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Rezensionen verfasst von
Hamlet
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Mississippi Jam: Ein Dave-Robicheaux-Krimi
Mississippi Jam: Ein Dave-Robicheaux-Krimi
von James lee Burke
  Broschiert
Preis: EUR 17,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein neuer alter Robicheaux, 7. April 2016
„Mississippi Jam“ (Original: Dixie City Jam, 1994), eines der früheren Bücher aus der mittlerweile zwanzigbändigen Robicheaux-Reihe des Südstaaten-Autors James Lee Burke. In der Übersetzung von Jürgen Bürger. Erschienen bei Pendragon.

Was hat ein gesunkenes U-Boot der Nazis vor der Küste Louisianas zu suchen? Warum haben plötzlich dubiose Geschäftemacher Interesse an dem Wrack? Und vor allem, was hat Dave Robicheaux damit zu schaffen? Ganz einfach - einer der Interessenten ist Hippo Bimstine, und dieser plant, das U-Boot an Land schaffen zu lassen und dann zu einem Casino umzubauen. Und dafür braucht er Robicheaux, denn der soll ihm helfen, die genaue Lage des Wracks zu bestimmen, hat er es doch vor vielen Jahren beim Tauchen entdeckt. Daves Begeisterung für diesen Auftrag hält sich in Grenzen, und wäre da nicht sein alter Kumpel Batist, würde er Bimstine mit Sicherheit die kalte Schulter zeigen. Aber was tut man nicht alles für Freunde? Es ist eine Menge Geld, die Bimstine Robicheaux für seine Dienste anbietet, und da Batist wegen Mordes in U-Haft sitzt und Bares für Anwalt und Kaution benötigt, stimmt er zähneknirschend zu. Doch dann taucht ein weiterer Interessent auf, der alles daran setzt, an Robicheauxs Informationen zu kommen, und deshalb auch nicht davor zurückschreckt, dessen Ehefrau in die Auseinandersetzungen mit hinein zu ziehen…

„Mississippi Jam“ ist keine Lektüre für den schnellen Genuss, denn neben der Haupthandlung gibt es noch viele kleine und größere Nebenstränge, die der Beachtung wert sind. Die Personen sind wie immer bei Burke durchgängig mit viel Liebe zum Detail angelegt, insbesondere natürlich der Protagonist Dave Robicheaux, in vielen Bereichen ein Ehemaliger: Vietnam-Veteran, Ex-NYPD Cop, trockener Alkoholiker. Mittlerweile aber fest verankert im Hier und Jetzt in seiner Gemeinde in den Bayous, und unerbittlich, wenn die bösen Jungs seinen Lebensraum und seine Familie bedrohen. Dann gerät er schon einmal in Rage – deshalb der Hinweis, dass Leser besser die Finger von dem Buch lassen sollten, wenn sie mit der Beschreibung gewalttätiger Auseinandersetzungen Probleme haben.

Ein Wort noch zu der Übertragung ins Deutsche. Den vorliegenden Roman habe ich nicht im Original gelesen, aber das 2012 erschienene „Creole Bell“. Und wenn ich davon ausgehe, trifft Jürgen Bürger meiner Meinung nach den Tonfall des Originals perfekt. Das sind nun mal keine Intellektuellen, deren Dialogen wir folgen, sondern einfache Leute, die reden wie ihnen der Schnabel gewachsen ist.

Ich mag die gute Übersetzung, ich mag die spannende Story, ich mag die stimmungsvoll beschriebenen Handlungsorte - und vor allem mag ich Dave Robicheaux. Lesen!


Water - Der Kampf beginnt: Thriller
Water - Der Kampf beginnt: Thriller
von Paolo Bacigalupi
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Global Warming sollte als Global Warning verstanden werden!, 31. März 2016
Paolo Bacigalupi ist ein amerikanischer Science Fiction Autor, der bereits zahlreiche Auszeichnungen für seine futuristischen Romane erhalten hat. Es sind düstere Welten, die er beschreibt, die Handlung geprägt von den Auswirkungen des Klimawandels auf Gesellschaft und Individuen. So auch in seinem neuesten Sci-Fi-Thriller „Water – Der Kampf beginnt“.

Der amerikanische Südwesten, in der Zukunft. Wasser ist das kostbarste Gut überhaupt. Die Sonne brennt seit Jahren vom Himmel, die Böden sind knochentrocken, die Landschaft ist versteppt, die Städte nahezu unbewohnbar. Für die Wohlhabenden werden spezielle Luxushabitate gebaut, in denen es ihnen an nichts mangelt. Alle anderen sind den Elementen gnadenlos ausgeliefert und wissen nicht, wie sie in dieser Wüstenei überleben sollen. Das machen sich bestimmte Stellen zunutze, denn die Gabe bzw. der Entzug von Wasser ist ein hervorragendes Instrument, um die Bevölkerung zu kontrollieren.

Nevada hat eine spezielle Behörde, die die Wasserreservoirs des Staates verteidigt und mit legalen oder illegalen Mitteln erweitert, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. Sobald nur das leiseste Gerücht über unbekannte Wasserquellen die Runde macht, ist einer der speziell auf solche Ermittlungen trainierte Mitarbeiter auf dem Weg. Wie Angel Velasquez, der von seiner Chefin nach Phoenix, Arizona geschickt wird, da es dort angeblich eine neue Quelle geben soll. Dort trifft er auf Lucy Monroe, eine Journalistin, die die chaotischen Zustände in dieser kollabierenden Metropole ins Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen möchte. Und auf Maria aus Texas, ein Mädchen, das um ihr Leben kämpft. Konfrontiert mit der Gewalt auf den Straßen stellen sie sehr schnell fest, dass ihre Überlebenschancen besser sind, wenn sie sich zusammenschließen und ein Zweckgemeinschaft bilden, denn in Phoenix brennt die Luft…

Angesichts der alljährlichen Probleme, die der amerikanische Südwesten jedes Jahr mit der Wasserversorgung in den Sommermonaten hat, ist beschreibt Bacigalupi in „Water – Der Kampf beginnt“ eine erschreckende Zukunft, die nicht so weit von der Realität entfernt scheint. Und wenn man sich vor Augen führt, dass in vielen Ländern der Dritten Welt die Versorgung mit sauberem Trinkwasser jetzt bereits problematisch bzw. nicht gewährleistet ist, mag man sich gar nicht vorstellen, wie es dort aussehen wird, wenn die Erderwärmung weiter fortschreitet.

Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass der Autor die eher trockenen Fakten zum Thema nicht geballt zu Beginn präsentiert, sondern portionsweise in die Story einarbeitet. Ich könnte mir vorstellen, dass der eine oder andere Leser ob der Fülle der trockenen Informationen kapituliert und das Buch zur Seite legt, was allerdings schade wäre. Denn die Story an sich ist nicht nur sehr temporeich – allerdings einen Tick zu actionlastig - und spannend, sondern auch erschreckend, denn mit dem Wissen um die fortschreitende Klimaveränderung braucht es nicht viel Phantasie, um die Schilderungen des Autors in die Wirklichkeit zu übertragen. Noch ist Zeit, um dem entgegenzuwirken!


In den Straßen die Wut
In den Straßen die Wut
von Ryan Gattis
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Stadt versinkt im Chaos, 29. März 2016
Rezension bezieht sich auf: In den Straßen die Wut (Broschiert)
Am 3. März wird der Afroamerikaner Rodney King in Los Angeles von vier Polizisten fast zu Tode geprügelt. Ein Gerichtsverfahren wird eingeleitet. Die Urteilsverkündung ist ein Jahr später, am 29. April 1992. Die Polizisten werden freigesprochen.

Am gleichen Tag. Los Angeles. South Central. Die Wut bricht sich Bahn. Die Unruhen breiten sich aus. Eine Stadt versinkt im Chaos.

Vor diesem Hintergrund entfaltet der in Los Angeles lebende Autor Ryan Gattis (zum Zeitpunkt der „Riots“ 14 Jahre alt) seinen zeitgeschichtlichen Roman „In den Straßen die Wut“, basierend auf über zweijähriger Recherchearbeit und unzähligen Gesprächen/Interviews mit Gangmitgliedern und „normalen“ Angelenos, die diese Ereignisse hautnah miterlebt haben. Recht schnell kristallisiert sich heraus, dass die politische Komponente der Unruhen nur eine Nebenrolle gespielt hat. Vielmehr sind die chaotischen Verhältnisse, die in den Vierteln herrschen, bestens dafür geeignet, Rechnungen zu begleichen und die Auseinandersetzungen rivalisierender Gangs zu verschleiern. Dabei sind es nicht, wie man vermuten könnte, afroamerikanische sondern vielmehr Latino-Gangs, die in den Vierteln das Sagen haben und deren Bandenkämpfe der Autor schildert.

Gattis lässt die sechs Tage dieses Ausnahmezustand in Los Angeles aus der Perspektive von siebzehn involvierten Beteiligten schildern, die jeweils ihre Sicht wiedergeben. Und da er nicht nur Gangmitglieder sondern beispielsweise auch eine Krankenschwester und einen Feuerwehrmann zu Wort kommen lässt, entsteht aus diesen verschiedenen Sichtweisen ein realistisches Abbild des Lebens und Sterbens in den Ghettos von Los Angeles.

Die Bilanz dieser sechs Tage ist erschreckend: 53 Tote, mehrere Tausend Verletzte und Sachschäden in Höhe von ca. einer Milliarde US-Dollar.

Gattis’ Reportage-Roman wurde mehrfach ausgezeichnet, und auch die Filmrechte hat sich zwischenzeitlich das amerikanische Time Warner Unternehmen HBO gesichert, um daraus eine Fernsehserie zu produzieren. Man darf gespannt sein!


Die Strömung: Kriminalroman (Die Rönning/Stilton-Serie, Band 3)
Die Strömung: Kriminalroman (Die Rönning/Stilton-Serie, Band 3)
von Rolf Börjlind
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vielschichtiges Szenario, 29. März 2016
Nach „Die Springflut“ und „Die dritte Stimme“ ist „Die Strömung“ der dritte Kriminalroman aus der Feder des schwedischen Autorenpaars Cilla und Rolf Börjlind, in dem Tom Stilton und Olivia Rönning ermitteln. Olivia hat die Pläne für ein Kunststudium auf Eis gelegt, befindet sich aber noch immer in der Orientierungsphase. Mittlerweile arbeitet sie zwar als Polizistin, hat aber den Einsatzort gewechselt und das städtische Stockholm gegen das Leben und Arbeiten in einer ländlichen Kleinstadt eingetauscht. Aber auch dort fühlt sie sich fehl am Platz, sind die Kollegen doch eher einfache Gemüter und ihre Aufgaben simpler Natur. Das ändert sich, als ein Kleinkind ermordet und kurz darauf wird in der Nähe von Stockholm ein zweites Kind getötet wird. Die beiden Mordfälle hängen offenbar zusammen, und Mette ruft Olivia zurück nach Stockholm.

Parallel dazu sucht auch der ehemalige Kommissar Tom Stilton noch immer seinen Platz im Leben. Mit seiner früheren Tätigkeit will er eigentlich nichts mehr zu tun haben, aber da ist noch immer der alte, ungelöste Mord an einer jungen Prostituierten, der ihn nicht zur Ruhe kommen lässt.

Im Laufe der Ermittlungen ergeben sich erste Verbindungen zwischen den aktuellen Kindermorden und Stiltons „cold case“, denn alle Opfer waren dunkelhäutig. Die Vermutung liegt nahe, dass die rassistischen Mitglieder einer rechtsradikalen Zelle etwas mit den Morden zu tun haben. Aber noch fehlen die Beweise. Doch es gilt auch noch eine Spur zu verfolgen, die weit in die Vergangenheit reicht, zu einer Kommune, die sich nicht nur Love und Peace auf ihre Fahnen geschrieben hat…

Es ist ein interessantes und vielschichtiges Szenario, das Cilla und Rolf Börjlind hier entwickelt haben. Wie schon in den beiden Vorgängern bestimmen eine Vielzahl von Spuren und Verflechtungen diesen Kriminalroman, alles hängt mit allem zusammen. Und dass Cilla und Rolf Börjlind gelernte Drehbuchschreiber sind, merkt man der Geschichte an. Es gibt immer wieder Schnitte und Situationen, die augenscheinlich nicht in das Gesamtbild passen, deren Bedeutung sich aber mit fortschreitender Handlung erklärt. Und obwohl der Plot sehr ausgeklügelt ist, verlieren die Autoren nie ihre durchgehend sympathischen Hauptfiguren aus den Augen und entwickeln diese konsequent weiter.

Ein spannender Kriminalroman und eine ausgezeichnete Reihe, die sich wohltuend von dem Einheitsbrei der skandinavischen Thriller/Krimis abhebt, die seit geraumer Zeit den Buchmarkt überschwemmt. Zugreifen!


Brodo: Das Brühenkochbuch für Gesundheit & Genuss - Das Original aus New York
Brodo: Das Brühenkochbuch für Gesundheit & Genuss - Das Original aus New York
von Marco Canora
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der neue Trend aus den USA, 28. März 2016
„Brodo“ ist der neue Trend in den Vereinigten Staaten, der mit Sicherheit in Kürze auch seinen Weg in die europäischen Großstädte finden wird. Anstatt Kaffee-to-go verkauft der New Yorker Gastronom mit italienischen Wurzeln, Marco Canora, Trinkbrühen im Becher, die mit Sicherheit der Gesundheit wesentlich förderlicher sind als das koffeinhaltige Getränk.

Mittlerweile ist Canora auch unter die Autoren gegangen und hat mit „Brodo. Das Brühenkochbuch für Gesundheit & Genuss“ einen Ratgeber veröffentlicht, in dem er zum einen interessantes Hintergrundwissen über die gesundheitlichen Faktoren der Knochenbrühe, zum anderen aber auch konkrete Rezepte für deren Herstellung vermittelt.

Entgiftung und Infektbekämpfung sind die Hauptpunkte, auf die Canora sein Augenmerk richtet, wobei aber nicht verschwiegen werden sollte, dass eine eigenhändig zubereitete Brühe jedem Fertigprodukt aus dem Supermarkt vorzuziehen ist, kommt diese doch ohne Geschmacksverstärker oder andere chemische Hilfsmittel aus. Natürlich erfordert dies Zeit, aber da man die Brühen in größeren Mengen auf Vorrat herstellen kann, rechnet sich der Zeitaufwand allemal. Canora erklärt die Grundlagen und Utensilien, gibt Tipps zur Beschaffung der Ausgangsmaterialien und erläutert die Zubereitung der unterschiedlichen Brühen (Gemüse, Fisch und Fleisch), die nicht nur als Getränk, sondern auch als Basis für diverse Rezepte wie Risotto oder verschiedene Eintöpfe, hier Bowl genannt, weiterverwendet werden können.
Abgerundet werden die Brodo-Rezepte durch verschiedene Einlage und Extras, die das Ausgangsprodukt um interessante Geschmacksdimensionen erweitern und so für Abwechslung sorgen.

Problematisch erscheint mir in den Grundrezepten allerdings die Ausgangsmenge. Canora geht von einem 16-Liter-Topf aus, und ich bezweifle, dass dieser in normalen Haushalten zur Ausstattung gehört. Das sollte aber kein Hinderungsgrund sein, denn die Rezepte lassen sich problemlos herunter rechnen, sodass man auch eine wesentlich geringere Gesamtmenge zubereiten kann. Allerdings sollte man immer Aufwand und Ergebnis im Blick behalten, denn der Zeitaufwand für die Vorbereitung der Brühe ist nicht zu unterschätzen. Aber das Endergebnis ist in der Tat jeden Aufwand wert.


Der Gerechte: Roman
Der Gerechte: Roman
von John Grisham
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grishams "Street Lawyer", 23. März 2016
Rezension bezieht sich auf: Der Gerechte: Roman (Gebundene Ausgabe)
Nun hat also auch John Grisham seinen „Street Lawyer“, und dieser Sebastian Rudd, mit seiner Vorliebe für Bourbon, Mixed Martial Arts Käfigkämpfe, einem Bodyguard/Freund namens Partner und einer mobilen Kanzlei in einem kugelsicheren Van, verkörpert all das, was der Autor nach Abschluss seines Jurastudiums gerne gewesen wäre. So interpretiere ich zumindest den Klappentext seines neuen Romans „Der Gerechte“, in dem Grisham seine Leser direkt anspricht und Bezug auf seine anwaltliche Tätigkeit vor der Schriftstellerkarriere nimmt.

Auch wenn Rudd das Vertrauen in das amerikanische Rechtssystem längst verloren hat, ist er doch der Meinung, dass jeder Angeklagte das Recht auf eine engagierte Verteidigung und einen fairen Prozess hat. Und allein das ist ihm schon genug, weshalb er sich vornehmlich um Fälle kümmert, die seine Anwaltskollegen noch nicht einmal mit spitzen Fingern anfassen würden. Ganz gleich, ob unschuldig oder schuldig.

Wenn Gardy, ein junger, debiler Mann, angeklagt des Doppelmordes an zwei Kindern, noch vor Prozessende bereits als Todeskandidat gehandelt wird und alle Beweise für seine Unschuld von der Anklage ignoriert und unter den Tisch gekehrt werden, zeigt der Autor die Mechanismen auf, die eine objektive Gerichtsverhandlung von vornherein unmöglich machen. Da ist die Presse, die Stimmung macht. Die Öffentlichkeit, die der Bestie den Tod wünscht. Der Richter, der nur an seiner Wiederwahl interessiert ist. Und so kann es schon mal vorkommen, dass Beweismaterial nicht beachtet wird oder verschwindet.

Der Roman ist in zwei Teile gesplittet. Die erste Hälfte hat eher den Charakter einer Sammlung von Kurzgeschichten. In den verschiedenen Fällen lernt der Leser den Protagonisten kennen und erfährt Einzelheiten über dessen berufliches und privates Leben. Hier wird Grisham deutlich und zeigt auf, wie das Recht gebeugt wird und objektive Prozesse verhindert. Bestechung, Ignoranz, juristischer Filz, Einflussnahme der Politiker – mit der eigenen Karriere im Hinterkopf wird dann schon einmal ein Menschenleben zugunsten der öffentlichen Meinung bzw. der Wiederwahl geopfert. Hier bedarf es eines Anwalts, der mit allen Wassern gewaschen ist und die Winkelzüge seiner Gegner bereits im Vorfeld erahnt – wie Sebastian Rudd! Teil zwei ist dann „Grisham as usual“, auch wenn sich hier der Großteil der Handlung außerhalb der Gerichts abspielt. Aber es sind Mandanten aus dem ersten Teil des Romans, die hier neben Rudd und seiner Familie ins Zentrum der Handlung rücken. Eher konventionell und vorhersehbar.

Ich habe zwar in den Medien noch keine Bestätigung dafür gefunden, könnte mir aber vorstellen, dass wir Sebastian Rudd zukünftig öfter begegnen werden, denn die Figur passt wunderbar in John Grishams Anwaltsuniversum. Es würde mich freuen.


In Blut verbunden: Thriller (Detective Sergeant Logan McRae, Band 9)
In Blut verbunden: Thriller (Detective Sergeant Logan McRae, Band 9)
von Stuart MacBride
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochspannung aus dem Norden Schottlands, 23. März 2016
Dumm gelaufen für Logan McRae, ehemals Detective Inspector der Polizei von Aberdeen im Nordosten Schottlands. Obwohl er seinen letzten Fall mit Bravour gelöst und das Opfer gerettet hat, ist der Lohn dafür keine Auszeichnung, sondern eine „Entwicklungschance“, nämlich die Versetzung nach Banff, einer ländlichen Gemeinde an der Nordseeküste, noch weiter nördlich als Aberdeen. Offenbar ist man der Meinung, dass ihn die Zeit in der hintersten Provinz lehrt, Regeln einzuhalten.

Endlich einmal keine Kapitalverbrechen, dafür jede Menge Kleinkriminelle, entlaufene Schafe, aber auch alte Vermisstenfälle, die noch nicht aufgeklärt wurden. Gepflegte Langeweile also. Als der Leichnam eines Mädchens an der Küste angespült wird, wittert er Morgenluft, aber die Aberdeener Mordkommission übernimmt den Fall und untersagt McRae sich einzumischen. Doch seine Chefin DCI Roberta Steele weiß, dass er ihr bester Mann ist und setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um ihn in das Ermittlungsteam zu bekommen. Allerdings ist das nicht ganz so uneigennützig, wie es scheint. Aber sie hatte den richtigen Riecher, denn McRae findet die Verbindung zwischen dem toten Mädchen und den Vermisstenfällen…

„In Blut verbunden“ ist der neunte Band in der Logan McRae-Reihe des Schotten Stuart MacBride. Und wie immer gibt es einen großen Fall, aber auch unzählige Nebenhandlungen, deren Bedeutungen dem Leser allerdings erst im Verlauf der Handlung klar werden. So ist es nicht verwunderlich, dass der Autor 730 Seiten benötigt, um seine Geschichte zu erzählen, die er wie immer mit viel Liebe zum Detail entwickelt hat. Dabei konzentriert er sich nicht nur auf die Protagonisten, sondern kümmert sich in gleichem Maße auch um die Charakterisierung des übrigen Personals. Wer den Norden Schottlands kennt, wird feststellen, dass die ausführliche Beschreibung der Menschen und der Umgebung für die entsprechende Atmosphäre sorgt, die so typisch schottisch ist, wie sie nur sein kann. Abgerundet wird dies alles durch die entsprechende Dosis schwarzen Humors, sodass auch dieser Band die Logan McRae-Fans nicht enttäuschend wird. Daumen hoch!


Die Erinnerungen: Roman
Die Erinnerungen: Roman
von Jóanes Nielsen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es sind die Gegensätze, die diesen Roman bestimmen, 22. März 2016
Rezension bezieht sich auf: Die Erinnerungen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Färöer sind eine Inselgruppe im Nordatlantik, die zwischen Norwegen, Island und den schottischen Inseln gelegen sind. Die klimatischen Bedingungen sind rau, von Sturm, Regen und Kälte geprägt. Fruchtbarer Boden ist rar, aber Gras für die großen Schafherden ist reichlich vorhanden. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass in der Vergangenheit die Mehrzahl der Färinger von der Schafzucht und dem Verkauf der Wolle lebte. Und dann ist da noch das Meer, das die Färöer umschließt, und demzufolge war und ist die Fischereiwirtschaft ein bedeutender Wirtschaftszweig für die Inselbewohner.

Jóanes Nielsen ist ein färöischer Schriftsteller und Autor des Romans „Die Erinnerungen“. Geboren und aufgewachsen in der Hauptstadt Tórshavn, arbeitet er nach Beendigung der Schule auf See. Seine ersten literarischen Gehversuche macht er mit Gedichtsammlungen, es folgen Essays, Novellen und Kurzgeschichten. Sein erster Roman wird 1991 veröffentlicht. „Die Erinnerungen“ ist sein vierter Roman, 2012 erhält er dafür den Literaturpreis der Färöer. Politisch wird der Autor dem linken, gesellschaftskritischen Spektrum zugeordnet, was mit Sicherheit daran liegt, dass der Fokus seines literarischen Schaffens auf dem Leben der kleinen Leute liegt. Ihre harten Lebensbedingungen, ihren Kampf ums tägliche Brot, versucht er in realistischen Beschreibungen abzubilden.

So auch in „Die Erinnerungen“, einem an Umfang und Themen reichen Roman, der seinen Anfang Mitte des neunzehnten Jahrhundert hat, als eine verheerende Masern-Epidemie die Inseln heimsucht. Und natürlich trifft es wieder einmal die Ärmsten der Armen am heftigsten, bieten doch ihre katastrophalen Lebensbedingungen Krankheiten aller Art den idealen Nährboden. Die sich daraus entspinnenden Ereignisse werden als historische Komponente knapp vierzig Jahre fortgeführt. Zeitgeschichtlich befinden wir uns im zweiten großen Erzählstrang gut hundert Jahre später und begleiten den Außenseiter Eigil Tvibur auf seiner Suche nach der Wahrheit. Und dazu muss er tief in die Geschichte seiner Familie eintauchen…

Es sind die Gegensätze, die diesen Roman bestimmen. Reale Personen und historisch verbürgte Ereignisse wechseln sich ab mit fiktivem Geschehen. Es geht um Armut und Reichtum, um Leben und Tod, um Gewalt und Frieden und um Liebe und Hass. Die Vielzahl der Personen, die die Handlung bevölkert, erschwert die Lektüre, da nicht immer klar ersichtlich ist, ob man sich im Bereich Fakt oder Fiktion befindet. Der Autor wechselt zwischen den Zeiten, den Handlungsorten und den Personen wild hin und her, was den Lesefluss bisweilen behindert. Und dennoch habe ich „Die Erinnerungen“ sehr gerne gelesen, merkt man diesem Roman doch an, dass er mit Herzblut geschrieben ist, dass die Sympathien des Autors immer bei denjenigen sind, die auf der Schattenseite des Lebens stehen.


Tödlicher Frühling (Akyl Borubaew)
Tödlicher Frühling (Akyl Borubaew)
von Tom Callaghan
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,00

5.0 von 5 Sternen „Mein einziges Geschenk an die Toten ist die Gerechtigkeit“, 21. März 2016
Kirgisistan, ehemalige Sowjetrepublik, unabhängig seit 1991, gelegen zwischen Usbekistan, Kasachstan, Tadschikistan und China, ist nun nicht unbedingt die erste Adresse, die einem einfällt, wenn es darum geht, Handlungsorte von Kriminalromanen zu benennen. Aber genau diesen zentralasiatischen Binnenstaat hat sich der englische Autor Tom Callaghan ausgesucht, um dort seinen sturköpfigen Protagonisten Akyl Borubaew ermitteln zu lassen, der in „Tödlicher Frühling“ (Band 2 der Reihe) im Zentrum des Geschehens steht.

Der Inspektor der kirgisischen Mordkommission wurde nach den in „Blutiger Winter“ (Band 1 der Reihe) geschilderten Ereignissen, die im wahrsten Sinne des Wortes seinen Vorgesetzten den Kopf kosteten, in einen entlegenen Winkel des Landes strafversetzt. Dass aber auch dort das Verbrechen nicht schläft, muss Akyl spätestens dann feststellen, als auf einem abgelegenen Feld die oberflächlich verscharrten Leichname mehrerer Kinder gefunden werden, alle mit Namensbändern von Waisenhäusern um die Handgelenke. Gemeinsam mit der usbekischen Agentin Saltanat nimmt Akyl die Spur auf und die beiden fördern Erschütterndes zutage.

Es sind mächtige, einflussreiche Männer, denen sie in die Quere kommen, mit denen man sich besser nicht anlegen sollte. Aber die toten Kinder sind nur die Spitze des Eisbergs, Kollateralschäden, wie einer der Verdächtigen während einer Befragung äußert, deren Schicksal niemand kümmert. Außer Akyl und Saltanat, die alles daran setzen, den Verantwortlichen das Handwerk zu legen, auch wenn sie dafür ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen müssen.

„Mein einziges Geschenk an die Toten ist die Gerechtigkeit“, so Akyl Borubaew, und um diese zu erlangen, ist ihm jedes Mittel recht, denn manchmal müssen auch die Guten böse Dinge tun, um der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen. Er ist ein sympathischer Ermittler, zutiefst moralisch integer und knallhart, wenn es erforderlich ist, der weder sich selbst noch seine Gegner schont. Innerlich zerfressen von Schuldgefühlen, weil er das Leiden seiner krebskranken Frau nicht mehr mitansehen kann und sie erlöst. Aber der Preis, den er dafür zahlt ist hoch, denn die Liebe seines Lebens hat er nun für immer verloren. Zwischen ihm und seiner usbekischen Kollegin Saltanat ist die Luft geladen, und man darf gespannt sein, wie sich diese Beziehung weiterentwickeln wird.

Das Bild, das der Autor von der kirgisischen Gesellschaft zeichnet, ist deprimierend. Jeder, ganz gleich in welcher Position, ist käuflich. Polizei, Justiz, Regierung, alle sind bestechlich und auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Ein Menschenleben zählt nichts und wird, ohne mit der Wimper zu zucken, geopfert.

Wer einen Kriminalroman lesen möchte, der aus dem üblichen Raster fällt, dem sei Tom Callaghans „Tödlicher Frühling“ empfohlen, eine spannende Story mit sympathischen Protagonisten, die in einem Land ermitteln, das hierzulande kaum bekannt ist.


D.I. Grace: Schwarzes Herz (Ein Fall für Helen Grace, Band 2)
D.I. Grace: Schwarzes Herz (Ein Fall für Helen Grace, Band 2)
von Matthew J. Arlidge
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Pageturner für spannende Lesestunden!, 11. März 2016
Wenn ich einen Thriller lese, mag ich üblicherweise keine Storys, in denen die Jagd nach einem Serienmörder im Zentrum des Geschehens steht. Auch hier schätze ich eine gut geplottete, spannende Handlung, interessante Personen, die detailliert charakterisiert sind, und einen flüssigen, nicht mit Adjektiven überladenen Schreibstil.

Zu meiner Überraschung habe ich dies in den Detective Inspector Grace-Thrillern des Briten Matthew Arlidge gefunden. Bereits der erste Band der Reihe 'Eene. Meene: Einer lebt, einer stirbt' überzeugte durch eine raffinierte Story mit einer außergewöhnlichen Protagonistin, D.I. Helen Grace. Das sollte keine Überraschung sein, hat der Autor doch seine Fähigkeiten als Drehbuchschreiber für die erfolgreichen Serien der BBC in fünfzehn Jahren bewiesen. Und dass er weiß, wie man spannend plottet, hat er nicht nur mit seinem Erstling bewiesen, der übrigens das erfolgreichste britische Krimidebüt 2014 war. Mittlerweile erscheint die Reihe übrigens in 27 Ländern.

In 'D.I. Grace: Schwarzes Herz' (gerade im Rowohlt Verlag erschienen) gilt es zwar einen neuen Fall zu lösen, aber gleichzeitig wird auch die Geschichte von Helen Grace und ihrem Team fortgeschrieben. Nach den dramatischen Ereignissen am Ende von 'Eene.Meene' hat sich das Team verändert. Einige sind bereits wieder im Einsatz, andere kämpfen noch immer mit den physischen und psychischen Verletzungen, die sie davongetragen haben. Doch all das muss zur Seite geschoben werden, denn ein brutaler Serienmörder treibt sein Unwesen in den heruntergekommenen Gegenden von Southampton. Die Opfer sind immer ehrenwerte Mitglieder der Gesellschaft ' oder etwa doch nicht?

Obwohl die Story an sich nichts bietet, was man noch nie gelesen hätte - M. J. Arlidge weiß sehr gut, wie man Spannung erzeugt. Zum einen arbeitet er ausschließlich mit vielen kurzen Kapiteln, zum anderen baut er jede Menge Cliffhanger der verschiedensten Art ein. Außerdem spielt er mit den verschiedenen Perspektiven und wechselt munter zwischen dem Mordfall und den persönlichen Befindlichkeiten und privaten Problemen der Ermittler hin und her. So entwickelt sich ein Sog, dem sich der Leser kaum entziehen kann, und genau aus diesen genannten Gründen ist 'D.I. Grace: Schwarzes Herz' ein Pageturner im wahrsten Sinn des Wortes, der mir, wie bereits der Vorgänger, spannende Lesestunden beschert hat!

Eine Anmerkung zum Schluss: Es ist von Vorteil, wenn man den Vorgänger gelesen hat, da es im Laufe der Handlung immer wieder Verweise auf die Geschehnisse des ersten Bandes gibt. Außerdem ist es wesentlich interessanter, die Entwicklung der Personen beobachten zu können.


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