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Rezensionen verfasst von
Ventris (Berlin)

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Walhalla Rising (Uncut) [Blu-ray]
Walhalla Rising (Uncut) [Blu-ray]
DVD ~ Gary Lewis
Preis: EUR 7,66

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Netter Dia-Abend, 23. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Walhalla Rising (Uncut) [Blu-ray] (Blu-ray)
Was habe ich erwartet, als ich mir diesen Film angesehen habe? Vielleicht so etwas wie "Der 13. Krieger"?

Die Landschaftsaufnahmen sind ... nun ja man kann nicht sagen schön, es sei denn man findet nasskaltes, windiges Wetter auf Kargen Landschaften mit wolkenverhangenem Himmel und dichtem Nebel schön. Es ist atmosphärisch und fast hat man den Eindruck, der nasskalte Wind würde aus dem Monitor wehen und den Zuschauer frösteln lassen. Gut gemacht!
Nur steh ich da nicht so drauf. Ich mag kein Regenwetter, schon gar nicht im Herbst, wenn draußen vor der Tür schon genug Schmuddelwetter stattfindet, das drückt meine Stimmung.
Die Bilder die dieser Film vermittelt (Landschaften und Gesichter) sind rein optisch toll. Ich glaube, als Bildband würde dieser Film viel besser funktionieren als eben als Film. Da sowieso nicht gesprochen wird.. bzw. man fast vor Schreck vom Stuhl fällt wenn jemand etwas sagt, könnte man den Ton auch ganz ausschalten und dann ist es auch nicht mehr weit zum Bildband.
Die von vielen schon angesprochene Brutalität ist zwischen dem ganzen Schweigen und den Panoramaaufnahmen so etwas wie ein roter Punkt auf einer Schwarzweißaufnahme. Es sticht dadurch nur noch um so mehr hervor und man beginnt sich irgendwann zu fragen: "Was soll das ganze eigentlich?"
Und die Antwort auf diese Frage bleibt der Film einem Schuldig. Auch hier sollte man einen Film nicht nur deswegen in den Himmel loben, weil man ihn nicht versteht. Ich denke der Regisseur hat sich selber nicht sonderlich viel dabei gedacht und da ist es natürlich bequem, wenn findige Zuschauer den dünnen Plot mit zugegeben recht phantasievollem Leben füllen. Vielleicht ist das eine interessante Art Filme zu machen. Man zeigt dem Publikum eine Aneinanderreihung von Landschaftsaufnahmen und kurzen Kampfszenen, spielt Musik dazu und überlässt den Rest dem Zuschauer. Die Drehbuchautoren würden arbeitslos werden.

Viele Rezensenten loben den Film, weil er weit weg ist von Hollywood. Ja, er ist weit weg. Aber er ist ZU weit weg. Warum müssen es immer Extreme sein? Warum kein Film der eine goldene Mitte zwischen Hollywood und Dia-Abend findet?

Walhalla Rising findet diese Mitte nicht, der Film passt in einen kurzen Bildband. A3, damit die Aufnahmen zur Geltung kommen und mit briefmarkengroßen Textfensterchen in der unteren rechten Ecke. Viel Platz für eigene Gedanken die man entwickeln kann, wenn man das denn möchte.
Ich wollte das eigentlich nicht, ich wollte einen coolen Film sehen, der vielleicht meine Herbstlaune etwas aufhellt. Walhalla Rising macht eher das Gegenteil. 3 Sterne.


Endless Space Gold Edition - [PC/Mac]
Endless Space Gold Edition - [PC/Mac]
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nichts für Quereinsteiger in das Genre, 3. Oktober 2014
Ich habe mir das Spiel gekauft, weil es mir als alter CIV Veteran der gerade sehnsüchtig auf den nächsten Teil (Beyond Earth) wartet empfohlen wurde.
Ich muss dazu sagen, ich habe bis auf ein paar Browsergames niemals Weltraum Strategie gespielt und zack war ich auch ziemlich enttäuscht von Endless Space.

Das Spiel ist zäh wie ein zu lang gebratenes Steak.

Aber zunächst will ich auf die mir positiven Aspekte eingehen:
Die Menüführung ist gut. Sie ist schnell erlernt und geht flüssig von der Hand bzw. der Maus. Das Menüdesign ist ganz ok (wenn man davon absieht, dass der Text in wenigen Beispielen nicht in die Kästen passt und darüber hinaus ragt).
Das Setting finde ich gut, erinnert ein wenig an Warhammer 40K und die Präsentation der Rassen ist auch sehr gelungen. Und da hörte es für mich schon auf.

Als erstes habe ich die "Musik" ausgeschaltet, weil mir von sphärischer Meditationsmusik die Füße einschlafen. Leider ist es dann sehr still im Spiel. Außer dem Klicken und Piepen der Menüs hört man nichts. Keine Stimmen die z.B. Texte vorlesen oder Meldungen durchgeben, keine Geräusche der Flotte und keine Fabrikgeräusche kein Blubbern im Techtree... es ist still wie ein Browsergame. Animationen gibt es ebenfalls keine. Keine Videos, nur Briefmarkengroße Bildchen von Events.
Der Erklärmodus den man wahlweise einschalten kann ist dröge. Man bekommt einen verschmierten Screenshot von einem Menü hin geklatscht und dann wird jedes Fenster in einem Textfeld erklärt. Nicht mehr als man ohnehin im Menü angezeigt bekommt beim Mouseover - also irgendwie überflüssig.
Wo ein wenig Action aufkommt ist die Kampfansicht. Die Raumschiffe fliegen in das Bild, es werden Bunte Striche ausgetauscht die bei X-Wing vs. T-Fighter damals schon schöner ausahen irgendwo knallt es und Ende.
Die Raumschiffe kann man zwar verändern in ihrer Ausstattung, was aber nicht ihre Form verändert. Das heißt man sieht die Änderungen nicht am Modell. Schade, obwohl das Anpassen der Raumschiffe eigentlich ein sehr schönes Feature ist das dem Spiel erst ein wenig taktische Tiefe verleiht. Aber mit der Optik steht das Spiel ohnehin auf dem Kriegsfuß.
Die Karte beschränkt sich auf die Ansicht der Galaxie die sich rein und rauszoomen lässt - dieses wirkt nicht 3D, eher wie 2 oder 3 mit Punkten bzw. bunten Linien bedruckten Folien vor einem Hintergrundbild. Hier könnte man doch wirklich mehr herausholen... wenn man wollte.

Die Optik ist natürlich für Hardcorestrategen zweitrangig, aber meiner Meinung nach muss man als Spieler trotzdem irgendwie vom Spiel "abgeholt" werden. In diesem Punkt bietet das Spiel dem unbedarften Käufer einfach viel zu wenig und stößt eher ab. Hinzu kommt, dass die Berechnung der Runden auf meinem Laptop eeeewig gedauert hat. In der Zeit habe ich Skyrim gestartet und mein Savegame geladen. Irgendwas stimmt doch da nicht?! Und das bei einem Spiel in dem in einer Runde eigentlich nicht viel passiert und wo man schon mal 10 Runden durchhämmert wenn man auf eine Technologie wartet. Vielleicht liegt es auch an meinem Rechner oder an meiner Einstellung, ich weiß es nicht aber im Ganzen habe ich mich einfach nicht unterhalten gefühlt und werde in Zukunft einen großen Bogen um Weltraumstrategie mache.

Fazit: Du hast genau wie ich nie dieses Genre gespielt, magst aber schön und liebevoll gestaltete Spiele - dann lass das Game liegen. Lass dich nicht vom Trailer blenden, SO wie da gezeigt ist das Spiel einfach nicht und wer den Trailer gesehen hat der hat auch schon alle Animation des Spiels gesehen.
Für Weltraumstrategen ist es sicherlich eine nette Anschaffung zumal das Spiel auch nicht sonderlich teuer ist. Umfang dürfte ok sein, habe gelesen, dass die KI wohl cheatet... aber das macht sie doch in fast allen Spielen... Also faire 3 Punkte von mir, weil es ein runder "Taktiker" ist - aber eben nur so viel Charme wie eine Raufasertapete zu bieten hat. Mit schöner Verpackung.


Warhammer 40.000 - Priester des Mars: Techpriester des Mars Teil 1
Warhammer 40.000 - Priester des Mars: Techpriester des Mars Teil 1
von Graham McNeill
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Das Mechanikum, 1. Oktober 2014
Als Fan des Warhammer40K Universums war ich sehr gespannt auf das Buch, das Mechanikum hat mich schon von Beginn an sehr fasziniert, die Denkweise über Technik und Fortschritt im Allgemeinen im 40K Universum als auch die Verknüpfung von Technik und Religion die hier eine große Rolle spielt. Was sind diese Techpriester/Techmagi für "Menschen"? Was denken sie und warum handeln sie so wie sie eben handeln?

Vom Autor Graham McNeill ist man ja hervorragende Lesekost gewohnt, auch wenn ich den Heresy Roman: Die verstoßenen Toten eher schwach fand, so hat er mit Fulgrim oder Verlorene Söhne und einigen weiteren Heresy Romanen sowie der Ultramarines Reihe eigentlich, was meinen Geschmack angeht, immer ins Schwarze getroffen und rückt für mich nahe an Dan Abnett heran, den Meister der Warhammer40K/Shadowrun -Stories. Da McNeill selber Spielentwickler bei Games Workshop gewesen ist fährt er was den Fluff angeht auf absolut soliden Schienen und fügt der gigantischen Warhammer40K Welt neuen Stoff hinzu und bleibt der ganz besonderen Atmosphäre von Warhammer stets treu.

Auch mit dem hier vorgelegten Werk befasst er sich mal wieder mit dem Mechanikum (siehe auch Horus Heresy 9: Mechanikum) und entwickelt seine entworfenen Thesen zu dieser sehr mysteriösen und bisher eher im Hintergrund werkelnden Technikreligion konsequent weiter.

Schon zu Beginn wird klar, dass die Story sehr breit ausgelegt ist. Bei der Expedition des Mechanikums zur Halo Narbe am Rande der bekannten Galaxie sind mit an Bord: Space Marines der Black Templars, ein Regiment der Cadianischen Armee (die wohl beliebteste imperiale Armee in WH40K), eine Legio der Titanen, Abnett'eske Freihändler und natürlich das Mechanikum selber. Diese Mischung verspricht auf jeden Fall viele interessante Berührungspunkte. Im Weiteren sind da noch Sklaven des Mechanikums, deren Storyline ich allerdings eher langweilig fand. Angelpunkt ist Abrehem, ein Mechanikumsklave der "besonders" ist.

Die meiner Meinung nach interessantesten Charaktere:
Lexell Kotov, ein Erzmagos über den man viel über das Mechanikum, die Politik und das Wirtschaften erfährt aber auch über das "Innere" der Maschinengeister.
Linya Tychon, eine Stellarkartografin, das Besondere an ihr ist, dass sie noch menschlich aussieht, was man von den anderen Mechanikumzugehörigen nicht sagen kann, die eher als Maschinen denn als Menschen beschrieben werden. Sie hat ihre Implantate versteckt untergebracht und verwirrt damit regelmäßig normale Menschen und Anhänger des Maschinenkultes.
Roboute Sourcuff, einen menschlichen Freihändler mit Armeehintergrund, der auf Konfrontation geht mit den rassistischen imperialen Gesetzen (Keinen Kontakt zu Außerirdischen) und auch sonst so einiges an Hintergrund zu bieten hat, der typische Han Solo.
Blayne Hawkins, ein Captain der imperialen Armee, eine solide Figur, mit dem man eigentlich nicht viel falsch machen kann und der ein klein wenig an Gaunt (Gaunts Ghosts - Dan Abnett) erinnert. Das ist immer gut.

Natürlich die Speranza an sich! McNeill fährt hier nicht nur ein großes Schlachtschiff auf, sondern einen Giganten von einem Raumschiff. Eine Fliegende Metropole, einen Fabrikationskontinenten der seinesgleichen sucht. Die Speranza steckt voller Geheimnisse, Techologien und einem überaus alten und mächtigen Maschinengeist. Ein wenig hat mich das Raumschiff an Lexx erinnert (The Dark Zone - na, wer kennt es noch??). Obwohl die Speranza wohl um ein vielfaches größer sein muss.
Vollgestopft mit verschiedenen Fraktionen und Charakteren (oben einige aufgezählt) und von einer warum auch immer wütenden Elderhexe verfolgt, kann es also los gehen und diese Mischung hat durchaus Serienpotential. Wie Raumschiff Voyager. Aber zum Glück doch irgendwie anders aber von der Grundidee nicht so weit entfernt!

Dieses Buch ist der Auftakt zu weiteren Handlungen, man lernt die Figuren kennen, erste bedeutende Zwischenfälle passieren und man nimmt die ersten Hindernisse zum Ziel: Den Halowelten. Ich bin auf jeden Fall dabei, die Reihe (ich hoffe doch es gibt eine Reihe?!) hat mich schon jetzt gepackt. Die Warhammer40K Atmosphäre stimmt absolut, für Fans auf jeden Fall eine Kaufempfehlung!


Schattenkrieger - The Shadow Cabal
Schattenkrieger - The Shadow Cabal
DVD ~ Danielle Ryan Chuchran
Preis: EUR 7,38

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Film wie ein gemütlicher Rollenspielabend, 17. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Schattenkrieger - The Shadow Cabal (DVD)
Was soll ich sagen, der Film hat mir richtig gut gefallen.
Sicherlich, das ist kein Hobbit, auch kein Game of Thrones, davon ist er meilenweit entfernt. Die Story ist einfach und könnte aus einer beliebigen DSA Anfängerrunde stammen, ist aber nicht unlogisch, übertrieben oder doof. Eine Wohlfühlstory für einen gemütlichen DSA Abend.. So muss man den Film sehen... oder zumindest so habe ich den Film gesehen und war nicht enttäuscht.

Das Budget bei dieser Produktion spielt natürlich eine ausschlaggebende Rolle. So hat man hier keine Stars, keine Super Special Effects, keine großartigen Kulissen, die Ausstattung ist sehr begrenzt.
Was allerdings gut ist, sind die Kostüme. Da gibt es absolut nichts zu beanstanden, die Kostüme haben ein hohes Niveau. Hier sieht nichts nach Latex, Plastik oder Lack aus. Es ist nicht übertrieben bunt und alles hat einen schönen Filter drüber, es wirkt alles wie aus einem Guss. Jedoch habe ich den Verdacht, dass hier teilweise LARP Waffen (Polsterwaffen aus Schaumstoff) verwendet wurden. Gerade die Orkwaffen sind doch in manchen Einstellungen verdächtig dick...
Die Masken sind auf gehobenem LAPR Niveau, also sehr ordentlich, würden in einem großen Kinostreifen sicherlich durchfallen aber man gewöhnt sich irgendwie daran, dass die Orks festgefrorene Gesichtszüge haben...
Die Musik ist eine schöne Fantasyuntermalung, das, was man auch bei Rollenspielabenden im Hintergrund laufen lässt.

Aber jetzt kommen wir zu meinem Highlight: Danielle Chuchran als Nemyt. Die von ihr gespielte Elfen - Kopfgeldjägerin ist die eigentliche Heldin in dem Film um die sich alles dreht. Man fiebert mit ihr mit, man fühlt mit ihr mit und schaut ihr einfach gerne zu wie sie im Katzen Style ihre Gegner mit einer sehr schönen Elfenklinge niederstreckt. Die Kampfszenen sind ok und deutlich über Mittelaltermarkt-Show Niveau, hier kommt echte Dynamik auf. Es wirkt nichts ungelenk oder unbeholfen. Chuchran hat scheinbar eine sehr gute Körperkoordination und verkauft einem die kampferprobte Elfe verdammt gut. Also ich habe es ihr abgenommen! Viel besser als irgendwelche Tussis denen man schon auf 100 Metern ansieht, dass sie keinen Sport machen und unbeholfen mit dem Schwert herumfuchteln - wie es leider in vielen Filmen praktiziert wird.
Die Kontaktlinsen die sie trägt und die auch gerne und oft im closeup gezeigt werden kennt man zwar aus dem EMP Magazin, stehen ihr aber verdammt gut und tragen viel dazu bei, sie andersartiger wirken zu lassen.

Aber genug von ihr, noch ein paar Worte zu den anderen Darstellern: Keltus als rechtschaffener Paladin der irgendwie doch nicht ganz so rechtschaffen ist der heilende Kräfte entwickelt und der Orkboss Kullimon der sehr an Thrall aus Word of Warcraft erinnert. Auch die Tiefe, gütige Vaterstimme. Wo wir bei World of Warcraft sind: Die Zwerge sehen übrigens aus wie Gnome und sind reichlich tollpatschig, was jedoch nicht weiter stört, da sie nur sehr kurze Auftritte haben, selbiges Gilt für die Meerjungfrauen.

Was ebenfalls sehr gut ist, dass dieser Film nicht so gezwungen witzig ist. Viele Fantasyfilme meinen ja, man müsste ganz besonders "lustig" daher kommen und bauen Witzfiguren als Sidekicks ein oder blödeln Späße am laufenden Band herunter. Das findet man in diesem Film zum Glück nicht.

Schattenkrieger ist ein Film von Fans für Fans. Jeder, der mal Fanfilme gesehen hat (bei Youtube gibt es viel wirklich schöne Projekte) weiß wovon ich spreche. Dieser hier ist für einen Fanfilm sehr gut gelungen, ich bin froh ihn gekauft zu haben und werde ihn wärmstens den Leuten aus meiner alten Rollenspielgruppe empfehlen. Als gemütlicher Fantasyfilm der etwas fürs Auge bietet und an schöne Runden Pen&Paper am offenen Kamin erinnert als man noch jung war.

Danke für den schönen Filmabend. Wäre noch eine schöne Wirtshausszene dabei gewesen mit netter Prügelei zum Schluss hätte ich 5 Sterne vergeben! ;)


Only God Forgives (Uncut)
Only God Forgives (Uncut)
DVD ~ Ryan Gosling
Wird angeboten von media-shop
Preis: EUR 14,99

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Fiebertraum, 13. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Only God Forgives (Uncut) (DVD)
Der Film ist wohl Geschmackssache ... einige wenige lieben ihn, der Rest hält ihn für großen Mist.

Warum ist das so?

Eigentlich war ich schon skeptisch als ich auf dem Cover "Faszinierend", "Hypnotisch", "Sehenswert" gelesen habe. Das ist meistens ein verlässlicher Hinweis darauf, dass hier etwas nicht stimmt und genau so war es dann auch.
Der Film hat etwas, ohne Frage. Er hinterlässt auch etwas, man vergisst ihn nicht mehr so schnell - nur die Frage ist WILL ich das überhaupt? Am liebsten möchte ich den Film wieder vergessen, weil er ein riesiger Klumpen Kaugummi ist den ich versehentlich herunter geschluckt habe und der mir jetzt schwer im Magen liegt.
Ja, ich habe den Film zu Ende gesehen und auch nicht vorgespult oder so etwas. Das wäre Frevelei.
Man muss zugeben, der Film hat in den Kämpfen eine gewisse Dynamik, leider läuft der Rest in Slow Motion ab und der Hauptdarsteller agiert so dröge, langsam und verpennt, dass ich fast nen Anfall bekommen hätte.
In diesem Film kann man sich mit niemandem identifizieren. Dieses Rache - Ding mag nicht so recht zünden, da es einem egal ist wer wen warum umbringt, der ganze Film ist wie ein Fiebertraum aus dem man endlich erwachen will man aber feststellt dass man schon wieder eingeschlafen ist und die Szenen einfach nicht los wird.
Man könnte es als besondere Kunst bezeichnen einen Film herzustellen der wie ein über Fiebertraum ist. Natürlich. Spricht auch nichts dagegen ABER muss ich das gut finden? Muss ich hier Begeisterung Bemühen? Muss ich unehrlich zu mir selber sein und so Sätze sagen wie:
"Ein ganz ein besonderer Film, kein Mainstream und die Handlung ist so verworren, das ist einzigartig und künstlerisch kaum zu toppen. Die verwendeten Farbfilter sind schon eine Kunst für sich, die Bilder (ich glaube es waren wirklich zum Teil Standbilder) waren so künstlerisch, dass ich sie nicht verstanden habe, was immer ein sehr gutes Zeichen ist."
Ne, mache ich nicht. Mir hat der Film einfach nicht gefallen und wer nicht etwas "ganz besonders künstlerisches" sucht, sollte besser einen Bogen um diesen Film machen.
Irgendwie hat mich der Film an Avalon erinnert, für den musste man sich auch viel zeit nehmen und man hat nicht alles auf Anhieb verstanden, aber Avalon hatte das gewisse Etwas. War aufregender, heldenhafter, die Musik war besser, es war größer, schöner, cooler und ohne sinnfreie und explizite Gewaltdarstellung.

Na gut, jedem das Seine - und liebe Fans von Only God Forgives: ihr könnt jetzt gerne wieder auf "Nicht hilfreich" klicken aber was erreicht ihr damit? Dass sich noch mehr Leute den Film ansehen, feststellen dass er langweilig ist und hier eine schlechte Bewertung einstellen? Der Film ist für ein Nischenpublikum und es ist schön, dass ihr diese Nische ausfüllt aber zerrt nicht noch mehr Leute dazu, es wird dann schnell zu eng in eurer Nische...


Future: Roman
Future: Roman
von Dmitry Glukhovsky
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Science Fiction Dystopie, 25. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Future: Roman (Broschiert)
Ich habe mich für Dmitry Glukhovskys Futu.re entschieden, weil mir METRO sehr gut gefallen hat. Entsprechend habe ich natürlich etwas ähnliches erwartet.

Futu.re ist völlig anders als METRO.Natürlich, es ist schließlich auch ein anderes Buch mit einer anderen Geschichte aber was ich vorweg nehmen möchte: Genau wie in METRO gelingt es dem Autor auch hier, ein hoch detaillierte Universum zu schaffen. Einen Sandkasten in dem sich sicherlich noch viele weitere Autoren (vielleicht auch er selber) mit weiteren Geschichten austoben werden. Potential hat die erdachte Welt auf jeden Fall und sie bietet noch viel, sehr viel Spielraum für weitere Geschichten.

Für visuelle Eindrücke empfehle ich auch unbedingt die Seite futu.re - hier gibt es auch u.a. eine Zeichnung der berühmten Annelie, den Apollo Masken und einer Phalanx ... die russische Version des Buches ziert übrigens auch eine Apollo - Maske, was ich viel besser und passender finde als diese komischen roten Striche auf der deutschen Ausgabe (ja ich weiß dabei handelt es sich um Hochhäuser - aber SO sind sie im Buch nicht beschrieben).

Es gibt verschiedene interessante Schauplätze, wenig Rückblenden und die Beschriebenen Szenen platzen nur so vor Details. Fast hat man das Gefühl in das Buch hinein greifen zu können,so gut ist es beschrieben. Der Hauptcharakter Jan ist interessant, auch wenn er sich nur schwer als Identifikationsperson eignet. Er ist brutal, einfach gestrickt und verliert sich in seitenlangen Grübeleien und Monologen. Entsprechend erlebt man die Geschichte auch aus den Augen von Jan, ist immer bei ihm und alle Vorkommnisse werden von ihm zum Teil mit derben Sprüchen kommentiert. Jan ist eben kein Weichei und auch nicht zimperlich mit seinen Mitmenschen, schnell wird da mal ein blaues Auge oder eine gebrochene Nase verteilt- auch an eigentlich unbeteiligte Personen in der Tube.
Wenn es ernst wird ist er allerdings kein Supermann. Jan ist einfach kein Held und so stolpert er mehr schlecht als Recht durch die Geschichte, lässt sich verprügeln, einsperren, verarschen, missbrauchen, ...
Was ich nicht so gut fand bzw. dessen Sinn sich mir nicht so ganz erschlossen hat sind die doch sehr derben Pornoszenen die der Autor eingebaut hat. Vielleicht musste er sich nach METRO erstmal so richtig austoben. Ich glaube ich hatte hin und wieder rote Ohren beim Lesen. ;)
Weiterhin muss noch erwähnt werden, dass das Buch lang ist. Szenen werden zum Teil episch ausgebreitet und manchmal spürte ich das Verlangen, Jans seitenlange Monologe abzukürzen weil ich wissen wollte wie es weiter geht.
Teilweise geht das Buch wirklich weit an die Schmerzgrenze heran (zumindest für mich), z.B. in der Szene mit den Anrufen der Eltern wo die "kleinen" sagen müssen dass sie sie hassen und verachten. Oder die doch sehr negative Darstellung von schwangeren Frauen, Babys - was sich allerdings aus der Konstellation der Story so ergibt und so sein muss.
Was noch interessant ist, ist die Beschreibung der Migration nach Europa - in eine Welt in der man nicht mehr altern muss, in der man ewiges Leben aus dem Wasserhahn bekommt

Empfehlen kann ich Futu.re Leuten, die auf Science Fiction Dystopien stehen, die mit einem Darsteller zurecht kommen der skrupellos scheint aber im Inneren irgendwie doch weich ist, der auch mal gefoltert wird, der Sex hat und der viel, sehr sehr viel einsteckt und nur wenig austeilt, dabei aber immer irgendwie cool/dauerresigniert wirkt. Für Leute die wissen wollen wie eine Gesellschaft aussehen kann in der man nicht mehr alt wird, in der Alter als ekelhaft beschrieben wird.
Nur 3 Sterne? Ja, hätte der Autor die Geschichte ein wenig mehr gestrafft und hätte er die Welt ein klein wenig mehr lebenswert beschrieben, so dass auch so etwas wie Heimeligkeit beim Leser entsteht, wären es mehr geworden. Warum nicht mal ein Ausflug nach China oder Afrika eingebaut statt seitenlanger Monologe? So hatte ich am Ende des Buches das Gefühl: Puh, endlich vorbei, war irgendwie interessant aber jetzt brauche ich ein Buch das in einem schöneren Sandkasten spielt.


47 Ronin [Blu-ray]
47 Ronin [Blu-ray]
DVD ~ Keanu Reeves
Preis: EUR 9,99

3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rasanter Augenschmaus, 9. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: 47 Ronin [Blu-ray] (Blu-ray)
Diese Rezension bezieht sich auf einen Kinobesuch und kann SPOILER enthalten.

Ich komme gerade aus dem Kino und denke mit gemischten Gefühlen an den Film zurück.

Warum?

Der Film ist wunderbar detailverliebt. Es gibt in jeder Szene so viele Kleinigkeiten zu entdecken, angefangen bei den Kostümen, der Ausstattung bis hin zum Licht- und Farbenspiel. Ein Augenschmaus den man sich gerne ansieht. Dagegen fand ich den neusten Hobbit geradezu glatt und texturlos. Aber wo wir beim Vergleich mit dem Hobbit sind: Die 3D Effekte in 47 Ronin können definitiv nicht mithalten mit Jacksons jüngstem Werk. Die Technik scheint hier schlechter zu sein, was nicht heißt, dass es der Optik schadet, es stellt sich eben nur so dar, dass einem beim Hobbit die Gegenstände um die Ohren geflogen sind und in 47 Ronin schaut man eher aus dem verglasten Fenster auf die Geschichte. Immerhin benötigt man keine neue 3D Brille und kann seine alte verwenden (NICHT die vom Hobbit, die geht hier nicht!!).
Interessante Orte sind neben den schön gestalteten Hauptstädten auch die Piratenschiffe. Leider, leider haben sie nur einen sehr kurzen, fast flüchtigen Auftritt. Dieser Wald mit den Magiern und der Unterschlupf hingegen konnte mich nicht begeistern, das sah irgendwie nach 2008er Computerspiel aus inklusive Texturtapeten, irgendwie lieblos aufgezogen.

Die Monster: Die Monster sind an interessant gestaltet und mit interessant meine ich, dass sie kreativ sind, da hat jemand wirklich Ideen gehabt, auch wenn ich in einigen Szenen an Sucker Punch denken musste. Allerdings sind alle Szenen mit Monstern sehr schnell geschnitten. Man kann die Wesen nicht richtig betrachten weil sie eher durchs Bild explodieren und dann auch ziemlich schnell wieder das Zeitliche segnen. Der Fuchs übrigens hat mich nicht überzeugt, der sah zu sehr animiert aus. Ich könnte schwören ich hätte sogar eine Art Clippingfehler gesehen als der aus dem Gras des Waldes geschlichen kam.

Die Rollen: Ich finde Keanu Reeves ist ok. Aber ich fand ihn auch schon in Matrix nur ok. Er macht seine Sache gut, auch wenn er etwas abwesend wirkt - aber das schreibe ich mal einer Eigenschaft seiner Rolle in diesem Film zu. Ohne Bart finde ich ihn aber besser.
Die Samurai bleiben größtenteils gesichtslos - klar, wer will 47 Samurai "kennen lernen"? Ein paar jedoch bekommt man vorgestellt, inklusive einem lustigen Dicken. Oishi hat mich überzeugt, genau wie die beiden weiblichen Hauptdarstellerinnen und Asano. Sein Gegenspieler Kira bleibt dagegen irgendwie blass. Er hat eben nur den Job des bösen Buben, ohne dadurch irgendwie hervorzustechen. Die Hexe stiehlt ihm einfach komplett die Show, so dass man den Eindruck bekommt, der Kerl hat überhaupt nichts auf dem Kasten.
Der Kaiser sieht lustig aus und hat komische Dinge auf dem Kopf, trotzdem hat er mich rum gekriegt, ich fand ihn klasse, die Mimik hat gestimmt. Trotzdem fiel mir auf, dass er den Riemen von seinem Helm, oder was das eben ist, in jeder Szene irgendwie anders hat. Mal hängt ihm die Kordel fast im Mund, dann wieder ist sie unterm Kinn, dann wieder auf dem Kinn. Ich glaube die Filmcrew hatte Probleme mit diesem Helm.
Den tätowierten Typen von den Plakaten sieht man übrigens nur sehr kurz. Er sagt 2 Sätze, guckt böse und ist dann wieder völlig vergessen. Das wäre so, als würde man Gandalfs Pferd ein Filmplakat widmen.

Kämpfe: Es gibt die Kämpfe mit Monstern, die Kämpfe zwischen Personen und die Massenkämpfe. Gemeinsam haben diese Szenen, dass sie schnell geschnitten sind und manchmal etwas verwirren. (Wurde der Film eigentlich gekürzt??)
Während ich die Massenkampfszenen sehr gut fand, dynamisch und taktisch, fand ich die Kämpfe gegen Monster nicht besonders gut. Scheinbar wird jedes Mal viel herum geschnitten, bis dann endlich die Achillesferse der Kreatur zielsicher von Neo.. ähh Kai mit dem Schwert penetriert wird, was zum Ableben der Kreatur führt. Ist jetzt nicht so dramatisch, allerdings kann das ein Jediritter besser darstellen, da ein Laserschwert dann doch überzeugender ist als ein Samuraischwert. Ich vermisse allgemein in den letzten Monsterfilmen große Fallen, Kriegsgerät und Strategien gegen Monster (vielleicht ein wenig so wie in Outlander, die machen sich einen Mords Kopf um ein Monster, das Kai wahrscheinlich mit einem gezielten Stecher getötet hätte).

Das Ende: Ich sag nichts zum Ende. Nur, dass ich irgendwie traurig bin. Trotzdem war es so verdammt stilvoll, boha die Japaner scheinen die traditionellsten, ordentlichsten Menschen auf diesem Planeten zu sein.

Fazit: Man kann ruhig einen Besuch im Lichtspielhaus riskieren, sollte jedoch kein Hobbit-Kaliber erwarten. Mit Popcorn macht der Film richtig Spaß, das visuelle Arrangement macht die vielen aufgezählten Patzerchen wieder gut, man muss auch mal ein Auge zu drücken können. Und wer bei den von mir aufgezählten Negativpunkten mit der Schulter zucken kann, Fantasyfilme mag, Samurai mag und Keanu Reeves nicht doof findet, sollte sich den Film ansehen, er bietet solide Unterhaltung, die zu keinem Zeitpunkt billig wirkt, Meckern über diesen Film ist bereits Meckern auf erhöhtem Niveau. Von dem Kinokassenerfolgometer in den USA sollte man sich meiner Meinung nach sowieso nicht beeinflussen lassen, die Mehrheitsmeinung ist nicht immer die Richtige. Studien belegen mittlerweile sogar, dass Massenmeinungen öfters falsch sind als Gruppenmeinungen oder Meinungen einzelner Personen. ;)
Von mir gibt es 4 Sterne, weil ich einen schönen Abend im Kino verbracht habe.


Tagebuch der Apokalypse 3: Roman
Tagebuch der Apokalypse 3: Roman
von J.L. Bourne
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Andere Erwartung, 8. September 2013
Habe das Buch gerade durch und schon eine Nacht darüber geschlafen und bin letztendlich zu dem Schluss gekommen,dass es mir nicht gefallen hat.
Das Buch ist nicht schlecht, als Zombieroman gut lesbar, jedoch ist es, wie viele andere Rezensenten geschrieben haben kein Tagebuch mehr.

Gerade dieser Tagebuch Stil hat mich aber gefesselt, man war immer nah dran an Kilroy, war quasi mit ihm unterwegs. Das ist nun nicht mehr so. Die meiste Zeit sitzt der in irgendwelchen Booten, spielt Schach und funkt in der Welt herum. Also total langweilig.

Stattdessen übernehmen kleine Teams von Soldaten den Part der Action. Hier ist das Buch aber kein "Tagebuch der Apocalypse" mehr sondern eher ein "Aufstieg der Toten" oder ein "Wer länger lebt ist später tot". Diese Bücher sind auch nicht schlecht aber mir fehlt die Nähe zu den Protagonisten, ich will mit hinein gezogen werden, miterleben, mitfiebern, dieses "was würde ich jetzt tun?" erleben.
Das geht hier einfach nicht mehr. Man fühlt sich hier eher wie ein passiver Konsument der von ganz weit oben auf die Geschichte herunter schaut und der hier mal gucktt und dort mal schaut und überall irgendwelche Leute herumwuseln sieht.

Als Beispiel die Polarstation. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass nach dieser noch detailliert beschriebenen Idee mit dem Leichensprit, wo stellenweise ein wenig "Das Ding" Feeling aufkommt, dieser Schauplatz einfach hängen gelassen und mehr oder weniger in der weiteren Geschichte nur noch mitgeschliffen wurde.

Die handelnden Soldaten sind zwar alles coole und sehr sehr harte Typen aber eben auch austauschbar, Bourne hätte in jeder Szene die Namen zufällig rotieren können und es wäre niemandem aufgefallen.

Die Leute auf dem Flugzeugträger erleiden ein ähnliches Schicksal, sie verkommen zu einem "ach ja, der Flugzeugträger muss auch mal wieder erwähnt werden" - Schauplatz.

Schade, ich hatte gedanklich schon meine festen Sachen angezogen, die Schuhe gründlich geschnürt, meinen Rucksack gepackt und meine Waffe geladen als ich das Buch anfing zu lesen. Im Nachhinein hätte ich aber ruhig meinen Schlafanzug anbehalten können.


Blackout - Kein Entrinnen
Blackout - Kein Entrinnen
von Mira Grant
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht schlecht., 5. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Blackout - Kein Entrinnen (Gebundene Ausgabe)
Vorweg: das Buch war ein Schnellkauf,ich brauchte etwas zu lesen, irgendwas mit Zombies das ich noch nicht kenne.
Der Einband ließ mich zum Buch greifen, der Klappentext versprach solide Zombiekost.

Schlussendlich habe ich mich mehr oder weniger durch das Buch gequält. Der Schreibstil der Autorin ist super, daran liegt es nicht. Auch das Universum an sich finde ich sehr interessant.

Das Ganze erinnert mich an eine Mischung aus Zombieland, Shaun(!) of the Dead und Final Fantasy.
Mir war beim Kauf nicht klar, dass es sich hier um den dritten Teil handelt und zwar einer Trilogie deren ersten Teil ich bereits mehrfach in der Hand hatte aber immer wieder weg legte (warum schreibt der Verlag das eigentlich nie auf die Bücher drauf???). Die Protagonisten sind ein lustiger Haufen von Reportern. Ja, Reporter - erster Gedanke: Laaaangweilig. Dann habe ich irgendwann verstanden, dass Reporter in diesem Universum sowas wie James Bonds sind und entsprechend geht es dann auch zur Sache. An sich nicht schlecht, gerade so schräge Charaktere wie die Katze und die Füchsin fand ich super. Ich habe jedoch das ganze Buch hindurch nicht verstanden, warum die George eigentlich geklont worden ist. Was sollte das? Wäre es nicht einfacher für das Geld ein paar Elitereporter zu engagieren die Shaun aufspüren und umnieten? Der Einbruch bei der Seuchenschutzbehörde war ein weiterer Schwachpunkt. Vieeel zu einfach, erinnerte mich etwas an Ducktales "Hui-rein-peng-raus-es gibt keinen der sie nicht mag". Dafür fand ich die Szenen mit Shaun und George gut in denen sie sich wieder einander annähern.

Aber ich mache das Buch schlechter als es ist. Als Fazit: Der Schreibstil ist locker lustig, das Universum ist glaubhaft und sehr detailliert, die Charaktere sind sympatisch.

Was mir fehlt und weswegen ich hier abwerte (nicht viel abwerte, weil es ja meine Schuld war, hätte mich ja informieren können was ich kaufe... ;) ist die düstere Survival Zombie Atomsphäre. Zombies spielen hier tatsächlich eher Nebenrollen, es geht viel mehr um die Protagonisten selber und was sie alles in ihren Blogs schreiben. Die Zombies wirken auf mich nicht bedrohlich, das Buch ist auch nicht unheimlich oder sowas sondern eher wie eine locker-lustige "Achterbahnfahrt durch das Zombietal". Jedes Mal wenn ich was von Blogs lese schießt bei mir das Bild eines auf dem iPad lesenden Starbucks Yuppies in den Kopf und da sperre ich leider total ab...

Ich empfehle deswegen jedem erstmal beim ersten Buch anzufangen oder sich das gerade erschienene "Tagebuch der Apocalypse3 (<---da steht eine Nummer hinter dem Titel, SO macht man das liebe Verlage!!)" zu kaufen (darauf stehe ich z.B.).


Warhammer 40.000 - Pariah: Ravenor versus Eisenhorn
Warhammer 40.000 - Pariah: Ravenor versus Eisenhorn
von Dan Abnett
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Phantastisch, 12. Mai 2013
Dan Abnett versteht es wie kaum ein anderer, detaillierte Szenarien und Orte zu erschaffen die einem noch lange im Gedächtnis bleiben. Auch in Pariah legt er wieder diese Detailverliebtheit an den Tag die in meinem Geist einfach nur Türen und Tore einrennt. In manchen Szenen möchte man direkt den Arm ausstrecken und an der Szene teilhaben, sie berühren. (Sinngemäßes Zitat) "... dunkle Flecken auf dem weißen Verputz, wie Meerestiere die nah der Oberfläche schwimmen..."

Dan Abnett erzählt die Geschichte von "Beta", sie ist in einer zunächst unklaren Situation, hin und her gerissen zwischen Lüge und Wahrheit, Freund und Feind. Als Leser der Eisenhorn und Ravenor Romane kannte ich die Figur natürlich bereits, bzw. glaubte ich sie zu kennen - aber es kommt alles ein wenig anders als man denkt. Beta gerät Zug um Zug in einen Konflikt, dessen Ausmaß nicht zu überschauen sind, eine Ketzerei gigantischen Ausmaßes, so bahnt es sich an. Wer Abnett kennt, weiß, dass es hierbei nicht um gigantische Schlachten geht, sondern um Intrigen. Das Auftreten des alten Feindes habe ich genossen, ohne zu viel verraten zu wollen...
Tatsächlich findet man immer wieder Parallelen zu "Fulgrim" und zum Ende hin habe ich die Befürchtung gehabt, dass er jetzt ein kein wenig zu dick aufträgt, aber dann schwenkt die Geschichte um und wir sind wieder bei Eisenhorn und Ravenor.

Der Roman ist ein fulminanter Auftakt zu einer (wie ich hoffe) intensiven, spannenden und fantasieanregenden Reihe. Also ich bin beim nächsten Teil definitiv wieder dabei und möchte wissen wie es weiter geht.

Ansonsten ist der Roman ein typischer "Abnett-Shadowrun-Roman", wie ich ihn liebe. Einziger Schwachpunkt ist die Übersetzung. Die ersten Seiten lesen sich nur sehr holprig und ich musste einige Sätze 3 mal anfangen um zu verstehen was der Übersetzer eigentlich will. Aber irgendwie liest man sich nach kurzer Zeit hinein. Ich habe überlegt deswegen einen Stern abzuziehen, jedoch möchte ich hier Abnetts Geschichte bewerten und nicht die Form in der sie auf den deutschen Markt kommt. Deswegen hier nur der Hinweis!
Gerade die Detailverliebtheit muss im englischen Original phantastisch zu lesen sein und ich denke das werde ich bei Zeiten auch tun.

PS
Habe gerade gedankenverloren das Buch erneut in die Hand genommen und mir fiel tatsächlich noch etwas für die Rezension ein was ich vergessen habe: Die Hinweise auf unser jetziges Zeitalter und eine interessante Betrachtung der (Christlichen?) Religion. Das Buch mag relativ kurz sein aber es steht irgendwie doch sehr viel drin.


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