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Rezensionen verfasst von
Gerbrand (Nordsee)

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Rabenliebe: Roman
Rabenliebe: Roman
von Peter Wawerzinek
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

3.0 von 5 Sternen Das Mutterproblem, 11. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Rabenliebe: Roman (Taschenbuch)
Über das Trauma, von der Mutter verlassen, im Stich gelassen, abgewiesen worden zu sein. Die Mutter flüchtet aus der DDR in den Westen und lässt den dann zweijährigen Peter und seine Schwester einfach zurück.

Der Autor bearbeitet das Thema gründlich und intensiv, bis zur Neige. Er geht dabei sehr schöpferisch mit der Sprache um, lotet sie aus rundum die 'Mutter'. In den Text schaltet er immer wieder kurze Zeitungsnotizen über verlassene, misshandelte, getötete Kinder und dann wieder Kinderreime und -lieder, ein bewegender Kontrast. Ein sehr starkes Motiv in dem Roman ist der Schnee. Erstaunlich, wie es mir kurz hintereinander zweimal begegnet. Wie auch in "Der Schmerz der Engel" von Jón Kalman Stefánsson steht der Schnee für Klaustrophobie, Orientierungslosigkeit, Enge, Kälte, Dinge mit weißer Unschuld zudecken, die nicht zugedeckt gehören, die wieder zum Vorschein kommen werden, müssen.

Mir hat dieser grabende, knetende, wälzende, schwelgerische Umgang mit der Sprache zunächst viel Freude gemacht. Im Fortgang des Romans fand ich die Wiederholungen, das immer wieder Aufgreifen zunehmend als beklemmend und manchmal auch ermüdend, zumal manche sich ankündigende Höhepunkte wie z.B. die Vereinigung mit der Schwester weiniger ausführlich beschrieben werden, beinahe etwas verpuffen. Bei mir entsteht dann doch leise der Eitelkeitsverdacht: entstehen die Wortfindungen, die poetischen Umschreibungen aus der Notwendigkeit, immer wieder den Schmerz, die Fragen, die Unsicherheit und Zweifel zu beleuchten oder berauscht der Autor sich in manchen Momenten etwas an seinem literarischen Talent, kann sich nicht bremsen, will zeigen, was er kann?

Gegen Ende sagt Peter Wawerzinek: "Die nun schon über Jahrzehnte anhaltende, geistige Anstrengung, das in meinem Inneren Kreise ziehende konzentrierte Nachdenken über das Mutterproblem, hat zu einem Zustand geführt, den ich als geistige innere Erschöpfung bezeichne." Ein wenig erschöpft und ausgelaugt fühle ich mich zu diesem Zeitpunkt auch. Ich gehe immer wieder etwas auf Distanz, frage mich, war sein Umgang mit dem Trauma der unausweichliche eines Opfers, das nicht anders kann, oder war es auch seine 'Entscheidung', so viele Jahre darin zu verharren, es immer ganz nah bei sich zu tragen, bis zur Erschöpfung zu analysieren, fantasieren und grübeln?


Sterben: Roman
Sterben: Roman
von Karl Ove Knausgård
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jenseits von Scham und Loyalität, 17. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Sterben: Roman (Taschenbuch)
Vor einiger Zeit habe ich eine Dokumentation über Karl Ove Knausgard gesehen, die mich angesprochen und neugierig gemacht hat, obwohl ich gleichzeitig so ein spontanes Urteil sich in mir formen fühlte: Das ist ein eitler Mann, der an großer Selbstüberschätzung leidet. Jetzt habe ich also den ersten Teil seiner 6-bändigen, über 3.000 Seiten langen Autobiografie, die im Original 'Mein Kampf' heißt, gelesen. Ich hatte dabei wiederholt ein unbehagliches Gefühl und fragte mich, warum lese ich das eigentlich? Ich empfand es, als läge er auf der Psychiater-Couch und erzählte in epischer Breite aus seinem Leben und über seine Erkenntnisse.

Nun ist es ja nicht wenigen Männern eigen, dass sie mit Vorliebe und weitschweifig über sich selbst sprechen nach dem Motto: 'Er ist ein Mann von Welt, der gern von sich erzählt.' Das Ungewöhnliche in diesem Fall ist die schonungslose Offenheit und die gnadenlose Ehrlichkeit, mit der der Autor alles, aber auch alles erzählt, und dass er selbst alles ist, bloß kein Held. Einerseits spricht dieses Konzept mich an, nicht tun als ob, keine Fassade aufbauen, keine Maske aufsetzen, keine Rolle spielen, sein, der man ist, sagen, was einen bewegt, was man sagen will, wie man es sagen will. Keine Tabus, keine Distanz, keine Delikatheit, kein schöner Schein, sondern die Wirklichkeit und die unpassenden, unsympathischen Gedanken, die man hat, aussprechen, aussprechen, aussprechen.

Was er möchte ist ehrlich sein. Er will nicht seine Gedanken und Gefühle verbergen. Er hat einen starken Drang seine Schwächen zuzugeben, seine Unvollkommenheiten auszusprechen, auch wenn er dann nicht 'gut dasteht', sondern sich verletzbar macht, aber auch unbeliebt, angreifbar. Vor allem weil er auch nicht Halt macht vor den Schwächen und Niederlagen der Anderen. Er hadert mit seinem Vater, breitet dessen egozentrischen Charakter und maßlose Alkoholsucht aus, er schreibt (in einem anderen Band) über die bipolare Störung seiner Frau, wirft sich im Nachhinein vor, dass sein Stress ihren Weg in die Krise verkürzt hat, er fühlt sich gefangen im normalen Familienleben mit Kindern. Beim Lesen fühlte ich mich wie ein Voyeur. Was geht mich das eigentlich an? Lese ich das aus purer Neu-gier, Dinge aus dem Leben anderer zu erfahren, die ich sonst nie erfahre, weil niemand so über sich spricht? Schreibt er das wirklich alles aus innerer Notwendigkeit, sogar Not? Weil er muss, nicht anders kann? Oder ist es doch 'gemacht', ein Projekt, ein Schriftsteller, der sich fragt, was hatten wir denn noch nicht, wie kann ich einen tiefen Fußabdruck in der Literaturgeschichte machen?

Einerseits fühle ich mich ihm nah, weil er sich so preisgibt, sich so entblößt und mir so auch erlaubt, mehr zu meinen dunklen, gemeinen Gedanken und Gefühlen zu stehen, was sich befreiend anfühlt. Dann wieder werde ich irgendwie ungehalten, denke: Was ist das hier für ein Diva-artiges Lamento? Warum denkt der Autor, dass jeder seiner Sätze so wichtig ist, dass er sich nicht beschränkt, begrenzt, sondern alles hinschreibt und stehenlässt? Wo ist die Scham, die Loyalität? Es 'gehört' sich doch nicht, schmutzige Wäsche in der Öffentlichkeit zu waschen, das bleibt drinnen, im Haus, im Inneren. Woher nimmt der Autor das Recht, Intimstes aus dem Leben seiner Familie und Freunde der Welt mitzuteilen?

Gleichzeitig ist da so eine Dankbarkeit gegenüber dem Autor, dass er all diese Dinge ausspricht, die im Allgemeinen verborgen werden. Man spürt, wie das innerlich einen Knoten löst, eine Erleichterung bringt, Druck wegnimmt. Vielleicht hat er das selbst beim Schreiben auch so erlebt. Dieses wilde Lustgefühl, wenn der Damm bricht, wenn man einmal beschlossen hat, ich sage jetzt alles und dann dieses Hochgefühl, so jetzt ist es raus. Die Maßlosigkeit, die Knausgard wohl von seinem Vater geerbt hat, lässt diesen Strom dann nicht mehr aufhören.

Manche Leser schreiben, dass sie süchtig geworden sind, nicht mehr aufhören konnten zu lesen. So ging es mir nicht, ich konnte mich aber doch einer Faszination nicht entziehen und kam trotz zwiespältiger Gefühle in einen Sog. Der Stil ist sehr beschreibend, auffallend ist, dass Knausgard Unmengen von Banalitäten, alltäglichen kleinen Dingen und Unwichtigkeiten schreibt, ohne dass es langweilig wird.
Die anderen Personen der Familie sind mir nicht wirklich nahe gekommen. Obwohl er viel über sie schreibt, kommt es mir nicht vor als 'kenne' ich sie ein wenig. Vor allem ihre Beweggründe bleiben sehr unbestimmt. Eigentlich schreibt Knausgard über alles nur mit Bezug auf seine eigene Person.

Die Frage, soll, will ich die folgenden fünf Bände ebenfalls lesen, habe ich mir noch nicht beantwortet. Es macht mich nachdenklich, dass Karl Ove Knausgard nach Beendigung seiner Biografie kein Gefühl der Zufriedenheit und Befreiung empfindet, sondern ernste Zweifel: "Es bleibt das Gefühl, dass das alles unethisch war." und "Das alles fühlt sich erniedrigend und unangenehm an, ekelhaft und schrecklich." Ich glaube, er wollte das alles loswerden, ohne Rücksicht darauf, ob er sich damit unbeliebt macht, weil es ihn erstickte, weil es die Realität ist, die er leben will, keine Fassade. Vielleicht hat er gehofft, er würde sich danach freier fühlen, mehr eins mit sich selbst. Aber er fühlt nun hauptsächlich Leere und Zweifel, da nun jeder alles über ihn weiß. Und auch das lebt er wieder in der Öffentlichkeit, denn er arbeitet an einem Dokumentarfilm mit und lässt sich weiterhin weltweit interviewen und fotografieren.


Der Schmerz der Engel: Roman
Der Schmerz der Engel: Roman
von Jón Kalman Stefánsson
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Und wenn sie auf den Frühling gewartet hätten?, 7. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Schmerz der Engel: Roman (Taschenbuch)
Das ist der zweite Teil der Trilogie des isländischen Autors. Der 'Junge' aus dem ersten Teil "Himmel und Hölle" bleibt ohne Namen. Er ist nach dem Tod seines besten Freundes ganz verwaist. Am Rand der Welt hat er eine neue Familie gefunden, er lebt in einer Herberge, geführt von der freidenkenden und gastfreundlichen Geirthrud, die es schafft, dort in der Einöde Menschen mit einer Affinität für Literatur um sich zu versammeln. Dem Jungen wird eine Ausbildung in Aussicht gestellt, für ihn zeichnet sich ein Ausweg aus dem eintönigen, harten Fischerdasein ab.

Doch zuerst erhält er einen wichtigen Auftrag. Er soll den Postboten Jens auf eine Sondertour zu den entlegensten Orten begleiten. Teile führen auch über das Meer, vor dem der starke Jens Todesangst hat. Der im Fischfang geübte Junge soll ihm dabei helfen. Das sehr ungleiche Paar macht sich bei ungünstigsten Wetterverhältnissen auf den Weg. Es ist April, alle warten auf den Frühling, aber es schneit und schneit. "Wenn es schneit, sagen die Indianer in Nord-Kanada, dass Engeltränen fallen." Die Engeltränen werden zu einem unbarmherzigen, nicht endenwollenden Schneesturm, gegen den Jens und der Junge während mehr als der Hälfte des Buches ankämpfen.

Die Elemente in ihrer reinen, wilden Form forden das Letzte von den Männern. Urkräfte sind am Werk, die den Menschen auskleiden. Von den Schamhaftigkeiten der Zivilisation bleibt wenig übrig, die Leute müssen auf eine Weise zusammenrücken, die alle Bedürfnisse nach Privatheit zurückstehen lässt. Es geht um das Überleben. Und es geht um die Frage, was macht diese rauhe Umgebung mit dem Menschen, mit dem Mann? Ich finde, das Thema ist das Wesen, die Natur des Mannes. Verroht und verhärtet er dort, in allem Eis und Schnee, geht er an seiner Schweigsamkeit und Verschlossenheit zugrunde, sucht er den 'leichten' Weg im Alkohol, der dann für ihn ein genauso großer Feind wird wie das Land und das Klima?

Der namenlose Junge ist zutiefst Teil der Geschehnisse, schaut aber auch mit einer Unschuld und Neugier von außen, stellt Fragen, die die schweigsamen, schroffen Männer zu ungewohnter Reflexion zwingen. So wie der Sturm kaum eine Öffnung zeigt, ist auch bei ihnen nur schwer eine Öffnung in der harten Schale zu finden. Die Entwicklung ist zäh, in ganz kleinen Schritten, so wie das Fortkommen im tobenden Wind und Schnee. Die Männer sind mutig und stark im Kampf gegen die Naturgewalten, aber stellen sie sich so dem Leben, oder fliehen sie das Leben? War es wirklich unausweichlich, ausgerechnet zu jenem Zeitpunkt aufzubrechen? Wer bestimmt, was unausweichlich ist? Hat der Mann eine unselige Neigung, sich Herausforderungen zu konstruieren, aus Rivalität, aus Übermut, Verwegenheit heraus? Ist der Sieg erreicht, wenn man den Sturm überwunden hat, oder muss man einen ganz anderen Kampf bestehen, um Mensch zu werden? Lohnt es sich in der Allgegenwärtigkeit des Todes überhaupt, Mensch zu werden?

Das Szenario des Romans ist sehr karg, fast minimalistisch, der Sturm, der immer wieder auflebt, der die Sicht nimmt, der die Welt klein macht, der die Männer immer wieder vor die gleiche Aufgabe stellt, am Leben zu bleiben, der sie auf ihr Innerstes zurückwirft. Die Sprache aber ist reich, barock, poëtisch, voller Aphorismen und zeigt, es gibt noch eine andere, fundamentale Kraft. Der Mensch ist nicht nur eine nackte, ausgelieferte, hilflose Kreatur. Die zarten Momente von Menschlichkeit, Barmherzigkeit und miteinander teilen rühren ganz besonders in dieser eisigen, abweisenden Welt und entfalten eine starke Kraft. Man fragt sich, ist das, was der Mensch entgegenzusetzen hat, nicht im Grunde armselig und schwach angesichts der Natur, die ungerührt einfach ist und ihren Gang geht? Oder ist das, was den Menschen ausmacht, das was er den Elementen voraus hat, nämlich der Wunsch, dem allen einen Sinn abzuringen, das Bedürfnis nach Wärme und Liebe, das, was ihn retten wird?


Himmel und Hölle: Roman
Himmel und Hölle: Roman
von Jón Kalman Stefánsson
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Rauheit und Zartheit, 10. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Himmel und Hölle: Roman (Taschenbuch)
Ein isländisches Fischerdorf am Rande der Welt. Das Leben ist rauh und hart. Die Leute sind es gewohnt, ihre Männer der unbezwingbaren See geben zu müssen. Oft führt das zur Auflösung der ganzen Familie. Ein Junge, der auch auf diese Weise entwurzelt ist, hat einen Freund gefunden, Baldur, mit dem ihn die Liebe zum Lesen, zur Poesie verbindet. Aber auch Worte sind nicht harmlos, nicht schwach. Baldur ist während der Vorbereitungen für den Fischfang im eisigen April abgelenkt. Er liest bis zur Abfahrt, will sich die Worte einprägen für die Fahrt. Er vergisst seine Jacke, ein unverzeihlicher Fehler, den er mit dem Tod bezahlen muss. Der Junge gerät dadurch in eine Lebenskrise, er hat seinen Lebensinhalt, seinen Sinn verloren. Er trauert tief und groß.

Das Buch handelt von allem, so wie in einem Mikrokosmos alles ist: Leben und Tod, Freundschaft und Liebe, Armut und Reichtum, Gemeinschaft und Anders-sein, Himmel und Hölle. Ein großes Werk nimmt ein Autor damit in Angriff. Und das Besondere und Wunderbare ist, dass es hier weder prätentiös noch simplistisch wird. Es ist die nüchterne Sprache eines Logbuches und gleichzeitig die dichterische Sprache von Fabeln und Märchen.

Das Leben ist ein Kampf mit den und gegen die Naturgewalten, die Menschen sind abgehärtet und nicht gerade feinsinnig. Will man dort die unterschwellige Schönheit und Poesie erkennen und besingen, kann es schnell umkippen in Kitsch und Süßlichkeit. Höhnisches Schnauben bleibt vielleicht übrig fuer die Macht der Worte angesichts der unbarmherzigen Wirklichkeit. Aber so ist es nicht. Der Autor beschönigt die Realität in keiner Weise. Auch die Menschen mit ihren diversen Herausforderungen und Schwächen, die sie nicht unbedingt geeignet machen für ein soziales Miteinander, lässt er so, wie sie sind. Anrührend ist es zu lesen, wie sie sich gewissermaßen einrütteln in die Gemeinschaft und ihren Platz finden.
Ein liebevolles, fast zärtliches Buch. Es ist der erste Teil einer Trilogie. Es folgen: "Der Schmerz der Engel" und "Das Herz des Menschen".

"Wir haben vielleicht keine Worte nötig um zu überleben, andererseits brauchen wir Worte um zu leben."


Herzenstimmen
Herzenstimmen
von Jan-Philipp Sendker
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Etwas viel Herzenrufen, 10. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Herzenstimmen (Gebundene Ausgabe)
Ich bin etwas enttäuscht von der Fortsetzung von Herzenhören. Zur Einstimmung habe ich vorher noch einmal den ersten Band gelesen. Eigentlich machen mich ja schon die Titel der Bücher etwas zweifeln, ob das mein Ding sein könnte... soviel Herzenrufen. Aber ich habe mich von den positiven Rezensionen anspornen lassen. Der erste Teil "Herzenhören" gefiel mir auch recht gut, die Absicht, dass es poetisch, fremdartig und bezaubernd sein sollte, kam bei mir an. So ab und an wurde es mir einen Ticken zu lieblich, aber im Ganzen passte es.

Bei "Herzenstimmen" nun sprang der Funke nicht über. Ich fand es irgendwie zu gewollt, Wiederholungen mit Variationen. Die wieder gleichen Beschreibungen der Protagonisten - zimtfarbene Haut, volle Lippen - sorgten schon für stärkere Schüttler, wie auch der Bruder, der mehrmals fast ohnmächtig wird, ob der Schönheit seiner Schwester. Und dann das vorhersehbare, nach meinem Gefühl recht kitschige Ende, das aber viel Raum lässt für noch eine Fortsetzung.

Der dramatische Teil der Geschichte dagegen hat sich mir nicht so richtig mitgeteilt, obwohl es ja alles heftig genug war. Aber ich konnte nicht wirklich mitfiebern und -leiden. Ich weiß nicht, einerseits versucht der Autor große Schwächen und Handicaps der Menschen darzustellen ohne zu verurteilen, was ich sehr gut finde, aber andererseits ist es mir dann wieder zuviel mit dem Über-sich-hinauswachsen und gut, weise und beinah verklärt werden.


The Final Cut (remastered)
The Final Cut (remastered)
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Universelles Thema, 10. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: The Final Cut (remastered) (Audio CD)
Ich fand "The Final Cut" gleich von Anfang an gut. Ich habe sie allerdings auch erst sehr spät zum ersten Mal gehört, nämlich nachdem ich Pink Floyd 2006 durch eine Fernsehsendung wiedergefunden hatte, und danach CD-Hamsterkäufe tätigte. Vielleicht war für mich die Zeit (und ich selbst) erst da reif. Ich bin fast sicher, dass ich zum Zeitpunkt des Erscheinens damit nicht so viel anzufangen gewusst hätte, so wie auch "The Wall" bei mir zwar laut angeklopft hatte, aber mehr ein Versprechen für die Zukunft blieb. Immerhin hatte ich die Tür einen Spalt geöffnet.

Für mich ist es keine Resteverwertung, ich sehe es als eigenständiges Album, mit einem ernsthaften Thema, dass wirklich gewichtig genug ist für ein separates Werk. Ich sehe es nicht als Rogers persönliche Neurose, die er hier auslebt, sondern er sublimiert sein persönliches Schicksal indem er einen entschiedenen Standpunkt einnimmt zu einem universellen Thema: Krieg.
Sehr, sehr schade, dass damals die Stimmung in der Band so schlecht war, und dass die Anderen keine Lust auf dieses Thema - oder eigentlich Roger - hatten. Trotzdem ist das Album sehr gut geworden.

Schwierig für mich, einzelne Stücke hervorzuheben. Besonders mag ich "Possible Pasts", finde ich sehr rund und hört sich für mich auch floydig an. Ich här's gerade wieder, und es fühlt sich an, als wären die Gitarrensaiten auf mir aufgespannt.
Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit und Stillstand werden eindringlich deutlich in "Paranoid Eyes". Auch still, aber wie beißend "One Of The Few".
"When The Tigers Broke Free" passt für mich perfekt auf dieses Antikriegs-Album. Ich finde, zusammen mit "The Post War Dream" ist hier musikalisch sehr gut dem Militär-Thema Form gegeben, so als langsamer Beerdigungsmarsch mit feierlich-getragenen Blechbläsern. Außerdem teilen Roger und ich anscheinend eine gemeinsame Liebe zum Männerchor.
Negativ: für mich "Not Now John". Ich hör's mir jedes Mal tapfer an wegen David, würde es aber lieber auslassen wegen des "unsäglichen Damenchors".
Bei "Two Suns In The Sunset" wünsche ich mir bei jedem Hören, Roger hätte auf die In-Szene-Setzung des dramatischen Höhepunkts durch Papa-Bariton: "Oh no!" und Kinder-Quäkstimme "Daddy, Daddy!" verzichtet. Trotz innerlicher Vorbereitung muss ich da immer kräftig schlucken und durchatmen. Da wird's mir einfach zu kitschig, schade, dass er sich das nicht verkneifen konnte. Dabei ist der Song so überzeugend und hätte diesen 'billigen' Effekt gar nicht nötig gehabt, im Gegenteil. Aber das Lied bleibt für mich trotzdem gut.

Ich finde nicht, dass die musikalische Umsetzung qualitativ zu sehr hinter dem Text zurückbleibt. Ich kann mir das Album auch anhören, ohne Wort für Wort dem Text zu folgen und an Krieg und Frieden zu denken, sondern die Musik geniessen und auch ein wenig wegträumen. Und auch die Stimme Rogers kommt hier gut zu ihrem Recht, er setzt sie funktional und dosiert ein, hat auch Mut zu etwas leiseren, kontrollierteren Tönen, die ich ja immer besonders mag, und die die Botschaft genau so stark rüberbringen.
Die CD-Hülle: was könnte besser passen? Selten sind Orden so reduziert und bescheiden rübergekommen.

Es konnte wohl nicht anders sein, aber doch bedauerlich, dass sich die Anderen damals so auf die Hinterbeine gestellt haben. Das Thema wär's wert gewesen, sich mit vollem Engagement reinzuhängen. Aber auch das tatsächliche Ergebnis ist nichts, dessen man sich schämen müsste, oder bei dem man den Wunsch hegen müsste, sich davon distanzieren zu wollen.


Mein kleiner Wahnsinn: Roman
Mein kleiner Wahnsinn: Roman
von Jan C. Brokken
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Eine holländische Nachkriegskindheit, 9. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Mein kleiner Wahnsinn: Roman (Taschenbuch)
Ein autobiografischer Roman über eine Nachkriegskindheit auf einer südholländischen Insel. Die christlich ausgerichtete überregionale Zeitung 'Trouw' nennt es "eine sehr typische Kindheitsgeschichte aus den Niederlanden". Das stimmt. Wie der schöne Einband schon andeutet, wird sie geprägt durch Religion, insbesondere durch die Glaubensstreitigkeiten der einander ziemlich unversöhnlich gegenüberstehenden diversen Abspaltungen.
Der Vater des Autors war Pfarrer - wie ich manchmal den Eindruck habe, alle Väter von niederländischen Autoren sind Pfarrer oder vielleicht ist es auch so, dass Kinder aus religiös geprägten Elternhäusern einen großen Mitteilungsdrang haben, resultierend aus dem starken Bedürfnis, die Kindheit, die sie als eine beengende Knute erfahren haben, aufzuarbeiten.

Jan Brokken sagt selbst:
"Mein kleiner Wahnsinn ist ein Buch über meine Jugend, und im Hintergrund zeichnet sich der große Wahnsinn ab. Es gibt zwei Arten davon: Krieg und religiösen Fanatismus. (...)
Die Niederlande, die ich beschreibe, waren recht konventionell und konservativ. Von außen denkt man immer: Die Niederlande sind Amsterdam. Im Ausland wird aber stets übersehen, dass Amsterdam eine Reaktion auf Holland darstellt. Holland ist durch und durch protestantisch, und auch die Katholiken und Sozialisten verinnerlichten dies. Amsterdam bedeutete eine Befreiung davon, hin zu mehr Toleranz. Holland selbst ist überhaupt nicht tolerant. Bei uns werden zum Beispiel jetzt europaweit die wenigsten Asylsuchenden anerkannt. Amsterdam war immer republikanisch, während die Niederlande monarchistisch sind. Was meinen Sie, warum Amsterdam seinem Namen nach zwar die Hauptstadt ist, der Regierungssitz aber in Den Haag liegt? Man hatte Angst vor Amsterdam. Dieser Gegensatz bestand andauernd, und deshalb glaube ich, dass mein Buch auch für Außenstehende besonders interessant sein kann, weil die meisten nach Amsterdam fahren, die Freiheit dort sehen und meinen, das ganze Land wäre so." (Quelle: Kolonialvergangenheit der Niederlande - Jan Brokken über den kleinen Wahnsinn | Büchermarkt | Deutschlandfunk | Von Volkmar Mühleis)

Durch das Buch habe ich auch zum ersten Mal von der niederländischen klassischen Sängerin Aafje Heynis gehört und dank Youtube konnte ich sie auch gleich selbst hören: Richard Strauss - "Morgen!". Sie singt so gefühlvoll, gleichzeitig so natürlich und bescheiden. Wunderschön.


Das Haus der Freude
Das Haus der Freude
von Edith Wharton
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Eine Frau mit Möglichkeiten, 6. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Haus der Freude (Taschenbuch)
Der Titel ist abgeleitet aus der Bibel, Prediger 7:4: "Das Herz der Weisen ist im Hause der Trauer, und das Herz der Toren im Hause der Freude."

Über das Leben, die Regeln und die Abhängigkeiten der New Yorker High Society, Anfang des 20. Jahrhunderts. Lily Barth ist die verarmte Verwandte, die nun auf die Mildtätigkeit ihrer Familie und eine reiche Heirat angewiesen ist, um ihre Stellung in den ganz 'feinen' Kreisen behaupten zu können. Das sollte ihr eigentlich nicht schwerfallen, hat sie doch ihre Schönheit und ihre guten Manieren, und bewegt sie sich mit der Selbstverständlichkeit, die ihr von Geburt an in Fleisch und Blut übergegangen ist, zwischen ihren reichen Freunden. Sie kennt die Regeln ganz genau, hat aber unglückseligerweise auch einen rebellischen Geist, mit dem sie ihre Pläne und Berechnungen sabotiert.

Sie liebt den Luxus, kann und will sich ein anderes Leben als das 'Angestammte' nicht vorstellen. Sie lebt eigentlich schon dieses Leben, wobei ihre Abhängigkeiten und Verpflichtungen immer größer werden. Trotzdem schafft sie es nicht, sich den Regeln zu unterwerfen. Sie boykottiert ihre Chancen und Möglichkeiten in beinahe übermütiger Weise. Sie will weder alle Konsequenzen des materiell sorgenfreien Lebens zur Gänze annehmen, kann aber auch keine Alternative wirklich akzeptieren, wobei ihr nicht zuletzt auch ihr Snobismus im Wege steht.

Da Lily im Grunde einen guten Charakter hat und den Ehrgeiz, moralisch einwandfrei und integer zu bleiben, gerät sie stetig mehr in die Bredouille. Sie kommt unverschuldet ins Gerede, was so ziemlich der Todesstoß ist für ihre 'Aussichten'. Als Leser fühlt man mit ihr und manchmal möchte man sie schütteln. Man sucht zusammen mit ihr nach Auswegen und ärgert sich über Edith Wharton, die das Netz um die arme Lily immer enger und enger spinnt...


Woman Upstairs
Woman Upstairs
von Claire Messud
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nora von oben, 6. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Woman Upstairs (Gebundene Ausgabe)
Nora, eine alleinstehende Frau von 42 Jahren, Lehrerin an einer Grundschule, zieht Bilanz. Sie ist wütend, rasend. Viele Jahre war sie die 'Frau aus dem zweiten Stock', unauffällig, pflichtbewusst, freundlich, still. Einst hatte sie künstlerische Ambitionen, aber der Einfluss der Eltern und das eigene Naturell ließen einen üblichen, weil so häufigen Verlauf folgen: erst einen ordentlichen Beruf lernen, eine Basis legen. Oft ist so etwas die entscheidende Ausbremsung - erst etwas anderes machen als man eigentlich machen will.

Mit 37 hat sie ihren Lucy-Jordan-Moment: "At the age of thirty-seven she realised she'd never ride through Paris in a sports car with the warm wind in her hair". Hat sie ein Scheinleben geführt, gibt es noch eine Chance für das Echte Leben? Gibt es dieses sogenannte Echte Leben überhaupt?

Als sie über einen neuen Schüler dessen Eltern kennenlernt, scheint die Chance da zu sein, öffnen sich Türen. Sie verliebt sich in den 8-jährigen Reza, in Sirena, seine Mutter, Italienerin und als Künstlerin kurz vor dem Durchbruch stehend, und in ihren Mann Skandar aus Beirut, Akademiker, der einen Auftrag an der Harvard Universität hat. Die Familie bietet ihr Freundschaft an. Als Sirena ihr vorschlägt, gemeinsam ein Atelier zu mieten, erhält ihr Wunsch, doch noch selbst ihre wahre Bestimmung als Künstlerin zu leben, neue Nahrung und Hoffnung.

Sie gibt sich ihren Gefühlen für die drei hin, ergreift ihre Chance, wird durch ihre Verliebtheit eine andere Person - wie sie glaubt. Aber im ersten Kapitel war sie doch so wütend, es muss also etwas falsch gelaufen sein. Dieses Gefühl, dass irgendetwas merkwürdig ist, dass etwas ganz und gar nicht stimmt, hat man beim Lesen die ganze Zeit und das macht die Geschichte fesselnd und spannend. An einem Punkt dachte ich, o nee, das wird doch jetzt nicht auf eine ganz banale Betrug/Seitensprung-Klitsche hinauslaufen - ja, irgendwie schon, aber doch auch ganz anders. Es gibt ein sehr überraschendes Ende.

Wie Claire Messud den Charakter der Protagonistin entwickelt und sie exemplarisch werden lässt für die 'Frau aus dem zweiten Stock' ist sehr überzeugend und macht die Geschichte zu etwas Besonderem. Denn zwar ist Nora eine von vielen, deren Leben eigentlich nicht besonders genug ist, um erzählt zu werden, so lässt die Autorin durch ihre Art zu schreiben, eine Fremdheit, eine Faszination und Tiefe entstehen, die einen fortwährend neugierig bleiben lässt. Und nach der letzten Seite denkt man noch so manches Mal an Nora von oben.


Stein auf Stein. Roman
Stein auf Stein. Roman

5.0 von 5 Sternen Das Leben eines polnischen Bauernsohnes, 31. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Stein auf Stein. Roman (Gebundene Ausgabe)
Der Bauernsohn Szymek Pietruszka erzählt auf rund 500 Seiten über das harte Leben eines Landmanns im historischen Wandel in einem polnischen Dorf geprägt vom allgegenwärtigen Katholizismus.

Szymek ist ein ziemlicher wilder, starker, ungestümer Mann, in seiner Kindheit und Jugend ein rechter Tunichtgut, bis ins Erwachsenenalter die Sorge seiner gläubigen Eltern. Er hat aber auch einen starken philosophischen Einschlag und vor allem der Gedanke an den Tod und dessen Bedeutung treibt ihn um. Inzwischen lehnt er sich auf gegen Regeln und Vorbestimmung, greift das Leben, gibt sich der Maßlosigkeit hin, arbeitet in den verschiedensten Berufen, geht im Krieg zu den Partisanen, spürt aber bei aller Haltlosigkeit immer die Verbundenheit zur Erde und Familie und die Verantwortung dafür.

Es ist als ob man zu seinem Vater oder Großvater sagt: Erzähl doch von früher. Und er erzählt, ausholend, detailreich, mit vielen Seitenwegen. Jedesmal wenn man wieder anfängt zu lesen, neigt man dazu, etwas ungeduldig zu werden, bis man langsam zur Ruhe kommt und sich auf das Tempo einlässt, des vorigen Jahrhunderts, des dörflichen Bauernlebens. Es ist wie das Bearbeiten der Erdscholle, das geht auch nicht schnell, schnell, sondern mit viel Geduld und Zähigkeit, mit Ritualen und Liebe.

Die Kapitel-Überschriften: Der Friedhof - Der Weg - Brüder - Der Boden - Mutter - Heulen - Halleluja - Brot - Das Tor
Besonders schön und ergreifend das Kapitel über das Brot in Zeiten der Verteufelung von Kohlenhydraten.

Es ist ein Dokument, eine Ode (keine Idealisierung) an das bäuerliche Leben vor der Mechanisierung, ein wirklich schönes, wertvolles Buch. Es erstaunt mich sehr, dass es im Augenblick nur gebraucht zu bekommen ist.

Zitate (von mir übersetzt, da ich das Buch auf niederländisch gelesen habe):

'Was singt da so am Himmel?
'Eine Lerche, Vater.''
'Genau, eine Lerche. Und weißt du, wo die Lerche herkommt.?'
'Sie kommt geflogen.'
'Sie kommt geflogen, das auch. Aber Unser-Lieber-Herr lief eines Tages über den Acker und sah dort einen Bauern pflügen. Ist es schwer? fragte Unser-Lieber-Herr den Bauern. Ja ja, ziemlich schwer, sagte der Bauer. Da nahm Unser-Lieber-Herr einen Klumpen Erde, warf ihn in den Himmel und sagte: lass sie für dich singen, dann wird es weniger schwer für dich sein.'

"Fühl doch mal das Fell eines Angorakaninchens, es ist als ob du die Morgendämmerung berührst, eine Wolke, den Himmel (...) Und wenn sie fressen, dann mümmeln sie mit ihren Schnäuzchen, als ob sie miteinander sprechen. Obwohl Gras anders klingt als Lupine. Gras geht ganz sachte, wie ein Sprühregen im Herbst, Lupine aber ist wie ein dicker, warmer Meiregen. Setz dich hin und hör zu, und du wirst länger zuhören und länger zuhören. Und wenn du dann noch etwas tiefer lauscht, dann hörst du selbst Quellen sprudeln, Bienen Honig sammeln, Wolken am Himmel entlang scheuern und die Erde sich um ihre Achse drehen und du dich mit ihr. Obwohl es nichts vorstellt, es sind bloß mümmelnde Kaninchen. Aber manchmal hast du Lust, dich zwischen sie zu legen, so wie ins Heu, in die Weide, an den Fluss, in den Schatten irgendwo unter einen Baum und in ihr Mümmeln zu zerfließen, in die Quellen, die Wolken und dich von der gepeinigten Erde mitschleifen zu lassen. Denn Kaninchen haben etwas, wodurch alles um sie herum und in dir selbst milder wird."

"Man sagt: möge die Erde leicht für ihn sein. Wo wird sie leichter für ihn sein? Man sagt: wo der Mensch geboren ist, da ist die Erde seine Wiege. Und der Tod legt dich sozusagen zurück hinein. Und sie wiegt dich, sie wiegt dich, bis du wieder ungeboren bist und nicht gezeugt."


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