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oepselpoepsel

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Die Fußball Trainings Revolution
Die Fußball Trainings Revolution
von Dr. Eduard Holzer
  Broschiert
Preis: EUR 19,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein Titel voller Ironie, 8. Juli 2014
Dieses Buch ist vor allem eines nicht: Revolutionär. Es ist sogar das genaue Gegenteil, weil es nicht althergebrachte Trainingsansätze kritisiert, sondern neue. Die zentrale Aussage ist nicht: "Es muss anders trainiert werden!" sondern "Es muss mehr trainiert werden!"

Darüber hinaus weist das Buch zahlreiche fachliche Mängel auf:
Zunächst wird lediglich das Training von konditionellen und technischen Aspekten thematisiert (namentlich: Sprintschnelligkeit, Schusspräzision, Schussschärfe). Wie man taktische Inhalte vermittelt, erfährt man gar nicht. Dabei zeigt sich in der heutigen Trainingspraxis, dass Technik und Taktik nicht losgelöst von einander trainiert werden können, wenn man eine dauerhafte Verbesserung erzielen will. Gerade der von Louis van Gaal, Thomas Tuchel und Jose Mourinho verfolgte ganzheitliche Ansatz in Form der sogenannten "tactical Periodization" ist nach heutigen (wissenschaftlichen) Erkenntnissen der beste Weg, um sämtliche Aspekte von Technik, Taktik und sogar Kondition möglichst simultan und praxisnah zu schulen. Dies erreicht man am besten mit Spielformen. Im vorliegenden Buch findet sich jedoch keine einzige Spielform.

Der Technikteil an sich ist ebenfalls völlig überholt. Die differenzielle Lehrmethode, die seit 1999 zunehmend an Bedeutung gewinnt und sogar in der Sprachlehre Anwendung findet, wird vom Autor kritisiert und abgelehnt. Während Holzer für eine hohe Wiederholungszahl im Techniktraining eintritt (sog. "Einschleifen"), haben zahlreiche Studien belegt, dass eine Variation der Bewegungsabläufe zur Erzeugung von "Schwankungen" einen stärkeren Lerneffekt auf die Technik hat. Frieder Beck lieferte 2008 sogar eine Neurowissenschaftliche Erklärung für den Erfolg dieser Methode ("Sportmotorik und Gehirn"). Der Lernerfolg durch das Einschleifen, was seit jeher die Trainingspraxis dominiert, ist nach ebendiesen Studien deutlich geringer als das bei der differenziellen Lehrmethode der Fall ist. Holzer hingegen verteidigt das Einschleifen, was erneut die vermeintliche "Revolution" seines Buches widerlegt. Die Formulierung, Bewegungsvariationen zur Erhöhung des Lernfortschritts sein "völliger Schwachsinn" (obwohl sie das erwiesenermaßen nicht sind), zeugt nicht gerade von Wissenschaftlichkeit.

Holzer kritisiert ferner das Prinzip der Superkompensation (SK). Anhand seiner Ausführungen erkennt man jedoch, dass er die SK gar nicht verstanden hat. Die SK beschreibt, dass die physische! (nicht die technische und/oder taktische) Leistungsfähigkeit nicht in der Zeit des Trainings erhöht wird, sondern während der Erholung/Regeneration vom Selben. Denn durch das Training selbst ermüdet der Körper und in der Zeit der Erholung "wappnet" sich der Körper für zukünftige Belastungen. Diesen Umstand ignoriert Holzer und behauptet, die SK führe zu Übertraining. Genau das passiert aber nur, wenn die SK falsch genutzt wird, indem der Sportler nicht ausreichend regeneriert. Zudem taugt die SK auch nicht, präzise Trainingspläne zu erstellen. Sie vermittelt lediglich das Grundprinzip für konditionelle Leistungssteigerung. Das Prinzip der SK ist also nicht "schlichtweg falsch", wie Holzer es formuliert. Es sollte nur nicht überschätzt werden.
Darüber hinaus wendet Holzer die SK auch auf das Techniktraining an. Allerdings haben SK und Techniktraining gar nichts miteinander zu tun.

Von den mehr als 20 zitierten Quellen stammen bloß 2 nicht vom Autor. Die einzigen Quellen aus diesem Jahrtausend stammen aus den Jahren 2002, 2003, 2009 und 2010, wovon die beiden jüngsten nicht mal mit Fußball zu tun haben. In seiner Einleitung bedauert der Autor, dass seine Ideen zur Verbesserung von Bewegungsleistung aus dem Jahre 1986 noch immer keine Berücksichtigung in der Wissenschaft gefunden hat. Wenn man sich allein die wissenschaftliche Qualität des vorliegenden Buches ansieht, kann man sich auch denken, woran das liegt...

Wer ein Trainingsbuch schreibt, trägt auch eine gewisse fachliche Verantwortung. Dieser Verantwortung wird Holzer in keinem Fall gerecht. Er ignoriert validierte Trainingsansätze, missinterpretiert Theorien und leitet daraus seine eigene fehlerhafte Methodik ab. Darüber hinaus entspricht seine Trainingsphilosophie klassischen Methoden und verdient den Titel "Revolution" nicht.


Fußball: Kondition, Technik, Taktik und Coaching
Fußball: Kondition, Technik, Taktik und Coaching
von Gero Bisanz
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Bisanz und Gerisch, 10. Mai 2012
Das Buch ist mit über 560 Seiten zwar sehr umfangreich, aber aus heutiger Sicht völlig überholt. Auf neue Erkenntnisse in der Trainingsmethodik, wie etwa die "taktische Periodisierung" (tactical periodization) von Jose Mourinho, wird gar nicht eingegangen, obwohl diese Methode nach momentanen Erkenntnissen der beste Weg ist, um die Spieler ganzheitlich auszubilden. Auch die für Spielsportarten überwiegend anerkannte "differenzielle Lernmethode" nach Wolfgang Schöllhorn wird nicht behandelt.

Taktische Inhalte werden nur aufgezählt, aber nicht erklärt und ebensowenig analysiert. Wie zum Beispiel die Verhaltensweisen einer Viererkette aussehen, bekommt man nur oberflächlich vermittelt. Wer wissen will, wie und warum die Viererkette funktioniert und worin ihre Vorteile gegenüber der Manndeckung liegen, wird hier nicht fündig.

Zudem macht die Behandlung der konditionellen Aspekte des Fußballs mit etwa 44% des Gesamtumfangs den größten Teil des Inhalts aus. Dabei sind die vorgeschlagenen Übungen total unspezifisch. Man könnte sie ebenso im Handball oder der Leichtathletik verwenden; mit Fußball haben sie aber nichts zu tun. Es hat sich gezeigt, dass man die Kondition von Fußballern am besten durch Kleingruppenspiele aufbaut und steuert. Indem man die Spieleranzahl und Feldgröße variiert, ändert man die Spielintensität und steuert so die konditionellen Anforderungen. In 2-vs-2 oder 3-vs.-3-Spielformen kommt es zu vielen Zweikampf- und Abschlussaktionen. Die dafür notwendige Schnellkraft (Antritt, Schusskraft, "Zweikampfkraft") wird in diesen Übungen spielnah gefördert. Erhöht man die Spieleranzahl - und passend dazu die Spielfeldgröße und Übungsdauer -, wandeln sich auch die konditionellen Schwerpunkte hin zu Schnelligkeit (5-vs-5 bis 7-vs.-7) und Ausdauer (8-vs-8 und mehr). Zahlreiche internationale Studien haben gezeigt, dass ein derartiges "Konditionstraining" die gleichen Effekte erzielt, wie unspezifische Konditionsübungen. Nur eben mit dem Vorteil, dass technisch-taktische Aspekte gleichzeitig mittrainiert werden.

In den vergangenen Jahren haben sich die Erkenntnisse zu Trainingslehre, -Methodik und -Steuerung deutlich vermehrt. Diese Erkenntnisse sind am vorliegenden "Standardwerk des DFB" weit vorbeigegangen. Insgesamt kann dieses Buch nicht (mehr) empfohlen werden.


Oranje brillant: Das neurotische Genie des holländischen Fußballs
Oranje brillant: Das neurotische Genie des holländischen Fußballs
von Christoph Biermann
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

4.0 von 5 Sternen Winner brillant, 28. Oktober 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der niederländische Fußball, nach dem Verständnis von Johan Cruijff und Rinus Michels, wird hier sehr interressant dargestellt. Der kulturelle Einfluss auf den Fußball und der fußballerische Einfluss auf die Kultur werden klasse verdeutlicht. Einzig die Taktik kommt zu kurz, sodass es für den fachkundigen Leser noch besser nachzuvollziehen wäre, wieso beispielsweise der FC Barcelona (unter dem Trainer Guardiola) einen solch beeindruckenden Fußball spielt.

Auch die Rolle von Louis van Gaal hätte durchaus etwas genauer beleuchtet werden können.

Nichtsdestotrotz ein lesenswertes Buch!


Die Raumdeckung im Fussball: Technik - Taktik - Kreativität - Theoretische Grundlagen und praktische Übungen
Die Raumdeckung im Fussball: Technik - Taktik - Kreativität - Theoretische Grundlagen und praktische Übungen
von Simone Mazzali
  Broschiert

5.0 von 5 Sternen überraschend gut, 28. Oktober 2010
Obwohl die Auflage von 1995 ist, treffen viele Aussagen darin auch auf den Fußball unserer Tage zu. Der Autor geht auf die individualtaktischen Grundlagen von Offensive und Defensive ein und führt den Leser Schritt für Schritt zur Mannschaftstaktik. Er definiert wichtige Grundbegriffe und stellt jederzeit das Kollektiv ins Zentrum seiner Ausführungen.

Vor allem die Funktionsweise des ballorientierten Verteidigens wird anhand der "defensiven Diagonale" sehr schön erklärt.

Im Laufe des Buches widerlegt Mazzali einige noch immer gängige Denkweisen und Auffassungen über den Fußball. So auch den Begriff des Spielmachers oder "Regisseurs", der, so wird zu lesen sein, in Wirklichkeit gar keiner ist.


Wie gegen welche Taktik
Wie gegen welche Taktik
von Massimo Lucchesi
  Broschiert
Preis: EUR 29,90

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nur teilweise brauchbar, 28. Oktober 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wie gegen welche Taktik (Broschiert)
Der Anfang des Buches hinterlässt einen ausgezeichneten Eindruck, da einige interessante Fachbegriffe gut erläutert werden. Die Grundprinzipien des ballorientierten Spiels, wie kurze und enge Stellung, Antizipieren, Doppeln und Verschieben werden knapp aber präzise erklärt und veranschaulicht. Doch was ab Seite 23 - also dem eigentlichen Inhalt und Hauptteil - folgt, ist schlichtweg ungenau oder fachlich falsch. Der Autor stellt verschiedene "Systeme" wie das 4-4-2, 4-3-3 oder 3-5-2 gegenüber und lässt völlig außer Acht, dass sich die Verhaltensweisen eine Fußballmannschaft nicht aus der numerischen Aufstellung ergeben, sondern aus der Ausrichtung (etwa, ob eine Mannschaft aktiv auf Ballbesitz ausgerichtet ist oder auf Konter lauert usw.). Zudem erübrigen sich die letzten 87 Seiten, sofern man bis Seite 29 alles verstanden hat.


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