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Rezensionen verfasst von
Sursulapitschi
(TOP 500 REZENSENT)   

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Wie Blut so rot (Die Luna-Chroniken 2)
Wie Blut so rot (Die Luna-Chroniken 2)
Wird angeboten von Audible GmbH

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Scarlet und der böse Wolf, 29. Mai 2015
Oh, verdammt, jetzt kann ich mir nicht verkneifen, postwendend den dritten Teil zu kaufen und weiß genau, dass Teil vier erst 2016 erscheint. Ich sollte noch ein bisschen warten'renne aber sehenden Auges ins Unglück'

Diese Reihe ist großartig.
Die Cinderella-Geschichte bekommt einen Rotkäppchen-Handlungsstrang.
In Frankreich, das zum europäischen Staatenbund gehört, lebt Scarlet, deren Großmutter entführt wurde. Sie trifft den geheimnisvollen Straßenkämpfer Wolf, der ihr bei der Suche hilft. Köstlich! Scarlet und der böse Wolf.
Hier geht es actionreich zu. Es gibt eine mysteriöse Wolfsgemeinschaft, Königin Levana hat ihre Finger im Spiel, die verschollene Prinzessin wird weltweit gesucht.
Gleichzeitig bricht Cinder aus dem Gefängnis aus'

Es ist wirklich toll gemacht. Ich habe mich anfangs gefragt, wie sie es wohl schaffen will, zwei Märchen zu verknüpfen, ohne dass es wirr wird, aber mit diesem zweiten Handlungsstrang, neue Welt, neues Mädchen, neue Probleme, geht das wunderbar und dann treffen sie sich tatsächlich.
Im dritten Teil soll noch Rapunzel dazu kommen. Ich kann es mir wieder nicht vorstellen, habe aber inzwischen blindes Vertrauen in Frau Meyers Erfindungsgabe.

Der zweite Teil der Luna-Chroniken ist genauso genial wie der erste. Hier fährt Rotkäppchen im Raumschiff Gemüse aus und Cinderella bekämpft Lunarier. Dazwischen gibt es Gefahrvolles, Actionreiches und auch noch eine wirklich hübsche Liebesgeschichte. GROßARTIG!


Altes Land: Roman
Altes Land: Roman
von Dörte Hansen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Von Müttern und Wurzeln, 28. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Altes Land: Roman (Gebundene Ausgabe)
Bei Stade, im alten Land, da gehen die Uhren anders. Da pflegt man Traditionen, Dünkel und Obstbäume, hält Haus und Garten schier und wenn etwas nicht ins Bild passt, dann guckt man am Besten nicht hin.

Die alte Vera passt so gar nicht ins Bild, bei ihr ist gar nichts schier. Kein Wunder, ist sie doch im Krieg mit ihrer Mutter aus Polen gekommen. Ein Flüchtlingskind. Heimatlos. Fremd. Sie hat sich einen Platz in dieser Welt erkämpft, sogar ein Haus geerbt, das schon lange dort steht, nur passt es ihr nicht so recht, dieses Haus.
Heinrich ist ein Urgestein in dieser Gegend. Haus und Hof sind vorbildlich, nur freut sich keiner mehr daran, seit seine Frau gestorben ist und seine Söhne weggezogen sind.
Und dann kommt Anne, Veras Nichte, deren Mann sie verlassen hat, deren Mutter sich lieber um Annes Bruder kümmert, weil er begabter ist…
Man taucht ein in das dörfliche Leben im alten Land, lernt skurrile Typen jeder Couleur kennen und blickt ein wenig hinter die Kulissen.

Mit viel Humor und genialem Wortwitz erzählt Dörte Hansen hier eine schwierige Familiengeschichte über drei Generationen. Man könnte sich köstlich amüsieren, wenn das Leben dieser drei Frauen nicht so wechselvoll wäre. Bisweilen bleibt einem da das Lachen im Halse stecken. Großmutter, Mutter, Enkelin, hier hat jeder sein Päckchen zu tragen. In Rückblenden quer durch ihr Leben kann man beobachten, wie sie die wurden, die sie sind. Manchmal kann man verstehen, warum Mütter Fehler begehen. Sie hatten auch eine Mutter, haben Wurzeln, und tragen weiter, was sie geprägt hat. Kann man sich von seinen Wurzeln lösen und anderswo Fuß fassen?

All das steckt in diesem wunderbaren Buch. Es macht Spaß und auch sehr nachdenklich. Die Sprache ist herrlich süffisant, ein Balanceakt zwischen Poesie und derbstem Plattdeutsch.
Dörte Hansens Debütroman hat mich sehr begeistert. Ich hoffe, es gibt bald mehr von ihr zu lesen.


Mein langer Weg nach Hause: Wie ich als Fünfjähriger verloren ging und fünfundzwanzig Jahre später meine Familie wiederfand
Mein langer Weg nach Hause: Wie ich als Fünfjähriger verloren ging und fünfundzwanzig Jahre später meine Familie wiederfand
von Saroo Brierley
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,99

3.0 von 5 Sternen Bemerkenswerte Geschichte als mittelmäßiges Buch, 24. Mai 2015
Saroo Brierleys Lebensgeschichte ist unglaublich. Er ist fünf Jahre alt, als er ganz alleine in Kalkutta landet, zunächst auf der Straße lebt, dann aber aufgegriffen und sogar an ein australisches Paar zur Adoption vermittelt wird. Das war in den 80er Jahren.
25 Jahre später gibt es das Internet und Google Earth. Saroo beginnt zu recherchieren. Lässt sich anhand seiner Kindheitserinnerungen sein ehemaliger Wohnort ermitteln und vielleicht sogar seine Familie finden? Tatsächlich! Selbst das verrät uns schon der Klappentext.

Ja, hier wird ein sehr ungewöhnliches Schicksal geschildert. Ich habe großen Respekt vor Saroos Hartnäckigkeit, dem Mut seiner Adoptiveltern, der Hingabe der Leiterin eines indischen Waisenhauses und auch vor der Tapferkeit seiner indischen Mutter. Ganz sicher wäre dieses Buch ein überaus anrührender Film. Als Buch ist man schon nach den ersten Seiten enttäuscht, wenn man feststellt, dass das Ende der Geschichte vorweggenommen wird und bei näherer Betrachtung eigentlich der komplette Inhalt schon im Klappentext steht. Überraschungen erlebt man hier nicht. Man liest einen Bericht, der dramatische Begebenheiten nüchtern und sachlich vorträgt.
Das langweilt nicht, weil die Geschichte interessant ist, ist aber auch kein großer literarischer Genuss, wegen des monotonen Erzählstils und einer sehr holprigen Dramaturgie.

Vielleicht hätte Herr Brierley besser einen professionellen Autor beauftragt, seine Geschichte zu erzählen. Erzählenswert ist sie auf jeden Fall. So ist es eine bemerkenswerte Geschichte als mittelmäßiges Buch. Jammerschade.


Zerrspiegel
Zerrspiegel
von Katja Montejano
  Broschiert
Preis: EUR 10,58

4.0 von 5 Sternen Eine prickelnde Portion Thrill für Zwischendurch, 19. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Zerrspiegel (Broschiert)
Jazz ist Asperger Autistin, 19 Jahre alt und hat gelernt, ihr Leben zu leben, als ihre Mutter und ihre Schwester plötzlich verschwinden und auch noch ein Überfall auf sie stattfindet.
Während ihre gewohnte Welt zusammenbricht, spielt sie Verstecken mit einem brutalen Mörder.
ER ist irritiert, weil Jazz so ganz anders reagiert als seine üblichen Opfer. Sie hat einen anderen Blick auf die Welt.

In kurzen Kapiteln verfolgt man das Geschehen abwechselnd aus Jazz Perspektive und aus Sicht dieses grauenhaften Monsters. Man blickt direkt in eine schwer gestörte Seele. Zwischendurch ist man sich nicht sicher, wie viele Mörder hier eigentlich unterwegs sind. Es geht blutig zu, es gibt reichlich Tote, es ist beängstigend und gruselig.

Gut gefallen hat mir, dass hier alle Figuren mit einer interessanten Vita ausgestattet sind. Geheimnisse sind zu lüften, die sich am Ende zu einem Familiendrama verdichten. Allerdings kam mir die ein oder andere Lebensgeschichte doch etwas „aufgeplustert“ vor. (Muss Danika unbedingt nach ihrem Fernsehauftritt bei einer Castingshow verschwinden, wenn diese Show für die Handlung nicht relevant ist? Da hätte es eine simple Party auch getan.) Auch den leicht erhobenen moralischen Zeigefinger auf den letzten Seiten, hätte ich nicht unbedingt gebraucht.

„Zerrspiegel“ ist ein spannender Thriller der brutaleren Sorte, den man anfängt, nicht mehr weglegt und der dann ziemlich schnell zu Ende ist. Lang ist es nicht. Eine prickelnde Portion Thrill für Zwischendurch.


Anatomie der Wolken
Anatomie der Wolken
Preis: EUR 15,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Goethe zwischen Genie und Größenwahn, 17. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Anatomie der Wolken (Kindle Edition)
Was für ein Mensch war Goethe?
Befragen kann man ihn nicht mehr, Fotos gibt es auch nicht, aber er hat zum Glück einen Berg schriftlicher Zeugnisse zu allen Themen dieser Erde hinterlassen, die man interpretieren kann. Zwischen den Zeilen steckt der Mensch, Goethe, den uns Lea Singer hier vorstellt, einen Mann in den 60ern, dessen große Tage vorbei sind und der sich nicht aufs Altenteil setzen will, der von vergangenem Ruhm zehrt, ihn übertrumpfen will und sich dabei an Strohhalme klammert. Ein eitler, egozentrischer alter Mann zwischen Genie und Größenwahn.

„Aufbruch! Nur der Aufbruch konnte ihn retten. Raus aus dem Goethemuseum, hinein in die Welt der Wissenschaft, der Jungen, der anderen Ideen. Wolken! Es gab kein besseres Terrain für seine Neugier.“

Nachdem er Newtons Erkenntnisse über die Optik als Humbug entlarvt hat, fühlt er sich dazu berufen, die Wissenschaft durch Wolkenforschung zu bereichern.

„Das Atmosphärische, sagte Goethe, entspreche der Stufe, auf der er nun stehe. Oberhalb der Zoologie, Mineralogie, Geologie, konkreten Anatomie. Oberhalb des Irdischen… Auf dem Weg in höhere Sphären.“

Ein Dorn in Goethes Auge ist (Caspar David) Friedrich, ein begnadeter Wolkenmaler, der nicht reich, nicht berühmt und nicht gebildet, doch nicht übersehen werden kann. Immer wieder kreuzen sich ihre Wege. Friedrich steht für alles, was Goethe zuwider ist: Emotionen statt Struktur, Liebe zur Natur statt zu Idealen, Romantik und Mystik sind plötzlich modern. Damit kann Goethe nichts anfangen und unterdrückt es, wo er kann, diskreditiert junge Künstler, sabotiert, intrigiert, immerhin ist er bekannt und hat Einfluss.

Diese beiden berühmten Männer führt uns dieses Buch sehr lebendig vor Augen, schonungslos, mit viel Humor und in ausgesucht schöner Sprache. Man meint, man blickt in ihre Seele, hört Goethe lamentieren, Friedrich zweifeln und ist gleichzeitig mittendrin in der Künstlerszene des beginnenden 19. Jahrhunderts. Kleist, Schiller, Humboldt und viele andere große Namen tauchen hier auf und sind plötzlich Menschen. Und dann ist da noch die Malerin Louise Seidler, die Goethe und Friedrich bewundert, zu vermitteln versucht, dabei aber an ihre Grenzen stößt. Sie ist nur eine Frau und Frauen wird zu dieser Zeit sowohl der Verstand als auch jedes Talent aberkannt. Auch das wird hier sehr plastisch dargestellt.

Nach dem Lesen dieses Buches habe das Gefühl, ich kenne jetzt zwei berühmte Menschen, die vorher nur Namen waren, mit all ihren Stärken und Schwächen. Ich habe in eine spannende Zeit des Umbruchs geblickt und mich dabei köstlich amüsiert.


Die letzte Nacht des Matze Blitz: Roman
Die letzte Nacht des Matze Blitz: Roman
von Aleks Wiercinski
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Karriere eines Außenseiters, 11. Mai 2015
Dieses Buch zeigt, dass Witziges nicht zwingend lustig ist. Hier wird sehr humorvoll eine eher traurige Geschichte erzählt.

90er Jahre in Schwetzingen.
Matze Blitz kommt aus Polen und ist auf einer deutschen Hauptschule gelandet. Eigentlich hat er mehr auf dem Kasten, aber polnische Einwandererkinder haben es schwer im deutschen Schulsystem. Er hat sich mit der Situation arrangiert und inzwischen sogar Freunde. Vier Jungs aus unterschiedlichsten Randgruppen haben sich zu einer Art Zweckgemeinschaft zusammengetan. Ein Russe, ein Pole, ein Halbthailänder und ein Nazi-Sympathisant. Sie haben nicht viel gemeinsam, außer dass sie sich gegenseitig helfen, den Schulalltag zu überstehen und die Freizeit totzuschlagen.
In einer verhängnisvollen Silvesternacht steht ihre Freundschaft auf dem Prüfstand.

Die Hauptschule, Auffangbecken für Trottel, Halbstarke, Rüpel sagt das Vorurteil. Hier lernt man ein paar davon besser kennen und bekommt eine Idee davon, warum sie sind wer sie sind. Das hat mir gut gefallen.
Man spürt die 90er und denkt: Ja, so war das mit dem schicken Nokia Handy und dem dicken Röhrenfernseher. Die Beschreibungen sind witzig und bildhaft, voller sprechender Vergleiche.

Trotzdem habe ich am Ende des Buches das schwammige Gefühl, irgendwas fehlt hier. Es liegt einiges auf dem Tisch: Freundschaft, erwachsen werden, Drogen, wie ergeht es Ausländern in Deutschland, Außenseiter, Mobbing, Gewalt, Träume, Ambitionen. Spannende Themen, von denen aber nur die Oberfläche angekratzt wird und die zu ernst sind, als dass ich dieses Buch als lustige Geschichte eines Pubertierenden hinnehmen könnte.

Wenn ich es als humorvolle Sozialstudie betrachte, fehlt mir etwas Tiefgang. Als spaßige Coming of Age Geschichte fehlt ein skurriler Schlussgag. Wahrscheinlich ist es irgendetwas dazwischen und braucht keinen Stempel, trotzdem fehlt etwas, um mich wirklich zu begeistern.


Wie Ihr wollt: Roman
Wie Ihr wollt: Roman
von Inger-Maria Mahlke
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3.0 von 5 Sternen Wirre Zeiten, wirre Geschichte, 6. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Wie Ihr wollt: Roman (Gebundene Ausgabe)
„..., Geduld, Geduld, Geduld. Ich habe keine. Sechs Jahre, über zweitausend Tage, und jeder hat ein wenig gefressen, und jetzt ist nichts mehr übrig. Wenn Geduld belohnt würde. Wird sie aber nicht, sie macht es allen nur einfacher.“

1571, Mary Grey hat Hausarrest. Schon seit Jahren. Ihr Mann wurde hingerichtet, ihr Erbe verteilt. Jetzt wartet sie nur noch auf ein Zeichen von IHR, der nicht ganz so lieben Cousine Elisabeth, das ihre Gefangenschaft beenden könnte, aber es kommt nicht.
Mary hat nichts zu tun, außer ihre Dienerin zu schikanieren, die Farben der Menschen vor ihrem Fenster zu zählen und ihre Lebensgeschichte niederzuschreiben. Das tut sie in diesem Buch, voller Wut, Verzweiflung und Enttäuschung. Sie ist ein kleines Rädchen im Karussell um die Thronfolge, eigentlich unwichtig, fühlt sich aber vorsichtshalber ruhig gestellt.

Verbittert, sarkastisch und schonungslos berichtet sie über ihre Jugend, ihre Familie das Gerangel um den Königsthron, den die nicht ganz so liebe und die schottische Cousine beanspruchen und den Aufstieg und Fall ihrer Schwester Jane, die sie niemals berühren wollte. Mary ist kleinwüchsig, ein Umstand, der sie als „normale“ Bürgerin an den untersten Rand der Gesellschaft gedrängt hätte. Solche Menschen hat man als Kuriositäten ausgestellt. Ihre Herkunft zwingt ihre Umgebung, sie als Mensch zu akzeptieren, was vielen schwer fällt und was sie mit Häme kommentiert und gnadenlos ausspielt.

Eigentlich liest sich dieser Bericht sehr amüsant. Mary nimmt kein Blatt vor den Mund. Der Erzählstil macht prinzipiell Spaß. Nur hat sie auch die Angewohnheit, vieles nur stichwortartig wiederzugeben, Gedankenfetzen jagen einander, springen munter durch ihr ganzes Leben. Da sind Grafen, Herzöge, Cousins und Cousinen, jüngere und ältere Seymoures, Onkels und auch die Stiefgroßmama, die sich alle in den letzten 20 Jahren bewegter englischer Geschichte getummelt haben. Hier wird die Sache dann schwierig, wenn z.B. „der König“ kein sich selbst erklärender Begriff ist. In diesem Zeitraum gibt es mehrere zur Auswahl und man ist sich nie ganz sicher, von welcher Zeit sie gerade spricht.
Sie gibt reichlich Anekdoten aus dem Leben ihrer adligen Verwandtschaft zum Besten, die man nicht wirklich genießen kann, weil man zu sehr damit beschäftigt ist, zu entschlüsseln, wer denn nun gemeint ist und wie es zeitlich einzuordnen ist. Zwischendurch sind ihre Kommentare geradezu kryptisch. Das verdirbt einem früher oder später den Spaß an der Geschichte.

Durch dieses Buch musste ich mich beißen. Sehr schade. Das Thema ist großartig, der Ansatz wundervoll, nur kann ich mich letzten Endes nicht für ein Buch begeistern, bei dem ich die halbe Zeit raten muss, worum es gerade geht.


Das Mädchen, das rückwärts ging
Das Mädchen, das rückwärts ging
von Kate Hamer
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein poetischer Höllentrip, 30. April 2015
Meine Güte, dieses Buch ist nichts für schwache Nerven.
Ein Mädchen ist verschwunden. Carmel, 8 Jahre alt. Beth, ihre Mutter, ist verzweifelt. Und diese Verzweiflung spricht aus jedem Satz.

„Niemand sagt einem, wie es ist, ein Kind zu haben. Niemand sagt einem, dass es nichts als Sorgen, Sorgen, Sorgen bedeutet. Welt ohne Ende. Dass sie unser Schicksal, unser Überleben in den Händen halten, während wir vorher frei waren – frei, ohne es zu wissen. Dass es einen zerstört, wenn ihnen etwas zustößt, und man dieses Wissen ständig mit sich herumträgt.“

Hier begleitet man Beth bei ihrer Suche, die immer hoffnungsloser wird, und ist dabei, wenn sie sich mit ihrem neuen Leben arrangieren muss. Ohne Carmel.
Gleichzeitig erlebt man die Geschichte aus Carmels Sicht und sieht zu, wie ein sehr tapferes kleines Mädchen aus ihrem Leben gerissen wird und zu verstehen versucht, was mit ihr passiert.

Es ist sehr hinterhältig, dieses Buch, wirft einem Häppchen vor und zieht sich zurück. Man bleibt lange im Ungewissen: Was geht da vor sich? Was treibt diesen Entführer an? Wird es vielleicht noch lebensbedrohlich?
Über allem liegt eine melancholische Stimmung und ein Hauch mysteriös Rätselhaftes, getragen von dieser wunderschönen Sprache, bildhaft, eindringlich, manchmal sogar poetisch, immer erschütternd.
Ich frage mich, wie man so etwas schreiben kann. Man ist schon beim Lesen fix und fertig, da muss doch die Autorin durch die Hölle gegangen sein.

Dieses Buch ist ein Phänomen. Es erzeugt maximalen Nervenkitzel ohne einen Tropfen Blut. Man mag es kaum weglegen, braucht aber ab und zu eine Verschnaufpause, um diese spürbare Verzweiflung zu verdauen.
Ich bin nach dem Lesen tief beeindruckt und ziemlich mitgenommen.


Die dreizehnte Geschichte
Die dreizehnte Geschichte
von Diane Setterfield
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Von alten Büchern und finsteren Geheimnissen, 26. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Die dreizehnte Geschichte (Taschenbuch)
Dieses Buch stand schon lange unbeachtet in meinem Regal. Zum Glück habe ich es jetzt aus der Versenkung geholt. Es ist ein Pageturner.

Hier wird eine recht düstere Geschichte erzählt.
Margaret, eine junge, etwas weltfremde Buchhändlerin, soll die Biographie der berühmten Schriftstellerin Vida Winter verfassen. Vida ist inzwischen sehr alt und hat in ihrem Leben verschiedenste Versionen ihrer Vita an die Journalisten weiter gegeben. Jetzt, wo sie todkrank ist, möchte sie, dass die Wahrheit festgehalten wird. Dazu besucht Margaret sie auf ihrem abgelegenen Landgut und bleibt dort mehrere Monate als Hausgast.

Vidas Familiengeschichte ist eher traurig, erzählt von vernachlässigten Kindern, verschrobenen oder sogar geisteskranken Verwandten und enthält einige Tragödien. Die Stimmung ist finster bis morbide. Geheimnisse sind zu lüften, Gefahr liegt in der Luft, manchmal ist es nahezu gespenstisch. Ich musste beim Lesen oft an „Rebecca“ von Daphne du Maurrier denken. Hier ist es ähnlich bedrohlich und geheimnisvoll und auch hier schlittert eine junge Frau hinein in dunkle Familiengeheimnisse, die Auswirkungen auf die Gegenwart haben und die sie klären möchte. Dabei hat sie selbst ein Päckchen zu tragen. Auch in Margarets Familie gab es Geschehnisse, über die niemand spricht…

Dieses Buch fesselt einen sofort, zunächst durch Margarets wundersame Welt voller Bücher und alter Geschichten und dann auch durch die Rätsel, die Vida aufgibt. Es liest sich leicht und ist wundervoll geschrieben. Vielleicht hat es ein paar winzige Längen im letzten Drittel, dafür aber eine wirklich Überraschung zum Schluss.

Diane Setterfield hat mit diesem Buch ein bemerkenswertes Debüt verfasst, das sogar schon von der BBC verfilmt wurde. Ich werde diese Autorin ganz sicher im Auge behalten und kann es jedem empfehlen, der Lust auf ungewöhnlich Mysteriöses hat.


Wie Monde so silbern (Die Luna-Chroniken 1)
Wie Monde so silbern (Die Luna-Chroniken 1)
Wird angeboten von Audible GmbH

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Cyber-Cinderella, 24. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Neugierig, aber mit einiger Skepsis, habe ich mich an dieses Hörbuch gewagt. Es ist nicht automatisch der Fall, dass ein beliebtes Jugendbuch auch Erwachsene begeistert. Aber hier habe ich mich sehr schnell zur Fangemeinde bekannt.

Man bekommt hier ein Märchen erzählt, dass auf ganz ungewöhnliche Art aufregend und anders ist. Ein Cybermärchen aus einer weit entfernten Zukunft, in der die Erde von Mondbewohnern, den Lunariern, bedroht ist und außerdem eine tödliche Krankheit um sich greift.
Die Heldin heißt Cinder und ist ein Cyborg, eine begnadete Mechanikerin, wird allerdings von ihrer Stiefmutter und ihren zwei Töchtern fast wie eine Sklavin behandelt. Cyborgs werden nicht als vollwertige Menschen angesehen, dabei haben sie die gleichen Gefühle, nur noch ein paar zusätzliche außergewöhnliche Fähigkeiten. Eines Tages kommt Prinz Kai in ihre Werkstatt…

Diese Geschichte vereint gekonnt ganz verschiedene Genres: Märchen, Dystopie, Science Fiction und ein bisschen romantisch ist es auch noch. Man staunt vor sich hin und taucht ab in eine mangaähnliche Welt, schließlich geht es um den asiatischen Staatenbund. Es geht actionreich zu, es ist gefährlich, aber zwischendurch wird Cinder immer wieder zu Cinderella, was großen Spaß macht. Ich konnte mich noch nicht ganz entscheiden, wer wohl die Fee ist, vermutlich Dr. Erland.

Es endet dann mit einem großen Knall. Ein Rätsel ist gelöst, aber die Welt noch lange nicht gerettet. Deshalb kaufe ich mir jetzt postwendend den nächsten Teil und sage jedem: Tolles Buch, unbedingt lesen!


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