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Hamlet
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Mädchenjäger: Thriller (Mark-Heckenburg-Reihe, Band 1)
Mädchenjäger: Thriller (Mark-Heckenburg-Reihe, Band 1)
von Paul Finch
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Heck" ermittelt, 5. Juni 2014
Achtunddreißig Frauen verschwinden innerhalb eines kurzen Zeitraums. Alle sind jung, erfolgreich und führen bis zu ihrem Verschwinden ein glückliches Leben. Plötzlich sind sie weg, ohne auch nur die geringste Spur zu hinterlassen und tauchen auch nicht mehr auf – weder tot, noch lebendig. DS Mark „Heck“ Heckenburg ist offenbar der einzige, der eine Verbindung zwischen den Fällen sieht. Aber seine Nachforschungen laufen ins Leere und bringen keine Ergebnisse. Von Seiten der Polizei sieht man deshalb auch keine Veranlassung, diese Ermittlungen weiterzuführen und schließt die Fälle.

Aber Heck gibt nicht auf und ermittelt auf eigene Faust, bis er Unterstützung von der Ex-Soldatin Lauren Waxford erhält, deren Schwester unter den Verschwundenen ist. Gemeinsam streifen sie auf ihrer Suche durch die heruntergekommenen Viertel Manchesters und nehmen Kontakt zu äußerst zwielichtigen Typen aus der Unterwelt auf. Und tatsächlich erhalten sie einen Hinweis zu einer Organisation, die all das beschafft, wonach solventen Kunden der Sinn steht…

„Mädchenjäger“ von Paul Finch ist der Auftakt einer neuen Reihe um DS „Heck“ und ist eine Mischung zwischen knallhartem Thriller und einem „police procedural“ - ich kenne leider keine gelungene Übersetzung für diesen englischen Begriff, und Polizei-Roman trifft es nun mal nicht hundertprozentig. Und der Autor weiß, wovon er schreibt, hat er selbst doch lange Jahre als Polizist gearbeitet.

Diese Zweiteilung macht den Roman zwar authentisch, ist aber gleichzeitig auch für das einzige Problem verantwortlich, das ich mit diesem Buch habe, denn jedes Mal, wenn Finch akribisch die Ermittlungsarbeit beschreibt, verliert die ansonsten rasante Geschichte sowohl an Spannung als auch an Tempo. Hier wäre etwas weniger mehr gewesen.

Ich bin gespannt, ob er dies in „Rattenfänger“, dem zweiten Heckenburg-Thriller, der im Oktober 2014 in der deutschen Übersetzung erscheint, vermeiden kann.


ZERO - Sie wissen, was du tust: Roman
ZERO - Sie wissen, was du tust: Roman
von Marc Elsberg
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zukunft war gestern - willkommen in der "smarten" Welt, 5. Juni 2014
Was die Möglichkeiten der Überwachung angeht, sind wir mittlerweile um ein Vielfaches weiter, als es George Orwell in seinem Roman „1984“ beschrieben hat. Und auch die Informationen, die Edward Snowden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat, wurden in der Zwischenzeit wahrscheinlich schon längst von der Realität überholt.

Der Autor Marc Elsberg scheut nicht davor zurück, heikle Themen in Romanform zu verpacken, was er bereits mit „Blackout“ bewiesen hat. In „Zero“, seinem neuesten Werk, beschäftigt er sich mit den Möglichkeiten der Manipulation, die die neuesten Technologien bieten, um das Leben der User nachhaltig zu beeinflussen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten Menschen überhaupt nicht wissen, wie „gläsern“ und damit auch ausrechenbar sie mittlerweile sind – und das funktioniert auch ohne Datenbrille und Smartwatch.

Aber Zero sieht die Gefahren. Er ist ein Online-Aktivist, ein Rufer in der Wüste, denn niemand nimmt seine Warnungen ernst, selbst dann, als er in einem spektakulären Video der Öffentlichkeit beweist, dass der bestbeschützte Mann der Welt, der amerikanische Präsident, durch einen Drohnenangriff getötet werden kann. Und er warnt auch vor Freemee, einem Unternehmen, das seinen Nutzern vorgaukelt, durch die Verwendung einer App ein besseres, erfolgreiches Leben führen zu können, denn in Wirklichkeit stehen natürlich kommerzielle Interessen hinter diesem Geschäftsmodell: die Gewohnheiten der User werden ausgespäht, die Daten gesammelt, ausgewertet und dann veräußert, was der Firma satte Gewinne beschert. Dass damit den Datenkäufern Tür und Tor für Manipulationen in alle Richtungen geöffnet werden, kümmert niemanden.

Die Journalistin Cynthia Bonsant kommt erstmals mit dieser „smarten“ Welt in Kontakt, als ein Freund ihrer Tochter bei einer Verfolgungsjagd getötet wird und sie diesen Todesfall genauer unter die Lupe nimmt. Was sie bei ihren Recherchen herausfindet, passte einigen Menschen überhaupt nicht und bringt sie selbst in Lebensgefahr.

Kundenkarten, Online-Banking, Google und Online-Shopping, überall hinterlassen wir Spuren, wenn wir uns im Internet bewegen. Und dabei geht es nicht nur um vertrauliche Mitteilungen, die sorglose Nutzer in Sozialen Netzwerken posten, sondern auch um Kaufverhalten, politische Interessen und persönliche Vorlieben – ein gefundenes Fressen für die diversen Datenkraken, die all das herausfiltern, was für sie von Nutzen ist.

Der Autor legt zwar ein rasantes Tempo vor, zwingt den Leser aber auch immer wieder zum Innehalten und Reflektieren, gerade dann, wenn er die technischen Möglichkeiten der Cyberwelt erläutert. Hochspannung und fundierte Information sind die beiden Säulen, auf denen dieser Roman fußt, denn Marc Elsberg hat für diesen Techno-Thriller hervorragende Recherchearbeit geleistet. Und wenn er nur einen Leser für dieses Thema sensibilisiert und zum Nachdenken bringt, hat er meiner Meinung nach sein Ziel bereits erreicht.

Nachdrücklich empfohlen!


Iman
Iman
von Ryad Assani-Razaki
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gib einem Hungernden einen Fisch..., 30. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Iman (Gebundene Ausgabe)
Ryad Assani-Razaki wurde in dem westafrikanischen Benin geboren, einer ehemaligen Kolonie Frankreichs. Anders als seine Hauptfiguren kommt er aus einer gebildeten und wohlsituierten Familie, und nach seinem Informatikstudium in den USA lebt, schreibt und arbeitet er heute als Informatiker in Kanada. „Iman“ ist nach einem Band mit Erzählungen sein erster Roman.

Handlungsort ist ein nicht näher benanntes afrikanisches Land - man darf annehmen, dass es Benin ist - und der Handlungszeitrum erstreckt sich über fast vier Jahrzehnte am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts. Die Lebens- und Leidensgeschichten von Toumani, Alissa und dem titelgebenden Iman stehen stellvertretend für die Zustände, die auch heute noch auf dem Schwarzen Kontinent herrschen.

Als sechsjähriger Junge wird Toumani von seiner Mutter an eine Menschenhändlerin verkauft, die einen schwunghaften Handel mit Kindern betreibt. Sein weiteres Schicksal interessiert niemanden, und bei seinem nächsten Besitzer ist harte Arbeit sein täglich Brot. Misshandlungen sowie unvorstellbare Grausamkeiten sind an der Tagesordnung. Als dieser ihn fast zu Tode geprügelt hat, entsorgt er den Jungen wie ein Stück Müll in einem Kanalschacht. Dort findet ihn Iman und pflegt ihn gesund.

Iman ist ein ungewolltes Kind, das aus der Liaison seiner afrikanischen Mutter mit einem weißen Franzosen stammt. Wegen seiner hellen Hautfarbe wird er von der Familie verstoßen und landet wie so viel ungewollte Kinder auf der Straße. Aber Iman hat Pläne, denn er ist der festen Überzeugung, dass er sein Heimatland in Richtung Europa verlassen muss, um diesem elenden Leben zu entkommen.

Zwischen den beiden Freunden Tourmani und Iman steht Alissa, die Tourmani seit ihrer gemeinsamen Zeit bei der Sklavenhändlerin kennt und deren bisheriges Leben sich nicht wesentlich von seinem unterscheidet. Sie wird am Ende des Romans noch eine entscheidende Rolle spielen.

In elf Kapiteln erzählt der Autor nicht nur die Erlebnisse seiner Protagonisten, sondern bringt durch die Schilderung der Lebensgeschichte von Imans Mutter und deren Mutter in Rückblenden auch noch die historische Komponente der Kolonisation in den Roman ein.

Iman reflektiert sein Leben, allerdings nicht bis zur letzten Konsequenz. Weg, nur weg - er möchte diesem elenden Leben in Afrika entfliehen, aber er hat keinen durchdachten Plan, wie er seinen Neuanfang in einem fremden Land erfolgreich gestalten will. Hat er überhaupt eine Chance?

Ryad Assani-Razakis Roman handelt von Freundschaft, von Träumen und Illusionen und deren Verlust. Er führt uns die grausame Realität eines Landes vor Augen, in dem die Mittellosen keine Chancen haben – noch nicht einmal die, mit heiler Haut von einem Schlepper über das Meer nach Südeuropa gebracht zu werden, um dort dem Elend, das sie aus ihrer Heimat kennen, zu entkommen.

„Iman“ ist ein aufwühlendes, ein bewegendes Buch, das den Leser mitten ins Herz trifft. Lesen!


Die Puppe: Der 6. Fall für Jack Caffery - Psychothriller
Die Puppe: Der 6. Fall für Jack Caffery - Psychothriller
von Mo Hayder
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Horror und Mystery, 26. Mai 2014
Mo Hayders erster Psychothriller „Der Vogelmann“ war ein herausragendes Debüt, und seither habe ich bei jedem danach veröffentlichten Buch der Autorin gehofft, dass sich diese Faszination wieder einstellt. Zwar hatte jedes ihrer folgenden Bücher vielversprechende Ansätze, aber so richtig rund war für meine Begriffe keiner dieser Plots.

DI Jack Caffery hat in „Die Puppe“ einen besonderen Fall zu lösen, denn in der Psychiatrischen Klinik in Bristol gibt es äußerst seltsame Vorfälle, die „Maude“ dem Geist von Beechway, zugeschrieben werden. Angeblich werden Patienten in der Nacht von ihr dazu gebracht, sich selbst schwersten Verletzungen beizubringen, die sogar manchmal, wie bei der Patientin Zelda Lornton geschehen, zum Tode führen können. Die Klinikleitung ordnet für das Personal Stillschweigen zu den Vorfällen an, aber der Pfleger AJ, der sich speziell nach der Entlassung eines verurteilten Mörders große Sorgen um seine Patienten macht, hält sich nicht an diese Vorschrift, sondern bittet Jack Caffery um Hilfe.

Mo Hayders „Die Puppe“ hat mich stark an ihren 2004 veröffentlichten Thriller „Tokio“ erinnert, in dem sie wie hier auch äußerst blutige und unappetitliche Szenen verarbeitet hat, die aus einem Splatter-Movie stammen könnten, denn wenn bereits in der Einleitung von schmatzender Haut die Rede ist, die sich von den Knochen löst, bereitet diese Vorstellung mit Sicherheit dem einen oder anderen Leser ein gewisses Unbehagen. So überwiegen dann auch die Elemente aus dem Horror- und Mysterybereich und drängen die zweifelsfrei vorhandene psychologische Komponente dieses Thrillers in den Hintergrund.

Negativ auf Spannung und Tempo wirkt zum einen auch das ewige Wiederkäuen der alten Fälle und Beziehungen, die Caffery extrem belasten und ihn keine Ruhe finden lassen, zum anderen die unterschiedlichen Handlungsstränge, die lange ohne erkennbare Verbindung nebeneinander herlaufen und erst relativ spät zusammengeführt werden.

Und dennoch, wie bei fast all ihren Thrillern kreiert Mo Hayder eine dunkle Grundstimmung, die den Leser in das Geschehen hineinzieht und gleichzeitig fasziniert und abstößt. Höchst spannend und sehr dicht beschreibt sie nicht nur die Geschehnisse sondern auch die Prozesse, die in den Köpfen und Seelen ihrer handelnden Personen ablaufen und erzeugt so eine ganz besondere Atmosphäre, der man sich als Leser kaum entziehen kann.

Zwar reicht auch „Die Puppe“ nicht ganz an den „Vogelmann“ heran, aber es fehlt hier wahrlich nicht viel.

Gute Neuigkeiten für alle Mo Hayder-Leser: Band 7 der Caffery-Reihe ist vergangenen Monat im Original unter dem Titel „Wolf“ erschienen - wir dürfen gespannt sein!


99 Särge: Roman
99 Särge: Roman
von Xiaolong Qiu
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Korruption im Reich der Mitte, 26. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: 99 Särge: Roman (Gebundene Ausgabe)
Geboren und aufgewachsen in Shanghai, übersetzt der Autor Qiu Xiaolong nach seinem Studium der Anglistik und Literaturwissenschaft amerikanische Klassiker der Kriminalliteratur in seine Muttersprache. Ende der achtziger Jahre erhält er ein Stipendium und reist zu Studienzwecken in die USA, und dass sein Aufenthalt dort bis zum heutigen Tag dauern würde, hat er mit Sicherheit damals nicht vermutet. Aber nach dem Massaker am Platz des Himmlischen Friedens beschließt er, nicht nach China zurückzukehren, wo er bis dato in St. Louis lebt, lehrt und schreibt.

Im Original erscheint im Jahr 2000 der erste Kriminalroman mit seinem Protagonisten Oberinspektor Chen Cao, in der deutschen Übersetzung 2003, und mittlerweile sind bereits sieben Bände der Reihe erschienen, in denen er nicht nur die chinesische Kultur beschreibt, sondern sich auch durchaus kritisch mit den Zuständen in seinem Heimatland auseinandersetzt.

So auch in Xiaolongs neuestem Krimi „99 Särge“, in dem sich der Autor wie schon so oft mit dem Thema Korruption auseinandersetzt: Der Direktor der Wohnungsbau-Behörde wird in einem Luxushotel mit einem Strick um den Hals aufgefunden. Hat er Selbstmord begangen oder wurde er wegen seines Lebenstils, der Verstrickungen in kriminelle Machenschaften vermuten lässt, ermordet? Wer ist für die Fotos und Informationen verantwortlich, die nach und nach im Internet auftauchen und zur Hetzjagd blasen? Und werden die 99 Särge wirklich benötigt?

Womit der Autor immer wieder punktet, sind die detaillierten Beschreibungen des alltäglichen Lebens in China, wobei Xiaolong kein Blatt vor den Mund nimmt und Korruption, staatliche Gängelung und Unterdrückung, kurz alle politischen Missstände dieses Landes aufzeigt, weshalb auch in seinem Heimatland ganze Passagen seiner ersten Romane der Zensur zum Opfer gefallen sind – mittlerweile legt er keinen Wert mehr darauf, dass seine Bücher dort erscheinen.

Die Kriminalromane Qiu Xiaolongs schätze ich weniger wegen der Krimihandlung, denn auch in dem vorliegenden Buch ist diese nicht nur vielschichtig, sondern auch reichlich verwirrend. Selbst bei konzentriertem Lesen bleibt es nicht aus, dass immer wieder Passagen und Entwicklungen im Handlungsverlauf auftauchen, für deren Verständnis man zu bereits Gelesenem zurückblättern muss.

Und dennoch - um politische Inhalte zu transportieren, bietet sich das Krimi-Genre förmlich an, erreicht der Autor so über den Unterhaltungsfaktor auch Leser, die nicht unbedingt zu einem Sachbuch über gesellschaftskritische Themen in Fernost greifen würden.


Die Portugiesische Küche. A Cozinha Portuguesa
Die Portugiesische Küche. A Cozinha Portuguesa
von Rita Cortes Valente de Oliveira
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Portugal - natürlich Stockfisch, aber was sonst?, 21. Mai 2014
Mir ging es mit der portugiesischen Küche ähnlich wie der Illustratorin Alexandra Klobouk: bis zu meinem letztjährigen Aufenthalt in Lissabon hatte ich absolut keine Vorstellung davon, was die kulinarischen Besonderheiten dieses Landes sind. Stockfisch natürlich und bei ca. 850 km Küstenlinie gibt es bestimmt noch viele andere Fischgerichte, aber sonst?

Die Rezepte in diesem von Alexandra Klobouk mit viel Liebe illustrierten Kochbuch hat die aus einer Dynastie von portugiesischen Kochbuchautorinnen stammende Rita Cortes Valente de Oliveira zusammengetragen. Die Einteilung der vorgestellten Gerichte ist klassisch: Appetithappen, Suppen, Fisch, Fleisch, Beilagen, Süße Sachen. Wenn man sich aber die Zutaten der einzelnen Rezepte anschaut, ist es auffällig, dass die Zutatenliste meist sehr überschaubar ist. Natürlich gibt es viele Fisch-, aber mindestens genauso viele Gemüsegericht, und Fleisch wird eher klein geschrieben.

Auf exotische Beigaben wird verzichtet, Bodenständigkeit und Konzentration auf das Wesentliche bestimmen diese Küche, in der es keinen Raum für Schnörkel und Spielereien gibt. Dafür ist die Reinheit des Geschmacks ein außergewöhnliches Erlebnis: man denke nur an die Pastéis de Nata, die berühmten Sahnepastetchen aus Mehl, Ei, Zucker und Sahne, darüber ein Hauch Zimt – köstlich!

Zusätzlich zu den Illustrationen finden wir in diesem Kochbuch auch viele Fotografien, die nicht nur die Gerichte abbilden, sondern auch Momentaufnahmen aus dem kulinarischen Leben der portugiesischen Metropole Lissabon sind und dem Betrachter den Eindruck vermitteln, dass in diesem außergewöhnlichen Kochbuch viel Liebe und Herzblut der beiden Autorinnen steckt.
Ein kleines Land am westlichen Rand Europas mit einer ehrlichen Küche, auf die dieses wunderschön gestaltete Buch große Lust macht!


Schwarze Tränen: Thriller
Schwarze Tränen: Thriller
von Jérôme Delafosse
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiger Thriller - ohne Einschränkung empfohlen!, 20. Mai 2014
Der Franzose Jérôme Delafosse ist ein Mann mit vielen Talenten: Er führt Regie bei populärwissenschaftlichen Dokumentarfilmen für das Fernsehen, ist als Fotoreporter rund um den Globus unterwegs, arbeitet als Berufstaucher, nimmt an archäologischen Ausgrabungen unter Wasser teil, schreibt Reportagen für renommierte Zeitschriften im In- und Ausland und hat mit seinem ersten Thriller „Im Blutkreis“ Spitzenplätze in den Bestsellerlisten belegt.

Der Nachfolger „Schwarze Tränen“, der kürzlich erschienen ist, spielt im Herbst 1994. Die Handlung startet in Irland, wo die Kriegsberichterstatterin Sinead McKeown bei einer Bombenexplosion ihres Hauses sowohl ihr ungeborenes Kind als auch ihren Mann Gari verliert. Sie selbst kommt zwar mit schweren Verletzungen davon, wird aber bald von den ermittelnden Behörden als Mörderin ihres Mannes verdächtigt, nachdem sich herausstellt, dass dieser bereits vor der Explosion durch einen Messerstich ums Leben gekommen ist.

Sinead sieht keinen Sinn mehr in ihrem Leben und beschließt, diesem in den Trümmern ihres Hauses ein Ende zu setzen, als sie dort einen seltsamen Fund macht: ein Glasröhrchen mit kyrillischen Schriftzeichen, in dem sich eine ledrige Substanz befindet. Misstrauisch geworden kontaktiert sie ihren inhaftierten Bruder, der ihr rät, die Insel schnellstens zu verlassen.

In Paris kreuzen sich dann die Wege von Sinead und dem Ermittler Raphael Zeck, der einer gefährlichen Terrorgruppe auf der Spur ist. Gemeinsam machen die beiden sich gegen den Widerstand von Zecks Vorgesetzten daran, das Geheimnis um Garis Tod zu lüften und kommen einer Verschwörung auf die Spur, die nicht nur sie in Lebensgefahr bringt.

„Schwarze Tränen“ ist ein ungeheuer komplexer und intelligenter Thriller, der von dem enormen Fachwissen des Autors geprägt ist. Ob er nun die verschiedenen Geheimdienste und deren Operationen, wissenschaftliche Experimente, politische Verflechtungen oder die Stringtheorie beschreibt – alle Informationen wirken kompetent und fügen sich schlüssig in die temporeich erzählte Geschichte ein, in der auch die Hetzjagd der beiden Protagonisten durch die unterschiedlichsten Länder ohne Einschränkung passt und Sinn macht.

Und auch die beiden Protagonisten Sindead McKeown und Raphael Zeck, die beide mit Gespenstern aus der Vergangenheit zu kämpfen haben, überzeugen und wirken authentisch. Und obschon Delafosse sehr viel „Material“ in diesem spannenden Thriller verarbeitet hat, wirkt er zu keinem Zeitpunkt überfrachtet.

Großartiges Buch – sollte man unbedingt gelesen haben!


Die pure Lust am Landleben: Mit zahlreichen traditionellen Koch- und Backrezepten
Die pure Lust am Landleben: Mit zahlreichen traditionellen Koch- und Backrezepten
von Marlies Heinritzi
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Der Jahreslauf auf dem Land..., 19. Mai 2014
In den vergangenen Jahren sind Zeitschriften und Magazine, die sich mit dem Leben auf dem Lande beschäftigen, geradezu in überwältigender Zahl aus dem Boden geschossen, sodass man davon ausgehen kann, dass die Sehnsucht der Menschen, die tagtäglich in den städtischen Ballungsräumen mit der Hektik des Alltags kämpfen müssen, eine tiefe Sehnsucht nach dem geruhsamen Leben auf dem Lande haben. Anders lässt sich der Erfolg dieser Publikationen nicht erklären.

Marlis Heinritzi, Hauswirtschaftsmeisterin und Kräuterpädagogin, lebt in Oberbayern und hat nun zusammen mit Christiane Widmayr-Falconi, Gartenarchitektin und Redakteurin der Zeitschrift „kraut & rüben, „Die pure Lust am Landleben“ geschrieben, ein wunderschönes Buch, das dem Jahreslauf folgt und das Leben in und mit der Natur in den jeweiligen Jahreszeiten betrachtet.

Dabei wollen die Autorinnen vergessene Tätigkeiten wie zum Beispiel das Buttern wieder in Erinnerung rufen und Fähigkeiten weitergeben, die bereits unsere Großmütter, so sie denn nicht in der Stadt erwachsen wurden, hatten. Sie zeigen, wie einfach es ist, das eigene Brot zu backen (und ja, das kann man auch, wenn man Vollzeit berufstätig ist), Marmelade für die Familie zu kochen oder auch bei kleinen Wehwehchen auf die „Naturapotheke“ zu vertrauen. Dazu gibt es Dekorationsideen und jede Menge Rezepte, die kinderleicht nachzukochen sind.

Natürlich ist es weit bequemer, in einem Supermarkt die Dinge für den täglichen Speisezettel einzukaufen, aber es macht ungleich mehr Freude und ist meist auch wesentlich gesünder, diese entweder selbst anzubauen oder aber direkt von dem Erzeuger zu beziehen. Und wenn man dann dazu auch noch willens und in der Lage ist, aus diesen Ausgangs- die entsprechenden Endprodukte herzustellen, kann man sich auch in der Stadt ein Stück Landleben auf den Teller holen.

Ich hoffe, dass dieses Buch dem einen oder anderen einen Denkanstoß gibt und „Die pure Lust am Landleben“ weckt!


Schwarze Tränen: Roman
Schwarze Tränen: Roman
von Thomas Finn
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Ungewöhnliche Behandlung der Faust-Thematik!, 18. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Schwarze Tränen: Roman (Taschenbuch)
Der Autor Thomas Finn hat seine ersten Meriten mit dem Rollenspiel Das Schwarze Auge" erworben. Über fünf Jahre war er Herausgeber eines Fanmagazins, und noch heute gehört er der Rollenspiel-Redaktion an und hilft, komplexe Szenarien zu beschreiben. Aber auch Kurzgeschichten sowie diverse Romane, allesamt thematisch eher dem fantastischen, mit Mythologie und Gruselelementen gepaarten Bereich zuzurechnen, stammen aus seiner Feder.

Und hier lässt sich auch Schwarze Tränen", sein neuestes Werk, einordnen: Die Geschichte spielt in der Gegenwart, und die Hauptfigur Lukas Faust hat einen illustren Vorfahren in seinem Stammbaum zu verzeichnen, nämlich den uns allen seit Schulzeiten und Goethe-Lektüre bekannten Doktor Faust. Ein Universalgelehrter ist Lukas aber nicht, er lebt als Straßenkünstler eher von der Hand in den Mund und beschafft sich seinen Lebensunterhalt auch durch diverse Gaunereien. Durch Zufall gelangt er nach Staufen im Breisgau, dorthin, wo besagter Faust angeblich zur Hölle gefahren sein soll.

Dort findet Lukas ein uraltes Buch in einem prächtigen Einband, über dessen Besitz er mit einem Angehörigen der Zauberer-Zunft in Streit gerät. Während des Handgemenges bricht ein Edelstein aus dem prunkvollverzierten Umschlag und der schwarzer Pudel Mephisto, besagter Herr der Hölle, erscheint und rettet ihn. Im Gegenzug erwartet er von Lukas, dass dieser den Machtkampf, der in der Hölle zwischen Dämonen und gefallenen Engeln in vollem Gange ist, beendet. Aber dafür braucht er die drei Teufelstränen...

Thomas Finn verarbeitet in Schwarze Tränen" zum einem die Faust-Mythologie, zum anderen fließen aber auch Elemente aus diversen Volkssagen in diesen fantasievollen Roman ein. Für Puristen ist diese Gemengelage wahrscheinlich schwer zu ertragen, die das Herz von Lesern des Phantastik-Genres mit Sicherheit erfreuen wird, gibt es doch jede Menge Material, über dessen Ursprung man sich während der Lektüre, so man mag, Gedanken machen kann. Mir hat dieser ungewöhnliche Ansatz auf alle Fälle Freude gemacht!

Ein originelles Buch, das vor allem durch die bildhaften Beschreibungen und die Vielzahl der in die Geschichte verwobenen Legenden punktet. Die ideale Lektüre für Jugendliche, auf deren Lehrplan Goethes Faust" steht.


Dreizehn Tage: Thriller
Dreizehn Tage: Thriller
von V. M. Giambanco
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Neue aus Seattle, 18. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Dreizehn Tage: Thriller (Broschiert)
„13 Tage“ ist der Erstling der in Italien geborenen und in London lebenden Autorin Valentina Giambanco, die in der Filmbranche tätig ist. Es ist gleichfalls der Auftakt einer Thriller-Reihe, in deren Mittelpunkt Alice Madison, die neue Ermittlerin bei der Mordkommission in Seattle, und ihr Team stehen.

Es ist kurz vor Weihnachte, als Alice zu einem Tatort gerufen wird, der die gesamte Stadt in Aufruhr versetzt und schlimmer nicht sein könnte. Der angesehene und beliebte Anwalt James Sinclair, seine Frau sowie die beiden Kinder wurden grausam hingerichtet, und nun liegen sie, die Augen verbunden und ein blutiges Kreuz in die Stirn geritzt, in ihrem eigenen Blut. Der einzige Hinweis, der am Tatort gefunden wird, ist eine Nachricht, die in den Türrahmen geritzt ist: „13 Tage“. Ist das die Zeitspanne, die Alice und ihrem Team bleibt, um den Mörder zu finden, bevor er wieder tötet?

Im Laufe der Morduntersuchung gerät noch ein weiteres Verbrechen in den Fokus der Ermittler, das allerdings bereits fünfundzwanzig Jahre zurückliegt. Damals wurden drei Jungen entführt und in die Wälder in der Nähe des Hoh River verschleppt. Zwei davon kehrten zurück und sind nun im Erwachsenenalter im näheren Umfeld der Familie des ermordeten Anwalts zu finden. Der dritte Junge ist bis zum heutigen Tage nicht wieder aufgetaucht, und auch der Drahtzieher der Entführung wurde nie gefasst. Gibt es einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Verbrechen? Alice Madison bleiben exakt 13 Stunden, um diese Frage zu beantworten und den Täter dingfest zu machen…

Valentina Giambanco lässt sich viel Zeit, um ihre Personen vorzustellen und die Handlung zu entwickeln. Die zusätzlich eingestreuten Rückblenden tragen zwar zu besserem Verständnis bei, aber bremsen dann noch zusätzlich das gerade zu Beginn kaum vorhandene Tempo aus, was dazu führt, das sich das erste Drittel des Thrillers unnötig in die Länge zieht. Danach nimmt die Spannung stetig zu, wenngleich auch hier noch der eine oder andere logische Fehler auftaucht, und auch das Finale enttäuscht nicht, obwohl ich der Meinung bin, dass man die Geschichte ohne Problem hätte straffen können, was sich mit Sicherheit positiv auf den Gesamteindruck ausgewirkt hätte.

Positiv zu erwähnen sind die Personen, allen voran die Protagonistin Alice Madison, die sich wohltuend von dem Heer der kaputten, alkoholabhängigen Ermittler in diversen anderen Thriller-Reihen abhebt. Ich hoffe sehr, dass wir in den Folgebänden weitere Informationen zu ihrem persönlichen Hintergrund erhalten, und gehe davon aus, dass die Autorin noch die eine oder andere Überraschung dafür im Ärmel hat.

Alles in allem dennoch ein gelungenes Debüt, das allerdings noch deutlich Spielraum nach oben hat.


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