Profil für DAS k1ishEé > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von DAS k1ishEé
Top-Rezensenten Rang: 103.389
Hilfreiche Bewertungen: 63

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
DAS k1ishEé

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) [Blu-ray]
Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) [Blu-ray]
DVD ~ Michael Keaton
Preis: EUR 16,99

15 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warum so viele Menschen Birdman hassen - Ein Erklärungsversuch, 14. März 2015
Birdman zählt für mich zu den besten Filmen, die ich je gesehen habe. Wenn ich im Kino einen Film sehe, der nichts neues macht, war er die Eintrittskarte nicht wert. Bei Birdman kam ich nicht aus dem Staunen heraus, weil mir von Anfang bis Ende innovativer geiler Scheiß geboten wurde. WTF

Aus filmtechnischer Sicht passt alles, vom Schauspielhandwerk über die Kamera bishin zum Skript, eine meisterhafte Ausführung. Doch Birdmans größte Schwäche ist seine Perfektion in punkto Authentizität. Da haben sich Menschen hingesetzt und ihre Vision zu 100% für sich selbst durchgedrückt. Das ist authentische Kunst, mit dem eine große Gruppe Kinogänger nichts anfangen kann.

Um so erstaunter war ich, als Birdman bei den Oscars abgeräumt hat. Birdman macht zu vieles neu und ist zu satirisch gegenüber dem Filmgeschäft. Solche Filme kriegen unter normalen Umständen nicht den besten Film. Aber in diesem besonderen Jahr war es möglich. Interstellar aus Neid im Vorraus herausgekegelt, American Sniper als reine Pflichtnominierung blieb nur Boyhood als Konkurrent übrig - und Boyhood konnte als gescheitertes Experiment nicht gewinnen. So blieb nur Birdman.

Deshalb stehen wir hier vor einem Film, der reine Niesche ist. Alle Welt guckt auf den "besten Film des Jahres" (ich bleibe trotzdem bei Interstellar) und nur ein Bruchteil kann sich für sein Thema begeistern, oder hat die nötige Erfahrung ihn filmtechnisch zu bewerten. Natürlich werden bei diesen Vorussetzungen Menschen wütend, besonders wenn ihre Lieblinge des Jahres weniger Beachtung bekommen. Der Hass, der diesen Film entgegenschlägt, ist reine Konsequenz daraus - jeder Hater ein Gefangener von sozialen Automatismen.

Niemand muss Birdman mögen. Wenn er euch nicht gefällt, steht dazu. Das ist nicht schlimm. Doch wenn ihr meint anderen Leuten den Film mieß reden zu müssen, legt ihr falsch. Der Film ist einfach nicht für euch gemacht und das könnt ihr ihm nicht vorwerfen.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 1, 2015 6:43 AM MEST


Little Inferno (Kindle Tablet Edition)
Little Inferno (Kindle Tablet Edition)
Preis: EUR 2,20

5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk!, 21. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Little Inferno (Kindle Tablet Edition) (App)
Gehört ihr zu wahren Gamern, die sich Fragen stellen álá "Was macht ein Spiel zu einem guten Spiel?" oder steht ihr auf absurd-schwarzen Humor wie in "Portal" oder dem Vorgänger "World of Goo"?

Dann lest nicht weiter, sondern kauft euch dieses Spiel! Je weniger ihr vorher wisst, umso besser. Erwartet nur kein World of Goo 2...

Für alle anderen gibt es ein paar mehr Details:
Little Infernos Gameplay ist bewusst schlecht gehalten. Guter Spielfluss ist wichtig für ein jedes Spiel. In Little Inferno kommt wird er ständig unterbrochen. Der Grund dafür ist einfach; das Spiel ist eine Persiflage. Worauf? Findet es selbst heraus. Das Spiel gibt euch genügend Hinweise, sodass man den Gag schnell raffen sollte. Gemischten Kritiken zeigen aber, dass selbst gestandene Journalisten nicht in der Lage ihr Hirn zu benutzten. Ich verweise für diesen Punkt auf das IGN Review, das schlechteste Gamereview was ich je gelesen habe. Der Rezensent weiss, dass hinter allem im Spiel tieferer Sinn steckt, erkennt ihn nicht und gibt einfach eine schlechte Wertung, anstatt seine Niederlage einzugestehen.

Zurück zu Little Inferno, wie macht man also aus einem Spiel, dass bewusst schlechtes Gameplay hat, eine gute Erfahrung? Indem der Rest stimmt. Von den witzigen Items, Kyle Gablers erneut geilen Soundtrack bis zu den Charackteren - wie dieses Spiel mit so wenig Mitteln so viel Atmosphäre erzeugt ist genial. Und der Mindblow zum Schluss setzt dem Ganzen die Krone auf. Ein so gut durchdachtes Spiel wie Little Inferno erblickt dieser Tage nur selten das Licht der Welt.


Dark Souls II - Black Armour Edition - [PC]
Dark Souls II - Black Armour Edition - [PC]

4.0 von 5 Sternen Urteil: Kaufen! (aber...), 14. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wenn ihr kein Spiel der Souls Reihe gespielt habt, braucht ihr nicht weiterzulesen. Kauft euch Dark Souls 2!
Ich komme eigentlich aus dem Shooter-Genre, habe mich aber vom Ruf der Souls Reihe vor einem Jahr anstecken lassen und bereue es nicht! Kauft euch einen Controller und legt los, sofort! Die Serie macht einfach so viele Sachen anders und vor allem richtig, als der Einheitsbrei, der sich seit Jahren quer durch alle Videospiel-Genres zieht. Lasst euch vom Schwierigkeitsgrad nicht abschrecken, denn gerade der zweite Teil ist am besten für Neueinsteiger geeignet.

Wenn ihr, wie ich, nicht neu in der Souls Reihe seit, kommt hier eine Warnung: Dark Souls 2 ist definitv nicht so gut, wie seine Vorgänger und wird euch vielleicht sogar enttäuschen.

Dark Souls 2 hat mich durchweg gut unterhalten und ich bereue nicht es mir am Erscheinungstag gekauft zu haben. Die Serie sollte mit dem zweiten Teil zugänglicher werden, was ja nicht unbedingt auf Kosten der Qualität geschehen muss. Einige Features, wie das Teleportieren zwischen Leuchtfeuern von Start weg bereichern eigentlich die Serie, werden aber in diesem Fall durch das schlechte Platzieren der Leuchtfeuer wieder schlecht.
Kurz gesagt fehlt dem Spiel eine gut überlegte und konsequente Durchsetzung der Neuerungen. Anders als bei Dark Souls, wo man nach und nach feststellt wie gut durchdacht das Spiel ist, stellt man beim zweiten Teil das genaue Gegenteil fest. Trotzdem sind diese Änderungen nicht so gravierend, dass das Spiel zum Durchschnitt verkommt.

Erwähnen muss ich aber noch die Bosskämpfe und die Story. Viele Bosskämpfe spielen sich gleich und einige erscheinen sogar überflüssig. Zwar haben einige Bosse besondere Eigenschaften, wie zum Beispiel einen temporären undurchdringlichen Schild, aber ihre Angriffsmuster ähneln sich zu stark und sind dadurch stets leicht zu durchschauen.
Auch die Story ist deutlich schwächer geraten. Gerade bei Dark Souls hatte mich die tiefe Story überrascht und gefesselt. Im zweiten Teil gibt es nur eine tiefe Hintergrundgeschichte, die man nach und nach herausfindet. Die eigentliche Geschichte um euren Charackter gerät leider viel zu dünn und verschenkt daher ihr Potential.

Also gilt für Kenner der Reihe ebenso: Kaufen! Wenn ihr jedoch zu der Gruppe Spieler gehört, die ihre Spiele akribisch analysieren und lieben, werdet ihr in Dark Souls 2 sehr viele Fehler finden, über die ihr euch aufregen könnt.


The Master [Blu-ray]
The Master [Blu-ray]
DVD ~ Joaquin Phoenix
Preis: EUR 8,99

12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie immer ein einzigartiges Meisterwerk von P.T., 23. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: The Master [Blu-ray] (Blu-ray)
Derzeit gibt es einfach keinen Regisseur wie P.T. Anderson. In seiner Umgebung brilliert jeder Schauspieler. Seien es Kinderrollen, die in Filmen stets nerven oder die manifestierte Dämlichkeit Adam Sandler. Aus allem holt er mehr heraus als man zuvor vermutet. Zu seinem Können als Autor muss nichts mehr gesagt werden.

Leider konnte ich den Film erst jetzt sehen. Manipuliert durch viele negative Stimmen im Vorfeld war ich skeptisch, ob P.T. einmal mehr ein Meisterwerk abgeliefert hat. Zum Glück wurde ich eines Besseren belehrt.

Der Film handelt von dem leicht debilen Kriegsveteranen Freddie Quell, der traumatisiert aus dem Krieg zurückgekehrt ist. Nach einem seiner vielen Alkoholexzesse, wacht er auf dem Schiff von Lancaster Dodd auf. Dieser hat einen Scientology ähnlichen Kult um sich erschaffen. "Der Master" sieht in dem leicht zu manipulierenden Freddie DAS Versuchkaninchen, um das totalitäre System in seiner Sekte zu perfektionieren. Freddie ist selbst faszieniert vom "Master" und hilft ihm deshalb freiwillig bei seinem Plan.

P.T. kritisiert in seinem Werk nicht den seltsam anmutenden Glauben von Sekten, sondern einzig deren bedingungslosen Gehorsam gegenüber ihrem Anführer. Damit der Glaube nicht zur Lachnummer wird, bedarfte es hervorragender schauspielerischer Leistungen, die mit der Kombination aus P.T.s Regiearbeit sowie den Hauptdarstellern Joaquín Phoenix, Philip Seymour Hoffman und Amy Adams auch vorhanden ist.

P.T.s Kritik an dem System Sekte wird durch den schlichten Freddie deutlich. Sein Leben verbessert sich nicht in diesem System. Gekrönt wird diese Kritik durch das so nie dagewesene offene Ende, dass anscheinend sehr viele Zuschauer ratlos zurückgelassen hat. Ob Freddie nun ohne die Sekte besser dran ist als mit ihr, bleibt offen. Warum sollte P.T. uns auch eine solche Endaussage aufdrücken, wie er es in anderen Filmen gemacht hat? Das wäre reiner Faschismus.

Und so erhebt sich auch dieses Werk von P.T. Anderson aus der Masse. Wo andere Filme dem Zuschauer ihre Aussage aufdrücken, zwingt uns P.T. zu 100% selbst zu entscheiden. Dafür braucht man Eier.

"The Master" wird nicht zu einem meiner Favoriten werden. Dazu sagt mir die Thematik zuwenig zu. Ein einzigartiges Meisterwerk ist der Film trotzdem.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 9, 2013 8:22 PM CET


Melancholia
Melancholia
DVD ~ Kiefer Sutherland
Preis: EUR 4,97

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Streifschuss, 15. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Melancholia (DVD)
Melancholia scheint sehr viel zu wollen. Den Publikum etwas neues oder anderes zu geben zählt für einen Regisseur wie Lars von Trier wohl dazu. Dieses Ziel erreicht er nur teilweise.

Der Film beginnt mit einer 9 minütigen Sequenz einzelner, sich nur leicht verändernder Bilder der beiden Hauptcharaktere Justine und Claire. Dazwischen platziert sind Aufnahmen des titelgebenen Planeten Melancholia, der zunächst an der Erde vorbeirast, dann jedoch in der letzten Szene die Erde trifft und zerstört. Unterlegt werden diese, an reale Kunstwerke angelegte Szenen mit klassischer Musik.
Ein sehr schöner Einstieg, wie eine Mischung aus Kubricks Werken "2001" und "Barry Lyndon".

Der nun folgene 1. Teil der Handlung behandelt die Hochzeitsfeier von Justine. Schnell merkt man, dass etwas nicht stimmt. Wie sich herausstellt leidet die Braut an Depressionen und wenn es nach ihr ginge hätte die Hochzeit gar nicht erst stattgefunden. Von ihrem Umfeld (insbesondere ihrer Schwester Claire) wird sie aus Anstand dazu gedrängt die fröhliche Braut zu spielen.
Dieser Teil ist eindeutig der beste des Films. Wie mit Justine umgegangen wird, löst in Jedem wohl andere Gefühle aus und sollte daher auch von jedem Menschen gesehen werden, der für solche Momente Filme liebt.

Nach dem Ende der Feier folgt der enttäuschende 2. Teil des Films. Warum enttäuschend?
Nun, der im Vorspann angedeutete Weltuntergang droht. Wir haben auf der einen Seite die verunsicherte, depressive Justine und auf der anderen Seite die gefasste Claire. Wie nur um Gottes Willen werden diese beiden Charaktere auf die drohende Apokalypse reagieren? Um nichts anderes handelt der Film im 2. Teil. Da ich sehr schnell auf die richtige Antwort kam, hat mich der Film in der letzten Stunde sehr gelangweilt. Selbst die guten Effekte und eine nackte Kirsten Dunst konnten daran etwas ändern.
Die Krönung: Im Prinzip wird die Handlung des 2. Teils im 9 minütigen Vorspann ertzählt. Dadurch geht jegliche Überraschung am Ende verloren.

Fazit: Tolle Darsteller. Großartige Effekte. Die Antwort auf die Frage, wie eine Hochzeit innerhalb kürzester Zeit kippen kann. Wer jedoch philosophische Filme in der Liga von Kubrick und P.T. Anderson kennt, dem wird nach einer Stunde nichts neues geboten.


BioShock: Infinite (uncut) - [PC]
BioShock: Infinite (uncut) - [PC]
Wird angeboten von skgames
Preis: EUR 9,49

9 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einfach kein herausragendes Spiel, 28. März 2013
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Ich bin glücklich vor Release dieses Spieles nicht so sehr gehyped gewesen zu sein. Nicht weil es so richtig schlecht geworden ist und ich nun nicht enttäuscht bin, sondern weil ich so einen klaren Blick auf das Spiel hatte. Bereits relativ früh im Spiel hab ich mir die Frage gestellt, ob es überhaupt Spass macht dieses Spiel zu spielen und wenn man sich beim Spielen solche Fragen stellt, kann einfach etwas nicht stimmen.

Diese Rezension ist mehr eine Analyse. Sie ist unterteilt in verschieden Bereiche, die sich aber nicht klar abgrenzen lassen. Bei einigen Punkten wirkt sie überkritisch und vermittelt vielleicht einen falschen Eindruck vom Spiel. Ich hatte sehr viel Spass beim durchspielen, kann aber über einige Fehler nicht hinwegsehen.

Noch eines Vorweg: Ich habe dieses Spiel nahe zum Release gespielt und zu diesem Zeitpunkt machte das Spiel an einigen Stellen einen sehr unfertigen Eindruck. An welchen Stellen das so ist, werdet ihr in den folgenden Absätzen lesen.

1. Charaktere

Eindeutig das Beste am ganzen Spiel sind die Charaktere. Insbesondere Elisabeth ist so gut geschrieben, dass sie am glaubhaftesten wirkt. Da sie einen über die meiste Zeit begleitet, ist sie die größte Motivation das Spiel zu spielen. Innerhalb kürzester Zeit wird sie eingeführt und wächst einen sofort ans Herz. Man will ihr einfach helfen zu einem guten Ende zu kommen. Darum hält man durch, egal wie schlecht einen auch das Gameplay vorkommen mag. Zudem hilft sie einen im Kampf, ohne dass man sie beschützen muss. Das alles reicht leider nicht aus, um über das Spiel hinaus einen großen Eindruck zu hinterlassen. Aber das hat sehr viel mit der Story zu tun, auf die ich später komme.
Geschlagen wird sie nur durch das Geschwisterpaar Robert und Rosalind Lutece, die wie eine Mischung aus Albert Einstein, GLaDOS und G-Man wirken. Jedes mal, wenn sie einen über den Weg laufen ist das ein Höhepunkt an sich und später nehmen sie auch einen immer wichtigeren Teil der Story ein. Diese Beiden haben als einzige das Potential auch über das Spiel hinaus im Gedächtnis zu bleiben.
Zuletzt bleibt da noch der Protagonist Booker DeWitt. Auch er ist wunderbar geschrieben, sodass man immer mit ihm mitfühlt, selbst nachdem man seine Hintergrunde im Laufe des Spiels erfährt.
Die Gegenspieler sind auch sehr gut umgesetzt. Nur mit dem Songbird bin ich nicht warm geworden. Er erzeugt zwar bei jedem Auftritt Panik, dass täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass man !!!SPOILER!!! im Spiel niemals gegen ihn kämpft und ihn so fürchten lernt !!!!ENDE!!!. Dadurch wirkt er nie richtig gefährlich.

2. Atmosphäre

Die Atmosphäre ist wunderbar. Der Stil der Stadt Columbia hat mir zwar schon seit dem ersten Trailer nicht so sehr zugesagt. Objektiv gesehen entsteht jedoch aus der wunderschönen Grafik, dem Stil der Stadt, den glaubwürdigen Charakteren und der passenden Story eine sehr dichte Atmosphäre, die sich auf demselben Niveau wie Bioshock 2 bewegt.

3. Story

Das nun folgende ist reines "Meckern auf hohem Niveau". Die Story ist brilliant. Man muss gut aufpassen und viel nachdenken um sie zu verstehen. In keiner anderen Serie wird man bei diesem Punkt so sehr gefordert wie bei Bioshock. In Punkto Komplexität wurde sogar noch einiges draufgelegt, aber das lenkt von einer eklatanten Schwäche der Story ab:

Es bleibt nichts hängen!

Warum? Es geht mit dem Hauptcharackter los. Er spricht und handelt wie von den Entwichlern vorgegeben. Wir erleben daher nicht unsere Story, sonder die von Booker DeWitt. Es gibt zwar einige Entscheidungen im Spiel die wir treffen können, die haben aber keinerlei Einfluss auf die Story. Hier lügt einem das Spiel etwas vor und man hätte es einfach weglassen sollen.
Die Story selbst konzentriert sich nach der Hälfte des Spiels fast nur noch auf das Thema "Parallele Dimensionen". Das ist schön und gut, aber da ich keine Drogen nehme und da mir der letzte Riss im Raum-Zeit-Kontinuum im letzten "Star Trek"-Film (also gar nicht) begegnete, bieb vom Großteil der Story nichts hängen. Zwar werden noch andere Themen angesprochen (Radikale Religionen, Armut, Revolution und Gewalt) aber diese werden im Laufe der Story so unwichtig, dass sie einen nicht mehr interessieren. Bioshock 1 und 2 haben hier deutlich mehr geboten und die verschiedenen Thematiken auch zu Ende erzählt.
Bioshock 1 handelte vom freien Willen des eigenen Geistes mit anschließender Überleitung auf das Thema "Videospiel" an sich!
Bioshock 2 (anderer Entwichler, egal) ließ einen erfahren, was es wahrlich bedeutet Verantwortung für einen anderen Menschen zu übernehmen.
"Bioshock Infinite" zeigt einen die grenzenlosen Ausmaßen der Existenz von parallelen Universen. Kling für mich wie eine belanglose Doktorarbeit über die nie einer sprechen wird...

Trotz alledem, das ist kein Grund sich dieses Spiel nicht zu kaufen. Hier wurden einfach meine Erwartungen nicht erfüllt. Die Entwickler hatten nie vor mich meine eigene Geschichte erleben zu lassen (sieht man mal von den pseudo-Entscheidungen ab), deswegen spricht der Hauptcharakter ja auch. Das hier ist "Meckern auf hohem Niveau".

4. Gameplay

Für mich ist in einem Spiel das Gameplay das Wichtigste. Wenn ich nur gute Story, mitreissende Charaktere und dichte Atmosphäre suche, gucke ich einen guten Film! Ein wirklich gutes Spiel muss einen auch durch das Gameplay überzeugen können! Warum einem das Gameplay eines Spieles gefällt oder nicht ist sehr schwer zu beschreiben. Man muss es eigentlich selbst erleben. Ich versuche es aber trotzdem, denn mir gefällt das Gameplay von "Bioshock Infinite" nicht.
Es gibt zwei sehr große Änderung zu den Vorgängern: Man hat nun Schild und kann nur noch zwei Waffen tragen. Das Schild absorbiert etwas Schaden, bevor die HP sinken und lädt sich anschließend wieder auf. HP muss man mit Items heilen, aber Verbandskästen mitnehmen kann man nicht mehr, sondern nur durch Aufheben sofort einsetzen. Selbes gilt für Mana, das hier Salz heisst (warum nicht gleich "Elektrolyte" xD ). Neben den zwei Waffen, kommen noch andere Änderungen hinzu. Forschung, Hacken und Munitionsarten wurden komplett gestrichen. Es gibt kein Inventar mehr. Magie/Plasmide heissen hier "Kräfte" und sind deutlich weniger aber zugegeben innovativer geworden. Passive Fähigkeiten werden nun durch Kleidung ausgerüstet.

Einen sehr großen Einfluss auf das Erlebnis hat der Schwierigkeitsgrad. "Normal" ist deutlich zu einfach und reicht aus um mal eben die Story zu erleben. "Schwer" ist dafür so schwer, dass sich das Spiel sehr zäh spielt. Das ist so unausgewogen, dass ich mich frage wie es das so ins Spiel geschafft hat. Das hätte mehr Feinschliff vertragen.
So muss man sich beim schweren Schwierigkeitsgrad sehr oft zurückziehen um das Schild wieder aufzuladen. Die Gegner holen aber sehr schnell wieder auf. Da nützen auch die offenen Schlachtfelder nichts.
Zusätzlich machen die Waffen nur sehr wenig Schaden auch wenn man die Schwachpunkte trifft. Munition kann man nur wenig tragen. Die Gegner werden im Verlauf so viel stärker, dass passive Fähigkeiten, Waffen/Kräfte aufrüsten notwendig sind um überhaupt ansatzweise überleben zu können. Man ist stets in der Defensive, insbesondere bei größeren Feinden. Angreifen endet meistens mit dem Tod. Gleichzeitig fressen die Gegner so viele Schüsse, dass man keine guten Taktiken gegen diese Gegner entwicheln kann. Hier hilft nur sehr viel Ausdauer.
Wenn ich wenigstens mehr als 2 Waffen hätte, sehe die Sache anders aus. In den Vorgängern hat man sich gewisse Waffen + Munition aufgehoben, falls mal ein grosser Feind um die Ecke kommt. Geht nicht mehr.

Das alles führt dazu, dass man stets fliehend auf der Suche nach Gesundheit, Munition und passenden Waffen ist. Die Kräfte helfen dabei die Gegner abzulenken, mehr aber auch nicht. So sah für mich das Gameplay von "Bioshock Infinite" aus.

Als Vergleich; Bioshock 1. Selbst auf "Schwer" konnte man in solchen Kämpfen stets durch gute Vorbereitung (Hacken, Forschung, Munition sammeln) die Oberhand behalten, bis man so viele passive Fähigkeiten gesammelt hatte um wie ein Gott durch Rapture zu stolzieren und selbst die fetten Feinde, zwar herausvordernd aber nicht brutal schwer waren.

Nach 2/3 des Spiels (genauer gesagt der Friedhof) hatte ich genug und bin auf "Normal" gewechselt. Da war dann alles sehr einfach. Ab und zu hab ich mal nen Fehler gemacht und hatte kaum noch HP, dann killt das Schild aber das Gameplay, da man gezwungen ist hinter Ecken zu warten, bis es wieder auflädt.

Die restlichen Features sind reine Blender. Elizabeth's Hilfsaktionen dienen nur dazu ihre Beziehung zum Spieler zu festigen. Alles was Sie macht ist Sachen sammeln, Schlösser knacken, sowie auf Knopfdruck nützliche Objekte aktivieren. All das könnte der Spieler auch selbst machen. Ist zwar schön für die Charakterentwichlung, aber vom Gameplay her ein klassischer Blender. Das Fahren auf den Skylines sieht auch nur schön aus. Dadurch werden die oben angeprochenen Fluchtmanöver aktiongeladener. Sinnvoll? Nein. Blender? Ja!

Das Ausrüstungssystem hab ich nicht verstanden. Entweder bin ich blind oder zu blöd, aber ich finde nicht das Menu mit dem man seine Ausrüstung wechseln kann. Es wird zwar ab und zu als Tipp eingeblendet, dass es so ein Menu gibt, aber es existiert nicht! Qualitätssicherung? Man kann die passiven Skills somit nicht kontrolliert anpassen. Neue Ausrüstung ersetzt die alte. Von der hat man aber schon wieder vergessan, was sie eigentlich macht, da man sie nicht sieht. Und wenn man mal was nützliches aktiv hat, nimmt man eine neue Ausrüstung auf und der Bonus ist weg. Wie schafft es so etwas ins Spiel?

Update: Inzwischen gefunden. Hätte viel einfacher in die Bediehnung eingeführt werden müssen. Auch hier wirkt das Spiel nicht fertig.

Das Gameplay motiviert also in keinster Weise. Entweder ist es zu einfach, oder frustrierend schwer. Jeder Versuch ein Problem im Spiel durch geplantes Vorgehen zu lösen scheitert auf "Schwer" oder ist auf "Normal" nicht notwendig. Also viel Spass mit dem "1999-Modus". Mir wäre der zu stressig.

Fazit:

Das Gameplay ist unterm Strich aktionlastiger, aber auch sehr viel träger geworden. Noch träger als in Bioshock 2. Motivation entsteht alleine durch die Charaktere und die Story. Diese sind aber auch so stark, dass man das Spiel ohne Probleme auf "Normal" durchspielen kann und auch sollte! Wer eine Herausforderung sucht wird sie mit "Bioshock Infinite" auch finden, aber ob man sie meistern will, kann man nach den ersten Durchspielen dann immer noch entscheiden.

Ein herausragendes Spiel schafft die Kombination aus allen aufgeführten Punkten. "Bioshock Infinite" schafft das nicht.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 28, 2013 8:43 AM CET


auch (Limited Edition 180g inkl. 2 LP + CD)  [Vinyl LP]
auch (Limited Edition 180g inkl. 2 LP + CD) [Vinyl LP]
Wird angeboten von suedschwedencd
Preis: EUR 49,90

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Kritik aus der jüngeren Generation..., 19. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
...denn dazu zähle ich mich mit meinen 23 Jahren jetzt einfach mal.

Die Ärzte nahm ich das erste mal mit "Männer sind Schweine" wahr. Zwischendurch habe ich natürlich auch mal ältere Songs im Radio gehört die mir dann auch gefielen, aber erst mit "Jazz ist anders" bin ich Fan geworden. Aber festlegen auf das Genre wollte ich mich nun mal nicht, dafür gefällt mir auch zu viel anderer Kram in der Welt, wie etwa Techno (AUF DEN SCHEITERHAUFEN MIT IHM!!!).

Nach dem Kauf vom Konzertticket und "Jazz ist anders Economy" (OmfG ist das Album geil) begann dann die Vorfreude auf "auch". Auf einmal flatterte "zeiDverschwÄndung" durchs Netz. Die Single hat den selbst erzeugten Hype nicht Stand gehalten. Irgendwie seltsam, sobald Künstler die eigenen Fans verarschen sagen alle "OK, hab's verstanden, das Lied ist trotzdem schlecht". Aber mit der Zeit... fand ich den Track immer geiler und noch bevor das Album draußen war, konnte ich ihn mitsingen und fand ihn einfach nur noch Wahnsinn.

So ähnlich war's dann auch beim Rest des Albums. Beim ersten mal hören auf Youtube blieb schon was hängen. Mit
der Zeit aber wurde es immer besser. Es blieb immer mehr hängen, man hörte besser hin und musikalisch deckt es mehr ab als nur Punkrock, auf ein Genre leg ich mich halt nicht fest.

Von den 16 Tracks landeten schlussendlich 14 in meiner Playlist.

Hier nun meine Meinungen und Interpretationen zu den einzelnen Songs. Andere Interpretationen der Stücke sind strengstens erlaubt!!!

1. Ist das noch Punkrock? (Urlaub)
Zu dem Track wurde schon viel geschrieben, schließlich ist er der Anstoß zur Diskussion des gesamten Albums. Das ist meiner Meinung nach der falsche Ansatz um das Album zu Diskutieren. Aber dazu später mehr. Back to topic:
Farin beschreibt in dem Song die Veränderungen von Die Ärzte in den letzten Jahren, denn mit waschechtem Punkrock hat das alles hier nicht mehr viel zu tun. Doch Die Ärzte sind der Meinung, dass das so in Ordnung ist. Schlussendlich lachen sie auch noch darüber. Musikalisch liefert Farin eine leicht punkige, aber doch eher rockige Nummer ab. Vom Thema und der Musik her ist der Song ein grandioser Einstieg.
5/5

2. Bettmagnet (Felsenheimer)
Bela hat seine Pubertät hinter sich gelassen und so erlebt auch er zusammen mit der Frau im eigenen Heim die durchschnittlichen Probleme der damit einhergehenden Routine. In der Freizeit vom Fernseher gefesselt, werden nur die Grundbedürfnisse gedeckt. Für Sex bleibt nur noch die Werbepause. Musikalisch bleibt Bela in Richtung "Lied vom Scheitern", nur etwas mehr rockiger als poppig.
4/5

3. Sohn der Leere (González)
Rod hat es auf diesem Album endlich geschafft sich künstlerisch auf einem Level mit dem Rest der Band zu bringen. Ein großer Knaller, der sich in den Olymp der gesamten Die Ärzte Diskographie reiht, bleibt jedoch aus.
Mit der Interpretation des Liedes tut man sich schon schwerer, da er, anders als sonst bei Die Ärzte, sehr kryptisch bleibt. Daher möchte ich die Interpretation hier jedem selbst überlassen und jeden warnen meine knapp beschriebene Interpretation zu Lesen: (!!!ACHTUNG SPOILER: Rod hat eine "edakcolbbierhcS" und schreibt ein Lied darüber, genial. SPOILER ENDE!!!) Für die Interpretation die ich gefunden habe, macht die musikalisch wunderschöne, fast Emo-punkige Musik auf jeden Fall Sinn.
4/5

4. TCR (Urlaub)
Mit diesem Song beweisst Farin seine Liebe zum Musizieren. Zwar gibt es Kollegen, die mehr Wert auf Perfektion und Sinn in jedem Satz legen, aber solange er Musik jeglicher Geschmacksrichtung macht und die Leute dazu abgehen ist er glücklich. Auf dieses Lied freue ich mich schon beim Konzert, weil das die Hütte zum brennen bringen wird. Trotzdem gefällt mir das Lied musikalisch mit seinen
Dissonanzen nicht so ganz.
4/5

5. Das darfst du (Felsenheimer)
Wie eine Mischung aus "Allein" und "Deine Schuld" kommt Belas nächster Song daher. Schließlich beginnt der eigentliche Kampf gegen unsere eingefahrene Gesellschaft bei jedem Menschen selbst, der erst einmal seinen eigenen Karren aus dem Dreck ziehen muss. Da der Titel mich auch von seinem rockigen Stil her überzeugen konnte, gibt's von mir einen fetten Daumen nach oben.
5/5

6. Tamagotchi (González / Felsenheimer / Urlaub)
Man könnte meinen, dass Die Ärzte mit diesem Song ein großes Risiko eingehen, aber wir wissen ja, dass ihnen unsere Meinung inzwischen egal ist :D
Man sollte auch meinen sie versuchen mit diesem Song zu beweisen, dass sie unsere jüngere Generation zu verstehen versuchen, aber dass ist nun einmal nicht ihr Ziel. Sie kritisieren uns genau da, wo wir unsere Schwächen haben und legen sie offen. Verstärkt wird das durch die Wahl des Tamagotchis als Sinnbild unserer Generation. Schließlich kennen die Jüngeren unter uns das Teil nicht einmal mehr XD
Und dann schlagen sie musikalisch nicht nur eine poppige Richtung an, sondern driften im Refrain sogar leicht in den Chiptune ab *freu*. Perfekt
5/5

7. M&F (Urlaub)
... oder die Frage geht es eigentlich noch besser? Ich komme nicht drumherum "Pumped Up Kicks" von "Foster the People" einzuwerfen, denn wie auch in diesem Lied wurde für M&F ein sehr poppiges Thema für die Musik verwendet, damit der Song die richtige Zielgruppe erreicht. Statt auf Gitarre setzt Farin hier auf Streicher. Jetzt nur noch schnell eine Horde Backgroundsänger rein gesetzt und schon ist es angedichtet. Ein Lied, dass wie jedes andere in der Disko läuft, aber das gesamte deutsche Klientel mit einer Botschaft álà "Aurélie" von "Wir sind Helden" durch den Dreck zieht und mit dem letzten Refrain noch einmal in ihr verklemmtes Dasein tritt. Dummerweise ist nach der Happy-Hour auch der letzte Hormongesteuerte nicht mehr in der Lage auf den Text zu hören, zu dem er gerade abfeiert...
Trotzdem wunderbar. Danke Farin!
5/5

8. Freundschaft ist Kunst (Felsenheimer)
Jetzt wird es etwas elitär, denn Bela erzählt aus seinem Künstlerleben. Sehr punkiges musikalisches Thema, denn hintergründig verabschiedet sich das lyrische Ich vom Punk, nur um anders als die anderen zu sein. Dummerweise scheint es bei Bela gelandet zu sein und der versteht da keinen Spaß. Denn wenn man aus dem Willen heraus anders sein zu wollen sich selbst betrügt ("Lied vom Scheitern" lässt grüßen) wird man, wie hier, zu einem Ekel. Und dieses hebt ab, hält sich auch noch für was besseres und merkt noch nicht mal, dass es im Schatten anderer Menschen lebt.
Joa Danke Bela. Sollte ich mal in so eine Situation kommen, denke ich an deine Warnung :) Leider trifft der Song musikalisch nicht ganz meinen Geschmack.
4/5

9. Angekumpelt (González / Urlaub)
Ich weiss nicht wer mehr Anteil an diesem Song hatte, Farin oder Rod. Auf jeden Fall beweist Rod allein nur durch seine Anwesenheit bei diesem genialen Stück Musik seine vorhin angesprochenen Fähigkeiten, auf dem selben Level angekommen zu sein wie der Rest von Die Ärzte.
In einer Zeit des Internets, wo alles sich irgendwie miteinander zu vernetzten versucht, ergreifen beide die Partei des Teiles der Bevölkerung, die auf Vernetzung pfeift. Die ganze rockige, leicht poppige Nummer ist angefüllt mit Zitaten, die jeder Mensch mit Zwangsfacebookaccount sich auf die Startseite schreiben kann. Das geht schon in der ersten Zeile mit "Ich kenn' dich nicht, weil ich dich nicht kennen will" los. Das zweite Zitat ist mein Lieblingszitat des ganzen Albums:

"Wenn du dich auf dem Mond befändest
und mir von dort Signale sendest
wär' mir der Abstand immer noch zu klein
ich will nicht blöd angekumpelt sein"

Wunderbar, ihr sprecht mir aus der Seele
5/5

10. Waldspaziergang mit Folgen (Urlaub)
Der einzige Song, der bei mir schon beim ersten Hören sofort gezündet hat. Der ganze Song ist so dada und dann doch wieder nicht und ... vom Text und von der rockig poppigen Musik her .... einfach so schön subtil komisch, dass man sich sofort in ihn verliebt. Man merkt es, der Song ist zu genial - ich kann ihn nicht richtig beschreiben. Ganz großes Kino, Farin.
5/5

11. Fiasko (Urlaub)
Mit punkig-rockiger Musik beschreibt Farin die Nervosität eines jeden Ottonormalsackträgers beim Ansprechen der begehrten Frau. Ein einfaches jedoch nicht banales Thema. Leider zeigt Farin nur sein Mitgefühl mit der Situation und liefert keine Lösungsansätze. Der geile Sound reißt dann doch noch einiges raus.
4/5

12. Miststück (Felsenheimer)
Mit einem ähnlichen Tempo wie "Waldspaziergang mit Folgen" kommt "Miststück" daher. Bela erzählt uns vom Beenden einer scheinbar oberflächlichen Beziehung. Doch zwischen all dem Ärger den man dabei hatte und immer noch hat, kann man nicht leugnen, dass einem etwas fehlt seitdem Sie nicht mehr da ist. Und der fehlende Sex ist dabei noch das kleinere Übel... Musikalisch geht es auch mal wieder in Richtung Country, eine musikalische Vielfalt die mir gefällt und witzig ist der Song auch ein bisschen... Die Summe aller Teile macht den Song richtig gut.
4/5

13. Das finde ich gut (González)
So langsam hat das Album einen kleinen Hänger. Nach dem fast banalen "Fiasko" und dem leicht schwächelnden "Miststück" kommt diese komische Nummer daher. Da zeigt Rod, dass ihm noch die konstante Qualität der anderen Mitglieder fehlt.
Ein Lied vom Tod, den Rod anscheinend herbeisehnt. Musikalisch aber liefert er ein fast schon klischeetriefendes melancholisches Stück Pop ab. Es ist als hätte er den Songcomputer von Tokio Hotel neu programmiert und seinen Gesang danach ausgerichtet. Sorry Rod, du gehst nicht so einfach ins Licht. Denn du weisst, dass du das besser kannst, also mach es dir zu Liebe auch besser.
Na immerhin ein schönes Thema...
3/5

14. Cpt. Metal (Urlaub)
Ohhhja, jetzt gibt's doch noch was auf die Ohren! Denn die Ärzte erweitern mal wieder ihren Horizont und versuchen sich erfolgreich am Metal. Da Die Ärzte und ihre Kollegen es nicht geschafft haben die unauthentische monotone Grütze aus der Gesellschaft zu schaffen, geben sie das Zepter an den Metal ab. Nur noch dieser scheint unverbaucht genug zu sein um den guten Geschmack zu retten! Perfektes Lied zum mitbangen und auf Farins Live-Gitarrensolo zu dem Song freu' ich mich jetzt schon! Zwar glaube ich nicht, dass der Metal das schaffen wird, aber ich bin ja schon gerettet, glaube ich zumindest *g*
5/5

15. Die Hard (González)
Au Backe, was ist denn das hier. Klar, Humor ist Geschmacksssache, aber bei diesem Track verstehe ich, warum sich so mancher darüber aufregt, dass dem Album der Humor fehlen würde. Bei dieser punkig-rockigen Nummer hat Rod komplett daneben gegriffen. Den Gag erkläre ich jetzt hier nicht, denn Witze nacherzählen kann ich nicht gut. Vom Sound her gefällt es mir ja eigentlich, aber er zieht den ganzen Song an einem einzigen subtilen Witz auf, der so oft in unserer Kultur Verwendung findet. Aber selbst dann wird der Witz nur ein-zweimal verwendet, da er sich sonst zu schnell abnutzt. Hier ist das nicht der Fall. Das Lied dauert 2:20, nach 40 Sekunden hat man den Gag verstanden und die nächsten 1 1/2 Minuten ist es langweilig. Naja, zum Glück hat er es nicht auf 3 Minuten gestreckt...
2/5

Kleiner Einschub: Rod zeigt mit seinen letzten beiden Songs, dass ihm doch noch die konstante Qualität der anderen fehlt. Daran sind aber auch die anderen beiden Mitglieder Schuld, schließlich sind sie eine Band und entscheiden gemeinsam welche Songs aufs Album kommen. Warum also musste Rods "Quadrophenia" als B-Seite auf der ersten Single enden? Mit keinem anderen Song hat Rod mir seine Qualitäten besser gezeigt. Also warum dann Gurken wie "Die Hard" und "Das finde ich gut" aufs Album nehmen, wenn man so eine Perle in der Hinterhand hat?

16. zeiDverschwÄndung (Felsenheimer)
Und da ist sie wieder. Die poppige selbstironische Nummer die uns als erste Auskopplung präsentiert wurde, einem jeden seltsam erschien und mir von mal zu mal immer besser gefiel. Doch jetzt gibt es einen entscheidenden Unterschied. Nämlich, dass wir sie jetzt erst richtig verstehen können. Mit keinem anderen Song wurde ein Album besser abgerundet als mit diesem.
Nachdem die in den letzten Jahren immer wieder gestellte Frage "Ist das noch Punkrock?" im ersten Song mit einem klaren "NEIN" geklärt wurde, entstand eine neue Frage: "Ist ihnen das wichtig?"
Die Ärzte waren und sind das, was viele der heutigen Künstler im Internet ausmacht: Sie sind authentisch. Sie machen das was ihnen Spaß macht und wenn es anderen nicht gefällt, dann interessiert es sie nicht und es hat sie zur Wahrung ihrer Authentizität auch nicht zu interessieren, also: "NEIN, es ist ihnen nicht wichtig."

Geschmäcker ändern sich. Mein Geschmack hat sich vor einigen Jahren radikal geändert (Wissenschaftler nennen das Pubertät ;D) und bestimmt wird er sich irgendwann auch nochmal ändern. Woher ich das weiss? Unter anderem von Die Ärzte. Denn deren Geschmack hat sich nun einmal in den letzten Jahren geändert. Im Gegenzug können wir uns nun auf Youtube anhören, ob es uns gefällt und dann frei entscheiden ob wir uns die Musik von ihnen kaufen oder nicht.
Und genauso funktioniert der letzte Song. Er verarscht nicht nur die Fans, er ermutigt sie Veränderungen zu akzeptieren, seien es die Veränderung in den letzten Jahren bei Die Ärzte, oder auch die Veränderungen bei einem selbst. Und wenn man diese Akzeptiert und zu dem Entschluss kommt, dass einem der neue Geschmack der Ärzte nicht mehr gefällt dann:

"...gibt es Besseres zu tun als die Die Ärzte zu hören."
5/5

Epilog:
Doch wie steht es mit mir? Ich, der Die Ärzte "damals als alles punkiger war" gar nicht kannte? Ich erinnere mich nicht daran, einen Song von Die Ärzte nicht gemocht zu haben, auch in meiner Kindheit. Und trotz meines Wandels in den letzten Jahren mag ich ihre Songs weiterhin, die alten sowie die neuen wie man sieht. Das muss wohl daran liegen, dass ich mich nie auf ein musikalisches Genre festlegen wollte und will. Das mir so was egal ist, merkt der geneigte Leser vielleicht schon bei meinem geringen Wortschatz, was die Beschreibung der Musik angeht. Da war halt nie großes Interesse außer der Kategorisierung in "gefällt mir" und "gefällt mir nicht".
Selbst in meiner "Eltern sind doof"-Phase bestrebte mich nie das Gefühl jetzt unbedingt Musik zu hören, die meinen Eltern nicht gefällt. Um ein Individuum zu werden wählte ich andere Wege. Aber was hat sich in dieser Zeit bei Die Ärzte verändert? Ihre Musikrichtung vielleicht ein wenig. Aber Die Ärzte machen immer noch das gleiche was sie seit Jahren machen: Musik, die sie mögen. Das ist Musik die witzig ist. Das ist Musik die uns hilft unseren elementarsten Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Das ist Musik die uns kritisiert, wo es notwendig ist und das ist Musik, zu der man ohne schlechte Gedanken im Hinterkopf einfach nur Spaß haben kann. All das befindet sich hier, auf diesem Album. Das sind Die Ärzte für mich...

...auch
5/5

Und somit gebe ich jedem den Rat: Hört euch das Album über längere Zeit an. Vielleicht bleibt mehr hängen, als beim ersten skeptischen Hören. Und außerdem [Zitat Farin]:
"...aber es gibt doch nichts Besseres zu tun..."
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 10, 2012 3:05 AM MEST


Assassin's Creed II
Assassin's Creed II

17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein tolles Spiel, aber das DRM ist schlecht und stört den Spielspass, 9. März 2010
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Assassin's Creed II (Computerspiel)
Ich habe das Spiel durchgespielt und kann nun sagen, dass es besser als der Vorgänger ist, aber das DRM nicht nur eine Unverschämtheit ist, sondern auch im Spiel stört!

Es spielt sich nun wesentlich besser, da das Erfüllen der Nebenmisssionen nun Spass macht und nicht einfach nur Arbeit, wie im Vorgänger. Die Hauptmissionen werden dem Setting gerechter. War heimliches Anschleichen und Töten des Zieles im Vorgänger ab dem 3. Attentat nicht mehr möglich, so ist es dies nun, bis auf einige wenige storybedingte Ausnahmen. Dank des Freeclimbingsystems können die Missionen nur Spass machen, da sie immer Verlangen sich von A nach B zu bewegen.
Die Atmosphäre ist wie im Vorgänger gelungen, wenn nicht gar die beste. Nur wenn man nach Ungereimtheiten sucht wird man sie finden, während des Spiels fallen sie jedoch bis auf ein Paar Bugs nicht auf. Desweiteren besitzt das Spiel nun Humor und in genau richtiger Dosis und ohne Rohrkrepierer.

Nebenbei noch ein Lob an Amazon. Die haben einen Tag nach Release noch weitere Keys für den DLC "Santa Maria Dei Frari" herausgegeben. Heute schickten sie sogar noch den Key für "Palazzo Medici" als Entschädigung für die unveredelte Box nach. Die D1-Version besitzt somit den gleichen Inhalt wie die Black Edition.

Insgesamt würde ich den Titel so 4-5 Sterne geben.

Aber da ist nunmal das DRM...

Zunächst bemerkt man wenig davon. Ich nutze Steam und bin deshalb ständig online. Die Installation dauerte halt etwas länger und vor dem Spielstart musste man sich ein Konto anlegen (Witzig: Ubisoft wollte mein altes AC1-Konto nicht anerkennen, ich musste also ein neues anlegen! Und Sonderzeichen sind für ihre Passwortwahl auch ein Fremdwort...). In dieses Konto muss man sich natürlich noch vor Spielstart einloggen.

Aber Vorgestern war es dann soweit! Ab ca. 15:00 Uhr waren die Uplay-Server nicht erreichbar (Achwas, laut Spiel war es natürlich meine achso schlechte Internetverbindung, die ich doch bitte überprüfen sollte...). Gegen Abend kam dann ein Patch der das Problem beseitigte, aber dann wurden meine Logindaten nicht mehr angenommen. Konnte also erst am nächsten Morgen weiterspielen.

Aber dieser Fall so kurz nach Release zeigt: Das schlechte DRM ist schlimmer als ein verbuggtes Spiel. Selbst bei Steam fallen manchmal die Server aus, aber dann kann ich wenigstens offline zocken. Aber Ubisoft scheint der Ansicht zu sein, dass ihre Server auf immer und ewig stabil laufen und sollten sie es mal nicht hat der EHRLICHE KÄUFRER PECH GEHABT! Und der Raubkopierer kann weiterspielen. Da kann man sich sonst noch so über SecuROM und etc. aufregen, aber Ubisoft hat eine Grenze überschritten die man zum Schutz des ehrlichen Käufers nicht überschreiten darf - überschritten von irgendwelchen Managern, die nur auf Profit aus sind und das Internet sowie unsere Generation nicht verstehen.

So gebe ich den Spiel leider nur 2 Sterne. Und auch nur weil das Spiel so gut ist. Unter diesen Umständen empfehle ich jeden auf dieses Spiel und auch auf jedes andere Spiel, dass Uplay verwendet zu verzichten und zu warten bis sich die Firmenpolitik ändert.


Seite: 1