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Rezensionen verfasst von
Jörg Pochert (Berlin)
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Ultras in Mönchengladbach - Bildband einer Subkultur
Ultras in Mönchengladbach - Bildband einer Subkultur
von Tim Siebmanns
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckende Studie einer Subkultur, 12. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Obwohl Mönchengladbach nicht mein Verein ist, sprach mich die Vorstellung des Bildbandes im aktuellen Blickfang Ultra sehr an. Nun ist das Buch da und ich muss sagen, dass sich die 1900 Cent wahrlich gelohnt haben. Auf über 200 Bildern wird hier die Gladbacher Ultraszene portraitiert, hauptsächlich die Gruppe Sottocultura. Und dies absolut in allen Facetten. Auch wenn ich selbst kein Mitglied einer Ultragruppierung bin, bilde ich mir ein, durchaus eine Menge über diese Thematik zu wissen, und daher nehme ich mir die Einschätzung heraus, dass Tim Siebmanns hier ein Portrait gelungen ist, welches sehr nahe an der Realität ist. Es wird nichts ausgelassen. Positive Dinge wie aufwendige Choreografien werden ebenso abgebildet wie zahlreiche Vermummungen, Drogen oder Vorladungen bei der Polizei. Gerade dass letztgenannte Dinge, welche teilweise ja auch in die Grauzone des Strafrechts fallen, nicht geschönt oder weg gelassen werden, macht das Buch authentisch. Hier werden die Bilder auch in keiner bestimmten Reihenfolge gedruckt, um eine Geschichte zu erzählen oder auf eine Meinung abzuzielen. Jedes einzelne Bild steht für sich und dokumentiert das Geschehen innerhalb der Gruppe authentisch und neutral. Auf neutrale Leser, die wenig Affinität zur Ultra-Szene haben, werden einige Bilder verstörend wirken. Aber für die ist das Buch auch nicht gemacht. Jeder, der halbwegs im Thema Ultra drin ist, sollte hier aber unbedingt mal einen Blick riskieren, denn so umfassend, vielseitig und vor allem auf hohem fotografischen Niveau wurde in Deutschland noch keiner Szene ein Buch gewidmet. Als einzigen Kritikpunkt könnte ich erwähnen, dass mir persönlich Bildunterschriften fehlen, da an der einen oder anderen Stelle meine Neugierde hinsichtlich des Ortes des Geschehens nicht befriedigt wurde. Aber das ist eine Nuance und im Gesamtkontext des Buches überhaupt nicht wichtig... Chapeau, Tim Siebmanns!


Mit Fußfesseln bin ich nicht so flott: Geschichten über Unterklassenfußball, Feierabendterrorismus und sonst so ...
Mit Fußfesseln bin ich nicht so flott: Geschichten über Unterklassenfußball, Feierabendterrorismus und sonst so ...
von Florian Ludwig
  Broschiert
Preis: EUR 12,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unterklassenfußball, Feierabendterrorismus, Berliner Schnauze - und sonst so..., 3. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zugegeben: Da ich den Autoren aus der Fanszene von Tennis Borussia Berlin persönlich kenne, bin ich möglicherweise nicht zu 100% neutral, was diese Rezension angeht. Wer sich daran stört, schreibt bitte selbst seine Eindrücke ;-)

In seinem Erstlingswerk berichtet Florian Ludwig, wie schon auf dem Cover zu lesen, von "Unterklassenfußball, Feierabendterrorismus und sonst so...". Während mir als Fußballfan die Seiten, auf denen es um meinen Lieblingsverein zu kurz kommen, fast ein wenig zu kurz kommen, sind die zentralen Elemente des Buches die Randgeschichten rundum seine politischen Aktivitäten (die aus ihm einen "Feierabendterroristen" machten und ihn sogar hinter Gitter brachten) sowie Erlebnisse aus seinen Ausbildungen und Umschulungen. Florian, aufgewachsen in Rathenow, treibt in seiner Wahlheimat Berlin am Anfang des Buches eher wahl- und ziellos durchs Leben, bis er sein Schicksal mit fortschreitender Lesedauer immer mehr selbst in die Hände nimmt, beruflich beginnt Fuß zu fassen, Familienvater wird und nicht zuletzt das Engagement bei Tennis Borussia zu einer Konstante in seinem Leben wird. Erzählt wird seine Geschichte in überwiegend nur wenige Seiten langen Episoden, die auf den ersten Blick nicht immer logisch miteinander verwoben sind, aber hinten raus immer mehr einen schlüssigen Gesamteindruck ergeben. Das alles wirkt sympathisch und authentisch und auf keinen Fall wie von einem Kriminellen geschrieben, als der Florian aufgrund der erzählten Geschichten aber gilt. Wer hier, wie bei anderen Veröffentlichungen aus dem Trolsen-Verlag, Geschichten über Fußballrandale und Action erwartet, wird vermutlich enttäuscht werden, denn von all dem gibt es hier wenig zu lesen. Was aber stets präsent ist, ist ein selbstbewusster Mann, der nicht auf den Mund gefallen ist, mich oft zum schallenden Lachen gebracht hat, und der nicht nur durch seine Berliner Schnauze überzeugt, sondern auch durch den Blick auf die Absurditäten und Eigenarten, die unsere Stadt so liebens- oder für Außenstehende auch hassenswert machen. Alleine schon einer meckernden alten Dame auf der Kreuzung ein "Omi, ick weeß, wat in Deiner Akte steht" entgegen zu schleudern ist so cool, dass es nicht nur die Betroffene zum schweigen bringt, sondern alle Umstehenden auch zum grübeln. Das bei meinem nächsten Rentnerkontakt auszuprobieren, habe ich mir fest vorgenommen...


Friss!
Friss!
Preis: EUR 14,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ist das noch EBSC?, 12. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Friss! (Audio CD)
Nachdem ich das Ding nun einige Male durchlaufen lassen habe, muss ich sagen, dass ich von der neuen Toxpack leider enttäuscht bin. Warum? Ganz einfach: Der "Dreck" fehlt. Die Songs sind nicht weniger hymnenhaft als auf den Vorgängern, besonders verglichen mit den letzten beiden Alben. Die Melodien sind nach wie vor großartig, aber die Produktion ist mir an vielen Stellen schlichtweg zu glatt. Ebenso driften Toxpack textlich teilweise in Banalitäten ab. Beispiel: "Alles Lüge" - Songs über verblichene Beziehungen haben Toxpack immer mal wieder geschrieben, aber beispielsweise "Für immer in mir" war einfach eine Klasse besser. Auch die zahlreichen "Aaaaahhhhhhs" im Hintergrund verbinde ich irgendwie mit anderen Bands, aber nicht mit Toxpack. Im Vorfeld hatte ich irgendwie gelesen, dass sich Toxpack mit dem neuen Album in Richtung Tote Hosen entwickelt haben - ich habe es nicht für möglich gehalten, aber ganz von der Hand zu weisen ist es nicht. Das alles ist für mich kein Streetcore mehr. Eher eine Mischung zwischen Punk und Stadionrock. Aber eben nicht mehr Toxpack. Ich werde das Album sicherlich in den nächsten Wochen oft anhören, und Ohrwurmpotential haben die meisten Nummer ja definitiv, wie schon beschrieben. "Friss!" ist also unterm Strich ein gutes Album, über welches ich mich sogar richtig gefreut hätte, wenn es beispielsweise von Betontod gekommen wäre, die ja in den letzten Jahren massiv abgebaut haben. Aber Toxpack? Nee Jungs. Das ist keine aggressive Kunst, die Bastarde von morgen in eine Epidemie versetzen wird, und auf der anderen Seite auch kein Stadtgeflüster, welches für einen Cultus Interruptus sorgt. Schade. Ich bin auf die anderen Rezensionen gespannt. Und auf den weiteren Werdegang von Toxpack. Das unheilschwangere "Quo vadis?" erspare ich mir an dieser Stelle aber...


Ich Will Hier Nicht Sein (Digipack)
Ich Will Hier Nicht Sein (Digipack)
Preis: EUR 8,55

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Na bitte, es geht doch!!!, 26. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Kurz vorweg: Ich kaufe alles von den Broilers, seit Jahren. Aber seit der "Anti Archives"-DVD, die immerhin schon knapp fünf Jahre auf dem Buckel hat, ist dies hier die erste Veröffentlichung, mit der ich wieder rundum zufrieden bin. Okay, "Ich will hier nicht sein" ist musikalisch nicht unbedingt mein Lieblingslied auf dem "Noir"-Album, aber das wusste ich ja schon vor dem Kauf. Zudem finde ich die inhaltliche Message wichtig und bin überrascht und stolz zugleich, dass die Band diesen Song als Single veröffentlicht, da die Thematik eine breitere Öffentlichkeit braucht. Weswegen ich Broilers-Singles aber grundsätzlich vorbestelle - neben dem Effekt, dass man sie als Fan ja eh im Regal stehen haben MUSS - ist zum einen die Aufmachung: Das Digipack ist hochwertig, die Texte sind aufgeführt und ein besseres Cover als ein in Flammen stehendes Paradies hätte man wohl kaum finden können. Vor allem aber kaufe ich Singles wegen der unveröffentlichten Tracks, und die sind in diesem Fall einfach nur gelungen. Sowohl "An die Verlorenen" als auch "Ende in Tränen" sind verhältnismäßig schnelle Songs, die "Noir" hervorragend zu Gesicht gestanden hätten. Ich bin mir sicher, dass wenn diese beiden Nummern anstelle von "Ich hol Dich da raus" und "Die Letzten an der Bar" auf dem Album gestanden hätten, hätte es kaum diesen (zum Teil übertriebenen) S***storm gegeben und die Platte hätte hier bei Amazon nicht durchschnittlich 3,2 von 5 Sternen bei den Kundenbewertungen, sondern 4,5. Die Nummern sind zackiger, einfacher und auch ein wenig roher produziert als ihre Geschwister auf Noir und genau das, wonach sich zahlreiche Oldschool-Fans sehnen, auch wenn sie objektiv nicht zu den stärksten Songs der Bandgeschichte gehören, Aber sie haben das Potential, den Die Hards das Gefühl zu geben, dass ihre Helden genau diesen Stil eben noch drauf haben. Und dass sie mit dem nächsten Album wieder die Kurve in die richtige Richtung kriegen. Zurück zum Beton.


In goldenen Ketten (digi)
In goldenen Ketten (digi)
Wird angeboten von Online-Versand-Grafenau GmbH
Preis: EUR 14,29

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gutes Album mit kleinen Abstrichen, 1. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: In goldenen Ketten (digi) (Audio CD)
Vorab: Das neue Album ist musikalisch auf jeden Fall wieder ein deutlicher Schritt nach vorn, im Vergleich zu "Zwischen Engeln & Teufeln". Die Produktion ist satter, die Melodien bleiben wieder verstärkt im Ohr. Vom ersten Hören an stellt sich ein wohliges Gefühl ein - Punkrock, der fetzt. Allerdings ist mir das Ganze ein klein wenig zu glatt gebügelt. BRDigung gehen stilistisch damit in etwa den Weg, den Betontod gegangen sind, wenngleich das hier immer noch qualitativ deutlich über den letzten beiden belanglosen Outputs der Rheinberger steht. Dennoch - die Rookie & Kings-Produktionen klingen mir in letzter Zeit zu ähnlich, soundtechnisch zu sehr an den offensichtlichen Erwartungen des Marktes orientiert. Das hier ist schon noch hart, aber letztlich nicht mehr einzigartig wie bis zu "Tot aber lebendig". Was mir allerdings gehörig auf den Sack geht, sind manche Texte. Sänger Julez singt nun einige Male von Geschlechtsverkehr im Sommer, von seinem großen Glied, dass er mit dem Freundeskreis seiner Freundin im Bett aufwacht, es mit ihrer Schwester treibt oder er die Nacht mit der Freundin eines anderen verbringt. Wow Julez, bist Du ein geiler Typ! Ganz ehrlich, das ist Bravo-Niveau. Das mag sehr gut bei der jüngeren Zielgruppe ankommen - und dass die meisten abfeiernden Rezensionen hier nur aus 1-3 Zeilen bestehen, zeigt ja genau, welche Hörerschaft dieses Album gefunden hat. Eben ein party- und spaßorientiertes Publikum, das alles schnell super und geil findet, aber oftmals nicht in der Lage ist, inhaltlich Substanzielles von sich zu geben. Meins ist es nicht, aber vermutlich bin ich mit 37 Jahren einfach auch viel zu alt dafür. Vom zu glatten Sound und den textlichen Peinlichkeiten mal abgesehen, macht die Platte durchaus Spaß und hat mit "Vergessen und verdammt", "Endlose Nacht", "NWO 2020" oder "Trügerischer Frieden" ein paar Highlights, die herausragen. Unterm Strich steht für mich ein Album, dass sicherlich nicht schlecht ist, aber in seiner Gesamtheit nicht das hohe Niveau der letzten Veröffentlichungen der Labelkollegen Serum 114 oder Unantastbar erreicht. Musikalisch ist es im Vergleich zum schwachen Vorgänger auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Jetzt nur noch ein wenig mehr Dreck in die Produktion und das wird wieder. Textlich allerdings stehen BRDigung am Scheideweg. Sie sitzen zwischen den Stühlen und müssen mit dem nächsten Album beweisen, in welche Richtung sie abbiegen. Entweder sie positionieren sich als ernsthafte Punkrockband, die durchaus auch Spaß vermitteln kann, aber bei der man sich als Hörer für keinen Text schämen muss. Oder sie werden eine Partyband, die nach kommerziellem Erfolg strebt. Letzteres wäre endgültig nicht mehr meins...


Hama WLAN-Stick, USB 2.0, 2,4GHz, inkl. WPS schwarz
Hama WLAN-Stick, USB 2.0, 2,4GHz, inkl. WPS schwarz
Preis: EUR 28,49

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Bedienungsanleitung ist eine echte Wissenschaft, 27. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe diesen Stick gekauft, um meinen TV mit meinem Laptop zu verbinden. Ich halte mich für einen durchschnittlich begabten PC-Nutzer, der in den letzten 15 Jahren alles Benötigte selbst hinbekommen hat, incl. WLAN-Verbindungen. An dieser Bedienungsanleitung bin ich allerdings gescheitert. Sie hantiert mit allerlei Fachbegriffen, lässt meiner Meinung nach aber elementare Schritte aus. Absolut kundenunfreundlich. Offenbar ist Hama nicht in der Lage, sich in die Gedankenwelt von Usern mit Anfängerwissen zu versetzen. Schade, aber nach einer knappen Stunde, in der ich null voran gekommen bin, gebe ich auf und sende dieses Gerät zurück. Und werde von Hama künftig Abstand nehmen.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 5, 2014 7:59 PM CET


Kinder Überraschung Adventskalender, 1er Pack (1 x 480 g)
Kinder Überraschung Adventskalender, 1er Pack (1 x 480 g)

5.0 von 5 Sternen Feine Sache, jedes Jahr wieder!, 18. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Kalender war eine super Sache. Die Kinderschokolade ist super wie immer und 2013 hatten wir zwölf Figuren mit drin. Bei dem Preis kann man nichts falsch machen. Spaß für Groß und Klein ist garantiert!


Kein Titel verfügbar

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schönes Regal mit kleinen Fehlern, 18. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Regal an sich ist ein schönes Stück. Passt farblich gut in mein Wohnzimmer und ist, obwohl nicht alle Teile fest verbohrt sind, stabil und hält einiges an Gewicht aus. Die Montage dauerte alles in allem keine Stunde. Was mich ärgerte, war dass die Montageanleitung unzureichend war. Letztlich sind einige Bretter auf beiden Seiten jeweils unterschiedlich angebohrt, was nicht ersichtlich wurde. Zudem fehlten bei meinem Exemplar die Bohrlöcher für die Füße total. Unterm Strich aber eine Ware, die zu diesem Preis okay ist.


Letters Home
Letters Home
Preis: EUR 19,34

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Emotionaler Höllentrip, 31. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Letters Home (Audio CD)
Verzweiflung. Trauer. Zerbrechlichkeit. Heimweh. Depression. Wut. Hoffnungslosigkeit. Das verstörendste Album des Jahres 2013 kommt von Defeater aus Boston. Irgendwo zwischen Hard- und Metalcore angesiedelt und mit einer Prise Punkrock verfeinert, geht es auf dem Konzeptalbum „Letters home“ um eine Soldaten- und Familiengeschichte, die kurz nach dem zweiten Weltkrieg spielt. 34 Minuten lang wird hier aus der Sicht eines gebrochenen Mannes erzählt, immer wieder aufkommende leicht positive Gefühle oder Hoffnungen werden jedes Mal aufs Neue zerstört. Die Texte werden dem Hörer dabei förmlich ins Gesicht geschrien, von einer der abwechslungsreichsten und eindringlichsten Stimmen des härteren Musiksektors. Seine besten Momente hat das Album immer dann, wenn Defeater den Fuß etwas vom Gas nehmen und Derek Archambaults emotionales Organ im Vordergrund steht. Besonders in Nummern wie „No shame“, „Blood in my veins“, „No saviour“ oder dem alles zerstörenden Schlussakkord „Bled out“ wird der Hörer vor lauter Niedergeschlagenheit schier zu Boden gedrückt. Ratlos bleibt man nach den ersten Durchläufen zurück. Und drückt dann doch auf die Repeat-Taste. Und wieder. Und wieder…


Stimmungsgerät
Stimmungsgerät
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Bestes Punkrock-Album 2013!, 31. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Stimmungsgerät (Audio CD)
Die bisher nur absoluten Szeneinsidern bekannten Pankower Johnnie Rook hauten Anfang des Jahres mal eben das beste Punkrockalbum des bisherigen Jahrzehnts heraus. „Stimmungsgerät“ knallt etwa 45 Minuten lang unglaublich intensiv und mit starkem Hardcoreeinschlag aus den Boxen. Und Freunde, wenn ich „knallt“ schreibe, dann meine ich das auch so. Es gibt hier keine Balladen. Keine Akustikgitarren. Keine für eine breite Hörerschicht bewusst massenkompatibel gehaltenen Kompromisse. Hier gibt es nur voll in die Fresse, stets irgendwo zwischen Vollgas und knackigem Midtempo. Die komplett deutschsprachigen Texte sind sehr offen und differenziert. Johnnie Rook stecken ihren Zeigefinger dabei genau in den Arsch von Otto Normalspießbürger – es geht um Hass und Heuchelei, Geld oder oberflächliche Freundschaften. Doch nicht nur Gesellschaftskritik wird geübt. Auch dem Heimatbezirk wird ein Lied gewidmet („Pankow“ ist eine wahre Hymne!) und selbst persönliche Themen, wie der Verlust eines Freundes oder Trennungen sind Johnnie Rook nicht fremd. Doch, um es nochmals zu betonen: Balladen gibt es hier nicht, sondern auch textlich gefühlsbetonte Songs ballern fett aus den Boxen und wirken dabei jederzeit authentisch. Als Bonus gibt es die Bandgeschichte noch als viertelstündiges Hörspiel, und fertig ist ein schweinegeiles Brett, welches sich jeder Musikliebhaber, der sich auch nur ansatzweise für Punkrock interessiert, schleunigst besorgen sollte. Gibt es sonst noch etwas zu erwähnen? Ja! Seit Nightwish & Co. höre ich persönlich fast keine Musik mehr, in der Frauen singen. Bei Johnnie Rook ist das anders. Franziska hat einfach nur ein geiles, endringliches Organ. Doch genug der Superlative. Bestellt Euch das Stimmungsgerät!


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