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Günter Nawe "Herodot" (Köln)
(TOP 500 REZENSENT)   

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Ernest Hemingway - Sein Leben in Bildern und Dokumenten
Ernest Hemingway - Sein Leben in Bildern und Dokumenten
von Mariel Hemingway
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 49,95

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Aber das Leben ist nun einmal anderswo", 14. Juli 2011
"Der alte Mann und das Meer" gehört wohl zu den schönsten Erzählungen, die uns Ernest Hemingway hinterlassen hat. Ansonsten assoziiert man mit dem Namen Hemingway häufig nur Frauen, Alkohol und ein abenteuerliches Leben, dem er am 2. Juli 1961 in Ketchum selbst ein Ende gesetzt hat.
Das war vor 50 Jahren und damit Anlass genug, dieses außergewöhnlichen Autors zu gedenken. Sehr eindrucksvoll tut es die Enkelin Mariel Hemingway als Herausgeberin des fulminanten Bands "Ernest Hemingway in Bildern und Dokumenten".
Im Vorwort schreibt sie: "Ein richtiger Kerl, ein Jäger, ein Hochseeangler, ein Mann der klaren Worte und mein Großvate... Ich bin glücklich, Ernest Hemingways Enkelin zu sein... und ich fühle mich geehrt, ein Teil von ihm zu sein". Von diesem Stolz und von dieser Verehrung für ist viel in diesem Buch zu spüren. Allein die liebevolle und sehr geglückte Auswahl der Fotos, die den Menschen und Autor mit all seinen Facetten zeigen, belegt dies.
Es gab einmal eine Zeit, da war der Literatur-Nobelpreisträger von 1954 - den Preis hat er für den (man möchte sagen: unvergänglichen) Kurzroman "Dar alte Mann und das Meer" erhalten - regelrecht en vogue. Seine großartigen Reportagen als Kriegsberichterstatter vom Spanischen Bürgerkrieg und vom Stierkampf, seine Romane "Fiesta" (1926), "In einem anderen Land"(1929)und "Wem die Stunde schlägt" (1940) waren Bestseller. Wie auch das erst nach seinem Tod erschienene Buch "Paris - ein Fest fürs Leben", in dem Hemingway so brillant von seiner Zeit in Paris (1921-1928) erzählt, von seinen Begegnungen mit Gertrude Stein und anderen Persönlichkeiten aus Kunst und Literatur, von seiner Liebe zu seiner ersten Frau Hadley und von seiner Geliebten und zweiten Frau Pauline Pfeiffer.
Seinen literarischen Ruhm hat Ernest Hemingway jedoch in erster Linie mit seinen Kurzgeschichten errungen, mit denen er fast eine eigene Stilrichtung begründet hat, einen Stil, revolutionär für die Literatur überhaupt, den der Autor von "Schnee auf dem Kilimandscharo", und "Das kurze glücklose Leben des Francis Macomber", um nur zwei Beispiele zu nennen, in Perfektion beherrschte.
Leben und Werk beschreibt in diesem Band Boris Vejdovsky, amerikanischer Literaturwissenschaftler und Mitglied der Hemingway Society. In acht programmatisch benannten Kapiteln zeichnet er den Lebensweg dieses Autors nach. Mit Spannung folgt ihm der Leser von Hemingways Anfängen im amerikanischen Oak Park (1899) über die wunderbare Zeit in Paris, über die Reportagereisen nach Spanien und Italien, die Erkundung der afrikanischen Welt, seinen Kuba-Aufenthalt und so weiter - bis zum freiwilligen Ende in Ketchum am 2. Juli 1961.
Darüber geschrieben hat Hemingway immer "anderswo": "Deshalb fährt er in sein Haus nach Key West, um dort über seine Erlebnisse in Afrika zu schreiben, so wie er, nach einem bereits bekannten Muster, in Paris über Michigan, auf Kuba über Paris, in Florida über Spanien schreiben wird - aber das Leben ist nun einmal anderswo." (Vejdovsky)
Wer also war dieser Ernest Hemingway? Ein Frauenheld (er war viermal verheiratet und hatte unzählige Affären), ein Alkoholiker, ein Abenteurer, Großwildjäger, Stierkämpfer, ein Aufschneider, am Ende gar ein Psychopath? Vejdovsky gelingt es nicht nur, ein hervorragendes Psychogramm eines Machos mit einer sehr empfindsamen Seele zu zeichnen, er räumt vor allem mit vielen Legenden auf, für die Hemingway oft genug selbst verantwortlich war, weil er häufig Literatur und Leben miteinander verwechselt hat. Gerade das aber mag ihn zu einem so großartigen Schriftsteller gemacht haben.
Es macht Freude, den Lebensweg Ernest Hemingways in diesem Buch mitzugehen. Es sind die 300 von Hemingways Enkelin zusammengetragenen, teilweise bisher unbekannten Bilder, die dem Leser diesen Ernest Hemingway näherbringen. Wer selbst einmal im Geburtshaus in Oak Park war oder in Paris und in Spanien den Spuren von Hemingway nachgegangen ist, wird geradezu ein Déjà-vu-Erlebnis haben.
Es ist vor allem aber der großartige biografische Essay von Boris Vejdovsky, den diese Bilder illustrieren. Ein Text, mit dem der Autor nicht nur den Menschen und Schriftsteller Ernest Hemingway "lebendig" werden lässt. Dieser biografische Essay ist auch, wie das gesamte Buch, aus gegebenem Anlass eine wunderbare und würdige Hommage für Ernest Hemingway.


Paris, ein Fest fürs Leben: A Moveable Feast. Die Urfassung
Paris, ein Fest fürs Leben: A Moveable Feast. Die Urfassung
von Ernest Hemingway
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Fest für den Leser, 3. Juli 2011
Eine wunderbare Neubegenung mit Ernest Hemingway aus Anlass des Gedenkens zu seinem 50. Todestages ist die neue und sehr gelungene Übersetzung des Erinnerungsbuches des Literatur-Nobelpreisträgers "Paris, Ein Fest fürs Leben - A Moveable Feast. Die Urfassung" durch Werner Schmitz. Diese Neuausgabe ist texttreuer und vollständiger als alle bisherigen Ausgaben dieses Buches.

Es war das letzte Buch, das Hemingway vor seinem Tode schrieb, und das erst posthum veröffentlicht wurde. In ihm beschreibt er aus der Rückschau des alten Mannes seine Jahre in Paris (1921-1928). Er erzählt von seinen Begegnungen mit Gertrude Stein und anderen Persönlichkeiten aus Kunst und Literatur, von seiner Liebe zu seiner ersten Frau Hadley und von seiner Geliebten und zweiten Frau Pauline Pfeiffer. Insgesamt ist dieses Buch auch eine wunderbare Erinnerung eine längst vergangene Zeit.

Das Buch hat in der jetzt vorliegenden Urfassung gegenüber der bisherigen Ausgaben eine neue Authentizität und eine überraschende Frische bekommen So wird die Lektüre auch zu "einem Fest" für den Leser.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 24, 2011 3:05 PM MEST


Colonia im Mittelalter: Über das Leben in der Stadt
Colonia im Mittelalter: Über das Leben in der Stadt
von Dieter Breuers
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Von kleinen Leuten und großen Schlachten, 7. Juni 2011
Für "ein Stück Hund" musste Trude mal wieder dem bestallten Hundeschlächter zu Willen sein, denn die Not war groß und Trude arm. Eines der Schicksale, von denen Dieter Breuers in seinem neuen Buch erzählt. - Trude lebte in Köln. Wie viele andere, mögen sie nun Jan oder Christoph oder wie auch immer heißen und so ganz unterschiedliche Schicksale haben.

Colonia, diese quirligen, höchst lebendige Stadt am Rhein. Das heißt im Mittelalter: große Politik, Schlachtfeld, Wirtschaftsmetropole, Pilgerziel und nicht zuletzt Heimat von Bauern, Handwerkern, Dirnen, geistlichen und weltlichen Herren. Vom Leben in dieser Stadt im 12. und 13. Jahrhundert erzählt Dieter Breuers. Von einer Stadt, die sich von anderen durch Glanz abhebt, aber auch durch Elend; Kunst und Reichtum stehen Dreck und Gestank gegenüber.

Breuers, studierter Historiker und Germanist, gilt nach einer Reihe bedeutender Bücher als ausgewiesener Mittelalter-Experte. Und das aufgrund seines profunden Wissens. So erzählt er Geschichte, wie sie war und wie sie hätte sein können - authentisch, spannend, in der ihm eigenen Art als eine gelungene Mischung von Sachbuch und Roman.

Mit einer Geschichte der Juden in Köln um 1000 n. Chr. beginnt das Buch. Und es endet mit der berühmten Schlacht bei Worringen, die am 5. Juni 1288 auf der Fühlinger Heide geschlagen wurde. Dazwischen liegen große und kleine Ereignisse aus dem Leben der kleinen Leute und der großen Lenker des Geschehens. Im Köln des Mittelalters fand nach heutigem Verständnis europäische Geschichte und Welt- und Kirchenpolitik statt. Und Dieter Breuers versteht es immer wieder, die Dinge miteinander in Beziehung zu setzen.

So, wenn er von der Auseinandersetzung der Stadt mit ihrem Erzbischof erzählt, in der die Ulrepforte eine wichtige Rolle spielt. Von einem Kinderkreuzzug, der in Köln ausgerufen wurde. Vom Dom natürlich erzählt Breuers und von der Doimbauhütte. Und was hat es eigentlich mit den 11.000 Jungfrauen auf sich? Die größte Stadt des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation hat unendliche viele Facetten. Wichtige und bedeutende lernen wir hier kennen.

"Colonia im Mittelalter" ist ein herrliches Buch zum Schmöckern, zum Entdecken für alle, die sich dieser Stadt verbunden fühlen, und für die, die über ihre Geschichte einfach nur mehr wissen wollen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 17, 2011 2:47 PM MEST


Zu viel Glück: Zehn Erzählungen
Zu viel Glück: Zehn Erzählungen
von Alice Munro
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

49 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich wurde erwachsen und alt, 7. Juni 2011
Glück ist eine sehr verletzliche Sache. Und "Zu viel Glück" besonders. So bewegen sich auch die unvergleichlich schönen Erzählungen der kanadischen Schriftstellerin Alice Munro auf einem sehr schmalen Grad zwischen dem, was Glück ist und irgendwann das Gegenteil davon. Nachzuprüfen in dem neuen Buch von Alice Munro: "Zu viel Glück".

Das Zimmermädchen Doree in der Erzählung "Dimensionen" musste es erfahren. Regelmäßig besucht sie ihren Mann in einer psychiatrischen Anstalt. Ist es Liebe, die sie zu langen Busfahrten veranlasst oder Fürsorge für ihren Mann...? Plötzlich aber kippt die Geschichte. Ihr Ehemann ist der Mörder ihrer drei gemeinsamen Kinder. Und die Besuche eine beinahe krankhafte psychische Abhängigkeit. Erst als Doree ein junges Unfallopfer wiederbelebt, kann sie sich aus dieser Abhängigkeit befreien.

Alice Munro, sie wird am 10. Juli 80 Jahre alt und regelmäßig als Nobelpreisanwärterin gehandelt, hat die Kunst der Story zu höchster Vollendung getrieben. Sie gilt als die beste Erzählerin weltweit. Dieses Attribut hat sie sich durch viele Erzählungen, viele Bücher erschrieben. Erzählungen, die ín einem oft lakonischen, unauffälligen Duktus daherkommen. Und die Story gerade und ohne Umwege auf den Punkt bringen.

Alice Munro erzählt fast teilnahmslos und ohne zu moralisieren von der jungen Frau, die sich dazu hergibt, einem alten Lustgreis nackt englische Gedichte vorzulesen. Auch diese junge Frau ist wie die vielen Frauen in Munros Erzählungen "auf dem Weg zu Taten, deren sie sich bisher nicht für fähig gehalten hätte".

Die Erzählung "Manche Frauen" beginnt mit dem dem Satz "Es verwundert mich mnachmal, wie alt ich bin". Und sie endet mit dem erstaunlichen Satz: "Ich wurde erwachsen und alt." Zwischen diesen beiden Sätzen erzählt sich die Geschichte auf sehr subtile und psychologisch raffinierte Weise: von der Aushilfspflegerin eines leukämiekranken Mannes und einer Masseurin, die dessen alte Mutter betreut und sich gleichzeitig dem Kranken auf seltsame Weise annähert. Die Munro konzentriert sich auf eine einzelne Episode und erfasst doch gleichzeitig einen ganzen Kosmos menschlicher Befindlichkeiten.

Es sind die Fragen nach der Vergänglichkeit der Zeit, es sind Lebensfragen, die von der Munro - letztlich aber vom Leser beantwortet werden müssen. Und das macht die Stories von Alice Munro so spannende und aufregend.

Nicht ganz glücklich wird der Leser mit der Titelgeschichte "Zu viel Glück". Sie spielt im Gegensatz zu allen anderen Erzählungen nicht in Kanada, sondern in Europa; und nicht im 20. Jahrhundert, sondern im 19. Jahrhundert. Auch handelt es sich um einen historischen Stoff, um die Geschichte einer russischen Mathematikerin und Schriftstellerin, die als erste Frau eine Professur erhält. Zu viel Glück - an dem sie scheitert. Dieser Erzählung fehlt etwas der typisch Munro'sche Ton und der ihr eigenen Fähigkeit zur Verknappung.

Trotz dieser kleinen kritischen Einschränkung sind diese Erzählungen durchweg zu loben - und zu empfehlen.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 11, 2013 4:03 PM MEST


Matthias Claudius: Eine Biographie (Biografien)
Matthias Claudius: Eine Biographie (Biografien)
von Annelen Kranefuss
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 23,00

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gesamtschau von Person, Werk und Zeit, 31. Mai 2011
"Denn dieses scheint die Hauptaufgabe der Biographie zu sein, den Menschen in seinen Zeitverhältnissen darzustellen, und zu zeigen, inwiefern ihm das Ganze widerstrebt, inwiefern es ihn begünstigt, wie er sich eine Welt- und Menschenansicht daraus gebildet ...", so Goethe.

Nichts anderes hat Annelen Kranefuss mit der jetzt vorliegende Biografie über Matthias Claudius getan. Eine Biografie, die das Zeug hat, zum Standardwerk zu werden. Es ist die erste umfassende Biografie seit über siebzig Jahren, die sich dieses Mannes annimmt, der als Journalist, als Dichter und Theologe, als homme de lettres und als Redakteur des "Wandsbecker Bothen" Literaturgeschichte geschrieben hat.

Der Dichter des "Abendlied" - "Der Mond ist aufgegangen..." - hat nur ein schmales Werk hinterlassen. Dass dieser Claudius mehr war - Annelen Kranefuss zeigt es uns mit einer sehr geglückten Gesamtschau von Person, Werk und Zeit.

Die Autorin, langjährige Kulturredakteurin beim Westdeutschen Rundfunk in Köln, hat Germanistik, Anglistik und Theologie studiert. Aus ihrer Dissertation über Matthias Claudius ist die großartige Biografie über den "bekannten Unbekannten" entstanden. Sachlich, aber auch leidenschaftlich und mit viel Sympathie für Claudius ist Annelen Kranefuss akribisch seinen Lebensspuren gefolgt.

Sie macht überzeugend deutlich, wie Claudius "seine Rolle im Laufe seines Lebens ausfüllt, wie er mit ihr spielt, sie in Literatur und Publizistik verwandelt, auch das macht seine Gestalt in der Geschichte der Literatur und Kulturgeschichte aus". Dabei räumt Annelen Kranefuss mit einigen Legenden auf. So, dass Claudius sein Studium in Jena abgebrochen habe. "Claudius verlässt die Universität... mit dem 'guten Titel étudiant en droit'", weiß die Autorin. Sie weiß aber auch, dass es immer noch weiße Flecken in der Biografie des Dichters gibt. Zum Beispiel die drei Jahre im Reinfelder Elternhaus (1765-1768).

In Reinfeld wird Matthias Claudius am 15. August 1740 geboren. Nach dem Studium in Jena wird Wandsbek zu seinem Lebensmittelpunkt. Er wird Redakteur des "Wandsbecker Bothen", kommt mit den Aufklärern Herder und Lessing und anderen Berühmtheiten der 1775 erscheint "ASMUS omnia sua SECUM portans oder Sämmtliche Werke Werke des Wandsbecker Bothen". Dieser Vorläufer des späteren Feuilletons sollte das Werk werden, das Claudius beliebt und berühmt macht. Matthias Claudius stirbt am 21. Januar 1815.

Claudius hat gegen Klischees angeschrieben, einen eigenen Stil kreiert - "originell und unverwechselbar". Er stand an der Schwelle zwischen Tradition und Moderne. Hinter der bewusst zur Schau getragenen Naivität verbarg sich eine komplexe Persönlichkeit. Er war im Kleinen groß - und verkörperte wie kaum ein anderer die Einheit von Schriftsteller und Person. Annelen Kranefuss hat ihn und sein Werk in den historischen Kontext gestellt. Sie ist damit Goethes Anforderung an eine Biografie im besten Sinne gerecht geworden.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 11, 2011 11:42 AM MEST


Mikis Theodorakis: Ein Leben in Bildern (inkl. 1 DVD und 2 CD's)
Mikis Theodorakis: Ein Leben in Bildern (inkl. 1 DVD und 2 CD's)
von Asteris Kutulas
  Taschenbuch
Preis: EUR 55,00

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelebte Musik - Mikis Theodorakis, 30. Mai 2011
Welch ein Mann - welche ein Buch. Asteris Kutulas hat mit dem herrlichen Band - eine brillante Komposition aus Bild und Text - dem großartigen Komponisten, dem Demokraten, dem Menschen Mikis Theodorakis aus Anlass seines 85. Geburtstags 2010 ein Denkmal gesetzt. Und uns, den Lesern, den Liebhabern der Musik von Mikis Theodorakis ein wunderbares Geschenk gemacht. Von "gelebter Musik" ist an irgendeiner Stelle die Rede. Hier ist sie hör-, les- und sichtbar.

Anhand bisher unbekannten Materials, nicht zuletzt aber durch das ausführliche Interview, das Kutulas mit Mikis Theodorakis, wird uns diese Persönlichkeit näher gebracht, Leben und Werk verdeutlicht. Besonders hinzuweisen ist auf die beiden CDs: "Private Recordings", die einen musikalischen Überblick geben, und die CD "Ein Leben in 19 Musikstücken" - ein, wenn man ao will - kleiner, eber eindringlicher Querschnitt durch das Schaffen des Komponisten. Dazu eine Bonus-DVD mit dem "Canto General" nach FGedichten des chilenischen Dichters Pablo Neruda.

Großartig - und empfehlenswert


Julia und Der Schattenmann
Julia und Der Schattenmann
von Barbara Schaeffer-Hegel
  Gebundene Ausgabe

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "andere Geschichten", 23. Mai 2011
Es ist ein spätes Debüt, dass die Autorin mit den Erzählungen "Julia und Der Schattenmann" vorlegt; Geschichten teilweise vor dem Hintergrund der Geschichte des Zwanzigsten Jahrhunderts - von der Nachkriegszeit bis ins Heute.
Es sind Erzählungen, die sicher auch etwas mit der Autorin, mit ihrem eigenen Erleben zu tun haben. Der oft sehr persönliche Ton ihrer Texte belegt dies. Barbara Schaeffer-Hegel war von 1980 bis 2002 Professorin für Erziehungs-Wissenschaften an der TU Berlin. Studiert hat sie Politik-Wissenschaften, Geschichte, Philosophie und Romanistik. Außerdem hat sie feministische Grundlagenforschung betrieben.
Von all dem scheint etwas durch in diesen sehr sensiblen Erzählungen, in deren Mittelpunkt vorwiegend Frauen stehen. In der Ich-Erzählung "Margitta und der Schattenmann" geht es um die Begegnung einer jungen Frau mit einem jungen Mann, der erfahren musste, dass sein geliebter Onkel ein Naziverbrecher war. An diesem Wissen ging nicht nur die Beziehung zu Margitta kaputt; Henry selbst ging daran zugrunde.

Verletzliche Wesen allesamt, die Figuren Autorin. Und deshalb jederzeit gefährdet. Und trotzdem oft standhaft die Brüche ihrer Biografien aushaltend. Ihre Traumata führen zu zu traurigen und häufig dramatischen Erlebnissen. Und es ist die Fähigkeit von Schaeffer-Hegel, ihrer Sensibilität und ihrer einfach und schnörkellose Sprache, die den Leser nicht nur faszinieren, sondern auch innerlich teilhaben lassen.

In der längsten Erzählung dieses Bandes "Julia und die Liebe oder Die Reise nach Ronchamp" wird die Protagonistin von einer Liebe befallen, die Julia zur Frau macht - "wenngleich nicht ganz in dem Sinne, den man gemeinhin mit diesem Ausdruck verbindet". Sie bekam ihre Periode nicht - bis...! "Der Hormonstoß kam mit Pele' Seit die Gefühle für Pele sich Julias bemächtigt hatten, blutete sie -. wie es sich gehört - in regelmäßigen monatlichen Abständen. Jungfrau blieb sie dennoch. Denn - so Pele: "Es wäre unverantwortlich, Julia an seine fragwürdige Existenz zu binden." Für Julia brach eine Welt zusammen. Pele war homosexuell.

Alle späteren Beziehungen Julias litten unter diesem Trauma der so vermeintlich grundlosen Trennung von Pele - sei es zu Bechmann mit den vielen Freundinnen, sei es zu Christof, der jüdischer Herkunft war und darunter zu leiden hatte. Und immer noch war Julia Jungfrau. Auch mit Kurt gab es Probleme - auch wenn sie durch ihn endlich zur Frau werden sollte.

Wunderbar hat Schaeffer-Hegel die seelischen Verletzungen, aber auch die immer wieder aufkommenden Sehnsüchte und Hoffnungen der jungen Frau und die scheinbare Unmöglichkeit der Liebe beschrieben. Am Ende aber'

"Die Liebe aber sollte Julia erst Jahre später kennen lernen. Als sie die Hoffnung schon längst aufgegeben hatte und schon verheiratet war. Die Liebe war über alle Maßen herrlicher, betörender - sie war unermesslich viel köstlicher als Julia je geahnt hätte. Sie war aber auch grausamer und vernichtender als Julia eigentlich ertragen konnte. Und hätte sie beinahe das Leben gekostet. "...aber das ist eine andere Geschichte."

"Andere Geschichten" also erzählt die Autorin noch. Von einer außergewöhnlichen Mutter-Tochter-Beziehung, von einem großen und einem kleinen Tod. Und mehr. "Geschichten, die das Leben schrieb", und die uns von Barbara Schaeffer-Hegel auf sehr schöne Weise "nacherzählt" worden sind.


Schattenriss oder Die Kur in Bad Schönenborn. Roman
Schattenriss oder Die Kur in Bad Schönenborn. Roman
von Wolfgang Bittner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,90

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ludwig Mahler und der schöne Kurschatten, 19. Mai 2011
Eigentlich ist die Geschichte ganz alltäglich. Ein Mann geht zur Kur, trifft eine Frau, einen Kurschatten, verliebt sich unsterblich, setzt seine Ehe aufs Spiel.... Vergleichbares passiert in den Kurorten und in den Ehen dieser Welt beinahe täglich. Auch Wolfgang Bittner erzählt eine solche Geschichte in seinem neuen Roman "Schattenriss oder Die Kur in Bad Schönenborn". Und doch ist sie etwas anders. Anders, weil er in ihr nicht nur das Exemplarische darstellt, sondern das Individuelle seiner Figuren in den Focus stellt.

So seinen Protagonisten Ludwig Mahler. Er ist Schriftsteller, der durch eine lebensgefährliche Erkrankung in eine Lebenskrise gerät. Eine Kur in Bad Schönenborn soll helfen. Und tut es wohl auch. Mahler beginnt den Aufenthalt zu genießen, begleitet von Franz Werfels Roman "Stern der Ungeborenen". Und das trotz aller gesundheitlicher Probleme, die ihn weiterhin plagen, trotz der Schreibhemmungen - er arbeitet an einem neuen Roman - und trotz mancher Depression: Mahler hat seinen "Zauberberg" gefunden.

So hat auch die Schilderung der Begegnungen mit anderen Kurgästen, mit den Ärzten etwas von der Darstellung, die Thomas Mann so meisterhaft geleistet hat - allerdíngs ohne dessen Niveau zu erreichen. Die Tischgenossen und ihre Gespräche zeichnen das Bild einer saturierten Gesellschaft, bei der sich alles um ihr kleines Ich dreht und das (Gesellschafts-) Politische zur schlichten Platitüde herät. Gespräche, in denen sich das Politik- und Weltverständnis der Zeit widerspiegelt. Allerweltsgespräche also. Sie werden von Bittner philosophisch grundiert, mit bedeutungsvollen Zitaten angereichert.

Und hier trifft Mahler auch die schöne und reiche Françoise Dubois. Eine heiße Affäre beginnt. Mahler, der seine Frau nach wie vor liebt, verliert sich in dieser Obsession. Mit viel psychologischem Gechick stellt Bittner die inneren und äußeren Bedindlichkeiten dar, die sich aus einer solchen Situation ergeben. Und damit wurde alles anders als es einmal war. Vor allem, als Mahler nach seiner Rückkehr aus der Kur feststellen muss, dass auch seine Frau sich in seiner Abwesenheit anderweitig getröstet hat.

Wolfgang Bittner, er lebt in Göttingen und in Köln, hat sich bereits als erfolgreicher Schriftsteller von Geschichten für Erwachsene, Jugendliche und Kinder etabliert. Mit "Schattenriss oder Die Kur in Bad Schönenborn" ist ihm eine Liebesgeschichte gelungen, schlicht und einfach, aber wirkunsgvoll erzählt. Ein wahrhaftige Geschichte, wie sie im Leben immer wieder vorkommt. Und in der Literatur.


Gynt: Roman
Gynt: Roman
von Peter Höner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,50

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Alle spielen Rollen - im Theater und im Leben, 2. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Gynt: Roman (Gebundene Ausgabe)
Peer Gynt - wer kennt es nicht, das großartige dramatische Gedicht des Henrik Ibsen. Diese Geschichte von der Möglichkeit unterschiedlicher Lebensentwürfe, vom Spiel mit dem Schein und der Flucht in die Lüge. "Ibsens Höllenparabel" - wie Peter Höner schreibt.

Peer Gynt also, wie er einmal beschrieben wurde: als "ein Kerl für sich. Das war ein Abenteurer und Lügenschmied wie er im Buche steht". Dieses dramatische Gedicht hat sich Peter Höner zum "Vorbild" genommen für seinen neuen Roman, der bezeichnenderweise im Theatermilieu spielt und den Titel "Gynt" trägt.

Peter Höner (Jahrgang 1947) kommt aus der Szene. Er hat als Schauspieler in Hamburg, Bremen, Berlin und Basel gearbeitet. Weitere berufliche Stationen: freischaffenden Schriftsteller und Regisseur. Lesenswert seine Kriminalromane "Seifengold", "Das Elefantengrab" und "Wiener Walzer" - sowie der zuletzt erschienene Roman "Am Abend, als es kühler wurde".

Und jetzt "Gynt" - die Geschichte um die die berühmte Frage: "Wer bin ich". Die Schauspielerin Johanna Hatt in Wien grübelt darüber, wie ihre Rolle als Geliebte Solveig anlegen soll. Und ihr Freund Daniel Tauber inszeniert in der Schweiz das gleiche Stück mit Jugendlichen.

Beide "Inszenierungen" wachsen sich zu einer Auseinandersetzung mit dem Theater und über das Theater aus, in dessen Welt Höner den Leser auf sehr authentische Art entführt. Er gerät - wie auch die Personen des Romans zunehmend in den Sog des Theaters, unterliegen seiner Faszination.

Alle Beteiligten - Johanna und Daniel, Anita und Jakob, Luka und Alisa, Felix und Sarina, Miriam und Severin - nehmen ihre eigene Wirklichkeit mit in das Theater und in das Stück: ihre Hoffnungen und ihr Scheitern, Utopien und Gewissheiten, jugendliches Schwärmen und die Rebellionen des Alters. Und alle spielen Rollen - auf dem Theater und im Leben, Konflikte zwischen beidem inbegriffen. Oder anders. Die Welt ist ein Theater und das Theater die Welt!

Auf jeden Fall verändert sich bei bei der Arbeit an dem Stück, schon fast zwangsläufig, das Stück selbst - und es verändern sich die Schauspieler. Diesen psychologischen Prozess lässt Höner den Leser miterleben, indem er in den einzelnen Kapiteln die verschiedene Sichtweisen nicht nur verdeutlicht, sondern ihnen - wie im Peer Gynts Beispiel von der Zwiebel - Schicht für Schicht auf den Grund geht. Höner gelingt dies auf sehr subtile Weise: durch den Perspektivenwechsel, aus denen heraus erzählt wird, mit sprachlichen Mitteln, die dem Autor in allen Facetten zur Verfügung stehen, durch eine spannendenInszenierung.

Konnte das also gut gehen, was Tauber sich vorgenommen hatte? Heißt es doch, dass sich "die Welt der Pubertierenden nicht auf ein Theaterstück aus dem vorletzen Jahrhundert beschränkte", sondern andere Ausdrucksformen hat.. Er, der Regisseur Tauber, musste daran scheitern. "Er brandmarkte einen flunkernden Schelm als üblen Lügner, aber der eigenen Lebenslüge stellte er sich nicht". Und so verändern sich die Jugendlichen wie auch die Alten, deren vermeintliche Gewissheiten auf den Prüfstand kommen.

"Vom Erfolg war kaum die Rede, dafür vom Scheitern." - Scheitern an sich, an den anderen, am Stück. So gibt es Selbstmord, es gibt Hass auf sich selbst und untereinander. Es gibt Verzweiflungen an der Rolle und an sich selbst. Es gibt Gleichgültigkeit. Und es gibt die Liebe. Allerdings wird Gynts Frage "Wer bin ich" am Ende immer noch nicht beantwortet. Oder doch? Ist die Liebe ein Bleibendes und gewiß?

Der Schluss des Romans gibt vielleicht ein wenig Aufschluss. "Johanna hat ihre Hand auf den Arm Julias gelegt. 'Sie spielen die Solveig', fragte das Mädchen. 'Ich auch. Allerdings nur die blinde. Eine schwierige, aber auch eine schöne Rolle....'. Sie lächelte und drehte sich nach Julia um." Und dann geht es um einen Satz von Ibsen, den Solveig verstanden hatte, Julia erst einmal nicht und dann doch: "Die ungesungenen Lieder sind stets die schönsten."

Peter Höner hat Ibsens Schauspiel "Peer Gynt" als Folie benutzt, vor der er seinen Theaterroman spielen lässt. Einen Roman, der mit den Mitteln der Gestaltung und der Sprache auf sehr subtile Weise Schicht für Schicht die Lebenslügen und Befindlichkeiten von drei Generationen aufdeckt, die Gewissheiten infragestellt. Von alldem ist in diesem Roman die Rede - vom Theater, von der Welt und den in beiden "auftretenden" Menschen.


Mahlers Welt: Die Orte seines Lebens
Mahlers Welt: Die Orte seines Lebens
von Helmut Brenner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,90

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In einem stillen Fichtenwäldchen, 17. April 2011
Ein kleines Haus, ganz aus Holz gezimmert, gelegen "in einem stillen Fichtenwäldchen": das Komponierhäuschen des Gustav Mahler. Der Ort, an dem "Das Lied von der Erde" entstanden ist; wo Mahler seine IX. und die unvollendet gebliebene X. Symphonie komponiert hat. Gerade die X. hatte große Bedeutung in Zusammenhang mit den Ereignissen um Alma und Walter Gropius.

So beschreiben die Autoren des wunderbaren Bandes "Mahlers Welt - Die Orte seines Lebens" Helmut Brenner und Reinhold Kubik diesen im Leben des Gustav Mahler so bedeutenden Ort. Und nicht nur diesen. Man kann davon ausgehen, dass dieses Nachschlagewerk, das zugleich ein sehr schönes Lesebuch und ein bedeutendes Stück Musikgeschichte ist, an Vollständigkeit nichts zu wünschen übrig lässt.

Helmut Brenner hat seinen Ruf als Mahler-Experte bereits unter Beweis gestellt. Der freischaffende Publizist zeichnet unter anderem für die Ausgabe der Familienbriefe Mahlers verantwortlich. Auch Reinhold Kubik, unter anderem Musikwissenschaftler, bekannt als Editionsleiter der Gesamtausgabe der Werke von Gustav Mahler, hat sich längst als bedeutender Mahlerianer ausgewiesen. Dies muss vorausgeschickt werden, um zu zeigen, welche Kompetenz hinter dem Buch steht. Hinter einem Werk, das neben der fulminanten Biografie von Jens Malte Fischer ("Gustav Mahler") zu den Standardwerken zu zählen ist.

Ausgangspunkt für die Reise durch die Wohn-, Aufenthalts- und Lebensorte von Gustav Mahler war eine Ausstellung über 'Mahler in Wien'. Helmut Brenner erzählte bei der Buchvorstellung vom Entstehen dieses Bandes, der eine Fortsetzung der Wiener Ausstellung auf andere Weise werden und den gesamten Kosmos Mahlerscher Aufenthalte umfassen sollte. Von der aufregenden, aber mühevollen Recherche war seine Rede, einer Recherche, die zwei ganze Jahre dauerte bis zu Fertigstellung des Buches und die von Sankt Petersburg bis Uruguay reichte. Von 2500 Mails berichtete Brenner, von unzähligen Telefonaten, von der - wie man jetzt sagen kann: erfolgreichen Suche nach bisher unveröffentlichten Texten.

Benutzt wurden nur Primärquellen und Sekundärquellen nur aus erster Hand. Nur was Mahler selbst gesehen (und wie er es gesehen hat) galt. So setzt sich das Werk aus authentischen Bildern, aus Briefen und Notaten, aus öffentlichen Dokumenten und privaten Erinnerungen zusammen. Akribisch genau, dabei aber lebhaft und lebendig kommt dieses Buch daher. Ein Gewinn an Information und eine Freude für die Sinne.

Diese Biografie in Orten ist einfach grandios. Beginnend in Kalischt, dem Geburtsort Mahlers, über die unzähligen Lebenstationen bis zur Grabstätte Mahlers auf dem Grinzinger Friedhof in Wien reicht die chronologische Auflistung aller Orte von Abbazia bis Wörthersee - und dies weltweit: ob Skandinavien und Russland, in Amerika oder England, die Ländern der Donaumonarchie natürlich und Deutschland - hier sind sie zu finden. 597 Bilder illustrieren das Buch und geben Einblick in Mahlers Welt. Die Texte nennen nicht nur die einzelnen Aufenthaltsdaten, die Autoren haben es verstanden, weiterführende Informationen zu geben, den Ort näher beschreiben und so ein Gesamtbild geben. Eine einzigartige Topografie.

Vor 100 Jahren, am 18. Mai 1911, starb Gustav Mahler. Noch am 11. Mai - so ist es bei Brenner / Kubik zu lesen - machte sich der schwerkranke Komponist von Paris aus auf den Weg nach Wien. "Am 11. Mai 1911 wurde Mahler nachts mit dem Orientexpress und unter ärztlicher Betreuung durch den aus Wien herbeigerufenen Professor Dr. Franz Chvostek nach Wien zurückgebracht und am 12. Mai ins Sanatorium Loew eingeliefert.... wo er am 18. Mai um 23.05 Uhr starb. Mahlers Sterbezimmer Nr. 82 war ein gartenseitig gelegener Erkerraum".


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