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mkw "mkw"

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Cabin Max Handgepäck Rucksack Reiserucksack Grün 55x40x20 cm
Cabin Max Handgepäck Rucksack Reiserucksack Grün 55x40x20 cm
Wird angeboten von Wohnen & Reisen
Preis: EUR 29,99

4.0 von 5 Sternen Angenehmes Teil mit kleinen Einschränkungen, 13. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Reiserucksack ist sehr leicht und angenehm zu tragen und im Rückenteil sehr angenehm gepolstert. Die Trageriemen lassen sich problemlos auf die eigenen Körpermaße einstellen. Die Aufteilung ist sehr übersichtlich. Leider wirkt das Teil etwas instabil und die Reißverschlüsse klemmen beim Auf- und Zuziehen. Ganz so prall befüllen wie auf dem Foto würde ich ihn nicht, da ich den Nähten nicht so ganz traue. Ich nutze das Teil für Kurzreisen mit mittelviel Gepäck in Fernbus und Bahn, da reicht er aus und macht keine Probleme. Bei dem kleinen Preis und bei wenig Belastung des Rucksacks bin ich zufrieden.

Die Farbe ist in echt viel greller und "giftiger" als auf dem Foto. Leider ist die schwarze Variante von Cabin Max, die ich mal mit Erfolg verschenkt habe, derzeit nicht lieferbar.


Die gläserne Zelle
Die gläserne Zelle
von Patricia Highsmith
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,90

5.0 von 5 Sternen Teuflisch gut, 12. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Die gläserne Zelle (Taschenbuch)
Wer immer noch glaubt, die Highsmith sei "nur" eine Krimiautorin gewesen, dem sei dieses Buch zur Lektüre empfohlen. Der Krimiplot - wobei mehrere Stränge sehr clever zu einem Ganzen verwoben werden, was erst am Ende des Buchs deutlich wird - ist so wichtig nicht, sondern das Verhalten der Protagonisten, die Banalität der Figuren, gepaart mit einer gewissen Hinterfotzigkeit, Unmoral und Gemeinheit. Die einzige moralisch integre Figur ist ausgerechnet ein Fälscher und Mörder im Knast.

Über zwei Drittel verbleibt das Szenario des Romans in einem vorsintflutlich erscheinenden Zuchthaus in den Südstaaten der USA. Dass es die Südstaaten sind, darauf hinzuweisen wird die Autorin nicht müde. Das US-amerikanische Justizsystem wird in seiner ganzen Fragwürdigkeit regelrecht vorgeführt einschließlich Folter durch Wärter, Gefangenenrevolten und einer Krankenstation, wo ein Arzt Patienten systematisch süchtig macht. Die Amerikanerin hatte ihrer Heimat da schon längst den Rücken gekehrt und lebte in der Schweiiz. Ihr wie ein Chirurg sein Messer ansetzender sezierende Blick aus der Außenperspektive auf das Land ihrer Herkunft, seine kapitalistischen und juristischen Auswüchse, ist erbarmungslos. Noch nie habe ich eine derart kaltschnäuzige Schilderung eines Gefängnisalltags im Männerknast gelesen, und das von einer Frau. Das haut Leser mit dem stärksten Nervenkostüm aus den Socken und ist teuflisch gut geschrieben.

Im Knast erst entwickelt die männliche Hauptfigur, vorher ein eher weicher und rückratloser verwöhnter Bubi, ein bei der Highsmith häufig auftretender Typus von Mann, ein Talent zum eher beiläufigen Töten, was er nach seiner Entlassung zur Vollendung führt. Dabei arbeitet er Hand in Hand mit einem egomanen Verbrechens-Einflüsterer zusammen, eine Art Mephisto, auch eine häufige Figur bei dieser Autorin.

Das Happy-End ist sehr, sehr trügerisch, denn unser Held kommt zwar davon, aber sitzt jetzt lebenslänglich in der gläsernen Zelle seiner Ehe. Und die holde Gattin, die sich am Ende als gar nicht so hold, sondern die abgebrühteste und perfideste in diesem Reigen der gestörten und völlig unmoralischen Figuren erweist, hat den Schlüssel dafür in Verwahrung. Falls sie es überleben wird.......

Patricia Highsmith, in ihrem Heimatland lange vernachlässigt, wird ja in den USA gerade wiederentdeckt (Siehe den Film "Die zwei Gesichter des Januars"). Späte Genugtuung postum für eine geniale Nestbeschmutzerin der Extraklasse. Unbedingt lesenswert.

Mir gefällt allerdings die giftgelbe alte Diogenes-Ausgabe mit einer der genialen Titel-Illustrationen von Tomi Ungerer, die hervorragend den Spirit der Highsmith begleiteten, wesentlich besser als das aktuelle Cover. Aber man kann halt nicht alles haben.


Somnia: Tagebuch 1991
Somnia: Tagebuch 1991
von Walter Kempowski
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,00

3.0 von 5 Sternen Ein bisschen wie Thomas Mann, 12. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Somnia: Tagebuch 1991 (Taschenbuch)
Nach der Lektüre von dem sehr gelungenen "Hamit" und dem durchwachsenen "Sirius" war das mein drittes Kempowski-Tagebuch. Es hat einen sehr herben Grundton und liest sich sehr verbittert. Mir scheint, das Tagebuch wurde im Erscheinungsjahr 2007 sehr stark überarbeitet, denn es hat einen völlig anderen Schreibstil als die ja im ungefähr gleichen Zeitrahmen entstandenen anderen Bände. Warum der Autor den Band mit rassistischen Ausfällen gegen andere Völker und Kulturen einläutet, entzieht sich meinem Verständnis. Vielleicht ist es ja sarkastisch gemeint, hoffe ich mal.

Die zeithistorischen Betrachtungen über den Golfkrieg kann man getrost überlesen, ebenfalls die nervenden Träume des Autors. Interessant sind die Einblicke in die Dichterwerkstatt, zum Beispiel zur Montage-Technik des Echolot. Nicht ganz so gut kommen die Kinder weg, die beide nicht so recht vorankommen im Leben und den Eltern noch als Erwachsene auf der Tasche liegen. Aber das dürfte nicht so selten sein bei Erfolgsautoren. Berührend Kempowskis letzte Einschübe aus seinem Todesjahr. Wenig Fotos, ein sehr schönes gegen Ende des Buchs mit Bruder Robert. Häufig gewinnt man beim Lesen den Eindruck, Walter Kempowski wandelt beim Tagebuchschreiben sehr, sehr stark auf den Spuren von Thomas Mann, dem er nachzueifern versucht. Mit viel Wohlwollen 3 Sterne.


Schöne Aussicht
Schöne Aussicht
von Walter Kempowski
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

3.0 von 5 Sternen Wirkt angestrengt, 12. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schöne Aussicht (Gebundene Ausgabe)
Diesen Teil der Rostock-Chronik hat Walter Kempowski ja lange nach seinem TW-Erfolg quasi hinterhergeschoben, als er schon ein berühmter Autor war. Es kommt mir ein bisschen so vor, als wollte er seinen Fanclub bedienen, mit Erklär-Dönekes und Histörchen aus der Vorgeschichte. Das liest sich teilweise sehr angestrengt und hat bei weitem nicht den Charme von Tadellöser & Wolff. Müssen wird das wirklich alles wissen, zum Beispiel die mysteriösen Umstände der Zeugung der störrischen, großgewachsenen, schlanken und dunklen Ulla in einer rauschenden Partynacht? Das hat ein Geschmäckle. Die Eltern bleiben blass und unsympathisch, sie kalauern sich auf mir etwas zu arrogante großbürgerliche Art mit viel heißer Luft und Sich-etwas-Vormachen durch die junge Ehe ein bisschen blauäugig bis in die Nazizeit hinein. Aufgeschrieben ist das irgendwie sehr hastig heruntergespult, Kempowski hat wohl hauptsächlich Tonbandaufnahmen seiner Mutter umgetextet. Irgendwann reicht es dann und man quält sich eher unlustig bis zum Ende der Lektüre durch. Aber da ich mir vorgenommen habe, das Gesamtwerk Kempowskis zu lesen, habe ich mich da durchgebissen.

Die wahren Talente in dieser verqueren Familie waren, scheint mir, Tante Silbi und Bruder Robert. Kempowski war ein talentierter Chronist, ein guter Beobachter und ein noch besserer Collagist. Ein großer Schriftsteller war er nicht, außer in den Tagebüchern und im Echolot. Vielleicht wäre er ein sehr guter Filmregisseur geworden.

Fazit: Nicht ganz so missraten wie Herzlich Willkommen, aber kein Geniestreich. Wurde ja auch kein so großer Erfolg.


Hundstage
Hundstage
von Walter Kempowski
  Gebundene Ausgabe

3.0 von 5 Sternen Nicht zum Schmunzeln, 31. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hundstage (Gebundene Ausgabe)
Kurios finde ich immer wieder, dass Kempowski von vielen seiner "Fans" als eine Art Lächel-Dichter betrachtet wird, mit Linzenz zum Schmunzeln. So gründlich ist wohl kaum ein deutscher Schriftsteller missverstanden worden. Das Buch ist alles andere als amüsant und weiß Gott so gar nicht komisch, sondern bösärtig und grotesk. Der Dichter in seiner Klause, umgeben von kindlichen Musen und Devotionalien, entpuppt sich als langweiliger und larmoyanter Spießer mit sexuellen Gewaltfantasien und einem Hang, sich die Welt so zu gestalten, wie sie ihm gefällt. Eine Art bösartige Kreuzung aus Pippi Langstrumpf und Klein Zaches, genannt Zinnober. So entfaltet sich im norddeutschen Nirgendwo eine Art Scheinidylle mit dichtendem Strohwitwer von 60 Jahren, der auf geschmeidige 40 macht, umgeben von Abiturientinnen und Studentinnen, die berechnend auf naive Nymphchen machen und sich wie 12jährige Zopfträgerinnen geben. Zopf und Schweif dienen als erotische Fetische. In Grenzbereiche begibt sich der Protaganist bei unverblümt bekannter sexueller Erregung durch minderjährige "Pferdemädchen", eine perverse - platonische - Beziehung zu einem später ermordeten geistig zurückgebliebenen Mädchen und Ausflügen in Hamburger Pornoläden auf der Suche nach "Spezialliteratur". Abgefedert wird das ganze durch eine beinahe kindliche Sehnsucht nach der Gattin, die längst eher als Mutter-Schwester fungiert, sowie skurrile Begegnungen mit der bieder-bösen holsteinischen Provinz und dem ins ebenfalls Groteske abdriftenden hoffärtigen und sich selbst überschätzenden Literaturbetrieb. Am Ende stehen schnöde Gewalt und Chaos und der Dichter ratlos. Hundstage halt.

Das könnte auf makabre Weise komisch sein, jetzt aber kommt leider das Aber: Literarisch gelungen und zu einem sinnigen Ganzen verknüpft ist das alles nur bedingt. Vor allem die Mädchen-Szenen mit dem ewigen Gezupfe an Ohrläppchen und den sich in einer Endlos-Schleife in der Dichter-Villa Videos reinziehenden "Pferdemädchen" ermüden auf Dauer durch inhaltsleere Wiederholung. Der Krimi-Plot ist mehr als gewollt und schief, sowas konnte Kempowski einfach nicht. Die Schilderungen des Dorflebens und des städtischen Literaturbetriebs, beide auf ihre Weise dumpfbackig, grotesk und scheinheilig, gelingen gut. Da es sich nicht als Ganzes rundet, bleibt die Lektüre nur bedingt ein Genuss.

Wer tiefer in den Kempowskischen Kosmos eintauchen will, dem empfehle ich die parallele Lektüre von "Sirius", "Hundestage" und "Herzlich willkommen", die eng miteinander verknüpft sind in ihrer Entstehung.


Märchen und Sagen
Märchen und Sagen
von Ludwig Bechstein
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zauberhaftes Märchenbuch eines fast Vergessenen, 25. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Märchen und Sagen (Gebundene Ausgabe)
Diese Ausgabe von Bechsteins Märchen enspricht in etwa der, die ich schon als Kind heiß geliebt habe. Auch die sehr fantasievollen Illustrationen des Illustratoren-Ehepaars Martin und Ruth Koser-Michaels ziehen in ihren Bann. Wieviel Zeit müssen die beiden auf diese Fleißarbeit verwendet haben? Die Illustrationen sind äußerst umfangreich, sehr detailreich ausgeführt und bebildern selbst kleinste Sagen kongenial. Und das Ganze ist immer so mit einem Augenzwinkern und einem kleinen ironischen Schlenker gezeichnet, dass Kinder selbst vor grünen Riesen und warzennasigen Hexen keine Angst bekommen, sondern sich in eine fantastische Märchenwelt hineinträumen.

Die mir vorliegende Ausgabe scheint mir ein Reprint zu sein, von 1954 stammt wohl nur das Copyright. Auch der abwaschbare Einband, der mich persönlich nicht stört, spricht für ein Reprint. Unter Print steht "Slovenia". Alles in allem ein sehr schönes, ordentlich gebundenes Buch.

Mir gefallen Bechsteins Märchen sehr und ich halte ihn für völlig verkannt. Er hat ein humanistisches und sehr friedfertiges Weltbild, in dem allen Wesen einschließlich den Tieren, ob Haustier oder Wildtier, der gleiche Respekt entgegen zu bringen ist. Menschen, die Tieren Leid antun, werden streng bestraft, Tierfreunde reich belohnt. Die Schlange als Vertreter der bedrohten Natur wird besonders respektvoll behandelt ("Das Natterkrönlein", besonders schön in "Schlange Hausfreund"). Im "Hirsedieb" bricht Bechstein eine Lanze für den Einsatz von Klugheit und Einfühlungsvermögen im Gegensatz zu Waffengewalt in Konfliktsituationen. Ein wunderschönes Friedensmärchen und so aktuell wie nie. Statt "Blumen statt Kanonen" heißt es bei Bechstein "Disteln und Dornen statt Säbel, Knüppel und Pistolen", mit denen der sanftmütige und gescheite Johannes seine martialischen Brüder Georg und Michel "aussticht", den Hirsedieb "entlarvt", ein Pferdchen und natürlich die Prinzessin dazu bekommt:-). Dass Bechstein ein Freund der Frauenemanzipation war ("Vom Knaben, der das Hexen lernen wollt") und sich sogar märchenhafterweise für die Schulbildung von Mädchen stark machte ("Das Dukaten-Angele"), macht ihn seiner Zeit weit voraus und sehr modern.

Sehr umfangreich aufgenommen sind die Sagen in diesem Band, allerdings gekürzt und daher auch für Sagen-Anfänger und Kinder gut lesbar. Bechstein hat einen sehr klaren und einfachen Sprachstil. Viel natürlich aus seiner Heimat Thüringen (Kyffhäuser-Sage), aber auch aus dem Rheinland ("Die glühenden Kohlen"), aus der Lausitz ("Die umherirrenden Stiefel") und vielen anderen Regionen. Aus Metz und Böhmen gibt es auch Sagen. Bechstein war ja ein Verfechter der deutschen Einheit, ein Burschenschafter, aber einer, der nicht mit dem Schwert, sondern mit der deutschen Kultur und Sprache Einheit schaffen wollte. Leider ein frommer Wunsch, wie bekannt. Die Sagen werden nicht hochtrabend und streng, sondern sehr menschlich und quasi im Märchenton wiedergegeben, oft mit einem Augenzwinkern.

Bechstein mag nicht der begnadetste Erzähler gewesen sein, aber er hat "pädagogisch wervolle" Märchen und Sagen verfasst, die nicht Angst und Schrecken verbreiten, sondern mit Herz und Humor zu Menschlichkeit und dem Gebrauch der eigenen Verstandesgaben "erziehen" wollten. Vielleicht hat Ludwig Bechstein, der ursprünglich Louis Dupontreau hieß, sein französisches Vatererbteil dabei geholfen. All das im Verein mit den wirklich märchenhaften Illustrationen macht dieses Buch zu einem echten Schatz. Und ein Anlass, den Thüringer Märchenerzähler und Sagensammler, Friedensfreund, Tierfreund und Frauenversteher in neuem Licht zu entdecken.


Er war ein Mann Gottes: Von einem katholischen Geistlichen mißbraucht
Er war ein Mann Gottes: Von einem katholischen Geistlichen mißbraucht
Preis: EUR 6,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Konstruierte und absurde Geschichte, 23. Mai 2014
Ob es den Fall Cora B. und ihrer geistlichen Liebhaber tatsächlich gab oder das ganze ein Konstrukt ist, sei dahin gestellt. Vielleicht ein Mix aus verschiedenen Erlebnissen mit einer "Botschaft" der Autorin zusammengewürfelt, kommt mir so vor. Es gibt einfach zu viele Ungereimtheiten in dem Buch. Zum einen: Einen Vikar gibt es in einer katholischen Gemeinde - und es soll doch eine Kleinstadtgemeinde gewesen sein - nicht, wenn dort schon ein hauptamtlicher Pfarrer und ein Kaplan walten. Wozu dann noch den Vikar? Vielleicht, weil es "dornenvögeliger" klingt als der schnöde Kaplan und man diesen ja auch noch erzähltechnisch irgendwie unterbringen musste? Dass der gute Hirte schwarzgelockt ist, blitzend weiße Zähne hat und Frederic heißt, passt ins Bild. Die erotischen Begegnungen der beiden werden in fast pornografischer Schlüssellochmanier erzählt und wirken beinahe anregend bei der Lektüre. Das "Kind" wirkt auch viel zu erwachsen, spricht mit ihrer Freundin Franziska nicht wie eine Zwölfjährige, sondern im Studentjargon der 90er Jahre. Absurd.

Nie und nimmer glaube ich, dass man einem 12jährigen Kind in Kneipen und Supermärkten Schnaps, Cognac und Likör sowie Zigaretten ohne Ende verkauft hat, schon gar nicht in einer erzkatholischen Kleinstadt im Schwarzwald. Dass die Eltern ihr Kind nachts durch die Gassen laufen lassen und niemanden es stört, wenn sie um Mitternacht - teilweise fast nächtlich - den Vikar besucht. Auch beim Ministranten-Ausflug nach Assisi gibt es flaschenweise öffentlich Cognac, Grappa und Rotwein für die Kinder! Das ist alles an Haaren herbeigezogen. Mit 13 hat sie dann schon - alles ganz normal im Schwarzwald - einen festen Sexualpartner und schläft gleichzeitig mit dem Vikar. Der steht auf modisch gekleidete Girlies, zupft auf der Gitarre BAP-Songs und verehrt Tina Turner und Cher. Also, bitte! Später studiert Cora Sozialpädagogik und schreibt dennoch im Duktus einer naiven Betschwester mit Komplexen. Der zweite Teil, in dem sich das Opfer in einen anderen Priester-Täter, der Jungen missbraucht hat, verliebt und von ihm ein Kind will - also, das ist nicht nachvollziehbar und einfach nur krank. Und was ist das für ein komischer heimlicher Orden, in dem Nonnen und Priester in Wohngemeinschaft mit Waisenkindern und selber heimlich geborenen oder gezeugten Kindern leben? Das ist verschwörungstheoretischer Unsinn.

Den Verdacht, dass die Geschichte so nicht stimmt und vielleicht ausgedacht ist, hatte ich früh. Doch bald hatte ich einen Beweis. Frau Jäckel ist nämlich bei der Konstruktion ein schwerer Schnitzer unterlaufen, der auch dem Lektor offenbar nicht aufgefallen ist. Auf S. 115 f ist Franziskas Vater Augenarzt und die Eltern streng und abweisend, auf S. 157 f lebt Franziskas Familie in einem Haus ohne Gardinen und Rollläden, mit offenen und fröhlichen, unkonventionellen Menschen, der Vater ist ein freundlicher Professor der Philosophie. Mir ist das Thema zu ernst, um eine als angeblich wahr präsentierte Geschichte auf einem solchen Niveau zu verzapfen. Zudem ist das Buch schlecht und sehr klischeehaft geschrieben.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 24, 2014 2:18 PM MEST


Hamit: Tagebuch 1990
Hamit: Tagebuch 1990
von Walter Kempowski
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,99

4.0 von 5 Sternen Mit Gewinn gelesen, 18. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hamit: Tagebuch 1990 (Taschenbuch)
Ich wollte einfach wissen, warum dieser Autor mich mehr beschäftigt als viele andere. TDL so über alle Maßen begeistert, HWK so abgestoßen hat. Hamit bringt mich ihm ein weites Stück näher. Die alte DDR ist Hauptthema. In vielem hat er recht behalten. Wer kennt heute noch Schnur und Böhme? Nur seine Meinung zu Christa Wolf teile ich nicht. Sie war schon eine Große. "Kein Ort nirgends" hat er wohl nicht gelesen, hättte ihm eigentlich gefallen müssen. Heute 5 Stunden Kempowski gelesen, mit Gewinn. Dafür Dank.


Die Dienstagsfrauen - Sieben Tage ohne
Die Dienstagsfrauen - Sieben Tage ohne
DVD ~ Ulrike Kriener
Preis: EUR 14,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Albern, 18. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Dienstagsfrauen - Sieben Tage ohne (DVD)
Ich kenne weder Buch noch Vorgängerfilm und hab mir das aus Langeweile mal angeschaut. Die Geschichte ist absurd und spielt mal wieder, wie alle deutschen Fernsehkomödien, in den sogenannten "besseren Kreisen". Warum bloß? Vermutlich, weil die Fans von solchem Schmarrn selber nicht solchen Kreisen entstammen und sich da in irgendwas hineinträumen. Warum ein Trupp normalgewichtiger bis superschlanker Frauen eine Krass-Diät machen wollen? Keine Ahnung. Und warum ausgerechnet die Ärztin - Saskia Vester - die dickste und dümmste ist, auch keine Ahnung. Zudem sind die Frauen vom Alter her - von 60 bis Mitte 30 - viel zu weit auseinander, um kleinmädchenhaft befreundet zu sein. Ulrike Kriener und Nina Hoger spielen gut wie man sie kennt, Reiner Schöne und Didi sind lachhaft. Die Lesben-Nummer war an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Aber das Schloss ist sehr schön und sooooo gruselig:-). Echt, liebe Fernsehmacher, wollt ihr uns verkohlen?


Million X Damen Push up - Bauch weg Jeans VICTORIA DOUBLE FACE W46 L32, caramel
Million X Damen Push up - Bauch weg Jeans VICTORIA DOUBLE FACE W46 L32, caramel
Wird angeboten von Million X
Preis: EUR 79,95

5.0 von 5 Sternen Perfekter Traum von Jeans, 15. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Hose ist einfach genial. Meine zweite Million X und wieder passt sie auf meine etwas problematische Figur wie angegossen und verschlankt optisch. Die Farbe ist wie auf dem Foto gezeigt - ich hatte mich für das leicht ausgewaschen wirkende Caramel entschieden - und sehr dezent, das Futter ist nähtechnisch hervorragend verarbeitet, überhaupt die Nähte - perfek! Der Stoff ist sehr solide und fest, aber nicht zu fest, die Taschen dezent und nicht auftragend. Da wurde wirklich beim Designen und Schneidern an die Trägerin gedacht. Den leichten Used-Look mag ich sehr. Warum die kleine Marke aus Thüringen so unbekannt ist, ist mir ein Rätsel bei der Qualität zu kleinem Preis - wie hier sogar im Sales-Angebot. Das ist meine zweite Million X und ich bin wieder begeistert.


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