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Rezensionen verfasst von
Philipp O. (Baden-Württemberg)

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Mächtig Viel Theater (Remastered)
Mächtig Viel Theater (Remastered)
Preis: EUR 13,98

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stellenweise auf einer Stufe mit den besten Pur-Alben, 11. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Mächtig Viel Theater (Remastered) (Audio CD)
Nachdem Pur mit „Seiltänzertraum“ (1993) und „Abenteuerland“ (1995) ihre bis dahin besten Studioalben abgeliefert hatten, war klar, dass die Erwartungen an einen Nachfolger entsprechend hoch sein würden. Klar war dabei allerdings auch, dass sich der klassische Pur-Sound der letzten Alben schon anfing, aufgegossen zu wirken und darum Experimente im kleinen Stil unabdingbar sein würden.
Die starken Momente von „Mächtig viel Theater“ liegen nicht nur deshalb gerade in jenen Momenten, wo Pur sich von ihrem „typischen“ Sound abwenden und zumindest partiell neue Wege beschreiten. Da wäre zum Beispiel „Treib Mich Weiter“, dieser unter die Haut nachgehende Akustiksong mit einem der besten Pur-Texte überhaupt. Da wäre „Gib Sie Her“, wo ein lyrischer Perspektivwechsel versucht wird und die rockige Seite überhand nimmt. Da wäre aber auch der treibende Titelsong mit seinem Temporhythmus und dem bestechenden Refrain. Ebenfalls stark: „Ich will raus hier“, eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem Thema Autismus ohne künstliche Bemitleidung und dafür Mut und Hoffnung.
Die anderen Lieder auf diesem Album folgen dem gewohnten leichtflockigen Popstil der Gruppe, machen Laune („Der Dumme“), Euphorie („Wenn Du Da Bist“) und verbreiten Entspannung („Endlich Ich“). Nicht neu, aber immer wieder gern gehört.

Die Frage, ob dieses Album nun ein Rückschritt oder Fortschritt war, lässt sich nur mit einem „ja, aber“ beantworten. Insgesamt waren die beiden Vorgänger stringenter im Aufbau, perfekter in der Produktion und musikalisch variantenreicher. Nur – auch dieses Album hält über weite Strecken diese Klasse, besitzt echte Höhepunkte. Es wirkt nur stellenweise wie ein Aufguss der alten Sachen und das ist eigentlich schade, denn Potential gibt es zur Genüge. Für mich gehört es allerdings in eine Kategorie mit „Seiltänzertraum“ (1993) und „Abenteuerland“ (1995) und ist deutlich ausgereifter als der Nachfolger „Mittendrin“. Der war wirklich ein Rückschritt.


Abiturwissen, Gotteslehre
Abiturwissen, Gotteslehre
von Bernhard Oßwald
  Taschenbuch

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Von hoher Komplexität und Faszination, 5. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Abiturwissen, Gotteslehre (Taschenbuch)
In unserer pluralistisch-aufgeklärten Zeit kommt dem Gottesbegriff eine verstärkte Bedeutung zu. Einerseits wird die Existenz einer göttlichen Macht vielseitig in Frage gestellt (z.B. Feuerbach, Nietzsche, Sartre,...), zum anderen stellt sich - auch im Zuge der Geschehnisse des 20. Jahrhunderts (Auschwitz) – die Frage, wie man sich heute Gott denken kann. Bernhard Oßwald geht in diesem Buch mit dem vielsagenden Titel „Gotteslehre“ auf ein Problem ein, das sich selbst evoziert: Kann es überhaupt eine Lehre von Gott geben? Ist dessen Existenz beweisbar? Was wissen wir eigentlich von Gott? Diesen und anderen Fragen geht er systematisch nach.
Folgende Themen enthält das Buch:
1. Christliche Gotteslehre in unserer Zeit (u.a. Feuerbach, Naturwissenschaft-Glaube)
2. Voraussetzung der Gotteslehre (Gott suchen / erfahren / erkennen)
3. Gott im Zeugnis der Bibel (u.a. das Gottesbild Jesu Christi)
4. Die geschichtliche Entfaltung der christlichen Gotteslehre (u.a. Trinität)
5. Heutige Grundprobleme (u.a. neue Gottesvorstellungen, Theodizee)
Wie sich anhand der Themen schon zeigt, berührt eine „Wissenschaft von Gott“ alle relevanten Forschungsfelder der Theologie und behandelt dementsprechend eine hohe Bandbreite an (komplexen) Themen. Der Autor wird diesem Komplexitätsanspruch durch seine theologische Ausdrucksweise und wissenschaftliche Analytik durchweg gerecht. Thematisch ist ihm ein anspruchsvolles, horizonterweiterndes Werk gelungen, das mir bei der schulischen wie privaten Beschäftigung sehr weitergeholfen hat. Es bleibt aber die Frage, ob dieses Buch nicht in vielem über „Abiturwissen“ herausgeht, wenn der Autor z.B. die Positionen verschiedener Theologen untersucht. Viele Begriffe und Namen werden theologisch unerfahrenen Schülern verwirrend erscheinen und im Ganzen wird das Buch für viele zu schwierig sein. Das soll jedoch niemand davon abhalten, sich mit Oßwalds Werk und einer wichtigen Thematik auseinander zusetzen. Denn Gott geht uns alle an.


Entweder - Oder: Teil I und II (dtv Literatur)
Entweder - Oder: Teil I und II (dtv Literatur)
von Søren Kierkegaard
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,90

58 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kierkegaards erster Geniestreich in sparsamer Neuausgabe, 5. Januar 2006
Kierkegaards erstes Hauptwerk von 1843 ist einer der Höhepunkte seiner kurzen, aber intensiven Schaffensphase. Auslöser war in vieler Hinsicht die Trennung Kierkegaards von seiner Verlobten Regine, an die sich viele Anspielungen des Werkes richten.
Verteilt auf zwei Bücher beschreibt er in "Entweder / Oder" zwei verschiedene Lebensstile. Im ersten Buch, dessen Verfasser "A" genannt wird, wird die Position des "Ästhetikers" untersucht. Unter anderem sind hier Kierkegaards kongeniale Interpretation von Mozarts "Don Juan" sowie das berühmt gewordene "Tagebuch des Verführers". Das zweite Buch, von "B" (dem Studienassessor Wilhelm) „geschrieben“, ist dem "Ethischen" gewidmet und besteht aus zwei langen Aufsätzen sowie einer Schlusspredigt. In seinem Werk „Furcht und Zittern“ widmete sich Kierkegaard ausführlich der dritten, „religiösen“, Lebenssphäre. Wer Kierkegaards provokanten, lebendigen Schreibstil kennt, weiß um die Einmaligkeit von „Entweder / Oder“, das stellenweise sehr komplex und sicherlich nicht zu lesen ist. Ich halte es für einen ersten Meilenstein dieses genialen Theologen und Philosophen.
Es würde dem Autor nicht gerecht werden, versuchte ich an dieser Stelle die genauen Charakteristika der beiden dialektischen Positionen zu summieren. Vielmehr scheint es mir sinnvoll, die neue Ausgabe zu Kierkegaards 150. Todestag zu kommentieren. Meine erste Ausgabe von „Entweder / Oder“ stammt von 1957 und ist im Diederichs Verlag erschienen. Zwei edle gebundene Bände mit ausführlichem Kommentarteil und geschichtlicher Einleitung. Das Problem dieser neuen Ausgabe ist meiner Meinung nach, dass zwei eigentliche separate Bücher in eine unhandliche Taschenbuchausgabe gepresst wurden. Das unübersichtliche Seitenlayout sorgt nicht für textliche Orientierung und der Kommentarteil ist zwar fundiert, aber für eine moderne Ausgabe meiner Meinung nach zu knapp ausgefallen.
Diese neue Ausgabe ist daher nicht mehr als eine Arbeitsausgabe und kann in Punkto Ästhetik und Verarbeitung nicht mit älteren Ausgaben mithalten. Sammler sollten bevorzugt auf die Ausgaben von Diederichs ausweichen. Andere Hauptwerke wie „Der Begriff Angst“ gibt es in einer hervorragend kommentierten Ausgabe vom Felix Meiner Verlag.


Lektürehilfen Friedrich Schiller 'Wallenstein'
Lektürehilfen Friedrich Schiller 'Wallenstein'
von Friedrich von Schiller
  Taschenbuch

3.0 von 5 Sternen Angesichts des Stoffumfangs zu knapp geraten, 30. Dezember 2005
Wallenstein als umfassende Weltschau und episch-dramatisches Welttheater ist neben dem Faust das wohl größte Drama der deutschen Literatur. Jahrelang arbeitete Schiller an dem Stoff, dessen historische Umgebung er selbst wissenschaftlich erforscht hatte in seiner „Geschichte des Dreißigjährigen Krieges“.
Das Problem dieser Lektürehilfe ist wie Udo Müller richtig bemerkt, den höchst umfassenden Stoff in seiner Komplexität auf knappen 115 Seiten zu rekapitulieren. Darum ist diese Interpretation gekennzeichnet von zahlreichen Kompromissen bezüglich Ausführlichkeit und Länge. Wallensteins Charakterisierung beträgt gerade einmal vier Seiten, genauso wenig ist für die Sprachanalyse vorhanden. In seiner Gesamtheit wirkt diese Lektürehilfe, was man dem Autor nicht vorwerfen kann, wie eine ausführliche Inhaltsangabe, weil der quantitative Umfang schlichtweg viel zu gering ist. Trotzdem vertieft die Lektüre dieses Buches das Verständnis des Dramas und sei daher als vertiefende Beschäftigung empfohlen.
Wer sich noch intensiver mit der Deutung und Interpretation des Dramas beschäftigen möchte, dem seien die „Oldenbourg“-Interpretation von Thomas Edelmann und die kommentierte Ausgabe des Deutschen-Klassiker-Verlags empfohlen.


Kursthemen Deutsch: Lyrik: Heimatverlust und Exil: Schülerbuch
Kursthemen Deutsch: Lyrik: Heimatverlust und Exil: Schülerbuch
von Birgit Neugebauer
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,50

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Solide Sammlung mit editorischen Defiziten, 25. Dezember 2005
Die Schwächen dieses Buches sind folgende:
1. Es fehlt ein einführendes Vorwort, das die Problematik und das Themengebiet umreißt.
2. Zu den meisten Autoren sind keine Biografien vorhanden und falls doch, sind sie sehr kurz oder (wie bei Heine) unsachlich formuliert. 3. Die Gliederung ist nicht übersichtlich, beispielsweise taucht das berühmte Heine-Gedicht „Nachtgedanken“ erst im Projektteil auf und nicht im Kapitel mit den Heine-Gedichten. 4. Impulse für die Interpretation werden nicht geliefert, der Einstieg fällt daher oftmals sehr schwer. 5. An vielen Stellen gibt es Detailfehler, z.B. ist bei Karl Schmitt-Rottluff ein falsches Geburtsdatum angegeben.
Positiv dagegen sind die Übersichten zu Stilmitteln, Reimschemata und Metren, welche schnelles Nachschlagen bei Unsicherheit erlauben und kompetent zusammengefasst sind.
Ich empfehle folgende Alternative: Wolfgang Emmerichs „Lyrik des Exils“ von Reclam. Die Auswahl ist breiter, zu jedem Autor sind Kurzbiografie und wichtige Werke aufgeführt, ein kompetentes Vorwort ist vorhanden. Allerdings behandelt dieser Band ausschließlich die Exillyrik von 1933-1945. Ist allein dieser Zeitraum für die Behandlung des Themas vorgesehen, ist Emmerichs Buch klar vorzuziehen.


Krieg und Frieden: Lesung
Krieg und Frieden: Lesung
von Leo N Tolstoi
  Audio CD

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Geschichte einer Ehe, 22. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Krieg und Frieden: Lesung (Audio CD)
Ganze 48 Jahre hielt die Ehe von Leo und Sofja Tolstoi. Angesichts der Verschiedenheit beider Persönlichkeiten und den religiösen Wandlungen des Dichters eine beeindruckende Zeitspanne. Erst der Tod Leo Tolstois im Jahre 1910 zerriss das gemeinsame Band, welches in den letzten Krisentagen ohnehin nur noch latent vorhanden war. Diese Ehe, aus der 13 Kinder hervorgingen, war gezeichnet von hohen zwischenmenschlichen Spannungen als auch von partiellen Phasen größter Liebe und Zuneigung. Der Name dieses Hörbuchs nach dem bekanntesten Roman Tolstois gibt den Verlauf dieser Ehe treffend wieder. Sehr positiv ist, dass die beeindruckenden Tagebücher Sofjas gleichberechtigt neben jenen des Literaten wiedergegeben werden. Wer sich näher mit dieser beeindruckenden Frau, die ihr ganzes Leben für Tolstoi hingab, wird auf einen klaren und kritischen Geist treffen. Die Geschichte dieser Ehe liest sich so episch wie ein Roman von Tolstoi.
Die enthaltene Auswahl dieses Hörbuchs kann durchaus den Anspruch erheben, einen repräsentativen Eindruck der Tagebücher zu liefern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Beziehungsthematik, Tolstois künstlerische Entwicklung wird nur gestreift. Die Sprecher Martin Benrath und Hannelore Elsner sind schlichtweg exzellent und ein sehr großer Pluspunkt, ebenso wie das informative Booklet mit Informationen zu Geschichte und Sprechern.


Tagebuch: März 1951 - Dezember 1959
Tagebuch: März 1951 - Dezember 1959
von Albert Camus
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Mensch in der kritischen Reflektion, 21. Dezember 2005
Das letzte Jahrzehnt im Leben Albert Camus’ ist geprägt von emotionaler Niedergeschlagenheit bis hin zu depressiven Stimmungen sowie der intensiven Arbeit am zweiten Zyklus der Revolte und dem fragmentarischen Dritten mit dem Oberthema des Maßes. Symptomatisch ist der Tagebucheintrag vom 17.Oktober 1957, der Verleihung des Literatur-Nobelpreises: „Nobelpreis. Eigenartiges Gefühl der Niedergeschlagenheit und der Wehmut...“. Dieser Ton ist für den überwiegenden Teil der sehr persönlichen Aufzeichnungen bestimmend. Wiederholt reflektiert der Literat und Philosoph über den Tod und das eigene Lebensende. Im Vergleich mit den früheren Tagebüchern ist dieses düsterer und von existenzieller Verzweiflung geprägt, wenn auch nicht gänzlich defätistisch.
Dazu ist Camus viel zu sehr Schaffer und auch in seinem Tagebuch klingen zahlreiche Projekte wie „Der Mensch in der Revolte“ und „Der erste Mensch“ an. Daneben beschäftigen ihn als Lektüre vor allem Friedrich Nietzsche, Leo Tolstoi und Goethe, dessen Faust er im Bezug auf den Don-Juan-Typus dramatisch verarbeiten wollte. Der Ausführung dieses Plans stand am Ende der absurde Tod entgegen. Auch wenn sich vieles in diesem Tagebuch kryptisch und unverständlich liest (leider fehlt ein Kommentarteil), so ist es doch ein intimer Einblick in die seelischen und kreativen Prozesse, welche sich in dieser Schaffensperiode bei Camus abspielten. Weniger Distanz ist nicht möglich.


Existentialimus
Existentialimus
von Martin Hoffmann
  Taschenbuch

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kompetent und komplex, 19. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Existentialimus (Taschenbuch)
Man würde Seibert nicht gerecht werden, wenn man sein Buch als eine Einführung lesen würde und aus diesem Grund trägt das Werk auch den schlichten Titel „Existenzialismus" - ohne jedes Anhängsel. Zu Recht, denn es wird schnell klar, dass ohne Grundwissen über die philosophischen Hauptrichtungen des 19. und 20. Jahrhunderts vieles partiell oder nicht verständlich bleibt. Die Texte sind sehr kompakt gefasst und in ihrer Komprimiertheit überaus detailreich. Chronologisch verfolgt Seibert die Existenzphilosophie von ihrer Entstehung im späten 19. Jahrhundert (Kierkegaard, Nietzsche) bis ins späte 20. Jahrhundert. Viele Zitate und Bilder ergänzen den Text sinnvoll.
Wem nutzt dieses Buch also? Vor allem jenen, die über Grundkenntnisse der philosophischen Moderne verfügen und die Existenzphilosophie vertieft im Kontext der soziokulturellen Relationen behandeln wollen. Für Anfänger ist dieses profunde Buch im Stil zu komplex. Besonders die Kapitel zu den einzelnen Philosophen fallen zu knapp aus.


Pocket Thema: Evolution
Pocket Thema: Evolution
von Dr. Walter Kleesattel
  Taschenbuch

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zur schnellen Wissensaneignung empfehlenswert, 16. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Pocket Thema: Evolution (Taschenbuch)
Die Evolution ist die zentrale biologische Theorie der Neuzeit und prägt in vieler Hinsicht das moderne naturwissenschaftliche Weltbild. Walter Kleesattel geht in diesem kompakten Band den Hintergründen und Konsequenzen der Evolutionstheorie nach. Neben den Faktoren der Evolution (Mutation, Rekombination, Gen-Drift, Selektion, Isolation) wird auch die historische Entwicklung der Theorie besprochen; weitere Themen sind die Evolution des Menschen und die stammesgeschichtliche Evolution. Die Bandbreite an Themen ist umfassend, alle wichtigen Komplexe und Thematiken werden angesprochen. Klassische Beispiele (z.B. Darwinfinken) sind aufgeführt und erläutert. Abstriche gibt es bei Gliederung und Übersichtlichkeit: So fehlt ein Glossar und an vielen Stellen hätte eine kurze tabellarische Zusammenfassung Sinn gemacht. Die Texte sind dagegen kompetent und anspruchsvoll formuliert, werden der Thematik gerecht.
Insgesamt eine kompakte Einführung, die sich für schnelle Wissensaneignung anbietet. Für die Schule allerdings etwas schwächer als Kletts „Abiturwissen Evolution".


Abitur-Wissen - Religion Die Frage nach dem Menschen
Abitur-Wissen - Religion Die Frage nach dem Menschen
von Claudia Leuser
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Prägnant und hilfreich aufgebaut, 17. November 2005
„Die Frage nach dem Menschen“ ist als Anthropologie ein fester Bestandteil geisteswissenschaftlicher Forschung und bietet Ansätze zur Beantwortung zentralen Aspekten menschlicher Existenz wie der Personalität, Sozialität und Transzendentalität. Claudia Leusers Buch bietet einen Überblick bezüglich der Dimension anthropologischer Fragestellungen und zeigt die vielfältigen Antwortversuche auf. Neben einem geschichtlichen Abriss der philosophischen Anthropologie von Aristoteles bis Sartre werden auch die Positionen der Weltreligionen nähergebracht und zentrale Begrifflichkeiten wie Freiheit, Schuld und Sinn ausführlich dargestellt. Ein profundes Kapitel zur Conditio Humana bringt die zentralen Aspekte des menschlichen Seins noch einmal gezielt auf den Punkt. Ein kommentiertes Literaturverzeichnis ist ebenfalls vorhanden, ein Glossar dagegen nicht.
Die Stärken dieses Bandes liegen in seiner komprimierten Verständlichkeit, wodurch der umfassende Stoff sinnvoll und prägnant eingegrenzt, jedoch in seiner Komplexität nicht beschnitten wird. Die Autorentexte geben sinnvolle Zusammenfassung, die Auswahl an Zitaten ist höchst gelungen und erweitert sinnvoll den Horizont des Lesers. Von trockenem Sachwissen kann angesichts der ansprechenden Gestaltung – optisch wie inhaltlich – nicht die Rede sein. Für die gezielte Abiturvorbereitung wie auch für die Erweiterung des Allgemeinwissens.


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