien die CD mit dem programmatischen Titel "Besser zu zweit" und bietet 14 kurzweilige Songs.

Das Werk legt gleich mit einer Hausnummer los: Opulenter Rock mit politischem Statement zeigt, wo's langgeht - "wir haben nichts zu verlieren, wir haben doch alles schon". Reimt sich sehr gut auf "Revolution".

Nach dem Intro von "Dinge die wir nicht verstehen" erwartet man, dass jeden Moment der Gesang von Bruce Springsteen einsetzt. Stattdessen ertönt die Stimme von Kai Wingenfelder, die nicht minder ausdrucksstark, angenehm tief und leicht rauchig klingt, im deutschen Vergleich zwischen Herwig Mitteregger und Markus Wiebusch liegt. Hinzu kommen wuchtige Arrangements und feinste Gitarrenarbeit (Norman Keil).

Es gibt die fröhlich-aufmunternden Songs mit Augenzwinkern ("Nie zu spät" und "Falsche Braut") sowie auch sparsam instrumentierte Balladen. Im Zentrum des Titeltracks steht die schöne Zeile "die Reise in die Einsamkeit erträgt man besser zu zweit" und "Irgendwie wird's gehen" beschreibt ein Abschiedsszenario mit all seiner Ratlosigkeit und zartem Hoffnungsschimmer.

Manch ruhige Titel drohen leicht ins Schlagerhafte zu rutschen, andere sind albern oder inkonsequent, aber schon wenige Minuten später leuchtet es wieder: "9 Leben" etwa zelebriert die Erinnerung an die wichtigen Dinge die bleiben, in "Irgendwann zurück" wendet sich ein Vater an seinen Sohn und in der "Angst vor der Angst" wechseln sich ruhige und ausbrechende Passagen ab und ergänzen einen identitätsstiftenden Text vortrefflich.

Wenn man hier von einem Debüt sprechen darf, so ist es gelungen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 2, 2011 11:52 PM MEST


Mutual Friends
Mutual Friends
Preis: EUR 15,99

10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Weniger ist mehr, 2. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Mutual Friends (Audio CD)
Diese CD hätte uns den Sommer verlängern können, wenn es denn einen gegeben hätte. Stattdessen untermalt die luftig-leichte Musik des weiblichen Duos BOY nun einen Frühherbst und schickt Sonnenstrahlen in Ohren und Herzen.

Valeska Steiner aus Zürich und Sonja Glass aus Hamburg legen mit "Mutual Friends" ein Debütalbum vor, das sich wohlig abhebt von aufwändig arrangierten Soundgebilden oder Gitarrenwänden des Indie-Rock.

So sympathisch wie die beiden Damen aussehen, so klingen sie auch: Alles versprüht Lebensfreude und Natürlichkeit, ist fleischgewordener Gegenentwurf zu Lady Gaga & Co. Ihre zwölf Songs klingen nach amerikanischem oder skandinavischem Songwriter-Pop, gefällig, aber nicht belanglos. Sie stehen in der Tradition von Suzanne Vega und Heather Nova, aktuell am ehesten noch vergleichbar mit der kalinfornischen Lässigkeit einer Colbie Caillat. Die sparsame Instrumentierung lässt der wunderbaren Stimme von Valeska den Vortritt, die vom Aufbrechen und Ankommen singt. Das reicht von frech-fröhlichen Songs wie "Waitress" oder den catchy "Little Numbers" mit Handclaps und hohem Mitsing-Faktor bis zu feinstem Storytelling wie "Drive Darling" oder das leise flirrende "Railway" im gleichförmigen Rhythmus eines Zuges. Man kann sich entspannt zurücklehnen ohne einzuschlafen, denn die letzten drei Songs des Albums verlangen noch einmal volle Aufmerksamkeit. Die beiden reizenden Damen werden musikalisch mutiger - "Skin" schafft den Sprung von Verspieltheit zu Experimentierfreude und selbst das Lalala der "Silver Streets" nimmt Fahrt auf bis es mit "July" unerwartet tragend wird. Der letzte Song ist der grandiose Ausreißer, da im Vergleich zum Rest traurig, schwer und tief.

Musik muss nicht opulent sein, sie muss berühren. Dass man dazu manchmal nur eine schöne unaufdringliche Stimme, ein paar professionell gespielte akustische Instrumente und ein Dutzend toller Songs mit mitreißenden Melodien benötigt, beweisen BOY eindrucksvoll.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 23, 2012 3:50 PM MEST


I'm With You
I'm With You
Preis: EUR 8,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kein Fliegenschiss!, 29. August 2011
Rezension bezieht sich auf: I'm With You (Audio CD)
Das Angenehme an solchen Supergruppen wie den RED HOT CHILI PEPPERS ist, dass man nichts mehr erklären muss. Jeder kennt sie und viele warteten sehnsüchtig bis gespannt auf die neue CD. Nach fünf ruhigen Jahren ist sie nun endlich da.

Die Jungs haben sich ja immer schon Zeit gelassen: Nach ihrer Gründung 1983 dauerte es acht Jahre bis zum weltweiten Durchbruch mit dem Album "Blood Sugar Sex Magik", das bis heute ein Meilenstein der Musikgeschichte ist. Nach drei weiteren großartigen Studioalben steht nun "I'm With You" in den Startlöchern, erneut produziert von Rick Rubin, aber erstmals ohne Wundergitarrist John Frusciante. Sein Nachfolger Josh Klinghoffer (g) hat sich hörbar gut mit Anthony Kiedis (v), Flea (b) und Chad Smith (dr) arrangiert.

Die RED HOT CHILI PEPPERS haben über die Jahre zu ihrem ursprünglichen Crossover aus Hip Hop, Funk und Rock immer mehr Pop geschaufelt, was die Fangemeinde spaltete. So wird auch die aktuelle Veröffentlichung polarisieren, den einen zu glatt sein, den anderen zu sperrig. Dabei ist die eine Stunde mit 14 Songs ein typischer Querschnitt der Band mit hohem Qualitätsanspruch und Spielfreude.

Der Opener "Monarchy of Roses" galoppiert gut los und weist wunderbare kleine leicht verstörende Elemente auf. Im weiteren Verlauf des Albums beweisen die Kalifornier, dass sie nichts verlernt haben. Ein funky Bass mit zaghaften Hip-Hop-Anleihen bei "Factory of Faith" und das ganze etwas aufgerockt bei "Look Around". Ein herrlich kraftvolles "Goodbye Hooray" weiß genauso zu überzeugen wie "Did I Let You Know" mit südamerikanischem Flair inklusive Bläsern und Steeldrums. Die Vorab-Single "The Adventures of Rain Dance Maggie"" ist so melodisch geraten, das man mitschunkeln möchte, was ebenso für den Besuch bei der "Happy Love Company" gilt. Nicht unbedingt etwas, das man bei den RED HOT CHILI PEPPERS erwartet. Umso schöner sind die Power-Balladen "Brendan's Death Song" und vor allem "Police Station". Für die lazy moments gilt "Meet Me at the Corner" oder lass es bleiben und "Dance, Dance, Dance".

Interessante Nebenbetrachtung: Während die Fliege auf dem Cover auf einer roten Pille sitzt, ist sie im CD-Inneren auf einer blauen RHCP-Pille gelandet. Das kann man deuten wie man will, auf jeden Fall ist "I'm With You" kein Fliegenschiss, aber auch nicht der ganz große Überflieger. Heiß und scharf ist der Flügelschlag allemal ...

Emperors Nightingale
Emperors Nightingale
Preis: EUR 18,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Konsenskompromiss, 27. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Emperors Nightingale (Audio CD)
Wer war Anfang der 90er Jahre nicht "Connected" mit dem perfekten Pop-Song der Londoner Band STEREO MCS?! Alle sangen sie mit, alle tanzten sie dazu - es war der Fluch- und Segen-Hit.

Sie waren die ersten Briten, die erfolgreich Hip-Hop mit Dancehall fusionierten und viele Jahre zwischen präsenten Live-Gigs, Studioarbeit und zurückgezogenem DJing lebten. Das sechste und letzte Studioalbum "Double Bubble" erschien 2008. Jetzt melden sich die STEREO MCS zurück und fordern mit "Emperor's Nightingale" die Interpretationswut ihrer Kritiker. Titel und Cover sind angelehnt an ein Märchen von Hans Christian Andersen über echtes und unechtes Singen.

Und etwas rätselhaft geht es auch musikalisch zu: Das neue Album ist ein Wechselbad der Gefühle, nicht Fisch und nicht Fleisch. Wer reinen Hip-Hop erwartet, wird enttäuscht sein. Wer die in der Pressemitteilung angekündigten Jam Sessions mit akustischen Instrumenten erwartet, wird enttäuscht sein. Nick Hallam und Rob Birch gehen Kompromisse ein, um dem Konsens zu dienen, um irgendwie allen zu gefallen. Ein britischer Blogger schrieb: "It has some serious dance beats but it is not quite as hip hop as I was hoping."

Es beginnt mit einem dramatischen Instrumental als Ouvertüre und endet mit einer Reprise als Epilog. Dazwischen elektronische 5-Minuten-Suiten für die Dancefloors, Reminiszenzen an die Depeche Mode und New Order der 80er Jahre, die angebliche Abkehr von Grooves, Loops & Beats nicht wirklich erkennbar.

Doch es gibt Ausnahmen: Die Single "Boy" ist fast schon ein klassischer Storytelling-Song mit Stakkato-Klavier und Bläsern. Für die STEREO MCS sehr untypisch, aber sehr gut. "Sunny Day" erinnert am Anfang stark an "Paint It Black" von den Rolling Stones, wird danach aber sphärischer und düsterer. "Bring It On" ist dann der Kniefall vor dem Hip-Hop-Fan mit schnellem, monotonem Sprechgesang. Auffällig sind auch "2Cando", wobei der Anklang einer Ballade durch experimentelle Sounds verdorben wird, und "Levitation", das aus einem Reggae-Ansatz ein nicht uninteressantes Sound'n'Word-Pamphlet werden lässt.

"Emperor's Nightingale" ist für die STEREO MCS eine Befreiung vom "Connected"-Status, ein philosophisches Ausbrechen und kreatives Abenteuer. Es bleibt fraglich, ob ihnen die alten Fans folgen oder neue Hörer gewonnen werden können.

Aus Lauter Liebe
Aus Lauter Liebe
Preis: EUR 6,97

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Ich werde nicht aufhör'n auf die Liebe zu schwör'n", 27. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Aus Lauter Liebe (Audio CD)
Nach drei langen Jahren melden sich KLEE mit ihrem fünften Album zurück. "Aus lauter Liebe" beinhaltet 13 neue Tracks und auch sonst ist nicht alles beim Alten: Aus der Band KLEE ist ein Duo geworden und Frontfreu Suzie Kerstgens hat sich einer optischen Wandlung unterzogen, die ihr verdammt gut steht. Zusammen mit ihrem Partner Sten Servaes hat sie Songs, Foto und Videos aufgenommen, die einen wohltuenden Reifeprozess verdeutlichen.

Musikalisch bleiben KLEE in gewohnten Gewässern, was beileibe kein Fehler ist. Mit sanfter Stimme und beseelten Texten bringen sie Herzen zum Schmelzen und widmen sich ganz dem großen Thema Liebe. Suzie klingt noch immer wie eine Mischung aus Nena und Judith Holofernes, jedoch ohne deren Nervfaktor und mit viel mehr Wärme, weshalb es auch nicht unangenehm ist, dass ihre Stimme im Vordergrund steht.

Die Vorab-Single "Willst du bei mir bleiben" ist ein formatradiotauglicher Popsong, vielleicht etwas zu berechnend, aber nett. Vermutlich wird "Meilenstein" die zweite Single, da auch dieser Song sehr KLEE-typisch ist. Das weitere Spektrum des Albums variiert von treibendem Elektropop ("Nimm Dein Leben In Die Hand" und "Außer Atem") über einen gutgelaunten Dance-Track ("Puls und Herzschlag") hin zu wunderschönen Balladen über das Suchen und Finden ("Fliegen) oder über das Vergessen und Erinnern ("Adieu"), jeweils mit reduzierter gefühlvoller Instrumentierung. An anderen Stellen gibt es sehnsüchtige Balalaika-Musik und ein Klopfen auf die Schulter mitsamt "wir schaffen das schon".

Was KLEE auf jeden Fall schaffen, ist, so manchen Song über Textzeilen zu retten. So ist "Vergiss nicht" eigentlich sehr eintönig, aber die Ermahnung nicht zu vergessen "was wirklich wichtig ist" - die Lieder, Namen, Fragen, Träume und Freunde - bleibt versöhnlich hängen. Auch Schmetterlingsflügelschlag" kann mit den badabap-Chören nicht wirklich überzeugen, nur die schönen Betrachtungen über "den einen Moment", über die Wahrhaftigkeit des Leisen, strömen tief in die Seele. Beim Song "Stell Dir vor" haben sie leider eine Chance vertan: Der Streicherteppich und die dezenten Pauken zu dem Lied über eine bessere Welt hätten wuchtiger arrangiert werden müssen, gerade mit dem großen Chor am Ende. Wahrscheinlich haben sie das aus lauter Liebe nicht gewagt.

Home-the U.F.O.Sessions
Home-the U.F.O.Sessions

4.0 von 5 Sternen The U.F.O. Sessions, 29. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Home-the U.F.O.Sessions (Audio CD)
"Manchmal fühle ich mich wie ein Alien im eigenen Alltag", sagt TWANA RHODES und man versteht sofort, warum sie gerade in den U.F.O.-Studios ihr Album "Home" aufnahm. Die Sängerin und Songschreiberin aus Texas, die in Berlin lebt und arbeitet, fand ihren Weg back home durch die Musik, denn "home is where the heart is" ...

Mit ihrem vierten Album seit 1994 verwischt sie gekonnt diverse Genre-Grenzen zwischen Lounge, Pop, Jazz, Soul und Americana. Dabei reflektiert sie mit Leidenschaft sowie einer verdammt guten Band im Rücken ihr Leben, unser Leben. Die Songs wurden sauber und einfallsreich arrangiert und produziert, nicht soundtechnisch zugekleistert - die Handwerkskunst steht im Vordergrund. Hier Klaviertropfen, dort filigran gespielte Gitarren und mittendrin TWANA RHODES mit einer enormen Stimme, mal warm & weich, mal klar & kaskardierend.

Das Album lebt nicht vom forcierten Stil- oder Tempowechsel, es bietet keine gewollten Ausreißer oder Überraschungen, abgesehen vom großartigen "Cherish The People", das von Jamiroquai stammen könnte. "Home" ist smooth & funky, schafft in seiner Gesamtheit eine Atmosphäre, weckt Emotionen, fördert und fordert den Moment des Innehaltens. Etwas, das in der heutigen Vielfalt und Menge der Musikveröffentlichungen selten geworden ist. Dafür kann man TWANA RHODES nur danken.

The Blackbird Diaries
The Blackbird Diaries
Preis: EUR 11,78

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hört, was die Amsel erzählt, 24. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: The Blackbird Diaries (Audio CD)
Sein Name ist unweigerlich verbunden mit einer der Erfolgsgeschichten der 80er Jahre: DAVE STEWART gründete 1981 zusammen mit Annie Lennox die Eurythmics und wurde zum international gefeierten Musiker und Produzenten. Später trat er eher als Komponist von Filmmusik und Musicals in Erscheinung. Seine letzten offiziellen Solo-Alben 'Greetings from the Gutter' (1994) und 'Sly Fi' (1998) brachten wenig Ruhm, aber wachsende Anerkennung.

DAVE STEWART hat mit allen Größen aus dem Musikgeschäft zusammen gearbeitet und kann es sich leisten, einfach das zu tun, wozu er Lust hat. Er geht zu einem kalifornischen Indie-Label, holt sich talentierte Sängerinnen und nimmt in fünf Tagen und Nächten zwölf Songs auf, im Blackbird Studio, Nashville, TN. Das Ergebnis ist ein musikalisches Tagebuch.

Als ich las, dass DAVE STEWART erste Single aus seinem neuen Album 'Can't Get You Out Of My Head' heißt, dachte ich an eine Cover-Version von Kylie Minogues Disco-Klassiker. Doch dem ist mitnichten so, es erinnert eher an Bruce Springsteen. Wer diesen Appetithappen für schmackhaft befunden hat wird am Hauptgericht, dem Album 'The Blackbird's Diaries', seine pure Freude haben. Ein Brite entdeckt die Wurzeln Amerikas '

Es beginnt mit einem Beat samt beherztem Gitarrenriff, doch schon jault die Pedal-Steel und wimmert die Mundharmonika ' angekommen im Country-Land. Gut nur, dass STEWART nicht schwarz klingt, gar nicht erst versucht im Tennessee-Slang zu singen. Mit straighten Rock-Songs wie 'Beat Called Fame', wunderbaren Balladen wie 'All Messed Up' oder einer Art Reggea-Western à la 'The Well' beweist er umgehend, dass er einfach alles drauf hat.

Man spürt deutlich, dass DAVE STEWART sehr viel Wert auf das Songwriting gelegt hat, indem er Storytelling at its best abliefert. Und das wurde auch in den Gesangsaufnahmen vorbildlich umgesetzt, denn seine Stimme hat Raum und man hört wirklich jeden Atemzug.

Großartig sind die elegische und dylanesque Nummer 'One Way Ticket To The Moon' sowie die Kollaborationen mit Stevie Nicks und Colbie Caillat. Großartig in seiner musikalischen Entfaltung und textlichen Tiefe ist das gesamte Album. Hört selbst, was die Amsel erzählt.

Wunderbar Allein
Wunderbar Allein
Preis: EUR 13,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sommerklänge, 21. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Wunderbar Allein (Audio CD)
Die Sängerin NIKOLA MATERNE und ihre Band "Bossanoire" sind der neue Stern am deutschsprachigen Jazz-Himmel. Ihr Debüt-Album "Wunderbar Allein" und die gleichnamige Vorab-Single sorgen für sommerliche Gefühle.

Alles ist stimmig: Das Cover zeigt eine junge Frau, die mit geschlossenen Augen im Gras liegt und sich von der Sonne bescheinen lässt. Die Musik ist butterweich, die Arrangements lässig-leicht und die Stimme klar. Die einzige Ambivalenz liegt in den Texten, die oftmals nachdenklich sind und einen schwarzen Fleck im Herzen beschreiben.

Das Album wurde komplett akustisch eingespielt und verzaubert mit gepinseltem Schlagzeug, Gitarre, Klavier sowie unaufdringlichem Bass. Der Sound ist dennoch international, erinnert an Klassiker, trägt hier und da einen kleidsamen Hauch Brazil. Die Texte von NIKOLA MATERNE passen perfekt zu den Kompositionen von Jost Ziegner.

Highlights sind die funky Nummer "Dein Glücksmoment" und das poppige "In Der Fremde" mit Bläser-Einsatz. Die zehn anderen Tracks sind eher smooth, aber abgesehen von den Texten leider zu gleichförmig um wirklich einzeln hängen zu bleiben. Genau diese Mischung aus Vocal & Bossa Nova mag für die klangliche Untermalung eines Sommers genügen, darüber hinaus sollte sich mehr aus den vorhandenen Talenten machen lassen.

Zusammen mit "Bossanoire" wird NIKOLA MATERNE 2011 auf Tour sein und ihr Album mit nuancenreichen Interpretationen einem breiten Publikum vorstellen. Möge die Sonne für sie scheinen ...

TV Noir-Fünfzehn Knaller
TV Noir-Fünfzehn Knaller
Preis: EUR 17,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Schwarze Kanal ist Geschichte, es lebe TV Noir!, 26. April 2011
Rezension bezieht sich auf: TV Noir-Fünfzehn Knaller (Audio CD)
Die aus dem Untergrund emporgestiegene Kult-Sendung TV NOIR lädt regelmäßig bekannte und unbekannte Singer/Songwriter in den Berliner "Heimathafen Neukölln", um ein wachsendes Publikum zu entzücken. Moderator Tex stellt dabei angenehm locker die Solo-Künstler und Bands in kurzen Interviews und Unplugged-Sessions vor. Längst ist TV NOIR zu einer festen Institution in der (nihct nur) Berliner Musikszene geworden, in der jeweils zwei Musiker - ein Newcomer und ein etablierter Künstler - mit sich und dem Publikum interagieren.

Nach über zwei Jahren Jahren gibt es nun endlich eine Compilation mit 15 verschiedenenen Intrepreten und ihren Songs. Das beschauliche Konzept der Sendung überträgt sich auch auf die CD, denn es sind alles Mitschnitte aus der Live-Show mit Wohnzimmer-Atmosphäre und intimen Charme. Alle Songs sind entsprechend ruhig, mal traurig, mal heiter, aber in ihrer Qualität und ihrem Songwriting durchweg hochklassig.

Es gibt vier englische und elf deutsche Songs, vom Jazz bis zum Shanty, von zart bis kratzig. Es ist eine wahre Wonne für Freunde handgemachter Musik und durchdachter Texte. Man wünscht TV NOIR noch viele spannende Jahre mit tollen Künstlern und beseelter Musik.

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