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Rezensionen verfasst von
Helga (Wien)

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Im Herzen der Koralleninsel: Ein Südseeroman
Im Herzen der Koralleninsel: Ein Südseeroman
von Inez Corbi
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Eine abenteuerliche Geschichte, 5. Januar 2014
Die Lehrerin Isabel Maritz soll in Neuguinea im Jahr 1890 den Missionar Conrad Felby heiraten. Sie kennt ihn nur von Briefen, und als sie in Finschhafen ankommt, erfährt sie, dass Conrad am Schwarzfieber verstorben ist. Sie fährt nach Simbang, in die Missionsstation, in der Conrad gearbeitet hat und wo sie mit ihm leben wollte.

Es gefällt ihr dort und sie sie versteht sich mit den anderen Missionaren sehr gut. Sie möchte gerne bleiben und die Kinder dort unterrichten. Außerdem lernt sie auch Noah kennen, der mit Conrad zusammengearbeitet hat. Er ist ein Mischling und weiß angeblich nicht, wer seine Eltern sind. Isabel fühlt sich aber zu ihm hingezogen, doch dann passiert ein Mord und Noah wird verdächtigt. Er nimmt Isabel als Geisel und flüchtet mit ihr in die Urwälder.

Eine abenteuerliche Geschichte, die keine Langeweile aufkommen lässt. Obwohl in der Missionsstation alles sehr karg ist, so spürt man doch auch, dass sich die Menschen dort wohlfühlen. Selbst Isabel, die das alles nicht gewohnt ist, lebt sich rasch ein. Sie wirkt anfangs etwas naiv, aber ihr Selbstvertrauen nimmt rasch zu, vor allem als sie sich mit Noah in den Urwäldern befindet.

Die Personen sind alle sehr liebevoll und mit den unterschiedlichsten Charakteren dargestellt. Ich war sehr rasch mit ihnen vertraut und man erfährt auch einiges über die Einheimischen und lernt die vielen unterschiedlichen Sprachen kennen. Ich hätte allerdings gerne noch etwas mehr über diese Menschen erfahren. Eigentlich ein schönes Land, obwohl es natürlich auch kriegerische Stämme gibt, mit denen nicht zu Spaßen ist.

Inez Corbi kannte ich bis jetzt noch nicht und ich bin angenehm überrascht von diesem Buch. Es ist sehr locker und flüssig geschrieben, vor allem auch sehr gut recherchiert, wie man auch am Ende des Buches nachlesen kann. Nicht zu vergessen das Schwarzfieber, welches zu dieser Zeit viele Menschen befallen hat und diese um ihr Leben kämpfen mussten. Das Cover ist schön und was mich auch immer wieder freut, dass eine Karte vom Ort der Geschichte vorhanden ist.

Ein Abenteuer, welches mir sehr gut gefallen hat.


Bittere Sünde
Bittere Sünde
von Liselotte Roll
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein interessanter Fall, 29. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Bittere Sünde (Gebundene Ausgabe)
1.Fall Magnus Kalo.
In einem Schrebergarten wird die furchtbar entstellte Leiche von Erik Berggren gefunden. Man hat ihn am Küchentisch gefesselt, erstochen und den Unterleib mit heißem Wasser verbrüht. Niemand weiß, warum er so grausam ermordet wurde, er war Alkoholiker, lebte aber sehr zurückgezogen.

Kommissar Magnus Kalo ermittelt mit seinem Kollegen Kommissar Roger Ekman und erfährt, dass Eriks Vater in Argentinien, zur Zeit der Militärjunta, ein Mädchen gefoltert und vergewaltigt haben soll. Das könnte natürlich zu einem Racheakt führen.

Es ist sehr schwierig, etwas aus der Vergangenheit über die Familie Berggren zu erfahren. Die Mutter lebt in einem Altersheim und die Cousine Annika weilt noch im Ausland. Die Ermittlungen kommen total ins Stocken. Magnus Kalo ist sehr häufig mit seiner Familie beschäftigt, da er mehr Zeit mit seiner Frau und den beiden Töchtern verbringen will. Aber es bleibt nicht bei dem einen Mord und selbst auf Magnus hat man es abgesehen.

Der Fall an sich gefällt mir sehr gut und es hätte sicher mit etwas ernsthafteren Protagonisten richtig spannend sein können. Wie schon erwähnt hat Magnus hauptsächlich seine Familie im Kopf und weiht sogar seine Frau in die Ermittlungen ein, die dann sogar noch völlig naiv im Alleingang eine Spur verfolgt. Also ein sehr unkonventionelles und oberflächliches Vorgehen bei den Ermittlungen der Kommissare. Das Ganze zieht sich ziemlich in die Länge und es kommt dadurch auch keine richtige Spannung auf.

Ich bin von diesem Debüt etwas enttäuscht, ich habe mir aufgrund des Inhalts mehr erwartet. Der Aufbau ist gut gelungen und sehr vielschichtig. Der Fall erstreckt sich über ca. 5 Wochen und ist in angenehme kurze Kapitel eingeteilt. Bei den Personen hätte ich mir etwas mehr Ecken und Kanten gewünscht, aber in den zweiten Fall lese ich ganz bestimmt hinein, vielleicht gibt es ja eine Steigerung.


Sehnsucht nach Mill River: Roman
Sehnsucht nach Mill River: Roman
von Darcie Chan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Leben der Mary McAllister, 29. Oktober 2013
Mary McAllister ist alt, krank und dem Tode nah. Ihr Leben war sehr schwierig und einsam, ihr einziger Freund, der ihr noch geblieben ist, ist der Priester Michael. In Rückblenden erfährt man den Lebensweg von Mary und ein großes Geheimnis, das sie noch hütet.

Gleich zu Beginn lernt man die Menschen von Mill River kennen. Mary, die alleine auf einem Hügel in einer Marmorvilla lebt, Angst vor den Menschen hat und seit Jahrzehnten das Haus nicht mehr verlässt. Nur der Priester, Father O'Brian, mit dem sie vor vielen, vielen Jahren Freundschaft geschlossen hat, besucht sie immer wieder und erzählt ihr von den Bewohnern der Stadt.

Von den Polizisten, ihren Familien und ihren Dienstalltag. Einer davon Kyle Hansen hat sich nach dem Tod seiner Frau nach Mill River versetzten lassen, um mehr Zeit für seine neunjährige Tochter zu haben. Auch die Lehrerin, Claudia Simon, hatte private Probleme und ist nach Mill River gezogen, um einen Neuanfang zu starten. Und nicht zu vergessen Daisy Delaine, die in einem Wohnwagen lebt und geheimnisvolle Tees braut, die sie dann verkauft.

Das Leben von Mary wird in einem Hauptstrang ab 1940 erzählt. Da lernt sie mit 19 Jahren den reichen Patrick McAllister kennen und heiratet ihn. Sie hat aber in der Schule ein schreckliches Erlebnis gehabt, wovon nur ihr Vater etwas weiß, und ist deshalb sehr scheu und möchte nicht unter fremde Menschen. Der Großvater von Patrick, Conor McAllister, lässt ihr in Mill River, in der Nähe ihres Vaters, die große Marmorvilla am Hügel bauen, welche sie fast nicht verlässt.

Die Ehe ist nicht glücklich und Mary erlebt eine schlimme Zeit. Großvater Conor und Father O'Brian, der sie getraut hat, sind ihre einzigen Freunde, die sie hat und die immer hinter ihr stehen. Am Ende ihres Lebens muss Father O'Brian noch einiges für sie erledigen und außerdem erzählt sie ihm von ihrem großen Geheimnis.

Der Autorin ist hier ein wunderschönes Debüt gelungen. Mich hat die Person der Mary sofort gefesselt, ihr Leben wird so intensiv erzählt, nichts wird beschönigt, aber es ist auch nicht kitschig. Überhaupt ist die Darstellung der einzelnen Personen sehr vielfältig und detailliert, man lernt sie sehr gut kennen und fühlt sich in Mill River sofort wohl. Obwohl es vielleicht etwas langsam beginnt, so konnte ich das Buch dann doch nicht aus der Hand legen.

Es ist auf jeden Fall eine sehr außergewöhnliche Geschichte, sie ist flüssig geschrieben, hat ein schönes Cover und der Buchschnitt mit Blumen, alles in Rosa gehalten, hat mir auch recht gut gefallen. Die Autorin Darcie Chan werde ich auf jeden Fall im Auge behalten.


Das Leuchten des Fieberbaums: Roman
Das Leuchten des Fieberbaums: Roman
von Jennifer McVeigh
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Das Leben in Südafrika, 21. März 2013
Frances Irvine lebt mit ihrem Vater in London, und als dieser plötzlich stirbt, steht sie vor dem Nichts. Er hatte in Eisenbahnaktien investiert, die aber ihren Wert verloren haben und somit hat er nur Schulden hinterlassen. Frances hat nun zwei Möglichkeiten, entweder zur Schwester ihres Vaters zu ziehen und für drei Kinder das Kindermädchen zu spielen, oder den Heiratsantrag eines entfernten Cousins, dem Arzt Dr. Edwin Matthews, den sie nicht ausstehen kann, anzunehmen und nach Südafrika zu gehen.

Nachdem sich Frances schweren Herzens für die Heirat entschieden hat, reist sie nach Kapstadt. Auf dem Schiff lernt sie Anne kennen, die in Kapstadt die Stelle einer Krankenschwester antreten wird und Mariella, sie wird George Farley heiraten und mit ihm in Stellenbosch leben. Und sie lernt William Westbrook, der im Diamantenhandel tätig ist, kennen, der sie sofort in ihren Bann zieht und dem sie nicht widerstehen kann, obwohl sie weiß, dass auch er in Kapstadt heiraten wird.

Im Vordergrund steht zwar das Leben von Frances, aber in Afrika, um ca. 1880, haben fast alle Ereignisse ihre Wichtigkeit. In Kapstadt ist eine Pockenepidemie ausgebrochen, Edwin musste seine Praxis in Kimberley schließen und hat auf einer Farm in Rietfontein, einige Meilen von Kapstadt entfernt, eine Stellung angenommen. Zwei Dinge haben Vorrang, erstens der Diamantenhandel, der vor allem von einem der mächtigsten Männer Afrikas, Joseph Baier, betrieben wird, der so ziemlich alle in der Hand hat, auch seinen Cousin William Westbrook. Zweitens die Pockenepidemie, für die sich Edwin einsetzt und entsprechende Artikel verfasst, die aber Joseph Baier dementiert, um keine Panik im Land auszulösen und somit den Diamantenhandel zu gefährden. Daher musste Edwin auch seine Praxis schließen, weil alle gegen ihn sind und Baier auf dem längeren Ast sitzt.

Die Basis der Geschichte ist gut, sie könnte allerdings etwas mehr Feinschliff vertragen. Die Personen, bis auf Edwin, sind ziemlich blass dargestellt und Frances ist mir teilweise etwas zu naiv. Sie ist dem kargen und harten Leben in Afrika kaum gewachsen. Sehr detailliert wird über den Diamantenhandel erzählt, die harte Arbeit in den Minen, aber auch das furchtbare Leben der Einwohner, die nur ausgenutzt und misshandelt werden. Auch bei den Pocken wird der Krankheitsverlauf angezeigt und natürlich auch der bittere Kampf ums Überleben.

Im Großen und Ganzen eine ziemlich vorhersehbare Geschichte, die sich aber sehr flüssig lesen lässt und einen auch immer wieder gefangen nimmt. Das Schicksal von Frances wird klar und ohne Schnörkel dargestellt. Das Cover mit dem Ausschnitt ist wunderschön und sehr passend. Den Schluss hätte ich mir noch etwas intensiver gewünscht, trotzdem ist es ein gelungenes Debüt und ich freue mich schon auf ein nächstes Buch von Jennifer McVeigh.


Aller Anfang ist Apulien: Roman
Aller Anfang ist Apulien: Roman
von Kirsten Wulf
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Geheimnis von Lecce, 15. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Aller Anfang ist Apulien: Roman (Taschenbuch)
Als Elena bemerkt, dass ihr Mann sie betrügt, nimmt sie ihren Sohn Ben und fährt mit ihm zu ihrem Onkel Gigi nach Apulien, Süditalien. Er besitzt dort in Lecce ein Antiquitätengeschäft und einen barocken Palazzo, in dem Elena und Ben wohnen können.

Dort lernt sie dann auch Michele kennen, einen Maler aus Rom, der die Spuren eines Familiengeheimnisses verfolgt. Seine verstorbene Mutter stammt aus Lecce und hat vor vielen Jahren diesen Ort verlassen. Sie hat Michele nie davon erzählt und er steht nun mit einer mysteriösen Postkarte da, die sie vor vielen Jahren aus Lecce erhalten hat. Er erhofft sich Antworten vom Bruder seiner Mutter, der in Lecce wohnt. Was ist damals passiert?

Eine sehr flüssig geschriebene Geschichte, die einem auch das typische Italien näher bringt. Es werden immer wieder italienische Aussprüche eingeflochten, die hier aber den Lesefluss nicht stören. Auch die einzelnen Personen sind sehr locker beschrieben und man fühlt sich rasch vertraut mit ihnen.

Michele zieht dann auch bei Onkel Gigi im Palazzo ein, der allerdings noch nicht fertig renoviert ist. Elena richtet sich ihren Wohnbereich selbst her und hilft nebenbei Michele bei der Suche nach seinem Familiengeheimnis. Dabei stoßen sie allerdings auch auf unangenehme Seiten dieses Ortes, der mit Mädchenhandel aus Nigeria zu tun hat.

Ein bisschen fehlen der Tiefgang und die Spannung, es ist doch alles ziemlich oberflächlich, trotzdem ist es eine nette Geschichte, die mir gefallen hat. Wunderschön das typisch italienische Cover, welches besser nicht passen könnte. Allerdings gibt es auch eine sehr ernste Seite in diesem Roman, nämlich der Mädchenhandel, da werden der Ernst und die Realität sehr gut aufgezeigt. Alles in allem ein unterhaltsames Buch.


Hypnose: Thriller
Hypnose: Thriller
von Sina Beerwald
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungenes Krimi-Debüt, 3. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hypnose: Thriller (Taschenbuch)
1.Fall Inka Mayer.

Inka Mayer ist Journalistin, verheiratet mit Peter, der bei der Kripo beschäftigt ist. Vor einem halben Jahr hatte sie eine Totgeburt und gibt nun zum ersten Mal wieder eine Party für ihre Freunde Annabel und Jannis sowie Rebecca. Inka, Annabel und Rebecca sind Schulfreundinnen und eng miteinander verbunden.

Am nächsten Tag ist Jannis tot und Annabel hat ein Geständnis abgelegt. Inka ist völlig überrascht und kann es gar nicht glauben, ihre Freundin ist doch keine Mörderin, daher will sie unbedingt die Wahrheit herausfinden. Aber irgendwie wird sie in ein mysteriöses Spiel verwickelt, es geschehen Dinge, die dann doch nicht so sind, sodass sie bereits an ihrem Verstand zweifelt. Außerdem erhält sie auch noch Drohungen.

Annabels Schwager, Doktor Brinkhus, ist ein angesehener Hypnotiseur und Inka begibt sich bei ihm in Therapie, in der Hoffnung, Klarheit zu bekommen. Aber auch hier schwindet ihr Vertrauen und sie hat den Verdacht, dass sogar die Hypnose mit allem zu tun hat. Eine schwierige Situation für Inka, da sie nicht mehr weiß, wem sie noch vertrauen kann.

Eine sehr spannende Geschichte, da man selbst manchmal nicht mehr weiß, was denn nun wahr ist. Vieles stellt sich anders dar, als es dann tatsächlich ist, sehr versponnen und undurchsichtig. Zusätzlich kommt noch die Hypnose ins Spiel, die für weitere Verwirrungen sorgt. Bereits im Prolog wird jemand unter Hypnose aufgefordert, Inka zu töten. Vielleicht gibt es im Laufe der Geschichte etwas zu viel an Ereignissen, aber die Spannung hält bis zum Schluss. Die einzelnen Personen sind sehr gut gezeichnet und die Charaktere kommen erst nach und nach zum Vorschein. Trotzdem sind sie mir jetzt nicht so richtig ans Herz gewachsen, es ist noch eine gewisse Distanz vorhanden.

Sina Beerwald ist hier ein sehr schönes Krimi-Debüt gelungen und es steht ihren historischen Romanen in nichts nach. Da kann man kann sich schon auf den nächsten Fall freuen.


Sacer Sanguis Pirates - Goldgelbes Schatzfieber
Sacer Sanguis Pirates - Goldgelbes Schatzfieber
von Albert Knorr
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht ganz so spannend, 3. Dezember 2012
Ein eigenständiges Buch, welches nichts mit der Serie, den Teilen I-IV zu tun hat. Außer dass Lady Pendergast schon in einem anderen Buch vorkommt. Die Gemeinsamkeiten bestehen aber nur darin, dass Lady Pendergast für ihren Museumsclub wieder an einer Expedition teilnehmen will. Diesmal geht es nach Frankreich, um einen Piratenschatz zu finden.

Die Expedition setzt sich aus Lady Pendergast und aus Mangel an Freiwilligen, aus recht eigenartigen Clubmitgliedern zusammen. Darunter befinden sich ihre Nichte Daisy und ihr Butler Mr. Stinger sowie ein guter Freund Lord Peabody. Aber wie meistens lockt eine solche Schatzsuche auch dunkle Gestalten an, die über Leichen gehen, um den Schatz als Erste zu finden. Und somit sind Unannehmlichkeiten und Überraschungen vorprogrammiert.

Die Geschichte ist leider mit vielen ausschweifenden Nebensächlichkeiten aufgebläht, sodass sich die Spannung in Grenzen hält. Meist wird sie von humorvollen Sequenzen überschattet und man muss selbst im Todeskampf oft schmunzeln. Die Figuren sind gut gezeichnet, haben aber wenig mit einem Thriller zu tun und das Ende hat mich auch enttäuscht. Ich hätte mir gewünscht, dass die Intensität und Spannung des Vierteilers weitergeführt wird, aber leider sinkt sie von Buch zu Buch. Ich hoffe sehr, dass der Autor wieder an seine ursprünglichen Thriller-Qualitäten zurückfindet.


Im Totengarten (Ein Alice-Quentin-Thriller, Band 1)
Im Totengarten (Ein Alice-Quentin-Thriller, Band 1)
von Kate Rhodes
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessantes Debüt, 15. Oktober 2012
Die Kriminalpsychologin Dr. Alice Quentin wird von der Polizei gebeten, Morris Cley, der angeblich eine Prostituierte ermordet hat und nun frühzeitig entlassen werden soll, zu beurteilen, ob er gefährlich ist. Die Ermordete wurde geschändet und weist Ähnlichkeiten zu einem früheren Fall auf. Es handelte sich damals um Ray und Marie Benson, ein Paar, welches ein Heim geleitet und viele Mädchen ermordet hat. Marie sitzt seit sieben Jahren im Gefängnis und Ray starb vor einem Jahr. Auffällig ist, dass Ray und Marie mit der Mutter von Morris befreundet waren, daher soll Dr. Quentin versuchen, Kontakt mit Marie aufzunehmen.

Detective Chief Inspector Don Burns hat Dr. Quentin zu Morris Cley ins Gefängnis gefahren, damit sie ein Urteil über ihn abgeben kann. Sie ist der Überzeugung, dass er ungefährlich ist, aber kaum ist er entlassen, stolpert Dr. Quentin beim Laufen über eine Leiche, die Ähnlichkeiten zu denen von Ray und Marie Benson aufweist. Der Täter kennt Einzelheiten, die nicht erwähnt wurden und Morris ist spurlos verschwunden.

Die beiden Ermittler Detective Chief Inspector Don Burns und sein Vertreter Detective Sergeant Ben Alvarez bitten Dr. Quentin, sie bei diesem Fall zu unterstützen. Doch nicht nur, dass ihr Bruder Will verdächtigt wird, begibt sie sich außerdem in große Gefahr, da sie vom Täter Drohbriefe erhält und es bleibt auch nicht bei der einen Leiche.

Dr. Alice Quentin, die eine schreckliche Kindheit hinter sich hat, sowie auch ihr Bruder Will, der schizophren ist und in einem VW-Bus vor ihrer Wohnung campiert, hat noch immer mit diesem Trauma zu kämpfen. Einzig ihre Freundin Lola, die sehr locker und burschikos ist, kommt noch halbwegs mit Will aus. Dr. Quentin ist durch ihre Vergangenheit ein sehr eigenwilliger Mensch, aber trotzdem nicht unsympathisch. Die Charaktere der weiteren Personen sind alle sehr gut dargestellt und passen gut in die Story.

Kate Rhodes ist ein gutes Debüt gelungen, obwohl es ein wenig an Spannung fehlt, was aber durch das hervorragende Ende wieder wettgemacht wird. Die einzelnen Kapitel sind in einer angenehmen Länge und der Schreibstil ist sehr flüssig. Besonders ins Auge sticht das tolle Cover mit der Libelle, die auf der Innenseite aber mit Nadeln befestigt ist. Auf diese Serie und den nächsten Fall mit Dr. Quentin kann man nur gespannt sein.


Schnitt
Schnitt
von Marc Raabe
  Broschiert

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fehlende Erinnerung, 4. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Schnitt (Broschiert)
Gabriel arbeitet bei einer Sicherheitsfirma und wird durch einen Alarm zu einer Villa gerufen. Diese ist aber seit Jahren unbewohnt und der Keller sieht so aus, wie der damals von seinem Vater. Vor 29 Jahren, er war 11 Jahre alt, sind seine Eltern gestorben und er hat seinen 9-jährigen Bruder Daniel aus dem brennenden Haus gerettet. Er weiß zwar von diesem denkwürdigen Tag, dem 13. Oktober 1979, der sein Leben total veränderte, aber er kann sich nicht mehr an Details erinnern.

Während sich Gabriel in der Villa aufhält, wird seine schwangere Freundin Liz im Park überfallen. Sie ruft ihn an und bittet ihn um Hilfe, da sie verletzt ist. Er fährt sofort hin und findet die Leiche eines Mannes und die Polizei verdächtigt ihn des Mordes, aber Liz selbst ist spurlos verschwunden. Dann meldet sich der Entführer bei Gabriel und verlangt von ihm, dass er sich an den 13. Oktober 1979 erinnert, nur dann kann er Liz retten. Gabriel ist verzweifelt, er kann und kann sich nicht erinnern.

Gabriels Leben wird sehr intensiv dargestellt, es verläuft mit vielen Höhen und Tiefen. In seinem Kopf sitzt eine Stimme, die seit seiner Kindheit immer wieder mit ihm redet. Er hat einen Aufenthalt in der Psychiatrie hinter sich und zu seinem Bruder David seit 20 Jahren keinen Kontakt mehr. Nun braucht er aber seine Hilfe, da ihm niemand die Entführung von Liz glaubt und er rasch seine Erinnerung finden muss.

Die psychische Verfassung von Gabriel ist zwar verwirrend, wird aber sehr gut und detailliert erzählt, sodass man sie nachvollziehen kann. Der rote Faden zieht sich durch das ganze Buch und trotz der vielen überraschenden Wendungen ist immer alles stimmig. Zwischendurch wird die Situation von Liz und ihrem Entführer eingeflochten. Diese Kapitel um den Kampf ums Überleben sind sehr emotional, man weiß aber nicht, wer der Entführer ist.

Marc Raabe ist hier wirklich ein spannendes Debüt gelungen, und obwohl es zwischendurch zu kleinen Durststrecken kommt, steigt die Spannung nach und nach. Cover und Titel passen wunderbar zusammen und die kurzen Kapitel sind sehr angenehm. Ich hoffe, sein nächstes Buch lässt nicht zu lange auf sich warten.


Ich bin der Herr deiner Angst
Ich bin der Herr deiner Angst
von Stephan M. Rother
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lähmende Angst, 6. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Ich bin der Herr deiner Angst (Taschenbuch)
Ein sehr außergewöhnlicher Thriller, der einen sofort fesselt. Schon das Vorspiel lässt unangenehme Schauer über den Rücken jagen. Gleich zu Beginn werden die Kommissare Jörg Albrecht und Hannah Friedrichs zu einem Mord ins Hamburger Rotlichtviertel gerufen und stellen fest, dass es sich um einen Kollegen handelt, der in dem Club Fleurs du Mal" Ermittlungen durchführte. Alle sind entsetzt und dann gibt es einen weiteren Mord aus ihren Reihen. Es wird immer schrecklicher und es kristallisiert sich heraus, dass es immer mit den größten Ängsten der Opfer zu tun hat.

Die Ermittler stehen vor einem Rätsel und Kommissar Albrecht bemerkt Ähnlichkeiten zu einem früheren Fall, dem Traumfänger-Fall, der allerdings dreißig Jahre zurückliegt. Der Täter Dr. Maximilian Freiligrath hat damals Menschen durch ihre Ängste umgebracht, befindet sich aber seitdem in der Psychiatrie. Wer steckt jetzt hinter diesen Fällen? Hat er einen Verbündeten? Die beiden Kommissare müssen alles wieder aufrollen.

Erzählt wird die Geschichte des Jörg Albrecht aus der Sicht von Hannah Friedrichs, der Rest wird in dritter Person erzählt. Die Charaktere der Protagonisten sind sehr ausgeprägt und eigenwillig und passen genau in diese düstere Handlung. Nach und nach erfährt man auch die privaten Probleme der Ermittler und hat daher ein sehr gutes Bild vor Augen. Die Psychospielchen sind extrem, aber auch sehr interessant und die Fäden der beiden Handlungsstränge, der Traumfänger-Fall vor dreißig Jahren und die Fälle der Gegenwart, werden auch gut verknüpft. Sehr unheimlich sind die Kapitel "Zwischenspiel", die immer von einem Mann in einem Wohnwagen erzählen, der Angst hat und der heimlich beobachtet wird.

Es gibt zwar zwischendurch leichte Durststrecken, aber die Spannung ist doch vordergründig und es lässt sich sehr flüssig lesen. Stephan M. Rother ist hier auf jeden Fall ein guter Thriller gelungen, der auf mehr hoffen lässt.


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