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Rezensionen verfasst von
Ruprecht Frieling "Prinz Rupi" (Berlin)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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Drug War
Drug War
DVD ~ Sun Honglei
Preis: EUR 11,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eiskalt, grausam, emotionslos, 12. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Drug War (DVD)
Dieser eiskalte, grausame Film, in dem vollkommen emotionslos von Akteuren mit unbewegten Gesichtern getötet wird, endet in einer Blutorgie, bei der schließlich Gut und Böse gemeinsam am Boden liegen.

Die Geschichte spielt in der Volksrepublik China und wurde dort an verschiedenen Schauplätzen gedreht. Es ist also, und das ist vielleicht das Interessanteste an dem Streifen, keiner der zahllosen China-Filme »Made in Hongkong«.

Auffällig ist, wie hoch technisiert die Drogenfahnder sind. Abgesehen davon, dass Personal in schnellen Autos in unbegrenzter Menge auf Zuruf verfügbar ist, verfügen die Polizisten über Wagenladungen bester Minikameras, Handys, Abhörgeräte und Laptops. Ihre Möglichkeiten scheinen schier unendlich, und man fragt sich, wieso es eigentlich überhaupt noch Drogenhändler in Volkschina geben kann, wenn denn die dortigen Strafverfolgungsbehörden derart exzellent ausgestattet sind.

Das Interesse der volkschinesischen Seite an der Produktion bestand sicherlich darin, aufzuzeigen, wie effektiv ihre Exekutive arbeitet und wie erbarmungslos sie gegen Drogendealer vorgeht. So droht jedem Chinesen, der mehr als 50 Gramm Drogen herstellt, die Todesstrafe. Das bildet dann auch den inhaltlichen Hintergrund der Geschichte: Ein Drogendealer kooperiert mit der Polizei, um seinen eigenen Hals zu retten und liefert eine siebenköpfige Drogen-Hydra ans Messer. Mehr Handlung gibt es nicht – alles andere besteht aus wilden Verfolgungsfahrten, Zugreisen und Schießereien.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 3, 2014 7:25 PM CET


Zauberkunst lernen mit Thommy Ten
Zauberkunst lernen mit Thommy Ten
von Thomas Höschele
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,50

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut Trick!, 11. Februar 2014
Thomas Höschele war zehn Jahre jung, als es das erste Mal im Wohnzimmer der elterlichen Wohnung eine selbst gebastelte Bühne erklomm, um sein Publikum zu verzaubern. Er hatte von seinen Eltern einen Zauberkasten bekommen und führte die Tricks vor, die er daraus gelernt hatte. Schnell bemerkte der kleine Magier, dass sehr viel mehr dazu gehört, um Zuschauer zu verzaubern, als lediglich Tricks zu zeigen. Er erfand Geschichten rund um seine Kunststücke und begriff, dass die Magie tatsächlich im Kopf des Publikums stattfindet.

Mittlerweile ist Höschele unter dem Künstlernamen »Thommy Ten« mehrfacher deutscher und österreichischer Meister der Zauberkunst und wurde 2012 zu den Top-Mentalmagiern bei den Weltmeisterschaften der Magie erwählt.

In diesem Buch nun verrät der Zauberkünstler seinem jugendlichen Nachwuchs, der ebenso gern die Herzen der Zuschauer gewinnen will, seine zehn besten Tricks. Er erklärt anhand detaillierter How-to-do-Fotos, wie aus zwei Bindfäden einer gemacht werden kann, wie ein aufgemalter Punkt von einem Fingernagel auf den anderen springt, wie man mit Gummibändern zaubert und wie Münzen auf geheimnisvolle Art verschwinden.

Sympathisch an diesem Buch ist, dass jeder Trick mit einer kleinen biografischen Erinnerung von Eltern, Freunden und Verwandten eingeleitet wird. So wird deutlich, dass jeder große Zauberer einmal klein angefangen hat und nur durch ständiges Üben und immer neue Auftritte zur Meisterschaft kommt.

Das Buch empfiehlt sich für den Zauberernachwuchs ab acht Jahre. Wer die zehn vorgestellten Tricks beherrscht und – angespornt von begeisterten Zuschauern – Lust verspürt, tiefer in die Thematik einzutauchen, hat dann vielleicht Lust zur Kontaktaufnahme mit einem Magischen Zirkel, den es in jedem Land gibt. Und – Abrakadabra – vielleicht findet durch die Lektüre dieses Buches der größte Zauberkünstler kommender Jahrzehnte seinen Weg in die Welt der Magie.


& His Big Blues Band: Live 2012
& His Big Blues Band: Live 2012

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Bass-Legende brilliert, 11. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: & His Big Blues Band: Live 2012 (Audio CD)
Jack Bruce ist eine der großen Legenden des weißen Jazz & Blues und wird nicht nur von der britischen »Sunday Times« als einer der größten Bassgitarristen aller Zeiten bezeichnet.

Der 1943 geborene Schotte begleitete Musiker wie Alexis Korner, Graham Bond und Manfred Mann. Höhepunkt seiner Karriere war sicherlich das Trio »Cream«, das er mit Eric Clapton und Ginger Baker bildete. Durch seinen ständigen Konflikt mit Baker brach das Power-Trio jedoch rasch zusammen und blieb auch in der »Reunion«-Phase ohne Zukunft.

Bruce war bereits bei »Cream« in die Rolle des Leadsängers geschlüpft und hatte durch seine aggressive Improvisationstechnik die Bassgitarre als ein der Leadgitarre ebenbürtiges Soloinstrument durchgesetzt. In dieser Zeit schrieb er auch seine größten Hits, die auf dieser Doppel-CD neu erklingen. Dazu zählen Ohrwürmer wie »Spoonful«, »Sunshine of your Love«, »Born under a bad sign« und »White Rooms«.

Spannend wird die vorliegende Aufnahme durch den Variantenreichtum, den Bruce auf seinem knurrigen Gibson-Bass vorführt. Das Stück, das mich am nachhaltigsten berührt, ist der Zehnminüter »We're going wrong«, das Kenner bereits vom Cream-Album »Disraeli Gears« kennen. Seine brüchige Stimme steigert sich mit schier endlos gedehnten Vokalen, während der Schlagzeugpart mit Filzschlegeln gespielt wird und dadurch die unheimlich-psychedelische Stimmung des Songs betont.


Capote
Capote
DVD ~ Catherine Keener
Preis: EUR 7,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen R.I.P. Philip Seymour Hoffman, 10. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Capote (DVD)
Philip Seymour Hoffman, der am 2. Februar 2014 mit einer Nadel im Arm in seiner Wohnung tot aufgefunden war, scheint bis zum letzten Atemzug die Figur gelebt zu haben, die ihn berühmt gemacht hat: Truman Capote.

Denn auch Schriftsteller Truman Capote, den Hoffman in dem gleichnamigen Spielfilm verkörpert, war zum Schluss ein von Kokain und Alkohol gezeichnetes Wrack. Berühmt ist seine Aussage: »Ich trinke, um es überhaut auszuhalten«. Ähnlich scheint es auch Hoffmann ergangen zu sein, der wiederholt Entziehungskuren absolvierte und unter dem Druck stand, noch einmal ähnlich Großes zu leisten wie seine filmische Verkörperung des exzentrischen US-Schriftstellers.

Nun behandelt der Film »Truman Capote« – und das ist zurückblickend eigentlich schade – nur einen Ausschnitt des Lebens des berühmten Schriftstellers. Er beginnt mit Trumans Reise nach Kansas und seinem Plan, eine Kriminalreportage zu schreiben. Gerade hatte er einen Bombenerfolg mit dem Roman »Frühstück bei Tiffany's« gelandet, der später mit Audrey Hepburn verfilmt wurde. Doch die Belletristik empfand er als Sackgasse. Er fühlte sich von Fakten fasziniert und begann, sich der Tatsachenliteratur zuzuwenden.

Am 16. November 1959 stieß der exaltierte Schriftsteller mit der Piepsstimme in der »New York Times« auf eine einspaltige Meldung: »Reicher Farmer und drei Angehörige ermordet«. Das Thema sollte ihn jahrelang in Atem halten, zumal er ein nahezu intimes Verhältnis zu den Tätern aufbaute, das ihm half, ihr Seelenleben zu sezieren.

Im Ergebnis entstand «Kaltblütig«, eine der einfühlsamsten Kriminalreportagen der Weltliteratur. Gleichzeitig befruchtete Capote mit seinem Werk, für dessen Veröffentlichung er die Hinrichtung der beiden Mörder abwartete, das Genre des »New Journalism«, ein extrem subjektiv geprägter Reportagestil, der gern Randfiguren zu Hauptdarstellern macht und Themen aus einem völlig unerwarteten Gesichtswinkel beleuchtet. Mit der Herausgabe von »Kaltblütig« endet der Streifen.

Philip Seymour Hoffman gelingt es in dem Film meisterhaft, Truman Capotes schrill-tuntiges Wesen zu gestalten. Er selbst verschwindet so stark hinter der Rolle, mit der er förmlich verschmolz, dass der Schauspieler fast unsichtbar wird. Damit wurde er selbst zu einem solch wunderbar-eigenartigen Wesen wie es Capote nach Ansicht seines Biografen Gerald Clarke, der an dem Streifen mitwirkte, selbst gewesen war. Es erscheint insofern nur folgerichtig, dass der Mime 2006 den »Oscar« als bester männlicher Hauptdarsteller für seine enorme Leistung erhielt.

Hoffman spielte zwar auch nach seiner Hauptrolle in »Truman Capote« tolle große Rollen – »Die Tribute von Panem – Catching Fire«, »The Big Lebowski«, »Mission Impossible III« und »Iden des März« seien genannt. Aber der erneute große Wurf blieb aus. Und so wie es auch Capote nicht mehr schaffte, nach »Kaltblütig« ein wirklich großes Werk zu schreiben, so war es auch Hoffman nicht mehr vergönnt, noch einmal ganz groß herauszukommen.

Schauspieler Philip Seymour Hoffman wurde lediglich 46 Jahre alt. Mit »Truman Capote« hinterlässt er ein Denkmal, und motiviert vielleicht darüber hinaus den ein oder anderen, sich mit Leben und Werk Capotes auseinanderzusetzen.


Marabu Montagekleber Fixogum/290110000 Inh.50g
Marabu Montagekleber Fixogum/290110000 Inh.50g
Wird angeboten von Gisi's Laden
Preis: EUR 3,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Kleber für den Foto-Profi, 9. Februar 2014
Fixogum benutze ich seit meiner Ausbildung zum Fotografen am Berliner Lette-Verein vor 40 Jahren. Es handelt sich aus meiner Sicht um das beständigste Produkt seiner Art, das in vollem Umfang Papiere aller Art klebt, ohne dass chemische Rückstände oder Farbigkeiten durchschlagen. Auf der anderen Seite ist es auch noch nach vielen Jahren möglich, die verklebten Teile rückstandsfrei voneinander zu lösen.

Besonders positiv an diesem Produkt ist schließlich, dass sich überschüssiges Material ohne Rückstände entfernen (abrubbeln) lässt.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 10, 2014 6:07 PM CET


FIXOGUM "RUBBER CEMENT" 500GR.
FIXOGUM "RUBBER CEMENT" 500GR.
Wird angeboten von DIGI-trend
Preis: EUR 14,22

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bester Fotokleber seit 40 Jahren, 9. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Fixogum benutze ich seit meiner Ausbildung zum Fotografen am Berliner Lette-Verein vor 40 Jahren. Es handelt sich aus meiner Sicht um das beständigste Produkt seiner Art, das in vollem Umfang Papiere aller Art klebt, ohne dass chemische Rückstände oder Farbigkeiten durchschlagen. Auf der anderen Seite ist es auch noch nach vielen Jahren möglich, die verklebten Teile rückstandsfrei voneinander zu lösen.

Besonders positiv an diesem Produkt ist schließlich, dass sich überschüssiges Material ohne Rückstände entfernen (abrubbeln) lässt.

Die hier angebotene 500-Gramm-Dose bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für den Superkleber.


Cloud Atlas
Cloud Atlas
DVD ~ Tom Hanks
Preis: EUR 4,97

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Cineastischer Wahnwitz mit rotem Faden, 6. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Cloud Atlas (DVD)
Nachdem ich »Cloud Atlas« im Kino gesehen hatte und dabei nur einen Teil der vielen Fäden, die mir in die Hand gespielt wurden, verknüpfen konnte, war ich ebenso verwirrt wie fasziniert. Deshalb habe ich mich der Sogwirkung des Streifens nach vielen Monaten erneut im Heimkino ergeben – und dies gleich zwei Mal hintereinander!

Fasziniert war und bin ich von dem Werk aufgrund seiner Vielschichtigkeit und der Neugierde, die bei mir geweckt wurde, wie denn die verschiedenen Figuren in Zeit und Raum zusammenhängen. Dies auf Anhieb zu verstehen, fällt schwer, denn durch diverse, teilweise harte Schnitte wird der Zuschauer immer wieder in ein gänzlich anderes Szenario katapultiert, statt sauber mit der Zeitmaschine von Stockwerk zu Stockwerk zu reisen. Recht schnell wird jedoch deutlich, dass der scheinbare Wahnwitz der Erzählung einer Methode folgt, über einen starken roten Faden verfügt und eine klare Struktur aufweist.

Phantastisches Puzzle

Gedanklicher Zusammenhalt des Filmepos ist eine Melodie – das »Wolkenatlas Sextett«, das von einem Komponisten in Gedanken an seine von ihm getrennt lebende große Liebe geschrieben wird. Es verkörpert die Vorstellung, dass Menschen sich in verschiedenen Leben und verschiedenen Epochen immer wieder begegnen – und sei es durch die Konsequenzen ihres Handelns. Im Film klingt diese Musik mal in einem diesseitigen Schallplattenladen, mal in einem futuristisch-alptraumhaften Café an, in der alle Kellnerinnen dasselbe Gesicht haben.

Der gesamte Film dreht sich nun um unsere Taten, seien sie gut oder schlecht und um die Auswirkungen, die jede einzelne von ihnen und damit jeder Einzelne von uns auf den Fortgang der Weltgeschichte bis hin zum Fortbestand unseres Planeten hat. Unsere Leben gehören uns nicht allein, wird in sechs verschachtelten Geschichten behauptet. Vielmehr seien wir alle miteinander verbunden mit anderen Menschen aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Glaube und Liebe seien maßgebliche Kräfte, die ihren Ursprung weit vor unserer Geburt nehmen und unser Leben bestimmen. Kurz: Was auch immer wir tun, es hat Auswirkungen auf das, was folgt, mag es auch noch so unbedeutend scheinen.

Um dies zu veranschaulichen, werden sechs Geschichten erzählt, die eng miteinander verwoben sind und immer wieder Bezug aufeinander nehmen.

Verwobene Geschichten

Da durchpflügt der amerikanische Anwalt Ewing 1849 im Auftrag von Sklavenhändlern den Pazifik, wo er mit der Unterdrückung der Maori konfrontiert und von einem geldgierigen Arzt mit Gift »behandelt« wird. Der Anwalt verfasst auf der Heimreise ein Tagebuch, dessen eine Hälfte dem Komponisten und späteren »Wolkenatlas-Sextett«-Schöpfer Robert Frobisher 1936 in die Hände fällt. Dieser wird durch die Lektüre des Berichts derart angeturnt, dass er seine verflossene große Liebe Rufus Sixsmith bittet, den zweiten Teil des Buches für ihn zu suchen.

Sixsmith wiederum begegnet Jahrzehnte später in einem steckengebliebenen Aufzug einer jungen Reporterin namens Luisa Rey, die einem Geheimnis um einen defekten Atom-Meiler auf der Spur ist. Er hinterlässt ihr die Briefe seiner Jugendliebe Frobisher. Nach einer spannenden Verfolgungsjagd trifft die Journalistin Sixsmiths Nichte und tauscht die Briefe gegen einen Hintergrundbericht über den defekten Reaktor.

Luisa Reys Reportage fällt 2012 dem Verleger Timothy Cavendish auf, der sie als Buch verlegt, nachdem er auf wundervolle Weise aus einem geschlossenen Altenheim flieht, in das ihn sein rachsüchtiger Bruder gesteckt hat. Bei seinem Ausbruch aus dem Seniorengefängnis erklärt er: »Das ist Verstoß gegen die Bestimmungen des Freiheitsschutzgesetzes. Ich werde diesen kriminellen Missbrauch nicht tolerieren.« Er schreibt sein Leben auf, es wird verfilmt.

Anno 2144 sieht diesen Spielfilm in einer futuristischen Welt ein Klonsklavin namens Sonmi-451, die von Rebellen vor der Verarbeitung zu Biomasse gerettet wird. Inspiriert durch den rebellischen Aufruf von Cavendish verfasst Somni selbst einen Appell zur Freiheit und klärt über die Verbrechen der Herrschenden auf. Noch während ihre Rede ausgestrahlt wird, stürmen Regierungssoldaten die Sendestation. Das Mädchen wird verhaftet und vor ihrer Hinrichtung von einem Archivar über ihre Erlebnisse befragt. Die Veröffentlichung der Wahrheit macht sie zu einer gottgleichen Heldin, an die viele Menschen glauben.

Im Jahr 106 nach der Apokalypse, mit der die Erde in die Eisenzeit zurückgebombt wurde, trifft der Ziegenhirte Zachary auf Meronym, eine der letzten Vertreterinnen der einstigen Hochkultur, die zu Handelszwecken mit seinem Volk Kontakt hält. Er führt sie auf ihr Bitten durch ein von Menschenfressern beherrschtes Gebiet auf die Spitze eines heiligen Berges. Dort steht die Kommunikationsstation, von der Somni einst ihren Freiheitsaufruf ins Weltall schickte. Mittels dieser Anlage gelingt es, Kontakt zu anderen bewohnten Planeten aufzunehmen, die Hilfe schicken, um die beiden von der verseuchten Erde abzuholen.

Der Film klingt aus, wie er begann: Ein alter Mann, eben der einstige Ziegenhirte Zachary, erzählt Kindern seine Geschichte und zeigt ihnen am Sternenhimmel, von welchem blauen Planeten er stammt. Eine anfangs scheinbar heillos verworrene Geschichte fügt und rundet sich auf wundervollste Weise.

Grandiose Schauspieler

Nach drei bisweilen verwirrenden Stunden wird im Abspann des Filmes verraten, welche unglaublichen Leistungen die Schauspieler samt ihrer Kostüm- und Maskenbildner in dem Opus geleistet haben. Denn alle Hauptdarsteller verkörpern jeweils sechs verschiedene Rollen und spielen in jedem der sechs Teile der Geschichte mit. Männer spielen Frauen und umgekehrt, sie schlüpfen in verschiedene Rassen, Klassen und Nationalitäten.

Hugh Grant ist einmal der Anführer der Kannibalen, dann der kriminelle Reaktorboss und auch der Bösewicht, der seinen eigenen Bruder in ein Altengefängnis sperrt. Halle Berry interpretiert mal Meronym, mal die Journalistin Luise Rey, mal einen sadistischen Doktor, dann eine deutsche Jüdin. Hugo Weaving brilliert als sadistische Oberschwester, Doona Bae verkörpert Somni. Tom Hanks spielt einen Hoteldirektor in einer Absteige in Edinburgh, aber auch den Eingeborene Zachary. Jim Broadbent, Hugh Weaving, Ben Wishaw – sie alle tragen dazu bei, ein vielschichtiges Kunstwerk zu entwerfen, das – ohne Übertreibung – seinesgleichen sucht.

Genretechnisch gibt es einen klassischen Krimi im Stil des Film Noir, ein Science-Fiction-Abenteuer, eine wundervolle Komödie, einen packenden Historienfilm. Es gib wilde Verfolgungsfahrten, Ballerszenen und furiose Kämpfe, Hetzjagden, Szenen voller Melancholie und Wehmut … Man könnte aus dem Film bequem mehrere Spielfilme schneiden.

Mein Fazit

»Cloud Atlas« ist nicht nur der teuerste deutsche Film aller Zeiten. Er ist auch einer der anspruchsvollsten und verschlungensten Streifen, den ich je gesehen habe. Schauspielerisch hochkarätig besetzt, meisterhaft inszeniert und in jedem Augenblick für eine Überraschung gut. Die Regisseure Andy und Lana Wachowski im Gespann mit Tom Tywker haben Unvergleichbares geleistet. Wer bereit ist, sich auf ein gänzlich neues Sehen einzulassen, der wird mit diesem Film reich beschenkt.


Die Self-Publisher-Bibel - Das Jahrbuch für Indie-Autoren 2013
Die Self-Publisher-Bibel - Das Jahrbuch für Indie-Autoren 2013
Preis: EUR 4,99

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ultimativer Führer durch das grenzenlose E-Book-Universum, 4. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Buch hat eine spannende Entstehungsgeschichte: Ursprünglich war im Sommer 2012 angedacht, den Erfahrungsschatz für das noch junge Medium E-Book zu sammeln und einen kleinen Teil der dafür erforderlichen Arbeitskraft quasi im Subskriptionsverfahren via Crowdfunding zu finanzieren. Dieser Plan wurde spontan von bereits erfolgreichen Self-Publishern wie Emily Bold, Michael Linnemann und Jonas Winner unterstützt. In der Masse der Indie-Autoren fand er jedoch kaum Zuspruch, weil die Gratis-Mentalität des Internets vorherrschte. Man brauchte nur in einschlägigen Foren oder in der Facebook-Gruppe der Self-Publisher Fragen stellen, und schon kamen mehr oder weniger hilfreiche Antworten aus allen Richtungen.

Trotz des eigentlich verfehlten Starts der »Bibel« ließ sich Matthias Matting nicht davon abbringen, mit der ungestümen Leidenschaft einer journalistischen Wühlmaus Frage um Frage umzugraben und thematisch aufzubereiten. Er veröffentlichte die Antworten in seinem eigens geschaffenen Blog Selfpublisherbibel.de, der sich blitzschnell größter Beliebtheit erfreute. Quasi über Nacht wurde der Redakteur zur grauen Eminenz der E-Book-Ratgeberautoren, und das war wohlverdient.

Das vorliegende E-Book sammelt nun die wesentlichen Beiträge seines Blogs und macht damit in konzentrierter Form deutlich, welch enorme journalistische Arbeit Matting in den zurückliegenden Monaten geleistet hat. In 135 Artikel informiert der Workaholic über den Stand des Self-Publishings im deutschsprachigen Raum. Er recherchiert technische Fragen der Herstellung und Konvertierung der Elektrobücher bis zu deren Verbreitung auf verschiedenen Plattformen. Er zeigt Werbewege auf, informiert über Selbstversuche und Experimente und interviewt Dienstleister und Verlagsfachleute. Die Themenvielfalt reicht von Kopierschutz über das viel diskutierte Amazon-Ranking bis hin zur Anfertigung und Veröffentlichung von Übersetzungen.

Mit fällt spontan kein Thema ein, das Matthias Matting ausgelassen hat, und ich frage mich gespannt, wie er denn den nächsten Jahrgang der »Bibel«, die sich mir als ultimativer Führer durch das scheinbar grenzenlose E-Book-Universum darstellt, füllen wird. Für die vorliegende Ausgabe kann ich jedenfalls einen klaren KAUFBEFEHL aussprechen, denn wer sich als Elektro-Autor dieses Wissen nicht auf seinen Reader packt, der verpasst seine Chance. Dies glaube ich als Verfasser thematisch begleitender Autoren-Ratgeber wie KINDLE FÜR AUTOREN oder: Wie veröffentliche ich ein E-Book auf amazon.de? sehr genau beurteilen zu können.

Schließlich sei dem Bibel-Verfasser auch ein materieller Erfolg gewünscht, denn für all seine Arbeit wurde er bislang lediglich in der Währung Anerkennung entlohnt.


Wie sie New York Times und Amazon Bestseller werden
Wie sie New York Times und Amazon Bestseller werden
Preis: EUR 0,89

33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Geisterbeschwörung für Dummies, 3. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Diese kurze Epistel stammt von einer selbst Google und der NSA gänzlich unbekannten Autorin, die angeblich unter einem ungenannten Pseudonym einen New-York-Times-Bestseller verfasst haben will.

Der mit lustigen Rechtschreib- und Interpunktionsfehlern gespickte Text will hungrigen Möchtegern-Bestseller-Autoren Marketinggeheimnisse vermitteln, »die sie nicht kostenlos finden werden, um Bestseller/in zu werden sind das A und O beim Prozess ganz nach oben«.

Die im Titel aufgeworfene Frage, wie man »New York Times und Amazon Bestseller werden« könne, wird gleich auf den ersten Seiten beantwortet: Es handelt sich um platte Werbung für »Soeren Gelder und sein Bestseller-Programm«. Wer sich an dieses Genie wende, dem werde geholfen.

Von dem Marketingmenschen Gelder werde auf seiner Homepage, zu der man klicken soll, unter anderem erklärt, wie es möglich ist, in die Ophrah-Winfrey-Show zu gelangen, denn »Sowas kostet normalerweise rund EUR 5000, wenn es externe Firmen machen, aber nicht in Soeren Gelder seinem Bestseller-Programm«.

Waaaahnsinn – was der Mann alles möglich macht: Die letzte Sendung der berühmten Talk-Show wurde am 25. Mai 2011 ausgestrahlt. Hier geht es offenbar um Geisterbeschwörung, denn das Buch erscheint im Januar 2014.

Wer auf diese Leimrute hereinfällt und sein »Gleuck« (übersetzt: Glück) versucht, der sollte wohl besser ein anderes Metier wählen als ausgerechnet das Schreiben.

Nachtrag: In dem Schriftstück werden Autoren in den Zeugenstand gerufen, die angeblich dank Soeren Gelder ganz nach oben gekommen sind. Besonders gern und häufig wird Tim Ferriss erwähnt. Der hat nun vor wenigen Tagen einen umfangreichen Blog-Post *[...]* veröffentlicht, wo er alle seine Resourcen und Referenzen auflistet. Doch, oh Wunder! Mister Gelder bleibt in dieser Liste unerwähnt. – Hat der undankbare Ferriss gar seinen bedeutendsten Lehrmeister vergessen?
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 27, 2014 6:41 PM CET


Only God Forgives (Uncut)
Only God Forgives (Uncut)
DVD ~ Ryan Gosling
Preis: EUR 8,44

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viel mehr als eine Gewaltphantasie, 30. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Only God Forgives (Uncut) (DVD)
»Only God forgives« ist in jeder Hinsicht ein Alptraum. In endlos langen Sequenzen baut der dänische Regisseur Nicolas Winding Refn Spannung auf, die den Zuschauer bis zur letzten Einstellung fesselt. Dabei sind es vor allem seine streckenweise nahezu unbewegte Kameraführung, ständige Einblicke in lange Gänge, manieriert wirkende Bordell- und Clubszenen, blitzschnelle Ausbrüche extremer Gewalt, die alles dominierende Farbe Rot und eine dumpf-verhaltene, kafkaesk anmutende Musik, die den Streifen charakterisieren.

Für den Betrachter ist all das keine leichte Kost, und ich habe vollstes Verständnis für jeden, der nach einem Viertelstündchen abschaltet statt die Herausforderung anzunehmen, sich einen Film anzusehen, der ganz offensichtlich vom 08-15-Schema abweicht.

Selbst die inhaltliche Seite erschließt sich erst auf den dritten Blick. Formal geht es um zwei psychisch kranke Brüder, die in Bangkok mit einem Boxstudio und Drogenhandel gute Geschäfte machen. Bobby, der eine der beiden, zerfleischt eine minderjährige Prostituierte und wird dafür von deren Vater auf Aufforderung eines hochgestellten Polizisten erschlagen. Dieser Cop zelebriert im Hintergrund mit einem Kurzschwert auf martialische Weise seine eigene Version von Recht und Gerechtigkeit. Er sieht sich als Gott, verkörpert aber gleichzeitig den Teufel. Im Film wird das sehr schön deutlich: Nach jeder Privat-Exekution singt er für seine uniformierten Untergebenen in einer Karaoke-Bar schmalzige Lieder.

Während Julian, der »schwache« Bruder, stillhält, fordert die aus den Staaten anreisende Mutter, Drahtzieherin der Drogengeschäfte, blutige Rache. Sie inszeniert einen Blutrausch, um den göttergleichen Cop als eigentlichen Mörder ihres Sohnes exekutieren zu lassen. Das geht jedoch gründlich schief, denn die traditionellen einheimischen Strukturen sind stärker und überlebensfähiger.

Die dominante Mutter und ein von ihr erzeugtes perfides Hörigkeitsverhältnis zu ihrem Sohn ist dann auch das eigentliche Thema des Films. Denn Julian ist offensichtlich in einem extremen Ödipuskomplex gefangen. Er hat bereits den eigenen Vater ermordet und ist deshalb nach Thailand geflohen. Aufgrund der Abhängigkeit von seiner Mutter ist er unfähig, sich anderen Frauen auf normale Weise sexuell zu nähern. Der Film endet zwar mit seiner Unterwerfung unter das brutale Regime des Polizeioffiziers, der eigentliche Schluss liegt aber in der erlösenden Hinrichtung der bereits toten Mutter.

So ist die schwache Gestalt, die letztlich unterliegt, die einzige Figur, zu der ein Betrachter eine – sicherlich höchst ambivalente – Beziehung aufbauen kann. Dies ist jedoch nur demjenigen möglich, der bereit ist, zu abstrahieren und in dem Film mehr sehen möchte als eine Gewaltphantasie.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 8, 2014 12:06 AM CET


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