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Rezensionen verfasst von
TinyWoundedBird

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Narcotica
Narcotica
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial austariert zwischen Psychedelic und Dark Wave, 6. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Narcotica (MP3-Download)
Nach längerer Zeit habe ich dieses Album jetzt wiederentdeckt und mit der Zeit kristallisieren sich seine Qualitäten noch mehr heraus. Jeder Song packt, changiert irgendwo zwischen Psychedelic Rock und Dark Wave, mal eher ersteres (Son of the Ocean), mal letzeres (Caught Crow). Aber immer herrlich zwischen den Stühlen. Und vor allem: einfach gute Songs, die im Kopf bleiben, tolle Melodien, grandiose Gitarrensounds, ein so richtig zum Genre passender Gesang und eben dieses Gefühl, stoned zu sein, ohne etwas genommen zu haben...
Die Band geht ein bisschen in die Richtung von Black Rebel Motorcycle Club oder (ganz neu und genial) Ascetic. Als Einflüsse müssen natürlich The Velvet Underground, Pink Floyd, Spacemen 3, The Jesus and Mary Chain (deren Krach und Gequäke ich nie mochte) und diverse Post-Punk-/Dark-Wave-Bands herhalten. Aber das ist im Grunde alles egal, denn hier spürt man eine eigene Handschrift!
Einziger Kritikpunkt: Der starke deutsche Akzent des Sängers (I laaff you...).
Freue mich aufs Konzert beim WGT und hoffentlich bald ein neues Album!


Ein Tick anders
Ein Tick anders
DVD ~ Victoria Trauttmansdorff
Preis: EUR 5,97

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sympathisch, natürlich, witzig, 4. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein Tick anders (DVD)
Dieser Film schafft etwas ganz Schwieriges: Ein ernstes Thema wird in heiterer, oft witziger Art umgesetzt, mit klasse Darstellern und schön fotografiert. Die gesamte Familie Strumpf wirkt mit ihren Macken ungeheuer sympathisch. Dabei wirkt nichts verkrampft und gewollt, auch die Tics von Eva wirken absolut glaubhaft. Tausend kleine herrliche Einfälle sind in diesem Film untergebracht, von der schrulligen Omi bis zu dem schrägen "Arschlicht"-Song (mit toller Singstimme). Und bei allem ist es auch eine Geschichte über Selbstfindung, der Tochter ebenso wie des Vaters, der einen mutigen Schritt wagt. Einfach immer wieder erfrischend anzusehen!


The World Within
The World Within
Preis: EUR 15,89

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiges erstes Album, 31. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The World Within (Audio CD)
Eigentlich brauche ich gar nichts mehr zu schreiben, denn der Vor-Rezensent hat das Album super beschrieben. Aber bei der noch recht unbekannten Band zählt jede Stimme!
Ein unglaublich reifes erstes Album - das ist wirklich haushoch so manchen female fronted (Kitsch-)Metalbands überlegen. Tolle Kompositionen, viel Emotion, aber auch eine gehörige Portion Härte und Tempo. Statt gesampleten Chören setzt die Band lieber auf Trip Hop-Klänge, was dem Ganzen das Flair einer heruntergekommen Stadt bei Nacht gibt - sehr passend zum kunstvoll gestalteten Cover. Und doch ist es echter Metal mit großartiger Gitarrenarbeit, nicht nur ein paar Powerchords. Pamelas Gesang schwebt über allem und dringt tief in die Seele ein. Dazu ist die Band auch noch experimentierfreudig, was etwa das mit wavigen Synthi-Klängen spielende Instrumental "The Counterfeiter" zeigt. Grenzen waren gestern, heute ist Regardless Of Me!
Wer Vergleiche braucht: Die Band ist experimenteller als Lacuna Coil, metal-lastiger und eingängiger als Evanescence, viel härter und weniger kitschig als Within Temptation (aber mit ähnlich emotionalen Melodien) und mit dem altbackenen Metal von Nightwish überhaupt nicht zu vergleichen.


Delay Trees
Delay Trees
Preis: EUR 14,63

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verträumt, melodisch, eigenständig, 21. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Delay Trees (Audio CD)
Delay Trees waren die Vorgruppe von I Like Trains in Köln und sie haben mich mit ihrem Auftritt überzeugt, das Album zu kaufen!

Die erste vollständige LP bietet verträumten Indie-Rock, der aber sehr eigenständig ist und eine ganz eigentümliche Stimmung hat: etwas melancholisch, versponnen, aber lichtdurchflutet (überhaupt nicht zu vergleichen mit der sehr düsteren Stimmung bei I Like Trains). Der ruhige Opener "Gold" sorgt für die passende Einstimmung: Goldenes Licht fällt schräg auf die Szenerie, ein hymnischer, angenehmer, hoffnungsvoller Song. Etwas bewegter und mit ironischer Endzeit-Stimmung geht es weiter auf "Cassette 2012": Da bringt der Sänger im apokalyptischen Jahr 2012 eine Kassette (!) mit "to listen to when all ends". Sehr charakteristisch ist für Delay Trees ein oft ans Ende der Songs gehangener Teil ohne Worte, der noch einmal emotional in die Vollen geht - sehr typisch in "About Brothers", "In February" und besonders zu "4:45" am Schluss des Albums. Bei "Quarantine" gibt es im Bassmotiv sogar Remineszenzen an Joy Division, in "Light Pollution" und "Tarantula / Holding on" kommt die hymnische Kraft des finnischen Quartetts voll zur Geltung. Ja, was man sonst eher mit England assoziiert, kommt aus dem Land, das sonst eher mit Gothic Metal und Dark Rock von sich reden macht.

Vergleiche sind schwer zu machen und würden Delay Trees alle nicht gerecht werden. Von der Stimmung vielleicht ein bisschen wie House Of Love, aber doch deutlich melancholischer, vom Shoegaze-Feeling her etwa mit den Pale Saints vergleichbar, aber viel bessere Songs als diese; der Gesang erinnert manchmal etwas an Art Garfunkel.

Also, für alle, die verträumten Indie-Rock mit tollen Melodien lieben - zugreifen!


Good News
Good News
Wird angeboten von Obsessed-Records GmbH inkl-MwSt-Widerrufsbelehrung-AGB-unter-Verkäufer-Hilfe
Preis: EUR 16,87

28 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Songs, schön gesungen, 8. Februar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Good News (Audio CD)
Ich höre ja sonst überhaupt keinen Mainstream, aber Lena hat mich mit ihrer verschmitzten Art und ihrer tollen Stimme echt verzaubert! Und im Gegensatz zum ersten Album, auf dem mir nur "Satellite" und "Touch a new day" gefielen, gibt es jetzt auch richtig gute Songs! Allen voran, wie mein Vorredner schon sagte, das mysteriöse "Taken by a stranger" und das wirklich traurige "Push forward", das von der Melodieführung gar an Placebo erinnert.
Doch sonst - und das ist ganz selten - gibt es hier GUTE Gute-Laune-Musik. Songs wie "Good news", "Maybe", "I like you" oder der Fifties-Song "A good day" sind einfach zum Wohlfühlen. Das Tolle dabei ist, dass Lena und ihr Mentor Stefan Raab (von dem ich bisher nie viel hielt) sich nicht dem Hitparaden-Discosound anbiedern, sondern den Schwerpunkt auf Singer/Songwriter, Soul/Motown und andere Stilistiken legen.
Noch ein Wort zu Lenas Stimme: Sie hat sich echt enorm weiterentwickelt, ihre Stimme geht unter die Haut, sie kann gefühlvoll und treffend intonieren. Manchmal wirkt sie wie eine Jazz-Sängerin, auf "Taken by a stranger" sogar ein ganz klein wenig verrucht. Und der blöde Akzent vom Anfang ist zum Glück auch weg.
Kurzum: ein wunderbares Album für einen sonnigen Vorfrühlings-Nachmittag!


Modern Ruin/Ltd.Digi
Modern Ruin/Ltd.Digi
Preis: EUR 15,81

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Puls des 21. Jahrhunderts, 7. Februar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Modern Ruin/Ltd.Digi (Audio CD)
Ein großartiges Album, möglicherweise das beste, das Covenant je abgeliefert haben.
Vorschnelle Kritiker sollten sich vielleicht mal etwas Zeit lassen, denn die Songs brauchen Zeit, bis man sich hineingehört hat.
Kein Wunder, sind sie doch sehr vielschichtig und detailverliebt arrangiert. Böse Zungen könnten behaupten, Covenant sind heute das, was Depeche Mode früher einmal waren.
Die Songs haben alles, was Covenant schon immer auszeichnet: eingängige, herzzerreißende Melodien, individuelle Sounds, kraftvolle Synthi-Arrangements ohne zu viel Techno-Gestampfe und natürlich der melancholische Gesang von Eskil Simonsson, der mich bisweilen etwas an Mic Jogwer von Pink Turns Blue erinnert. Aber diesmal wirken sie noch etwas kraftvoller, weniger traurig als z.B. noch bei "Happy man" oder "Brave new world" und auch eine Spur expeerimenteller, wie man z.B. an dem häufiger eingesetzten Maschinen-Rauschen erkennt.
Zudem sind die Songs sehr vielfältig: "Lightbringer" ist ein schöner Synthi-Pop-Song, "The Beauty and the Grace" verbreitet authentisches Wave-Feeling, "Get on" ist ein Future-Pop-Song, der aber mit seiner Synthi-Improvisation fast an 70er-Artrock erinnert. "Worlds Collide" kommt ungewöhnt rhythmisch daher, "Dynamo Clock" und "Beat the noise" versprühen pure Energie, und mit "The night" ist ein Song auf dem Album, der mit seinen auf- und abgehenden Sounds und dem grotesk verzerrten Gesang gleichzeitig traurig und ulkig ist - wie ein Monster voller Sehnsucht.
Schließlich gibt es als verkappten Bonus-Track noch zehn Minuten Computerrauschen. Geht das noch an, ist allerdings die Bonus-Cd einfach nur überflüssig. Hier ist das passiert, was auf dem Album zum Glück nicht passiert ist: Techno-Gestampfe mit blöden Samples. Vergessen wir sie am besten einfach.
Insgesamt gibt es zur Zeit kaum eine Band, die das entwurzelte und orientierungslose Lebensgefühl der postmodernen Gesellschaft zehn Jahre nach dem Jahrtausendwechsel so gut herüberbringt.


Revenant
Revenant
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dunkelschönes Kopfkino, 21. März 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Revenant (Audio CD)
Nachdem mich das aktuelle Album "We like ghost girls" sehr beeindruckt hat (siehe dort), habe ich mir als zweites "Revenant" zugelegt. Die Wahl fiel auf dieses Album, weil mich bei MySpace der Song "Guts of the Fishes" so überzeugt hat. Ein perfektes Synthi-Arrangement, das die golden-schwarzen Zeiten von "Black Celebration" (Depeche Mode, 1986) wieder aufleben lässt und doch völlig eigenständig wirkt.
Doch auch alle anderen Songs auf diesem Album überzeugen. "Guts of the Fishes" und das tanzflächen-taugliche "First breath after coma" zeigen, wie man geschickt Härte und Zartheit verbinden kann. Letzteres lässt mit seinen verstörenden Sounds wirklich einen Film vor dem Auge entstehen: Ist das die Herz-Lungen-Maschine, die da pumpt? Das Mädchen erwacht aus dem Koma... wir hören, was sie denkt.
Verglichen mit der neuen CD ist dieses Album elektronischer dominiert und wirkt noch nicht so traurig wie "Ghost Girls". Das liegt zum Teil am dem Gesang von Monique Etges, der eher feenhaft als morbide wirkt.
Auf jeden Fall eine Top-Empfehlung für Freunde ruhiger, stimmungsvoller Wave- und Electro-Musik


We Like Ghost Girls
We Like Ghost Girls
Preis: EUR 14,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dunkle Schönheit, die verzaubert, 23. Februar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: We Like Ghost Girls (Audio CD)
Eine der besten CDs, die ich je gekauft habe. Ich bin verzaubert von dieser unglaublichen, düsteren Schönheit. Melodien, die unter die Haut gehen, liebevoll ausgefeilte Arrangements, Elektronik und Gitarren sind harmonisch ineinander verwoben, kreative Synthi-Klänge, wie man sie sonst nur von Depeche Mode kennt - und über allem die ätherische Stimme von Tabitha Anders. Sascha Blach hat es im Zillo perfekt ausgedrückt: "Die Stimme weht des Öfteren wie aus einer spirituellen Parallelwelt ins Reich des Materiellen herüber." Leichter wirkt der Gesang der anderen Sängerin Jannika, und auch Andreas Gross' eigener, weicher Gesang (der manchmal ein bisschen an Silke Bischoff erinnert), passt harmonisch in die Arrangements.
Fast alle Stücke sind sehr ruhig, man braucht Zeit, sich darauf einzulassen, dann entfaltet sich Schicht um Schicht die Grazie dieser Musik. Von der Stimmung melancholisch bis tieftraurig, ist es doch ein Genuss, sie zu hören, und nach dem Album tritt man geläutert aus einer Wolke schwarzer Watte hervor.
Stilistisch ist die Musik dabei sehr vielfältig: Der Opener "Coming around", von der Stimmung bitter-schmerzvoll, kommt mit neofolkigen Gitarren daher. In "Memento" herrscht ein spannender Gegensatz zwischen der traurigen Stimmung und dem hellen Singsang von Jannika. In "Stone Thrower" tuckert ein bleischwerer Rhythmus passend zu der bedrückten Geschichte, in "False Prophets" wirken die Heavy-Gitarren wie graue Betonwände und "Hollow and high" überrascht als synthiloses Post-Punk-Stück, das auch The Cure nicht besser hingekriegt hätten.
Bei allen offensichtlichen Vorbildern ist das Beeindruckende aber, dass der Band mit dem unscheinbaren Namen eine völlig eigene Synthese gelingt, die sich haushoch von dem Kitsch&Krach abhebt, der sonst aus deutschen Landen kommt.
Ein Wermutstropfen sind allerdings die völlig überflüssigen zwei Remixe am Ende: "Agnus dei" als Industrial-Verschnitt und "Stone Thrower" mit 08/15-Diskobeats versalzen. Aber egal, das soll die Wertung nicht schmälern; einfach nach dem 12. Stück ausmachen!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 16, 2010 10:41 PM CET


Sounds Of The Universe
Sounds Of The Universe
Wird angeboten von CD-DVD-Tonträger Berlin
Preis: EUR 7,89

2 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolles Album, aber nicht überragend, 2. Mai 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sounds Of The Universe (Audio CD)
Als Schon-ewig-DM-Fan finde ich das Album nach mehrfachem Hören sehr gut, aber nicht so überragend wie "Playing the Angel". Insgesamt ist das Album ziemlich lo-fi und minimal, das war sicher Absicht. Dadurch klingt der Sound teilweise ziemlich dreckig und unpoliert, womit sich DM wohl zu den hochproduzierten Elektro-Alben heutiger Tage abgrenzen wollen. Böse Zungen könnten aber behaupten, dass ein solches Album nicht weiter aufgefallen wäre, wenn nicht DM draufstünde. Allerdings ist m.E. das Songwriting für solch eine Ansicht (gewohntermaßen) zu gut.

Zu den einzelnen Tracks:

in chains
Es geht los mit einem Synthi-Intro, das an die Urzeiten der elektronischen Musik erinnert (Hommage à Stockhausen?), ein bisschen ähnlich dem Intro von "Joan of Arc" von OMD.
Dann setzt Daves Stimme ein und es kommt ein sehr souliges, hingebungsvolles Stück, großartig vorgetragen. Thematisch geht es mal wieder um einen Mann, der durch seine Sehnsucht zu einer Frau überwätligt ist (ähnlich "Dressed in black", "In your room", "The sweetest condition").
Inzwischen einer meiner Favoriten auf der CD.

hole to feed
Dieses Stück von Dave Gahan hätte durchaus auch auf "Hourglass" sein können. Interessanter, schwerer Rhythmus, Gahansches Pathos. Gefällt mir sehr gut.

wrong
Eine düstere Bilanz, was alles schiefgelaufen ist, aber mit dem ironischen Schluss: "die falsche Melodie, bis sie richtig klang - yeah!" Das Credo der schwarzen Musik! Musikalisch aggressiv, raumgreifend. Für mich das zweitbeste Stück des Albums.

fragile tension
Nach früher Zündung finde ich das Lied mittlerweile nicht mehr ganz so toll. Klar, die Melodie ist toll und pathetisch, und es bringt ein authentisches 80er-Flair rüber. Aber für mich hat sich das schnell abgenutzt.

little soul
Dieser Song hat etwas länger gebraucht, dafür zählt er inzwischen zu meinen Favoriten. Martin Gore entdeckt den Hippie in sich, der in "Macro" bereits auf der letzten CD einen Auftritt hatte. Toller philosophischer Text: Meine kleine Seele hinterlässt einen Fußabdruck. Mit anderen Worten: Jedes Teilchen des Universums hat seinen Sinn und es ist nicht egal, dass ich gelebt habe. Das gemahnt an den Butterfly-Effekt: Jede kleinste Regung kann Auswirkungen haben, die man gar nicht absehen kann.
Musikalisch angenehm, verträumt, ein bisschen an "I want it all" erinnernd: Besonders schön: der harmonische Zweiergesang von Gahan&Gore.

in sympathy
Das schwächste Lied des Albums. Die Synthies klingen billig, die Melodie reißt mich nicht vom Hocker.

peace
Noch ein Hippie-Lied. Dieses hört sich sogar richtig nach Lennon/McCartney an, von der Meldodieführung und von Gahans Gesang. Es überzeugt mich aber nicht so richtig. Die Klänge erinnern mich eher an graue Industriegebiete als an blühende Landschaften, die ich mit Frieden assoziieren würde. Ich glaube aber, dass dieser Gegensatz anders als bei "Clean" (wo die Beteuerungen stets durch eine "Sometimes" relativiert werden) nicht beabsichtigt ist - daher schwach.

come back
Nochmal Gahansches Pathos. Zäh wie Kaugummi, man spürt die Sehnsucht. Dreckig instrumentiert mit Gores Gitarre. Gut.

spacewalker
Einer von diesen kurzen Instrumentalfilmchen, die längst eine eigene Kategorie im DM-Kosmos bilden. Ich kann mir den Weltraumspaziergang förmlich vorstellen. Thematisch die Verknüpfung zum Titel der CD.

perfect
Noch ein Song mit echtem 80er-Flair. Doch die Melodie finde ich eher langweilig. Der Text ist aber sehr interessant: Martin Gore greift die Theorie der Paralleluniversen auf. Nach dieser Theorie gibt es eine unvorstellbare Zahl von Paralleluniversen, in denen jede nur denkbare Möglichkeit realisiert ist. Und so gibt es auch irgendeines dieser Universen, in dem alles perfekt ist.

miles away/the truth is
Jetzt sind wir wieder auf der Erde, und dort sieht es weniger perfekt aus. Einer dieser Unterhaltungen, bei denen das Gegenüber Meilen weit weg ist (in einem anderen Universum?). Geil gesungen, fast besoffen (zu viel "Bottleliving"?), mit einem erdigen Blues-Flair, geil gespielt von Martin Gore auf der Gitarre. Schreiben kann so einen Song nur Dave Gahan. Für mich der beste Track des ganzen Albums! Bestimmt ein toller Live-Knaller.

jezebel
Nun hat Martin wieder seinen Auftritt. Traditionell singt er eine Ballade, aber untraditionell weit hinten auf dem Album, und es bleibt die einzige. Mit Gefühl gesungen, am schönsten ist aber die Synthi-Melodie danach. Thematisch wieder einmal die Hingabe an eine "Sister of Night", eigentlich "Dangerous", aber für Martin einfach "The sweetest perfection". (Ich kann die Süße förmlich ins Shadow schreiten sehen...)

corrupt
Ein typisches Depeche-Mode-Lied über die Abgründe menschlicher Beziehungen in der Tradition von "Master and Servant" und "Strangelove". Wieder mit einer schönen dreckigen Gitarre. Das Lied wirkt zunächst wie ein schwacher Abschluss verglichen mit anderen Alben. Jedoch schließen DM damit den Bogen zum Opener, denn lag der Mann dort noch "in chains", ist er hier ist der überlegene Master. Also eines der Macho-Lieder im Sinne von "It's no good". Hinterlässt einen mit gemischten Gefühlen.
Den Abschluss findet das Album dann aber nach einer Pause mit einer "Wrong"-Reprise.


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