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Rezensionen verfasst von
Mufti Morten (bonn, nrw)

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Die Nikomachische Ethik
Die Nikomachische Ethik
von Manfred Fuhrmann
  Taschenbuch

2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Nikomachsiche Ethik - Ein Leitfaden für die Postmoderne, 5. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Nikomachische Ethik (Taschenbuch)
Circa 322 v. Chr. verfasste der griechische Universalwissenschaftler Aristoteles die Nikomachische Ethik, eine der ersten in Auseinandersetzung mit Wissenschaft und weltlicher Ordnung formulierten Ethiken. Das Werk zeichnet sich durch eine an der Formallogik orientierte sprachliche Exaktheit aus, die es ermöglicht, den Argumenten des Aristoteles Buch für Buch zu folgen.
Das in der Sprachpaxis so geläufige "rechte Maß", welches uns durch den Alltag einer von weltlichen Dingen geleiteten Gesellschaft dirigiert, rührt unter anderem von dieser Ethik.
Wenn sich die moderne (westliche) Welt einen ethischen Leitfaden sucht, dann ist sie nicht schlecht beraten, zumindest ein paar grundlegende Anstöße aus der Nikomachischen Ethik zu entnehmen.
Manchmal ist es sinnvoller einen Blick zurück zu werfen, um sich seiner selbst zu besinnen, als orienterungs- und hiflos, getarnt als esoterischer Hokuspokus in die Zukunft zu blicken.


Wir Brauchen Nichts
Wir Brauchen Nichts
Preis: EUR 10,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tele bleiben sich treu, 21. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Wir Brauchen Nichts (Audio CD)
Tele knüpfen mit ihrem neuen Album "Wir Brauchen Nichts" nahtlos da an, wo sie mit ihrem wunderbaren Erstling "Wovon Sollen Wir Leben" aufgehört haben: mit Leichtigkeit, Spielfreude, Charme und der nötigen Portion Kritik baut die 6er Combo aus Freiburg, mit Wohnsitz Berlin ihre soulig-poppigen Songs auf, die mal etwas rockiger ("Fieber") sind, ein anderes Mal wieder aus Big Band Elementen, wie in "Rio de Janeiro", bestehen. Und Sänger Francesco Wilking sorgt mit seiner markanten Stimme weiterhin für den Tele-Wiedererkennungseffekt. So darf man sich wieder freuen auf eine unterhaltsame, mit neuen Material bespickte Tour der Band.


Crane Wife
Crane Wife
Preis: EUR 18,16

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Da wo sich Musik und Poesie die Hand geben, 2. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Crane Wife (Audio CD)
Während man gerade noch die wunderbaren Momente der "Picaresque", diesem Sammelwerk von Ohrwürmern, Balladen in klassicher Singer-Sogwriter Manier im Ohr hat, werfen die Jungs aus den Staaten uns Hörern ein neues Album hinterher, als wäre es die einfachste Nebensache der Welt.

Nein, die Crane Wife" ist kein einfaches Werk. Es kostet Mühe, sich gerade unter dem Eindruck der Vörgangerplatte sich durchzukämpfen. Die spielerische Schönheit von "16 Military Wives" und anderen wird der Hörer zunächst vermissen.

Nach dem relativ eingängigen Opener folgt das Stück "The Island", welches als Trilogie angelegt ist. "Come and See" fällt vor allem durch ein für die Band sehr ungewöhnlich langes instrumental Intro auf. Es folgt ein kurzes, knackiges stakkato Riff, welches den Refrain eröffnet.

"The Landlord's Daughter" ist ein wilder, vom Keyboard dominierter Song, in dem sich Colin Meloy in ungeahnte Tonleiterhöhen aufschwingt. Den Abschluss bildet das melancholische "You'll Not Feel The Drowning".

Doch die Decemberists wären nicht so eine wunderbare Band, gäbe es da nicht die poetischen, äussert phantasievollen Geschichten, die mehr sind als nur Beiwerk der Musik. So zeigt sich die Trilogie als ein aufeinander aufbauendes Epos, welches die Metapher der Insel zu seinem Thema macht. Musik und Poesie verschmelzen so auf einzigartige Weise.

Nach der Trilogie wird der Decemberists Hörer dann wieder vertrautere Klänge zu hören bekommen. Eine nette Idee findet sich in "Yankee Bayonet", welches als musikalischer Dialog zwischen Meloy und Laura Veirs funktioniert.

Bemerkenswert ist sicherlich noch "Perfect Crime", einem sehr groovigen Stück, das vor allem durch die sehr gezielt eingesetzte Basslinie auffällt.

Fazit nach mehrmaligem Durchhören: Kein leichter Einstieg, gerade für die "Picaresque" Hörer. Doch die Musik wird immer besser. Herausragend sind mal wieder die Verbindung von Musik und Lyrics.

Ich würds wieder kaufen!


Chapter 1: the Sandworm Cometh
Chapter 1: the Sandworm Cometh
Preis: EUR 23,09

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Blindkauf - Glücksgriff!, 7. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Chapter 1: the Sandworm Cometh (Audio CD)
Ich muss gestehen, dass ich MMJ bisher nicht kannte und einer der Gründe, warum ich die Platte gekauft habe, darin lag, dass MMJ Support bei einigen Konzerten von Pearl Jam in diesem Jahr waren.

Nun gut, "Chapter 1" ist wohl nicht die aktuellste Platte der Band - "Z" hätte sich zu oben genannten Zwecken wahrscheinlich besser geeignet - aber ich bin sehr angetan.

Die Stimmung ist etwas melancholisch, teilweise verträumt, aber nicht gerade "schön" im ursprünglichen Sinne. Die Platte ist eher von ruhigen, bzw. langsamen Stücken geprägt, die Stimme von Sänger Jim James wirkt sehr dominierend, zeigt gleichzeitig viele Facetten. Habe mich beim erstmaligen Hören der Platte ein wenig an die Soloplatten von John Frusciante erinnert gefühlt.

"Mr. White Rabbit" ist ein etwas härteres Stück, welches durch sphärische Atmosphäre auffällt, bleibt aber eher Ausnahme auf der Platte.

Die Stücke sind teilweise gar nicht abgemischt, wurden teilweise als Demo sogar direkt auf die Platte übernommen. So ist das Album weniger Konzeptalbum als vielmehr eine Zusammenstellung früherer Aufnahmen der Band.

Das macht das Album aber imo nicht wirklich schlecht, nur sollte man dabei eben nicht den Anspruch einer technisch perfekt abgemischten Platte haben.


Zwischen Himmel und Erde
Zwischen Himmel und Erde
Preis: EUR 10,83

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klee ist heute, alles andere war gestern, 5. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Zwischen Himmel und Erde (Audio CD)
Mit Blick auf die heutige Musiklandschaft ist es nicht einfach zu beschreiben, was Popmusik ist und wer sie macht. Wenn Klee dazugehören, dann liefern sie mit ihrem neuen Album dem Hörer beispielhaft vor Augen wie facettenreich Popmusik sein kann. Sie machen da weiter wo andere Bands wie Tele oder Kante musikalisch wie textlich Schönes und Wertvolles leisten, wohl in dem Wissen, dass dies nicht die erste Platte der Kölner Combo ist. Man muss schon mindestens zweimal hinhören, um zu erkennen, das da nicht seichte, immer vorwärts gewandte Musik gemacht wird, sondern Elemente aus Chanson, Synthie-Pop, als auch klassische Singer/Songwriter Strukturen miteinfließen.

Im Mittelpunkt der Musik steht natürlich die charmante, sinnliche Stimme von Suzie, die durch die wunderbaren Texte noch deutlicher ihre Wirkung zeigt.

Die Platte ist vielschichtig, sowohl was die Instrumentation, als auch die Musik selbst angeht. Balladen wechseln mit uptempo Stücken und viele schöne Momente bleiben dabei haften. Einzig "zu anderen Ufern" wirkt etwas zäh und orinetierungslos, der Rest kann durchweg überzeugen.

Anwärter auf die Platte des Jahres? Vielleicht. UEFA Cup Platz dürfte der Platte aber imo sicher sein.


Drop City: Roman
Drop City: Roman
von T. C. Boyle
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Gib mir n Joint und ich zeig dir wer ich bin", 6. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Drop City: Roman (Taschenbuch)
"Drop City" ist einer der aktuellsten Werke in der mittlerweile doch recht beachtlichen Sammlung des amerikanischen Schriftstellers T.C. Boyle.
Die Story ist eigentlich recht schnell erzählt. Eine Gruppe junger heranwachsender Leute zieht auf eine verlassene Ranch im sonnigen Kalifornien, um den hedonistischen Freuden des menschlichen Daseins nachzugehen. Doch die ausgiebigen Orgien aus Sex, Drugs und Rock 'n' Roll treffen bei der örtlichen Polizeibehörde auf wenig Verständnis.
Und so kommt es, dass Star, Ronnie, Norm und co. aus ihrem Paradies vertrieben werden. Blindlings entscheidet sich die Gruppe mit Hund und Ziegen nach Alaska aufzubrechen, um dort peace & love zu machen.

Die geschichte ist sehr unterhaltsam geschrieben. Boyle ist immer dort am besten, wenn er in das vollgedröhnte Hirn der hippies wandert und von wilden Exzessen, verrückten Abenteuern und dem easy life der 70er erzählt. Dabei schildert Boyle das dope und acid Rauchen, das Trinken und Vögeln in so unverschämt redundanter Weise, das das Absurde schon wieder komisch amüsant wird.
Erzähltechnisch geht Boyle geschickt vor, indem er zunächst zwei parallel geführte Handlungen beschreibt, um sie letzendlich zusammenzuführen und so das Aufeinandertreffen zwei vollkommen unterschiedlicher Lebensentwürfe zu gewährleisten.
Auf der einen Seite steht die Hippie-Kultur, auf der anderen das kleinbürgerlich zurückgezogene Dasein von Cecil Harder und seiner Frau Pamela.
Zugegebnermaßen lebt das Buch vor allem von den herrlichen Dialogen zwischen Ronnie, Star, Merry, Norm und co.
Dabei bleibt auch leider die Spannung etwas auf der Strecke. Man wird das Gefühl nicht los, es passiere einfach nichts.
Erst gegen Ende des Buches kommt so etwas wie Abenteueratmosphäre auf, als sich die Hippiekommune im kalten und menschenleeren Alaksa, von der Isolation gefasst, auf die Jäger- und Sammlertugenden des Menschen besinnen muss, um das überleben der Kommune zu sichern.

Das Ende, und das ist positiv zu bewerten, bleibt offen. Fragen stellen sich, und dem Leser bleibt es überlassen, was er daraus macht.
So bleibt auch die Frage nach der letztlichen Absicht Boyles, die er mit dieser amüsanten, doch etwas zu lang geratenen Gesellchaftsstudie den Lesern mit auf den Weg gegeben hat.


Kebab Connection
Kebab Connection
DVD ~ Denis Moschitto
Preis: EUR 10,49

24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen der ibo, der lefty und die titzi - irgendwie kultig!, 15. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Kebab Connection (DVD)
"kebab connection" ist, und das mal gleich vorweg, ein wirklich guter film. so steht er doch in der tradition vieler guter deutschsprachiger filme, die im weitesten sinne das thema kulturelle begegnung in deutschland thematisieren. in zusammenhang mit diesem thema fällt immer wieder der name fatih akin, selbst sohn türkischer einwanderer und ein in deutschland mittlerweile angesehener regisseur und drehbuchautor, der schon mit filmen wie "solino" oder "gegen die wand" zu überzeugen wusste.
obwohl in "kebab connection" zwar "nur" am drehbuch beteiligt, ist seine handschrift hier doch deutlich zu erkennen.

"kebab connection" erzählt die geschichte von ibo und patrizia, die inmitten ihrer unterschiedlich geprägten kulturellen identität ein zusammenleben aufbauen und dabei mi den mehr oder weniger großen tücken des alltags konfrontiert werden. um diese zentrale handlung sind mehrere kleinere handlungsstränge aufgebaut, wie z.b. die türkisch-griechische fehde um das beste restaurant bzw. den besten schnell imbiss im viertel.
in "kebab connection" steht, anders als vielleicht in "solino" oder "gegen die wand" der humor und die satire noch mehr im vordergrund.
der film zieht seine trümpfe vor allem dann, wenn er matte klischees (der patriarchalischen türken, der sein leben lang sein dönerbuden dasein fristet) benutzt und sie ironisch, komisch ausspielt, und damit sich selbst auf die schippe nimmt.

mit superlativen ist es halt immer so ne sache. ich würde mich mit aussagen, wie "bester deutscher film des jahres" etc. zurückhalten, da ich, trotz der akin filme viel zu wenig in diesem genre kenne.
trotzdem kaufen lohnt sich. echt jetzt.


The Moon and Antarctica
The Moon and Antarctica

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen This music rides everything, 17. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: The Moon and Antarctica (Audio CD)
Zugegebenermaßen hab ich die Platte, wie viele andere gute Platten mal wieder sehr spät entdeckt. Genau genommen, nachdem ich mir den Nachfolger "good news for people..." zugelegt habe und sehr begeistert war.
Ahnliches kann man von "the moon and antarctica" behaupten. Allerdings ist es mir nicht so schnell erschlossen wie das deutlich zugänglichere "good news...", was allerdings keine Kritik sein soll.
"the moon and antarctica" hat eine etwas düstere Grundstimmung. Das Album lebt von genialen einfällen wie dem schrägen "tiny cities made of ashes" oder "a different city".
Immer wieder wechseln Tempi, mal wird richtig hart gerockt, mal treibt die Gitarre so langsam und schleichend vor sich hin, als wäre dieses ganze rockige Vorspiel nie da gewesen, wie in "life lke weeds".
Die Platte endet rockig, sehr rockig. Irgendwie wird man hier das Gefühl nicht los, die Band hätte sich von den frühen "Sonic Youth" inspirieren lassen.


Ruby Blue
Ruby Blue
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 19,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Roisin Murphy auf neuen alten Wegen, 15. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Ruby Blue (Audio CD)
Das Erstlingswerk der Irin und ehemaligen Frontfrau von Moloko besticht beim ersten Durchlauf vor allem durch eine unberechenbare Vielfalt an Arrangements, wobei es falsch wäre hier im umgangssprachlichen Sinne von "schnick-schnack" zu sprechen.
Denn wenn die Verwendung von alltagsüblichen Klangkörpern, wie Schuhabsätze, Wecker, etc. auf eine so wunderbare Weise in einem allumfassenden Konzept verwirklicht wird, wie es hier bei Roisin Murphy der Fall ist, dann kann man schon von einer besonderen Kunstform sprechen.
Der Avantgartdist Edgar Varese, einer der Pioniere der experimentellen Musik, hätte - wenn auch mit einem vielleicht etwas anderen Anspruch - sicherlich Gefallen an Roisin Murphys Werk gefunden.
Matthew Herbert hat hier, wie schon zu Moloko Zeiten wieder ganze Arbeit geleistet. Seinen Beitrag zum Album sollte man auf keinen Fall vergessen.

Ruby Blue ist in vielerlei hinsicht vom Moloko Konzept unterschieden. Vor allem zeigt sich dies in den viel häufiger eingesetzten Klangkörpern, die den Gesangspart durch die vertrakten Strukturen noch mehr fordern und dabei Roisin Murphys Stimme noch ausdrucksstärker und wunderbarer erscheinen lassen. In den Moloko Werken stohl sich hier und da immer wieder ein unnötig in die Länge gezogenes Stück dazwischen, ohne dass dabei wirklich musikalisch essentielles zum Ausdruck gebracht wurde. Auf Ruby Blue findet man dagegen kein einziges Stück, das länger ist als ca. 5 Minuten, womit nicht gleichzeitig gesagt ist, dass Roisin Murphy im Mainstream der Minderheiten angekommen ist.

Ruby Blue ist musikalisch eine ganze Ecke ruhiger - um nicht zu sagen - reifer als die Vorgängeralben geraten.
Die lyrics sind ziemlich eingängig und einheitlich ohne billig, simpel oder kitschig zu wirken. Highlight hierbei sicherlich die Geschichte zu "dear diary" und das lautmalerische "ramalama bang bang".

Vier Sterne gibts deswegen, weil man die Verwandlungskünstlerin Roisin Murphy, die sich mal in einen eleganten Anzug, mal in ein hautengen, schillernden Einteiler wirft, einfach mal live sehen muss, um ihre Musik bzw. Kunst richtig zu verstehen.
Roisin Murphy ist mehr als Musik und steht künstlerisch Moloko sicherlich in nichts nach.


Guero
Guero
Preis: EUR 18,71

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das anti-Programm zur "sea change", 26. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Guero (Audio CD)
Wenn man dem guten Beck Hansen aus New York etwas nicht vorwerfen kann, dann ist es sicherlich die Ideenvielfalt, die er auf dieser Platte mal besser und mal schlechter umzusetzen vermag.
Während die "sea change" einen durchweg eingängigen, melancholischen Charackter besaß, lebt die "guero" vor allen dingen von einem bunten Mix aus allem. In dieser Welt verliert man schon mal leicht den Überblick. Krititker könnten behaupten, hier fehle es an einem Gesamtkonzept. Zumal man den Eindruck hat, Beck würde versuchen, alles auf die Platte zu packen, was ihm so gerade einfällt.
Da gibts das eingängige, mit Powerchorden vor sich hin bretternde "e-pro", das aber auch nicht mehr ist als ein - freundlich ausgedrückt - solider Einsteiger. "black tambourine" ist ein von Drumbeats dominiertes up-tempo Stück, zu dem sich später auch noch ein paar schräge Gitarrenriffs dazubegeben. Das durch den Computer gejagte "hell yes" hat psychedelischen Charackter und bei "broken drum" fühlt man sich dann doch noch irgendwie an die "sea change" erinnert.
Bleibt festzuhalten, dass die "guero" mit 54 Minuten ein etwas zu lang geratenes, dafür aber sehr intensives album ist, das man dem Beck- Einsteiger nicht unbedingt ans Herz legen würde. Die Beck Fans werden dieses Album wohl nicht als ihren favourite bezeichnen, denn es ist letzte n Endes - nicht ganz objektiv gesehen - wahrscheinlich keines, das man in fünf Jahren begeistert aus dem Plattenschrank kramt.


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