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Rezensionen verfasst von
alba63 "BernieEss" (Berlin)

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In weiter Ferne, so nah!
In weiter Ferne, so nah!
DVD ~ Otto Sander
Preis: EUR 11,69

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bemühte Fortsetzung, 21. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: In weiter Ferne, so nah! (DVD)
Alles, was am Himmel über Berlin perfekt und im Gleichgewicht war, ist hier bemüht und ohne Blick fürs rechte Maß. Die Sätze, die Geschichten und Schicksale, alles gerät außer Form und quillt über. Zu wenig Essenz, zu viele Deja-vus aus dem ersten Teil zu viele Worte und zu viel Banales. Damiel ist Familienvater geworden, was mäßig spannend ist, Cassiel zieht allein durchs Nachwende- Berlin und bemüht sich, zu allem die passende Miene zu machen, einen bedeutungsschwangeren Kommentar zum Verfall der Gesellschaft abzugeben oder mit Natassia Kinski um die Wette zu jammern. Der viel zu lange Film ist am Ende überflüssig. Ein nachgeschobener zweiter Teil, der künstlerisch nicht notwendig war.

Mit dem "Himmel über Berlin" war alles gesagt, was Engel und Menschen betrifft.

Lediglich, wer nochmal sehen möchte, wie Berlin 1992/93 aussah, wird fündig. Für einen Film ist das aber etwas wenig.


Der Himmel über Berlin
Der Himmel über Berlin
DVD ~ Bruno Ganz
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Babylonisches Stimmgewirr und hohe Filmkunst, 21. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Himmel über Berlin (DVD)
Es wurde in den Rezensionen ja bereits vieles Richtige über den Film gesagt - insofern nur noch ein paar ausgewählte Beobachtungen von mir:

- Heute, nach 25 Jahren ist der Film ein einzigartiges Zeitdokument geworden: Über ein Berlin, dass heute so völlig verschwunden ist, das es so nie mehr geben wird. Die Szenen rund um den Anhalter Bahnhof und noch mehr: Auf dem Potsdamer Platz und mitten im Todesstreifen (man kann sich nur wundern, wie Wenders hier eine Drehgenehmigung erhalten konnte) sind durch ihre Unwiederbringlichkeit pure Poesie.

- Aber auch die Szenen in der Bibliothek mit dem babylonischen Stimmgewirr der dort Lesenden und Studierenden ("MultiKulti" im höchsten Sinn des Wortes), unterlegt von der suggestiven, überweltlichen Filmmusik, durch die anwesenden Engel in eine surreale Atmosphäre getaucht, diese wenigen Minuten entfalten auch heute noch einen Bann und eine poetische Schönheit, die kaum je ein deutscher Film erreicht hat.

- Selbst Peter Falk, der sich selbst als "Peter Falk am Filmset" spielt, und über den gesamten Film hin seinen inneren Monolog voller persönlicher Assoziationen vor sich hin murmelt, bekommt hier Tiefe und wirkt viel lebendiger als im steifen Korsett seiner Columbo- Rolle.

- der blutjunge Nick Cave und die heute vergessenen "Crime and the city solution" haben denkwürdige Konzertauftritte im Film, genau der richtige Soundtrack zum Berlin der 80er Jahre.

- Vielleicht sind es aber die ungezählten kleinsten Nebenrollen und Einzel-Schicksale der vielen Menschen, blitzhaft erhellt in kurzen inneren Monologen - alle zusammengehalten durch den Blick der Engel, die dem Film etwas Einzigartiges, nie Dagewesenes geben, und eben auch Menschlichkeit: Die letzten, berührenden Gedanken des Selbstmörders, der vor der untergehenden Sonne über die Absperrungen auf dem Dach des Europacenter klettert und seine Stadt ein letztes Mal - und irgendwie auch zum ersten Mal - sieht ("Wie spät es wohl ist - die Sonne geht schon unter, logisch, Westen, naja, wenigstens weiß ich jetzt, wo Westen ist, dann bin ich jedes Mal nach Osten gefahren mit der U-Bahn")

- Für diese fast unerreichte Meisterschaft der Bilder und Worte verzeiht man dem Film auch seine unleugbar vorhandenen Schwächen, diese liegen für mich in der Geschichte der Marion. Bei ihr (und später bei ihr und Damiel) gerät die traumwandlerische Balance aus Wort und Bild, Gefühl, Authentizität und Künstlichkeit zum einzigen Mal im Film aus dem Gleichgewicht. Die Monologe Marions gleiten allzuoft ins Gestelzte, Prätentiöse, später bei ihrer Begegnung mit Damiel auch ins esoterisch- Geschwurbelte (wenn es um "Mann und Frau" geht). Dass die (früh verstorbene) Schauspielerin, Solveig Dommartin, damals Wenders' Freundin war, mag hier dazu geführt haben, dass dem Regisseur an diesen Stellen das ansonsten im Film traumwandlerische Gefühl für das richtige Maß aller Teile etwas abhanden gekommen ist.

Dennoch: Der Rest reicht locker für 5 Sterne, für mich der einzige durch und durch gelungene Film von Wenders, und eines der ganz wenigen großen Kunstwerke des deutschen Films.


Diamond Mine (Special Edition)
Diamond Mine (Special Edition)
Preis: EUR 17,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schönheit, Tiefe, Poesie, 16. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Diamond Mine (Special Edition) (Audio CD)
Man muss schon etwas Ruhe haben, um die außergewöhnliche Schönheit dieser Platte an sich heranzulassen. Dann aber schleicht sie sich sanft ins Ohr und ins Gehirn und verbreitet dort sanft ihre Dämpfe betäubender Schönheit. Es sind einfach instrumentierte Folksongs, vorgetragen mit King Creosotes unerhört klarer, direkter und intensiver Stimme, unterlegt mit Ambient- Aufnahmen von Geräuschen und Stimmen, sowie dezenten elektronischen Klängen vom noch jungen Großmeister elektronischer Klang- Opiate, Jon Hopkins.
Es ist, als säße man in einer kleinen Holzhütte, lauschte bei knisterndem Kaminfeuer einem Sänger und seiner Gitarre, wenn man dann aber den Blick aus dem Fenster wirft, sieht man direkt in den weiten Raum, wo Kometen, Milchstraßen und Galaxien am weitgeöffneten Auge vorbeidriften. Und plötzlich sind die Songs so viel mehr und haben mehr Tiefe als das, was man zu kennen glaubte.
Anspieltipp - im Grunde jeder Song, ich empfehle aber Aurora Boring Alias (nur special Edition).

Eine berückende Platte.


Genesis Revisited II (Limited Edition)
Genesis Revisited II (Limited Edition)

12 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Fader Abklatsch nach 35 Jahren, 14. Dezember 2012
Die Platten von Genesis in den frühen und mittleren 70er Jahren gehören seit meiner Jugend zu meinen meist geliebten Platten überhaupt, die ursprünglichen Genesis machten neben einigen anderen Gruppen der 70er die Musik, die mich prägte. Ich kenne jedes der von Steve Hackett nun neu aufgenommenen Stücke in- und auswendig.
Leider macht sich bei mir nur Enttäuschung breit. Steve Hackett wagt nichts, und verliert so fast alles. Es ist braves Nachbeten, NOte für Note, nicht mal der Sound entspricht dem heute möglichen, nicht mal annähernd.
Die Stücke sind zwar bis auf wenige Ausnahmen Note für Note nachgespielt, aber erreichen an fast keiner Stelle die zwingende Kraft und Schönheit der Originale. Selbst in den Instrumentalpassagen, wo man sich angesichts der modernen Studiotechnik hätte austoben können, erreichen die Neuaufnahmen nicht einmal die Kraft der alten Versionen, insbesondere der Remasters: . Traurig! Noch trauriger: Die Sänger sind samt und sonders ohne Glanz und Ausstrahlung, klingen austauschbar nach "Genesis Revival band" und fallen gegenüber dem unvergleichlichen Peter Gabriel und Phil Collins um tausende Lichtjahre zurück. Ein Stück klingt hier trauriger, schlaffer und uninspirierter als das andere, keiner der Sänger füllt die Stücke mit Leben oder erzeugt das Gefühl, er hätte etwas zu sagen. Phrasierung, Intonation, Stimmvolumen: alles einfach nur schlapp, schleppend, ausdrucksschwach. Man höre sich "Suppers ready" im Original mit Peter an: Perfektion, Kontrolle und Kraft in jeder Note, gespielt und gesungen. Der Sänger der neuen Aufnahmen macht daraus eine lächerliche Schnulze - weiß er überhaupt, worüber er singt? Eine Rock- Adaption der Apokalypse des Johannes. Himmel und Hölle, Weltuntergang und Erlösung im "new Jerusalem". Ein kosmisches Theaterstück, für das Peter Gabriel mit seiner magnetischen Ausstrahlung prädestiniert war und der es umwerfend verkörpern konnte. Dieser Schuh ist einfach zu groß für die Musiker und Sänger um Steve Hackett, die in den besten Momenten eine artige Kopie schaffen, in der alle Noten stimmen.

Die Aufnahmen zeigen aber freilich auch, wie perfekt die Aufnahmen von Genesis damals waren: soundtechnisch vielleicht nicht in jeder Hinsicht, aber musikalisch.

Warum muss Steve Hackett sowas machen? Peter Gabriel ist zwar inzwischen auch ein älterer Herr, hat sich aber stilistisch wenigstens weiter entwickelt und ein eigenes Werk geschaffen, das sowohl musikalisch als auch ästhetisch Akzente setzen konnte. Steve Hackett ist offensichtlich in der Vergangenheit hängen geblieben, auch seine Soloplatten klingen allesamt irgendwie nach 1976 und bei ihm merkte man stets, dass Genesis eben mehr als die Summe der Teile war. Nur Phil Collins und Peter Gabriel konnten sich über das musikalische Erbe der frühen Genesis hinaus weiterentwickeln.

Schade schade. 1 Stern für die ungebrochen fantastischen Songs. 4 Punkte Abzug für die traurige Neuinterpretation.

Aber vielleicht kommen einige ja so in Kontakt zu den Originalen und somit zu einigen der besten Platten der 70er Jahre....
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 28, 2013 9:06 AM MEST


Frauenmassaker - Eine Weihnachts-Zicken-Sex-Geschichte
Frauenmassaker - Eine Weihnachts-Zicken-Sex-Geschichte
Preis: EUR 0,99

4 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ohne Eingebung und Talent, 14. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ob "Frauenbuch" draufsteht oder nicht, auch als Mann, der das Buch aus reiner Neugierde im kostenlosen Amazon- Download runtergelanden hat, vermag ich als einigermaßen erfahrener Leser die Qualität eines "Frauenbuchs" zu beurteilen: Wie so vieles, was im E-book- Bereich veröffentlicht wird, ist auch das vorliegende Buch ein Beispiel für jene "Literatur", die ihren richtigen Platz eher in einer Internet- Newsgroup für Freizeitautor/Innen hätte als in einer Buchhandlung.

Die Vorstellungswelt und Sprache von "Frauenmassaker" zeigen eine Verfasserin, die auf keiner Seite dem Bereich des Konventionellen und des Vorhersehbaren entkommt und von einem Klischee ins nächste tappt. Das möchte "provozierend", "gewagt" oder "verrucht" daherkommen ("sie" ist lesbisch oder bi, holla!) und wirkt mit all den Chiaras, Ivys und Joleens (man beachte allein die gestelzten Namen) doch schrecklich kleinbürgerlich, piefig und öde. Mit sexuellen Details kann man in Zeiten des Internet niemanden mehr überraschen, man könnte es aber vielleicht mit gut geschriebenen Texten. Wenn man kann, versteht sich...

Frau Alpach, schon mal Bücher von Anais Nin oder (die ihres Geliebten) Henry Miller gelesen? Das ist wahrhaft spannende, provozierende, intelligent geschriebene und ungemein erotische Literatur und ist trotz ihres Alters (60 Jahre und mehr) um Lichtjahre moderner als diese uninspirierten, berechnenden Schreibversuche.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 23, 2012 4:00 PM CET


Brother HL-2130 Mono Laserdrucker (A4 - 2400x600dpi)
Brother HL-2130 Mono Laserdrucker (A4 - 2400x600dpi)
Preis: EUR 71,50

31 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Deutliche Schwächen, 2. November 2012
Ich mache es kurz:
Der Drucker liefert - wenig überraschend - ein scharfes Druckbild, so weit so gut.

Nicht akzeptabel sind jedoch folgende Eigenschaften:
1. Die beiden Längs- Streifen links und rechts von der Andruckrolle sichtbar auf dem Ausdruck.
2. In unregelmäßgen Abständen leichter Längsknick, v.a. bei wenig eingelegtem Papier, ebenfalls entlang der Andruckrolle.
3. Zu stark gewelltes Papier aus dem Drucker.
3. Das komplett nervige Lüftergeräusch, das nach dem Druck mind. 10min ertönt.

Habe den Drucker zurückgeschickt. Der HP 1018, den ich nun als Reste- Verkauf gekauft habe (nicht mehr hergestellt, kannte diesen aber von früher), war ebenso günstig und hat keinen der Mängel.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 6, 2013 8:20 AM CET


Der seltsame Fall des Benjamin Button
Der seltsame Fall des Benjamin Button
DVD ~ Brad Pitt
Preis: EUR 4,97

4.0 von 5 Sternen Kein Meisterwerk, dennoch bewegend, 13. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Der seltsame Fall des Benjamin Button (DVD)
Die Kunst des Films besteht darin, die gewöhnliche, den sattsam bekannten Varianten von Liebesgeschichten eine unerhörte hinzuzufügen. Die gewohnte Dramatik der Leidenschaften wird hier gegen den Strich gebürstet in einer Begegnung zweier Menschen, die das Leben aneinander vorbeidriften lässt, auf unerwartete Art und Weise. Allein durch diesen Kunstgriff gelingt es der Geschichte, Geburt, Kindheit, Altern und Tod so zusammenzubringen, wie man es nie sonst gesehen hat. Das allein verleiht ihm eine Tiefe und emotionale Wirkung, die über die teilweisen Schwächen des Films hinwegtäuschen können.

Es ist immer schwer, in Filmen, die große Zeiträume erzählen, Dichte und Intensität zu erzeugen oder aufrecht zu erhalten. Auch hier entstehen an den Zeitsprüngen Nahtstellen, an denen die vorher erreichte Intensität der Erzählung wieder in sich zusammenzufallen droht. Man könnte meinen, dass Brad Pitt für diese Handlung nicht die glücklichste Besetzung ist - Wie schon bei "Begegnung mit Mister Black" stört mich auch hier seine arg zurückgenommene Spielweise als Benjamin Button. Dadurch kommt zwar seine Grundeinsamkeit und Andersartigkeit zum Ausdruck, führt aber streckenweise zu einer gewissen Blutleere. Man den Eindruck nicht los, Brad Pitt weiß nicht so recht, was er mit der Rolle anfangen soll. Kate Blanchett als die erwachsene Daisy hingegen spielt ihre Rolle hinreißend.

Anstrengend ist auch die Rahmenhandlung, aus der heraus die alte, sterbende Daisy mit brüchiger, klagender Stimme leidend ihrer Tochter (Benjamins Kind) die "seltsame Geschichte" erzählt. Das wäre auch etwas dezenter und weniger sentimental gegangen. Vielleicht ein ängstlicher Griff der Produzenten, um sich wenigstens auf dieser simplen Herz- Schmerz- Schiene beim Massenpublikum anzubiedern, das der Handlung sonst vielleicht nicht so viel abgewinnen kann.
Das hätte der Film nicht gebraucht, seine Geschichte ist großartig, so dass weniger hier mehr gewesen wäre.

Alles in allem ein Film, der vor allem von seiner faszinierenden Geschichte lebt, die jedoch wohl nicht jedermanns Sache ist - das spiegeln auch die Bewertungen hier - Wer empfänglich für die großen Fragen des Lebens ist und wem eine gewisse Bedeutungsschwere zusagt, kann sich von diesem Film bewegen lassen, auch wenn dieser kein filmisches Meisterwerk ist.


Anastasis
Anastasis
Preis: EUR 11,97

36 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein matt gewordener, dunkler Diamant, 10. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Anastasis (Audio CD)
Anastasis klingt nach Dead can Dance, was v.a. der Stimme Brendan Perrys geschuldet ist, man hört jedoch mehr Synthesizer, eine mittelmäßige Produktion mit einem wenig definierten Sound, mehr Instrumentalpassagen, die Stücke klingen kaum je zwingend, austauschbarer.

Am befremdlichsten: Die sonst alles beherrschende Stimme von Lisa Gerrard ist eigenartig wenig zu hören, weniger als Brendan Perry. Dessen Stimme profitiert zwar von ihrem ungewohnten Freiraum, doch nur in wenigen Stücken (v.a. "The return of the She- king") blitzt die soghafte Wirkung von Klassikern wie "Song of the Sibyl" für einige Momente auf. Man möchte fast mutmaßen, dass die Parts der Sängerin ohne persönliche Anwesenheit mit modernen elektronischen Produktionsmethoden "eingeflogen" wurde, dass die Platte nicht wirklich von beiden gewollt war, nur auf Druck der Plattenfirma oder des Sängers entstand. Das ist ein echtes Problem, da "Dead can Dance" ohne Lisa Gerrard ihre Seele verloren hat. Ihr beschwörender Gesang, ihre Mantren des Geheimnisvollen in einer für uns nicht verstehbaren Sprache konnten in ihren besten Momenten einen tiefen Sog, eine dunkel glühende Magie entfalten, der man sich nicht entziehen konnte, nicht wollte. Unvergesslich: "Sanvean", "Song of the Sibyl", auch "Fortune presents Gifts not according to the book" vom uneinholbaren Meisterwerk "Aion".

Was Lisa G. auch auf ihren Soloplatten mit diversen Begleitmusikern immer wieder schaffte: berückende Melodien durch ihre Stimme mit Tiefe und Bedeutung aufzuladen (wie mit Klaus Schulze: "And now we are free" oder "Sacrifice" mit Pieter Bourke) - und zu Momenten purer, einsamer Schönheit zu verschmelzen, das gelingt hier nur noch ein Andeutung, wie ein entferntes Echo vergangener Perfektion.

Auf Anastasis glaubt man nur noch Versatzstücke zu hören, Versuche, sich auf Altbewährtes und im Schlaf Beherrschtes zurückzubesinnen. Irgendwie gute Musik, irgendwie interessant, aber wer will so etwas von Dead Can Dance hören?

Schwer vorstellbar, dass Dead Can Dance noch einmal die kreative Spannung finden, ein weiteres Meisterwerk zu schaffen. Schwer aber auch, sich sagen zu müssen, dass der Diamant erloschen ist....
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 16, 2012 5:59 PM MEST


My God Is Blue
My God Is Blue
Preis: EUR 14,35

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig!!!, 4. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: My God Is Blue (Audio CD)
Dieses Album läuft in meinem CD- Player seit Wochen rauf und runter. Sebastien Tellier ist Individualist, anders. Bisher ist Tellier nur durch seinen Chillout- Instrumental- Dauerbrenner "la Ritournelle" aufgefallen, der sich auf x Samplern findet, dieses Album ist aber besser, größer.
Den quasi- spirituellen Anspruch der Platte (zu lesen in diversen Artikeln und Interviews) mag man ernst nehmen oder nicht, ist wohl eher "Pop- Spiritualität", Tellier gibt sich hier als Hohepriester des Edel- Pop, aber es verleiht der Musik ein gewisses melodramatisch- emotionales Etwas. Die Platte ist gefühlsgeladen, barock, französisch, Feeling, Sex (auch ohne das Video), Groove, und Tellier hat eine großartige Pop- Stimme! Es klingt wie ein Mix aus 70er sexyness, 80er Synths mit moderner Produktion. Genial, monsieur!

Allein der grandiose, süchtig machende Opener "Pepito bleu" stimmt einen in das pompöse, wundervolle Pathos dieser Musik ein, die nächsten Titel sind grooviger, aber gehen ebenfalls nicht mehr aus dem Kopf.

5 Sterne, völlig mühelos: M. Tellier, cette musique est ravissante!


Remembrance Days
Remembrance Days
Wird angeboten von goodtasterecords
Preis: EUR 25,68

5.0 von 5 Sternen vergessenes Juwel, 7. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Remembrance Days (Audio CD)
Ich bin erstaunt darüber, wie gemischt die Plattenbesprechungen der Kritiker waren.
Ich habe die LP bei Erscheinen gekauft und sie Monate lang gehört. Warum das für mich beeindruckendste Stück "Power to believe" andauernd mit "in the Air tonight" verglichen wird, verstehe ich nicht. Das eine ist ein abgenudelter Radiohit, das andere hier ist ein hypnotisches Songjuwel.

Der Sound der Platte hat etwas von Flower Power und Traum. Stimme und Arrangements fließen wunderbar ineinander in eine Atmosphäre der Schwerelosigkeit und Entrücktheit.
Während vieles aus den 80ern heute kaum mehr hörbar ist, klingt diese Platte heute noch genauso frisch wie bei ihrem Erscheinen.

Für mich eine der schönsten Platten der letzten 30 Jahre.


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