Profil für Ruprecht Frieling > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Ruprecht Frieling
Top-Rezensenten Rang: 625
Hilfreiche Bewertungen: 2034

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Ruprecht Frieling "Prinz Rupi" (Berlin)
(TOP 1000 REZENSENT)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Haywire [Blu-ray]
Haywire [Blu-ray]
DVD ~ Gina Carano
Preis: EUR 7,97

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Drunter & drüber, 27. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Haywire [Blu-ray] (Blu-ray)
Haywire = durchgedreht, kaputt, drunter & drüber – eine genaue Übersetzung des Titels ist schwierig, spielt aber auch nicht die entscheidende Rolle bei diesem Kampfkunstfilm, der in erster Linie die akrobatischen Fähigkeiten der Protagonistin Mallory Kane (Gina Carano) zeigt.

Zwar gibt es eine wirre Geschichte, in der die Hauptdarstellerin eine Spezialistin für Spezialeinsätze ist, die dann aber selbst beseitigt werden soll und infolgedessen flieht. Aber das lässt sich nur mit Mühe dechiffrieren. Im Vordergrund steht die nahezu dokumentarische Abbildung von Laufen, Verstecken und Kämpfen.

Interessant ist die Kameratechnik, mit der Regisseur Steven Soderbergh arbeitet: lange Einstellungen, wenig Effekte, monochrome Szenen. Hinsichtlich des Tons dachte ich erst an eine fehlerhafte CD, weil bei den Kampfszenen weniger die »Uff«, »Achs« und »Nimm dies« zu hören waren als ein kryptischer Soundteppich. Aber das gehört offensichtlich zur Filmkunst des Herrn Soderbergh, mit der ich persönlich – der Leser spürt dies schon – wenig anfangen konnte.


Das Bourne Vermächtnis
Das Bourne Vermächtnis
DVD ~ Jeremy Renner
Preis: EUR 4,97

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Film passt sehr gut zur NSA-Diskussion, 25. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Bourne Vermächtnis (DVD)
Dieser Film passt ausgesprochen gut in die Diskussion um die unsägliche NSA und mutige Aussteiger wie Snowdon. Wer allerdings die vorangegangenen »Bourne«-Teile nicht kennt, ertrinkt in dem Gewusel der verschiedenen amerikanischen Geheimdienste und Sonderkommandos, die sich gegenseitig behindern, obwohl sie alle nur ein Ziel haben: diejenigen, die nur ein Spur zu viel wissen oder das Maul aufmachen, auszulöschen.

Insofern liegen die Sympathien des Zuschauers klar beim Protagonisten Aaron Cross, der es immer wieder in allerletzter Sekunde schafft, der Armada seiner Gegner zu entkommen und dabei sogar noch einige von ihnen auszulöschen.

Besonders die Verfolgungsfahrten in Manila sind fetzig inszeniert und liefern spannendes Action-Kino.


Why?
Why?
Wird angeboten von Music-Shop
Preis: EUR 13,88

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Starkes Album mit typisch hartem Baker-Drive, 23. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Why? (Audio CD)
Wer am 4. November 2009 zur 70. Geburtstagsparty von »the world greatest drummer« mit dabei war, konnte sich kaum vorstellen, dass der deutlich von Arthritis gezeichnete Ginger Baker noch einmal in der Lage sein würde, eine CD einzuspielen. Umso erstaunlicher ist die Nachricht, dass es nun erstmals seit 16 Jahren wieder eine Platte von dem Mann mit den brutal-harten Augen gibt.

»Why« präsentiert acht Instrumentaltitel, die im Jazzbereich siedeln und perkussive Parallelen zum Afrobeat hörbar machen. Dabei ist der Titelsong ein altbekannter Baker-Hit, den bereits die legendären »Cream« einspielten. Damals hieß er »Early in the morning«. Auch »Aiko Baye« ist Fans gut bekannt, es wurde 1970 mit Steve Winwood und »Ginger Bakers Airforce« eingespielt.

Insgesamt liefert Peter Edward »Ginger« Baker gemeinsam mit Pee Wee Ellis (Saxophon), Alec Dankworth (Elektrobass) und Abass Dodoo (Perkussion) ein starkes Album ab, das in seiner betont rhythmischen Struktur von seinem unverändert kraftvollem Drive getrieben wird.

Fans des Schlagzeugers werden das Album mögen, wenngleich das Coverfoto einfach nur grauenhaft und abschreckend ist.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 27, 2014 1:26 AM MEST


Türkisch für Anfänger
Türkisch für Anfänger
DVD ~ Josefine Preuß
Preis: EUR 6,17

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Amüsanter Zeitvertreib, 21. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Türkisch für Anfänger (DVD)
Eine durchgeknallte Mutter, ihre ungeküsste Tochter und ein türkischer Macho sitzen gemeinsam in einem Charterflieger, der zu allem Überfluss auch noch abstürzt und eine bunte Beziehungsgeschichte auslöst. Relativ vorhersehbare Handlung – durchaus amüsant aufbereitet.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 28, 2014 12:35 AM MEST


Ilumnia: Vermisst
Ilumnia: Vermisst
Preis: EUR 2,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Text mit Potential, 19. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ilumnia: Vermisst (Kindle Edition)
Aus den sterblichen Überresten der Propheten züchteten Forscher in der Wüste Nevadas energielose Embryonen, die zum Leben erweckt wurden und als »Kinder der Propheten« eine relativ hohe Stellung in der Nomenklatura eines nahezu faschistischen Schattenstaates bekleiden, den die Autorin ersonnen hat. Leticia, Marcus, Arina, Moshe und Sajit heißen die fünf Jugendlichen, die über unterschiedliche energetische Kräfte verfügen, deren Einsatz sie jedoch selber noch nicht vollständig beherrschen. Mit diesen Kindern will eine obskure »Vereinigung« die Schöpfungsgeschichte grundlegend verändern.

Allerdings scheinen sich die Jugendlichen nicht richtig wohl dabei zu fühlen und versuchen immer wieder, zu entkommen. Außerdem gibt es ein geheimnisvolles Archiv, in dem die »Chroniken von Ilumnia« schlummern, die in einer uralten Runensprache verfasst wurden. Schießlich kommt der regierende Councellor unerwartet ums Leben und wird von einem despotischen Aufsteiger in seinem Amt beerbt.

Der erste Band der offensichtlich auf zahlreiche Teile angelegten Fortsetzungsgeschichte mäandert mit einer gewissen Trägheit durch die Geschehnisse. Die Autorin hat sich viel Mühe gegeben, ihre Idee umzusetzen, die straffende und einfühlsam ordnende Hand eines Lektors würde dem Text jedoch ebenso wie eine konsequente Korrektur der mitunter eigenwilligen Zeichensetzung nutzen. Dies lohnt sich schon aus dem Grund, weil in dem Debut der jungen Autorin durchaus Potential steckt.


Der Dreißigjährige der aus dem Fenster fiel und starb (Ein Lisa Becker Kurzkrimi 1)
Der Dreißigjährige der aus dem Fenster fiel und starb (Ein Lisa Becker Kurzkrimi 1)
Preis: EUR 0,00

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Amüsante Kurzgeschichte mit vorhersehbarem Ausgang, 19. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Überschriften kann Falko Rademacher. Das darf ihm bei dieser Anspielung auf Jonas Jonassons Bestseller attestiert werden. Ob er indes auch literarisch mit dem Verfasser des »Hundertjährigen …« mithalten kann, bezweifele ich nach diesem Kurzkrimi schon aufgrund der bemühten Flapsigkeit seiner Sprache, die den Sturz einer »Hodenzecke der Familie« aus dem ersten Stock einer Mietwohnung thematisiert.

Ein Möchtegern-Mafioso stürzt also aus dem Fenster und hinterlässt einen hässlichen Fleck. »Eine Absperrung drumrum, zwei Wachen, und schon war der Drops gelutscht«. Für Hauptkommissar Fabian Zonk und seine Kollegin Lisa Becker, deren Rubensfigur ihn ständig auf andere Gedanken bringt, eigentlich kein großer Fall.

Eine amüsante Kurzgeschichte mit leider vorhersehbarem Ausgang, nach der Leser sich enscheiden können, ob sie mehr von dem verliebten Polizistenpärchen lesen wollen. Trotz einer Anspielung des Autors auf P. G. Wodehouse überzeugen mich Sprache und Stil allerdings nicht in dem Maße, dass ich den Abenteuern der beiden Polizisten zwingend folgen muss.


Host me!? - Kindle eBooks erstellen und erfolgreich bewerben
Host me!? - Kindle eBooks erstellen und erfolgreich bewerben
Preis: EUR 0,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut gemeint statt gut gemacht, 19. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein Ratgeber gibt naturgemäß bereits in der Überschrift ein konkretes Versprechen ab. Der Leser erwartet folgerichtig konkrete Hilfestellung bei der Beantwortung einer Fragestellung. An diese Messlatte muss sich jeder Ratgeber legen lassen, bevor es Sinn macht, ins Detail zu gehen.

Im vorliegenden Fall hat der Autor sein Thema so stark eingegrenzt, dass sich sein allgemein gehaltener Titel eigentlich verbietet. Denn im Kern beschreibt Tobias Schindegger in seinem Buch, wie er persönlich E-Books mittels Calibre baut und was er anschließend unternimmt, um es bekannt zu machen.

Schindegger arbeitet und denkt aus Windows-Sicht. Er grenzt damit den nicht unwesentlichen Teil der Self-Publisher aus, die apple-Rechner einsetzen. Zudem erweckt er den Eindruck, als sei Calibre der einzige und beste Weg zum E-Book. Dies wiederum wird von Teilen der E-Book-Gemeinde heftig bestritten, die Jutoh als das mächtigste Werkzeug zur Erstellung der erforderlichen Dateien nutzen. Dieses Programm bleibt jedoch ebenso wie InDesign oder Papyrus, aus dem sich direkt Mobis generieren lassen, unerwähnt. Der Buchtitel lässt sehr viel mehr erwarten.

Bei einem Blick in die im Buch präsentierten Inhalte fällt auf, dass die Möglichkeiten und Optionen von Calibre weitgehend augeblendet werden. Schließlich gibt es dutzende Optionen hinsichtlich Layout, Seiteneinrichtung, Inhaltsverzeichnis und Strukturerkennung bei Calibre. Hier läge die große Chance des Autors, mit Wissen zu punkten, zumal es keine vernünfige Calibre-Gebrauchsanweisung gibt.

Leider gibt es schließlich noch einen dicken inhaltlichen Korken zu melden: Die wiederholte Behauptung, nur Autoren, die sich exklusiv an Amazon-Kindle binden, kämen in den Genuss des 70-Prozent-Honorars für höherpreisige Bücher, ist schlichtweg Quatsch. Dies gilt lediglich für den Vertrieb in Japan, Brasilien, Mexiko und Indien, also Länder, die für deutschsprachige Texte keinerlei Rolle spielen.

Im Ergebnis zeigt die Lektüre, wie schwer es ist, ein lesbares und umfassendes Vademecum zu verfassen, das seinem selbst gestellten Anspruch gerecht wird. Gut gemeint ist eben nicht immer gleich gut gemacht. Unter zusätzlicher Berücksichtigung zahlreicher Flüchtigkeitsfehler und einem vollkommen lieblos gestalteten Buchcover gebe ich drei Sterne für die diversen nützlichen Links, die das Werk enthält.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 13, 2014 11:06 AM MEST


Die Reise der blauen Perle nach Kambodscha
Die Reise der blauen Perle nach Kambodscha
Preis: EUR 2,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannende Serie mit viel Potential, 19. Mai 2014
Im dritten Band ihre fantastischen Erzählung von der blauen Perle, die von Land zu Land wandert, landet die Autorin in Kambodscha. Hier trifft ein kleiner Junge auf eine von Tierfängern bedrohte Gibbonmutter und ihr Junges. Durch die Magie der Perle versteht Heng, der Protagonist, die Affensprache, während die anderen Menschen diese natürlich nicht verstehen. Gemeinsam besuchen die Gefährten Sehenswürdigkeiten des Landes und erfahren dabei viel über Land, Leute und Kultur.

Die Abenteuerserie »Die Reise der blauen Perle« will Mädchen und Jungen die Augen für die Länder der Welt öffnen. Jeder Band der Abenteuerserie spielt in einem neuen Land mit neuen Hauptfiguren und ist eine in sich abgeschlossene Geschichte. Die geheimnisvolle blaue Perle bringt ein Mädchen oder einen Jungen mit einem landestypischen Tier zusammen. Sie freunden sich an und erleben zwei unvergessliche Tage. Die blaue Perle ist eine Metapher für unsere Erde: kostbar und geheimnisvoll. Dass die Kinder die blaue Perle immer an einen Freund senden müssen, symbolisiert, dass die Erde nicht unser Eigentum ist und dass wir zunehmend vernetzt sind. Im Anhang der jeweiligen Abenteuer gibt es Nützliches, wie einen kleinen Sprachführer und kindgerechte Links für die eigene Recherche.

Das zentrale Anliegen der Buchreihe um die blaue Perle ist lebendige Wissensvermittlung. Die dosierte Abgabe von Wissen ist eine pädagogische Aufgabe, der sich die Autorin mit Hingabe hingibt. Ob dies jüngere Leser tatsächlich interessiert oder eventuell eher abschreckt, vermag ich nicht zu beurteilen. Sicher bin ich aber, dass mehr Farbe den Geschichten gut bekommen würde. Es handelt sich bei Kambodscha schließlich um ein exotisches Land, das den allermeisten Lesern unbekannt sein dürfte, und da helfen Farbe, Geräusche und Gerüche über allzu trockene Stellen hinweg. Besonders der akademisch gebildete Autor muss mit viel Fingerspitzengefühl trockene Fakten ansprechend verpacken. Nur dann schaltet der Leser sein Kopfkino an und folgt dem Autor atemlos in dessen Welt. Ziel des Buches ist schließlich, den jungen Leser auf eine Reise einzuladen und ihm das gemeinsame Erleben derart schmackhaft zu machen, dass er sehnsüchtig die nächste Folge der magischen Weltreise erwartet. In dieser Hinsicht traue ich der Autorin noch sehr viel mehr zu.

Die Idee zu der Länder-Abenteuerserie kam Mo Anders übrigens auf Maui. Mangels Kinderbücher im Reisegepäck erfand sie die Geschichte eines Kindes, das sich mit einem Delfin anfreundet. Jeden Abend folgte ein weiteres spannendes Abenteuer, in das sie Informationen zum Ausflug des nächsten Tages schmuggelte. Die beiden Freunde tauchten wagemutig nach einem versunkenen Schatz, bestiegen mühsam den Vulkan Haleakala, beobachteten gebannt die imposanten Buckelwale in der Bucht und kosteten beim Luau neugierig hawaiianische Spezialitäten. Eines Tages tappte ihre jüngste Tochter mitten in der Nacht barfuß ans Bett und weckte die Mutter mit der Forderung, die Geschichte sofort weiterzuerzählen. Damit war die Idee für eine Abenteuerserie, in der Kinder Besonderheiten von Ländern entdecken können, geboren.


Zwölf Jahre als Sklave - 12 Years A Slave (Gesamtausgabe)
Zwölf Jahre als Sklave - 12 Years A Slave (Gesamtausgabe)
Preis: EUR 2,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lässt das Blut in den Adern gefrieren, 12. Mai 2014
Durch den mit einem Oscar als bester Film des Jahres 2014 ausgezeichneten Film »12 Years a Slave« des britischen Regisseurs Steve McQueen ist ein 1853 erschienener autobiographischer Text wieder ans Licht der Öffentlichkeit gekommen, der in seiner Eindringlichkeit das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Es handelt sich dabei um »Zwölf Jahre als Sklave« von Solomon Northup, die bewegende Autobiographie eines frei geborenen schwarzen Amerikaners, der entführt und versklavt wurde, ehe er endlich befreit wurde. Dieser Augenzeugenbericht berichtet aus erster Hand über die barbarischen Bedingungen, unter denen viele Schwarze in den Südstaaten arbeiten und vegetieren mussten. Northup, den Sklavenhändler betäubten und seiner Familie entrissen, beschreibt eindringlich seine Erlebnisse als herrenloses Tier, das von seinen jeweiligen Besitzern nach Gutdünken herumgestoßen, misshandelt und verkauft werden konnte. Er bezeugt zugleich, dass es unter den Sklavenhaltern sowohl menschliche als auch grausame Männer gab.

Regisseur Steve McQueen hatte schon länger den Wunsch, einen Film über Sklaverei zu machen und über einen Schwarzen zu erzählen, der in die Sklaverei verschleppt wird. Aber er wusste nicht, wie sich so etwas tatsächlich abgespielt hatte. Seine Frau riet ihm, sich an einen historisch verbürgten Fall zu orientieren. So entdeckten sie das Buch von Solomon Northup. Steve McQueen im Interview: »Als ich es las, war ich fertig … Es war, als hätte ich das Tagebuch der Anne Frank in die Hände bekommen.«

Die Historikerin Petra Foede legte gemeinsam mit dem Buchgestalter und Setzer Rainer Zenz parallel zum Film eine Übersetzung der Erinnerungen Northups vor. Ihr E-Book brilliert (im Unterschied zu zeitgleich vorgelegten Ausgaben) mit Originalillustrationen, umfangreichen Anmerkungen, einem Nachwort zum weiteren Leben der Autors, zur Rezeptionsgeschichte des Buches sowie einer historischen Fotodokumentation. Die Übersetzerin erläutert den Erfolg des Buches, der an »Onkel Toms Hütte« von Harriert Beecher Stowe anknüpfte, das ein Jahr (1852) früher erschienen war. Sie ordnet das Werk in einen Kreis von rund 80 ähnlichen Autobiographien ein, die seinerzeit eine neue Literaturgattung, die »Sklavenerzählung« (slave narrative), begründeten. Northups Werk erreichte Auflagenzahlen wie kein anderes Werk des Genres, deren Autoren sich der Antisklaverei-Bewegung verpflichtet sahen.

Die Lektüre der Lebensschilderung von Solomon Northup hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck über das Martyrium eines frei geborenen Amerikaners, der lediglich aufgrund seiner Hautfarbe in die Sklaverei verschleppt wurde. Es handelt sich um die ergreifende Schilderung eines der vielen traurigen Kapitel der amerikanischen Geschichte, die ohne Schwarzweißmalerei auskommt.


Exit Marrakech
Exit Marrakech
DVD ~ Ulrich Tukur
Preis: EUR 12,99

8 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Emotional mitreißendes, sinnliches Filmepos, 11. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Exit Marrakech (DVD)
Die Geschichte einer zerbrochenen Familie vor exotischem Hintergrund. Vater (Ulrich Tukur), der gerade ein Theaterstück in Marokko inszeniert, lädt seinen bei seiner Ex lebenden Sohn Ben (Samuel Schneider) ein, dessen 17. Geburtstag in Marrakesch zu verbringen. Während der Herr Papa meint, das Land aus der Perspektive von Hochkultur und Luxushotel aus erfahren zu können, bricht der Sohn aus. Er verlässt an der Hand von Karima, einer wunderschönen jungen Berberin (Hafsia Hezi), die sich für ihre Familie prostituiert, die Stadt und fährt mit ihr zu dem kleinen Dorf ihrer Eltern im Atlasgebirge. Dort erlebt er Land und Leute in ihren teilweise noch mittelalterlich anmutenden Auffassungen unmittelbar und erfüllt sich den Traum, in der Wüste auf currygelben Dünen zu surfen.

Sein Vater sucht derzeit nach dem verlorenen Sohn, bezahlt dazu korrupte Polizeibeamte und spürt ihn schließlich mit deren Hilfe auf. Bei der nächtlichen Heimfahrt geschieht ein Autounfall. Der Sohn rettet seinem Vater das Leben und erfährt die Hilfsbereitschaft der Einheimischen. Durch die Ereignisse finden Vater und Sohn wieder zueinander, im Ergebnis lernt Ben die neue Frau seines Vaters und deren Tochter kennen.

Dieser stille, unspektakulär aufgebaute Film lebt neben der nachvollziehbaren Geschichte von eindrucksvollen Bildern von Land und Leuten. Dabei handelt es sich – trotz der wohl erfolgten Subventionierung – um keinen platten Marokko-Werbefilm. Elend und Korruption werden ebenso deutlich herausgearbeitet wie der Widerspruch zwischen verschwenderischer Hochkultur und der Armut der Bevölkerung.

Untermalt von der packenden Filmmusik von Niki Reiser präsentiert Regisseurin Caroline Link ein emotional mitreißendes, sinnliches Filmepos.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20