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Doc Tolerance

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13.000 Kilometer - Die Männer der Emden
13.000 Kilometer - Die Männer der Emden
DVD ~ Ken Duken
Preis: EUR 6,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gut gemeint aber nicht überzeugend, 15. Februar 2015
Wie man einen erfolgreichen Kriegsfilm macht, der ohne Liebesschnulze auskommt und trotzdem von der ersten bis zur letzten Minute fesselnd und authentisch ist, das wurde uns mit „DAS BOOT“ schon vor über 3 Jahrzehnten von Wolfgang Petersen und Co. vorgemacht und dort hätte man sich eine dicke Scheibe abschneiden können. Weit gefehlt. Den Machern von diesem Streifen ist es nicht gelungen dieses Abenteuer, welches das Leben schrieb entsprechend umzusetzen. Dabei war die Handlung als Grundlage für ein vernünftiges Drehbuch praktisch schon vorhanden, nämlich in zahlreichen Büchern und den Veröffentlichungen von Einzelschicksalen. Was für eine Fülle von Stoff, um daraus großes Kino zu machen! Eine verschworene Männergemeinschaft in aussichtsloser Situation, ein abenteuerlicher Leidensweg um die halbe Welt, durch Meer und Wüste, unerschütterlicher Durchhaltewille getragen von Kameradschaft und soldatischer Disziplin... Auf wichtige Abschnitte, wie die Fahrt mit zwei Sambuks entlang der Küste des Roten Meeres hat man verzichtet. Stattdessen wurde als Parallelhandlung eine Liebesschnulze eingeflochten, ebenso verzichtbar wie manch kindische, hinzu phantasierte Situation, wie z.B. der Versuch einer Meuterei oder die Desertation eines Offiziers. Schon am Anfang, bei der Besetzung von Direction Island merkt man, daß die maßgeblichen Leute im Filmteam kein Gespür dafür haben wie man die Handlungen von militärischen Personen der Zeit entsprechend authentisch und glaubwürdig darstellt. Da rennt der Kapitänleutnant Mücke rum und fuchtelt mit der Pistole wie ein Drogenfahnder in Miami Vice - nur zum Kopfschütteln. Aber das ist kein Wunder in einem Land, in dem die Zeitzeugen nicht nur alle weggestorben sind, sondern auch alles Militärische seit Jahrzehnten als Teufelszeug abgetan wird, wo Heldentum und Patriotismus nur rechtslastige, umstrittene Eigenschaften sind. In einer Gesellschaft, wo bevorzugt Deserteuren Denkmäler gesetzt werden, da paßt es dann auch in die weichgespülte Handlung, daß einer der Protagonisten - sogar ein Offizier- zum Schluß auf einem Boot nach Dänemark abhaut. So kann man den Helden, der heutzutage ja eigentlich keiner sein darf im letzten Moment doch noch irgendwie mit der pazifistischen Gesinnung des Publikums versöhnen. Gemessen am Budget und den Möglichkeiten eher ein halbherzig wirkender Film, eine „gut gemeint –Darbietung“, gemacht von Leuten denen entweder der Schneid oder die Kompetenz fehlte, um diesen einzigartigen Stoff konsequent und wirkmächtig umzusetzen als das was es hätte sein können: Ein deutsches Heldenepos.


Wir waren Helden (FSK 18) [2 DVDs]
Wir waren Helden (FSK 18) [2 DVDs]
DVD ~ Mel Gibson
Wird angeboten von media-merlin
Preis: EUR 9,88

1 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Flachsinnige Standardware aus Hollywood, 24. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Wir waren Helden (FSK 18) [2 DVDs] (DVD)
Die Story spielt im Vietnamkrieg und ist schnell erzählt: Ein Bataillon Luftlandetruppen greift in ungeklärter Lage an und wird vom Feind eingekesselt. Nach 2 Tagen erbitterter Kämpfe endet die Schlacht dank massiver Luftunterstützung siegreich für die US-Truppen. Ende einer Geschichte, die inhaltlich so flach ist wie die DVD, auf die sie gebrannt wurde und auch in 45 Minuten erzählt wäre. Die restlichen eineinhalb Stunden sind eine Melange aus heldenhaft verklärtem Trotzverhalten: „Und wir haben doch gesiegt“, wildem Geballer und patriotischen Sprüchen. Solche Schinken gehören seit dem 2. Weltkrieg zur Standardware des Hollywood-Filmrepertoirs und sind mit wechselnder Besetzung der Hauptrolle und Variation des Schauplatzes schon gefühlte 1000mal über die Leinwand geflimmert. Vorzeigeheld und Obergroßmaul ist diesmal Mel Gibson, jeder andere Symphatieträger von John Wayne bis George Clooney, der einen 3-Tagebart vorzeigen und coole Sprüche dahersagen kann hätte es auch getan. Tiefgang – null, Spannung keine, denn Happyend samt Heldenverbrämung sind vorhersehbar. Man könnte den Streifen auch durchschlafen, wäre da nicht der Maximaleinsatz an perfekter Pyrotechnik und den damit verbundenen Explosionen samt Napalm-Inferno. Dafür einen Stern extra – das war’s.


The Hit - Die Profikiller
The Hit - Die Profikiller
DVD ~ Terence Stamp
Preis: EUR 11,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochkarätiger und vielschichtiger Thriller, 10. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Hit - Die Profikiller (DVD)
Dieser hochkarätige Thriller, der über die meiste Zeit in der Machart eines Roadmovies daherkommt, ist vielschichtig und nichts für Leute, die auf rasante Action und viel Blut stehen. Es sind die unterschiedlichen, hervorragend gespielten Charaktere und die daraus erwachsende Gruppendynamik auf engstem Raum, die dem Film eine ungeheure Spannung verleihen. Auf der Täterseite der abgebrühte und schweigsame Dunkelmann Mr. Bradock und sein junger hitzköpfiger Gehilfe, losgeschickt von einer Londoner Verbrecherorganisation. Auf der Opferseite die Zielperson, ein Mann mit fragwürdiger Vergangenheit, der sich scheinbar souverän in sein Schicksal fügt und eine heißblütige Kindfrau, durch unglückliche Umstände als Geisel genommen. Dass ein Film mit diesem Titel nicht ohne Mord und Totschlag auskommt ist klar, aber die entsprechenden Szenen dominieren nicht die Handlung und werden nicht als blutrünstige Schlächterei zelebriert. Stattdessen wird der Tod wie das wiederkehrende Thema eines Musikstücks in vielerlei Erscheinungsformen variiert und oft subtil mit der Handlung verwoben. Als Symbol, als Paukenschlag, als philosophisches Phänomen, als tragische Unausweichlichkeit der menschlichen Existenz, als unerwarteter Wendepunkt der Handlung oder sogar unsichtbar, nur zu deuten im hoffnungslosen Blick des Opfers. Den Machern ist es gelungen eine an sich einfach und leicht zu erzählende Geschichte mit Spannung und Tiefgang aufzuladen wobei dank der tollen Kombination aus Filmmusik und Landschaft ein stimmungsvoller ästhetischer Rahmen geschaffen wurde.


Yorkshire-Killer: 1974 / 1980 / 1983 [3 DVDs]
Yorkshire-Killer: 1974 / 1980 / 1983 [3 DVDs]
DVD ~ Andrew Garfield
Preis: EUR 17,99

5.0 von 5 Sternen Spannend und eindringlich aber keine leichte Kost, 15. November 2014
Liebhaber reißerischer Action mit viel Batsch, Bumm, Peng werden enttäuscht sein, denn diese Filme kommen eher auf leisen Sohlen daher, dafür aber umso eindringlicher. Jeder Film bildet für sich eine eigene Handlung ab und ist in sich abgeschlossen, insgesamt sind sie jedoch miteinander verwoben, so daß man sie in der zeitlichen Reihenfolge anschauen und auch aufmerksam mitdenken sollte, um den roten Faden nicht zu verlieren. Es finden sich kaum Lichtgestalten und schon gar keine strahlenden Helden, stattdessen jede Menge dunkler menschlicher Abgründe, verletzte Seelen, skrupellose Dunkelmänner und ein durch und durch korrupter Polizeiapparat. Verstärkt wird die bedrückende Handlung durch die Örtlichkeiten, in denen sich das Meiste der Handlung abspielt, ein in Agonie liegendes Industriegebiet und herunter gekommene Arbeiterviertel samt ihren deprimierten Bewohnern. Die Hauptdarsteller, unter ihnen etliche namhafte Größen, überzeugen allesamt durch ihre schaustellerische Leistung . Wer düstere, atmosphärische Handlungskrimis mit Tiefgang mag kommt auf hier voll auf seine Kosten.


Deutschland von Sinnen: Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer
Deutschland von Sinnen: Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer
von Akif Pirincci
  Broschiert
Preis: EUR 17,80

21 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine angenehme, aber eine dringend notwendige Lektüre, 13. Oktober 2014
Man kann einen stinkenden Misthaufen mitten auf dem Eßtisch durchaus sachlich und rein wissenschaftlich hinsichtlich seiner chemischen Bestandteile untersuchen und beschreiben.
Dem Ausmaß der Belästigung und Einbuße an Lebensqualität, die man beim speisen an diesem Tisch ertragen muß wird eine solch nüchterne Betrachtung jedoch nicht gerecht.
Dieses plastische Bild muß vorausgeschickt werden, um das Verdienst des Autors und seine Botschaft zu verstehen und zu würdigen.
Da man sich hierzulande geistig-moralisch in einem hochgradig krankhaften Dauerzustand befindet und der politisch–mediale Betrieb bereits das postsatirische Stadium erreicht hat, ist eine sachliche oder gemäßigt sarkastische literarische Auseinandersetzung mit den obwaltenden Umständen nicht mehr geeignet, um selbige zu beschreiben.
Mit seinem vulgären Stil und schonungslosen Aussagen, die nicht nur wahr, sondern politisch höchst unkorrekt sind, entfaltet Akif Pirincci die verbale Schlagkraft eines Baseballschlägers, wodurch es möglich sein sollte zumindest diejenigen Gutmenschen wachzurütteln, die noch über ein Minimum durchbluteter Hirnzellen und eigener geistiger Urteilsfähigkeit verfügen. Jedem, den schon länger das Gefühl beschleicht, daß in unserer deutschen Heimat zu Vieles im argen ist, sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Seine Lektüre ist nicht immer angenehm aber dringend notwendig.
Dem Autor sollte der Nobelpreis und das Bundesverdienstkreuz verliehen werden.
Die Ein-Sterne-Kritiker gehören entweder zu den Nutznießern dieses kaputten Systems oder sie befinden sich im heilungsresistenten Nirwana der pathologischen Wahrnehmungsverweigerung. Ihnen ist nicht mehr zu helfen.
Kommentar Kommentare (18) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 27, 2014 8:52 AM CET


Handschlag mit dem Teufel - General Roméo Dallaire und der Völkermord in Ruanda (OmU)
Handschlag mit dem Teufel - General Roméo Dallaire und der Völkermord in Ruanda (OmU)
DVD ~ Peter Raymont
Preis: EUR 12,99

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehenswerte Dokumentation über einen vermeidbaren Völkermord, 26. Mai 2014
Romeo Dallaire, der einstige Kommandeur der Uno-Friedensmission in Ruanda kehrt 10 Jahre nach dem Völkermord in Ruanda, in dessen Verlauf ca. 800000 Tutsi und gemäßigte Hutu in nur 100 Tagen von Regierungstruppen und Terrormilizen massakriert wurden zurück, um das Erlebte aufzuarbeiten, Beteiligte zu treffen und über das Scheitern seiner Mission zu berichten. Zusammen mit den Archivaufnahmen und zahlreichen berufenen Kommentatoren erhält der Zuschauer einen Überblick über die schrecklichen Ereignisse, politischen Hintergründe und mit dem Erzähler Romeo Dallaire eine tiefe Einsicht in dessen zerrissene, von Schuldgefühlen geplagte Seele.
Genügend Verantwortliche werden benannt: Die UNO und deren Sicherheitsrat, als eine Institution, die in Ignoranz, Selbstblockade und verkrusteten Strukturen gefangen, die Mission halbherzig und mit unzureichendem Mandat versieht und bei Eskalation der Ereignisse die Missionstruppe im Stich läßt. Die französische Regierung unter Präsident Mitterand, die wegen politischer Beziehungen mittels Bewaffnung und Protegierung im Vorfeld die Milizen unterstütze. Die katholische Kirche und die belgische Kolonialmacht, die in der Vergangenheit das Ihre dazu beitrugen die ethnischen Konflikte zu verschärfen. Die feigen Belgier, welche zu zum entscheidenden Zeitpunkt ihr Truppenkontingent abzogen. Die westliche Welt, die dem Völkermord tatenlos zuschaute und nicht zuletzt der Teufel, als biblische Plage, der über dieses arme Land gekommen ist. So gerechtfertigt diese Schuldzuweisungen rückblickend sein mögen, hier zeigt sich die Dokumentation von ihrer schwachen Seite. Denn die ruandischen Täter selbst, diejenigen die eine Machete, einen Knüppel oder eine AK47 in die Hand nahmen und mit Namenslisten versehen, vorsätzlich ihre Nachbarn und Mitmenschen auf grausamste Weise massakrierten, die Strippenzieher in der ruandischen Regierung, die das von langer Hand organisierten und über Radio mit Hassparolen zum Massenmord aufriefen, sie wären bei der Benennung von Schuld und Verantwortung an erster Stelle zu nennen, werden jedoch ausgespart.
So bietet die Dokumentation leider eine Perspektive, die für die Beschäftigung mit Afrika typisch ist. Denn verantwortlich sind für die vielfältigen Probleme des Schwarzen Kontinents grundsätzlich die Anderen: Die Kolonialmächte, die Kirchen, die multinationalen Konzerne, die Weißen, mangelnde Entwicklungshilfe… usw., während für die Schwarzafrikaner selbst immer nur die Rolle des leidenden Opfers reserviert ist.
Fazit: Ein schockierender, informativer und durchaus sehenswerter Film, mit der tragischen Figur des Ex-Generals Dallaire im Mittelpunkt. Wegen der verengten Perspektive, die wahrscheinlich der „Political Correctness“ geschuldet ist, ein Punkt Abzug.


Weltgeschichte der Sklaverei
Weltgeschichte der Sklaverei
von Egon Flaig
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,95

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wahrheitsfindung anstatt Historical Correctness, 21. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Weltgeschichte der Sklaverei (Taschenbuch)
Das Buch eignet sich hervorragend, um zu diesem Thema einen Einstieg zu finden und als Ausgangspunkt für weiter gehende umfangreichere Untersuchungen. Seinem Anspruch an weltgeschichtliche Dimensionen wird es gerecht, indem es die zahlreichen Formen skavistischer Systeme von der Antike bis zur Neuzeit behandelt.
Daneben werden viele irrige aber heute weit verbreitete Vorstellungen hinsichtlich der Sklaverei zurechtgerückt. So wurde das größte und am längsten existierende sklavistische Gesellschaftssystem durch die Ausbreitung des Islam geschaffen, welches über 12 Jahrhunderte Bestand hatte und von Westafrika bis Indien reichte. Wesentlich auch die gut herausgearbeitete Unterscheidung zwischen dem Prozess der Versklavung und dem Sklavenhandel. Die gewaltsame und umfangreiche Versklavung auf dem ganzen afrikanischen Kontinent insbesondere in Zentralafrika geschah durch Afrikaner und Araber, nicht durch Europäer. Letztere handelten zwar seit dem 16. Jahrhundert mit Sklaven in großem Umfang bekamen aber die „Ware Mensch“ an der afrikanischen Küsten von Afrikanern zur Verfügung gestellt und mußten sie von diesen teuer kaufen. Dabei kollaborierten die afrikanischen und arabischen Sklavenhändlern nicht mit den Europäern sondern sie betrieben gleichberechtigt Handel.
Trotz der Beteiligung der Europäer am Sklavenhandel vom 16. bis zum 19. Jahrhundert ist es in letzter Konsequenz das Verdienst europäischer, sprich „weißer“ Initiativen, Errungenschaften und moralischer Wertvorstellungen, die eine Eindämmung bzw. Ächtung der Sklaverei bewirkten. So ist es zum Beispiel Vertretern der katholischen Kirche zu verdanken, daß im Diskurs über die Rechtmäßigkeit der Sklaverei der Begriff der Menschrechte schon im 16. Jahrhundert geboren wurde. Man muß der Argumentation des Autor nicht überall und uneingeschränkt folgen, erscheint es doch zweifelhaft, daß der amerikanische Bürgerkrieg ausschließlich von den „Weißen“ des Nordens zwecks Befreiung der „Schwarzen“ im Süden der USA betrieben wurde und ökonomische und politische Motive nicht verfolgt wurden. Durchaus zuzustimmen ist jedoch der These, wonach es den Anstrengungen der europäischen Kolonialmächte zu verdanken ist, daß die Sklaverei auf dem schwarzen Kontinent zu Beginn des 20. Jahrhunderts weitestgehend abgeschafft war. Vor dem Hintergrund der heutzutage dominierenden einseitigen Geschichtsdarstellung, wonach der böse weiße Mann alleiniger Täter und die armen Afrikaner hilflose Opfer waren, setzt dieses Buch einen Kontrapunkt und reiht sich angenehm in jene Bildungsliteratur ein, die zugunsten der Wahrheitsfindung der „Historical Correctness“ linker Leitmedien eine Absage erteilt.


Der Erste Weltkrieg: Wahrheit und Lüge in Bildern und Texten
Der Erste Weltkrieg: Wahrheit und Lüge in Bildern und Texten
von Brigitte Hamann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Aufgewärmte Stereotypen von deutscher Schuld, 19. März 2014
Dass Aufgewärmtes besser schmeckt mag für Gemüseseintopf zutreffen, für dieses Buch, dessen Erstauflage bereits 2004 erschien, ist dies gewiß nicht der Fall.
Immerhin, im Vorwort erfahren wir, dass die Zielgruppe der historische Laie ist, weshalb man an Wissenschaftlichkeit und Tiefgang keine allzu hohen Forderungen stellen sollte. Der Hinweis, dass Menschen auch heute noch auf Propaganda hereinfallen, könnte auch als Warnung in eigener Sache gedeutet werden, denn an Einseitigkeit zu Lasten der deutschen Position wird keine Stereotype des sattsam bekannten Geschichtsbildes von Schuld, Rassismus, Antisemitismus und Barbarei ausgelassen. Demgegenüber erscheinen die Alliierten durchweg in mildem Lichte.
Unter dem Kapitel Hunger und Grippe erfährt man z.B. mit keinem Wort, dass für den schlechten Ernährungs- und Gesundheitszustand der Zivilbevölkerung auch die völkerrechtswidrige Hungerblockade der Engländer ursächlich war. Und warum wird im Kapitel Friedensappelle nicht erwähnt, dass der erste Vorschlag zu einem Verständigungsfrieden Ende 1916 von Deutschland kam?
Der geneigte Leser hat den größten Gewinn wenn er sich darauf beschränkt die Bilder zu betrachten. Und dafür gibt es auch einen Extrapunkt, nämlich für die Fleißarbeit die zahlreichen seltenen Bilder und Zeitdokumente zu sortieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.


Ja, Afrika muss zur Hölle gehen
Ja, Afrika muss zur Hölle gehen
von Alex Kurtagic
  Gebundene Ausgabe

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anstoß mit Kampfansage, 20. Dezember 2013
Das Wichtigste vorab: Das Buch ist lieferbar und zwar bei der Vertriebsgesellschaft des Unitall-Verlags, dem HJB-Verlag&Shop GmbH. Ich wollte es mir aufgrund einer Empfehlung schon vor einiger Zeit kaufen, wurde aber durch den Vermerk bei Amazon auf die falsche Fährte gelockt und nachdem ich auch im Buchhandel die Auskunft bekam es sei nicht lieferbar, fand ich mich eben damit ab.
Der Provokante Titel hält nicht das was er auf den ersten Blick verspricht, sondern der Inhalt bietet wesentlich mehr und zwar im positiven Sinne. So schmal die Schrift mit ihren 160 Seiten erscheint, so gewichtig sind die enthaltenen Aussagen und Erkenntnisse.
Beim Lesen fiel mir spontan Ernst Jüngers Waldgang ein. Während dieser jedoch den Waldgänger als letzten widerständigen Einzelkämpfer gegen den Leviathan mehr methaphorisch umschreibt und mich, ohne seiner Botschaft zu widersprechen, etwas ratlos zurückließ, wird Kurtagic wesentlich konkreter. Er nennt Roß und Reiter, beschreibt mit dem Blick des schonungslosen Analytikers und argumentiert mit messerscharfer Logik. Das Buch ist deutlich mehr als nur ein Augenöffner, es ist ein heftiger Anstoß für all diejenigen, die schon lange der Überzeugung sind, dass es trotz aller gegenteiligen Verlautbarungen in den Medien mit Europa und seiner angestammten Bevölkerung in jeder Hinsicht bergab geht.
Was hier geboten wird ist in höchstem Maße politisch unkorrekt, aber nicht im Stile einer beleidigten Polemik aus dem Schmollwinkel, sondern als Kampfansage mit wehender Fahne.
Vielleicht ist dies der Grund, warum es der außerbehördlichen Zensur zum Opfer fiel und sowohl beim größten Internet- als auch beim Fachhändler noch nicht einmal als Bückware verkauft wird.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 12, 2015 8:13 PM CET


Der Anfang vom Ende des alten Europa: Die alliierte Verweigerung von Friedensgesprächen 1914-1919
Der Anfang vom Ende des alten Europa: Die alliierte Verweigerung von Friedensgesprächen 1914-1919
von Hans Fenske
  Taschenbuch

101 von 119 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichtsrevisionismus tut Not, 10. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Fester Bestandteil des deutschen Geschichtsbildes, wie es im Schulunterricht, den Leitmedien und zahllosen Buchveröffentlichungen wiedergekäut wird, ist die Mär von der Schuld des Deutschen Reiches sowohl am Ausbruch des 1. Weltkrieges, als auch dessen Verantwortung für das Nichtzustandekommen eines Verständigungsfriedens.
Gegenteilige bzw. anders lautende Untersuchungsergebnisse werden, wenn überhaupt, nur von ausländischen Historikern vorgetragen oder von deutschen Wissenschaftlern, die ihre Karriere bereits hinter sich haben. Zu letzteren gehört der Autor des vorliegenden Buches. Darin wird in kompakter aber überzeugender Weise dargestellt, dass in beiden Kernfragen, nämlich Ursache und Schuld am Kriegsausbruch und Verweigerung von Friedensverhandlungen die Verantwortlichkeit nicht den Mittelmächten, sondern vorrangig den alliierten Siegermächten anzulasten ist.
Serbiens aggressiver Nationalismus, unterstützt von Russland, welches seine Expansionsbestrebungen zu Lasten der Doppelmonarchie entfalten wollte, schufen auf dem Balkan die eigentlichen Ursachen, welche letztendlich in der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts mündeten. Die Bemühungen Deutschlands den Krieg zu verhindern oder diejenigen Österreichs ihn wenigstens auf den Balkan zu begrenzen, mussten an den übrigen Bündnisverpflichtungen und Großmachtinteressen scheitern.
Den wesentlichen Verlauf des 1. Weltkrieges streifend, beleuchtet der Autor die verschiedenen Friedensinitiativen der Mittelmächte und des Papstes und belegt auf vielfältige Weise, dass durch die zahlreichen Geheimverträge der Alliierten untereinander ein Verständigungsfrieden praktisch nicht möglich war. Nur durch einen Siegfrieden zugunsten der Alliierten konnten die zugesagten Gebietserwerbungen und Einflussnahmen auf neue Interessensphären realisiert werden.
Daran gewöhnt, dass unrechtmäßige Kriegführung und Völkerrechtsverletzungen von der gängigen Geschichtsschreibung nur dem Verlierer, nämlich dem Deutschen Reich angelastet wird, reibt sich der Leser erstaunt die Augen, angesichts der zahlreichen Hinweise auf Verstöße gegen das Kriegs- und Völkerrecht durch die Alliierten.
In diesem Zusammenhang sehr erhellend die Ausführungen über die Hungerblockade, welche sowohl in ihrer Durchführung als auch in ihrer Aufrechterhaltung nach Zustandekommen eines Waffenstillstands völkerrechtswidrig war.
Daneben erfährt man, dass Bücherverbrennungen in den freiheitlichen und demokratischen USA 1917 nach deren Kriegseintritt dort im großen Stil praktiziert wurden. Um eine antideutsche Kriegsstimmung zu entfachen wurden deutschsprachige Autoren und Bücher über Deutschland und Österreich aus den Bibliotheken entfernt und in patriotischen Festakten öffentlich verbrannt.
Äußerst aufschlussreich auch der Vergleich zwischen den Friedensverhandlungen von Brest-Litowsk und dem Zustandekommen des Diktatfriedens von Versailles. Dass letzterer mit all seinen unsäglichen Konsequenzen für Finanzen und Wirtschaft auch den weiteren Verlauf der deutschen und europäischen Geschichte belastete wird ebenso dargelegt.
Fazit: Wer abseits Knopp’scher Volkspädagogik seinen historischen Horizont erweitern und hinsichtlich der Ursachen für den verhängnisvollen Verlauf der europäischen Geschichte im 20. Jahrhundert zu neuen Einsichten kommen will, dem sei diese komprimierte und klar verständliche Studie eines kompetenten Autors wärmstens empfohlen.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 14, 2014 7:03 PM CET


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