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Rezensionen verfasst von
Frau Warnke

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Mich gibt's nur einmal. Rückblende eines Lebens
Mich gibt's nur einmal. Rückblende eines Lebens
von Artur (Atze) Brauner
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Freddy und die Schnurrbart-Allergie und die Schell mit Allüren, 24. Februar 2016
Vielleicht war es wirklich eine Genugtuung für den Juden Artur Brauner, der rund 50 Verwandte durch den Holocaust verlor, in Deutschland nach 45 als ultimative Rache mit schlechten Filmen ein Imperium gründen zu können und zum qualitativen Niedergang des deutschen Nachkriegsfilms maßgeblich beigetragen zu haben:-). Die grottenschlechten Filmchen sind heute - bis auf wenige Ausnahmen - ("Mädchen in Uniform" mit Romy Schneider etwa) heute zu Recht vergessen, die meisten der damals als "Stars" gefeierten Schauspieler ebenfalls. Brauners Film über den Holocaust "Morituri" wollte in Deutschland niemand sehen, Fensterscheiben mit Filmplakaten wurden eingeschlagen, Brauner erhielt Morddrohungen. Die Deutschen jener Tage zogen lieber mit dem Förster durch den Silberwald, mit dem Käfer gen Italien und mit Old Shatterhand durch die Prärie. Ernst zu nehmende Filme wie "Hitlerjunge Salomon" konnte Brauner erst in den 70ern, nach Erscheinen des Buchs, realisieren.

Über Brauners Jugend in Polen erfährt man fast nichts, über Verfolgung, Zeit der Flucht und erste Zeit in Berlin 1945 nur Vages. Ehefrau Maria, die bis heute mit Brauner aufrecht und stolz über die roten Teppiche schreitet, hat als "beste Ehefrau von allen" in ihrer emotionalen Intelligenz und praktischem Mutterwitz tatsächlich Ähnlichkeit mit der Gattin in den Kishon-Büchern. Die Passagen mit Maria und ihrem trockenem Humor lesen sich ebenso amüsant wie die teilweisen grotesken Szenen mit überkandidelten Filmstars zwischen Selbstüberschätzung und Alkoholismus von "Mariele" Maria Schell bis "Hanne" Hans Albers. Auch Hollywoodstars wie Lex Barker gaben sich bei Brauners die Klinke in die Hand - sie kommen immer dann in die Grunewalder Villa des Berliner Moguls, wenn die Karriere in den USA am Boden liegt und dringend Geld her muss. Brauner weiß das und sieht die Filmerei in deutschen Landen jener Epoche nüchtern als das, was sie war: ein Geschäft und eine Droge für die Nachkriegsdeutschen, nichts weiter. Dass er da bis auf ganz wenige Ausnahmen Schrott produziert hat, weiß er auch. Häufig mit Schauspielern und Regisseuren, die schon unter Göbbels erfolgreich Filme drehen durften. Brauner hat das ausgehalten, wie es in ihm aussah, man weiß es nicht.

Heute sind die meisten der damaligen deutschen Stars und "Regie-Asse" bei Jüngeren so gut wie vergessen. Wer kennt heute noch einn O.W. Fischer, seinerzeit in der Bundesrepublik ein Superstar und von Brauner als durchgeknallter Spinner und Nervensäge porträtiert ("Die Schell" kommt übrigens nicht viel besser weg:-)) und kläglich in Hollywood wegen Egomanie und Disziplinlosigkeit gescheitert? Tempi passati. Artur Brauner hat sie alle überlebt und er ist nach wie vor - auch mit Skandalen - in den Medien präsent. Auch das ist ein kleines Wunder, das sich der Junge aus Lodz so sicher einmal nicht vorgestellt hat.

Das Buch ist sehr flüssig und spritzig geschrieben und liest sich auch nach 40 Jahren noch frisch und amüsant. Ich habe viel gelacht bei der Lektüre und auch gestaunt. Zum Beispiel darüber, warum Seemann Freddy Quinn eine Schnurrbart-Allergie hatte..... Kann man gut lesen, wenn man aus der Kinderzeit diese Leute zumindest noch verschwommen in Erinnerung hat und sich über diese seltsame und auch gruselige Zeit einer versunkenen Filmära heute wundert.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 8, 2016 12:11 PM CET


The Calling - Ruf des Bösen
The Calling - Ruf des Bösen
DVD ~ Susan Sarandon
Preis: EUR 6,99

6 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein Prost auf Alkohol im Dienst!, 19. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Calling - Ruf des Bösen (DVD)
Das war schon erstaunlich, wieviel Alkohol in ein so zartes Persönchen passt, ohne irgendwelche Spuren an Psyche oder Physis zu hinterlassen, und das in dem zarten Alter von über 60. Susan Sarandon säuft sich durch den Film, trinkt nahezu pausenlos, während der Arbeit, vor und nach der Arbeit, im Sitzen, Stehen und Liegen, beim Essen sowieso. Dann schläft sie auf dem Bettvorleger. Irgendwie eine einzige Werbung für Canadian Whiskey, dass ich mich frage, ob die den Streifen gesponsert haben. Jeder weiß es, keinen stört es und mit einem Kollegen teilt die Schnapsdrossel in Uniform sich sogar brüderlich-schwesterlich den Flachmann. Andere wären längst vom Dienst suspendiert, Frau Sarandon darf sogar ungestraft volltrunken Auto fahren. Selbst ans Krankenlager im Hospital bringt der Kollege von der Polizei noch eine Buddel mit, die die gestrenge Mutter unserer Heldin (großartig in ihrer trockenen Herbheit: Ellen Burstyn) lapidar auf dem Nachtschränkchen platziert mit den Worten (so sinngemäß): "Na, das stellen wir jetzt mal dahin." Eigentlich ein Schlag ins Gesicht all jener, die ein Alkoholproblem haben, dagegen ankämpfen und nicht so easy aus der Nummer herauskommen wie diese Film-Polizistin. Was sollte das?

Ansonsten weiß der Film nicht, was er sein will: Mystery oder Serienkiller-Thriller, religöses Geschwurbel um irgendwelchen verschwörungstheoretischen Wiederauferstehungs-Mumpitz aus urchristlichen Zeiten (Geheim! Steht daher nicht in der Bibel!) oder eine Sozial- und Psychostudie. Warum hat die große Susan Sarandon sich diesen Käse angetan? Sie spielt gut wie immer, das schon. Warum sie in ihrem reifen Alter immer noch mit Plüschteddy bei der Mama, einer pensionierten Richterin, wohnt, keine Beziehung und keine Freunde hat, wird ebenso wenig geklärt wie die Frage, warum diese verqueren katholischen Kanadier einen so gewaltigen Schatten haben. Ach ja: Eine Wunderheilung und eine Lazarus-Auferstehung werden ebenfalls geboten - unhinterfragt als Tatsache. Wer das glaubt, wird bestimmt nicht selig. Murks hoch drei, den auch ein stark gealteter Donald Sutherland als seltsamer Priester nicht retten kann. 2 Punkte für Sarandon und Burstyn - die Männer bleiben durchgehend blass - und die atmosphärisch dichten Bilder aus der kanadischen Kleinstadt-Vorhölle (gedreht wurde in Dundas, Ontario).


Reign Over Me: Die Liebe In Mir
Reign Over Me: Die Liebe In Mir
DVD
Preis: EUR 7,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der Mann mit der Ledertasche, 13. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Euphorie über diesen sehr mittelmäßigen Film kann ich nicht nachvollziehen. Wie schlecht muss Adam Sandler in seinen übrigen Filmen, die ich nicht kenne, sein, wenn das hier als die beste schauspielerische Leistung seiner Karriere bezeichnet wird? Ich hatte mir die vielen positiven Rezensionen hier sorgfältig durchgelesen und dann nach langem Zögern zugegriffen. Eine glatte Enttäuschung, und ich war richtig verärgert.

Sandler bleibt in jeder Sekunde des Films ein Komiker und scheut auch vor plumpen Witzen wie in der Szene an der Kinokasse nicht zurück, schlurft mit Perücke und überbetont verpeilter Körperhaltung mit seiner braunen Ledertasche durch ein überzuckert und überromantisch abgefilmtes Postkarten-New-York, das es so weder vor noch nach 9/11 jemals gegeben hat. Die abgewetzte braune Ledertasche ist immer dabei und hat mich irgendwann tierisch genervt. Dabei verfügt Charlie offenbar über Millionen aus Zahlungen der Fluggesellschaft und der Versicherung und kann sich ohne zu arbeiten ein sorgloses Leben in Luxus-Immobilien in Bestlage von Manhattan leisten. Andere Hinterbliebene von Opfern hatten nicht so viel Glück, auch im mit Entschädigungszahlungen in solchen Fällen großzügigen Amerika nicht. Ich habe tragische Geschichten von traumatisierten 9/11 Feuerwehrmännern gelesen, und auch das Leben anderer Familien musste weiter gehen und ging weiter, nach Unglücken und Katastrophen, nach Krieg und Vertreibung, nach Hungersnot und Tsunami oder nach einem Mord oder tödlichem Autounfall. 9/11 war für die betroffenen Familien sicherlich hart, aber ein Einzelfall war das nicht. Andere haben es auch geschafft, das irgendwie psychisch in den Griff zu bekommen, auch ohne Millionen. Das hier ist Jammern auf hohem Niveau. Warum hat er sich nicht früher Hilfe geholt oder ist mit den Millionen weg aus New York und zum Beispiel aufs Land gezogen? Das Drehbuch ist mir zu gewollt und verkrampft.

Inszeniert ist der Streifen handwerklich grob und etwas unbeholfen zusammengeschustert, ein Genie war da nicht am Werk. Auch die Musik hat genervt. Manche Szenen wie die mit der überstylten und übertrieben hausfraulich agierenden Ehefrau des Zahnarzt-Freundes wiederholen sich zu häufig und nerven irgendwann. Liv Tyler als wenig glaubhafte Psychotherapeutin und ihre den armen John Cheadle mit unmoralischen Angeboten bedrängende Schauspielkollegin zucken nervös mit den dicken Lippen. Alles dann irgendwie doch mehr Comedy als Melodrama.

Sandler spielt gekünstelt und vollkommen unecht und kann mich weder menschlich noch schauspielerisch überzeugen. John Cheadle hingegen als Zahnarzt in Nöten und guter Freund hat mich mit seiner entspannt-ernsthaften und feinen Art zu spielen, sehr für sich eingenommen. Der elegante und intelligente Mime, den ich auch "Hotel Ruanda" kannte, spielt Sandler glatt an die Wand. Ein Kabinettstückchen leistet sich gegen Ende des definitiv zu langen Films Donald Sutherland als herrlich trockener und menschenkennender Richter, der über Charlies Einweisung in die Psychoklinik zu entscheiden hat. Da zeigt er allen gekonnt, wo schauspielerisch der Hammer hängt, und die Gerichtsszene mit Sutherland ist die beste und auch in ihrer menschlich-humanen Aussage überzeugendste des ganzen Films.

2 Punkte nur wegen Cheadle und Sutherland und der bemerkenswerten Gerichtsszene. Ansonsten ist das eher in Ärgernis.


Ende der Schonzeit
Ende der Schonzeit
DVD

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wir dürfen nie vergessen, 8. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ende der Schonzeit (Amazon Video)
Der Film ist sehr langsam, sehr ruhig in kammerspielartiger Manier und elegischen Bildern erzählt. Dabei fällt die Rahmenhandlung in einem Kibbuz in Israel in den 1970er Jahren wesentlich kürzer aus als die Binnenhandlung in dem Schwarzwalddorf des Kriegsjahres 1942. Hier leben die Dörfler nahezu wie in einer Blase, ohne Krieg, ohne Sorgen und Not, ohne Naziterror und ohne Zwangsarbeiter auf den Feldern und Evakuierte. Der einzige Nazi im Dorf ist eher ein gutmütiger Trottel, der für die junge Bäuerin schwärmt. Dass es nicht ganz so war, weiß ich von Erzählungen meiner Großeltern und Mutter, die in Süddeutschland evakuiert waren. Das Ganze wirkt daher etwas inszeniert und unrealistisch, eher wie ein Theaterstück als ein Film. Auch die sich dauernd wiederholenden Szenen am bäuerlichen Esstisch und die ebenfalls laufend wiederholten Schwenks auf den schönen Schwarzwaldhof sind ein wenig zuviel des Guten. Da schleicht sich irgendwann beim Zuschauer Unkonzentriertheit ein. Daher 1 Punkt Abzug, sonst hätte ich 5 gegeben. Alleine wegen der fantastischen Brigitte Hobmeier, die ich schon aus "Tannöd" kannte.

Gute Schauspieler veredeln den Film ebenso wie die dezente elegische Filmmusik des israelischen Komponisten. Eine unterm Strich gelungene deutsch-israelische Zusammenarbeit, die wieder einmal mehr zeigt, was für ein Wunder wir da mit dieser Aussöhnung und Freundschaft vollbracht haben. Und das wir nie vergessen dürfen. Gerade in heutigen Zeiten.......

Gut finde ich das Ende, das sich jeden Pathos und tränenreicher Vater-Sohn-Umarmungen enthält und nur ganz scheu ein Zeichen der Hoffnung setzt: "Im Winter ist es hier nicht so heiß" sagt der wiedergefundene Vater in Israel leise zu seinem Sohn, aus dem trotz der widrigen und düsteren Umstände seiner Geburt etwas geworden ist, beim Abschied. Die versöhnliche Botschaft: Du darfst wiederkommen. Eine schöne Geste.


Schlechte Tochter
Schlechte Tochter
von Justine Lévy
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

3.0 von 5 Sternen Teils hysterisch, teils beklemmend, 7. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Schlechte Tochter (Gebundene Ausgabe)
Mir fällt es nicht ganz leicht das Buch zu rezensieren. Es gehört zur Kategorie "autofiction", die in Frankreich mal schwer in Mode war, mittlerweile nicht mehr so. Dichtung und Wahrheit werden munter gemixt. Insgesamt haben mich der hektische, atemlose Schreibstil und der hysterische Tonfall sehr genervt. Es gibt keine Ruhepunkte um mal Luft zu holen.

Die Mutter wird einerseits als schönste Frau der Welt in den Himmel gehoben (auf alten Fotos im Netz ist, na ja, eine kleine dünne Person als eine Art französische Twiggy zu sehen), andererseits als Schlampe, Rabenmutter und Junkie präsentiert, die mit allem ins Bett stieg, was zwei Beine hatte und die Tochter vernachlässigte. Diese wuchs vorrangig beim Vater auf, der ebenfalls einen lockeren Lebenswandel führte und führt, von der Tochter allerdings ohne einen Hauch von Kritik wie ein Übervater und Gott dargestellt wird. Extrem nervig sind die Schilderungen ihres Jet-Set-Lebens, der Schwangerschaft und der Geburt. Meine Güte, Frauen gebären seit Urzeit und sondern nicht seitenlang hysterische Sätze darüber ab. Berührend sind teilweise die bedrückenden Berichte aus dem Krankenhaus beim Sterben der Mutter mit gleichgültigen und kaltschnäuzigen Ärzten und Pflegepersonal. Aber das habe ich von anderen Autoren auch schon besser beschrieben gelesen. An Bücher wie "Langsamer Abschied" von Peter Handke oder "Ein sanfter Tod" von Simone de Beauvoir kommt dieses Werk um Längen nicht heran. Vor allem wegen der gelungenen Krankenhaus-Szenen gebe ich dennoch 3 Sterne.

Der Vater ist bis heute einer der prominentesten Literaten in Frankreich, leistet sich zudem dank eines ererbten immensen Vermögens ein Luxusleben im Stil der Sonnenkönige. In Frankreich ist er bekannt wie ein bunter Hund und die Tochter wurde es durch eine Affäre: Bevor Model Carla Bruni den Ex-Präsidenten Sarkozy ehelichte, spannte sie Justine erfolgreich den ersten Ehemann aus, nachdem sie zuvor mit Lévys Schwiegervater in die Kiste gehüpft war. Daraufhin schrieb Lévy ihren ersten autofiktionalen Roman als Abrechnung, der ein gigantischer Erfolg in ihrer Heimat wurde. Auch dieses Buch hier wurde in Frankreich ein Bestseller. Ich hoffe Frau Lévy hat mittlerweile den Frieden mit Mutter und Exmann gemacht und schreibt bald mal richtige Literatur.


Dove DermaSpa Bodylotion intensiv verwöhnend³, 2er Pack (2 x 200 ml)
Dove DermaSpa Bodylotion intensiv verwöhnend³, 2er Pack (2 x 200 ml)
Preis: EUR 9,90

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Übler Geruch und Brennen auf der Haut, 7. Februar 2016
Diese Body Lotion war als Pröbchen dem aktuellen SPIEGEL beigegeben. Alleine die Lektüre der Inhaltsstoffe ist zum Gruseln. Das Produkt verteilt sich zwar leicht auf der Haut, schmiert nicht und zieht schnell ein. Der penetrant üble und aufdringliche Geruch der billigsten Sorte nach minderwertigen Inhaltsstoffen ist allerdings das Übelste, was ich meiner Haut in letzter Zeit zugemutet habe - wer will so nach Bahnhofsklo-Waschlotion riechen? Zudem hat die Lotion auf meiner Haut gebrannt. "Intensiv verwöhnend" ist nichts daran. Und den Namen DermaSpa finde ich jetzt auch nicht so prickelnd. Wer dieses Produkt bei Unilever zu verantworten hat, gehörte entlassen. Gäbe es null Sterne hier, ich würde sie verteilen.


Männer sind wie Pfirsiche: Subjektive Betrachtungen über den Mann von heute mit einem objektiven Vorwort von Alice Schwarzer
Männer sind wie Pfirsiche: Subjektive Betrachtungen über den Mann von heute mit einem objektiven Vorwort von Alice Schwarzer
von Harald Martenstein
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

2.0 von 5 Sternen Eher Backpflaume als Pfirsich, 3. Februar 2016
Ist es eigentlich der Mühe wert dieses höchst überflüssige, zudem veraltete Büchlein zu rezensieren? Nun denn. Harald Martenstein ist ja ein Vielschreiber, unendlich fließen ihm die Glossen und Kolumnen aus der Feder, und ein Büchlein, das daraus zusammengezimmert wird, ist wie das andere. Nach kürzester Zeit ist es vergessen, vermutlich zu recht. Früher habe ich Martensteins amüsante ZEIT-Kolumnen ganz gerne gelesen - in homöopathischen Dosen, wohlgemerkt. Zusammengepfercht in einem Buch kommt die erschreckende Banalität und Hohlheit des Autors leider eklatant zum Ausbruch. Denn unterm Strich kennt Harald Martenstein nur ein Thema in seinem Leben: Harald Martenstein.

Das TB "Männer sind wie Pfirsiche" wurde von Bertelsmann 2007 auf den Markt geworfen und erlebte 2009 eine 2. Auflage. Wann und wo die einzelnen Text-Häppchen in welchem Printmedium veröffentlicht wurden, verschweigt der Verlag, Quellen werden nicht genannt. Zudem ist die Behauptung, es handele sich um Betrachtungen "über den Mann" schlichtweg gemogelt, denn nur ein Bruchteil der Textlein beschäftigt sich mit diesem. Ansonsten trabt Martenstein munter von Buddhismus, Christentum und Islam über die Rolling Stones und Schindlers Liste bis zu Weihnachten und dem Widerstand im Nationalsozialismus. Das Kind brauchte halt einen Namen und ein Zugpferd, in diesem Fall der Mann, das unbekannte Wesen, zu dem Alice Schwarzer ein höchst überflüssiges Vorwort beisteuern durfte. Soviel zu seriöser Verlagsarbeit.

Eine Reihe der sehr zeitgebundenen Texte zu deutscher Politik und Gesellschaft - über den bundesrepublikanesischen Tellerrand schaut unser Autor selten, über den Berliner höchst ungern hinaus - waren schon bei der Zweitauflage Schnee von gestern, heute ist das meiste abgestandener Kohl und kalter Kaffee. Schicksal derartiger Bücher und von Kolumnisten im allgemeinen. Am besten ist Martenstein nach wie vor, wenn er über die Tücken des Alltags berichtet. Kleine treffende Sottisen wie "Über das Landleben" haben mich nach wie vor amüsiert, auch wenn sie nichts mit "dem Mann" zu tun haben. Sobald sich der Autor ins Politische, Philosophische - natürlich immer mit dem eigenen aufgeblasenen Ego als Messlatte - versteigt, wird er peinlich berührend, selbstgerecht, spießig und banal. Schreibt er über sich und seine Wehwehchen - was er gern und ausgiebig tut - wird er weinerlich. Da merkt man halt doch, eigentlich ist Harald Martenstein auch nur einer von diesen Berliner Schwaben, die so unendlich nerven. Eher Backpflaume als Pfirsich.


Kim Novak badete nie im See von Genezareth
Kim Novak badete nie im See von Genezareth
DVD ~ Anton Lundqvist
Preis: EUR 8,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wenn Tom Sawyer und Huck Finn mit Stephen King bei Bullberbü baden gehen, 31. Januar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eigentlich war ich ja erst einmal skeptisch, als ich im Vorspann las, die ARD-Degeto hatte bei der Produktion die Finger mit im Spiel. Aber auf so ganz niedrigem Niveau war es dann doch nicht. Dazu trugen der um originelle Einfälle vor allem zu Beginn bemühte Regisseur, hervorragende Schauspieler und nicht zuletzt die großartige Vorlage von Hakan Nesser bei. Auch der jugendliche deutsche Synchronsprecher des jungen Eric - der erwachsene bleibt ja stumm im Film - macht seine Sache äußerst begabt und mega-sympathisch. Das ist bei deutschen Synchros so selten, und daher umso mehr zu loben. Leider knickt der Film erzähltechnisch und von der filmischen Qualität her gegen Ende immer mehr ein und wird sogar ein bisschen plump. Um die wesentlich brisantere Lösung und die schicksalhafte Verknüpfung im späteren Leben zweier der Protagonisten, wie sie das Buch bietet, drückt sich der Film. Das wäre der deutschen Degeto-Zielgruppe dann doch nicht zuzumuten gewesen.

Ansonsten gibt es viel, viel Coming-of-Age-Romantik zwischen Tom Sawyer und Huck Finn und Bullerbü, schräge, nicht näher ausgelotete Gestalten wie aus einer Episode von "Michel aus Lönneberga" und einen gut dosierten Schuss Stephen King. Der Mord gegen Ende wirkt da wie drangeklatscht und ist, anders als im Buch, eigentlich überflüssig. Auch die Figur des Bruders, ein junger Lokalreporter auf dem Sprung zum Schriftsteller und mit der Betreuung zweier 14jähriger völlig überfordert, bleibt Wischiwaschi und wird irgendwann aus dem Auge verloren. Sehr schön fand ich das 50er-Jahre-Kolorit, die Autos, die Klamotten, das war schon sehr nett. Und wir wissen jetzt auch, warum Schweden besser Englisch sprechen als Deutsche: Sie können von klein auf amerikanische Filme im Fernsehen im Original genießen. ("A man has to do what a man has to do" - DER Schlüsselsatz des Films.....).

Für alle Männer gab es die wunderhübsche, allerdings schauspielerisch völlig talentfreie Blondine und eine mit Geschmack und Stil inszenierte Sex-Peepshow-Szene ohne Tabu gratis dazu. Dass die Frau als Sexsymbol mal wieder an allem schuld ist - Stichwort: Cherchez la Femme - und ansonsten nur als Alkoholikerin oder Krebskranke auftritt, geschenkt.

Das Buch ist in Schweden Schullektüre, da muss also mehr drin stecken, als der doch sehr weichgespülte und teilweise ungereimte Film ahnen lässt. Traut euch und lest es, es lohnt!


Parked - gestrandet
Parked - gestrandet
DVD
Preis: EUR 2,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Würde des Individuums zwischen Tragik und Komik, 25. Januar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Parked - gestrandet (Amazon Video)
Dieser Film ist wirklich ein Pfund und hat mein Herz und meine Seele berührt. Colm Meaney spielt mit berührender Tiefe und verleiht der Figur des über England wieder zurück in der Heimat obdachlos mit seinem Auto auf einem Parkplatz am Meer gestrandeten Mittelschicht-Iren eine verletzliche Würde. Auch Colin Morgan als sensibler Junkie mit Charisma sowie sämtliche anderen Darsteller sind mit Ernst und Können bei der Sache. Elegische Bilder und kluge Kameraführung tun ihr Übriges. Weil es ein irischer Film ist, spielen auch Musik und Poesie neben der Irischen See tragende Rollen. Da bei der Produktion auch Finnen mitmischten, kommt zudem das Schräge nicht zu kurz. Die Szenen im Schwimmbad sind köstlich und sorgen zwischendurch für befreiendes Lachen. Der Tod hat auch einen fulminanten Auftritt. Sicher will der Film auch Jugendliche vor harten Drogen warnen, daher die angesichts einiger sehr brutaler Szenen, die an die Nieren gehen, etwas befremdliche Freigabe ab 12. Das man hierzulande Kindern Gewalt eher zumutet als Sex, finde ich schon erstaunlich. Zwölfjährige, finde ich, sollten den Film nicht alleine und ohne Begleitung eines Erwachsenen schauen.

Der Schluss bietet kein konkretes Happy End, doch eine sehr versöhnliche und Hoffnung machende Perspektive. Mag sein, das sehr symbolträchtige Ende ist etwas zu plakativ geraten. Egal, mir hat der Film richtig gut getan und ich empfehle ihn gerne.


Sinn und Sinnlichkeit [Special Edition]
Sinn und Sinnlichkeit [Special Edition]
DVD ~ Emma Thompson
Wird angeboten von Topbilliger
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der andere Alan Rickman, 15. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Sinn und Sinnlichkeit [Special Edition] (DVD)
Wer sich in diesen Tagen noch einmal an den "anderen", den feinsinnigen und als Mann äußerst anziehenden Alan Rickman jenseits von Harry Potter und Co. erinnern will, dem lege ich diesen Film wärmstens ans Herz. Erst vor wenigen Wochen habe ich den mit Preisen überhäuften Film zum ersten Mal angeschaut und war bald völlig gefangen von dem reifen Charme und der intelligenten Schauspielkunst des charismatischen Engländers. Mit Ende 40 war Rickman auf dem Höhepunkt seiner Attraktivität und spielt den sensiblen und feinfühligen "Frauenversteher", den Colonel, einfach hinreißend. Mit unendlicher Geduld und - auch aus Selbsterkenntnis - viel Sinn für menschliche Schwächen und Untiefen heilt er die verwundete Seele der jungen Kate Winslet und erobert ihre Hand und ihr Herz mit "Sinn und Sinnlichkeit". Das macht er ganz fabelhaft und wie ein Gentleman der alten Schule, bei dem immer auch eine - gezähmte - dunkle Seite mit durchblitzt. Chapeau! Hugh Grant fällt dagegen leider ab und macht ein wenig steif und hölzern auf die deutlich erkennbaren Grenzen seiner Schauspielkunst aufmerksam. Kate Winslet ist hier einfach zauberhaft und spielt mit sehr viel Gefühl und Leidenschaft, während die kluge Emma Thompson - die auch das Drehbuch schrieb - in der Rolle ihrer "vernünftigen" älteren Schwester wie immer als Charaktermimin brilliert. Auch der Rest des Cast ist hervorragend und bis in die kleinste Nebenrolle gut besetzt.

Ang Lee ist eigentlich nicht so mein Fall, aber hier hat er mich überzeugt. Seine Stärke ist ja die Kommunikation von Mensch und Landschaft in langen elegischen Bildern, und bei Jane Austen passt das wunderbar. Der Regisseur konnte sich auf das sinnvoll abgespeckte Drehbuch von Emma Thompson verlassen, hat den englischen Klassiker überzeugend entstaubt und auch für Menschen von heute konsumierbar gemacht. Dabei ging der Austensche Spirit, den ich so sehr schätze, nicht verloren. Ein Glücksfall. 1 Punkt Abzug für das bei Ang Lee immer drohende Kippen in Kitsch und Sentimentalität. Aber nur leicht. Ingsesamt ein rundes sattes Vergnügen.


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