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Rezensionen verfasst von
mkw "mkw"

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Zeit des Erwachens
Zeit des Erwachens
DVD ~ Robert De Niro
Preis: EUR 6,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zuckersüße Pillen, 10. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Zeit des Erwachens (DVD)
Wer die sehr Hollwood-kompatible Regisseurin Penny Marshall ("Mr. Bill") kennt, wird nichts anderes erwartet haben: Perfekt gemachtes Tränendrüsen-Kino mit ebenso perfekt aufspielenden Superstars und dazu einen Hauch - aber wirklich nur einen Hauch - Gesellschaftskritik. Eine Systemkritikerin oder gar Hinterfragerin des US-amerikanischen Gesundheitssystems oder gar der Pharmaindustrie ist Marshall nicht. Und das erwartet auch niemand. Allerdings ist das ach so lustige WG-Leben in der Psychiatrie, die Alle-sind-so-nett-zueinander-Stimmung und der leichthändige Umgang mit medizinischen und sozialpolitischen Themen (einmal fällt ganz schüchtern das Wort "Krankenversicherung":-))doch ein bisschen starker Tobak. Und die Liebe begegnet dem armen Schwein - wenn auch in homöopathischen Dosen - natürlich auch in der Geschlossenen.

Auf die Hintergründe der kurzzeitig in den USA nach 1920 epidemisch auftretenden Schlafkrankheit hätte der Film mehr eingehen müssen. Mich stört vor allem der leichtfertige Umgang mit Psychopharmaka, den Oliver Sacks, der geistige Vater des Films, heute vielleicht so auch nicht mehr unterschreiben würde. Immerhin sind seit den Dreharbeiten mehr als 20 Jahre vergangen.

Ob man diesen zuckersüßen Film mit einer derartigen Thematik heute noch so drehen könnte und würde, weiß ich nicht. Wegen der überragenden Leistungen von de Niro und Williams sowie des ganzen Teams - jede winzige Rolle ist mit einem hervorragenden Schauspieler besetzt - 3 Sterne. Routiniert und perfekt auf den Effekt hin gemacht. Hollywood halt, das klassische (wie man es manchmal liebt und manchmal hasst).


Nur die Sonne war Zeuge
Nur die Sonne war Zeuge
DVD ~ Alain Delon
Preis: EUR 9,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Etwas enttäuscht, 8. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Nur die Sonne war Zeuge (DVD)
Wer die Ripley-Romane von der Highsmith kennt und schätzt, wird von diesem Leichtgewicht von Film vielleicht enttäuscht sein. Das Doppelbödige aus der Romanvorlage will nicht so recht zum Tragen kommen, auch nicht das ein bisschen Hinterfotzige der beiden Amis in Italien - Amerikaner, die sich in Europa wie selbstgerechte Elefanten im Porzellanladen aufführen, waren der schon früh nach Europa verzogenen amerikanischen Autorin immer ein Gräuel, und sie thematisiert das in vielen ihrer Romane, auch in den Ripley-Büchern. Delon und Ronet wirken aber nun mal überhaupt nicht wie Amis, auch wenn sie in ihren Rollen vorgeben, welche zu sein, sondern wie waschechte Franzosen - waschechter geht nichtt:-). Sie sind zwei brutzelbraune, smarte, sehr französisch gekleidete junge Herren mit Kettchen um den Hals und weißen Slippern an den Füßen, von denen Delon eindeutig der schmächtigere ist:-). Das Charisma wie in seinen späteren Filmen, etwa als eiskalter Engel, hat er hier noch lange nicht. So ganz werden auch seine Motive in der Rolle nicht klar, homoerotische Untertöne und ein gewisser Minderwertigkeitskomplex werden - ganz im Sinne der literarischen Vorlage - zumindest angedeutet.

Ansonsten gibt es viel französische La Dolce Vita-Oberflächlichkeit, eine eindimensionale Erzählstruktur und keine schönen Frauen, leider. Die weibliche Hauptdarstellerin ist so nichtssagend wie ein Blatt Papier. Für Romy-Schneider-Fans gibt es einen winzigen Auftritt am Anfang mit der damaligen Delon-Verlobten. Sehr verloren steht sie da mit Handtäschchen zum roten Kleid inmitten eines lärmenden Rat Packs, viel zu erwachsen guckend zwischen den römischen Kulissen und ihren Alain verlegen und etwas hilflos anlächelnd. Kein Mensch würde in dem Moment denken, dass das mal ein Jahrzehnt später die Ikone des französischen Films werden sollte.

Ganz übel nehme ich Clément, dass er am Ende die Moralkeule schwingt, das war absolut nicht im Sinne der Highsmith, und die hat sich auch bitter darüber beklagt. Interessant wäre jetzt ein Vergleich mit dem Remake von Anthony Minghella, das ich noch nicht kenne. Mehr einen Highsmith-Stoff vergewaltigen, als dieser Film es hier tut, wird er vermutlich auch nicht.

Aus filmhistorischer Sicht vielleicht ein interessanter Film, ansonsten kenne ich aus der Ära weitaus Besseres aus Frankreich. Als Highsmith-Verfilmung allenfalls Mittelmaß, das Buch ist um Längen besser. Vom doofen deutschen Titel mal ganz zu schweigen...


Reden Sie Tacheles Herr Janosch
Reden Sie Tacheles Herr Janosch
von Jörg Merk
  Taschenbuch

3.0 von 5 Sternen Der Herr Jot und die Fantasie, 7. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Reden Sie Tacheles Herr Janosch (Taschenbuch)
Das ist mit Sicherheit eines der eigenartigsten und verschrobensten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Jörg Merk ist weder Literatur-, noch Kunst-, noch Verlagsexperte, sondern betreibt einen Verlag für Software-Literatur. "Reden Sie Tacheles, Herr Janosch" sollte der Einstieg in eine neue Tacheles-Reihe mit ungeschminkten Interviews werden, leider blieb es bei dem einen. Ich könnte mir vorstellen, dass sich Herr Merk mit diesem Buch eine Menge Ärger eingehandelt hat und sich wohl auch kein zweiter Autor außer Horst Eckert finden ließ, der bereit war in gedruckter Form Berge von schmutziger Wäsche zu waschen.

Vermutlich stimmt nur ein Drittel von dem, was Janosch hier zum besten gibt. Dass sich der Diogenes-Verlag als Rechteinhaber und die Bavaria und andere als Lizenznehmer und Vermarkter an der unsäglichen Tigerente eine goldene Nase verdient haben, geschenkt. Mit Harry Potter werden auch dicke Geschäfte gemacht, nur gibt es keinerlei Klagen diesbezüglich von Frau Rowling. Eckert, der als Kunstfigur Janosch marktkompatibel aufgebaut wurde, ist vielleicht über den Tisch gezogen worden und hatte mutmaßlich wenig Fortune und keinen guten Anwalt bei den Verhandlungen. Die Gier nach Geld, die er wortreich in der Endlosschleife den Verlagen, Vermarktern, den Banken und den Anwälten vorwirft, sie wird ihn selbst getrieben haben. Vermutlich kann er auch einfach nicht mit Geld umgehen. Von kriminellen Machenschaften bei Diogenes zu reden, ist schon starker Tobak. Und die abgedruckten Verträge scheinen mir Fakes zu sein - kein Verlag schließt einen Vertrag mit "Herr Janosch, Tenerife" ab und lässt diesen mit "Janosch" unterzeichnen. Sowas hätte überhaupt keine Rechtsgültigkeit, denke ich mal.

Herr Eckert lebt nicht einsam mit Plumpsklo in Armut auf Teneriffa, wie er dem gutgläubigen und vom gerissenen Janosch leicht zu manipulierenden Merk weismacht, sondern, wie andernorts zu lesen, mit Gattin und Dienstpersonal auf einer riesigen Finca hinter hohen, von Kameras überwachten Elektro-Toren, zudem hat er, was er lange verschwieg, eine Wohnung in München. So pleite kann er also gar nicht sein. Er könnte reicher sein, wäre er weniger eitel und cleverer gewesen und hätte sich sein Hirn nicht so mit Alkohol zugenebelt. Und das, liest sich zwischen den Zeilen, wurmt ihn am meisten. Verleger sind keine Mutter Teresa (die übrigens von Janosch auch ihr Fett abbekommt:-)), und einen Julius Campe gibt es schon lange nicht mehr. Und "Verrat", um mal dieses starke Wort zu gebrauchen, an seinem ärmeren Ur-Verlag, der ihn groß gemacht hat, beging er ja auch, als er Knall auf Fall dem Lockruf harter Fränkli in die Schweiz folgte, was er immerhin, wenn auch verblümt, zugibt. Eine Hausnummer kleiner beim großen Rundumschlag und etwas mehr Selbstkritik hätten es vielleicht auch getan.

Inzwischen ist ja der Hype um Janosch-Devotionalien wie Tigerentenfahrrad, -bettwäsche und -kinderwurst (über die sich Herr Eckert besonders empört:-)) längst abgeflaut. Im Zeichen der Diddl-Maus kommen Bär und Tiger samt Ente etwas hausbacken daher. Kitsch ist und bleibt das Janosch-Universum allemal. Und der Urheber, der mittlerweile wieder mildere Töne spuckt, wie zu lesen, hat sein gut gerüttelt Maß Anteil daran. Von Loriot, der anderen massenkompatibel verramschaften Kunstfigur aus dem Hause Diogenes, war Kritik nie zu vernehmen.

Die Fragen stellt Herr Merk teilweise sehr schön schräg und mit schwarzem Humor, was mir gut gefällt. Auch mal ein nicht, wie sonst üblich, auf Hochglanz poliertes und von Peinlichkeiten und Redundanzen gereinigtes Interview im O-Ton zu lesen, war mal was anderes und sehr erfrischend. Allerdings spielt der medienerfahrenere Eckert auch ein irgendwie übles Spiel mit seinem Interviewpartner und dessen Leichtgläubigkeit. Sympathisch ist mir der Kauz von Teneriffa nicht unbedingt geworden, sein Interviewpartner schon.

Leider konnte sich der Mini-Verlag keinen Lektor und keine Redaktion leisten, die "Vertipper" sind doch arg nervend. Skurril wird es, wenn Herr Eckert und Herr Merk beide die Ballade von der Glocke (die Eckert irgendwie, wie so vieles, doof findet) allen Ernstes Johann Wolfgang von Goethe zuschreiben:-). Viel krauses Zeug gibt der im Verlauf des Interviews immer trunkener werdende "Herr Jot" (wird ebenfalls nicht verschwiegen) über Polen und Indien, den Buddhismus, Agnostizismus und die katholische Kirche, seinen Vater, den lieben Gott und die heilige Muttergottes sowie Frauen im allgemeinen zum besten. So richtig schlau wird man beim Lesen aus dem realen Menschen hinter dem Kunstprodukt Janosch nicht (und das ist vielleicht auch besser so). Manchmal blitzt ein Rest Sprachverstand hinter dem wirren Gedankensalat auf, etwa klug-nachdenkliche Sätze über das Sterben und den Tod (S. 60 unten, wenn er nicht auch das irgendwo abgekupfert hat, was mich nicht wundern würde). Auch die Geschichte mit der Violine, wie es zu "Josa mit der Zauberfidel" (eines der besseren Janosch-Bücher)kam und was es mit einer Kindheits-Geige auf sich hat, ist schön erzählt und scheint mir wahrer zu sein als so manches in dieser gigantischen Wortwelle. Ob man das Buch lesen sollte? Um es mit H.D.Hüsch auszudrücken: "Man kann, muss aber nicht."

P.S. Dass der verstorbene Kollege F.K. Waechter, wie Janosch behauptet, der eigentliche Erfinder der getigerten Ente sein soll, soll ja eine solche sein, wie kolportiert wird. Ich schwanke zwischen 2 und 3 Punkten, gebe letztendlich wegen des Mutes von Herrn Merk und der Schratigkeit des Werks doch 3 (minus). Das Buch mit Vorsicht genießen und viele Abstriche bei der Wahrheitsliebe des Horst Eckert alias Janosch machen sollte der Leser schon.


Das geheime Fieber: Roman
Das geheime Fieber: Roman
von Christoph Geiser
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Sache mit der Knabenliebe und dem Sex in Rom, 7. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Das geheime Fieber: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist vollkommen anders als die beiden Vorgänger-Romane "Grünsee" (brillant) und "Brachland" (eher schwach; siehe meine Rezensionen dieser Geiser-Romane; "Wüstenfahrt" habe ich noch nicht gelesen) und hat mich bei der Lektüre extrem überrascht. Der Autor schreibt hier wirklich wie im Fieber, in staccoartig mit der Peitsche vorangetriebenem Duktus; das Semikolon wir für meinen Geschmack dabei etwas überstrapaziert. Adjektive hingegen werden sehr, sehr sparsam gesetzt, das lautmalerische und pathetische Geschwafel ist auch nicht Geisers Ding, und das ist gut so.

Der Einstieg ist fulminant und bietet eine sehr ungewöhnliche und überraschende Analyse des berühmten Rembrandt-Bildes "Der Mann mit dem Goldhelm" in Berlin; die kunsthistorischen Kenntnisse des Autors sind erstaunlich, auch was er über den von ihm verehrten Caravaggio und seinen fehlerhaften, dafür umso magischeren Umgang mit der Perspektive schreibt, liest sich äußerst interessant und bietet Denkanstöße. Michelangelo nimmt er ebenfalls unter die - und das ist vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber für eine heterosexuelle Frau auch interessant zu lesen - stets homoerotische Lupe. Gerne habe ich den Autor bei seiner Reise auf den Spuren der Kunst durch Rom begleitet, da wurden Erinnerungen an eigene Seherlebnisse in der Ewigen Stadt wach. Die Begegnung mit dem "sterbenden Krieger" - brillant, das habe ich ähnlich empfunden bei einer denkwürdigen musealen Begegnung. Eros und Thanatos bilden bei Geiser in diesem Roman immer eine untrennbare Einheit.

Um das "geheime Fieber" macht Geiser kein Geheimnis - es ist die Liebe zu Knaben von 13, 14 Jahren (maximal 18) - und da wird es stellenweise für mich etwas heikel, vor allem in Verbindung mit Gewaltfantasien. Auch die häufige Verwendung der Vokabeln "Arsch" und "Arschbacken" und die permanente Erotisierung jedes nackten Jüngings-Torsos in römischen Museen geht ein bisschen auf die Nerven, da sich das dauernd wiederholt. Reisen Schwule eigentlich nur mit dem Hintergedanken ans anonyme Rammeln in die Metropolen dieser Welt? Das wäre bedauerlich und für die Betreffenden sicher auch eine Last. Wenn das dichterische Ich am liebsten stante pede den marmornen Jüngling f... möchte und gar von schnellem Sex mit römischen Museumswächtern und schwedischen Touristen auf der Museumstoilette träumt, dann wird das irgendwann doch ein wenig zuviel und leicht lachhaft.

Empfehlen möchte ich das Buch als interessante, sprachlich brillante und pikante Lektüre in jedem Fall - auch wenn die Pädophilie und der Umgang mit minderjährigen Strichjungen grenzwertig sind. Aber wenn S. Fischer kein Problem damit hatte, werde ich den Teufel tun und nach der Zensur rufen. Hinweisen möchte ich schon darauf. Jedenfalls hätte sich Johann Wolfgang eine solche italienische Reise sicher nicht vorgestellt (oder so offen zugegeben....). Ich empfehle die Fischer-Ausgabe von 1990 mit dem schönen Caravaggio-Narziss beim selbstverliebten Versinken in das eigene, in einem Teich gespiegelte Antlitz auf dem Cover.


Kruso: Roman
Kruso: Roman
von Lutz Seiler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Hiddensee-Heiland mit verklemmtem Sex, 2. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Kruso: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich hatte mir das Buch bestellt, weil ich fasziniert von Hiddensee bin, um die eigenartige Atmosphäre dort weiß und schon seit vielen Jahren fest damit gerechnet hatte, dass zum großen Wende-Jubiläum DER Hiddensee-Roman kommen würde. Nun kam er also, und ich war erst einmal erstaunt, dass ein außerhalb von Elfenbeinturm-Kreisen weithin unbeachteter Autor, Lyriker zumal, damit beauftragt worden war. Was prädestinierte Lutz Seiler für diese Auftragsarbeit - und das es eine war, steht für mich außer Frage - außer vielleicht, dass er ganz aufgeregt den Zeigefinger in die Luft gereckt und laut gerufen hat, "Hier, hier, ich war damals auch Hobby-Kellner und Teilzeit-Aussteiger auf Hiddensee!" Der Lyriker Seiler wird hier die Chance seines Lebens gewittert haben, denn mit Lyrik lässt sich in Deutschland schon lange kein Blumentopf mehr gewinnen. Warum er sie erhielt - man weiß es nicht, auch wenn man es ahnt und sich zu einem Wortspiel mit dem Autorennamen hinreißen lässt, und es ist auch müßig, darüber zu spekulieren. Aber egal. Kurz: Das Buch ist ein einziger Krampf und hat mich maßlos enttäuscht.

Die alte Binse aller Waidmänner, du sollst in fremden Revieren nicht wildern, sollte eigentlich auch für Dichter gelten. Denn es gibt nur sehr, sehr wenige Lyriker, die das Genre der Prosa beherrschen (eigentlich fallen mir nur Goethe und Heine ein) und umgekehrt sehr wenige Romanautoren, die gute Poeten sind. Man muss die Gedichte Lutz Seilers nicht kennen, um zu erkennen, dass er kein guter Romanautor ist. Die alte Krankheit vieler neudeutscher Schriftsteller, möglichst verquollen und verquast, pseudo-hochgestochen und umständlich-hochtrabend und natürlich absolut humorfrei zu schreiben, um von den Feuilleton-Schreibern ernst genommen zu werden, bricht auch bei diesem Autor eklatant aus. Mit ein Grund, warum deutsche Romane fast nie Weltbestseller werden und im Ausland kein Mensch deutsche Autoren liest. Warum klar, kurz und bündig und in normal gebräuchlicher Satzstellung eine Sache auf den Punkt bringen, wenn es doch auch so schön geraunt und verschwiemelt und in umständlichen Formulierungen geht! Dass der Autor eigentlich nichts zu sagen hat, fällt so weniger auf.

Neben dem Pseudo-Hochgestochenen wirkt die streckenweise nahezu lachhafte Banalität der Formulierungen wie aus einem Lore-Roman nahezu peinlich. Sätze wie "Karola war das, worunter sich Ed eine Berliner Pflanze vorstellte - stolz, herausfordernd, schlagfertig" muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Da fällt einem nichts mehr zu ein.

Zudem stören mich das sektenartige, pseudo-religiöse Geraune und das Gewese und Getue um die Heiland-Figur des Kruso, die gewollte und doch so hohle Wortklingelei mit den Namen, der pubertär-kitschig-schwülstig-verklemmte Sex, die DDR-Klischees und das Reduzieren der Insel Hiddensee auf einen Haufen versprengter Möchtegern-Hippies. Und immerzu wird abgewaschen, abgewaschen und nochmals abgewaschen und nochmals abgewaschen und nochmals abgewaschen, man kann ruhig ein paar Seiten überschlagen, ändern tut sich an der nicht vorhandenen Handlung kaum etwas bis zum banalen Ende im Sand von Hiddensee. Das Schlusskapitel bzw. die Coda kann man eigentlich gleich in die Tonne kloppen und wurde wohl nur aus Alibi-Gründen drangeklatscht.

Dass Landschaftsbeschreibungen dem Autor ebenso wenig gelingen wie Dialoge und nur ganz selten mal in einem schön hingetupften Satz so etwas wie Schreibtalent aufblitzt, sei nur der Vollständigkeit halber noch erwähnt. Am meisten schmerzt allerdings der völlig humor- und ironiefreie Grundton eines Romans, der mir persönlich nichts sagt, nichts in mir zum Klingen bringt und mir weder die DDR noch die Wende noch Hiddensee nahebringt. Die schöne und langmütige Insel wird auch das verschmerzen, wie so vieles.

NACHTRAG: Das Beste an dem Roman sind für mich mittlerweile die herrlichen Rezensionen hier! Vielen Dank für die erheiternde Lektüre und Dank an Amazon, das großzügig zu ermöglichen:-).

Da fällt mir noch was ein: Bei meinem allersten Hiddensee-Besuch kurz nach der Wende saß ich auf dem Balkon eines heute längst nicht mehr existierenden Hotels in Vitte (direkt über der ehemaligen Stasi-Lauschstation) und sah zum ersten Mal dieses göttliche und nur auf Hiddensee so leuchtende Licht der untergehenden Sonne. Im Seglerhafen feierten Sie irgendein Fest, dazu erklang schöner alter DDR-Pop, auch von mir als Wessi hochgeschätzt, aufs Vergnüglichste. Erst ließen die Puhdys - oder war es Karat?:-) - ihren Drachen steigen, dann mahnte die Stimme von Nina Hagen streng: "Du hast den Farbfilm vergessen, mein Michael!" Dieses möchte ich nach der Lektüre auch dem farblosen Romancier Lutz Seiler zurufen....
Kommentar Kommentare (20) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 7, 2014 2:11 PM CET


Karte und Gebiet
Karte und Gebiet
von Michel Houellebecq
  Broschiert
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Von Irland aus vergaloppiert, 30. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Karte und Gebiet (Broschiert)
Ein Bekannter und ausgewiesener Houllebecq-Fan hatte mir "Karte und Gebiet" als Nicht-Kenner zum Einstieg empfohlen. Es sei das "zahmste" und mainstreamigste seiner Werke und frei von Pornografie. Sozusangen Houllebecq light.

Das erste Drittel des Romans fand ich amüsant. Die bösen Seitenhiebe auf den Kunstmarkt und seine Verquickung mit dem pervertierten Sammler-Wesen, Sponsorentum und dem Kommerz sind treffend, zumal ich selber Kontakte in diese Szene habe und einige Absurditäten als realistisch beschrieben bestätigen kann. Auch die Idee, sich selbst und den Kollegen Frédéric Beigbeder als Figuren in den Roman einzuführen, ist recht originell, etwas Vergleichbares ist mir aus der Literatur nicht bekannt. Wenn er richtig frech wird, ist Houllebecq am besten, etwa die zynischen und so treffenden Charakteriserungen von John F. Kennedy und Jeff Koons mit jeweils einem wie ein Florettstoß sitzenden Halbsatz. Da musste ich herzhaft lachen. Gut auch die Anmerkungen zur Architektur, der Veränderung des Erlebens von Landschaft durch das Fliegen und der Topografie durch die Flugpläne der Billig-Flieger. Auch das absurde Eigenleben antiseptischer und steriler Touristen-Flughäfen kommt in all seiner faden Seltsamkeit gut herüber. Wer viel reist, kann bei diesen Analysen nur nickend zustimmen. Hier kommt der Autor auch dem Titel des Romans am nächsten, und ich hatte hoffnungsfroh erwartet, dass es in diese Richtung weitergehe. Fehlgedacht.

Nach dem großartigen Irland-Kapitel vergaloppiert sich unser Autor heillos in der literarischen Pampa und findet nicht mehr nach Hause. Ich mutmaße, er hat wie sein Wiedergänger im Roman zuviel des guten Chablis und des Pflaumenschnapses genossen und war während der Restzeit beim Schreiben volltrunken. Denn die Zerfahrenheit macht weder strukturell noch inhaltlich irgendeinen Sinn. Figuren kann Houlebecq sowieso nicht beschreiben, und die langweilige Russin Olga mit ihrem verkitschten Swarowski-Outfit bleibt ebenso blutleer und ein wandelndes Klischee wie der Galerist Franz, der Vater des Helden oder die Pressefrau. Unendlich auf die Nerven gehen die ewigen Monologe und Selbstbespiegelungen, die besserwisserischen philosophischen Belehrungen und die weinerliche Larmoyanz. Das Ganze schleppt sich die letzten zwei Drittel so dahin ohne Hand und Fuß, und die eingeschobene Krimi-Handlung, die mit dem Wallander-artigen Kommissar eine neue männliche Hauptfigur einführt, ist vollkommen missraten. Und dass die Vegetation sich am Ende alles zurückholt - geschenkt.

Die Übersetzung des Romans durch Uli Wittmann halte ich für misslungen. Ich hatte mir die französische Originalversion dazu besorgt und konnte direkt vergleichen. Abgesehen von nicht lektorierten Rechtschreib- und Grammatikfehlern - für den Jahreswechsel einmal Silvester und einmal Sylvester zum Beispiel auf zwei Seiten - greift mir der Übersetzer zu eigenmächtig in die Satzstruktur ein, übersetzt streckenweise extrem frei und das mit einem altväterlichen und sehr umständlichen Sprachduktus, der den Roman behäbiger und ungelenker erscheinen lässt, als er im Original ist. Ärgerlich, wenn aus dem schönen "Oh la la" das ruhrpottdeutsche "Mannomann" wird, so als wäre Jürgen von Manger aus dem Grab erstanden. Kein Einzelfall, leider. Das ist unfair dem Autor gegenüber und zeugt von mangelndem übersetzerischen Feingefühl. Schade. Also - wenn schon lesen, dann besser das Original (oder, wie ich, wenigstens passagenweise ein Auge darauf riskieren, es lohnt).

Die Hysterie um diesen Autor verstehe ich nach diesem Roman allerdings nicht. Mein Resumée:

Joe Dassin
"Je suis au bord du délire, pauvre de moi
Je n'ai plus qu'une chose à dire, et c'est "Oh là là!"
C'est: Oh là là! Oh là là! Oh là là! que je l'aime!"


Wella Balance Refresh Shampoo 250 ml revitalisierend Professionals Care
Wella Balance Refresh Shampoo 250 ml revitalisierend Professionals Care
Wird angeboten von Haar-Atelier-Gerst
Preis: EUR 6,40

5.0 von 5 Sternen Beruhigt die Kopfhaut und ist sehr sparsam im Verbrauch, 25. Oktober 2014
Das Produkt hat mir meine Friseurin empfohlen, nachdem sie bei mir leicht gerötete und spröde Kopfhaut festgestellt hatte. Ich bin hellauf begeistert. Das sehr milde Shampoo kühlt und beruhigt wirklich die Kopfhaut, wie es auf der Flasche steht, und schon nach 1 Anwendung war das Jucken weg. Der Champagner-Extrakt macht das Haar zudem sehr schön duftig und geschmeidig, ohne dass es "platt" wird. Da ich sehr feines und gleichzeitig bei unsachgemäßer Behandlung zum Verfilzen neigendes Haar habe, war das Shampoo für mich wirklich eine Wohltat. Es filzt nichts mehr, die Bürste geht nach dem Waschen schön durch und Spülung und Conditioner sind eigentlich überflüssig. Das gleicht den etwas höheren Preis wieder aus. Das Haar glänzt und lässt sich in feuchtem Zustand gut stylen. Perfekt. Auch der dezente Duft ist sehr angenehm.

Der vergleichsweise hohe Preis wird durch die ausgeprägte Ergiebigkeit wieder wettgemacht. Ich habe das Produkt vor ca. 1 Monat gekauft und die Flasche ist noch lange nicht leer. Das Shampoo lässt sich nämlich anders als bei preiswerteren Produkten, bei denen immer zuviel Shampoo aus einer zu großen Öffnung kommt, optimal mit dem Kipp-Spender aus der kleinen Öffnung exakt dosieren. Bei kürzerem Haar reicht eine Portion in Größe einer Perle. Zudem lässt sich die Flasche auch unter der Dusche mit einer Hand bedienen, da kein nerviger Deckel hochzegogen werden muss. Auch das Format finde ich besser als eckige Flaschen, es passt in jeden Reise-Kulturbeutel und findet auf dem Dusch-Eckregal gut Platz. Einzig die mir zu aufdringlich wirkende lila Farbe stört etwas. Jedenfalls werde ich mich jetzt mit diesem Wunder-Shampoo bevorraten.


Mein Stifter
Mein Stifter
von Arnold Stadler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Geschwätz, 22. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Mein Stifter (Gebundene Ausgabe)
Die Annäherung an einen verehrten Dichter mit einem vereinnahmend-eitlen "Mein Stifter" zu betiteln hat mich von Anfang an gestört. So etwas wäre dem dezenten Thomas Mann, der sich gerne und häufig über geschätzte Vorbilder äußerte und der selbstverständlich auch von Stadler zitiert wird, nie in den Sinn gekommen. Dann der reißerische und gleichzeitig gespreizte Untertitel: "Portrait eines Selbstmörders in spe und fünf Photographien". Ich war also auf der Hut. Aber die in der Tat den Atem verschlagenden Fotos - zunächst der feist-bieder vollgefressene, dann der urplötzlich zum Jammerstrich abgemagerte Stifter - bewogen mich zum Kauf des durch Zufall entdeckten Buchs. Gelohnt hat sich die Lektüre nicht.

Vorweg: Ich habe von Stadler bislang nichts, von Stifter zwangsweise in der Schule "Abdias" gelesen. Die viele Jahre zurückliegende Lektüre ist mir bis heute als unangenehm und fremd, bedrückend und eine einzige Quälerei in Erinnerung geblieben. Wer aber den "Nachsommer" - und nahezu ausschließlich um den dreht es sich bei Stadlers Essay - nicht gelesen hat, wird mit dem Buch wenig anzufangen wissen. So ging es mir. Stadler kann mir auch nicht vermitteln, warum er als 13jähriger gerade von dieser Lektüre nahezu besessen war (sonderbar genug für einen jungen Teenager)und es bis heute ist. Der Autor ergeht sich in kreuz und quer irrlichternden Suaden in einer kruden Mixtur aus angelesenem Bildungsbürgerwissen und Besserwisserei, albernen Tändeleien und noch alberneren Anbiederungen an den Zeitgeist. Dabei ist sich der Autor nicht zu schade, die Filmdiva Marlene Dietrich und ihre Verweigerung des letzten Fotos zu schmähen (ohne mir den Zusammenhang mit Stifter plausibel zu machen) und im letzten Drittel den Knüppel aus dem Sack zu holen und auf Stifter-Kritiker Thomas Bernhard nahezu pubertär einzudreschen. Aber was hat die seitenlange Abrechnung mit Thomas Bernhard in einem Buch über Stifter zu suchen?

Was den Heiligenschein des geliebten Idols ankratzen könnte - nicht vorhandene Sexualbeziehungen zur Gattin, Misshandlung der Adoptivtochter bis zu deren Selbstmord, mutmaßlich unterdrückte Homosexualität -, wird mit einem Federstrich beiseite geschoben. Für Pädagogik hatte Stifter, so Stadler, nun mal "kein gutes Händchen". Drei Nichten als Dienstmädchen missbraucht, eine ging in die Donau, eine krank an Seele und Leib zurück nach Hause, die dritte wurde bis aufs Blut von dem sexuell frustrierten Ehepaar Stifter gequält und geschlagen - "kein gutes Händchen". Damit ist für Stadtler das Kapitel erledigt und wir wenden uns wieder der Idylle zu. Mit derlei Schmarrn ist das krause und absolut kompromisslose Buch, was die Stiftersche Heldenverehrung betrifft, gespickt, von Faseleien über "Sky" und "Heaven" und den kleinen, feinen Unterschied mal zu schweigen. Wer Stifter kritisiert, dem gehört laut Stadler der Mund verboten oder Schlimmeres. Wie kann man "ungestraft" (diese Vokabel benutzt Stadler mehrfach in diesem Zusammenhang) Adalbert Stifter nicht für den bedeutendsten Dichter deutscher Zunge aller Zeiten halten?

Was soll mir das Buch? Über Stifter habe ich nichts Gescheites erfahren, auch nicht, warum ich ihn lesen sollte. Von Stadlers Geschwätz angeödet, lege ich das Buch zur Seite.


Solitary Man
Solitary Man
DVD ~ Michael Douglas
Preis: EUR 8,42

4.0 von 5 Sternen Michael Douglas, die Frauen, die Liebe und der Tod in New York, 28. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Solitary Man (DVD)
Eigentlich ist dieser mit sparsamsten Mitteln inszenierte kleine Film eine einzige Hommage an Michael Douglas. Denn um ihn, und nur um ihn, geht es. Das dürfte auch der Grund dafür sein, warum Hochkaräter wie Susan Sarandon und Dany de Vito hier mitgemacht haben und sich freiwillig und mit spürbarer Spielfreude zu Stichwortgebern degradieren ließen:-). De Vito und Douglas standen schon mehrfach gemeinsam vor der Kamera, sind Freunde, und die beiden in den leisen Szenen miteinander zu erleben, das berührt. Sämtliche Darsteller, allen voran die ausdrucksstarke und hierzulande leider völlig unbekannte Britin Imogen Poots als verführ(te)ende Tochter der Lebensgefährtin, machen ebenfalls einen guten Job. Douglas gibt hier alles, ohne die Kollegen mit seinem Spiel zu erdrücken. Er spielt sich und sein Leben weitgehend selbst, und ich denke, so war es auch gemeint. Zahllose Frauenaffären, Behandlung wegen Sexsucht in einer Klinik, kaputtes Familienleben, Krankheit am Rande des Todes, Scheidungen und am Ende die rettende Hand der verzeihenden Gattin - das alles hat Douglas selbst durchgemacht. Daher wirkt der Film zunächst einmal sehr authentisch und geht an die Nieren.

Auf der anderen Seite ist "Solitary Man" eine bitterböse und rabenschwarze Tragikomödie, eine Liebeserklärung an das verrückte New York und seine verrückten Menschen und an die Kraft der Liebe - von Familie und wahren Freunden und sogar Ex-Ehefrauen:-). Das Ganze wurde in sehr künstlichen Kulissen eher parabelhaft als realistisch (rennen junge schöne Frauen wirklich einem dauerquatschenden, insolventen älteren Autoverkäufer hinterher?) inszeniert und erinnert streckenweise an Filme von Woody Allen.

Angenehm ist das fast völlige Fehlen nervender Filmmusik bis auf etwas Klavier-Geklimper und das starke Intro mit Johnny Cash. Mir gefällt der Film einschließlich des nicht ganz ironiefreien offenen Endes. Bei allen ernsten Tönen bleibt er unterhaltsam. Ob der Film als realistisches Porträt und Charakterstudie, als moralische Parabel oder doch als Satire anzusehen ist, bleibt jedem selbst überlassen. Für mich ist er eine Mischung aus allem, was seinen besonderen Reiz ausmacht, aber auch beim Zuschauer eine gewisse Bereitschaft erfordert, sich auf diese Uneindeutigkeit einzulassen. Leichte Kost ist das bei aller scheinbaren Leichtigkeit jedenfalls nicht, und Rezepte und Antworten bietet der Film ebenfalls nicht. Für Michael-Douglas-Fans und Freunde intelligenter, erwachsener New-York-Filme mit klugen und scharfzüngigen Dialogen in jedem Fall ein Muss.


Kalte Umarmung: Roman
Kalte Umarmung: Roman
von Erin Hart
  Gebundene Ausgabe

1.0 von 5 Sternen Schlechter geht nicht, 18. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Kalte Umarmung: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Autorin versucht etwas, was unmöglich funktionieren kann: einen Romantic Thriller für Frauen mit Sex & Crime, einem gehörigen Schuss Gesellschaftskritik sowie einem Häppchen Grusel und einer archäologischen Reise in die Vergangenheit bis zu den Moorleichen der Eisenzeit zu verknüpfen. Das ging gründlich in die Hose und die Lektüre dieses sich wie geschmolzener Käse hinziehenden Romans ist eine Qual. Irische Atmosphäre - schließlich ist die Autorin Amerikanerin - will nicht im geringsten aufkommen, die Landschaft bleibt so blass wie die Gefühle schal. Zudem packt sie viel zu viele Figuren in den recht dünnen Plot, und auch die Schatten der Vergangenheit wollen nicht so recht Kontur gewinnen. Der Roman ist viel zu lang und hätte durch eine mutige Kürzung sicher gewonnen.

Nahezu unfassbar ist die sehr schlechte Übersetzung von Gabriele Weber-Jaric. Die Palette reicht von steifen und ungeschickt gewählten Wörtern, falschen Zeiten bei den Verben über Rechtschreibfehler bis zu Grammatikschnitzern und falsch gesetzten Kommas auf nahezu jeder Seite. Ein Schlusslektorat fand offenbar nicht statt. Das im Verein mit der Langweiligkeit des Romans macht das Ganze ungenießbar. Könnte man 0 Sterne geben, ich hätte es getan.


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