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Rezensionen verfasst von
sento (Kärnten, Österreich)

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Hopelessness
Hopelessness
Preis: EUR 12,99

13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Untanzbare Anklagen, 8. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Hopelessness (Audio CD)
Also: Antony Hegarty von Antony and the Johnsons, entdeckt von Lou Reed, geschätzt von unzähligen Musikern und darum von denselben über Jahre für zahlreiche Projekte verpflichtet, heißt jetzt Anohni, will als Frau wahrgenommen werden und hat soeben ihr erstes Soloalbum veröffentlicht.

Nachdem ich erst das zwar sehr pathetische aber jedenfalls mitreißende, archaisch stampfende "4 degrees" kannte (in welchem es um den Klimawandel geht), dann die zweite Single "drone bomb me"(thematisiert den Todeswunsch eines seelisch schwer verletzten Kriegsopfers), die zwar auf's erste Hören nicht ganz so mitreißt aber immerhin ein sehr effektvolles, sehr gut choreografiertes Video mit einer Naomi Campbell zu bieten hat, die ihr Allerbestmögliches gibt - ein richtig guter Schachzug! - und nachdem ich dann im Folgenden nur Gutes und Allerbestes über dieses Konzeptwerk las war ich dementsprechend neugierig geworden.

Zudem wurde die Scheibe produziert von Oneohtrix Point Never und Hudson Mohawke, ihres Zeichens elektronische Musikanten: Sehr spannend. Ersterer ist im allgemeinen überaus experimentell und eher minimalistisch angehaucht unterwegs, Mohawke ist schon eher der Spezialist für die eingängigeren Beats und Melodien. Immerhin hat Anohni unter anderen mit "Hercules and Love Affair" gezeigt, dass ihre Stimme überraschender Weise auch am Dancefloor gute Figur macht, nachdem ihr Basisprojekt mit den Johnsons halbwegs wehklagender Kammermusikpop war, wo es textlich allem voran um innere Befindlichkeiten mit all seinen Auswirkungen ging.

In Szene gesetzt hat sich die gute Anohni im Vorfeld der Veröffentlichung natürlich auch und ihren Standpunkt betreffend die Schlechtigkeit der Welt klargemacht. Vielleicht etwas zu platt, vielleicht etwas zu kindlich anklagend (wenn auch durchaus reflektiert), andererseits auch zu hoffnungslos. Wer will schon noch aufgeklärt werden über all die Übel der Welt, wer will Botschaften über Kindesmissbrauch, Gewalt gegen Frauen, staatlicher Überwachung, Todesstrafe, Klimawandel, Artensterben und andere Umweltkatastrophen, die Schrecken all der sinnlosen Kriege abgehandelt kriegen, wer will einer von Politik und Kapitalismus entsetzte Anklägerin zuhören, die schlussendlich draufkommt, dass der Fall ein hoffnungsloser ist: Sie, du, ich, wir alle sind Bazillen, die es nicht richtig machen können und zum Ende von einfach allem beitragen werden. Darum gibt es auch keine Idee, keinen Vorschlag, keinen Lösungsansatz. Und der ganze Inhalt wird in Lieder verpackt, die dramatisch, opernhaft und doch technoid peitschend, rummsend, tanzmäßig klingen. Was will sie damit erreichen? Dass eine Gruppe von Leuten, die sich dafür bis jetzt nicht interessiert hat - sozusagen im Schnelldurchlauf - auf fast alles, was rund um den Erdball schiefläuft, aufmerkam gemacht wird? Was machen diese Leute dann mit der Info? Wohl nichts...! Und das ist es, was mich enorm stört an der Sache. Ich sehe die Sinnhaftigkeit der gesamten umfassenden Anklage nicht. Völlig naiv wirkt vor allem das mantraartige Etwas, das Obamas Unvermögen anprangert. Ja bitte, wie doof muss man gewesen sein, damals geglaubt zu haben, er würde auch nur irgendwas ändern, bessern oder gar zur Rettung von was oder wem auch immer beitragen können.

Mir fällt auf, dass die Lieder melodisch nur so halbwegs funktionieren, es gibt zu viele Wiederholungen und der Spannungsaufbau innerhalb jedes einzelnen Liedes ist meistens nicht gut genug. Zugutehalten muss man dem Sound, dass er nirgends platt wirkt, über den 0/8/15-Hörer nicht wirkungsvoll drübergeschüttet werden kann sondern einen künstlerisch-progressiven Anspruch hat, im Grunde sperrig bleibt, nach mehrmaligem Hören dann doch ein gewisses Entfaltungspotenzial beweist.
Und was mich natürlich packt, ist ihre herrliche Stimme, mit der sie mich bezirzen kann wie kaum jemand, vor allem, wenn sie im Duett, im Trio oder noch mehr mit sich selber singt und wenn diese Stimme nicht durch Verzerrung und Effekte kaputtgeklopft wird, was mich auf diesem Longplayer einige Male stört.

So bleibe ich neugierig auf Weiteres, halte dies hier aber bestimmt nicht für DEN großen Wurf, der ihr von diversen Fachzeitschriften/Kritikern bescheinigt wird. Ich bescheinige ihr aber, das sie sich bei einem (unter?)durchschnittlich aufgeklärten/interessierten Publikum bestens in Szene gesetzt hat, sich gut bewirbt mit diesem Projekt, ohne auch nur im geringsten unterstellen zu wollen, sie würde irgendetwas von den direkt und indirekt getätigten Aussagen nicht so meinen...
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 12, 2016 8:56 PM MEST


A Night at the Opera (Limited Black Vinyl) [Vinyl LP]
A Night at the Opera (Limited Black Vinyl) [Vinyl LP]
Preis: EUR 21,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Liebe Freunde des guten Klangs!, 13. April 2016
Dieser winzige, lächerliche, alleinige Stern bezieht sich auf das Klangbild der LP Version dieser Reissue eines großartigen, alten Klassikers, über den ich hier in musikalischer Hinsicht garnicht mehr viele Worte verlieren will. Queen sind meine Helden aus Kinder- und frühen Jugendtagen und bleiben mir im Herzen bis ich Becher, Löffel und den ganzen Rest abgebe. Und außer dem weißen Album hier aus dem Jahre 75 ist mein zweiter Liebling das schwarze Album aus dem Folgejahr. Beide leben von ausgefeilten Kompositionen (kann man das Songwriting nennen? Wohl nicht.) mit teils wilden Orchestrationsorgien, obwohl die Bandbreite, die die Lieder bedienen, auf der "A night at the opera" noch größer ist.

Das ursprüngliche Problem des Klangbildes (bei beiden Scheiben) liegt in der Aufnahmetechnik und an den unwahrscheinlich vielen Spuren, die bei den meisten Liedern aufgenommen wurden. Teilweise sollen es ja bis zu 180 Overdubs für einzelne Frequenzen gewesen sein. Für damalighe Zeiten war das freilich sensationell aber das Ganze auf Tonträger zu bringen, sodass ein deutlicher, räumlicher, vernünftiger Klang zustande kommen konnte, war scheinbar nicht möglich.
Ich habe als klangliche Referenz nur die "A day at the races" als steinalt-LPVersion und dachte mir bei der schon, dass die ganz schön flach klingt - vor allem im Gegensatz zu dem inhaltlichen Bombast. Undynamisch, grau, matschig. Kaum differenzierbares, alles verschwimmt etwas ineinander und macht mäßig Freude beim hören, wenn man audiophil veranlagt ist, es hält sich aber noch im Rahmen des Erträglichen.

Doch diese Reissue der "A night at the opera" ist nun wirklich völlig daneben. Da kann der Klang der kopierten Chromekasis, gespielt auf dem alten Kassettenrekorder in meinem Kinderzimmer eigentlich kaum schlechter gewesen sein... jetzt traue ich mich nicht, mit Schuldzuweisungen um mich zu werfen, da es schwierig sein dürfte, gerade bei diesem Album durch Remastering viel herauszuholen, aber dass man es noch schlechter hätte machen können kann ich mir andererseits beim besten Willen nicht vorstellen. Ein Graus für die Ohren. Es tut regelrecht weh. Sehr, sehr schade.

Spart euch den Kauf - ich bereue ihn, werde die LP verscherbeln und mich nach einer Erstpressung umschauen, welche vernünftig erhalten ist, das gute Ding waschen lassen und genau hinhören, ob's dann nicht doch wesentlich besser klingt als der Remasteringbrei, den man uns hier serviert.... Und nebenbei erwähnt zeigt sich hier wie so oft, dass es sowas von wurscht ist, wieviel Gramm vom schwarzen Musikliebhabergold verpresst werden..
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 22, 2016 3:33 PM MEST


Love Form [Vinyl LP] [Vinyl LP]
Love Form [Vinyl LP] [Vinyl LP]
Preis: EUR 19,89

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Magisch und trübe, 3. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Love Form [Vinyl LP] [Vinyl LP] (Vinyl)
Tja, wie kommt man auf diesen Mann? Den muss man schon vor die Nase gesetzt bekommen oder - wie bei mir - durch Zufall darauf stoßen, weil man sich ständig mit Musik auseinandersetzt, ganz bewusst nach neuem sucht und auf diesem Wege irgendwann auch über dieses Album, diesen Namen, dieses Gesicht stolpert. Denn einer breiteren Masse ist der gute Mann kein Begriff und das ist völlig logisch, schließlich scheint er selber ganz bewusst darauf zu verzichten, dem Ottonormalhörer etwas zu geben, was der brauchen kann.

Stephen Charles Jones ist ein versierter Bassspieler, der sein diesbezügliches Vermögen seit Mitte der 80er Jahre in den Dienst von Künstlern wie Ofra Haza, Robert Plant/Page & Plant, Siouxsie Sioux, David Rhodes oder Goldfrapp stellt. Er war auch schon als Komponist, Produzent und natürlich Livemusiker tätig, bis er also mit 48 Lenzen dann sein erstes Soloalbum einspielte, mit dem wir es hier zu tun haben. Für den Bass, das Rhodes Piano und die Synths ist er selbst zuständig, für alle anderen Instrumente hat er gleich eine Heerschar an namhaften Musikern an der Hand wie zum Beispiel Johnny Baggot am Klavier(Massive Attack), Ruth Wall an der Harfe(Portishead), Alison Goldfrapp, welche pfeift und sirrt (wie man es von ihr gewöhnt ist) und ulkig finde ich auch, dass auf dem acht Lieder umfassenden Album gleich vier verschiedene Schlagzeuger zum Einsatz kommen.

Beim allerersten Blick auf dieses Cover fragte ich mich sogleich, was das wohl für ein Typ ist, der erstmal einen sehr sympathischen Eindruck macht und den Betrachter jeweils ganz persönlich anzuschauen scheint: weise, aufmerksam und allem voran durchdringend, so als wollte er etwas mitteilen...

Die Musik, die man serviert bekommt, ist in erster Linie interessant, aber ziemlich mühselig. Wer eingängige Melodien zum mitwippen oder gar entspannen sucht, wird nicht fündig. Dieses Album baut gleich mit dem ersten Lied eine undurchsichtige Atmosphäre auf, die bis zum Schluss hin aufrecht bleibt, allerdings ohne zu einem Höhepunkt zu kommen.
Weder im Gesamten noch innerhalb der einzelnen Lieder gibt es eine Erlösung, es wird auch nicht auf eine solche hingearbeitet. Vielmehr mäandern die jazzinspirierten Instrumentalsounds, angereichert mit Elementen aus Ambient und Electronica, vor sich hin und was Herr Jones einem damit erzählen will kann man unmöglich verstehen.
Mir scheint es im Ganzen wie Filmmusik, die es eben nicht schafft, in den Vordergrund zu treten (Beispiel „dove magic“). Über weite Strecken bilden sich beim Hören Denkfalten auf meiner Stirn und dabei kann er doch komponieren! Es mangelt auch nicht an Einfällen: Die schrägen, dumpfen Synthsounds passen sich zwar mit Spannung aber dennoch gut ein. Die wenigen Vokaleinsätze sind wortlos, beschränken sich auf „babadah“ oder Ähnliches, was aber auch reicht. Hier und da gibt es mattglänzende Streicherarrangements und die in den Kompositionen tendenziell sehr jazzig angelegten Instrumente Klavier und Schlagzeug geben schöne Impulse, doch sind die Strukturen unglaublich komplex und kaum zu entschlüsseln, strengen den Hörer um den Deut zu viel an. Immer wieder kommt mir beim Hören von „love form“ Steven Wilson in den Sinn (zum Beispiel bei „silver“), der eben ähnlich mit Bildern arbeitet, von der Melodik/Dramatik und Liedaufbau auf dem selben Dampfer fährt, wenn auch Genre und Instrumentierung weit voneinander entfernt sind, aber Wilson schafft es, die Geschichten auch zu erzählen, und zwar mit Anfang, Mittelteil und Ende - oder zumindest bei mir welche entstehen zu lassen, Gänsehaut zu erzeugen, mitzureißen.

Ich wäre ja sehr neugierig darauf, Weiteres von Herrn Jones zu hören, aber dann vielleicht etwas gefälliger und eingängiger und nicht gar so borstig nur um der Borstigkeit Willen. Dies hier ist im Ergebnis einfach schade, weil man deutlich spürt, dass viel mehr drin gewesen wäre.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 4, 2016 9:52 PM MEST


Hush Puppies Vivianna H2482396V, Damen Pumps, Grau (Black) (Noir (Black Multi Leather)), 40 EU
Hush Puppies Vivianna H2482396V, Damen Pumps, Grau (Black) (Noir (Black Multi Leather)), 40 EU
Preis: EUR 89,95

1.0 von 5 Sternen Kein Leder!!, 17. März 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hush Puppies Vivianna, Damen Stiefel (Schuhe)
Tja, was soll ich sagen. Optisch hübsch und besonders isser wohl, der Schuh, jedoch wundert mich über die Maßen, dass sich - wenn man die vielen Rezis zu diesem Paar Treter durchschaut, wird das klar - so viele Kundinnen an der Nase herumführen lassen. Aus der Beschreibung geht hervor, dass das Obermaterial aus Leder sein soll, was es nicht ist. Schon beim Auspacken, als das Seidenpapier noch über die Schuhe geschlagen war, stieg mir dieser unangenehme Geruch von Plastik in die Nase (und schon da wusste ich, dass sie zurückgehen werden) und als ich sie dann herausnahm und genauer und unter die Lupe nahm, wurde der Eindruck bestätigt: Kein Leder. Somit ist auch endgültig klar, wareum so viele Rezensentinnen abgeschabte, helle Stellen beklagen. Wäre der Schuh aus Leder, verhielte es sich anders.
Außerdem ist der Schuh am Schaft recht weit und bei der Art der Schnürung mit diesen Gummibändern kann man da wenig regulieren, zumal es keine Zunge im herkömmlichen Sinne gibt, diese wird nur vorgetäuscht, alles ist in einem Stück verarbeitet Versucht man also, den Schuh enger zu kriegen, entstehen unangenehme, drückende Falten am Rist.
Es ist mir ein Rätsel, warum es hier so viele positive Bewertungen gibt. Optischer Ersteindruck über alles? Scheinbar.


The New Tradition
The New Tradition
Preis: EUR 17,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fremde Heimat, 29. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: The New Tradition (Audio CD)
Was für eine außerordentliche Perle dieses Album ist. Die Frage nach dem Genre ist in dem Fall so uninteressant wie selten. Es ist einfach Musik.
Hier fanden sich zwei Menschen, die in so innigem Einklang miteinander harmonieren, dass aus all dieser schönen Musik eine Art Seelenschau wird, bei der wir in der Folge nicht nur zuhören sondern daran teilhaben dürfen.

Adam Baldych, geboren und aufgewachsen in Polen, fing mit elf Jahren mit dem Geigenspiel an, gewann alsbald alle möglichen regionalen und nationalen Wettbewerbe. Mit 13 schon entschied er sich für den Jazz, da er dort die Freiheiten sah, die er brauchte. Schon während des Jazzstudiums in Kattowitz war der internationale Durchbruch geschafft, Kollaborationen mit Größen des Genres eine Selbstverständlichkeit. Obwohl Baldych schon lange in den USA lebt hört man ihm seine Herkunft und die musikalische Tradition derselben überdeutlich an.
Yaron Herman hat eine interessante Geschichte. Sein Weg zum israelischen Profibasketballer war vorgezeichnet, als ihn ein Unfall im Alter von sechzehn Jahren brutal stoppte. Ein Jahr später fand er durch den Jazzpianisten Opher Brayer (der daraufhin sein Lehrmeister wurde) zu seiner neuen Leidenschaft, erlernte im Alter von 16 das Klavierspiel, entwickelte sich nicht zuletzt wegen obsessiver Beschäftigung mit dem Instrument binnen kürzester Zeit zu einem gefragten Jazzpianisten.
Baldych beschreibt es selber als 'Magischen Moment', als er mit Herman das erste Mal gemeinsam auf der Bühne stand, in welchem er sogleich neue Impulse bekam, eine Zusammenarbeit war besiegelt.
Dass das gemeinsame Spiel der zwei Herrschaften hochemotional ist, beweisen ganz besonders einige Liveaufzeichnungen ihrer Auftritte, nach denen man im Internet stöbern sollte. Und dort wird auch klar, wer hier die Feder führt und wer sich einordnet/anschließt.
Adam Baldych schrieb und arrangierte schließlich auch die allermeisten Lieder dieses Albums. Er zieht die Aufmerksamkeit mit seinem Feuer und dieser Imagination bei gleichzitiger Transparenz des Spiels auf sich. Die meisten Stücke sind in Molltonart gehalten und muten dementsprechend melancholisch an, aber eine schöne Luftigkeit bleibt ständiger Begleiter. Interessant ist in diversen Videos auch zu beobachten, wie die verschiedentlichen Töne, die er seiner Geige entlockt, zustandekommen. (man schaue eventuell nach 'Sleep Safe And Warm') Er spielt mit dem Rücken des Bogens oder vollführt wilde und zugleich sanfte Kreisbewegungen mit demselben, manchmal greift und zupft er die Saiten gleichzeitig mit der linken Hand und hat generell diese spezielle Eigenart, den Tönen zu entfliehen, indem er sie teils in Flageoletttöne überführt, ihnen die Kraft entzieht. An vielen Stellen klingt seine Violine wie ein Quer-, dann wieder wie eine Panflöte, dann wieder wie ein Seufzen oder ein stockendes, zaghaftes Atmen, um einen im nächsten Lied dann so energisch und wild zu verführen (wie zum Beispiel bei 'Quo Vadis?'), so viel Spannung aufzubauen, dass es Gänsehaut erzeugt, fast weh tut.
Seine technischen Fähigkeiten sind tatsächlich außergewöhnlich, doch mich ärgert der Beiname 'Evil' oder wie er noch gerne genannt wird: 'Der Teufelsgeiger', denn 'böse' ist an seinem Spiel so garnichts, der Unterton bleibt zu geschätzten 98% sanft und etwas rau und eine Verbindung mit Paganini ist nun wirklich komplett an den Haaren herbeigezogen. Ich habe sogar den deutlichen Verdacht, dass Baldych viel weniger von seinen technischen Fertigkeiten herzeigt als er könnte, da er genau weiß, dass es darum nicht wirklich geht.

Beendet werden diese knappen 48 Minuten auf höchstem energetischen Level mit einem sehr speziellen Arrangement von Chopins Präludium in e-Moll oder zumindest einem Auszug davon), der vor meinem inneren Auge überdeutlich ein einsames Häuschen in traum-hafter Landschaft zur blauen Stunde entstehen lässt, um das ein rauer Wind zieht.. ich denke, dieses Häuschen befindet sich irgendwo in Polen...
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 11, 2016 12:17 PM CET


War Elephant [Vinyl LP]
War Elephant [Vinyl LP]
Wird angeboten von zoreno-deutschland
Preis: EUR 18,51

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebe, 23. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: War Elephant [Vinyl LP] (Vinyl)
Zuallererst muss ich zwei Verwunderungen Ausdruck verleihen. Die erste besteht darin, dass ich ungläubig vor der Tatasache stehe wie wenig Widerhall nicht nur das betreffende Album sondern die Band hierzulande allgemein findet. In Amerika sieht es da zum Glück etwas anders aus.
Und dann muss ich sagen: Dieses Albumcover ist ein Hohn. Da machen sich ein paar Frechdachse, so scheint's, einen Spaß daraus, sich als Möchtegerns darzustellen. Die Musik, die sich dann offenbart, steht in einem Gegensatz zu dem vorangegangenen optischen Eindruck, wie er größer nicht sein kann. Oder eben umgekehrt, wie es bei mir war, die ich erst die Musik kannte und später dann dieses befremdliche Cover. Außerdem ist es eigenartig, zwei Musiker auf dem Cover zu sehen, die mit diesem Album selber nichts am Hut hatten, erst danach zur Formation hinzustießen. Warum die Artwork für diesen Re-Release hatte geändert werden müssen entzieht sich meinem Verständnis, aber fangen wir von vorne an:

John McCauleyIII startete das musikalische Projekt "Deer Tick" solo. Im Alter von 17 Jahren schrieb er die allermeisten der Lieder, die auf dem vorliegenden Erstling zu finden sind. Nach dem Schulabschluss tourte er für ein Jahr alleine, seinen Gesang auf der Gitarre begleitend, durch Amerika und kam mit ein paar mehr Liedern im Gepäck zurück nach Providence, um diese privat und ebenso weitgehend alleine einzuspielen. Er kam beim Indielabel FEOW! damit unter vertrag, 2007 wurde das Album veröffentlicht und erhielt gute Kritiken, doch das Label ging just kurz darauf Pleite. Ein Jahr später kam Deer Tick dann bei Partisan Records unter und so wurde das Album 2008 wiederveröffentlicht. Inzwischen hatte sich auch die Formation von Musikern gefunden, wie sie auf dem Album zu sehen aber erst auf dem nächsten Album zu hören ist: McCauley als Frontmann, Sänger und Gitarrist, Christopher Ryan am Bass und Dennis Ryan am Schlagzeug. Und erst seit 2009 ist die Band dann komplett und in ihrer Formation so, wie sie auch heute noch besteht, nämlich mit Ian McNeill an der Gitarre und Rob Crowell am Keyboard/Sax.

Und was ist das nun für Musik, der wir hier lauschen dürfen. Es sind auf jeden Fall Klänge, die für's Herz gemacht sind, die sich unter die Oberfläche wagen, Klänge, die einen, so sie einen in den Griff kriegen, wohl nie mehr loslassen, geschuldet dem Tiefgang, geschuldet auch ihrer Zeitlosigkeit. Diese kesse und homogene Mischung aus Indipendent Folk-Rock-Pop mit einer Handvoll alternative Country und Blues zeichnet sich aus durch die unbestreitbaren songschreiberischen Fähigkeiten Herrn McCauleys und seiner irrwitzigen Singstimme. Die Instrumentierung ist klassisch: Gitarre an vorderster Front, Bass, Schlagzeug, meist noch Keyboard und hier und da Streichinstrumente. Die Lieder sind geprägt von einem untrüglichen Gespür für Arrangements. Allzu kompliziert stellt sich kein einziges der Stücke dar. Die Melodien sind vielmehr unfassbar einnehmend, eingängig und clever gestrickt. Die Texte sind Zeugen von Kreativität und Freigeist eines, wie er selbst von sich selbst, rückblickend sagt 'hochgradig depressiven Jugendlichen'. Zu fast jedem Zeitpunkt kann man aber auch das Scherzhafte, Frohlockende und jedenfalls Vielschichtige seiner Persönlichkeit wahrnehmen. Allzu ernst und dunkel wirken wenige Songs, das gelungendste Beispiel für diese ist 'Nevada'. So klingt ein einsamer Wolf - den Mond anheulend, und wer sich in schlechter Grundstimmung und mit einem Glas Wein ausgestattet diesem Lied hingibt, wird nicht umhinkommen, einige Tränen in sein Gläschen zu weinen.. 'Ashamed', der allererste Track, handelt von einer Beziehung von Anfang an bis zum bitteren Ende, abstrahiert und perfekt auf knackige 2:14 Minuten komprimiert. Es ist bis zum heutigen Tage eines der besten Lieder aus seiner Feder, wenn nicht sogar das beste - und ein Beweis dafür, wie wenige Mittel es oft benötigt einen perfekten Song zu zaubern, wenn eben ein Genie am Werk ist. Die folgenden Songs variieren angenehm und abwechslungsreich zwischen weiterem balladesk-sentimental Angehauchtem, schwungvoll Rockigem wie 'Standing On The Threshold', Midtempo Nummern wie dem großartigen 'Dirty Dishes' oder 'Art Is't Real', dessen Text unwahrscheinlich kreativ ist und die Dinge auf den Punkt zu bringen vermag aber genügend Freiraum zur Interpretation lässt. Ein weiterer Geniestreich. Da heißt es:
'I am the dotted line
and you fill me in with whatever you like...
...I know of a city to steal from
and I know of a city to cheat on
and I know of a city of sin
and that's the place I wanna meet you in
and say hello all over again
romance me, take it back to the beginning'
Und ja, es gibt auch Nummern, in denen er es übertreibt. 'Christ Jesus' und 'Not So Dense' sind diejenigen zwei, denen das damalige Alter des Erfinders(und die damit verbundene deutliche Unreife) dann doch anzumerken ist. Textlich zu anklagend, musikalisch zu nachdrücklich untermalt, am Ende eklektisch.
Die einzigen zwei Nummern, die nicht McCauley schrieb, sorgen für weitere, höchst vorteilhafte Abwechslung. 'These Old Shoes', fröhlich sowie verrückt, zwingt einem ein Schmunzeln auf und die Version von 'What Kind Of Fool Am I?' lässt dieses Album am Ende nochmals eine unerwartete Wendung hinlegen.

Zu guter Letzt muss ich noch auf diese Singstimme näher eingehen. Sie erinnert tatsächlich an eine Mischung aus Kurt Cobain und Shane MacGowan(von den Pogues) und mich verwundert niemand, der sie als quäkig, zu eindringlich oder schlicht als 'unschön' erlebt, denn verdammt eigen klingt er tatsächlich, der John. Bei mir war es Faszination auf's erste, Liebe dann auf's zweite Hinhören. Der junge Mann hat sich mit seinem freimütigen Offenbaren und Zu-erkennen-geben in den Mittelpunkt meines Herzens gebohrt. Diese alte, alte Seele, die sich durch Stimme und Texte eines Teenagers bzw. Anfangzwanzigers zum Ausdruck bringt und die Weisheit, die den Liedern im Gesamten anhaftet sind so verwunderlich wie berührend, und das bei dem Schuh des Partytigers, den er sich dann doch wieder anzieht (und welcher bei den Folgealben viel wesentlicher zum Einsatz kommen sollte - also der Partyschuh). Ein durch und durch eigenes Kaliber, dieser John McCauley: ein frecher, ein wissender, ein aufdringlicher, durchdringender, ein tiefsinniger, trauriger, ein Egozentriker, ein Spaßvogel, ein Denker, ein Spinner, ein Könner.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 23, 2016 5:03 PM CET


Yaluxe Damen Leder bunt Hippie Fringe Tassel Hobo Henkeltasche Tasche
Yaluxe Damen Leder bunt Hippie Fringe Tassel Hobo Henkeltasche Tasche
Wird angeboten von Yaluxe
Preis: EUR 187,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Papagena!, 22. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Diese Tasche ist genial. Natürlich sehr auffällig aber das bringt den Vorteil mit sich, dass Frau sich beim Zusammensuchen des restlichen Outfits nicht mehr viele Gedanken machen muss, denn dieses darf oder muss dann einfach nur noch zurückhaltend sein...
Das Material der eigentlichen Tasche ist ein doppelt gelegter, grundsolider, brauner Nylonstoff, an den die bunten Lederfleckchen reihenweise angenäht sind. Der Boden ist ebenfalls duch Leder verstärkt und die Tasche ist durch einen Reißverschluss zu schließen. Insgesamt gibt es im Inneren fünf gesonderte Fächer, zwei davon wiederum mit Reißverschluss. Zusätzlich gibt es noch einen 3cm breiten Schultergurt (den ich allerdings nie brauchen werde, da die Henkel bequem über meine Schulter passen). Insgesamt zeichnet sich diese Tasche durch großartige Verarbeitung aus, die Nähte sind perfekt und mit einem hochwertigen Garn genäht. Die Reißverschlüsse wirken ebenso wertig und die Schiebergriffe derselben sind aus Messing bzw. Leder gefertigt. Alles zusammen macht einen sehr durchdachten Eindruck und man hat sich viel Mühe gemacht bei der Umsetzung.
Die Maße sind wie folgt: B43cm x H32cm(inklcusive Henkel circa 50cm) x T11cm Optisch wirkt sie allerdings größer und wuchtiger.
Nachteile kann ich auch ausmachen: Der offensichtlichste davon ist jener, dass die bunten, schuppenartigen Fleckchen teils doch recht verbogen sind, da sie aus recht dickem Leder sind und die Tasche doch über einen gewissen Zeitraum verpackt war. Dem kann man beikommen, indem man sie mechanisch etwas beansprucht - ich habe die besonders geknickten Exemplare mal ordentlich durchgeknetet und gerieben - dann wird das Material geschmeidiger und mit dem Gebrauch sollte sich das kleine Problem sowieso erledigen. Ein zweites Problem muss ich auch noch anmerken: Obwohl die Tasche recht groß ist und viel Stauraum bietet, ist der Zugang von oben nicht so praktisch, wie man sich das wünschen würde. Dadurch, wie die Henkel mit der Tasche verarbeitet sind und in Kombination mit der Tiefe des Innenraums ist es dort leider etwas eng, doch an diese Fummlerei gewöhne ich mich auch noch. Es gibt auch/sogar bei mir Situationen, wo ich leichte Mängel in der Handhabung der optischen Erfreulichkeit hintanstelle. Hier reichen die kleinen Störfaktoren beiweitem nicht für einen Sterneabzug. Der derzeitige Preis von knapp 70€ ist tutto incluso ein Schnäppchen.


Trialogue
Trialogue
Preis: EUR 16,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut, aber es geht noch besser, 14. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Trialogue (Audio CD)
Hier haben wir es mit einem Album als vorläufigem Ergebnis einer Kollaboration von Musikern zu tun, welches mich zwar einnimmt aber die Burschen haben sich spürbar Luft nach oben gelassen und so freue ich mich auf Weiteres. Man darf angetan sein von dieser Verschmelzung von elektronischen Elementen und Akustischem, stilmäßig schwierig zuzuordnen, irgendwo zwischen Jazz, Ambient, House und, ja, eigentlich auch Klassik.

Das Trio setzt sich zusammen aus Bugge Wesseltoft, Henrik Schwarz und Dan Berglund.
Der norwegische Pianist Wesseltoft ist seit den frühen Neunzigern wichtiger Bestandteil der progressiven Jazzszene Norwegens, versuchte seine Haltung des Überdentellerrandblickens durch Arbeiten mit anderen Künstlern aus allen möglichen Stilrichtungen zu vertiefen. Sein Projekt 'New Conceptions of Jazz' verband schon vor 25 Jahren klassischen Jazz mit House, Ambient und Noise. So wurde er einer der Fixsterne am Himmel des Labels ACT.
Henrik Schwarz ist ursprünglich DJ in der elektronische Musikszene, seine Heimat erst Acid Jazz, Soul und Funk, dann vor allem House und Techno. Er veröffentlichte beispielsweise eine Zusammenstellung für DJ-Kicks und remixte für diverse Größen im Musikbusiness wie Michael Jackson, Boy George, Ane Brun, The Foals und so weiter. Sein Instrument ist hauptsächlich der Computer.
Der Schwede Dan Berglund ist vor allem daher bekannt, Bassist des Esbjörn Svensson Trio gewesen zu sein, das über einen Zeitraum von 15 Jahren große Erfolge feierte mit einem ähnlichen Crossoverding wie dieses Trio hier. Als Kind und Jugendlicher geprägt von Folk-, Rock- und Popmusik lernte er erst E-Gitarre und Bassgitarre, ehe er später erst zum Kontrabass wechselte und seine Liebe zum Jazz entdeckte.
Alle drei sind und waren geprägt von vielseitigem musikalischen Interesse und Schaffen, was sich hier dreifach widerspiegelt.

Konstruiert wirkt an dieser Musik kaum was, die zumeist einfach und schlicht gehaltenen Soundstrukturen leben von der Idee des gegenseitigen Aufgreifens der Melodien, die einer der drei ins Spiel bringt, vom nächsten übernommen und weiterentwickelt und in die nächste musikalische Idee nahtlos übergeführt wird. Wie alles so einen natürlichen Gang zu nehmen scheint, die angewandten Elemente miteinander verschmelzen, das hat schon eine Qualität. Somit hat man nie den Eindruck, dass die einzelnen Titel mit Hilfe von besonders viel Denkschmalz/Arrangeurkönnen zustande gekommen wären. Nein, es wirkt so, als würde es einfach fließen und man selbst schwimmt mit.
Natürlich kann man die dominierende Einfachkeit auch als ein 'zu wenig' begreifen, diese Haltung ist plausibel (und die las ich anderenorts), aber meines Erachtens wirkt hier die Lyrik der Melodien, das Meditative, diese innere Dynamik und das Berührende umso mehr.
Am besten spürbar ist das bei der unumstrittenen Hitnummer 'Valiant'. Schade nur, dass gerade hier (und nur hier) Berglund intonationsmäßig bei seinem Solo einige Male Mist baut. Total unverständlich bei einem Mann seiner Klasse (und wenn es um eine Studioaufnahme geht). Mich persönlich bringt das beim Hören aus dem Schwebezustand, in den mich dieses Lied ansonsten zu versetzen vermag. Großes Potenzial haben dann auch noch 'Headbanger Polka', das sehr energiegeladen und mit einem guten Drive daherkommt und 'Take a Quick Break'. Speziell bei diesen zwei Titeln ergibt sich eine schöne Ebenbürtigkeit der Musiker: Das druckvolle, erdige Zutun des Basses, die luftige Atmosphäre, die der Computer beisteuert und das Fließende, Verbindende des Klaviers. Über weite Strecken des Albums spürt man nämlich doch recht deutlich, dass Wesseltoft Mastermind ist..
Die letzten drei Nummern können das Niveau der ersten fünf nicht mehr ganz halten, man scheint doch Mühe gehabt zu haben das Ganze auf Albumlänge zu bringen.

Nichtsdestotrotz lohnt es sich absolut, da mal hinzuhören, da die Grundidee selbstläufermäßige Umsetzung erfährt und zumindest beim Abhören der CD mit einer gut aufschlüsselnden Anlage wundert man sich, wie enorm die Bühne ist, vor der man lauschen und staunen darf. Die räumliche Abbildung ist großartig, was einige Überraschungen birgt und einen ungläubig schmunzeln lässt, wenn mal aus dieser, bald aus jener Richtung wieder ein unerwarter Klang daherkommt. Mir dünkt, dass man mit einer gewöhnlichen Soundmaschine keine guten Chancen hat, das Bezaubernde und Einnehmende dieses Albums wirklich wahrnehmen zu können.
Und nochwas: Die LP Version soll (zumindest nach meinen Recherchen) sehr schlechte Qualität haben und so stark knistern, knastern und prasseln, dass ein genüssliches Hören praktisch unmöglich ist. Die CD hat zwar "nur" einen durchschnittlichen DR Wert von 10, anhören tut es sich aber in der Tat weit besser.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 8, 2016 12:25 PM CET


Caprice Viennois
Caprice Viennois
Preis: EUR 17,15

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reise gen innen, 16. Januar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Caprice Viennois (Audio CD)
Seit zwei Tagen erst kenne ich den Namen dieses Geigers. Und das kam so:
Ich hörte eine Version des 'Präludium und Allegro im Stile Pugnanis von Fritz Kreisler', vorgetragen von James Ehnes. Er verabreicht uns dieses durchaus sehr bekannte Vorzeigestück in einer nach meinem Erachten etwas zu getragenen, pathetischen Form, so suchte ich nach einer Version dieses Stückes, die nicht ganz sosehr nach Weltuntergang klingt, die all die unterschiedlichen Gemütslagen dieser Caprice besser zur Geltung bringt. Interpretationen hiervon gibt es ja wie Sand am Meer und sie reichen von 'absolut schauderhaft' wie beispielsweise von Rudolf Koelmann (der die Töne nicht verweilen lässt - nur um es anders zu machen als die meisten anderen Violinisten) oder Ruggiero Ricci (der mich in dem Fall gar an Speedy Gonzales erinnert) über 'geht so' von Joshua Bell (der dem erlösenden Mittelteil die gebührliche Leichtigkeit nicht gibt) oder Nigel Kennedy (der es alles in allem mit zu wenig Ausdruck vorbringt) bis hin zu 'erfreulich' wie von Tasmin Little (die ihre völlig eigene Handschrift hat) und David Garrett (der auf seinem Album "Legacy" im Gegensatz zu all den anderen Genannten zwar eine Version mit Orchester vorbringt aber alles in allem gefällt mir diese Version erstaunlich gut).
Wie aber Daniel Auner klingt, wenn er dieses Stück spielt hat mich allerdings umgehauen. Anfangs so schwer und untröstlich, dann versöhnlich, hingebungsvoll, erfreut, verspielt, lustvoll, zwischendurch leicht und luftig um das Stück kraftvoll und energisch zu beschließen.
In diesem Eröffnungsstück auf seinem Erstlingswerk in Longplayerformat, das er gerade mal mit 23 Jahren veröffentlichte, spielt er all seine Fähigkeiten schon mal mit einer herrlichen Selbstverständlichkeit aus als wäre es das Normalste der Welt. Die famose technische Fertigkeit, diese Virtuosität verkommt dabei aber fast zur Nebensache. Es kommt einem nie in den Sinn, dass er zur Schau stellen will was er hier leistet. Da die vollkommene Beherrschung des Instruments so selbstverständlich ist kann man ihm jeden seiner Töne glauben und das ist fürwahr ein Erlebnis.
Nicht minder wertvoll geben sich weitere Interpretationen von eigenwilligen und selbstverständlich ungemein schwer zu spielenden Capricen Paganinis, Ysaÿes, Sarasates und eben Kreislers die Hand. So unterschiedlich sie vom Charakter her sind und sosehr ein jedes von ihnen dafür gedacht ist für sich alleine zu stehen funktionieren sie hier gemeinsam ausgezeichnet und werfen immer wieder eine neue innere Welt dieses Musikers auf.
Bei alledem merkt man Daniel Auner die Freude an den Kompositionen, an der Musik und an der Interpretation derselben an, größtenteils begleitet von seiner Mutter am Klavier, die zwar nichts besonders Auffälliges macht außer die jeweilige Stimmung zu unterstützen und dadurch ihrem Sohnemann den bestmöglichen Rahmen zu einer bisweilen unkonventionellen Entfaltung zu bieten.
Fast schon logisch sind die Tatsachen, dass nicht nur die Mutter sondern auch der Vater Musiker ist, dass er von Kindesbeinen an diverse Preise einheimste, dass er es ablehnt von Orchestern oder Ensembles fix engagiert zur werden, da er fürchtet man könne ihm dadurch einen Teil seiner künstlerischen Freiheit und damit Ausdruckskraft stehlen wollen, dass er also leidenschaftlicher Solist und Kammermusiker bleiben will. Ebenso logisch ist, dass er schon irgendwie überall rund um den Globus und mit bekannten Musikern auftrat.
Zwei Jahre nach dem vorliegenden Erstling hier nahm er ein Album mit Bach Partiten auf welches für ein Durchschnittspublikum aber um Einiges schwerer zu erschließen ist worauf 2014 ein weiteres Album mit dem Titel 'Dialog mit Mozart' folgte, das wohl allgemein gut ankommt, mir als Mozartnichtfreundin nicht vorbehaltlos zusagt. Im Frühling 2016 erscheint wohl die nächste Aufnahme mit Werken für Violine und Orgel (mit Hannfried Lucke), worauf ich aber schon mächtig neugierig bin...
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It's Album Time
It's Album Time
Preis: EUR 13,49

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wehe dir, Terje Olsen.., 8. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: It's Album Time (Audio CD)
...wenn das jetzt noch neun Jahre dauern soll, bis ich deine nächste Scheibe in Händen halten darf! Denn der Entstehungsprozess dieses Albums nahm stattliche zehn Jahre in Anspruch.Ich staunte Bauklötze als ich das in Erfahrung brachte, denn nach einem übermäßig langen Herumgewerkle hört sich das gute Ding so garnicht an, im Gegenteil: Die Lieder reihen sich fröhlich, verspielt, einen kribbelnden Sog erzeugend aneinander.
Völlig selbstverständlich und selbsterklärend hört sich dieses große Ganze an, wenn auch ältere Stücke hier wieder zur Anwendung kommen, was überhaupt nicht stört.
Der norwegische Produzent und Multiinstrumentalist hat sich in den letzten Jahren vor allem mit seinen Remixes einen Namen gemacht. Er legte Hand an Songs von Michael Jackson, Diana Ross, den Bangles, wurde diesbezüglich von Hot Chip oder auch Bryan Ferry verpflichtet. Er produzierte beispielsweise auch zwei Songs von Franz Ferdinand auf deren letztem Album, tingelte als DJ durch die Lande und verhalf Robbie Williams zu seinem Charterfolg 'Candy', indem sich der (und dessen Team) ungeniert an der Melodie zu 'Eurodans' bedienten, welches vor ewigen Jahren der erste Hit Terje's war. Diese Tatsachen wirken aber wie lauter spaßige Intermezzi und Randnotizen wenn man dieses Album nun im Vergleich heranzieht.

Schon alleine die Artwork sagt alles: Terje sitzt der Schalk im Nacken und dieser Humor gibt den Takt vor, er nimmt sich selber offenbar nicht allzu ernst. Am Cover sieht man Herrn Terje als Karikatur eines Loungemuikers, gezeichnet im Stile der 70er Jahre.

Die Ouvertüre mit der einzigen Textzeile 'It's Album Time' verrät mit seiner Spaßhaftigkeit und dem Knalleffekt am Ende des Liedes schon ganz deutlich, wohin die Reise gehen wird.
Dann reihen sich Tracks aneinander, deren größte Qualität und wesentliche Gemeinsamkeit die Cleverness ist, die aus jedem Takt dieser Musik förmlich herauslacht. Mal schlingern die Bässe mystisch, Intonation suchend umher, werden leisere, fast fragende Töne angeschlagen, die aber immer entspannt bleiben ('Leisure Suite Preben'), mal fetzen basslastige Tracks ins Gemüt, was aber keineswegs einfach oder billig daherkommt, da die Lieder immer wieder so liebevoll verdichtet werden und dabei stets leichtfüßig bleiben. (Bestes Beispiel dafür ist wohl 'Svensk Sås', welches allerdings nicht aus seiner Feder stammt.) Die Songstrukturen sind zwar niemals komplex, dafür aber umso unverkrampfter. Tracks mit stampfenden Beats, zwingenden Bassläufen und funky Gitarren gibt es ebenso (Delorean Dynamite) wie eine rührende Coverversion von Robert Palmer's 'Johnny and Mary', die sich verwunderlicher Weise zwischen all dem fröhlichen Rest irgendwie doch harmonisch einzufügen vermag. Für diesen Track konnte Terje Bryan Ferry als Sänger an Bord holen und so treffen zwei Schlitzohren mit unterschiedlichen Qualitäten aufeinander, die die ursprüngliche Version unglaublich entschleunigen und auf ewige sechseinhalb Minuten dehnen. Spätestens zu dem Zeitpunkt, wo Ferry am Klavier einsetzt und diese wenigen, zerlegten Akkorde immer wieder wie Wellen fließen lässt muss man sich nicht mehr fragen ob der Song hierhin passt, denn zu diesem Zeitpunkt wird es zum Seufzen schön und einfach stimmig. Vielleicht ist diese kleine Pause von der Leichtigkeit ein garnicht so unwesentlicher Baustein dieses Albums.
Und dann sind da noch diese loungigen Klänge, die einen an Bars erinnern, in denen man vielleicht eher Kaffee als Cocktails schlürft. Eventuell keimt auch der Gedanke an Fahrstuhlmusik auf, so ein Luxusfahrstuhl müsste aber erst erfunden werden. ('Alfonso Muskedunder', 'Strandbar', 'Preben Goes To Acapulco')

Alles in allem haben wir hier eine Mischung aus Disco ohne Dancefloor und weichgezeichnetem Retro Synthie Easy Listening aus den 70ern und doch ist es minimalistische, moderne, elektronische Tanzmusik. Niemals wirkt sie angestaubt, weil hier mit unfassbar viel Wissen, Können und Musikalität so eine verflixte Mühelosigkeit praktiziert wird. Irgendwie fühlt es sich beim Abspielen der Scheibe immer wieder so an als würde die pure Freude aus meinen Lautsprechern strömen, die den ganzen Raum, was sage ich, das ganze Haus und schließlich mich selbst völlig einnimmt.
Apropos Freude: Derzeit bin ich nur im Besitz der CD, die aber sehr ordentlich klingt, sprich, vernünftig gemastert wurde, was ja leider ziemlich selten ist ... aufdrehen, laut hören, genießen!
Und wer wissen will, wie man solche Musik schlau live in Szene setzen kann, der sucht bei yt nach "Todd Terje Live 2014 Oya Festival". Da wurden zwar Minuten 3 bis 9 klanglich entfernt aber ansonsten macht dieser Beitrag schon Sinn...
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 13, 2016 9:08 AM CET


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